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Beatenberg in der Presse 2021

Beatenberg | 1. Juni 2021

Zweitwohnungsanteil leicht gestiegen

Das Amt für Gemeinde und Raumordnung (AGR) verlangt ein jährliches Monitoring über die Entwicklung von Ferienwohnungen in der Gemeinde. Die Bauverwaltung hat die Situation für 2020/2021 erneut analysiert. Die Untersuchung hat ergeben, dass der Zweitwohnungsanteil leicht um 1,26 Prozent auf neu 55,93 Prozent gestiegen ist.Der Zweitwohnungsanteil in der Gemeinde Beatenberg ist leicht gestiegen.Der Zweitwohnungsanteil in der Gemeinde Beatenberg ist leicht gestiegen.Foto: Irene Thali

Wie der Gemeinderat im Communiqué mitteilt, ist im 2017 die kommunale Planungszone «Zweitwohnungen» der Gemeinde Beatenberg ausgelaufen. Daraufhin wurde dem Amt für Gemeinde und Raumordnung AGR eine umfangreiche Analyse zugestellt. «Die Gemeinde Beatenberg gehört zu den Gemeinden, welche gemäss kantonalem Richtplan verschärfte Massnahmen bezüglich Zweitwohnungen haben müssen», heisst es seitens Rat weiter. Deshalb verlange das AGR ein jährliches Monitoring über die Zweitwohnungsentwicklung. Die Bauverwaltung hat die Zweitwohnungsentwicklung für 2020/2021 erneut analysiert. Die Analyse zeige, dass der Zweitwohnungsanteil leicht gestiegen ist. «Die Zweitwohnungen haben zulasten der Leerwohnungen zugenommen. Entweder werden altrechtliche Leerwohnungen nun als Zweitwohnungen genutzt oder die Wohnungen sind länger als zwei Jahre leer und werden so automatisch zu Zweitwohnungen. Der neu errechnete Zweitwohnungsanteil beträgt 55,93 Prozent (Analyse 2020 = 54,67 Prozent)», erklärt die Bauverwaltung.

Fünfte Teilrevision Parkplatzbewirtschaftungsverordnung

Der Gemeinderat hat die fünfte Teilrevision Parkplatzbewirtschaftungsverordnung (Aufhebung Bewirtschaftung auf Parkplatz Sundlauenen) genehmigt. Diese tritt rückwirkend per 1. Mai in Kraft. Die Teilrevision könne auf der Gemeindeverwaltung eingesehen oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich ist die Teilrevision online auf der Gemeindewebseite www.beatenberg.ch aufgeschaltet. «Gegen den Erlass der Teilrevision kann bis am 7. Juni beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.»

Beatenberg | 3. Mai 2021

Jahresrechnung im Plus – Schulsozialarbeit kommt nicht

Die Beatenberger Jahresrechnung verzeichnet ein gutes Ergebnis.Die Beatenberger Jahresrechnung verzeichnet ein gutes Ergebnis.Foto: Archiv

Im Allgemeinen Haushalt beträgt der Ertragsüberschuss 957’780 Franken. Ohne die Vornahme von zusätzlichen Abschreibungen von 351’394 Franken (finanzpolitische Reserve), wie diese nach dem Harmonisierten Rechnungslegungsmodell 2 (HRM2) vorgeschrieben sind, würde der Ertragsüberschuss sogar 1’309’174 Franken betragen. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 911’324 Franken ab. Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung weist einen Aufwandüberschuss aus, die Spezialfinanzierungen Abwasser- und Abfallentsorgung schliessen mit Ertragsüberschüssen ab. Im Gesamthaushalt war ein Aufwandüberschuss von 111’500 Franken budgetiert. Die Besserstellung gegenüber dem Budget 2020 beträgt demnach 1’022’824 Franken.

Das vorliegende Ergebnis ist hauptsächlich auf die nach HRM2 alle fünf Jahre vorgeschriebene Neubewertung der Liegenschaften Finanzvermögen zurückzuführen. Diese Neubewertung ergab einen Buchgewinn von über einer Million Franken. Da es sich um einen Buchgewinn handelt, fliesst der Gemeinde jedoch kein Geld zu. Der Bilanzüberschuss per 31. Dezember 2020 beträgt 2’427’941 Franken. Total betrugen die Nachkredite 1’065’263 Franken. Davon waren 860’196 Franken gebunden, und 205’066 Franken lagen in der Kompetenz des Gemeinderates.

Projekt Schulsozialarbeit

Bürgerinnen und Bürger reichten letztes Jahr eine Petition Schulsozialarbeit für die Schule Beatenberg ein. Die Petition wurde weiterverfolgt, und der Gemeinderat erteilte der PHBern den Auftrag, eine Bedarfsabklärung bei der Schulleitung, den Lehrpersonen, den Eltern und Erziehungsberechtigten sowie der Erziehungsberatung als schulunterstützende Einrichtung und Fachstelle durchzuführen. Die umfangreiche Analyse des Bedarfs als Grundlage für das weitere Vorgehen zur Petition liegt nun vor. Der Gemeinderat hat eingehend darüber beraten und beschlossen, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, da zu wenig Bedarf der Eltern und Lehrpersonen ausgewiesen wird.

Weitere Geschäfte
  •  Gemeindeurnenabstimmung: Am Sonntag, 13. Juni, findet die Gemeindeurnenabstimmung anstelle der Gemeindeversammlung statt. Den Stimmberechtigten der Einwohnergemeinde Beatenberg werden folgende Abstimmungsvorlagen unterbreitet: Genehmigung der Jahresrechnung 2020, Genehmigung der zweiten Teilrevision Organisationsreglement, Genehmigung der Zonenplanänderung – Ausschnitt Waldegg, Genehmigung der Neufassung Reglement zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen bei Massnahmen gegen Naturgefahren, Genehmigung der Neufassung Reglement zur Erhebung Konzessionsabgabe Stromversorgung.
  • Strassensanierung Fitzligraben (westlich Schönegg): An der Gemeindeversammlung vom 2. Juni 2006 wurde für die Sanierung der Gemeindestrasse «Teilstück Fitzligraben – Schönegg» und der Fitzligrabenbrücke ein Verpflichtungskredit in der Höhe von 1,875 Millionen Franken genehmigt. Der Kredit für dieses Projekt kann nicht eingehalten werden. Der Gemeinderat hat deshalb einen zweiten Nachkredit zu neuen Ausgaben im Betrag von 40’000 Franken genehmigt.

Niederhorn | 16. April 2021

Mit Feinschliff in die neue Saison

Am Wochenende startet die Niederhornbahn in die Sommersaison. Über einen kecken Steinbock, der das Niederhorn erobert, abenteuerliche, verschönerte Trotti-Abfahrten und das Seerestaurant in der Beatenbucht, welches einen Feinschliff erhält.Das Maskottchen Rocky und seine Freunde sind an einigen Tagen im Sommer auf dem Niederhorn anzutreffen.Das Maskottchen Rocky und seine Freunde sind an einigen Tagen im Sommer auf dem Niederhorn anzutreffen.Foto: zvg

Seit der Gratweg-Eröffnung im letzten Juli hat das Niederhorn ein neues Maskottchen: Rocky. Der kecke Steinbock führt mit seinen Freunden Happy, Yummy und Lenny neu durch die vier verschiedenen OL-Pfade am Niederhorn. Die zwei Trotti-Bike-Strecken vom Vorsass nach Beatenberg sind neu ebenfalls Teil von Rocky’s Familienwelt. Für actionreiche Erlebnisse sorgt der rassigere «Rocky’s Run», während «Happy’s Trail» ideal für Geniesser ist, die es lieber etwas gemütlicher angehen. Rocky’s Familienwelt bietet für jede Generation etwas.

Für Fans des niedlichen Steinbocks gibt es diverse Fanartikel, zum Beispiel ein kuschliges Plüschtier oder einen coolen Turnsack. Rocky wird an einzelnen Tagen im Sommer die Gäste sogar persönlich auf dem Niederhorn begrüssen und für strahlende Kinderaugen sorgen.

Gipfel-Genuss und Niederhornbrunch – neue Angebote für Feinschmecker

Feinschmecker sind auf dem Niederhorn an der richtigen Adresse. Ab Anfang Juli bis Ende September gibt es auf dem Niederhorn jeweils am Freitag- und Samstagabend ein tolles, neues Angebot zu entdecken: der Gipfel-Genuss. Während am Horizont die Sonne langsam untergeht, fährt man mit der Bahn rauf auf den Gipfel. In Beatenberg beginnt die Fahrt im traumhaften Sonnenuntergang auf das Niederhorn. Nachdem man mit einem Welcome-Drink begrüsst wurde, serviert das Team von Hüttenzauber im Berghaus ein vier-Gang-Menü. Nach dem Abendessen lohnt sich ein Verdauungsspaziergang auf dem Grat. Bis 22.20 Uhr führt die Bahn wieder nach unten ins Tal.

An Sonntagen und allgemeinen Feiertagen lädt der Niederhornbrunch zum Geniessen und gemütlichen Zusammensein ein.

Frischer Wind weht am Thunersee

Ab dem Saisonstart begrüsst das Team der Kappeler Gastro AG die Gäste neu im Seerestaurant Beatenbucht. Anfangs April erfolgen Umbauarbeiten, das Restaurant wird saniert und mit einem Take-away-Fenster erweitert. Ein weiteres Highlight wird der neue Pizza-Ofen sein. Eine vergrösserte Seeterrasse und der traumhafte Ausblick auf See und Berge sorgen für südländisches Flair.

Gutes, Altbewährtes weiterführen

Im April und im Mai werden die alljährlichen Krokusfelder wieder erstaunen. Zum Start der Sommersaison verkehrt die Niederhornbahn wieder unter den Schutzmassnahmen des öffentlichen Verkehrs. Das Kundenlenksystem, welches sich in den letzten Monaten bewährt hat, wird beibehalten.

Beatenberg | 5. März 2021

Wasserleitungsleck, Wasserschaden und Trinkwasserqualität

Die Festungsleitung im Bereich Giebel, Schmocken, muss repariert werden, für die neue Leitung im Sagigraben müssen 415’000 Franken her, und die Hochwasserschutzmassnahmen Sundlauenen benötigen einen Nachkredit.Blick vom Niederhorn.Blick vom Niederhorn.Foto: Keystone, Alessandro Della Bella

«Das letzte Stück der Festungsleitung im Bereich Giebel, Schmocken, hat Lecks und muss dringend repariert werden. Die Leitung soll mittels neuer Linienführung ersetzt werden», heisst es in einem Informationsschreiben. Der Gemeinderat hat deshalb einen Nachkredit zu neuen Ausgaben über 31’000 Franken genehmigt.

Wasserleitung Sagigraben

Für die neue Wasserleitung im Sagigraben wurden mit dem Tiefbauamt des Kantons Bern verschiedene Varianten besprochen. «Der Gemeinderat hat nun auf Antrag der Kommission Ver- und Entsorgung beschlossen, die Variante «Wasserleitung in neue Sagigrabenbrücke» mit Investitionskosten von 415’000 Franken weiterzuverfolgen».

Hochwasserschutzmassnahmen Sundlauenen

Der Gemeinderat hat im August 2020 die Handänderungsurkunde betreffend Grundstück- und Grenzbereinigung im Zusammenhang mit der Korrektur der Staatsstrasse und Wasserbaumassnahmen Sundlauenen genehmigt. In der Zwischenzeit konnte die Handänderung entsprechend durchgeführt werden. Daraus resultieren nun die Schlussabrechnungen, welche die Gemeinde für den Landerwerb bezahlen muss. Diese Kosten waren in den Projektkosten nicht enthalten, weshalb der Gemeinderat einen entsprechenden Nachkredit zu neuen Ausgaben im Betrag von 23’610 Franken genehmigt hat.

Wasserschaden Gemeindehaus

Am 28. Januar fiel auf der Gemeindeverwaltung der Strom aus. Infolge eines Wasserschadens respektive einer Leckstelle beim Vorplatz Eingang UG West entstanden im Keller Kurzschlüsse am Hauptsicherungskasten. Für die Reparatur des Wasserschadens am Gemeindehaus hat der Gemeinderat einen gebundenen Nachkredit von 27’000 Franken sowie für die Zustandsaufnahme privater Abwasseranlagen einen Nachkredit für neue Ausgaben von 3000 Franken gesprochen.

Trinkwasserqualität

Alle chemischen und mikrobiologischen Trinkwasserproben im Jahr 2020 lagen, soweit untersucht, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften. «Weitere Details zum Befund können unter www.beatenberg.ch/de/Gemeinde-Aktuell/Aktuelle-Informationen abgerufen werden. Bitte helfen Sie mit, Quell- und Grundwasser vor Umweltgefahren zu schützen. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebens- und Genussmittel», schreibt die Verwaltung.

Weitere Geschäfte
  •  Reglement zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen bei Massnahmen gegen Naturgefahren: Die Neufassung Reglement zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen bei Massnahmen gegen Naturgefahren wurde durch den Gemeinderat zuhanden der Gemeindeversammlung vom 4. Juni verabschiedet. Weitere Details dazu werden in der Botschaft zur Gemeindeversammlung erläutert.
  •  Wirtschaftsunterstützung i.S. Corona-Pandemie: Vom 1. August 2020 bis 31. Januar 2021 konnten die Einwohnerinnen und Einwohner von Beatenberg die Spezial Einkaufsgutscheine bei der Gemeindeverwaltung beziehen. Insgesamt wurden 654 Gutscheine im Wert von 50 Franken verkauft. Dies ergibt einen Wertbetrag von 32’700 Franken. Der Gemeindebeitrag vom beschlossenen Unterstützungsbeitrag von 10’000 Franken beläuft sich schlussendlich auf 3270 Franken. «Vielen Dank, dass Sie das einheimische Gewerbe unterstützten».
  •  Projekt «Beatenberg belebt»: Um das Umsetzungsprogramm in Angriff zu nehmen, hat der Gemeinderat folgende Personen in die Arbeitsgruppe «Entwicklung Jungfraublick/Beauregard und Mehrzweckgebäude» eingesetzt: Roland Noirjean, Gemeindepräsident (Präsident); Werner Schmocker, Vize-Gemeindepräsident (Vize-Präsident); Bettina Flück, Ivan Grossniklaus, Sarah Grossniklaus, Ulrich Grossniklaus, Markus Stähli, Thomas Tschopp und Anna Zimmermann (Mitglieder); Robertus Bruijstens und Doris Haldner (Mitglieder ohne Stimmrecht); Patrick Suter, Bauverwalter, und Daniel Studer, IC Infraconsult AG Bern, (Berater). Das Sekretariat (ohne Stimmrecht) wird durch ein externes Mandat geführt, welches noch beschafft werden muss.
  •  Gemeindeurnenabstimmung: Der Gemeinderat hat die Ergebnisse der Gemeindeurnenabstimmung vom 17. Januar erwahrt und festgestellt, dass keine Mängel behoben werden mussten sowie die Beschwerdefrist unbenützt abgelaufen ist. Die erwahrten Ergebnisse bleiben unverändert gegenüber der öffentlichen Bekanntgabe im Anzeiger Interlaken vom 21. und 28. Januar. Aufgrund der Abstimmungsergebnisse wurden die Vorlagen 1 bis 5 angenommen. Bei der Vorlage 6 wurde der Gegenantrag des Gemeinderates angenommen.
  •  Gemeindestelle für wirtschaftliche Landesversorgung: Mit dem revidierten Landesversorgungsgesetz liegt die Verantwortung neu stärker beim Bund und bei der Wirtschaft und weniger bei den Kantonen. Insbesondere den Gemeinden, und damit auch den Regierungsstatthalterämtern kommen kaum mehr Aufgaben in diesem Bereich zu. Auf die bisherige Funktion des/der Delegierten der Gemeinde für die wirtschaftliche Landesversorgung kann künftig verzichtet werden. Der Gemeinderat hat deshalb die Gemeindeangestellten, Sonja Fuss als Leiterin und Claudia Scheidegger als Stv. Leiterin der Gemeindestelle für wirtschaftliche Landesversorgung, per sofort mit bestem Dank aus dem Amt entlassen.
  •  Schuljahresplanung 2021/22: Die Planung der Pensen 2021/22 zeigt im Vergleich zu den vergangenen Jahren nur geringfügige Abweichungen. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler pro Klasse liegt etwas tiefer als im Vorjahr. Die Anzahl Lektionen mussten deshalb etwas reduziert werden. Die Kosten für die Gemeinde bleiben ungefähr gleich. Der Gemeinderat hat die Schuljahresplanung 2021/22 genehmigt und dankt der Schulleitung für ihr grosses Engagement.
  •  Zuweisungsplanung: Das Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär, Abteilung Bevölkerungsschutz, informiert, dass die Pflicht zur periodischen Nachführung der Zuweisungsplanung mindestens alle fünf Jahre ab 2021 entfällt. Neu müssen einzig die Grundlagen laufend nachgeführt werden, damit die Zuweisungsplanung bei Bedarf erstellt werden kann. Dabei handelt es sich primär um das Einwohnerregister und die Schutzraumdatenbank. Die Gemeinden müssen sicherstellen, dass sie die Zuweisungsplanung dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär innert drei Monaten zur Verfügung stellen können. Die Periodische Schutzraumkontrolle im Gemeindegebiet wurde im Sommer 2020 durchgeführt.
  •  WartIn WC-Anlage Lände Sundlauenen: Daniel Weiss aus Sundlauenen hat als Aushilfswegmeister Sundlauenen und Wart zur Reinigung Lände Sundlauenen per 31. März gekündigt. Der Gemeinderat dankt für die langjährige Zusammenarbeit und wünscht Daniel Weiss für die Zukunft alles Gute. Auf den 1. April wurde die Arbeitsstelle als WartIn für die WC-Anlage der Lände Sundlauenen mit einem Beschäftigungsgrad von in etwa 150 Stunden pro Sommersaison neu ausgeschrieben. Das ausführliche Stelleninserat ist unter www.beatenberg.ch/de/Verwaltung/Stellenmarkt publiziert.

Beatenberg | 11. Februar 2021

«Dank meines Alters kann ich in der Zeit zurücksehen»

Vor wenigen Wochen veröffentlichte der Autor Peter Beutler sein neuestes Buch. Darin thematisiert er den international bekannten Berner Fall Riedel-Guala und erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte, wie sie aus seinen Augen stattgefunden haben könnte.von Gina Krückl«Langnauer Gift» heisst das neue Buch von Peter Beutler.Fotos: Gina Krückl

Fast 100 Jahre ist es her, dass der Fall Riedel-Guala international durch die Medien ging. 1926 verurteilte das Landgericht Burgdorf den Arzt Max Riedel und seine Geliebte Antonia Guala wegen des Giftmords an Riedels Ehefrau zu je 20 Jahren Haft. Fünf Jahre später wurden die beiden in einem Revisionsprozess freigesprochen. Noch heute gilt der Fall als Paradebeispiel dafür, wie leicht ein Suizid für einen Mord gehalten werden kann.

Auf eben jenem Fall beruht nun das neueste Buch «Langnauer Gift» des Beatenberger Autors Peter Beutler. Statt Max Riedels und Antonia Gualas erzählt der 78-Jährige aber die Geschichte von Wendolin Roder und Laura Borelli. Das musste der Autor so machen: «Wegen des Persönlichkeitsrechts darf ich in meinem Roman nicht die echten Namen verwenden, da sich Angehörige daran stören und rechtliche Schritte einleiten könnten.»Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Foto: Zora Herren

Etwa Riedels Tochter. «Ich konnte sie zwar nicht ausfindig machen, aber sie wäre mittlerweile rund 100 Jahre alt.» Und in einem solchen Fall müsse man üblicherweise abwarten, bis die betreffende Person 110 Jahre wäre, da man dann davon ausgehen dürfe, dass sie unterdessen verstorben sei. «Wenn jemand die Verletzung seines Persönlichkeitsrechts befürchtet, wird ein Buch sehr schnell eingestampft.»

«Erst 35 Jahre»

In einigen seiner früheren Werke sei er aber noch stärker vom Persönlichkeitsrecht eingeschränkt worden, so Beutler. «Bei den Recherchen zu meinem Buch «Kehrsatz» durfte ich nicht mal die polizeilichen und gerichtlichen Unterlagen durchgehen.» Dies vermutlich ebenso aus Datenschutzgründen, da der Fall «erst 35 Jahre» her sei. «Also musste ich anders zu Hintergrundinformationen kommen und habe glücklicherweise einige ehemalige Geliebte des mutmasslichen Täters gefunden, die nur zu gern mit mir reden wollten.»Die Recherche für «Langnauer Gift» war aufgrund des alten Falls nicht einfach.

Bei «Langnauer Gift» hätte es sich aufgrund des Fall-Alters dagegen schwieriger gestaltet, Zeitzeugen zu finden. «Um an Informationen zu kommen, bin ich also ins Berner Staatsarchiv gegangen und habe mich dort durch mehrere Meter von Akten gekämpft», erzählt Beutler. Und da er die natürlich nicht mit nach Hause nehmen durfte, hätte er rund 1000 Seiten mit seinem Natel fotografieren müssen.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Foto: Zora Herren

Einige persönlichere Informationen hätte er von einem befreundeten Anwalt erhalten. «Dr. Jürg Roth ist der Enkel von Fritz Roth, dem damaligen Anwalt von Riedel im Revisionsprozess, und er gab mir recht viele Bilder und Unterlagen, unter anderem auch ein altes Buch mit Fallnotizen seines Grossvaters.» Von Jürg Roth stamme überhaupt die Idee zu dem Buch. «Er kam eines Tages einfach auf mich zu, erzählte mir von seinem Grossvater und meinte, ich solle doch über diesen Fall schreiben.»

«Nur Fantasie passt nicht zu mir»

Trotz des immensen Aufwands, den Beutler für seine Bücher betreiben muss, kann er sich nicht vorstellen, ein anderes Genre zu schreiben. «Es wäre sehr viel gemütlicher, einfach meine Fantasie walten zu lassen, aber das passt nicht zu mir.» Er versuche immer, die Realität in seine Bücher zu integrieren. Denn auch wenn er die Namen der Akteure habe verändern müssen, beruhe das meiste in seinen Büchern auf Fakten.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.

So wird Hauptfigur Dr. Roder im Buch quasi zur Ehe mit seiner Frau gezwungen, da sie bewiesenermassen ein Liebespaar sind. «Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Konkubinatsverbot abgeschafft wurde», so Beutler. So sei etwa ein Studienfreund verhaftet worden, weil er mit einer Frau zusammenwohnte. «Mitten in der Nacht stand die Polizei bei ihnen vor der Tür und war von einer Liebschaft der beiden überzeugt, weil beide Seiten seines Bettes warm gewesen sein sollen.» Und auch die von Beutler beschriebenen Foltermethoden seien in den 30er-Jahren gang und gäbe gewesen. «Das ist der Vorteil meines Alters, dass ich in eine Zeit zurücksehen kann, in die andere nicht sehen können.»

Gratwanderung Sachbuch und fiktiver Roman

Ein reines Sachbuch ist «Langnauer Gift» aber nicht. «Natürlich musste ich das Ganze etwas ausschmücken, aber mir geht es darum zu sagen, so könnte es gewesen sein.» Ein Buch zu schreiben, das eine Mischung aus Sachbuch und fiktivem Roman ist, sei eine Gratwanderung. «Aber ich muss literarisch den Boden unter den Füssen haben, damit ich nicht ganz abhebe.»Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Foto: Zora Herren

Darum sucht sich Beutler als Grundlage für seine Bücher immer eine Geschichte, zu der er einen persönlichen Bezug hat. Auch bei diesem: «Meine Vorfahren kommen aus der Region Langnau, und ich habe noch heute einige Verwandte dort.» So hätten seine Eltern den Fall miterlebt, auch wenn sie noch sehr jung gewesen seien. «Dennoch wird man von solchen Fällen geprägt.» Und für ihn sei das Schreiben ein Weg, seine Erlebnisse zu Papier zu bringen. «Es ist eine Gnade, dass ich das machen darf.»

Beatenberg | 17. Januar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 17.01.2021

Hallenbad bleibt offen

Die Stimmberechtigten nahmen den Gegenantrag des Gemeinderates knapp an. Das Schwimmbad wird erst geschlossen, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Die Schliessung kommt frühestens 2023, oder aber spätestens 2025.von Yannick MühlemannDas Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Das Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Foto: Nora Devenish

Die Schliessung des Hallenbades in Beatenberg sei ein «emotionales Thema», sagte Gemeindepräsident Roland Noirjean gegenüber dieser Zeitung. Über die Frage, ob der Betrieb per Ende 2022 eingestellt wird, oder erst zwischen 2023 und 2025, entschieden die Bürger am Sonntag, 17. Januar an der Urne.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.Visualisierung: Roland Noirjean

Grosses Defizit, teure Sanierung

Der Betrieb und Erhalt eines Hallenbades sei für kleinere Gemeinden wie Beatenberg mit enormen Kosten verbunden. Während der Betrieb mit 40’000 Franken jährlich noch verkraftbar sei, ist es die notwendige Sanierung, die ein Loch in die Gemeindekasse reissen würde. Über die vergangenen drei Jahre habe das Schwimmbad ein Defizit von rund 640’000 Franken erwirtschaftet. Die Hälfte davon trägt die Gemeinde, die in Zukunft mit einer Zunahme rechnet. Gemeindepräsident Roland Noirjean rechnet mit Kosten von über einer halben Million Franken, die innerhalb der nächsten fünf Jahre auf die Gemeinde zukommen.

Ich war erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollenRoland NoirjeanGemeindepräsidentBeatenberg

Das Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi, das neben dem Hallenbad auch den Kongress-Saal und die Turnhalle beheimatet, muss einer Totalsanierung unterzogen werden, deren Kosten sich auf rund 7,5 Millionen Franken belaufen. Die Sanierung läuft Hand in Hand mit der Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard, was die ganze Sache komplizierter macht. Dadurch könnten aber in Zukunft Synergien geschaffen werden, die sich für die Gemeinde lohnen (siehe Interview mit Gemeindepräsident Roland Noirjean am Ende dieses Artikels). Aber für eine Sanierung des Hallenbades kämen noch einmal 4,7 Millionen zu den bestehenden Kosten hinzu, was aus Sicht des Finanzverwalters neben den laufenden und künftigen Projekten nicht möglich sei.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Foto: Nora Devenish

Grundsatzentscheid gefragt

An der Abstimmung vom Sonntag, 17. Januar fällten die Stimmberechtigten nun einen Grundsatzentscheid über die Schliessung des Hallenbades. Der Erheblichkeitsantrag zur Schliessung des Hallenbades wurde mit nur neun Stimmen Unterschied knapp abgelehnt. 143 Stimmbürger waren dagegen und 134 sprachen sich dafür aus. Das umgekehrte Bild bot sich beim Gegenantrag des Gemeinderates. Dieser sieht eine Schliessung erst vor, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Das heisst, eine Schliessung würde frühesten im Jahr 2023 und spätestens Ende 2025 erfolgen. Der Gegenantrag erhielt 143 Ja-Stimmen und 133 Nein-Stimmen. Ein knappes «Ja» für den Gegenantrag. So bleibt den Beatenbergern das Hallenbad noch bis mindestens 2023 erhalten.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Foto: Yves Brechbühler

Nachgefragt bei Roland Noirjean, Gemeindepräsident Beatenberg
Haben Sie mit einem so knappen Resultat gerechnet?

