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BEATENBERG 29. SEPTEMBER 2015 aus der Jungfrauzeitung vom 29.9.2015

Bauernhaus brennt aus, Bewohner und Kühe gerettet

Am Montagabend gegen acht Uhr fing der Speicher eines Bauernhauses Feuer. Be- und Anwohner konnten die Tiere des brennenden Stalls in Sicherheit bringen. Die Feuerwehren Beatenberg und Bödeli waren mit 63 Personen und sechs Fahrzeugen im Einsatz.
von Nils Sager

Von aussen ist das Ausmass der Tragödie noch nicht zu erkennen. Das Haus ist innen jedoch fast vollständig ausgebrannt.

Von aussen ist das Ausmass der Tragödie noch nicht zu erkennen. Das Haus ist innen jedoch fast vollständig ausgebrannt.Fotos: Nils Sager

Es riecht nach verbranntem Holz. In der Küche flattern ein paar Familienfotos im kalten Wind. Ein angesenkter Stoffhase sitzt in der Ecke. Der Boden ist übersäht mit Asche, Dreck und Schutt, die Einrichtung grösstenteils unbrauchbar. Was noch zu retten war, steht nun draussen: Eine kleine Holzkommode, ein paar Spielsachen in einem Korb, Unterlagen und Klamotten konnten noch am Abend in ein Auto gebracht werden. Vom Stall ist nichts mehr übrig, der Dachstuhl ausgebrannt, der grösste Teil des Bauernhauses steht nur noch als leere Hülle. Drinnen sieht man angesenktes Plastik, verkohlte Holzbalken, geschmolzene Milchkannen.

Im Stall hat es sogar die Milchkannen zerschmolzen.

Im Stall hat es sogar die Milchkannen zerschmolzen.

Bis in die Küche schlugen die Flammen, brachten Fenster zum Bersten und zerstörten die Einrichtung.

Bis in die Küche schlugen die Flammen, brachten Fenster zum Bersten und zerstörten die Einrichtung.
Zwei Kälber gerettet

Am Montagabend gegen 19.45 Uhr entdeckte Bauer Brecht Grossniklaus den Brand in seinem Heuboden. «Als wir es gemerkt haben, hat es schon zum Speicher raus gebrannt», sagt er. In seinem Blick liegt etwas leeres: Das tiefe Unverständnis über die Geschehnisse der vergangenen Nacht. «Die Tiere konnten wir noch im letzten Moment retten. Die Krippe hat schon gebrannt», erzählt er. Seine sieben Kühe und zwei Kälber stehen nun leicht verängstigt, aber wohl auf, auf der Weide des Nachbarn. Sie werden nie wieder in den Stall des Bauernhauses im Riedboden in Beatenberg zurückkehren können. Traurig schauen sie nun zu, wie die Feuerwehr Beatenberg ihre Materialen der letzten Nacht zusammen räumt. Nachbarn und Freunde helfen Brecht Grossniklaus dabei, die wenigen übrig gebliebenen Habseligkeiten in Kisten zu sortieren. Er und seine Frau leben nun vorübergehend bei ihrem Sohn. Mittelfristig werden sie nach einem neuen Winterquartier suchen müssen.

Das Haus der Familie Grossniklaus ist unbewohnbar. Vorübergehend leben sie beim Sohn.

Das Haus der Familie Grossniklaus ist unbewohnbar. Vorübergehend leben sie beim Sohn.

Um die Brandherde zu bekämpfen und Glutnester auszuheben beförderte die Feuerwehr das Heu vom Speicher mit einem Krahn nach draussen.

Um die Brandherde zu bekämpfen und Glutnester auszuheben beförderte die Feuerwehr das Heu vom Speicher mit einem Krahn nach draussen.
Grosseinsatz der Feuerwehr

Noch sind diese Gedanken aber weit weg. «Den Käse habe ich in einem anderen Speicher untergebracht», sagt Grossniklaus in sein Telefon. Es geht um Geschäftliches. «Mein Haus ist abgebrannt», erklärt er dem Gesprächspartner. Um ihn herum rollt die Feuerwehr ihre Schläuche auf. Etwa zehn Minuten nachdem Familie Grossniklaus das Feuer entdeckte, war die Feuerwehr Beatenberg mit ihrem Tanklösch- und Atemschutzfahrzeug vor Ort. 38 Personen waren insgesamt im Einsatz, dazu nochmal einmal 25 Feuerwehrleute von der Feuerwehr Bödeli, die als Stützpunktfeuerwehr anrückte und zwei Tanklöschfahrzeuge, eine Autodrehleiter und ein Atemschutzfahrzeug aufbot. Einsatzleiter Bernhard Bühlmann von der Feuerwehr Beatenberg erklärte am Dienstagmorgen vor Ort, dass das Feuer gegen Mitternacht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Bis um drei Uhr in der Nacht räumten seine Männer anschliessend das Heu aus dem Speicher, um weitere Glutnäster zu minimieren.

Ermittlungen zur Brandursache laufen

Warum es zu dem Ausbruch des Feuers kam, ist bisher ungeklärt. Die Kantonspolizei Bern hat Ermittlungen zur Brandursache sowie zur Höhe des Sachschadens aufgenommen. Klar ist nur, dass Brecht Grossniklaus und seine Frau fortan nicht mehr in ihrem Haus wohnen können. Auch ihre Rinder müssen weiter beim befreundeten Bauern unterkommen. Die Nachbarschaft hilft, wo sie kann. «Die Hauptsache ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist», sagt Grossniklaus. Dann schweift sein Blick wieder ab. Der Schock wird ihm und seinen Kühen noch einige Tage in den Knochen stecken.

Auch die Kühe blicken traurig auf ihr zerstörtes Zuhause.

Auch die Kühe blicken traurig auf ihr zerstörtes Zuhause.

Die Feuerwehr Beatenberg rückte mit 38 Personen an, Stützpunktfeuerwehr Bödeli brachte zusätzlich 25 Männer zur Unterstützung.

Die Feuerwehr Beatenberg rückte mit 38 Personen an, Stützpunktfeuerwehr Bödeli brachte zusätzlich 25 Männer zur Unterstützung.

Bis drei Uhr in der Nacht waren die Feuerwehrleute im Einsatz. Am Dienstagmorgen räumten sie die Schläuchte auf, die während der Brandwache bereit lagen.

Bis drei Uhr in der Nacht waren die Feuerwehrleute im Einsatz. Am Dienstagmorgen räumten sie die Schläuchte auf, die während der Brandwache bereit lagen.

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