Beatenberg in der Presse 2021

Beatenberg | 17. Januar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 17.01.2021

Hallenbad bleibt offen

Die Stimmberechtigten nahmen den Gegenantrag des Gemeinderates knapp an. Das Schwimmbad wird erst geschlossen, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Die Schliessung kommt frühestens 2023, oder aber spätestens 2025.von Yannick MühlemannDas Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Das Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Foto: Nora Devenish

Die Schliessung des Hallenbades in Beatenberg sei ein «emotionales Thema», sagte Gemeindepräsident Roland Noirjean gegenüber dieser Zeitung. Über die Frage, ob der Betrieb per Ende 2022 eingestellt wird, oder erst zwischen 2023 und 2025, entschieden die Bürger am Sonntag, 17. Januar an der Urne.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.Visualisierung: Roland Noirjean

Grosses Defizit, teure Sanierung

Der Betrieb und Erhalt eines Hallenbades sei für kleinere Gemeinden wie Beatenberg mit enormen Kosten verbunden. Während der Betrieb mit 40’000 Franken jährlich noch verkraftbar sei, ist es die notwendige Sanierung, die ein Loch in die Gemeindekasse reissen würde. Über die vergangenen drei Jahre habe das Schwimmbad ein Defizit von rund 640’000 Franken erwirtschaftet. Die Hälfte davon trägt die Gemeinde, die in Zukunft mit einer Zunahme rechnet. Gemeindepräsident Roland Noirjean rechnet mit Kosten von über einer halben Million Franken, die innerhalb der nächsten fünf Jahre auf die Gemeinde zukommen.

Ich war erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollenRoland NoirjeanGemeindepräsidentBeatenberg

Das Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi, das neben dem Hallenbad auch den Kongress-Saal und die Turnhalle beheimatet, muss einer Totalsanierung unterzogen werden, deren Kosten sich auf rund 7,5 Millionen Franken belaufen. Die Sanierung läuft Hand in Hand mit der Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard, was die ganze Sache komplizierter macht. Dadurch könnten aber in Zukunft Synergien geschaffen werden, die sich für die Gemeinde lohnen (siehe Interview mit Gemeindepräsident Roland Noirjean am Ende dieses Artikels). Aber für eine Sanierung des Hallenbades kämen noch einmal 4,7 Millionen zu den bestehenden Kosten hinzu, was aus Sicht des Finanzverwalters neben den laufenden und künftigen Projekten nicht möglich sei.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Foto: Nora Devenish

Grundsatzentscheid gefragt

An der Abstimmung vom Sonntag, 17. Januar fällten die Stimmberechtigten nun einen Grundsatzentscheid über die Schliessung des Hallenbades. Der Erheblichkeitsantrag zur Schliessung des Hallenbades wurde mit nur neun Stimmen Unterschied knapp abgelehnt. 143 Stimmbürger waren dagegen und 134 sprachen sich dafür aus. Das umgekehrte Bild bot sich beim Gegenantrag des Gemeinderates. Dieser sieht eine Schliessung erst vor, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Das heisst, eine Schliessung würde frühesten im Jahr 2023 und spätestens Ende 2025 erfolgen. Der Gegenantrag erhielt 143 Ja-Stimmen und 133 Nein-Stimmen. Ein knappes «Ja» für den Gegenantrag. So bleibt den Beatenbergern das Hallenbad noch bis mindestens 2023 erhalten.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Foto: Yves Brechbühler

Nachgefragt bei Roland Noirjean, Gemeindepräsident Beatenberg
Haben Sie mit einem so knappen Resultat gerechnet?

Roland Noirjean: Es ist keine Riesen-Überraschung. Ich war aber schon erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollen.

Wie geht es nun weiter mit dem Hallenbad in Beatenberg?