Roland Noirjean: Es ist keine Riesen-Überraschung. Ich war aber schon erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollen.

Wie geht es nun weiter mit dem Hallenbad in Beatenberg?

Das ist eine komplizierte Geschichte wegen der beiden Hotels, die die Gemeinde gekauft hat. Es wird eine Arbeitsgruppe geben, die das ganze Areal anschaut. Es wird einen Studienwettbewerb geben und das ganze Areal soll geplant werden. Dann können verschiedene Projektentwickler und Investoren ihre Ideen vorstellen. Die Idealvorstellung wäre ein Hotelprojekt im Gesundheitsbereich mit einem öffentlich zugänglichen Hallenbad. Bei der Sanierung des Mehrzweckgebäudes haben wir zwei Möglichkeiten. Eine wäre, dass das Hallenbad ganz zurückgebaut und umgenutzt wird, die andere wäre, ein komplett neues Mehrzweckgebäude zu bauen.

Was ist mit dem Neubauprojekt gemeint?

Der Gemeinderat ist eher der Meinung, dass alles abgebrochen wird und danach etwas Neues entsteht. Aber das ist noch nicht beschlossene Sache.

Soll mit der Sanierung des Mehrzweckgebäudes Wydi nicht auch das Hallenbad saniert werden, oder wären die Kosten zu hoch?

Die Sanierung würde 7,5 Millionen Franken kosten und davon fielen 4,7 Millionen für das Hallenbad an. Das ist nicht möglich für die Gemeinde. Aber bis 2025 müssten wir es spätestens sanieren, deshalb haben wir dieses Zeitfenster aufgestellt. (yam)

Beatenberg | 15. Januar 2021

Schwimmbad-Schliessung ist «emotionales Thema»

Am Sonntag stimmen die Beatenbergerinnen und Beatenberger ab – unter anderem auch, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll.von Gina KrücklBald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Bald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Fotos: Nora Devenish

Was wird aus dem Hallenbad Beatenberg? Wird der Betrieb per Ende 2022 eingestellt oder aber erst zwischen 2023 und 2025? Zwischen diesen beiden Varianten kann das Stimmvolk bei der Urnenabstimmung kommenden Sonntag entscheiden. Es sei eine Tatsache, dass sich der Betrieb einer Schwimmhalle gerade für eine kleinere Gemeinde nicht lohnt, so Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean. «Es gab da vor einigen Jahrzehnten einen Boom, mittlerweile ist aber klar, dass sich dieser Luxus nur grössere Gemeinden leisten können.» In kleineren Gemeinden würden Hallenbäder ein riesiges Loch in die Gemeindekasse fressen.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.

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So auch in Beatenberg: Der Betrieb sei aktuell ohne grossen Kostenaufwand (rund 40’000 Franken) möglich, heisst es im Abstimmungstext. «Durch die zwingend notwendige Sanierung würde sich das aber in den kommenden Jahren vervielfältigen», so Noirjean. So betrug das erwirtschaftete Defizit in den vergangenen drei Jahren rund 640’000 Franken – Tendenz steigend. Zur Hälfte muss das die Gemeinde tragen. «Innerhalb von fünf Jahren wären wir damit bei über einer halben Million Franken.»

7,5 Millionen für Totalsanierung

Die Totalsanierung des MZG Wydi mit den geplanten Massnahmen bis 2035 würden die Gemeinde laut Abstimmungstext rund 7,5 Millionen Franken kosten. Aus Sicht des Finanzverwalters sei es nebst den anderen laufenden und künftigen Projekten nicht möglich, zusätzlich das Hallenbad für mindestens 4,7 Millionen Franken zu sanieren.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Foto: Yves Brechbühler

«Es ist ein emotionales Thema», so Noirjean. «Wenn man als Kind dort schwimmen gelernt hat oder etwa als Lehrerin dort tätig war, hat man eine persönliche Bindung zu diesem Ort.» Er selbst habe zwar keine, verstehe aber die daraus resultierende Problematik. Darum sei eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung schwierig. Möglich ist auch die Ablehnung beider Vorlagen: Was dann passiere, sei ungewiss. «Dann muss der Gemeinderat eine andere Lösung suchen», so Noirjean. Denkbar sei entweder die sofortige Schliessung oder aber die Umnutzung der Liegenschaft. «Zwar gibt es ein paar Ideen, konkrete Pläne haben wir diesbezüglich aber nicht.»


Corona-Virus

Coronavirus: Situation Schweiz

Daten und Berichte zur epidemiologischen Lage in der Schweiz und in Liechtenstein, Medienkonferenz und News zum Coronavirus: informieren Sie sich hier.

Medieninfo, 17. November 2020, 14 Uhr

Epidemiologische Lage in der Schweiz und in Liechtenstein

Zahlen und grafische Darstellungen zu laborbestätigten Fällen, Hospitalisationen, Todesfällen, Tests, sowie zum Contact Tracing (Isolation und Quarantäne), geographische Verteilung nach Kanton, Alter und Geschlecht sowie die zeitliche Entwicklung in der Schweiz und in Liechtenstein finden Sie aufwww.covid19.admin.ch.

Tagesbericht

Den Tagesbericht im PDF-Format und Daten in CSV oder JSON können Sie auf www.covid19.admin.ch herunterladen.

Folgende Daten erhalten Sie weiterhin als Excel-Dateien:

Wochenbericht

Dieser jeweils am Donnerstagmorgen veröffentlichte Bericht bietet einen aussagekräftigen Überblick zur epidemiologischen Lage und Tendenz.

Woche 45, 12.11.2020

Wochenbericht zur epidemiologischen Lage in der Schweiz und in Liechtenstein (PDF, 1 MB, 12.11.2020)

Bisherige Tages- und Wochenberichte

Alle bisherigen Berichte finden Sie in den folgenden Zip-Dateien; Tagesberichte seit 7. März 2020, Wochenberichte seit Kalenderwoche 25 (2. Quartal 2020)

2020_Q1 (ZIP, 9 MB, 28.08.2020)
2020_Q2 (ZIP, 55 MB, 28.08.2020)
2020_Q3 (ZIP, 45 MB, 05.10.2020)
2020_Q4 (ZIP, 18 MB, 17.11.2020)

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Covid-19-Bewältigung: Strategische Grundlagen von Bund und Kantonen

Die Aufgaben von Bund und Kantonen bei der Covid-19-Bewältigung sind verflochten. Sie bedürfen einer koordinierten Einschätzung, einer Abstimmung der Massnahmen und einer Definition der Prozesse. Das vorliegende kurze Strategiepapier soll diese Fragen für die kommenden Monate in den Grundsätzen klären. Ziel ist es, die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz zu schützen sowie die Auswirkungen des Ausbruchs und der Verbreitung des Coronavirus möglichst zu minimieren.

COVID-19-Bewältigung – Strategische Grundlagen der GDK und des EDI-BAG (PDF, 768 kB, 22.10.2020)

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Berichte Monitoring und Zwischenbilanz

Auf der Seite Monitoring finden Sie Berichte zum Mobilitätsverhalten der Bevölkerung, zur Kontrolle der Schutzkonzepte, zur Wirtschaftslage und zum Vollzugsmonitoring.

Zwischenbilanz zum neuen Coronavirus in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein

Der Bericht beschreibt die allgemeine epidemiologische Lage sowie die Auswirkungen der Massnahmen in Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus.

Covid-19: Epidemiologische Zwischenbilanz, Stand 27. April 2020 (PDF, 1 MB, 07.05.2020)

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Suche nach Antikörpern und wissenschaftliches Beratungsgremium

Suche nach Antikörpern

Wie viele Personen in der Schweiz haben bereits eine Infektion mit dem neuen Coronavirus durchgemacht? Und ist man danach immun? Diese Fragen will die Swiss School of Public Health (SSPH+), ein Netzwerk aus zwölf Schweizer Hochschulen, beantworten. Sie lancierte dazu eine schweizweite Studie.

Diese basiert auf dem Konzept von Professor Milo Puhan, Leiter des Instituts für Epidemiologie an der Universität Zürich. Im Rahmen der Studie haben sich bis Oktober 2020 rund 25 000 Personen aus der Bevölkerung und spezifischen Berufsgruppen testen und untersuchen lassen.  

Die Studie unterstützen wir inhaltlich und finanziell.  

Link: https://www.corona-immunitas.ch/

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Wissenschaftliches Beratungsgremium

Die «Swiss National COVID-19 Science Task Force» (SN-STF) ist ein wissenschaftliches Beratungsgremium des Bundes. Vertreten sind Forscherinnen und Forscher aus der gesamten Hochschullandschaft. Mit ihrer Arbeit leistet die SN-STF einen Beitrag zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Sie stellt ihre Kompetenz in den Bereichen Wissenschaft und Forschung den zuständigen politischen Behörden zur Verfügung.

Prof. Martin Ackermann (ETH Zürich und Eawag) leitet die Taskforce in Zusammenarbeit mit einem Leitungsteam, zu welchem Prof. Manuel Battegay (Universität Basel), Prof. Monika Bütler (Universität St. Gallen) und Prof. Samia Hurst (Universität Genf) gehören.

Auftraggeber der SN-STF sind das Eidgenössische Department des Inneren (EDI) und das BAG.

Ausführliche Informationen auf der Webseite der Swiss National COVID-19 Science Task Force.


Beatenberg in der Presse 2020/2021

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Beatenberg | 11. Februar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 11.2.2021

«Dank meines Alters kann ich in der Zeit zurücksehen»

Vor wenigen Wochen veröffentlichte der Autor Peter Beutler sein neuestes Buch. Darin thematisiert er den international bekannten Berner Fall Riedel-Guala und erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte, wie sie aus seinen Augen stattgefunden haben könnte.von Gina Krückl«Langnauer Gift» heisst das neue Buch von Peter Beutler.«Langnauer Gift» heisst das neue Buch von Peter Beutler.Fotos: Gina Krückl

Fast 100 Jahre ist es her, dass der Fall Riedel-Guala international durch die Medien ging. 1926 verurteilte das Landgericht Burgdorf den Arzt Max Riedel und seine Geliebte Antonia Guala wegen des Giftmords an Riedels Ehefrau zu je 20 Jahren Haft. Fünf Jahre später wurden die beiden in einem Revisionsprozess freigesprochen. Noch heute gilt der Fall als Paradebeispiel dafür, wie leicht ein Suizid für einen Mord gehalten werden kann.

Auf eben jenem Fall beruht nun das neueste Buch «Langnauer Gift» des Beatenberger Autors Peter Beutler. Statt Max Riedels und Antonia Gualas erzählt der 78-Jährige aber die Geschichte von Wendolin Roder und Laura Borelli. Das musste der Autor so machen: «Wegen des Persönlichkeitsrechts darf ich in meinem Roman nicht die echten Namen verwenden, da sich Angehörige daran stören und rechtliche Schritte einleiten könnten.»Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Foto: Zora Herren

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Etwa Riedels Tochter. «Ich konnte sie zwar nicht ausfindig machen, aber sie wäre mittlerweile rund 100 Jahre alt.» Und in einem solchen Fall müsse man üblicherweise abwarten, bis die betreffende Person 110 Jahre wäre, da man dann davon ausgehen dürfe, dass sie unterdessen verstorben sei. «Wenn jemand die Verletzung seines Persönlichkeitsrechts befürchtet, wird ein Buch sehr schnell eingestampft.»

«Erst 35 Jahre»

In einigen seiner früheren Werke sei er aber noch stärker vom Persönlichkeitsrecht eingeschränkt worden, so Beutler. «Bei den Recherchen zu meinem Buch «Kehrsatz» durfte ich nicht mal die polizeilichen und gerichtlichen Unterlagen durchgehen.» Dies vermutlich ebenso aus Datenschutzgründen, da der Fall «erst 35 Jahre» her sei. «Also musste ich anders zu Hintergrundinformationen kommen und habe glücklicherweise einige ehemalige Geliebte des mutmasslichen Täters gefunden, die nur zu gern mit mir reden wollten.»Die Recherche für «Langnauer Gift» war aufgrund des alten Falls nicht einfach.Die Recherche für «Langnauer Gift» war aufgrund des alten Falls nicht einfach.

Bei «Langnauer Gift» hätte es sich aufgrund des Fall-Alters dagegen schwieriger gestaltet, Zeitzeugen zu finden. «Um an Informationen zu kommen, bin ich also ins Berner Staatsarchiv gegangen und habe mich dort durch mehrere Meter von Akten gekämpft», erzählt Beutler. Und da er die natürlich nicht mit nach Hause nehmen durfte, hätte er rund 1000 Seiten mit seinem Natel fotografieren müssen.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Foto: Zora Herren

Einige persönlichere Informationen hätte er von einem befreundeten Anwalt erhalten. «Dr. Jürg Roth ist der Enkel von Fritz Roth, dem damaligen Anwalt von Riedel im Revisionsprozess, und er gab mir recht viele Bilder und Unterlagen, unter anderem auch ein altes Buch mit Fallnotizen seines Grossvaters.» Von Jürg Roth stamme überhaupt die Idee zu dem Buch. «Er kam eines Tages einfach auf mich zu, erzählte mir von seinem Grossvater und meinte, ich solle doch über diesen Fall schreiben.»

«Nur Fantasie passt nicht zu mir»

Trotz des immensen Aufwands, den Beutler für seine Bücher betreiben muss, kann er sich nicht vorstellen, ein anderes Genre zu schreiben. «Es wäre sehr viel gemütlicher, einfach meine Fantasie walten zu lassen, aber das passt nicht zu mir.» Er versuche immer, die Realität in seine Bücher zu integrieren. Denn auch wenn er die Namen der Akteure habe verändern müssen, beruhe das meiste in seinen Büchern auf Fakten.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.

So wird Hauptfigur Dr. Roder im Buch quasi zur Ehe mit seiner Frau gezwungen, da sie bewiesenermassen ein Liebespaar sind. «Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Konkubinatsverbot abgeschafft wurde», so Beutler. So sei etwa ein Studienfreund verhaftet worden, weil er mit einer Frau zusammenwohnte. «Mitten in der Nacht stand die Polizei bei ihnen vor der Tür und war von einer Liebschaft der beiden überzeugt, weil beide Seiten seines Bettes warm gewesen sein sollen.» Und auch die von Beutler beschriebenen Foltermethoden seien in den 30er-Jahren gang und gäbe gewesen. «Das ist der Vorteil meines Alters, dass ich in eine Zeit zurücksehen kann, in die andere nicht sehen können.»

Gratwanderung Sachbuch und fiktiver Roman

Ein reines Sachbuch ist «Langnauer Gift» aber nicht. «Natürlich musste ich das Ganze etwas ausschmücken, aber mir geht es darum zu sagen, so könnte es gewesen sein.» Ein Buch zu schreiben, das eine Mischung aus Sachbuch und fiktivem Roman ist, sei eine Gratwanderung. «Aber ich muss literarisch den Boden unter den Füssen haben, damit ich nicht ganz abhebe.»Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Foto: Zora Herren

Darum sucht sich Beutler als Grundlage für seine Bücher immer eine Geschichte, zu der er einen persönlichen Bezug hat. Auch bei diesem: «Meine Vorfahren kommen aus der Region Langnau, und ich habe noch heute einige Verwandte dort.» So hätten seine Eltern den Fall miterlebt, auch wenn sie noch sehr jung gewesen seien. «Dennoch wird man von solchen Fällen geprägt.» Und für ihn sei das Schreiben ein Weg, seine Erlebnisse zu Papier zu bringen. «Es ist eine Gnade, dass ich das machen darf.»

Unterseen | 1. Februar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 31. Januar 2021

Kabelfernsehen Bödeli bringt Regionales noch grösser raus

Ab dem 1. Februar wird die Web-TV-Sendung «Panorama» an Werktagen auf dem Infokanal des regionalen Telekomunternehmens ausgestrahlt. Damit sollen Synergien genutzt werden, von denen vor allem die gemeinsamen Kundinnen und Kunden profitieren.von Patrick SchmedWalter A. Balmer freut sich über die Kombination seines Angebots mit den Videoinhalten der Jungfrau Zeitung, da beide Unternehmen den Fokus aufs Regionale legen.Walter A. Balmer freut sich über die Kombination seines Angebots mit den Videoinhalten der Jungfrau Zeitung, da beide Unternehmen den Fokus aufs Regionale legen.Fotos: Patrick Schmed

«Guten Abend, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, und herzlich willkommen zum Jungfrau Zeitung Panorama», diese Worte sind ab heute nicht nur auf den Plattformen der Gossweiler Media zu hören, neu erklingen sie auch aus den Lautsprechern der Fernsehbildschirme zu Hause, in den Restaurants, an den Bahnhöfen, im Tourist Info Interlaken und an zahlreichen weiteren Standorten auf dem Bödeli. An Werktagen strahlt das Kabelfernsehen Bödeli jeden Abend drei Mal die aktuelle Web-TV-Sendung «Panorama» aus. «Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, unsere Angebote mit dem Content der Jungfrau Zeitung zu verbinden», sagt Walter A. Balmer anlässlich der Lancierung am 1. Februar 2021. Der CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG ist überzeugt, dass vor allem die gemeinsamen Kunden von den Synergien profitieren, «denn hier geben beide Teile ihr Bestes.»

Regionales mit Relevanz

«Das, was in der Region passiert, hat meist einen direkten Einfluss auf das Leben der einheimischen Bevölkerung», findet Walter A. Balmer. «Aus diesem Grund verfolgt diese zwar die Nachrichten aus aller Welt, sind aber ganz besonders an den Neuheiten aus der Region interessiert.» Mit dem «Panorama» gibt es erstmals ein Videoformat, das sich voll und ganz auf das Berner Oberland fokussiert. Deshalb hätte das Kabelfernsehen Bödeli die Entwicklung der Web-TV-Sendung von Anfang an interessiert verfolgt und sei nun besonders stolz, die Videoberichte im Gebiet des Kabelfernsehens Bödeli via Infokanal direkt «in die guten Stuben» zu bringen. «Ich zweifle nicht daran, dass das neue Angebot einem Bedürfnis entspricht und auf gute Resonanz stossen wird», blickt Walter A. Balmer zuversichtlich in die Zukunft.

00:00/01:59Das Kabelfernsehen Bödelistrahlt an jedem Werktag drei Mal die aktuelle «Panorama»-Sendung aus – inklusive Prognose von Meteonews.

Aus dem Leben gegriffen

Nebst der Regionalität besticht das «Jungfrau Zeitung Panorama» auch durch den authentischen Blick auf das Berner Oberland, die Beiträge seien wie «aus dem Leben gegriffen und nah bei der Bevölkerung», lobt Walter A. Balmer die Journalistinnen und Journalisten der Jungfrau Zeitung. Kein Hochglanzformat, dennoch professionell gemacht und vor allem informativ und aktuell, so positioniert sich das Angebot aus seiner Sicht in der Medienlandschaft. «Ich habe beim Mitverfolgen der Berichte schon viel Neues über unsere Region gelernt», erwähnt der Betriebswirtschafter nebenbei. Ihn interessieren auch Beiträge aus dem Saanenland, aus dem Kandertal oder anderen Teilen des Berner Oberland. «Hier wohnen Geschäftspartner, Freunde, Bekannte oder Persönlichkeiten, die ich spannend finde», schätzt er die Vielfalt, die sich unter anderem in den unterschiedlichen Dialekten spiegelt. Sie machen bewusst, wie vielseitig dieser Kantonsteil ist, der trotz der Unterschiede eine Einheit darstellt.Das Kabelfernsehen Bödeli hat in vielen Bereichen die Nase vorn, weil es so nah bei der einheimischen Bevölkerung ist.Das Kabelfernsehen Bödeli hat in vielen Bereichen die Nase vorn, weil es so nah bei der einheimischen Bevölkerung ist.

Verbindende Einheit

«Das Berner Oberland wird vor allem durch den Tourismus und die hohe Bedeutung der KMU-Betriebe bestimmt», erkennt Walter A. Balmer eine von zahlreichen Gemeinsamkeiten, die das Berner Oberland verbinden. So begrüsst er es, dass die Jungfrau Zeitung seit einigen Jahren das Gebiet erweitert hat. Es würde sich nach wie vor in vielerlei Hinsicht vom übrigen, mittelländisch geprägten Kantonsteil unterscheiden. «Wer sich auf ein bestimmtes Gebiet fokussiert, übernimmt natürlich eine gewisse Verbindlichkeit und Verpflichtung, hat aber auch verschiedene Vorteile», kann der CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG aus eigener Erfahrung in einem regional tätigen Familienunternehmen berichten.Die zwei Angebote ergänzen sich perfekt.Die zwei Angebote ergänzen sich perfekt.

Unlimitierter Service

«Die Kunden kennen unsere Mitarbeitenden persönlich, häufig wissen sie, wo diese wohnen, und kennen sich auch privat», hört der Unterseener aus seinem Team. Die meisten Angestellten haben einen kurzen Arbeitsweg zum Hauptsitz der Kabelfernsehen Bödeli AG. So sind die Kundenberaterinnen und -berater und die Servicetechniker des lokalen Telekom-Anbieters buchstäblich näher bei den Kunden. Darum setzen sie sich noch mehr dafür ein, den hohen Ansprüchen der hiesigen Kundschaft besser Rechnung zu tragen. «Da die Menschen im Homeoffice arbeiten oder häufiger zu Hause sind, ist die Telekommunikation in vielen Fällen noch wichtiger geworden», beobachtet der Unternehmer. Schnellere Bandbreiten, mehr Entertainment, bessere Kommunikationsplattformen – bei all diesen und weiteren berichtigten Anforderungen helfen die freundlichen Geister der Kabelfernsehen Bödeli AG gerne weiter und das ohne Kosten. Für Kunden mit kleineren Abos gibt es während dieser Zeit sogar kostenlose Upgrades.Das Team der Kabelfernsehen Bödeli AG mit CEO Walter A. Balmer hat in den letzten Tagen die Vorbereitungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen.Das Team der Kabelfernsehen Bödeli AG mit CEO Walter A. Balmer hat in den letzten Tagen die Vorbereitungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen.

Kein Standortnachteil, ganz im Gegenteil

«Durch die regionale Nähe können wir besser zu unseren Kunden schauen und haben somit die Nase vorn», erklärt Walter A. Balmer den Grund für die hohen Marktanteile auf dem Bödeli und den umliegenden Gemeinden im Einzugsgebiet. Anstatt in Dividenden fliessen die erwirtschafteten Gewinne als Investition zurück in die Infrastruktur und in Innovationen. Die Entscheidungswege sind kurz, und so kann die Kabelfernsehen Bödeli neue Technologien rascher und flächendeckender umsetzen als grössere Mitbewerber. Den FTTS-Standard beim Glasfasernetz brachte das Kabelfernsehen Bödeli bereits vor zehn Jahren in sämtliche Haushalte im Einzugsgebiet, und seit August 2019 wird das blitzschnelle Netz mit einem neuen Bandbreitenstandard aufgerüstet. So sind die Kundinnen und Kunden mit Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde unterwegs.Wenn der Präsident einer Gemeinde etwas beschliesst, kann dies direkte Auswirkungen auf das Leben im Ort haben.Wenn der Präsident einer Gemeinde etwas beschliesst, kann dies direkte Auswirkungen auf das Leben im Ort haben.

Rekordverdächtig

Die Einführung einer so schnellen Bandbreite für alle lässt sich fast mit der Lancierung des TGV vergleichen, der mit 515 Kilometern pro Stunde den Geschwindigkeitsrekord bei der Personenbeförderung hält. Im übertragenen Sinn könnte man sagen, dass im Gebiet der Kabelfernsehen Bödeli sogar die «Bummler» mit Rekordgeschwindigkeit unterwegs sind. Standortnachteile gibt es hier nicht, ganz im Gegenteil. In der aktuellen Situation zahlen sich die gemachten Investitionen aus, denn trotz Krise gibt es im Netz von Kabelfernsehen Bödeli keine Engpässe. Auf dem Verkehrsnetz hingegen wird das Tempo häufig wegen Schnee, Föhnsturm, Baustellen oder grossem Verkehrsaufkommen gebremst. Da kann man nichts dagegen machen, oder? «Das neue Angebot wird in der Region für eine bessere Information sorgen», meint Walter A. Balmer mit einem Augenzwinkern. «So können sich die Verkehrsteilnehmer besser auf die Wetter- oder Verkehrseinflüsse vorbereiten.» Und das mit lokalen Schwerpunkten, denn genau so unterschiedlich wie die regionalen News und die Topografie sind auch die Wettereinflüsse. Nur gut, dass die Wetterprognosen, die Meteonews für das «Jungfrau Zeitung Panorama» erstellt, auch diese regionalen Unterschiede regionaldetailliert berücksichtigt.Die Informationen im «Jungfrau Zeitung Panorama» sind so regionaldetailliert wie die Wetterprognose, die sich im Berner Oberland je nach Tal unterscheidet.Die Informationen im «Jungfrau Zeitung Panorama» sind so regionaldetailliert wie die Wetterprognose, die sich im Berner Oberland je nach Tal unterscheidet.

«Jungfrau Zeitung Panorama» auf dem Infokanal von Kabelfernsehen Bödeli

Das «Jungfrau Zeitung Panorama» wird an Werktagen abends je drei Mal auf dem Infokanal von Kabelfernsehen Bödeli ausgestrahlt, und zwar um 18.55, 19.55 und 20.55 Uhr.

Für weitere Informationen und Fragen: www.kabelfernsehen.ch

Beatenberg | 17. Januar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 17.01.2021

Hallenbad bleibt offen

Die Stimmberechtigten nahmen den Gegenantrag des Gemeinderates knapp an. Das Schwimmbad wird erst geschlossen, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Die Schliessung kommt frühestens 2023, oder aber spätestens 2025.von Yannick MühlemannDas Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Das Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Foto: Nora Devenish

Die Schliessung des Hallenbades in Beatenberg sei ein «emotionales Thema», sagte Gemeindepräsident Roland Noirjean gegenüber dieser Zeitung. Über die Frage, ob der Betrieb per Ende 2022 eingestellt wird, oder erst zwischen 2023 und 2025, entschieden die Bürger am Sonntag, 17. Januar an der Urne.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.Visualisierung: Roland Noirjean

Grosses Defizit, teure Sanierung

Der Betrieb und Erhalt eines Hallenbades sei für kleinere Gemeinden wie Beatenberg mit enormen Kosten verbunden. Während der Betrieb mit 40’000 Franken jährlich noch verkraftbar sei, ist es die notwendige Sanierung, die ein Loch in die Gemeindekasse reissen würde. Über die vergangenen drei Jahre habe das Schwimmbad ein Defizit von rund 640’000 Franken erwirtschaftet. Die Hälfte davon trägt die Gemeinde, die in Zukunft mit einer Zunahme rechnet. Gemeindepräsident Roland Noirjean rechnet mit Kosten von über einer halben Million Franken, die innerhalb der nächsten fünf Jahre auf die Gemeinde zukommen.

Ich war erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollenRoland NoirjeanGemeindepräsidentBeatenberg

Das Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi, das neben dem Hallenbad auch den Kongress-Saal und die Turnhalle beheimatet, muss einer Totalsanierung unterzogen werden, deren Kosten sich auf rund 7,5 Millionen Franken belaufen. Die Sanierung läuft Hand in Hand mit der Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard, was die ganze Sache komplizierter macht. Dadurch könnten aber in Zukunft Synergien geschaffen werden, die sich für die Gemeinde lohnen (siehe Interview mit Gemeindepräsident Roland Noirjean am Ende dieses Artikels). Aber für eine Sanierung des Hallenbades kämen noch einmal 4,7 Millionen zu den bestehenden Kosten hinzu, was aus Sicht des Finanzverwalters neben den laufenden und künftigen Projekten nicht möglich sei.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Foto: Nora Devenish

Grundsatzentscheid gefragt

An der Abstimmung vom Sonntag, 17. Januar fällten die Stimmberechtigten nun einen Grundsatzentscheid über die Schliessung des Hallenbades. Der Erheblichkeitsantrag zur Schliessung des Hallenbades wurde mit nur neun Stimmen Unterschied knapp abgelehnt. 143 Stimmbürger waren dagegen und 134 sprachen sich dafür aus. Das umgekehrte Bild bot sich beim Gegenantrag des Gemeinderates. Dieser sieht eine Schliessung erst vor, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Das heisst, eine Schliessung würde frühesten im Jahr 2023 und spätestens Ende 2025 erfolgen. Der Gegenantrag erhielt 143 Ja-Stimmen und 133 Nein-Stimmen. Ein knappes «Ja» für den Gegenantrag. So bleibt den Beatenbergern das Hallenbad noch bis mindestens 2023 erhalten.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Foto: Yves Brechbühler

Nachgefragt bei Roland Noirjean, Gemeindepräsident Beatenberg
Haben Sie mit einem so knappen Resultat gerechnet?

Roland Noirjean: Es ist keine Riesen-Überraschung. Ich war aber schon erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollen.

Wie geht es nun weiter mit dem Hallenbad in Beatenberg?

Das ist eine komplizierte Geschichte wegen der beiden Hotels, die die Gemeinde gekauft hat. Es wird eine Arbeitsgruppe geben, die das ganze Areal anschaut. Es wird einen Studienwettbewerb geben und das ganze Areal soll geplant werden. Dann können verschiedene Projektentwickler und Investoren ihre Ideen vorstellen. Die Idealvorstellung wäre ein Hotelprojekt im Gesundheitsbereich mit einem öffentlich zugänglichen Hallenbad. Bei der Sanierung des Mehrzweckgebäudes haben wir zwei Möglichkeiten. Eine wäre, dass das Hallenbad ganz zurückgebaut und umgenutzt wird, die andere wäre, ein komplett neues Mehrzweckgebäude zu bauen.

Was ist mit dem Neubauprojekt gemeint?

Der Gemeinderat ist eher der Meinung, dass alles abgebrochen wird und danach etwas Neues entsteht. Aber das ist noch nicht beschlossene Sache.

Soll mit der Sanierung des Mehrzweckgebäudes Wydi nicht auch das Hallenbad saniert werden, oder wären die Kosten zu hoch?

Die Sanierung würde 7,5 Millionen Franken kosten und davon fielen 4,7 Millionen für das Hallenbad an. Das ist nicht möglich für die Gemeinde. Aber bis 2025 müssten wir es spätestens sanieren, deshalb haben wir dieses Zeitfenster aufgestellt. (yam)

Beatenberg | 15. Januar 2021

Schwimmbad-Schliessung ist «emotionales Thema»

Am Sonntag stimmen die Beatenbergerinnen und Beatenberger ab – unter anderem auch, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll.von Gina KrücklBald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Bald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Fotos: Nora Devenish

Was wird aus dem Hallenbad Beatenberg? Wird der Betrieb per Ende 2022 eingestellt oder aber erst zwischen 2023 und 2025? Zwischen diesen beiden Varianten kann das Stimmvolk bei der Urnenabstimmung kommenden Sonntag entscheiden. Es sei eine Tatsache, dass sich der Betrieb einer Schwimmhalle gerade für eine kleinere Gemeinde nicht lohnt, so Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean. «Es gab da vor einigen Jahrzehnten einen Boom, mittlerweile ist aber klar, dass sich dieser Luxus nur grössere Gemeinden leisten können.» In kleineren Gemeinden würden Hallenbäder ein riesiges Loch in die Gemeindekasse fressen.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.



So auch in Beatenberg: Der Betrieb sei aktuell ohne grossen Kostenaufwand (rund 40’000 Franken) möglich, heisst es im Abstimmungstext. «Durch die zwingend notwendige Sanierung würde sich das aber in den kommenden Jahren vervielfältigen», so Noirjean. So betrug das erwirtschaftete Defizit in den vergangenen drei Jahren rund 640’000 Franken – Tendenz steigend. Zur Hälfte muss das die Gemeinde tragen. «Innerhalb von fünf Jahren wären wir damit bei über einer halben Million Franken.»

7,5 Millionen für Totalsanierung

Die Totalsanierung des MZG Wydi mit den geplanten Massnahmen bis 2035 würden die Gemeinde laut Abstimmungstext rund 7,5 Millionen Franken kosten. Aus Sicht des Finanzverwalters sei es nebst den anderen laufenden und künftigen Projekten nicht möglich, zusätzlich das Hallenbad für mindestens 4,7 Millionen Franken zu sanieren.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Foto: Yves Brechbühler

«Es ist ein emotionales Thema», so Noirjean. «Wenn man als Kind dort schwimmen gelernt hat oder etwa als Lehrerin dort tätig war, hat man eine persönliche Bindung zu diesem Ort.» Er selbst habe zwar keine, verstehe aber die daraus resultierende Problematik. Darum sei eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung schwierig. Möglich ist auch die Ablehnung beider Vorlagen: Was dann passiere, sei ungewiss. «Dann muss der Gemeinderat eine andere Lösung suchen», so Noirjean. Denkbar sei entweder die sofortige Schliessung oder aber die Umnutzung der Liegenschaft. «Zwar gibt es ein paar Ideen, konkrete Pläne haben wir diesbezüglich aber nicht.»

aus dem Berner Oberländer vom 29.8.2020

Beatenberger kaufen Hotelruinen

Die Stimmbürger sagten an der Gemeindeversammlung Ja zur Übernahme der drei Liegenschaften im Dorfzentrum. Kritik gabs am Vorgehen des Gemeinderats.Das Hotel Jungfraublick (l.) und das angrenzende Chalet Central in Beatenberg werden von der Gemeinde Beatenberg gekauft.© Foto: Hans Urfer Das Hotel Jungfraublick (l.) und das angrenzende Chalet Central in Beatenberg werden von der Gemeinde Beatenberg gekauft.

1,1 Millionen Franken für den Kauf, 200’000 Franken für juristische und planerische Beratung, 500’000 Franken für Abbruchkosten: Diese Beiträge beantragte der Gemeinderat den 110 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend rund um die Übernahme der Liegenschaften Hotel Jungfraublick, Hotel Beauregard und Chalet Central.

Mit 73 Ja- gegenüber 27 Nein-Stimmen folgte die Mehrheit im Kongress-Saal ihrer politischen Führung. Damit ist klar, dass die Gemeinde von der Raiffeisenbank Jungfrau die drei Hotelruinen im Dorfzentrum erwirbt.Auch das baufälllige Hotel Beauregard wird zum Eigentum der Gemeinde.© Foto: Hans Urfer Auch das baufälllige Hotel Beauregard wird zum Eigentum der Gemeinde.

Mehrere offene Fragen

Die Anzahl Nein-Stimmen zeigt, dass die Vorlage nicht unumstritten war. Die Kritik zielte weniger auf den Kauf an sich ab als vielmehr auf das Vorgehen des Gemeinderates. «Was ist, wenn kein Investor für den Weiterverkauf der drei Liegenschaften gefunden wird?», fragte ein Stimmbürger. Andere Votanten monierten, dass vorgängig zu dieser Vorlage nie ein Infoabend stattgefunden habe. Ferner sei nicht klar, was mit dem 50 Jahre alten Mehrzweckgebäude Wydi geschehen soll. Weiter soll zudem offen sein, ob der Kauf der leer stehenden Gebäude überhaupt finanziert werden kann. Zudem müsse mit der Raiffeisenbank nochmals über den Kaufpreis verhandelt werden, da dieser zu hoch sei.

«Zum jetzigen Zeitpunkt tragbar»

Finanzverwalter Urs Schweizer räumte ein, dass die Finanzplanung erst in wenigen Monaten vorliege, jedoch jetzt gesagt werden könne, dass der Kauf tragbar sei. «Zu diesem Schluss komme ich nicht zuletzt deshalb, da wir auch die veranschlagten Investitionen von 2,6 Millionen Franken mit den rund 1,3 Millionen bei weitem unterschreiten», sagte Schweizer. Somit sei zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mit einer wesentlich höheren Verschuldung zu rechnen.Die Stimmbürger von Beatenberg entscheiden an der Gemeindeversammlung vom 28. August 2020 über den Antrag des Gemeinderats, drei Hotelruinen von der Raiffeisenbank Jungfrau zu kaufen. Der Stimmenzähler (l.) waltet seines Amtes.© Foto: Hans Urfer Die Stimmbürger von Beatenberg entscheiden an der Gemeindeversammlung vom 28. August 2020 über den Antrag des Gemeinderats, drei Hotelruinen von der Raiffeisenbank Jungfrau zu kaufen. Der Stimmenzähler (l.) waltet seines Amtes.

«Es muss etwas passieren»

«Daran haben wir nicht gedacht», gab Gemeindepräsident Roland Noirjean denen recht, die einen Infoabend vermissten. Im gleichen Atemzug gab er jedoch zu bedenken, dass anlässlich des Workshops im Dezember und einer folgenden Onlineumfrage von der Bevölkerung klar das Signal gekommen sei, dass mit den Ruinen im Zentrum «etwas passieren» müsse.

«Wir haben es in der Hand, selber zu bestimmen.»

Ferner sei vorgesehen, den Kauf gegebenenfalls über ein Darlehen und nicht über die Aufnahme einer Hypothek abzuwickeln. Als «besonders wichtiges Argument» führte Noirjean ins Feld, dass die Gemeinde bei einem Kauf «es in der Hand hat, selber zu bestimmen, was auf dem Areal Jungfraublick und Beauregard gebaut wird».

Positive Voten

Lob erhielt der Gemeinderat gleich mehrfach für seine Absicht, das Dorfzentrum durch das Verschwindenlassen der seit Jahren leer stehenden Gebäude attraktiver gestalten zu wollen. «Jetzt muss etwas gehen, und somit ist der Kauf der Objekte der richtige Entscheid», sagte beispielsweise ein Versammlungsteilnehmer.

Dennoch musste über einen Rückweisungsantrag abgestimmt werden, der forderte, vor dem Kauf einen Vorvertrag mit einem Investor abzuschliessen, abzuklären, ob die Höhe des Kaufpreises gerechtfertigt ist, und zu klären, ob Kosten die Abbruchobjekte betreffend allenfalls von der Denkmalpflege des Kantons übernommen werden oder nicht. Die Stimmbürger lehnten den Antrag mit 68 Nein- zu 33 Ja-Stimmen ab.

Die nächsten Schritte

Somit ist der Weg frei für den Abschluss des Kaufvertrages durch den Gemeinderat. Weiter informierte der Gemeindepräsident, dass ein Gesamtkonzept über die gemeindeeigenen Flächen und Liegenschaften im Dorfzentrum erstellt wird und eine Arbeitsgruppe eingesetzt wird, um Details mit den Planern zu klären. In einem weiteren Schritt könnte ein Projektwettbewerb durchgeführt werden, und ein Investor sei zu suchen.

aus dem Berner Oberländer

1. Niederhorn-BerglaufTrotz Nebel strahlende Gesichter

An der erfolgreichen Premiere nahmen 84 Läuferinnen und Läufer teil.

Publiziert: 31.08.2020, 14:070 Kommentare

Nach 11,8 Kilometern und 1500 Höhenmetern freute man sich über die Ankunft im Ziel.
Nach 11,8 Kilometern und 1500 Höhenmetern freute man sich über die Ankunft im Ziel.Foto: PD

Statt wie bisher an mehreren Etappen ausgetragen, fand der diesjährige Uphill Champion Thun am Samstag erstmals als Niederhorn-Berglauf statt. Die Strecke führte von der Beatenbucht via Beatenberg und Vorsass auf die Spitze des Niederhorns.

Die Läuferinnen und Läufer liessen sich von den kühlen garstigen Bedingungen und vom dichten Nebel auf dem Weg zum Gipfel nicht den Spass verderben und starteten top motiviert auf die steile und anspruchsvolle Strecke. Das Wetter sahen sie als Chance auf eine gute Zeit und nicht als Spielverderber. So erreichten alle 84 gestarteten Läuferinnen und Läufer nach 11,8 Kilometern und 1500 Höhenmetern schnell und erfolgreich das Ziel auf dem Niederhorn.WEITER NACH DER WERBUNG

Der Sieg des ersten Niederhorn-Berglaufs konnten bei den Frauen Christine Hauert mit 1:33:36 und bei den Männern Roman Kessler mit einer Zeit von 1:18:10 feiern. Blieb einzig die Frage, ob bei anderen Bedingungen die Zeiten auch so gut gewesen wären…

Logiernächtestatistik | 24. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Leichte Erholung im ersten Sommermonat

Zum ersten Mal seit dem Lockdown verbuchen die Hotelleriebetriebe im Juni einen leichten Anstieg der Übernachtungen. Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen bleiben die Logiernächte im negativen Bereich.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Foto: Keystone/Antonio Calanni

Dank des Sommerauftaktes haben die Logiernächte im Juni allmählich wieder angezogen. Die Verluste bleiben im Vergleich zum Vorjahr aber einschneidend: Die Oberländer Destinationen verbuchten im Schnitt 62 Prozent weniger Übernachtungen als zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Wie zu erwarten stammt der Grossteil der Gäste aus dem Inland: Rund 80 Prozent der Übernachtenden in Interlaken waren Schweizer. An zweiter Stelle stehen die Gäste aus Deutschland mit 1384 Logiernächten. Das gleiche Bild in Grindelwald: 18’657 der insgesamt 21’595 Übernachtungen sind den inländischen Gästen zu verdanken. Auffallend sind die Simmentaler Destinationen: Saanen, Zweisimmen und die Lenk verbuchen mit verhältnismässig bescheidenen Einbussen zwischen 20 bis 25 Prozent weniger Ausfälle als das restliche Oberland. Einzig Sigriswil vermag mit ihnen mitzuziehen. Grund dafür könnte sein, dass diese Orte sich – schon vor Corona – grossmehrheitlich auf wiederkehrende Schweizer Gäste konzentriert haben.

Tiefpunkt erreicht

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus in Europa kämpfen Hotelbetriebe in der Schweiz mit massiven Umsatzeinbrüchen. Nachdem der Schweizer Tourismus mit Rekordzahlen in das neue Jahr startete, kam im März wegen der behördlichen Schliessungen der Absturz – und im April dann praktisch der Totalausfall. Dies widerspiegeln die Logiernächtezahlen: In den ersten beiden Monaten dieses Jahres waren, abgesehen der bereits eingebrochenen asiatischen Gästeströme, die Übernachtungszahlen noch stabil. Sie brachen nach den Schliessungen durch den Bundesrat Mitte März ab. Im Juni stiegen die Logiernächte im Vergleich zu den Vormonaten wieder an. Aufgrund der allmählichen Grenzöffnungen fanden auch europäische Gäste – wenn auch zögerlich – wieder den Weg in das Berner Oberland.

Logiernächte (LN) Juni 2020
OrtAnkünfte Juni 2019LN Juni 2019Ankünfte Juni 2020LN Juni 2020Veränderung LN in %
Adelboden880818’21838219574-47%
Aeschi236339235741134-71%
Diemtigen4621030207514-50%
Frutigen505882303419-52%
Kandersteg573511’86242157344-38%
Reichenbach151835019362409-31%
Spiez836514’39444258113-43%
Beatenberg835915’69422674559-70%
Bönigen194041286551480-64%
Brienz681311’57845617757-33%
Grindelwald38’64575’85710’82421’595-71%
Hasliberg4342900712712770-69%
Innertkirchen1652261513231965-25%
Interlaken43’01987’311872818’520-79%
Iseltwald1895355610431984-44%
Lauterbrunnen27’10563’929600711’681-81%
Leissigen189732116321191-62%
Matten426587088111709-80%
Meiringen5916879818773302-62%
Ringgenberg242049717561440-71%
Unterseen776217’45219784106-76%
Wilderswil688114’00712292950-79%
Lenk4991917539107758-15%
Saanen13’19928’176900721’315-24%
Zweisimmen7841004549768-23%
Sigriswil547714’434356011’667-20%
Thun852013’32555507875-53%
Total231’897465’64387’138176’825-62%
*) Wenn die Zahlen von weniger als drei Betrieben stammen, werden sie aus Datenschutzgründen nicht genannt.

Beatenberg | 18. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Beiträge an Schülertransporte erhöht

Die Kosten für die Postauto-Abos sind mit dem Tarif «Libero» erneut gestiegen. Die Gemeinde hat dementsprechend die Beiträge von 350 Franken auf 400 Franken auf das neue Schuljahr 2020/21 angepasst. Wie die Gemeinde ausserdem mitteilt, wird die DracheBärgZytig auf 2021 farbig.Die Schüler aus Beatenberg werden mit dem Postauto transportiert.Die Schüler aus Beatenberg werden mit dem Postauto transportiert.Foto: Marco Wölfli

Mit der Einführung des Tarifs «Libero» sind die Kosten für die Postauto-Abos erneut gestiegen. Deshalb wurden die finanziellen Auswirkungen der Schülertransporte geprüft und die Anpassungen der Richtlinien für Schülertransporte abgeklärt. Seit mindestens zehn Jahren beträgt der Beitrag der Gemeinde an die Eltern 350 Franken. Die letzte Anpassung des Beitrags liegt schon länger zurück.

Grundlage für die Berechnung des Beitrags sind die 39 Schulwochen (ein Dreiviertel Jahr), die Gemeinde übernimmt also rund drei Viertel der Kosten für das Abo. Die «Richtlinien für Schülertransporte in der Gemeinde Beatenberg» werden nun ab Schuljahr 2020/21 angepasst, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Im Sinne eines familienfreundlichen Ortes wird der Beitrag der Gemeinde daher von 350 Franken auf 400 Franken und der reduzierte Satz von 100 Franken auf 120 Franken erhöht.

Drachebärg Zytig wird bunt

Wie die Gemeinde weiter mitteilt, wurde im Herbst 2017 die Drachebärg Zytig neu organisiert und ein Leistungsvertrag zwischen der artworking gmbh sowie der Gemeinde, Beatenberg Tourismus und der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde mit einer Laufzeit von drei Jahren ab 1. Januar 2018 abgeschlossen. Bis jetzt sind nur die erste und die letzte Seite farbig. Alle anderen Seiten sind schwarz-weiss. Ab spätestens 1. Januar 2021 soll nun die ganze Zeitung in Farbe erscheinen. Der Gemeinderat unterstützt das Vorhaben und hat einen jährlich wiederkehrenden Beitrag von 10’896 Franken (Erhöhung um 1600 Franken) beschlossen. Zudem soll ein neuer Leistungsvertrag um weitere drei Jahre abgeschlossen werden.

Niederhorn/Hohgant | 17. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Grösstes Waldreservat des Kantons geplant

Zwischen Niederhorn und Hohgant soll das grösste Waldreservat des Kantons Bern entstehen. Die Berner Regierung hat dafür einen Kredit von 3,7 Millionen Franken bewilligt. Stimmen nebst dem Parlament auch die Waldeigentümer zu, wird das Projekt im Jahr 2021 realisiert.Zwischen dem Hohgant-Massiv (im Bild) und dem Niederhorn soll das grösste Waldreservat des Kantons Bern entstehen.Zwischen dem Hohgant-Massiv (im Bild) und dem Niederhorn soll das grösste Waldreservat des Kantons Bern entstehen.Foto: Keystone, Martin Rüetschi

Mit dem Reservat als Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten mache der Kantone einen wichtigen Schritt, um seine Biodiversitätsziele zu erreichen, teilte der Regierungsrat am Montag mit. Die 4500 Hektaren grosse Fläche liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Beatenberg, Habkern und Eriz.

Davon sind zwei Drittel Wald und ein Drittel offenes Land mit Moorflächen und Felspartien. Die Fläche gehört 20 Waldeigentümerinnen und -eigentümern. Sie hätten in Vorgesprächen ihre Absicht bekräftigt, mit dem Kanton einen entsprechenden Vertrag auszuhandeln, heisst es in der Mitteilung weiter.

Derzeit fänden die Eigentümerversammlungen statt. Die Verträge sollen per 1. Januar 2021 unterzeichnet werden. Gegen die Einrichtung des Waldreservates seien in der öffentlichen Auflage keine Einsprachen eingegangen.

50 Jahre Verzicht auf Bewirtschaftung

Die Waldfläche gliedert sich in ein Totalreservat mit 968 Hektaren und in ein Teilreservat mit 1876 Hektaren. Im Totalreservat verzichten die Waldeigentümer während 50 Jahren komplett auf die Bewirtschaftung und lassen so eine natürliche Entwicklung des Waldes zu.

Im Teilreservat sind Eingriffe geplant, um Lebensräume für seltene und gefährdete Arten und die Moorgebiete zu erhalten und aufzuwerten. Die Eigentümer erhalten dafür Flächen- und Bewirtschaftungsbeiträge.

Gemäss der Waldpolitik des Bundes sollen die Waldreservate bis 2030 zehn Prozent der Waldfläche ausmachen. Mit dem Reservat am Grünenbergpass erhöht der Kanton Bern seinen Anteil nach eigenen Angaben von 2,9 auf 4,5 Prozent. Der Bund zahlt im Rahmen der Programmvereinbarung Waldbiodiversität 2020 bis 2024 massgeblich mit.

Beatenberg | 16. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Der Spaziergang am Abgrund

Wer Nervenkitzel und Panorama-Aussicht sucht, dafür jedoch nicht die Bergschuhe schnüren mag, der wird am Niederhorn fündig. Auf dem neu errichteten Gratweg können Besucher den Felskanten entlanglaufen – die «Felsenbrücke» führt sogar darüber hinaus.von Pascal MüllerSeit vergangenem August wurde gebaut, nun wird der neue Gratweg am Niederhorn eröffnet. Er führt rund um das Berghaus zu mehreren Aussichtsplattformen.Seit vergangenem August wurde gebaut, nun wird der neue Gratweg am Niederhorn eröffnet. Er führt rund um das Berghaus zu mehreren Aussichtsplattformen.Fotos: Pascal Müller

Einen Blick in den Abgrund werfen: Seit Freitagabend ist das am Niederhorn offiziell möglich. Wo vorher ein Zaun allzu Waghalsige davon abhielt, sich zu vergewissern, wie weit es in die Tiefe geht, dort können sie nun entlangspazieren. Teilweise gar mit Kinderwagen. Der neu eröffnete Gratweg ist Kernstück des Projektes «Neuinszenierung Niederhorn». Dieses wartet mit verschiedenen Attraktionen für Kinder und Familien auf, die dieses Wochenende eingeweiht werden.

00:00/01:44Blick in die Weite – und die TiefeDer Gratweg am Niederhorn bietet Rundum-Sicht und Nervenkitzel.

Eine «Gratwanderung»

Der Weg entlang der steil abfallenden Felsen beginnt oberhalb des Berghauses Niederhorn und führt dem Grat entlang zur Bergstation. Für Schwindelfreie bietet sich zudem der Gang über die «Felsenbrücke» an: Eine V-förmige Holzkonstruktion, die zwei Felskanten miteinander verbindet. Eine Gratwanderung ist es indes nur bedingt: Leichtes Schuhwerk genügt, um den ebenen Weg auf natürlichem Untergrund zu beschreiten. Vielmehr ist es ein «Grat-Spaziergang». Er richtet sich denn auch nicht an ambitionierte Berggänger, sondern vielmehr an Familien und Ausflügler mit Kindern.Die «Felsenbrücke», Herzstück des neuen Gratweges, unweit des Berghauses.Die «Felsenbrücke», Herzstück des neuen Gratweges, unweit des Berghauses.Foto: Niederhornbahn AG

Alpen-OL und Panorama

Für die jüngsten wurde auf dem Gipfel ein neuer Alpen-OL kreiert. Der «Rocky’s Pfad» verläuft entlang des Niederhorn Gratweges und soll die Kinder auf die weiteren Orientierungsläufe im Gebiet vorbereiten. Die Erwachsenen dürften währenddessen eher Augen für das eindrückliche Panorama haben. Teil des Gratweges sind zwei neue Aussichtsplattformen, die dazu animieren, den Blick in sämtliche Himmelsrichtungen schweifen zu lassen. Eiger, Mönch, Jungfrau zum einen, der Thunersee zum andern und «last but not least»: freie Sicht ins Justistal.Kein seltener Gast: Insbesondere frühmorgens streifen die Steinböcke durch ihr natürliches Habitat am Niederhorn.Kein seltener Gast: Insbesondere frühmorgens streifen die Steinböcke durch ihr natürliches Habitat am Niederhorn.Foto: Niederhornbahn AGAuf die Bedürfnisse der Tiere wurde beim Bau des Gratweges geachtet. Für die Steinböcke wurden Steinmauer-Passagen eingebaut, die sie überklettern können.Auf die Bedürfnisse der Tiere wurde beim Bau des Gratweges geachtet. Für die Steinböcke wurden Steinmauer-Passagen eingebaut, die sie überklettern können.Foto: Niederhornbahn AG

Corona getrotzt

Der Spatenstich erfolgte am 5. August vor einem Jahr, gekostet hat das Projekt rund eine halbe Million Franken. Der Lockdown Mitte März fiel mitten in die bauliche Endphase. Die Diskussionen, das Projekt auf Eis zu legen, seien kurz gewesen, sagt der Geschäftsführer der Niederhornbahn AG, Marc Höliner. Es gehe darum, die Hausaufgaben auch während der Krise zu machen, so Höliner. Coronabedingt erleide die Destination ob dem Beatenberg zwar eine Delle, letztlich setze man aber bereits länger auf den Schweizer Gast. Dadurch seien die Auswirkungen in diesem Geschäftsjahr nicht dramatisch.Das Alpenpanorama zieht insbesondere Schweizer Gäste an.Das Alpenpanorama zieht insbesondere Schweizer Gäste an.