Das ist eine komplizierte Geschichte wegen der beiden Hotels, die die Gemeinde gekauft hat. Es wird eine Arbeitsgruppe geben, die das ganze Areal anschaut. Es wird einen Studienwettbewerb geben und das ganze Areal soll geplant werden. Dann können verschiedene Projektentwickler und Investoren ihre Ideen vorstellen. Die Idealvorstellung wäre ein Hotelprojekt im Gesundheitsbereich mit einem öffentlich zugänglichen Hallenbad. Bei der Sanierung des Mehrzweckgebäudes haben wir zwei Möglichkeiten. Eine wäre, dass das Hallenbad ganz zurückgebaut und umgenutzt wird, die andere wäre, ein komplett neues Mehrzweckgebäude zu bauen.

Was ist mit dem Neubauprojekt gemeint?

Der Gemeinderat ist eher der Meinung, dass alles abgebrochen wird und danach etwas Neues entsteht. Aber das ist noch nicht beschlossene Sache.

Soll mit der Sanierung des Mehrzweckgebäudes Wydi nicht auch das Hallenbad saniert werden, oder wären die Kosten zu hoch?

Die Sanierung würde 7,5 Millionen Franken kosten und davon fielen 4,7 Millionen für das Hallenbad an. Das ist nicht möglich für die Gemeinde. Aber bis 2025 müssten wir es spätestens sanieren, deshalb haben wir dieses Zeitfenster aufgestellt. (yam)

Beatenberg | 15. Januar 2021

Schwimmbad-Schliessung ist «emotionales Thema»

Am Sonntag stimmen die Beatenbergerinnen und Beatenberger ab – unter anderem auch, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll.von Gina KrücklBald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Bald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Fotos: Nora Devenish

Was wird aus dem Hallenbad Beatenberg? Wird der Betrieb per Ende 2022 eingestellt oder aber erst zwischen 2023 und 2025? Zwischen diesen beiden Varianten kann das Stimmvolk bei der Urnenabstimmung kommenden Sonntag entscheiden. Es sei eine Tatsache, dass sich der Betrieb einer Schwimmhalle gerade für eine kleinere Gemeinde nicht lohnt, so Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean. «Es gab da vor einigen Jahrzehnten einen Boom, mittlerweile ist aber klar, dass sich dieser Luxus nur grössere Gemeinden leisten können.» In kleineren Gemeinden würden Hallenbäder ein riesiges Loch in die Gemeindekasse fressen.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.

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So auch in Beatenberg: Der Betrieb sei aktuell ohne grossen Kostenaufwand (rund 40’000 Franken) möglich, heisst es im Abstimmungstext. «Durch die zwingend notwendige Sanierung würde sich das aber in den kommenden Jahren vervielfältigen», so Noirjean. So betrug das erwirtschaftete Defizit in den vergangenen drei Jahren rund 640’000 Franken – Tendenz steigend. Zur Hälfte muss das die Gemeinde tragen. «Innerhalb von fünf Jahren wären wir damit bei über einer halben Million Franken.»

7,5 Millionen für Totalsanierung

Die Totalsanierung des MZG Wydi mit den geplanten Massnahmen bis 2035 würden die Gemeinde laut Abstimmungstext rund 7,5 Millionen Franken kosten. Aus Sicht des Finanzverwalters sei es nebst den anderen laufenden und künftigen Projekten nicht möglich, zusätzlich das Hallenbad für mindestens 4,7 Millionen Franken zu sanieren.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Foto: Yves Brechbühler

«Es ist ein emotionales Thema», so Noirjean. «Wenn man als Kind dort schwimmen gelernt hat oder etwa als Lehrerin dort tätig war, hat man eine persönliche Bindung zu diesem Ort.» Er selbst habe zwar keine, verstehe aber die daraus resultierende Problematik. Darum sei eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung schwierig. Möglich ist auch die Ablehnung beider Vorlagen: Was dann passiere, sei ungewiss. «Dann muss der Gemeinderat eine andere Lösung suchen», so Noirjean. Denkbar sei entweder die sofortige Schliessung oder aber die Umnutzung der Liegenschaft. «Zwar gibt es ein paar Ideen, konkrete Pläne haben wir diesbezüglich aber nicht.»