Marc Höliner freut sich umso mehr, das neue Bijou «endlich» einweihen zu können. «Wir wollen damit unseren Gästen die Höhe und unsere Natur näherbringen und einen Einblick in die Felswelt ermöglichen», sagt der Geschäftsführer der Niederhornbahn AG.«Die Hausaufgaben auch während der Krise machen»: Geschäftsführer Marc Höliner sagt, die Weiterführung des Projekts sei zentral gewesen für die Niederhornbahn.«Die Hausaufgaben auch während der Krise machen»: Geschäftsführer Marc Höliner sagt, die Weiterführung des Projekts sei zentral gewesen für die Niederhornbahn.

Musik und Sonnenschein

Mit der Einweihung der verschiedenen neuen Attraktionen am Niederhorn erfolgt für die Destination der Startschuss in eine wichtige Jahreszeit. Der Herbst – und das Wetter – bestimmen, wie sich die Situation für die Niederhornbahn AG Ende Jahr präsentiert.Schroffe, tief abfallende Felswände und weit unten der Thunersee. Die Aussicht vom Niederhorn.Schroffe, tief abfallende Felswände und weit unten der Thunersee. Die Aussicht vom Niederhorn.

Für das Eröffnungswochenende zumindest scheint Petrus milde gestimmt: Sonnenschein und wolkenloser Himmel bieten ideale Bedingungen, um den neuen Gratweg in Angriff zu nehmen. Musikerin und Niederhorn-Mitarbeiterin Sina Lark sorgte am Samstag für musikalische Untermalung, heute Sonntag sorgen die Ländler Chutze für Stimmung. Weiter stehen ein Zwirbelrad bereit und eine Fotobox für Schnappschüsse.

Alpsommer | 9. August 2020 aus der >Jungfrauzeitung

Hier wird leidenschaftlich angepackt

Die Beatenberger Familie Gafner bewirtschaftet einmal mehr die Leissiger Alp Brunni unterhalb vom Morgenberghorn. Den Grossteil der Arbeit bewältigt Mama Marlies heuer alleine, ihre drei Söhnchen Flurin, Linus (2) und der neun Monate alte Domenic im Schlepptau.von Nora DevenishDie Beatenbergerin Marlies Gafner verbringt heuer den Alpsommer alleine mit ihren drei Söhnen Flurin, Linus (2) und Baby Domenic auf der Alp Brunni.Die Beatenbergerin Marlies Gafner verbringt heuer den Alpsommer alleine mit ihren drei Söhnen Flurin, Linus (2) und Baby Domenic auf der Alp Brunni.Fotos: Nora Devenish

Marlies Gafner und die Sonne strahlen um die Wette. Auf der Alp Brunni herrscht an diesem herrlichen Sommertag reger Betrieb. Immer wieder nehmen sich Wanderer vor der Alphütte eine Auszeit, bevor sie weiter Richtung Morgenberghorn, Suldtal oder Krattigen wandern. Für Marlies Gafner sind die Besucher eine willkommene Abwechslung. Nicht dass es der Dreissigjährigen diesen Alpsommer langweilig wäre. Zum ersten Mal bewältigt sie den Grossteil der Alparbeit nämlich allein. Ihr Mann David bewirtschaftet weiter unten die Alp Hore und schaut zum Hof in Beatenberg, während Marlies mit einer Gehilfin und ihren drei Söhnen, den Zwillingen Linus und Flurin (2) und Baby Domenic im Brunni zum Rechten schaut.

Marlies Gafner wusste von vornherein, auf was für ein Abenteuer sie sich mit dem Arrangement einlässt, und könnte sich dafür keinen besseren Ort als die Alp Brunni vorstellen. «Die allabendliche Genugtuung nach getaner Arbeit, glückliche Kinder, gesunde Tiere, zufriedene Gäste und ein wunderbares Alpprodukt zu haben, macht die Arbeit einfacher.»

00:00/02:36Die Kinderstube auf der AlpMarlies Gafner verbringt mit ihren drei Söhnen den Alpsommer.

Natur und Mensch

Marlies Gafner geht leidenschaftlich gerne z’Alp. Ihre Begeisterung will sie auch ihren Kindern mitgeben. Dass ihre drei Söhne jeweils fünf Monate im Jahr auf der Alp verbringen dürfen, empfindet sie als grosses Glück. Mütter haben bekanntlich überall Augen. Mama Marlies ganz sicher. Doch scheint die junge Frau nichts aus der Ruhe zu bringen. Mit einer ungewöhnlichen Gelassenheit wirft sie dem Zwillingspaar Linus und Flurin beim Spielen am Alphang ein liebevolles Lächeln zu. «Ich kann sie nicht auf jedem Schritt und Tritt begleiten und behüten. Hier oben lernen sie rasch, selbstständig zu sein. Ich vertraue in ihre Fähigkeiten.» Aber nicht nur beim Spielen in der wilden Natur, auch in der Alpwirtschaft lernen die beiden Brüderchen schnell. «Sie packen gerne mit an, bringen Getränke oder unterhalten die Gäste und wickeln sie auch schon mal um die Finger. Scheuklappen haben unsere Buben definitiv keine.»Die Zwillinge Flurin und Linus haben vor neun Monaten mit Brüderchen Domenic einen neuen Spielgefährten erhalten.Die Zwillinge Flurin und Linus haben vor neun Monaten mit Brüderchen Domenic einen neuen Spielgefährten erhalten.Flurin und Linus (2) halten sich bereits an die Alpregeln.Flurin und Linus (2) halten sich bereits an die Alpregeln.Domenic verbringt seinen ersten Alpsommer auf der Alp Brunni.Domenic verbringt seinen ersten Alpsommer auf der Alp Brunni.Spiel und Arbeit sind bei Gafners auf der Alp Brunni eins.Spiel und Arbeit sind bei Gafners auf der Alp Brunni eins.

Viel Arbeit

Mittagszeit. Baby Domenic wird quengelig. Ausgerechnet jetzt gesellen sich wieder ein paar hungrige Gäste ins Alpbeizli. Die Gastgeberin und Mutter setzt Prioritäten. Sie weiss, Kinder brauchen auch auf der Alp ihre Tagesstruktur, und entscheidet kurzum: «Die Gäste müssen jetzt erst mal warten.» Ruhig, flink und geschickt werden die drei hungrigen Münder mit Apfelmus und Hörnliauflauf gestopft, bevor es zum Mittagsschläfchen in die Hütte geht. «Nun kann ich endlich konzentriert der Alparbeit nachgehen», so Marlies Gafner und begibt sich sogleich Richtung Käsespeicher. Um die acht Kilo Ziegenkäse werden auf den 30 Hektaren der Alp Brunni der Burgergemeinde Leissigen mit der Milch von über vierzig Ziegen täglich hergestellt. «2020 ist ein guter Käsesommer. Ertrag und Qualität stimmen.» Während sie den Käse pflegt, kommt die Älplerin ins Sinnieren. «Wenn die Buben zur Schule gehen, werden wir umplanen müssen. Homeschooling ist sicher eine Option. Vielleicht engagieren wir auch eine Lehrerin in der Hütte. Wer weiss. Ich hoffe einfach, so lange wie möglich als Familie die Sommer hier oben zu verbringen.»Sogar Wäscheberge werden auf der Alp Brunni hoch über dem Thunersee zum Fotosujet.Sogar Wäscheberge werden auf der Alp Brunni hoch über dem Thunersee zum Fotosujet.Das Spielzeug der Buben wird jeweils zum Sommeranfang via Transportbahn auf die Alp Brunni gebracht.Das Spielzeug der Buben wird jeweils zum Sommeranfang via Transportbahn auf die Alp Brunni gebracht.Marlies Gafner will ihre Alpleidenschaft an ihre Kinder weitergeben.Marlies Gafner will ihre Alpleidenschaft an ihre Kinder weitergeben.Während Ehemann David die Alp Hore bewirtschaftet, schaut Marlies Gafner auf der Alp Brunni zum Rechten.Während Ehemann David die Alp Hore bewirtschaftet, schaut Marlies Gafner auf der Alp Brunni zum Rechten.Die Alp Brunni der Burgergemeinde Leissigen unterhalb vom Morgenberghorn umfasst 30 Hektaren.Die Alp Brunni der Burgergemeinde Leissigen unterhalb vom Morgenberghorn umfasst 30 Hektaren.

Pures Glück

Es tut sich was im Massenlager. Die Buben sind wach. Während morgens Multitasking angesagt ist, nimmt sich Marlies Gafner nachmittags bewusst Zeit für ihre drei Söhnchen. Wie aus Wunderhand erscheinen frisches Gebäck und Obst auf dem z’Vieritisch. Trotz aller Freiheit und Idylle, die die junge Familie auf 1600 Meter geniessen, ohne akribische Organisation und unermüdlichem Tun scheint auch hier oben nichts zu gehen. Marlies Gafner winkt ab. Über Jahrhunderte hätten es Älplerinnen und Älpler vorgemacht, und gezeigt, wie Natur und Arbeit für Mensch und Tier zum Lebenselixier werden können. «Ich bin doch nicht die erste und nicht die einzige, die ihre Kinder auf der Alp grosszieht und gleichzeitig im Betrieb mit anpackt. Für mich gibt es nichts Schöneres.»

Beatenberg | 5. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Mehr als nur ein Naturphänomen

Der Hohseil-See auf dem Niederhorn ist rot gefärbt. Ernst Jaun erlebt wieder einmal, was er in seinen 77 Lebensjahren nur selten gesehen hat. Zudem hat das Gewässer weitere interessante Geschichten zu bieten, wie der Einheimische im Gespräch verrät.von Leo GlaserErnst Jaun blieb Beatenberg als Einwohner stets treu. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.Ernst Jaun blieb Beatenberg als Einwohner stets treu. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.Fotos: Leo Glaser

Die Bezeichnung «See» hat sich der Tümpel kaum verdient. Ernst Jaun, pensionierter Bahnarbeiter und Bauer, sagt dazu: «Es ist wirklich nur ein kleiner See oder besser gesagt ein Seeli.» Auf dem Güggisgrat des Niederhorns gelegen, bietet der Hohseil-See einen grandiosen Ausblick. Auf der einen Seite fällt eine Fluh steil ab in das Justistal, auf der anderen Seite lässt sich das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau erblicken. In diesen Tagen lässt nicht nur das Panorama, sondern auch die rote Färbung des Tümpels die Herzen der Besucher und der Touristiker höherschlagen.Der Hohseil-See ist plötzlich ganz rot – normalerweise wäre er bräunlich.Der Hohseil-See ist plötzlich ganz rot – normalerweise wäre er bräunlich.

Die rote Färbung ist ein Naturphänomen, das auf dem Niederhorn und in der Schweiz allgemein nur selten zu beobachten ist. Sie zeigt sich am deutlichsten bei schönem Wetter, da dann ein roter Sonnenschutz die Oberfläche bedeckt. Bestimmte Algen auf dem Grund produzieren ein Sekret, das sie aussondern. Das deutet darauf hin, dass für das Naturphänomen vor allem die Witterung stimmen muss. Aber es fehlen einige Erkenntnisse. Weshalb verfärbt sich der Tümpel nur selten? Gibt es im Sommer nicht fast immer genug lange Schönwetterperioden? Darauf gebe es keine genauen Antworten, sagt Ernst Jaun.Hinter dem Hohseil-See geht es in diese Richtung weiter zum Burgfeldstand und zum Gemmenalphorn.Hinter dem Hohseil-See geht es in diese Richtung weiter zum Burgfeldstand und zum Gemmenalphorn.

Niederhorn begeistert ihn von Berufes wegen

Ernst Jaun ist in Beatenberg aufgewachsen und hat bis auf zwei Jahre immer im Dorf gewohnt. In das Berufsleben ist er mit einer kaufmännischen Lehre gestartet. Die Welt der Zahlen und Fakten gab dem jungen Mann eine Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern. Diese Neugierde und sein Interesse führten ihn zur Tätigkeit als Korrespondent des «Oberländischen Volksblatt», des späteren «Berner Oberländer», des «Thuner Tagblatt» und des «Spiezer». Heute noch schreibt er für die «Drachebärg Zytig» der Gemeinde Beatenberg.Das Sekret der Algen sammelt sich an der Oberfläche und dient als Sonnenschutz.Das Sekret der Algen sammelt sich an der Oberfläche und dient als Sonnenschutz.

Die Erweiterung seines Horizontes entfremdete Ernst Jaun aber nicht von der Heimat. In Familienbesitz waren eine beachtliche Anzahl an Alprechten. Er absolvierte nach der Berufslehre einen Winter lang die Bergbauernschule Hondrich. Danach arbeitete er daran, als einer der Ersten im Berner Oberland die künstliche Besamung in der Viehzucht zu etablieren. In einem Kurs in Deutschland liess er sich in die Tätigkeit einführen. Diese Fertigkeiten konnte Jaun als Senn auf der Alp Burgfeld anwenden. Bis 2013 war er tätig auf dem Betrieb.

Ab 1978 arbeitete er 35 Jahre lang bei der Niederhornbahn. Dort, wo bereits sein Vater und sein Onkel während Jahrzehnten gewirkt hatten, wie die «Drachebärg Zytig» schreibt. Als «Bähnler» konnte er im Büro seine kaufmännischen Fertigkeiten ausspielen und im Fahr- sowie Stationsdienst sein praktisches Geschick anwenden.Plötzlich tauchen Kühe auf, die den Tümpel zum Trinken benützen.Plötzlich tauchen Kühe auf, die den Tümpel zum Trinken benützen.

Rares Wasser auf dem Grat

Die 31 Kühe des Bauernhofs Jaun und weitere Herden verbringen einen Teil des Sommers auf dem Güggisgrat. Ernst Jaun sagt: «Ich bin überrascht, dass das Vieh das verfärbte Wasser benützen kann.» Es sei wichtig für die Bauern, dass die Kühe das Wasser trotzdem trinken können. Sonst habe es auf dem Grat keine Quellen, denn die Niederschläge verteilen sich direkt auf beide Abhänge und bilden keinen grösseren Zusammenfluss. Die nächsten Quellen liegen erst tiefer, und die Bauern müssten das Wasser nach oben pumpen.Das Sekret der Algen scheint das Wasser für die Kühe nicht ungeniessbar zu machen.Das Sekret der Algen scheint das Wasser für die Kühe nicht ungeniessbar zu machen.

«Dr Hohseiler chunnt»

«Es ist erst das zweite oder dritte Mal, seit ich mich erinnern kann, dass das Hohseil-Seeli verfärbt ist», sagt Ernst Jaun. Da es durch den Klimawandel immer wärmer wird, erwarte er, dass die Algen öfter einen Sonnenschutz produzieren werden. Dann dürften die roten Sekrete die Oberfläche bedecken. Aber sicher sei er nicht, meint der 77-Jährige. Denn die Hitze hat nur bedingt einen Einfluss, zentraler ist viel Sonnenschein in einer kurzen Periode. Er könne sich allgemein nicht wirklich erklären, warum der Tümpel sich nicht jedes Jahr während eines schönen Sommermonats verfärbt. Sonniges Wetter ist während des Interviews nicht angesagt, vielmehr steckt der Gipfel in einer Wolke. Das lässt das Naturphänomen ziemlich geheimnisvoll erscheinen.Hier zeigt sich der Kontrast zwischen Grün und Rot.Hier zeigt sich der Kontrast zwischen Grün und Rot.Auch viele Kaulquappen leben im Hohseil-See.Auch viele Kaulquappen leben im Hohseil-See.

Wie die Algen auf das Niederhorn gelangt sind, weiss Jaun nicht. Laut dem Beatenberger rankten sich sowieso einige Gerüchte und Sagen um den Hoheil-See. Deshalb sagen die Einheimischen, wenn es ihnen ein wenig ungeheuer ist: «Dr Hohseiler chunnt». Ernst Jaun erzählt, er habe den «Hohseiler» gefühlt: «Eines späten Abends habe ich draussen vor dem Hof den Tierarzt angerufen. Auf dem Wanderweg sah ich einen Wirbel aus Sand. Es ertönte ein unheimliches Geräusch, das lauter und höher wurde.»

Grindelwald hat Werbebild vom Niederhorn gebraucht

Eine Werbung des Tourismusortes Grindelwald zeigt folgendes Bild: Vier Wanderer schreiten in gleichmässigem Abstand an einem See entlang. Das Wasser ist seelenruhig, es herrscht Windstille. Das Dreigestirn spiegelt sich und wird in perfekter Form auf die Oberfläche abgebildet. Doch eigentlich stammt die Aufnahme vom «Hohseil-Seeli» und hat sich für Beatenberg beim Anwerben von Touristen bewährt. Als junger Erwachsener kämpfte Ernst Jaun für «seinen» Kurort, gibt aber zu, dass im Werben für den Tourismus ein regionales Denken wichtig sei.

Neuer Film | 1. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

In Gedenken an Henri Guisan

Zum 60. Todestag des Schweizer Generals will der Uetendorfer Martin Burkhard mit falschen Vorstellungen aufräumen. Er produziert einen Film über die Schweizer Réduitstrategie und besuchte dafür verschiedene militärische Anlagen rund um den Thunersee.von Yannick MühlemannMartin Burkhards Film soll im Juni 2021 bei einer Gedenkfeier für Henri Guisan auf dem Gotthard Premiere feiern.Martin Burkhards Film soll im Juni 2021 bei einer Gedenkfeier für Henri Guisan auf dem Gotthard Premiere feiern.Fotos: Yannick Mühlemann

Die Schweiz wurde während des Zweiten Weltkriegs von einer Invasion verschont. Weil das Land zeitweise vollständig von den Achsenmächten umschlossen war, war es stark vom Krieg betroffen. Die Regierung wollte sich die Neutralität und Souveränität bewahren, aber keine der Kriegsparteien vor den Kopf stossen. Das war einer der Gründe, weshalb man mit dem Bau des Réduits begann. Das Réduit ist ein System aus militärischen Verteidigungsanlagen in den Alpen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zum Inbegriff des Schweizer Widerstands gegen das Deutsche Reich. Es gebe aber viele falsche Vorstellungen davon, meint Martin Burkhard. Mit seinem neuen Film will er damit aufräumen.

00:00/02:05Fast 50 Jahre FilmerfahrungIn seinem neuen Projekt dreht sich alles um die Schweizer Réduitstrategie.Die Schweiz erwartete einen Angriff durch das Aaretal in Richtung Interlaken. Noch heute gibt es in der Region viele gut erhaltene Verteidigungsanlagen.Die Schweiz erwartete einen Angriff durch das Aaretal in Richtung Interlaken. Noch heute gibt es in der Region viele gut erhaltene Verteidigungsanlagen.

Artilleriewerke im Oberland

Mit dem Bau des Réduit verwandelte sich das Berner Oberland in eine Festung. Davon zeugen noch heute die Artilleriewerke und Bunker rund um den Brienzer- und Thunersee. Viele davon sind mittlerweile in privatem Besitz und können auf einer Führung besucht werden. Ein spezielles Artilleriewerk findet sich in Faulensee. Es wurde 1942 in Betrieb genommen und ist durch seine Bauweise ein Einzelstück. Die vier Bunker wurden als landwirtschaftliche Scheunen getarnt und ins Ortsbild eingepasst. Für Unwissende sind sie nicht als militärische Anlagen erkennbar. Wären die Bunker am Dorfrand im Ernstfall genutzt worden, hätten zwei Wohnhäuser geräumt oder sogar gesprengt werden müssen. Der Druck der feuernden Kanonen hätte die Häuser beschädigen oder zerstören können. Auch ein Grund, weshalb aus Faulensee nie geschossen wurde.Die Schweiz internierte während des Zweiten Weltkriegs ausländische Militärs wie die hier abgebildeten französischen Truppen. Meist wurden Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und Kriegsgefangene aufgenommen. Einzig Angehörige der SS und anderer deutscher Militärverbände wurden abgewiesen.Die Schweiz internierte während des Zweiten Weltkriegs ausländische Militärs wie die hier abgebildeten französischen Truppen. Meist wurden Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und Kriegsgefangene aufgenommen. Einzig Angehörige der SS und anderer deutscher Militärverbände wurden abgewiesen.Fotos: zvg

Unterhalb der Strasse von Beatenberg nach Sigriswil befindet sich der Haupteingang zum Artilleriewerk Waldbrand. 1942 waren dort 266 Mann stationiert. Platz bot die Infrastruktur für 450 Soldaten. Die Festung Waldbrand bestand aus dem Werk Waldbrand und dem Artilleriewerk Legi. Die Artillerie war mit acht Hebellafetten ausgestattet, die jeweils von einer Mannschaft bestehend aus sechs Soldaten bedient wurden. Diese Festungskanonen, die ein 10,5-cm-Kaliber verschossen, hatten eine Reichweite von bis zu 20 Kilometer. Der Vorteil der Kanone war, dass sie trotz der kleinen Schiessscharten gedreht und geneigt werden konnten. Mit der Reform «Armee 95» wurde die Festung Ende 1998 ausser Dienst gestellt, das Artilleriewerk Legi 2005 rückgebaut.Henri Guisan an seinem Arbeitsplatz in seinem Hauptquartier im Interlakner Gemeindehaus. Aufgenommen nach seiner Wahl zum General 1939.Henri Guisan an seinem Arbeitsplatz in seinem Hauptquartier im Interlakner Gemeindehaus. Aufgenommen nach seiner Wahl zum General 1939.Foto: Keystone, Photopress-Archiv

Zum 60. Todestag

Das neue Filmprojekt von Martin Burkhard entstand im Zuge des 60. Todestages von General Henri Guisan. Er war während des Zweiten Weltkriegs Oberbefehlshaber der Schweizer Armee und verstarb 1960. Der Film soll die Geschichte des Réduits erzählen. Keine leichte Aufgabe, denn sie beginnt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg.

«Es beginnt alles vorher. Die Geschichte von Deutschland, Frankreich und mit Mussolini in Italien. Das hängt alles zusammen», erzählt Martin Burkhard. Um die Fülle an Informationen zu bewältigen, holte er sich Hilfe. «Das kann man nicht alleine machen, das ist unmöglich.» Er habe vollen Zugriff auf das Material des Armee Filmdienstes und Material aus den Schweizer Bibliotheken. Dazu bekäme er Hilfe von Historikern, und wichtig sei auch die Hilfe der Führer in den einzelnen Verteidigungsanlagen. «Dort wurde ich immer mit offenen Armen empfangen», sagt Martin Burkhard.Martin Burkhard mit seiner Kamera. Sein Interesse für Film wurde durch Familienvideos geweckt.Martin Burkhard mit seiner Kamera. Sein Interesse für Film wurde durch Familienvideos geweckt.

Premiere verschoben

Henri Guisans Gedenkfeier sollte diesen Sommer auf dem Gotthard stattfinden. Der Anlass musste aufgrund der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verschoben werden. «Nächsten Juni wird dieser Event im Sasso stattfinden, dann wird der Film Premiere feiern», erklärt Martin Burkhard.

Bis dahin sei aber noch viel zu tun. Der Film müsse noch fertiggestellt und die Off-Stimmen aufgezeichnet werden. Zusätzlich werde der Film in weitere Sprachen synchronisiert. «Weil an diesem Event die ganze Schweiz vertreten ist, verstehen nicht alle Mundart.» Der Film werde zusätzlich in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch synchronisiert. «Dieser Film entsteht unabhängig von der Armee», erzählt Martin Burkhard. Sie stelle ihm einzig das Filmmaterial zur Verfügung.Die Arbeit an seinem Film liegt ihm sehr am Herzen. Er soll an einer Gedenkfeier zu Henri Guisans 60. Todestag Premiere feiern.Die Arbeit an seinem Film liegt ihm sehr am Herzen. Er soll an einer Gedenkfeier zu Henri Guisans 60. Todestag Premiere feiern.

Durch Familienvideos zum Film

Bereits in den 70er-Jahren begann Martin Burkhard sich für das Medium Film zu interessieren. «Ich kam, wie die meisten, über meine Kinder zum Film.» Er habe Familienvideos auf Super 8 aufgenommen. «Damals schnitt man Videos noch mit der Schere», erzählt Martin Burkhard und lacht dabei. Danach sei es immer digitaler geworden. «Aber es gab noch keine Computer wie heute. Man schnitt Filme mit zwei Rekordern.» Das sei ihm aber zu mühsam gewesen. «Etwa im Jahr 2000 habe ich wieder mit dem Filmen begonnen», so Martin Burkhard. Seither hat er die lose Gesellschaft «film-team.ch» gegründet, die sich gegenseitig Aufgaben zur Verfilmung stellt.

Bundesfeiertag | 1. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Feuerwerksverkauf läuft – im Oberland wirds krachen

Einige Gemeinden werden am Nationalfeiertag kein Feuerwerk zünden. Diese Anlässe seien unter den Bedingungen des Bundes nur schwer durchführbar, sagen sie. Kaufen deshalb Private selber mehr Raketen und andere Pyrotechnik? Diese Zeitung hat bei Feuerwerksverkäufern nachgefragt.Das Feuerwerk steht zum Kauf bereit.Das Feuerwerk steht zum Kauf bereit.Fotos: Leo Glaser

Gunten, Oberhofen und Hilterfingen beispielsweise werden ihre offiziellen Feuerwerke durchführen. Allerdings gibt es auch viele Gemeinden wie Interlaken oder Beatenberg, die ihre 1.-August-Feiern ganz abgesagt oder zumindest die Pyrotechnik gestrichen haben. Dies aufgrund von Bedenken wegen der Covid-Bestimmungen des Bundes. Deshalb ist zu erwarten, dass mehr Privatpersonen selber Feuerwerk zünden. Das heisse Sommerwetter am Nationalfeiertag lädt geradezu dazu ein, den Tag im Freien zu verbringen und die eine oder andere Rakete in den Himmel zu jagen.Stuckis betreiben einen Feuerwerksverkauf an der Glockentalstrasse in Steffisburg.Stuckis betreiben einen Feuerwerksverkauf an der Glockentalstrasse in Steffisburg.Sehr beliebt seien die «Stöckli» – ein Klassiker in der Schweiz.Sehr beliebt seien die «Stöckli» – ein Klassiker in der Schweiz.

Visualize in Steffisburg ist geduldig

Die Firma der Familie Stucki bietet Beratung und Planung von Feuerwerken für Familienfeste, Geburtstage und Hochzeiten an. Eine Woche vor dem Nationalfeiertag stellt das Visualize-Team jeweils ein Verkaufszelt auf. Vier oder fünf Familienmitglieder helfen beim Feuerwerksverkauf. Alle tragen in dem kleinen Zelt eine Maske, auch die Kunden. Diese seien oft Jugendliche und Familien, die Raketen, Zuckerstöcke, Kindersets oder Bengal-Fackeln kauften. Nadja Stucki sagt: «Mit den Batterien beispielsweise haben unsere Kunden ein kleines Seenachtsfest zu Hause.» Und damit schneidet sie ein interessantes Thema an: Kaufen Privatpersonen nun mehr Feuerwerk, da offizielle Anlässe teilweise ausfallen? Sie meint, es seien bis zum Freitagmorgen früh noch nicht viele Leute in ihren Laden gekommen. Das kenne sie von jedem Nationalfeiertag. Erst im Verlauf der letzten beiden Tage deckten sich die Privatpersonen mit Feuerwerk ein.

00:00/01:11Im Verkaufszelt des Familienunternehmens Visualizeist es am Morgen früh des 31. Juli noch ruhig.Die Mutter Jérômes wählt ein Produkt für ihren Einkaufskorb. Der war am Schluss ziemlich voll.Die Mutter Jérômes wählt ein Produkt für ihren Einkaufskorb. Der war am Schluss ziemlich voll.

Jérôme aus Steffisburg ist mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder im Verkaufszelt. Auf die Frage, ob Feuerwerk am Nationalfeiertag einfach dazugehöre, antwortet Jêrome: «Ja, das muss schon sein. Sonst ist es einfach kein richtiger 1. August für mich.» Sie hätten ein Raketenpack, «wilde Hummel», «Stöckli», «Feuervögel» und Bengalfackeln ausgewählt. Diese Kunden verlassen das Zelt des Familienunternehmens Visualize also zufrieden. Ab und zu frage ein Kunde auch nach, ob das Feuerwerk von Schweizer Unternehmen stamme. Dann antwortet Nadja Stucki oder eine andere Verkäuferin: «Wir haben hier im Zelt nur Schweizer Produkte. Und da können wir hundertprozentig dahinterstehen.»Vor allem Kinder können sich alle Jahre für knallende oder pfeifende Pyrotechnik begeistern.Vor allem Kinder können sich alle Jahre für knallende oder pfeifende Pyrotechnik begeistern.

Staunen bei Pyro Willen in Frutigen

Die kleine Frutiger Firma beschäftigt vier Personen und produziert Wunderkerzen und Bengal-Fackeln. Die Produkte gehen in erster Linie an Schweizer Grossverteiler. Die Pyro Willen hat zudem Partnerschaften mit Feuerwerksherstellern wie Weco oder Bugano. Barbara Willen von den Inhabern Willen erklärt: «Die Partner sind an uns herangetreten für den Feuerwerksverkauf. Wir kaufen bei ihnen beispielsweise die grossen Raketen und verkaufen sie in unserem Laden.»

Auf die Frage, ob die Firma die Absage vieler offizieller Feuerwerke verkraften könne, antwortet sie: «Wir begreifen nicht wirklich, dass Gemeinden ihre Feuerwerke absagen.» Die Leute müssten ja nicht auf einem Gebiet zusammenkommen, sondern könnten alle von ihren eigenen Plätzen aus zuschauen. Der Ausfall der Anlässe ist aber für das Geschäft nicht sehr schlimm. «Wir liefern weniger an Veranstalter von offiziellen Feuerwerken, dafür mehr an Hotels in der Region», sagt Willen. Diese wollten ihren Gästen genauso ein Spektakel bieten.Diese Bengal-Fackeln kommen von der Frutiger Pyro Willen.Diese Bengal-Fackeln kommen von der Frutiger Pyro Willen.

Barbara Willen glaubt nicht, dass die Absage der Feuerwerke die private Nachfrage verändert. «Wenn jemand ein Feuerwerk schauen geht, dann zündet er vorher oder nachher trotzdem selber auch etwas.» Der Verkauf im Laden sei gut gestartet, und sie habe das Gefühl, dass viel mehr Schweizer und Schweizerinnen zu Hause Ferien machten. Und dass ihre Firma mit «Swiss made» punkten könne.

Hamberger in Wimmis rechnet mit deutlicher Zunahme

Die Hamberger Swiss Pyrotechnics in Wimmis beschäftigt acht Mitarbeiter im Bereich der Entwicklung und Produktion von Pyrotechnik. Die Sparte Feuerwerk hat sie aber 2018 an die Firma Sugyp verkauft, betreibt jedoch weiterhin einen Feuerwerksverkauf ab Fabrik. Stefan Sommer, Marketing und Sales Manager bei Hamberger, sagt: «Der Verkauf in Wimmis ist sehr gut angelaufen. Es dürfte zudem noch bis am 1. August so weitergehen, und deshalb rechnen wir mit einem Plus der Verkaufszahlen von mehr als 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.»

Landi Jungfrau bestellt nach

Die Landi Jungfrau bezieht einen Grossteil der Produkte bei Weco, hat aber auch die Bengal-Fackeln und Wunderkerzen von Pyro Willen im Sortiment. Der Feuerwerksverkauf sei zuerst verhalten angelaufen, wie Samuel Sutter, der Vorsitzende der Geschäftsleitung, mitteilt.Batterien wie diese versprechen ein Spektakel.Batterien wie diese versprechen ein Spektakel.

Am 31. Juli ist der Verkauf dann in vollem Gange. Sutter sagt: «Ich rechne mit einem Drittel Umsatz mehr als in den Vorjahren.» Er habe nachbestellt, es gebe aber Probleme bei der Lieferung des Nachschubs. Die Nachfrage sei überall höher, und daher kämen die Zulieferer nicht mehr allen Bestellungen sofort nach. Ein Teil der Nachbestellungen ist bereits eingetroffen. Dies sehr zur Freude Sutters: «Viele Leute feiern zu Hause, da Brunches oder Dorffeste teilweise abgesagt sind. Dazu kommt, dass der Bundesfeiertag für einmal auf einen Samstag fällt und deshalb die allermeisten am nächsten Tag frei haben.»

Wetter sieht gut aus

Die Wetterprognose für den Geburtstag der Schweiz verheisst viel Gutes: Sommerliche Temperaturen und keine allzu grosse Trockenheit. Deshalb haben die Behörden für das Berner Oberland bis anhin kein Feuerverbot ausgesprochen. Nadja Stucki vom Familienunternehmen Visualize sagt: «Wir rechnen nicht damit, dass ein solches Verbot noch kommt.» Somit dürften am Nationalfeiertag viele Privatpersonen Feuerwerk zünden und sogar mehr Raketen als in anderen Jahren in den Himmel schiessen.Die Verkäuferinnen bei Visualize haben vor allem auch am Bundesfeiertag noch einiges zu tun.Die Verkäuferinnen bei Visualize haben vor allem auch am Bundesfeiertag noch einiges zu tun.

Interlaken | 23. Juli 2020 aus der Jungfrauzeitung

Gäste aus der Schweiz führen die Statistik an

Ein Blick in die Statistiken der Tourismus Organisation Interlaken (TOI) fördert Überraschendes zutage: Der Hauptanteil der Gäste kommt zwar mit einem Anteil von über 42 Prozent aus Asien. Betrachtet man die Nationalität, führen aber die Schweizerinnen und Schweizer die Rangliste mit 224’031 an.von Bruno StüdlePräsident Erich Reuteler (links) und Direktor Daniel Sulzer präsentierten an der Mitgliederversammlung mit berechtigtem Stolz die Rekordzahlen aus dem Jahr 2019.Präsident Erich Reuteler (links) und Direktor Daniel Sulzer präsentierten an der Mitgliederversammlung mit berechtigtem Stolz die Rekordzahlen aus dem Jahr 2019.Fotos: Bruno Stüdle

1,64 Millionen Übernachtungen verbuchte die Tourismusorganisation Interlaken (TOI) im Jahr 2019 im Vereinsgebiet, fast drei Millionen in der gesamten Ferienregion der Destination Interlaken. Beides sind Rekordwerte. «Wir erinnern uns gerne daran, man traut sich aber fast nicht zurückzuschauen – die Zahlen und die Highlights wirken in der heutigen Situation fast surreal», gab sich TOI-Direktor Daniel Sulzer an der Mitgliederversammlung vom Dienstagabend nachdenklich.

Trotzdem, ein Blick auf die Statistiken des Rekordjahres 2019 fördert Spannendes zutage. Dazu muss man vorab wissen: Die Tourismus-Organisation Interlaken ist für die Förderung des Tourismus in den Gemeinden Interlaken, Matten, Unterseen, Wilderswil, Gsteigwiler und Saxeten – kurz IMUWGS – zuständig. Sie vermarktet zudem die gesamte Ferienregion Interlaken (Destination) von Brienz bis Thun und ins Diemtigtal. Die Leute sind verrückt nach Campingferien in der Schweiz. Im Bild: Platz vom TCS Camping in Interlaken am Aareufer beim Brienzersee.Die Leute sind verrückt nach Campingferien in der Schweiz. Im Bild: Platz vom TCS Camping in Interlaken am Aareufer beim Brienzersee.

Camping und Ferienwohnungen als Renner

Bei den Hotels im TOI-Gebiet gingen die Logiernächte zwar gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent zurück – als Grund gab Direktor Sulzer «Umbauten und Renovationen in verschiedenen Hotels Ende 2019» an. Dafür stiegen die Übernachtungen bei den Hostels um 5,13 Prozent. Bei den Hotels waren es genau 1’063’117 Logiernächte und bei den Hostels 222’677.

Bei den Campings wurde ein Plus von 19 Prozent – auch ein neuer Rekord – und bei den Ferienwohnungen im Fünfjahresvergleich ein «sagenhaftes Plus» von 40,7 Prozent verbucht. In Zahlen ausgedrückt, wurden auf den Campingplätzen 94’766 und in den Ferienwohnngen 219’599 Logiernächte gezählt.

Woher die Gäste kommen

Die Ferienregion Interlaken wird bekanntlich oft kritisiert wegen der Gäste aus Fernost. TOI-Präsident Erich Reuteler sagte das an der Mitgliederversammlung so: «Ab und zu hört man Stimmen, welche sagen, dass die Ausrichtung des Marketings auf die asiatischen Länder nicht optimal gewesen sei. Diese Aussage ist nicht objektiv: Gerade die Touristen aus diesen Ländern haben es uns ermöglicht, die Krisen in den vergangenen Jahrzehnten mehr oder weniger ohne fatale Folgen zu überstehen. Es ist noch nicht lange her, da haben uns andere Tourismusregionen für unsere vielseitige Ausrichtung benieden.»

Die Herkunftsentwicklung 2015 bis 2019 zeigt, dass die Gäste aus Asien mit über 42 Prozent tatsächlich den Hauptanteil bei den Logiernächten in der Ferienregion Interlaken ausmachen. 36,9 Prozent stammen aus Europa, 8,7 Prozent aus den Golfstaaten und 12,3 Prozent aus der Sparte «Übersee und den Übrigen» – da seien vorwiegend die Gästezahlen aus Südostasien, insbesondere aus Indonesien, gewachsen, klärte Direktor Sulzer auf.

Schweiz führt bei den Hotelübernachtungen

«Schön: Wie schon immer, verbuchen wir mit Abstand am meisten Logiernächte von Gästen aus der Schweiz», freute sich der TOI-Direktor mit Blick auf die Länderstatistik. Bei den Hotels liegen die Schweiz, China/Hongkong und Korea auf den ersten drei Rängen; bei den Hostels Korea vor den USA und der Schweiz.

Gesamthaft präsentiert sich die Tabelle der Hotel- und Hostelübernachtungen so:

  •  Schweiz: 224’031 Übernachtungen
  •  Korea: 192’930 Übernachtungen
  •  China/HKG: 49’808 Übernachtungen
  •  USA: 116’989 Übernachtungen
  •  Golfstaaten: 91’983 Übernachtungen
  •  Indien: 86’774 Übernachtungen
  •  Grossbritannien: 63’904 Übernachtungen
  •  Thailand: 42’944 Übernachtungen
  •  Australien/NZ: 31’958 Übernachtungen

Die Region Thun-Thunersee – hier die Mühleschleuse mit der Stadtkirche im Hintergrund –  legte prozentual bei den Logiernächten am meisten zu.Die Region Thun-Thunersee – hier die Mühleschleuse mit der Stadtkirche im Hintergrund – legte prozentual bei den Logiernächten am meisten zu.

Thun-Thunersee plus 22,6 Prozent

Die Gesamtübersicht der Logiernächte aus der Destination Interlaken über alle Unterkunftstypen mit allen Orten aus der gesamten Ferienregion zeigt ein Plus von 7,39 Prozent, was laut Direktor Sulzer «sage und schreibe» einer Zunahme von 203’354 Übernachtungen entspricht.

  •  Das TOI-Gebiet erzielte ein Plus von 4,6 Prozent (1’640’259 Logiernächte).
  •  Beatenberg plus 5,6 Prozent (214’641).
  •  Bönigen/Iseltwald plus 6,9 Prozent (100’255).
  •  Brienz, Axalp, Schwanden, Brienzwiler, Hofstetten, Oberried minus 1,1 Prozent (219’372).
  •  Habkern plus 2,15 Prozent (17’164).
  •  Ringgenberg, Goldswil, Niederried plus 16 Prozent (95’602).
  •  Thun, Thunersee plus 22,6 Prozent (626’6929).
  •  Diemtigtal plus 1,6 Prozent (55’322).

«Kumuliert gibt das eben die Zahl von 2’956’132 Logiernächten, das ist neuer Rekord», verkündete Sulzer mit einigem Stolz. Gesamtschweizerisch ist 2019 ein Logiernächtezuwachs von 1,9 Prozent gemessen worden – «mit der starken Zunahme von 7,39 Prozent liegt die Destination Interlaken einmal mehr mit Abstand an der Spitze», bemerkte der TOI-Direktor ebenso stolz.

Sehr guter Januar – dann kam Corona

Weniger stolz, aber ehrlich präsentierte Daniel Sulzer den TOI-Mitgliedern auch die Zahlen aus dem laufenden Jahr. Der Direktor nannte sie «katastrophal». Bei den Hotels musste die TOI im ersten Halbjahr wegen des Lockdowns ein Minus von 67,7 Prozent hinnehmen; bei den Hostels waren es minus 64 Prozent und bei den Campingplätzen minus 67,7 Prozent. Dabei war man im Januar noch sehr gut unterwegs. Die Zahlen lagen bei den Hotels bei einem Plus von 11,7 Prozent, bei den Hostels bei plus 3,6 Prozent und bei den Campings gar bei plus 50,64 Prozent.

Logiernächtestatistik Mai | 17. Juli 2020 aus der Jungfrauzeitung

Der Schweizer Gast ist Nummer eins

Auch im Mai zeigen sich die Auswirkungen der Coronakrise in den Logiernächtezahlen. Der Einbruch beträgt an manchen Berner Oberländer Orten 90 Prozent. Die übernachtenden Gäste stammen grossmehrheitlich aus der Schweiz.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Foto: Keystone/Robert Michael

Das Pfingstgeschäft konnte die ausbleibenden Touristen von ausserhalb der Schweiz im Mai nicht kompensieren: Über 90 Prozent weniger Gäste hatte der Tourismusort Interlaken im Vergleich zum Vorjahr. In ähnlichen Höhen bewegen sich die Gästeeinbrüche der Gemeinden Grindelwald, Lauterbrunnen, Wilderswil und Unterseen. Ein Blick auf die Gästeherkunft zeugt von den Grenzschliessungen der vergangenen Monate: Die grosse Mehrheit der Mai-Gäste stammt aus der Schweiz.

Ist der Tiefpunkt erreicht?

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus in Europa kämpfen Hotelbetriebe in der Schweiz mit massiven Umsatzeinbrüchen. Nachdem der Schweizer Tourismus mit Rekordzahlen in das neue Jahr startete, kam im März wegen der behördlichen Schliessungen der Absturz – und im April dann praktisch der Totalausfall. Dies widerspiegeln die Logiernächtezahlen: In den ersten beiden Monaten dieses Jahres waren abgesehen der bereits eingebrochenen asiatischen Gästeströme die Übernachtungszahlen noch stabil. Sie brachen nach den Schliessungen durch den Bundesrat Mitte März ab. Mit den allmählichen Grenzöffnungen von Juni darf man gespannt sein, ob die Logiernächtestatistik bald wieder erfreulichere Resultate zutage fördert.

Logiernächte (LN) Mai 2020
OrtAnkünfte Mai 2019LN Mai 2019Ankünfte Mai 2020LN Mai 2020Veränderung LN in %
Adelboden425663968661539-65%
Aeschi19862858258534-82%
Diemtigen534799195360-55%
Frutigen288717181253-65%
Kandersteg2921513125094202-18%
Reichenbach10342474386554-46%
Spiez6515987616432700-73%
Beatenberg64741107420203816-66%
Bönigen14242549238482-82%
Brienz6311954528874547-43%
Grindelwald25’95745’96543017040-85%
Hasliberg288747507171209-75%
Innertkirchen6121003250371-63%
Interlaken37’16571’05241666716-91%
Iseltwald117320467631278-38%
Lauterbrunnen14’78726’65824943839-86%
Leissigen18982319139307-87%
Matten31617866469672-92%
Meiringen509071369081579-78%
Ringgenberg16392945255508-83%
Unterseen647113’91416173034-88%
Wilderswil585810’0446811390-87%
Lenk18203554455744-79%
Saanen642712’01347329738-19%
Zweisimmen720846325508-40%
Sigriswil447915’52220866991-55%
Thun698410’82136295132-53%
Total163’85929548922’77961’669-66%
*) Wenn die Zahlen von weniger als drei Betrieben stammen, werden sie aus Datenschutzgründen nicht genannt.
Quelle: Bundesamt für Statistik

Beatenberg | 13. Juli 2020 aus der Jungfrauzeitung

Das Hallenbad ist nicht mehr tragbar

Gemäss Gebäudecheck braucht das Mehrzweckgebäude Wydi eine Totalsanierung. Ein erster Kostenvoranschlag beläuft sich auf 7,5 Millionen Franken. Nun priorisiert der Gemeinderat.Die Renovation des Hallenbads in Beatenberg würde über vier Millionen Franken kosten. Zuviel, findet der Gemeinderat.Die Renovation des Hallenbads in Beatenberg würde über vier Millionen Franken kosten. Zuviel, findet der Gemeinderat.Foto: Marc Schiess

Im Oktober 2019 hat der Gemeinderat der Firma Universal Gebäudemanagement AG einen Gebäudecheck des Mehrzweckgebäudes (MZG) Wydi mit einem Kostendach von 100’000 Franken in Auftrag gegeben. Der Schlussbericht und die Ergebnisse der Gebäudeanalyse wurden Ende Mai dem Gemeinderat vorgestellt. Gecheckt wurden verschiedene Bereiche wie Architektur (Werterhaltung, Bausubstanz), Statik/Erdbebensicherheit, elektrische Installationen, Heizung, Lüftung, Klima, Sanitäre Anlagen, Schwimmbadtechnik, Energie und Bauphysik, Schadstoffe und Brandschutz. Das Resultat:

Das Gebäude hat eine gute Bausubstanz, bräuchte aber laut Universal AG eine Totalsanierung. Kostenpunkt: etwa 7,5 Millionen Franken. Davon betreffen über vier Millionen Franken nur das Hallenbad.

Neue Mehrzweckhalle?

«Das Hallenbad ist eine freiwillige Gemeindeaufgabe und für die Gemeinde nicht mehr tragbar», teilt der Gemeinderat mit. Tatsächlich ist der Betrieb jedes Jahr defizitär. Der Gemeinderat kommt deshalb zum Schluss, dass das Hallenbad in absehbarer Zukunft nicht mehr weiter von der Gemeinde betrieben werden kann. Es soll darum nicht mehr saniert werden. Die Turnhalle und der Kongress-Saal sollen allenfalls saniert oder abgebrochen werden und mittels Neubau als Mehrzweckhalle erstellt werden.

Als Sofortmassnahmen für das Jahr 2020 hat der Gemeinderat noch einen gebundenen Nachkredit über 15’000 Franken für die Sanierung des Vordachs Hallenbad genehmigt. Die Sanierung soll jedoch auf das Minimum beschränkt werden. Die Ergebnisse des Gebäudechecks können auf der Gemeindeverwaltung eingesehen werden. Im Rahmen der Ortskernentwicklung «Beatenberg belebt» wird für die Massnahme 2 (Tourismus und Freizeitaktivitäten) eine Arbeitsgruppe gebildet, die mögliche Lösungen für die Zukunft des ganzen Gebäudes erarbeiten wird, wie der Gemeinderat mitteilt.

Zweitwohnungsanteil gestiegen

Die Gemeinde Beatenberg gehört zu den Gemeinden, welche gemäss kantonalem Richtplan verschärfte Massnahmen bezüglich Zweitwohnungen haben müssten. Deshalb verlangt das Amt für Gemeinden und Raumordnung ein jährliches Monitoring über die Zweitwohnungsentwicklung. Die aktuell erstellte Analyse zeigt, dass der Zweitwohnungsanteil leicht gestiegen ist. Dies sei aber hauptsächlich auf die Korrekturen im Gebäude- und Wohnungsregister respektive deren Berechnungsgrundlage zurückzuführen, so der Gemeinderat. Der neu errechnete Zweitwohnungsanteil beträgt 54.67 Prozent, 2019 waren es noch 52.86 Prozent.

Weitere Geschäfte

Ersatz Tanklöschfahrzeug: Die Gemeindeversammlung hat am 13. Dezember 2019 für den Ersatz des Tanklöschfahrzeugs (TLF) einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 430’000 Franken gutgeheissen. Während der Submission sind nun vier Offerten fristgerecht eingegangen. Den Zuschlag für die Anschaffung des neuen Tanklöschfahrzeugs hat die Firma Tony Brändle AG erhalten.

Gemeindeverband Altersheim Beatenberg und Habkern: Der Vorstand des Gemeindeverbands Altersheim Beatenberg und Habkern unterbreitete die Jahresrechnung 2019 dem Gemeinderat. Der Gemeinderat hat die Jahresrechnung 2019 mit einem Ertragsüberschuss von 4410 Franken genehmigt und die Nachkredite von 127’407 Franken zur Kenntnis genommen.

Jodlertreffen Jungfrauregion 2021 in Beatenberg: Infolge des Corona-Virus konnte das Jodlertreffen der Jungfrauregion am 9. Mai nicht stattfinden. Der Anlass wurde auf den 8. Mai 2021 verschoben. Aus diesem Grund gelangte der Jodlerklub Beatenberg wiederum mit der Bitte an den Gemeinderat, um kostenlose Benützung des Parkplatzes Wydi sowie verschiedener Räumlichkeiten im Schulhaus Spirenwald und Mehrzweckgebäude Wydi für den Verschiebungsanlass im 2021. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass die Infrastruktur gratis genutzt werden kann.

Periodische Schutzraumkontrolle: Gemäss gesetzlichem Auftrag des Kantons Bern wird dieses Jahr eine Kontrolle der Schutzräume durchgeführt. Das Bundesgesetz sieht vor, dass die Behörden mindestens alle zehn Jahre sämtliche Schutzräume inspizieren, eine Mängelliste erstellen und die Mängel beheben lassen. Die periodische Schutzraumkontrolle (PSK) wird im Monat Juli durch die Firma G. Bühler GmbH aus Niederwangen durchgeführt. Die betroffenen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer respektive die zuständigen Immobilienverwaltungen werden vorgängig schriftlich durch die Firma kontaktiert.

Personalien

Nachfolge im Gemeinderat: Als Ersatz für das zurückgetretene Gemeinderatsmitglied, Fritz Gimmel, hat der Gemeinderat Sandra Boss, SVP, Beatenberg, für den Rest der Amtsdauer ab sofort bis 31. Dezember 2022 als gewählt erklärt (stille Wahl). Über die neue Ressortzuteilung wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

Vizegemeinde- und Vizegemeinderatspräsident: Als neuer Vizegemeinde- und Vizegemeinderatspräsident in einer Person für den Rest der Amtsdauer bis 31. Dezember 2022 wurde Werner Schmocker (SVP, bisher) aus der Ratsmitte gewählt.

Beatenberg | 3. April 2020

30’000 Franken für den Biketrail

Für den neuen «Heartbeat Trail» zwischen Beatenberg und der Beatenbucht will die Gemeinde einen einmaligen Beitrag von 30'000 Franken zahlen.Für den neuen «Heartbeat Trail» zwischen Beatenberg und der Beatenbucht will die Gemeinde einen einmaligen Beitrag von 30’000 Franken zahlen.Foto: Bruno Stüdle

Beatenberg Tourismus und der Verein Bikepark Thunersee haben sich mit einer Bitte um finanzielle Unterstützung an die Gemeinde gewandt. Als Trägerschaft des Projekts «Heartbeat Biketrail», welches eine Mountainbikestrecke zwischen Beatenberg und der Beatenbucht vorsieht, erhofften sich die beiden Organisationen einen Zustupf seitens Einwohnergemeinde. Diesen werden sie nun erhalten. «Der Gemeinderat hat beschlossen, einen einmaligen Beitrag von 30’000 Franken für das Projekt zu gewähren», schreibt der Beatenberger Gemeinderat in einer Mitteilung. Der Betrag werde aber erst nach Abschluss der Arbeiten und nach Vorliegen der Bauabrechnung ausgezahlt, betont die Gemeinde.

Der Gemeinderat verweist ausserdem auf seine Webseite, um über die Massnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus laufend informiert zu werden. Die Beatenberger Gemeindeverwaltung bleibt bis auf Weiteres geschlossen und ist zu den bisherigen Öffnungszeiten per Mail oder Telefon erreichbar.

Beatenberg | 27. März 2020 aus der Jungfrauzeitung

Asylsuchende ziehen kurzfristig ins Schulhaus Schmocken

Im Asylantenwohnheim Stockbrunnen werden ab dem 1. April Asylsuchende untergebracht. Dies, weil der Kanton für die Einhaltung der Vorgaben rund um das Corona-Virus schnell zusätzlichen Platz benötigt. Der prompte Entscheid kommt für Bevölkerung und Gemeinderat überraschend.

Das ehemalige Schulhaus sollte als strategische Reserve für Asylsuchende dienen. Jetzt wird es bis auf Weiteres aktiviert.

Das ehemalige Schulhaus sollte als strategische Reserve für Asylsuchende dienen. Jetzt wird es bis auf Weiteres aktiviert.Foto: Frederike Scholten

Bis Ende Jahr 2019 war das ehemalige Schulhaus Schmocken mit Areal an die Zentrum Bäregg GmbH aus Bern für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden vermietet. Seit Anfang Jahr 2020 ist die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Kanton Bern in Sachen Vermietung des ehemaligen Schulhauses Schmocken als strategische Reserve für Asylsuchende. Das schreibt die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung. Das Amt für Integration und Soziales bildet gemeinsam mit dem Migrationsdienst des Kantons Bern diese strategischen Reserven, um bei plötzlich steigenden Zuweisungen von asylsuchenden Personen deren Unterbringung zu gewährleisten.

Ich werde darauf schauen, dass wir die Fragen, die entstehen, beantworten könnenRoland NoirjeanGemeindepräsident Beatenberg

Per sofort aktiviert

Der Kanton sei nun in einer Notsituation und habe momentan aufgrund des Corona-Virus knappe Platzressourcen. Deshalb müsse er kurzfristige Lösungen suchen, weshalb das ehemalige Schulhaus Schmocken als Unterkunft für Asylsuchende per sofort und bis auf Weiteres aktiviert werden muss, heisst es weiter. Der Mietvertrag zwischen dem Kanton und der Gemeinde wird zu den gleichen Bedingungen wie mit dem Zentrum Bäregg abgeschlossen. Es werden maximal 50 Personen (Familien mit Kindern und Einzelpersonen ab 18 Jahren) in Beatenberg platziert, und es werden keine Personen transferiert, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus besteht, so die Mitteilung.

Die Bevölkerung wurde kurzfristig über die neue Nutzung informiert.

Die Bevölkerung wurde kurzfristig über die neue Nutzung informiert.Foto: Patrick Gasser

Mir ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung mitträgtRoland NoirjeanGemeindepräsident Beatenberg

Anwohner direkt angeschrieben

Die Gemeinde hätte nach Vertragsentwurf 30 Tage Vorlauf gehabt, um die Öffentlichkeit über die Aktivierung zu informieren. Ursprünglich wäre geplant gewesen, eine öffentliche Informationsveranstaltung abzuhalten, sobald das Asylantenwohnheim Stockbrunnen aktiviert würde. Da das Asylantenwohnheim nun kurzfristig eröffnet wird und weil aufgrund des durch den Bundesrat angeordneten Veranstaltungsverbots in Zusammenhang mit dem Corona-Virus keine Veranstaltung durchgeführt werden darf, wurden die Anwohnerinnen und Anwohner persönlich angeschrieben.

Nachgefragt bei Roland Noirjean
Roland Noirjean, Gemeindepräsident von Beatenberg.

Roland Noirjean, Gemeindepräsident von Beatenberg.Foto: Yves Brechbühler

Per 1. April werden Asylsuchende im ehemaligen Schulhaus Schmocken platziert. Die Bevölkerung wurde relativ kurzfristig darüber informiert. Woran liegt das?

Roland Noirjean: Das Schulhaus wäre vom Kanton aus als strategische Reserve vorgesehen gewesen. Ein entsprechender Vertrag war in Arbeit. Nun ist alles anders. Gerne hätten wir eine Infoveranstaltung durchgeführt und viel früher informiert. Aufgrund der Lage ging das schlichtweg nicht mehr.

Seit wann weiss die Gemeinde davon?

Wir haben am 20. März erfahren, dass Asyl Berner Oberland eine Begehung des Gebäudes machen will. Einen Tag später erfuhren wir von der Aktivierung.

Weshalb benötigt der Kanton diese zusätzliche Kapazität?

Die Unterkünfte im Kanton sind im Moment ausgelastet. Da die Vorgaben des Kantonsarztamtes eingehalten werden müssen, braucht es mehr Platz (zum Beispiel ein Isolier-/Quarantänezimmer in jedem Haus).

Kann man aus heutiger Sicht sagen, wie lange die Menschen dort leben werden?

Darüber haben wir noch keine Angaben.

Wie gehen Sie aus Sicht der Gemeinde mit der Situation um?

Mir ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung mitträgt. Und damit sie das tut, werde ich darauf schauen, dass wir die Fragen, die entstehen, beantworten können. Dafür werden wir in ständigem Austausch mit Asyl Berner Oberland sein. (reh)

Warnung | 7. März 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 7.3.2020

Telefonbetrug in Beatenberg

Gleich zweimal konnten Telefonbetrüger letzte Woche Geld erbeuten. Einmal geschah dies in Beatenberg. Nun wurde eine Frau angehalten. Die Polizei warnt jedoch weiterhin vor den Betrügern.

Am letzten Montag ging bei der Kantonspolizei Bern die Meldung ein, dass eine Seniorin eben verdächtige Anrufe erhalten habe. Der Mann am Telefon habe sich als Polizist ausgegeben, von polizeilichen Ermittlungen zu Einbruchdiebstählen berichtet und zur Sicherheit die Übergabe von 15’000 Franken gefordert. Dies schreibt die Kantonspolizei in einer aktuellen Mitteilung. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Massnahmen sei es der Kantonspolizei Bern gleichentags gelungen, eine Frau anzuhalten, als diese das vermeintliche Geld abholen wollte. Die 39-jährige mutmassliche Betrügerin befindet sich jetzt in Untersuchungshaft.

Betrug in Beatenberg

Letzte Woche wurden der Kantonspolizei Bern zwei ähnliche Tatvorgehen gemeldet. Dabei erbeutete eine unbekannte Täterschaft Ende Februar 12’000 Franken. So hatten sich die Anrufer als Staatsanwälte ausgegeben und eine Frau aus Sundlauenen im Verlauf mehrerer Telefonate aufgefordert, grosse Summen Bargeld abzuheben und diese schliesslich in den Milchkasten bei ihrem Wohnort zu legen. Die Frau kam dieser Aufforderung nach.

Ein weiterer Fall wurde aus Zollikofen gemeldet, wobei ebenfalls eine Frau von einem Anrufer, welcher sich als Sicherheitsbeauftragter ausgab, aufgefordert worden war, Geld in ihrem Milchkasten zu deponieren. In beiden Fällen wurde das Geld anschliessend abgeholt. Die Täterschaft beider Fälle konnte bislang nicht identifiziert werden.

25 Meldungen seit Anfang Jahr

Die Kantonspolizei Bern verzeichnet immer wieder Meldungen zu Telefonbetrug in verschiedenen Formen – seit Anfang Jahr gingen über 25 Meldungen ein. Sei es durch falsche Polizisten, aber auch falsche Staatsanwälte oder angebliche Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen. Allen Fällen gemeinsam ist, dass sich eine oder mehrere unbekannte Personen telefonisch melden, dabei eine angebliche Gefahr suggerieren und mit Nachdruck die Herausgabe von Bargeld und/oder Wertsachen fordern – angeblich, um die Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen.

Dieses Vorgehen empfiehlt die Kantonspolizei aktuell:
  •  Seien Sie misstrauisch, wenn Sie Unbekannte dazu bringen wollen, Bargeld abzuheben, zu zahlen und Geld oder Wertsachen zu übergeben oder zu hinterlegen.
  •  Beenden Sie ein solches Telefonat, legen Sie auf und melden Sie den verdächtigen Anruf der Polizei.
  •  Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten, Passwörter oder Angaben zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  •  Sprechen Sie mit älteren Personen in Ihrem Umfeld darüber und geben Sie die Warnung weiter.

Beatenberg | 20. Februar 2020 aus der Jungfrauzeitung v. 20.2.2020

Erfolgreiches Jodler-Jahr

Das Vereinsjahr brachte zahlreiche Highlights und viele erinnerungswürdige Auftritte mit sich.

Der Jodlerklub freut sich auf ein weiteres abwechslungsreiches Jahr.

Der Jodlerklub freut sich auf ein weiteres abwechslungsreiches Jahr.Foto: zvg

An der Generalversammlung konnte der Präsident des Jodlerklubs Beatenberg, Daniel Jaun, auf ein erlebnisreiches Jahr zurückblicken. So konnte am Bernisch Kantonalen Jodlerfest in Brienz mit dem «Bränderli Jutz» aus der Feder von Adolf Stähli – zur Freude aller – die Klasse 1 erreicht werden. Das Fest am oberen Ufer des Brienzersees war ein ausserordentlich gelungenes und hervorragend organisiertes Fest, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Im August konnte die Bodechilbi bereits zum fünfzigsten Mal durchgeführt werden. Mit viel Eifer und Detailtreue wurde die Bodealp in einen wunderschönen Festplatz verwandelt. Die Jodlernacht am Freitag mit vielen bekannten Formationen aus dem Bernbiet und weiteren Kantonen wurde von über 400 Zuhörerinnen und Zuhörern besucht und die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Der Sonntag mit Bergpredigt und dem Gastklub aus St. Stephan rundete die Jubiläumsausgabe des Traditionsanlasses gebührend ab.

Dirigent Daniel Zobrist hatte ebenfalls Erfreuliches zu berichten. So hatten die Jodler insgesamt 70 Zusammenkünfte, wovon 40 Proben abgehalten wurden. Melanie Schmocker und Kari Sigrist waren diejenigen Aktiven, welche an sämtlichen Proben anwesend waren. Ihnen wurde als Dank ein kleines Präsent übergeben.

Jodlertreffen zu Gast

Im Jodlerjahr 2020 warten weitere spannende Aufgaben; so wird am 9. Mai nach 1995 und 2007 zum dritten Mal das Jodlertreffen der Jungfrauregion auf dem Beatenberg durchgeführt. Die insgesamt 19 Formationen werden ihre Vorträge im Kongresssaal zum Besten geben, und bei der Beatenberg Arena wird ein Festzelt aufgebaut, um den Anlass mit Speis, Trank und Unterhaltung abzurunden. Selbstverständlich gehört für die Hartgesottenen auch eine Jodlerbar zur Infrastruktur. Die Bodechilbi startet am 7. August mit der Stallbar. Ausserdem konnte der Jodlerklub Oberhofen als Gastformation engagiert werden. Abschliessend dankte der Präsident allen Aktiven und sämtlichen Helferinnen und Helfern der erwähnten Anlässe in der Hoffnung auf ein weiteres erfolgreiches Jahr der Beatenberger Jodler.

Beatenberg | 1. Februar 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 1.2.2020

Neue Personalverordnung und Strassenbezeichnungen

Der Gemeinderat hat die teilrevidierte Personalverordnung genehmigt. Ausserdem werden nächstes Jahr neue Strassenbezeichnungen eingeführt und die Bewilligung für ein Tagesfestival erteilt.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.Foto: Archiv

Der Gemeinderat hat die fünfte Teilrevision der Personalverordnung genehmigt. Sie tritt rückwirkend per 1. Januar in Kraft. Darin wurde unter anderem die Zulage für Nacht- und Wochenendarbeit gemäss kantonalem Personalrecht erhöht und der Stellenplan im Anhang III geändert.

Die Teilrevision kann auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg eingesehen werden oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich ist die Teilrevision auf www.beatenberg.ch (Gemeinde, Aktuell) aufgeschaltet, teit die Gemeinde mit. Gegen den Erlass der Teilrevision kann innert 30 Tagen seit der amtlichen Publikation (Frist bis 24. Februar) beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.

Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse in Sundlauenen

An der Gemeindeversammlung vom 5. April 2013 wurde beschlossen, dass 50 Prozent der Kosten des Strassenprojekts «Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse» in Sundlauenen von den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern übernommen werden, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Das Strassenprojekt wurde am 31. Mai 2018 abgenommen. Unterdessen wurde der Beitragsplan der Grundeigentümerbeiträge durch die kantonale Planungsgruppe Bern ausgearbeitet und vom Gemeinderat genehmigt. Der Kostenverteilplan liegt ab 30. Januar zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Die betroffenen Grundeigentümer wurden mit separater Verfügung auf die öffentliche Auflage aufmerksam gemacht, informiert die Gemeinde.

Die Unterlagen liegen bis am 2. März bei der Gemeindeverwaltung Beatenberg während der Schalteröffnungszeiten öffentlich auf.

Einführung der Strassenbezeichnungen

Die Gemeindeversammlung hat am 1. Dezember 2017 konsultativ beschlossen, neue Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg einzuführen. Am 23. April 2019 hat der Gemeinderat die definitiven Strassenbezeichnungen genehmigt. Gegen den Beschluss wurden fristgerecht zwei Beschwerden beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli eingereicht, so die Mitteilung. Das Regierungsstatthalteramt hat die Beschwerden am 6. Dezember 2019 abgewiesen. Die Umsetzungsarbeiten können nach Ablauf der Beschwerdefrist in Angriff genommen werden. Die Einführung der neuen Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg erfolgt per 1. Januar 2021. Zuvor werden etliche Umsetzungsarbeiten an die Hand genommen, lässt die Gemeinde verlauten.

Open-Air-Einzelbewilligung

Björn Keckeis aus Interlaken stellt ein Gesuch um gastgewerbliche Einzelbewilligung für das Open Air (Tagesanlass) vom 6. Juni im Wang/Bromättli. Der Gemeinderat hat das Gesuch mit der Empfehlung zur Erteilung der gastgewerblichen Einzelbewilligung mit Bedingungen und Auflagen an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet, lässt er verlauten. Die Nachbarn werden über den Anlass durch den Gesuchsteller direkt informiert. Das Open Air soll von 9.00 bis 22.00 Uhr dauern.

Trinkwasserqualität

Alle chemischen und mikrobiologischen Trinkwasserproben im Jahr 2019 lagen, soweit untersucht, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften, lässt die Gemeinde verlauten. Das Beatenberger Wasser stammt zu 91 Prozent aus eigenem Quellwasser und neun Prozent sind Fremdbezug bei den Industriellen Betrieben Interlaken. Das Quellwasser wird durch Flockung, Sandfiltration und Aktivkohle gefiltert und mit UV-Strahlen entkeimt, erklärt die Mitteilung. Die Gemeinde ruft dazu auf, Quell- und Grundwasser vor Umweltgefahren zu schützen: «Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebens- und Genussmittel».

Lehrstelle als Kaufmännische Angestellte

Ab 1. August wird auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg die dreijährige Lehrstelle als Kauffrau/Kaufmann frei. Bisher konnte die Lehrstelle nicht besetzt werden, schreibt die Gemeinde.

Bevölkerungsstatistik Beatenberg

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Gemeinde einen Einwohnerzuwachs von vier Personen. Fünf junge Persönchen erblickten das Licht der Welt und von 16 Personen musste die Gemeinde Abschied nehmen. Einwohnerstand (inklusive Wochenaufenthalt) per 31. Dezember 2019: 1293 Personen.

aus der Drachebergzytig Januar 2020

Beatenberg: Foto Gyger schliesst nach 60 Jahren

Nach etwas mehr als 60 Jahren wird das FotoKiosk- und Souvenirgeschäft, das von der Familie Gyger in zweiter Generation geführt wird, im Januar 2020 geschlossen. Damit verliert unser Dorf ein weiteres Geschäft mit einer grossen Tradition. Nachfolgend ein kleiner Einblick in die Geschichte bis zur Gegenwart: Emanuel Gyger übernahm 1958 das Fotogeschäft des Beatenberger Künstlers Paul Schmidt im Schweizerhaus. Er ist der Bruder des Fotographen Adolf Gyger aus Adelboden und eröffnete das Geschäft als eine Zweigstelle des damals bekannten Postkartenverlags aus Adelboden, der von deren Onkel nach dem 1. Weltkrieg gegründet wurde. Im Jahre 1962 fand sich eine geeignete Parzelle an der Dorfstrasse zum Bau des heutigen Geschäftshauses. Nach dem Umzug ins neue Lokal gründeten Marianne und Emanuel Gyger darauf hin ihren eigenen Postkartenverlag und die Familie schlug Wurzeln im Dorf. Der drittälteste Sohn Kurt absolvierte 1971 Adrian Deuschle erst eine Lehre als Feinmechaniker, um anschliessend in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. 1976 liess er sich zum Fotografen ausbilden und arbeitete von 1983 bis 1998 zusammen mit den Eltern im Geschäft. Während dieser Zeit entstanden viele Reportagen-, Landschaftsund Panoramabilder. Auch an manchen Hochzeitsfeiern waren sie anzutreffen, um die freudigen Momente festzuhalten. Die Bilder, damals noch analog auf Bildrolle aufgenommen, entwickelten sie im hauseigenen Fotolabor. Im Jahre 1998 übernahmen Kurt und seine Ehefrau Lotti das Geschäft und führten es erfolgreich weiter. Zusammen mit Kurts Bruder Marcus Gyger, der als freier Fotograf und Bildredaktor arbeitet, gründeten sie die Swiss Card Verlag AG, die Postkarten mit Sujets aus und im ganzen Berner Oberland vertreibt. Diese werden noch heute von Touristen wie Einheimischen in die ganze Welt verschickt. Darüber hinaus bestand eine enge Zusammenarbeit mit der damaligen Firma „Adventure World“ in Interlaken, die viele Aufträge generierte. Kurt entwickelte die Aufnahmen der abenteuerfreudigen Touristen, welche beim Canyoning, Bungee Jumping oder River Rafting fotografiert wurden. Das Sortiment im Geschäftslokal an der Dorfstrasse änderte sich über die Jahre und passte sich den Bedürfnissen der Zeit an. Von Fotokameras über Feldstecher, Zeitschriften, Spielwaren, Taschenmesser, Souvenirs bis hin zur Uhrenbatterie gab es einiges zu kaufen. Am 1. August wurde jeweils ein eigener Stand mit Feuerwerksartikeln vor dem Geschäft aufgebaut, hinter dem die dritte Generation der Familie tatkräftig mithalf. Mit dem Einzug des digitalen Zeitalters, dem veränderten Einkaufsverhalten, der Schliessung einiger Hotels und den damit fehlenden Gästen, wurde es zunehmend schwieriger, als Betrieb weiter zu bestehen. Eine kleine Anekdote hat mir Kurt bei meinem Besuch im Geschäft erzählt. So kam vor einiger Zeit eine Kundin ins Geschäft. Sie brachte eine Schachtel gefüllt mit etwa 1000 und wünschte von Kurt, dass er von diesen Negativen Bilder entwickeln solle. Beim Verlassen des Geschäftes erwähnte sie beiläufig, dass es ihr nicht eile – sie könne erst am nächsten Tag vorbeikommen, um die Bilder abzuholen! Sicher gäbe es noch viele Geschichten aus vergangener Zeit zu erzählen. Zurück bleibt ein grosses Archiv mit vielen Erinnerungen. Nun schliesst das Geschäft am 11. Januar 2020 und die Dorfgeschichte von Beatenberg ist um einige Seiten länger geworden. Ich danke Lotti und Kurt für das interessante Gespräch und wünsche ihnen für die Zukunft alles Gute.


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    Beatenberg in der Presse 2019

    Beatenberg | 21. Dezember 2019 aus der Jungfrauzeitung vom 21.12.2019

    Zwei neue Defis installiert

    Zu den zwei bestehenden Defibrillatoren installierte die Gemeinde kürzlich zwei weitere. Ausserdem wird ein ganzjähriger Halbstundentakt der Buslinie 101 weiter angepeilt.

    Neuerdings verfügt die Gemeinde über vier öffentlich zugängliche Defibrillatoren.

    Neuerdings verfügt die Gemeinde über vier öffentlich zugängliche Defibrillatoren.Foto: Sarah Neuhaus

    Im Dezember 2019 wurden zwei weitere öffentliche Defibrillatoren in Beatenberg installiert. Dies schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Die Standorte der beiden Defibrillatoren befinden sind vor dem Eingang der Gemeindeverwaltung und beim neuen Werkhof-Magazin in Sundlauenen. Die Standorte der bereits früher angeschafften Defibrillatoren beim Eingang zum Hallenbad (Mehrzweckgebäude Wydi) sowie bei der Liegenschaft von Rolf Zurbuchen, Zaun 547A, (ehemalige Post Waldegg) bleiben weiterhin bestehen.

    Weiter teilt die Gemeinde mit, dass die Regionalkonferenz Oberland-Ost das Anliegen für die Buslinie 101 einen ganzjährigen Halbstundentakt einzuführen im kantonalen Angebotsbeschluss aufgenommen und ergänzt hat. Über die definitive Einführung entscheidet das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern im Rahmen des Angebotsbeschlusses.

    Ab dem neuen Jahr wird Urs von Allmen neuer Vize-Feuerwehrkommandant. Dies beschloss der Gemeinderat, nachdem Christian Bühlmann nach 32 Jahren aktivem Feuerwehrdienst altershalber entlassen wurde.

    Weiter schreibt die Gemeinde, dass sie dem Jodlerklub Beatenberg die kostenlose Benutzung des Parkplatzes Wydi sowie verschiedener Räumlichkeiten im Schulhaus Spirenwald und Mehrzweckgebäude Wydi für die Ausführung des Jodlertreffens der Jungfrauregion im Mai gestattet.

    Schliesslich informiert die Gemeinde darüber, dass im Zusammenhang mit der Petition für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Waldeggstrasse, Abschnitt Hotel Regina bis Lauenen, ein Messgerät zur Erhebung von Verkehrsdaten beim Alphotel Eiger vom 11. bis zum 17. September aufgestellt wurde. Die Auswertung zeige, dass in dieser Zeit total 6192 Fahrzeuge gemessen wurden und die Durchschnittsgeschwindigkeit 32 Kilometer pro Stunde betrug.

    Das Panorama-Dorf soll belebt werden

    Beatenberg 17.11.2019 aus der BZ

    Die Bevölkerung diskutierte Visionen und konkrete Schritte zur Belebung des Beatenberger Ortsteils Spirenwald.Sonntag 17. November 2019 17:20 von Monika Hartig

    Visionen gesucht: Der Beatenberger Ortsteil Spirenwald soll aufgewertet und belebt werden.

    Visionen gesucht: Der Beatenberger Ortsteil Spirenwald soll aufgewertet und belebt werden.

    (Bild: Monika Hartig)

    «Unser Dorf ist wunderschön, mit toller Aussicht, ruhig und naturnah. Doch in den Ortskernen sieht man Hotelruinen, Lädelisterben, starken Durchgangsverkehr und unattraktive Fusswege», findet Gemeindepräsident Roland Noirjean. Der Gemeinderat von Beatenberg will die Entwicklung des Dorfs vorantreiben und die Ortskerne beleben.

    Dazu fand am Freitag im Kongresssaal ein öffentlicher Workshop mit etwa 90 Teilnehmern statt. Diskutiert wurde, wo Beatenberg 2035 stehen soll und mit welchen konkreten Massnahmen man diese Ziele erreichen will. Frühere Anläufe für Optimierungen versandeten jeweils rasch. Das soll sich ändern: Fachlich unterstützt wird die Gemeinde bei der Ortsentwicklung von der Beraterfirma IC Infraconsult AG in Bern.

    Entwicklung früher – heute

    Referent Daniel Studer sprach von den touristischen Anfängen Beatenbergs zur Zeit der Belle Epoque oder zur Nachkriegszeit: «In den Siebzigerjahren waren viele Bergorte sehr beliebt. Dazumal erbaute man das Hotel Dorint. Die Impulse aus dieser Zeit prägen das Ortsbild bis heute.» Dies sei die Grundzutat, die weiter zu entwickeln sei. Anfangen will man damit im Ortskern Spirenwald, der sich vom Schoren bis etwa zur Kirche hinzieht.

    Die wichtigsten Brennpunkte: Tourismus (Parkhotel), öffentlicher Raum (Wydiparkplatz), Immobilien wie Jungfrau und Beauregard, die Strassen mit Läden, das Mehrzweckgebäude mit Hallenbad und Energie/Fernheizung. Noirjean fragte die Anwesenden: «Wollt ihr zum Beispiel, dass aus dem Wydiparkplatz ein schöner Dorfplatz wird? Wärt ihr als Steuerzahler bereit, Jungfrau und Beauregard für eine Million Franken zu kaufen? Denn abbrechen kann man die Häuser nicht.» Als Diskussionsgrundlage diente eine neue Broschüre, die vom Gemeinderat erarbeitete strategische Schwerpunkte und Stossrichtungen vorgibt.

    «Beatenberg der Zukunft»

    Die Workshopteilnehmer sollten ihre Ideen und Visionen für die Zukunft des Bergdorfs präsentieren: zu Themen wie öffentliche Begegnungen, Verkehrssituation, Förderung von neuem Gewerbe und Dienstleistungen oder neue Aktivitäten und Events. Moderiert wurden die Gruppendiskussionen von den Gemeinderatsmitgliedern. Die Bevölkerung wünscht sich etwa einen zentralen begrünten Treffpunkt mit Brunnen, Bänken und einladendem Ambiente. Ruhe und Erholung im Dorf sollten aktiver beworben werden, insbesondere für Senioren.

    Wiederkehrende Anlässe wie ein Märit oder Drachenfeste sollen Gäste anziehen. Auch ein Erlebnispark für die Jugend wäre ein Magnet. Die Flanierzone mit Läden und Hotels soll in kleinen Schritten, die sich rasch umsetzen lassen, aufgewertet werden. Gewünscht wird auch, dass Energiemassnahmen wie etwa Solarpaneele gefördert und private Akteure mehr unterstützt werden. Wichtig fände die Einwohnerschaft einen Wärmeverbund mit regionalem Holz und einen Holzumschlagplatz.

    Strassen und Verkehr

    Die Dorfstrassen sollen fussgängerfreundlicher gestaltet und die Strassenränder zur Sicherheit bei Nebel mit Leitlinien markiert werden. Etliche Einwohner wünschen sich einen Shuttlebus vom Ortsteil Waldegg bis zur Station Niederhornbahn. Die Postautos sollten morgens früher und ganztags im Halbstundentakt fahren. Auch der Cartourismus soll gefördert werden.

    Gemeindepräsident Noirjean: «Es sind etliche neue Ideen dabei.» Auf der Gemeindewebsite können ab dem 2. Dezember Interessierte an einer Umfrage zum Thema teilnehmen. Die Ergebnisse sollen später kommuniziert und die besten Vorschläge zeitnah umgesetzt werden. «Solange ich Gemeindepräsident bin, werden diese Ideen nicht versanden», versprach Roland Noirjean den Anwesenden.

    SKILIFT HOHWALD BEATENBERG 24. NOVEMBER 2019 aus der Jungfrauzeitung vom 24.11.2019

    Neuer Pächter in letzter Minute gefunden

    Künftig werden die Pächter des Bären Bönigen, Alfred Tschabold und Dominique Zumbrunn, die Alphütte Hohwald betreiben. Der Saisonstart ist für den 21. Dezember vorgesehen.

    Alfred Tschabold und Dominique Zumbrunn wirtschaften künftig auch in Beatenberg.

    Alfred Tschabold und Dominique Zumbrunn wirtschaften künftig auch in Beatenberg.Foto: Rabea Grand

    Am Donnerstag wurde an der Generalversammlung im Hotel Regina «in letzter Minute» bekannt gegeben, dass Alfred Tschabold und Dominique Zumbrunn aus Bönigen künftig die Alphütte Hohwald pachten werden. Die beiden betrieben in den letzten 15 Jahren das Restaurant Eigernordwand auf der Kleinen Scheidegg. Aktuell sind sie im Restaurant Bären in Bönigen tätig. Der Verwaltungsrat freue sich ausserordentlich auf eine gute Zusammenarbeit, schreibt er in einer Mitteilung.

    Durchzogene Saison

    Leider sei das ersehnte Weiss letzten Winter über Weihnachten und Neujahr ausgeblieben und der Skilift konnte erst Mitte Januar den Betrieb aufnehmen, heisst es weiter in der Mitteilung. Dank des schönen Wetters im Februar konnte der Schaden aber in Grenzen gehalten werden – die Skilift Hohwald AG könne auf eine durchschnittliche Saison zurückblicken. Der Skilift war an 52 Tagen in Betrieb und konnte insgesamt 61’378 Gäste befördern, der Ertrag aus diesen Beförderungen belief sich auf 127’766 Franken. Die letzten Winter eingeführte Parkplatz-Bewirtschaftung sei für die AG ein voller Erfolg gewesen. Bereits im ersten Jahr seien die Investitionskosten vollumfänglich eingenommen worden. Zusätzlich konnte die Skilift Hohwald AG rund 12’000 Franken als Ertrag gutschreiben.

    Das kleine Skigebiet erhält Unterstützung von der Gemeinde und von Beatenberg Tourismus.

    Das kleine Skigebiet erhält Unterstützung von der Gemeinde und von Beatenberg Tourismus.Foto: zvg

    Unterstützung seitens Gemeinde

    Auch im vergangenen Geschäftsjahr erhielt die AG finanzielle Unterstützung von der Gemeinde und von Beatenberg Tourismus. Dank diesen Beiträgen kann die AG wiederum einen Gewinn von 20’791 Franken verbuchen. Der Verlustvortrag sinkt somit auf 83’554 Franken.

    Tourismus-Delegierter im Verwaltungsrat

    Zur Wiederwahl stand der Verwaltungsratspräsident Peter Grossniklaus. Er wurde ohne Gegenstimme wiederum für drei Jahre gewählt. Da Beatenberg Tourismus jedes Jahr einen namhaften Beitrag an den Skilift bezahlt, wünschten sie sich einen Sitz im Verwaltungsrat, heisst es in der Mitteilung. Somit wurde Urs Grossniklaus neu als Delegierter von Beatenberg Tourismus in den Verwaltungsrat gewählt.

    Der Saisonstart ist auf den 21. Dezember vorgesehen, heisst es weiter. Fällt vorher Schnee, wird schon an den Wochenenden davor gefahren.

    BEATENBERG 20. NOVEMBER 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Neue Kirchgemeindepräsidentin

    Letzten Sonntag trafen sich die Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde zur Versammlung. Es galt einen Ersatz für den abtretenden Präsident, Rudolf Schatzmann, zu wählen.

    Am vergangenen Sonntag fand die vom Präsidenten Rudolf Schatzmann geleitete Kirchgemeindeversammlung der Gemeinde Beatenberg statt. Das von der Kassierin Sonja Zumstein erläuterte Budget 2020 wurde einstimmig genehmigt, teilt die Kirchgemeinde in einer Meldung mit. Ebenfalls einstimmig wurde beschlossen, den Steuerfuss nicht zu verändern.

    Per Ende Jahr tritt Rudolf Schatzmann von seinem Amt als Präsident zurück. Als Nachfolgerin wurde Marianna Mattenberger einstimmig gewählt. Aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeit als Kirchgemeinderätin wird im Rat eine Vakanz entstehen, welche noch nicht besetzt werden konnte. Am Ende der Versammlung bedankte sich der Präsident bei allen Beteiligten für ihren Einsatz.

    BEATENBERG 6. NOVEMBER 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Bevölkerung soll ab 2021 weniger Steuern zahlen

    Der bereits verabschiedete Finanzplan für die Jahre 2020 bis 2024 musste überarbeitet werden. Grund dafür sind Grundlagendaten, die sich geändert haben: Künftig soll die Steueranlage um einen Zehntel gesenkt werden.

    In Beatenberg wird ab 2021 mit einem tieferen Steuersatz gerechnet.

    In Beatenberg wird ab 2021 mit einem tieferen Steuersatz gerechnet.Foto: Pixabay

    Der Finanzplan wurde am 12. August durch den Gemeinderat genehmigt. In der Zwischenzeit hätten sich aber etliche finanzrelevante Grundlagendaten verändert, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Dies resultierte darin, dass der Finanzplan 2020 bis 2024 überarbeitet werden musste. Weiter hiess es, dass im aktualisierten Finanzplan ebenfalls ab dem Jahr 2021 mit einer Senkung der Steueranlage vom 1.98-fachen Einheitssatz, bis ins Jahr 2020, für die Gemeindesteuern auf neu 1.88-fachen Einheitssatz gerechnet worden sei. Ein Steuerzehntel beträgt rund 140’000 Franken. Die Auswirkungen der Steuergesetzrevision 2021 sowie die allgemeine Neubewertung der nicht landwirtschaftlichen Grundstücke und Wasserkräfte sind, soweit bekannt, seien im Finanzplan berücksichtigt.

    Hohe Investition erwartet

    In den Planjahren 2020 und 2021 entstehen Ertragsüberschüsse im Allgemeinen Haushalt, heisst es in der Mitteilung. In den Jahren 2022 bis 2024 werden kleinere Aufwandüberschüsse ausgewiesen. Der prognostizierte Bilanzüberschuss des Allgemeinen Haushalts per Ende Dezember 2024 beträgt rund 1’400’000 Franken. Dies entspricht rund zehn Steuerzehnteln.

    Die finanzielle Situation des allgemeinen Haushalts könne somit als genügend bewertet werden, schreibt die Gemeinde. Infolge der sehr hohen Investitionen nimmt die Verschuldung jedoch sehr stark zu. Die mittel- und langfristigen Schulden per Ende Jahr 2024 betragen – sofern alle Projekte wie im Investitionsprogramm geplant ausgeführt werden – rund acht Millionen Franken. Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung weist per Ende Planungsperiode 2024 einen sehr hohen Bilanzfehlbetrag auf.

    Die Spezialfinanzierungen Abwasser- und Abfallentsorgung weisen per Ende Planjahr 2024 Bilanzüberschüsse aus. Der überarbeitete Finanzplan kann bei der Gemeindeverwaltung Beatenberg eingesehen oder bezogen sowie online heruntergeladen werden. Über die Ergebnisse des Finanzplanes wird an der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember orientiert.

    Budget 2020

    Das Gesamtergebnis des Budgets 2020 der Einwohnergemeinde Beatenberg schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 111’500 Franken bei einer Steueranlage 1.98 (unverändert) ab, wobei zu beachten ist, dass der Allgemeine Haushalt mit einem Ertragsüberschuss von 51’600 Franken abschliesst. Dieser positive Überschuss muss aber nach den Vorschriften des Harmonisierten Rechnungslegungsmodells 2 abgeschrieben werden. Somit schliesst der Allgemeine Haushalt ausgeglichen ab. Der voraussichtliche Bilanzüberschuss per Ende 2020 beträgt rund 1’447’000 Franken. Der Gemeinderat hat das Budget 2020 zuhanden der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember verabschiedet.

    Schutzwaldpflege Lood-Schafschürli-Lee; Nachkredit für Sturmschäden

    Im Jahr 2017 genehmigte der Gemeinderat die Vereinbarung zum Schutzwaldpflegeprojekt Lood-Schafschürli-Lee. Die Gemeinde übernahm die Trägerschaft dieses Projekts. Aufgrund des heftigen Sturms vom 6. August fiel der Aufwandüberschuss zu Lasten der Gemeinde als Trägerschaft höher aus, als ursprünglich angenommen. Der Gemeinderat hat deshalb einen Nachkredit zu den gebundenen Ausgaben über 27’000 Franken beschlossen. Nach Abzug der Beiträge und des Holzerlöses verbleiben der Gemeinde noch Restkosten von etwa 7000 Franken.

    Ehrungen

    Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember werden Personen für herausragende Leistungen in Sport, Beruf und Kultur im Jahr 2019 geehrt.

    Mehrzweckgebäude Wydi

    Auf die ausgeschriebene Stelle als MitarbeiterIn im Mehrzweckgebäude Wydi mit einem Beschäftigungsgrad von 70 Prozent gingen sieben Bewerbungen ein. Andreas Huber aus Thun arbeitet ist seit Mitte Oktober als Angestellter im Mehrzweckgebäude und als Stellvertreter des Betriebsleiters mit einem Beschäftigungsgrad von 50 Prozent angestellt. Weiter wird Jeannette Graf aus Reutigen ihre Tätigkeit ab dem 1. Januar 2020 als Angestellte im Mehrzweckgebäude mit einem Beschäftigungsgrad von 20 Prozent aufnehmen.

    Tageskarte Gemeinde

    Auch im Jahr 2020 können wie bisher zwei Karten pro Tag auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg bezogen werden. Die Tageskarte kostet 50 Franken. Das Sonderangebot gilt weiterhin. Nicht verkaufte Tageskarten von Montag bis Freitag werden am Tag ihrer Gültigkeit während den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung für 25 Franken verkauft. Die Tageskarte vom Samstag und/oder Sonntag kann jeweils am vorangehenden Freitag ab 11.00 bis 11.30 Uhr für 25 Franken am Schalter der Gemeindeverwaltung gekauft werden. Bezugsberechtigt sind nur Personen mit Wohnsitz Beatenberg. Bei online oder telefonischen Reservationen gilt jedoch nach wie vor der normale Preis von 50 Franken.

    BEATENBERG  23. OKTOBER 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Miss Schöneuter und Miss Protein sind gewählt

    Die diesjährige Miss Beatenberg heisst Kevina und gehört der Familie Schmocker.

    Die diesjährige Miss Beatenberg heisst Kevina und gehört der Familie Schmocker.Foto: Beatenberg Tourismus

    Gewinner gab es wieder einige an der diesjährigen Herbstviehschau in Beatenberg, heisst es in einer Mitteilung. Die neue Herzensdame des Dorfes heisst Kevina der Familie Ueli und Erika Schmocker und wurde für ein Jahr zur Miss Beatenberg vom Publikum gewählt. Der Alpkäse, welcher durch den Vorjahressieger gespendet wurde, ging an Levin Gafner aus Beatenberg. Eine Fachjury entschied über die Vergabe der Titel Miss Schöneuter. Gewonnen hat in dieser Kategorie Kuh Lerche von Familie Hansueli und Andrea Aebersold. Miss Protein wurde Ursina von der Familie Werner und Elsi Schmocker. Nach dem eher nebligen und durch leichten Regen getrübten Morgen, erwärmte schon gegen Mittag die Sonne den Platz und das Gemüt. Eine gute Stimmung unter den Gästen und Teilnehmenden sorgte für eine fröhliche Atmosphäre.

    BEATENBERG 17. OKTOBER 2019 aus der jungfrauzeitung

    Braucht es eine Kindertagesstätte?

    Um das Bedürfnis nach einer Kita abzuklären, können sich Beatenberger Eltern aktuell bei einer entsprechenden Umfrage der Gemeinde Beteiligen.

    In Beatenberg geht man aktuell der Frage nach, ob die Gemeinde künftig eine Kita benötigt.

    In Beatenberg geht man aktuell der Frage nach, ob die Gemeinde künftig eine Kita benötigt.Foto: Nora Devenish

    In den Legislatur- und Jahreszielen 2019 bis 2022 des Gemeinderats wurde festgelegt, das Bedürfnis einer Kindertagesstätte in Beatenberg mittels Umfrage bei den Eltern abzuklären. Dies lässt die Gemeinde in einer Mitteilung verlauten. Alle Eltern mit Kindern bis zehn Jahren haben deshalb Mitte September einen Fragebogen zur Bedürfnisabklärung für die familienexterne Kinderbetreuung in Beatenberg erhalten.

    Mehr Unterhalt beim MZG

    Andreas Striewski hat seine Anstellung als Angestellter Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi auf Ende November gekündigt, so die Mitteilung weiter. Seit September arbeitet Barbara Reber aus Beatenberg in Teilzeit als Angestellte MZG Wydi. Die vakante Stelle von Andreas Striewski wurde zur Neubesetzung ausgeschrieben. Insgesamt wird der Stellenetat für das MZG Wydi neu 200 Prozent, statt wie bisher 180 Prozent. «Die Erhöhung der Stellenprozente ist hauptsächlich auf Personalwechsel, steigenden Unterhaltsaufwand sowie höhere Anforderungen im Hygiene-, Gefahren- und Sicherheitsbereich zurückzuführen», so die Begründung des Gemeinderates.

    Befristete Vermietung Carparkplätze

    Aufgrund eines Gutachtens bezüglich zulässiger Nutzlast darf die Bella Vista Hotel Management AG (Betreiberin Hotel Schönegg) keine Cars mehr auf dem Parkplatz Lood der Niederhornbahn AG abstellen. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, ausnahmsweise zwei Abstellplätze für Reisebusse auf dem Parkplatz Wydi mittels Mietvertrag und entsprechenden Auflagen befristet vom 1. September bis 31. Oktober an die Bella Vista Hotel Management AG zu vermieten.

    Neue Entsorgungsregeln in Sundlauenen

    Aufgrund der neuen Platzsituation der Entsorgungen in Sundlauenen und Anregungen aus der Bevölkerung wurden die Möglichkeiten der Alu-Entsorgung abgeklärt. Gemäss Entsorgungsfirma sei das Separieren von Aluminium und Weissblech ohne grossen Aufwand möglich. Deshalb kann das Haushaltsaluminium zusammen mit dem Weissblech in den bestehenden Containern gesammelt werden. Im bestehenden Weissblechcontainer in Sundlauenen kann nun per sofort auch das Haushaltsaluminium entsorgt werden. Entsprechende Aufkleber wurden angebracht.

    LOGIERNÄCHTESTATISTIK14. OKTOBER 2019

    Stabile Zahlen im August

    Gegenüber dem August des Vorjahres veränderten sich die Übernachtungszahlen im Berner Oberland insgesamt kaum. Innerhalb der Region kam es aber zu deutlichen Verschiebungen.von Yves Brechbühler

    Bei den Schweizer Gästen war das Saanenland besonders beliebt.

    Bei den Schweizer Gästen war das Saanenland besonders beliebt.Foto: Gstaad Marketing GmbH

    Gegenüber dem Vorjahr veränderten sich im August die Logiernächte in den Berner Oberländer Hotels insgesamt kaum. Das geht aus den provisorischen Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervor. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 0,1 Prozent auf 563’622 Logiernächte zu. Gleichzeitig nahm die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Gast ganz leicht ab von 2,10 auf 2,09 Nächte pro Gast.

    Deutliche Verschiebungen

    Innerhalb des Berner Oberlandes kam es gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr zu grösseren Verschiebungen. Den grössten Zuwachs an Logiernächten verzeichneten die Hotels in Gstaad-Saanen mit rund 6000 LN mehr und in Grindelwald mit rund 4500 LN mehr. Den absolut grössten Rückgang musste Interlaken verkraften mit rund 8000 LN weniger. Auch in Wilderswil (–3000 LN) gingen die Zahlen deutlich zurück.

    Mehr Schweizer

    Einmal mehr konnte das Saanenland bei seinem Zuwachs auf die Schweizer Gäste zählen. Gut die Hälfte der zusätzlichen Logiernächte gingen auf deren Konto. Der Rest des Zuwachses verteilte sich auf die Gäste aus Europa und den USA. Auch Grindelwald durfte mehr Schweizer begrüssen (+1000 LN), der restliche Zuwachs war auf die unterschiedlichen Herkunftsländer verteilt. Von den grossen Märkten musste Grindelwald einzig bei Saudi-Arabien einen Rückgang verkraften.

    Weniger Amerikaner

    Der Rückgang in Interlaken war hauptsächlich auf die sinkende Nachfrage aus dem europäischen Raum und aus den USA (–3000 LN) zurückzuführen. Auch der Zuwachs bei den asiatischen Gästen (China +1500 LN, Korea +1500 LN) vermochte diesen Rückgang nicht auszugleichen, zumal auch aus Saudi-Arabien weniger Gäste kamen (–1500 LN). Immerhin erfreulich für Interlaken: Die Übernachtungszahlen der Schweizer Gäste blieben stabil. In Wilderswil übernachteten weniger Gäste aus den USA (-500 LN), China (–1000 LN), Korea (–800 LN) und Saudi-Arabien (–800 LN).

    Logiernächte (LN) August 2019
    OrtAnkünfte August 2018LN August 2018Ankünfte August 2019LN August 2019Veränderung LN in %
    Adelboden10’48324’64310’64325’1572.1%
    Aeschi2549457224003837-16.1%
    Diemtigen487980610124326.8%
    Frutigen7631393767162416.6%
    Kandergrund7209527329813.0%
    Kandersteg835716’516861915’361-7.0%
    Krattigen*****
    Oberwil*****
    Reichenbach2986556029615248-5.6%
    Spiez903416’600922017’7356.8%
    Wimmis*****
    Beatenberg829218’537820717’944-3.2%
    Bönigen22995060216952503.8%
    Brienz900214’929847514’636-2.0%
    Brienzwiler  ***
    Grindelwald42’13884’70944’03189’0345.1%
    Gsteigwiler*****
    Gündlischwand*****
    Guttannen2551323519072636-18.5%
    Habkern*****
    Hasliberg488011’124549712’34911.0%
    HofstettenbeiBrienz*****
    Innertkirchen29894552311346782.8%
    Interlaken44’76998’73044’89690’553-8.3%
    Iseltwald18313616200337844.6%
    Lauterbrunnen31’61278’23931’47377’119-1.4%
    Leissigen17343793177238531.6%
    Lütschental*****
    Matten44929218512810’0438.9%
    Meiringen6542914660358205-10.3%
    Niederried*****
    Oberried*****
    Ringgenberg216944052483532220.8%
    Saxeten*****
    Schattenhalb963158896916463.7%
    Unterseen881819’622900919’247-1.9%
    Wilderswil789616’994616513’833-18.6%
    Boltigen*****
    Gsteig*****
    Lauenen*****
    Lenk589012’593610312’9723.0%
    Saanen18’07643’93418’22149’77113.3%
    St. Stephan*****
    Zweisimmen101113241150189242.9%
    Amsoldingen*****
    Forst-Längenbühl*****
    Heiligenschwendi*****
    Heimberg*****
    Hilterfingen2305433822814276-1.4%
    Horrenbach-Buchen*****
    Oberhofen*****
    Reutigen*****
    Sigriswil546615’619592416’4995.6%
    Steffisburg*****
    Thun11’62816’28711’26016’6822.4%
    Uetendorf*****
    Wachseldorn*****
    Total268’190563’231269’781563’6220.1%
    *) Wenn die Zahlen von weniger als drei Betrieben stammen, werden sie aus Datenschutzgründen nicht genannt.

    BEATENBERG 14. OKTOBER 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Gesungene Dorfgeschichte

    Der Gemischte Chor Beatenberg singt sich durch die Zeitalter seines Heimatorts und erzählt zwischendurch und unter anderem, weshalb «Sant Batten» auch schon «die Mandschurei» geheissen wurde.

    Beinahe hundert Jahre ist es her, dass der Gemischte Chor Beatenberg mit Gründungsjahr 1923 sich erstmals zum Proben zusammenfand. In seinem aktuellen Programm jedoch erinnert sich der Gesangsverein weit früherer Zeiten. Unter der musikalischen Leitung von Anne Müller führen uns die Sängerinnen und Sänger durch die Geschichte des Ortes, welche Hans-Peter Grossniklaus anhand von gelesenen Anekdoten illustriert.

    Beginnend bei lateinischen Urkunden, über die Rettung des in Silber gefassten Heiligenschädels des St. Beatus, unglücklich verliebten Vikaren bis hin zur touristischen Blüte in der Belle Epoque und verschollenen Übersee-Auswanderern, erfährt das Publikum von manch einem Schwank, der sich aus dem «Heimatdörfli» berichten lässt. Entsprechende Chorlieder aus verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Sprachen lassen die Erinnerungen klingen und laden zur musikalischen Zeitreise ein.

    Beatenberger Geschichten und Chormusik

    Der Gemischte Chor Beatenberg lädt am kommenden Sonntag um 17.00 Uhr in der Reformierten Kirche Beatenberg zum Konzert.

    BEATENBERG 18. AUGUST 2019 aus der Jungfrauzeitung vom 19.8.2019

    Gemeinde spendet Glocke für Amtsschau

    Die Revision der Gefahrenkarte zeigt, dass die Massnahmen der letzten Jahre nur punktuell fruchteten. Die Gemeinde informiert die Bevölkerung nun über die Resultate. Ferner hat sie eine positive Stellungnahme zum Ersatz der Sagigrabenbrücke beim Kanton eingereicht. Für die Amtsschau der Fleckviehzuchtvereine 2020 will sie eine Glocke spenden.

    Der Gemeinderat hat beschlossen, der Amtsschau 2020 der Fleckviehzuchtvereine und -genossenschaften des Amts Interlaken-Oberhasli eine Glocke im Wert von 230 Franken zu spenden. Die Amtsschau findet alle sechs Jahre statt. Die Züchter können dabei ihre schönsten Zuchttiere ausstellen.

    Wiederbelebung des Ortskerns

    Für den Prozess zur Belebung des Ortskerns Spirenwald wurde der IC Infraconsult AG aus Bern ein Auftrag für die Phase eins erteilt. Unterdessen fand die Klausurtagung des Gemeinderats zur Ortsentwicklung statt und ein erster Meilenstein konnte gesetzt werden. Der Gemeinderat hat entschieden, die Phase zwei in Angriff zu nehmen und hat der IC Infraconsult AG den entsprechenden Auftrag zur Belebung der Ortskerne erteilt. Es wird zu gegebener Zeit eine öffentliche Veranstaltung stattfinden.

    Ersatz Sagigrabenbrücke

    Bis am 9. August erhielt die Bevölkerung Gelegenheit, sich zum Vorhaben «Ersatz Brücke über Sundgraben» zu äussern. Obwohl es sich um ein Vorhaben des Kantons Bern respektive eine Kantonsstrasse handelt, ist die Gemeinde direkt oder indirekt betroffen. Aus diesem Grund wurde durch den Gemeinderat eine positive Stellungnahme mit Mitwirkungseingaben zum Ersatz der Sagigrabenbrücke eingereicht.

    Revision Gefahrenkarte Sundlauenen

    Nachdem die Hochwasserschutzmassnahmen in Sundlauenen letztes Jahr abgeschlossen wurden, wurde zwei Geologiebüros der Auftrag für die Revision der Gefahrenkarte Sundlauenen erteilt. Das Büro geo7 hat die Beurteilung der Wassergefahren vorgenommen. Dabei wurden sowohl sämtliche Gräben und Bäche wie auch der Thunersee einbezogen. Wie sich herausstellte, haben die Hochwasserschutzmassnahmen das Ziel erreicht, sämtliche bewohnten Gebäude aus der roten Gefahrenzone herauszubringen. Dennoch bleiben einige Gebäude in der blauen und gelben Gefahrenzone. Das Büro Impuls AG hat die Sturzgefahren beurteilt. Aufgrund der Ereignisse in den letzten Jahren ist die Situation im Bereich der Lände anders als in der bisherigen Gefahrenkarte enthalten. Die in den letzten Jahren unternommenen Massnahmen haben nur punktuell etwas gebracht. Mittels Informationsveranstaltung sollen nun die Resultate der Bevölkerung von Sundlauenen vorgestellt werden. Dieser Anlass findet morgen Montag um 19.30 Uhr im ehemaligen Schulhaus Sundlauenen statt.

    Elektronisches Baubewilligungsverfahren

    Ab 1. September startet die Gemeinde Beatenberg zusammen mit weiteren Gemeinden im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli den Betrieb des Elektronischen Baubewilligungsverfahrens (eBau) des Kantons Bern. Mit eBau können künftig Baugesuche elektronisch eingereicht werden. Das Ausfüllen von eBau funktioniert ähnlich wie das Ausfüllen der Steuererklärung Taxme

    BEATENBERG 7. JUNI 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Nachkredit notwendig

    Der Gemeinderat hat auf die Zusatzkosten für die Aufhebung der ARA Wang und den Anschluss an die ARA Interlaken reagiert. Zudem haben die Verantwortlichen die Resolution «zum Erhalt der Gemeindevielfalt» genehmigt und gehen auf die Vorgaben von Wasserbezug ab Hydranten ein.

    Der Beatenberger Gemeinderat hat für die Aufhebung ARA Wang und den Anschluss an die ARA Interlaken einen Nachkredit zu gebundenen Ausgaben im Betrag von 400’000 Franken beschlossen. Dies teilen die Verantwortlichen in einem Schreiben mit. Zudem haben die Verantwortlichen die Jahresrechnung des Gemeindeverbands Altersheim genehmigt.

    Gesamtkredit von 2,615 Millionen Franken

    Die Aufhebung der ARA Wang ist gemäss den Verantwortlichen auf das langwierige Bewilligungsverfahren und Mehraufwände der Ableitung zurückzuführen. Zudem verursacht die Kapazitätserweiterung der Pumpendruckleitung Neuhaus – Eichzun in Unterseen Mehrkosten, bei der sich die Gemeinde Beatenberg beteiligen muss. Der Gesamtkredit aus dem Verpflichtungskredit von 2,215 Millionen Franken, der an der Gemeindeversammlung beschlossen worden ist, und dem Nachkredit zusammen beträgt damit 2,615 Millionen Franken.

    Voraussichtlich könne mit Subventionen des Amts für Wasser und Abfall an den beitragsberechtigten Kosten mit einem Beitragssatz von 30 Prozent gerechnet werden. Zusätzlich werden einige Aufwendungen mit 15 Prozent Zuschlag (für regionale Zusammenschlüsse) subventioniert. Gegen den Beschluss kann innert 30 Tagen seit der amtlichen Publikation bis 24. Juni beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.

    Beitragsgesuch gestellt

    Weiter teilt der Gemeinderat mit, dass der Vorstand des Gemeindeverbands Altersheim Beatenberg und Habkern die Jahresrechnung 2018 dem Gemeinderat unterbreitet hat. «Der Gemeinderat hat die Jahresrechnung 2018 mit einem Ertragsüberschuss von 2323 Franken genehmigt und die Nachkredite von 101’890 Franken zur Kenntnis genommen», heisst es weiter. Zudem hat die Flurgenossenschaft Beatenberg ein Beitragsgesuch für das Projekt «periodischer Strassenunterhalt Amisbühl – Rischeren» gestellt. Der Gemeinderat hat den Gemeindebeitrag von 20 Prozent, 19’801 Franken, an die Restkosten zugesichert.

    Anlässlich der Landsgemeinde «zur Erhaltung der Gemeindevielfalt» am 30. April ist eine Resolution «zum Erhalt der Gemeindevielfalt» hervorgegangen. Diese Resolution hat die Gemeinde Wimmis anschliessend an alle bernischen Gemeinden zur Genehmigung zugestellt. Der Gemeinderat Beatenberg hat diese genehmigt. Die Gemeinde Wimmis wird die Resolution Anfang Juni gesamthaft an das Kantonsparlament und die Kantonsregierung überweisen.

    Wasserbezug ab Hydranten

    In seiner Mitteilung informiert der Gemeinderat auch über den Wasserbezug ab Hydranten. «Jede Wasserentnahme aus Hydranten, ausser zu Löschzwecken, ist untersagt. Über Ausnahmen und Bewilligungen entscheidet die Wasserversorgung», teilen die Verantwortlichen mit. Aufgrund von Problemen bezüglich illegaler und unsachgemässer Wasserbezüge ab Hydranten habe der Gemeinderat beschlossen, per sofort keine Ausnahmen, ausser für Bauwasser, mehr zu gewähren.

    «Der Bauwasserbezug bedarf in jedem Fall einer Bewilligung der Bauverwaltung. Diese Bewilligung wird nur im äussersten Ausnahmefall erteilt, wenn kein Bezug ab einer Hausanschlussleitung möglich ist. Lediglich die Feuerwehr und die Wasserversorgung sind befugt, Hydranten ohne Bewilligung zu benutzen.» Widerhandlungen werden gemäss Mitteilung durch den Gemeinderat mit Busse gemäss Gemeindegesetzgebung bestraft. Vorbehalten bleiben die weiteren kantonalen und eidgenössischen Strafbestimmungen.

    BEATENBERG 6. JUNI 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Gutes Ergebnis wegen höheren Steuereinnahmen

    Vor der Gemeindeversammlung informierten die Räte über die Jahresrechnung 2018, die mit einem Ertragsüberschuss von 594’393 Franken abgeschlossen wird. Zudem thematisierten sie die Analyse der Zweitwohnungsentwicklung sowie die Prüfung von Abendkursen in die Gemeinde.

    Die Gemeinde Beatenberg blickt positiv auf die Jahresrechnung 2018.

    Die Gemeinde Beatenberg blickt positiv auf die Jahresrechnung 2018.Foto: Florian Wehrli

    Die Jahresrechnung 2018 der Gemeinde Beatenberg schliesst mit einem ausserordentlich guten Ergebnis ab. Dies teilen die Verantwortlichen in einer Mitteilung mit. Im Allgemeinen Haushalt beträgt der Ertragsüberschuss 594’393 Franken. Ohne die Vornahme von zusätzlichen Abschreibungen von 142’427 Franken (finanzpolitische Reserve), wie diese nach dem Harmonisierten Rechnungslegungsmodell zwei (HRM2) vorgeschrieben sind, würde der Ertragsüberschuss sogar sehr gute 736’820 Franken betragen.

    Spezialfinanzierungen mit Aufwandüberschüssen

    «Zudem wurden in Kompetenz des Gemeinderates Mehrausgaben für die Verbesserung der Infrastruktur von rund 208’000 Franken beschlossen und ausgegeben, weil die Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 2017 keiner Steuersenkung zugestimmt hat», so die Gemeinde weiter. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 421’591 Franken ab, da die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall mit Aufwandüberschüssen abschliessen.

    Dieses sehr gute Ergebnis sei hauptsächlich auf höhere Steuereinnahmen gegenüber dem Budget von rund 490’000 Franken zurückzuführen. Der Bilanzüberschuss per 31. Dezember beträgt 1’446’967 Franken. Total betrugen die Nachkredite 539’429 Franken. Davon waren 246’556 Franken gebunden, und 292’873 Franken lagen in der Kompetenz des Gemeinderates.

    Analyse Zweitwohnungsentwicklung

    Die Gemeinde Beatenberg gehört zu den Gemeinden, welche gemäss kantonalem Richtplan verschärfte Massnahmen bezüglich Zweitwohnungen haben müssten. Deshalb verlangt das Amt für Gemeinden und Raumordnung ein jährliches Monitoring über die Zweitwohnungsentwicklung. «Die aktuell erstellte Analyse zeigt, dass sich der Zweitwohnungsanteil im Promille-Bereich verändert hat. Der neu errechnete Zweitwohnungsanteil beträgt 52,86 Prozent. Der Anteil hat im Vergleich zum Vorjahr, in dem er 52,97 Prozent betrug, nicht zugenommen.

    Weiter informierte der Gemeinderat über die Stiftung Bibliothek Beatenberg. «Der Gemeinderat als Aufsichtsbehörde hat die Jahresrechnung 2018 der Stiftung Bibliothek Beatenberg mit einem Verlust von 545 Franken und einem Stiftungskapital per 31. Dezember von 52’255 Franken zur Kenntnis genommen», heisst es dazu. Ausserdem gastiert der Circus Gasser-Olympia, Gelterkinden, neu vom 8. bis 11. Juli auf dem Parkplatz Waldegg. Der Gemeinderat hat der Verschiebung zugestimmt und erteilte die Gastspielbewilligung.

    Prüfung Abendkurse Beatenbucht – Interlaken West/Ost

    Bereits im September 2018 wurde dem Gemeinderat Unterseen mitgeteilt, dass der Gemeinderat den drei neuen Abendkursen Beatenbucht bis Interlaken West und retour positiv gegenübersteht. «Mittlerweile fanden weitere Besprechungen statt, und es wurde eine Umfrage zu drei Varianten mit unterschiedlicher jährlicher Betriebsdauer sowie den möglichen Wendepunkten in Interlaken West oder Ost durchgeführt», so die Verantwortlichen.

    Der Gemeinderat favorisiere für den Versuch in den Jahren 2020 und 2021 den Abendkurs Beatenbucht – Interlaken West/Ost als erste Wahl die Variante lang (1. Mai bis 31. Oktober), als zweite Wahl die Variante mittel (1. Juni bis 30. September) und als dritte Wahl die Variante kurz (15. Juni bis 15. September) und hat dies dem Gemeinderat Unterseen so mitgeteilt. Für die lange Variante würden jährlich in etwa 8500 Franken zulasten der Gemeinde Beatenberg anfallen.

    BEATENBERG 2. JUNI 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Neue Wohnungen im Jahr 2022

    30 Mitglieder der Genossenschaft Alterswohnen an der Generalversammlung im Kongress-Saal teil. Die statutarischen Geschäfte Protokoll, Jahresbericht, Rechnung, Entlastung Vorstand wurden alle einstimmig genehmigt.

    Anlässlich der diesjährigen Generalversammlung der Genossenschaft Alterswohnen Beatenberg fanden 30 Mitglieder den Weg in den Beatenberger Kongresssaal. Dabei wurden alle Traktanden einstimmig genehmigt, und auch die Projektentwicklung kam zur Sprache.

    Siegerprojekt aus Steffisburg

    «Der Vorstand GGAB lud in einem freihändigen Verfahren acht Architektur- und Planungsbüros für die Projektentwicklung ein. Ein Auswahlgremium bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Genossenschaft, des Gewerbes, der Gemeinde und des Vorstandes GGAB bewertete die sechs eingegangenen Offerten nach vorgegebenen Kriterien», schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung.

    Das Siegerprojekt von Fahrni Architekten AG, Steffisburg, wurde an der GV vorgestellt. Die GV stimmte dem Antrag, die Projektentwicklung für 32’000 Franken an Fahrni Architekten AG, Steffisburg, zu vergeben, einstimmig zu. Das Projektentwicklungsverfahren wird ein bis eineinhalb Jahre dauern. Mit Bezug der Wohnungen kann 2022 gerechnet werden. Präsident Hans Jaun informierte, dass aktuell 66 Genossenschaftsmitglieder insgesamt 604 Anteile halten, das Genossenschaftskapital beträgt 151’000 Franken.

    BEATENBERG 6. MAI 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Dorfmitte, Wärmeverbund und Ortsplanung im Fokus

    Der Gemeinderat und die Verwaltung haben die Ziele für die kommenden Jahre festgelegt. Dazu gehören unter anderem auch das Mehrzweckgebäude Wydi sowie das touristisch attraktive Angebot mit Restaurants und Unterkünften.

    Der Beatenberger Gemeindepräsident Roland Noirjean bietet neu Sprechstunden für Einwohnerinnen und Einwohner an.

    Der Beatenberger Gemeindepräsident Roland Noirjean bietet neu Sprechstunden für Einwohnerinnen und Einwohner an.Foto: Yves Brechbühler

    Roland Noirjean, Gemeindepräsident Beatenberg, befindet sich über 100 Tage im neuen Amt. «Wir haben uns bereits mit vielen wichtigen Dingen beschäftigen können. Wir haben bestmöglich versucht, die Interessen der ganzen Gemeinde zu vertreten, was uns hoffentlich bisher gelungen ist», wie Noirjean in einer Mitteilung an die Einwohnerinnen und Einwohner schreibt. Neu biete der Präsident Sprechstunden an: So können die Gemeindemitglieder einen Termin vereinbaren, um Anliegen anzubringen.

    Der Gemeinderat habe zudem von der Messstatistik des Jahres 2018 der Kantonspolizei Bern auf dem Gemeindegebiet Beatenberg Kenntnis genommen. Es wurden bei insgesamt 1317 Fahrzeugen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, wobei 30 Ordnungsbussen und zwei Anzeigen verhängt wurden.

    Informationsveranstaltung für Senioren

    Am Mittwoch, 15. Mai, um 14.00 Uhr im Kongress-Saal Beatenberg findet die nächste Informationsveranstaltung 60plus statt. Die Veranstaltung wird seit einigen Jahren durchgeführt und wird dieses Jahr in einem ähnlichen Rahmen stattfinden. Das diesjährige Thema lautet: «gsund läbe u gsund ässe». Genauere Angaben folgen mittels Flugblatt in jede Haushaltung, so die Mitteilung.

    Der Schalter der Gemeindeverwaltung bleibt an Auffahrt – am Donnerstag, 30. Mai – und zusätzlich am Freitag, 31. Mai, geschlossen. Anschliessend gelten wieder die normalen Schalteröffnungszeiten.

    Leitbild und Ziele

    Mitte März 2019 trafen sich Gemeinderat und Verwaltungskader zur jährlichen Klausurtagung. Diese fand in den Räumen des SBT in Beatenberg statt. Viele Teilnehmende waren das erste Mal in diesem geschichtsträchtigen Haus, das vom Leiter Tobias Girsberger kurz vorgestellt wurde, wie die Gemeinde mitteilt. Da viele Gemeinderäte neu sind, sei es darum gegangen, sich ein gewisses Basiswissen anzueignen. Themen wie Organisation einer Gemeinde, die verschiedenen Rollen, das Kollegialitätsprinzip, der Finanzhaushalt und vieles mehr kamen zur Sprache.

    Ueli Seewer und Mirjam Strecker von Recht und Governance in Bern führten durch den Tag. Die Ziele waren klar: bessere Kenntnisse der Behördentätigkeit und Klärungen von übergeordneten Zielen. Daraus wurden das Leitbild und die Legislaturziele festgelegt, dies in einer eigens dafür anberaumten Sitzung. Beides kann im Internet heruntergeladen werden – unter www.beatenberg.ch, Gemeinde/Behörde. Als grosse Steine sehe der Gemeinderat und das Verwaltungskader die Dorfmitte mit den Hotelruinen, den Wärmeverbund, das Mehrzweckgebäude Wydi, das touristisch attraktive Angebot mit Restaurants und Unterkünften und die Ortsplanung in Sundlauenen.

    Jubiläen

    Am 11. August findet die alljährliche und traditionelle Bode-Chilbi auf der Bodenalp zum 50. Mal statt. Zum Jubiläum veranstaltet der Jodlerklub Beatenberg am 9. August zusätzlich eine Jodlernacht. Der Gemeinderat hat beschlossen, für diesen Anlass ein Unterstützungsbeitrag von 900 Franken für die Gage der Bärgjodler Entlebuch zu gewähren.

    Im Frühling 2020 feiert der Viehzuchtverein Habkern II sein 75-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird am 2. Mai 2020 eine Jubiläumsschau organisiert. Der Gemeinderat spendet dazu eine halbe Treichel im Wert von 490 Franken.

    Übergabe der Bürgerbriefe

    Von 2002 bis 2012 wurden die Jungbürgerinnen und Jungbürger zusammen mit den Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger jeweils zu einem Nachtessen in einem Restaurant in Beatenberg eingeladen und zugleich wurden ihnen die Bürgerbriefe überreicht. Seit 2013 werden die Jungbürgerinnen und Jungbürger an der Gemeindeversammlung im Juni begrüsst – dann werden die Bürgerbriefe übergeben – und zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Nachtessen oder Event eingeladen.

    In den letzten Jahren kam es vor, dass mangels Interesse keine Jungbürgerfeier stattfand. Aus diesem Grund habe sich der Gemeinderat dazu Überlegungen gemacht, so die Mitteilung. Neu werden die Bürgerbriefe anlässlich der 1.-August-Feier in Beatenberg durch die Ressortvorstehende Kultur und Bildung überreicht. Dazu wird wie gewohnt die Bundes- und Kantonsverfassung abgegeben. Zusätzlich werden den anwesenden Jungbürgerinnen und Jungbürgern Gutscheine für die Festwirtschaft am Dorffest und ein Geschenk übergeben.

    Belebung Ortskern Spirenwald

    Aufgrund eines letztjährigen Berichts zur Beurteilung der Hotelzonen Beatenberg der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit aus Zürich wurde empfohlen, angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus in Beatenberg, eine Tourismusstrategie auszuarbeiten, wie die Gemeinde mitteilt.

    In den Legislatur- und Jahreszielen 2019 bis 2022 wurde nun unter dem Ressort Präsidiales aufgenommen, dass sich der Gemeindepräsident für die Erhaltung und Entwicklung – dem Ausbilden und Stärken – aller Dorfteile, insbesondere Dorfzentrum, einsetzt. Deshalb wurde eine Offerte der IC Infraconsult AG aus Bern für den Prozess zur Belebung des Ortskerns Spirenwald eingeholt. Zur Erreichung der Ziele schlägt die IC Infraconsult AG ein Vorgehen in drei Phasen vor. Der IC Infraconsult AG wurde der Auftrag für die Phase eins erteilt, um den Gemeinderat anlässlich eines Workshops zu moderieren und zu begleiten.

    Gemeindestrasse Fitzligraben-Schönegg

    Mit dem Strassenausbau Fitzligraben-Schönegg ist zusätzlich ein Neubau eines privaten Park- und Umschlagplatzes beim Hotel Schönegg geplant, um die Parksituation und das Ein- und Aussteigen der Gäste in den Bus beim Hotel Schönegg zu verbessern. Diese Lösung kommt nun nicht zu Stande, da die Eigentümer vom Hotel Schönegg den Verpflichtungen bezüglich dem gleichzeitigem Ausbau ihres privaten Parkplatzes nicht nachkommen, wie der Gemeinderat mitteilt.

    Deshalb wird das Bauvorhaben Strassenbau zweite Etappe Gemeindestrasse Fitzligraben-Schönegg ohne Neubau privater Park- und Umschlagplatz Hotel Schönegg umgesetzt. Der Baustart ist für den Anfang des kommenden Sommers geplant und wird durch die Bauleitung zu gegebener Zeit öffentlich mitgeteilt.

    Änderung der Verordnung über den Finanz- und Lastenausgleich

    Der Verband Bernische Gemeinden hat über die geplante Anpassung der Verordnung über den Finanz- und Lastenausgleich (Filav) informiert. Eine im Grossen Rat des Kantons Bern überwiesene Planungserklärung Saxer will die Mindestausstattung – ein Bestandteil des Finanz- und Lastenausgleichs – deutlich senken.

    Die Vernehmlassung zur Verordnungsänderung dauert bis am 17. Mai. Der Gemeinderat hat beschlossen, sich im Rahmen der Vernehmlassung gegen die geplante Änderung der Filav mit Senkung der Mindestausstattung von 86 auf 84 auszusprechen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

    Verkauf Land Höhe mit Anteil Scheune

    Im Jahr 2016 beschloss der Gemeinderat, die Abparzellierung des Wohnhauses Höhe vom restlichen Landwirtschaftsland auf dieser Parzelle in die Wege zu leiten. Der Gemeinderat beschloss daraufhin im Februar 2017 dem Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli das Gesuch, um Genehmigung der Abparzellierung zu stellen.

    Das Regierungsstatthalteramt hat die Gemeinde im Juni 2017 ermächtigt, das Wohnhaus Höhe 408A nebst Umschwung vom restlichen Landwirtschaftsland abzuparzellieren. Im Januar 2018 genehmigte der Gemeinderat die öffentliche Urkunde zur Parzellierung und diese wurde im März durch die Gemeinde unterzeichnet. Da die Gemeinde für das abparzellierte Land «Höhe» mit einer Fläche von 3474 Quadratmetern und einem Anteil an der Scheune mit Gebäudenummer 432 keine Verwendung mehr hat, beschloss der Gemeinderat in seiner Kompetenz im Herbst 2018, das Land inklusive Anteil Scheune an Christian Bühlmann, langjähriger Pächter des Landes, nach Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht zu verkaufen, da er das Vorkaufsrecht hat, so die Mitteilung weiter. Anschliessend wurde der Entwurf Kaufvertrag durch den Gemeinderat genehmigt. Aufgrund einer Beschwerde hat sich die Unterzeichnung des Vertrages verzögert. Der Verkauf kann nun aber vollzogen und der Vertrag unterzeichnet werden, da die Beschwerde durch das Regierungsstatthalteramt abgewiesen wurde.

    BEATENBERG 20. APRIL 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Gedankenaustausch und Höhlenrundgang

    Informieren, vernetzen, geniessen. Jährlich im Frühling laden die Ausflugsziele Niesen, Stockhorn, und Niederhorn, die BLS Schifffahrt und die St. Beatus-Höhlen sowie Thun-Thunersee Tourismus zum gemeinsamen Saisonstart ein. Am 11. April wurden rund 85 Mitarbeitende bei den St. Beatus-Höhlen über die touristischen Neuigkeiten informiert und auf die Sommersaison vorbereitet.

    Anlässlich des Sommer-Saisonstarts rund um den Thunersee luden die Leistungsträger ihre Mitarbeiter dazu ein, die neue Höhlenbeleuchtung in den St. Beatus-Höhlen zu begutachten.

    Anlässlich des Sommer-Saisonstarts rund um den Thunersee luden die Leistungsträger ihre Mitarbeiter dazu ein, die neue Höhlenbeleuchtung in den St. Beatus-Höhlen zu begutachten.Foto: Thun-Thunersee Tourismus

    Damit die Mitarbeitenden von regionalen Hotels und touristischen Leistungsträgern gut informiert in die neue Saison starten können, findet jeweils zum Saisonbeginn der Start-up Event Thunersee statt. Dies schreibt Thun-Thunersee Tourismus in einer Mitteilung. Organisiert wird der beliebte Anlass jährlich vom Werbepool-Thunersee. Der Werbepool-Thunersee ist die Marketingkooperation der Niesenbahn, Stockhornbahn, Niederhornbahn, BLS Schifffahrt, St. Beatushöhlen-Genossenschaft und Thun-Thunersee Tourismus. Mit dem Event wird den Touristikerinnen und Touristikern die Möglichkeit geboten, sich in lockerer Atmosphäre über Bestehendes und Neues in der Destination zu informieren. Zusätzlich präsentieren die Werbepool-Partner den Teilnehmenden die neuen Angebote und Highlights der kommenden Saison. Weiter gilt der Start-up Event als attraktive Plattform für Networking-Gespräche und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Leistungspartnern.

    Der diesjährige Start-up Event fand vergangene Woche bei den St. Beatus-Höhlen statt. «Nach den spannenden Informationen der Organisatoren erwartete die Teilnehmenden ein reichhaltiger Apéro mit atemberaubendem Ausblick auf den tiefblauen Thunersee und die umliegende Bergwelt», wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Aperitif bot die Gelegenheit zu einem wertvollen Gedankenaustausch und angeregten Gesprächen. Ganz exklusiv konnten die Anwesenden ausserdem die neue Höhlenbeleuchtung mit den faszinierenden Lichtinszenierungen auf einem geführten Höhlenrundgang bestaunen. Die Werbepool-Partner und Thun-Thunersee Tourismus freuen sich auf eine erfolgreiche Saison.

    BEATENBERG 8. APRIL 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Gemeinderat richtet Kulturfonds ein

    Nach einer eingegangenen Spende von 50’000 Franken beschloss die Exekutive, das Geld für Anlässe, Projekte und Aktivitäten von einheimischen Kulturschaffenden einzusetzen. Zudem plant der Rat die Sanierung der Birchistrasse.

    Hanna Dalcher-Gafner aus Zürich überwies Ende des letzten Jahres der Gemeinde Beatenberg eine Spende von 50’000 Franken. Die Spende erfolgte im Gedenken an ihre Familie beziehungsweise an ihren verstorbenen Bruder, mit dem sie oft in Beatenberg war. Dies schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. «Frau Dalcher überlässt den Verwendungszweck ihrer Spende der Gemeinde. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, mit der Spende einen Kulturfonds einzurichten.» Die Fondsgelder werden für kulturelle Anlässe, Projekte und Aktivitäten von einheimischen Kulturschaffenden und -anbietern von Beatenberg vergeben, die diese im Gemeindegebiet von Beatenberg durchführen.

    Für mehrere Sparten werden Fondsgelder als Unterstützungsbeitrag mittels schriftlichem Gesuch gewährt: Musik, Theater, Tanz, bildende und angewandte Kunst, Performance, Literatur, Film, neue Medien und soziokulturelle Animationen. Das entsprechende Gesuchsformular um einen Unterstützungsbeitrag aus dem Kulturfonds kann bei der Gemeindeverwaltung bezogen werden oder direkt auf der Website der Gemeinde heruntergeladen werden. Zum Kulturfonds hat der Gemeinderat am 11. März die Neufassung der Verordnung zum Kulturfonds genehmigt. Sie tritt per 1. April 2019 in Kraft. Die Neufassung könne auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg eingesehen werden oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich ist die Neufassung auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet. Gegen den Erlass der Neufassung könne innert 30 Tagen seit der amtlichen Publikation beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.

    Jubiläum und Ingenieurauftrag

    Am 11. und 12. Mai feiert die Jugendmusik Unterseen ihr 75-Jahre-Jubiläum in der Mehrzweckhalle Ringgenberg. Der Gemeinderat hat beschlossen, für diesen Anlass ein Sponsoring von 500 Franken zu gewähren.

    Im Investitionsprogramm 2019 bis 2023 ist das Projekt Sanierung Birchistrasse mit Gesamtkosten von 700’000 Franken geplant. Da die gesamten und definitiven Projektkosten noch nicht bekannt sind, ist teilweise der Kredit durch den Gemeinderat freizugeben. Die Gesamtkosten liegen in der Kompetenz der Gemeindeversammlung. Für die Ingenieurarbeiten wurden zwei Offerten eingeholt. Der Ingenieurauftrag wurde auf Antrag der Tiefbaukommission an das Ingenieurbüro Urs Zimmermann GmbH aus Beatenberg vergeben und der dazu nötige Kredit freigegeben, so die Mitteilung.

    Tageskarte und Geschwindigkeitsbegrenzung

    Das ab 2019 eingeführte Sonderangebot wird ab sofort erweitert. Nicht verkaufte Tageskarten von Montag bis Freitag werden weiterhin am Tag ihrer Gültigkeit während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung für 25 Franken verkauft. Neu gilt das Angebot auch für nicht verkaufte Tageskarten für Samstag und Sonntag. Die Tageskarte vom Samstag und/oder Sonntag kann jeweils am vorangehenden Freitag ab 11.00 bis 11.30 Uhr für 25 Franken am Schalter der Gemeindeverwaltung gekauft werden – dies gilt nur für Personen mit Wohnsitz in der Gemeinde Beatenberg. Bei online oder telefonischen Reservationen gilt jedoch nach wie vor der normale Preis von 50 Franken.

    Bürgerinnen und Bürger reichten das Gesuch um Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometern pro Stunde auf der Waldeggstrasse, Abschnitt Hotel Restaurant Regina bis Lauenen ein. Die Temporeduktion von «Generell 50» auf 30 Kilometer pro Stunde bezweckt vor allem die Sicherheit der Schulkinder und die Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität der Familien und Anwohner. Der Gemeinderat hat das Gesuch als Petition entgegengenommen. Als vorberatende Behörde für den Gemeinderat wird die Sicherheitskommission die Petition prüfen und dem Gemeinderat einen Antrag stellen.

    Im Namen des Gemeinderates, Kirchgemeinderates und des Frauenvereins Beatenberg wurde im vergangenen September 2018 zugunsten der Pro Senectute die Herbstsammlung durchgeführt. Insgesamt wurde ein Betrag von 2485 Franken – im Vorjahr waren es 2330 Franken – einbezahlt. «Die Pro Senectute, Region Interlaken, bedankt sich bei der Bevölkerung für die wertvolle Unterstützung und hofft auch in diesem Jahr auf ihre Mithilfe», so die Mitteilung aus dem Gemeinderat Beatenberg.

    BEATENBERG 16. MÄRZ 2019 aus der Jungfrauzeitung

    Neue Höhlenbeleuchtung und Lichtinszenierung eingeweiht

    Ab diesem Wochenende sind die Beatushöhlen nach der Winterpause erstmals wieder geöffnet. Bereits im Vorfeld der offiziellen Eröffnung durften geladene Gäste auf die Neuerung des Freizeitangebots blicken. Dieses soll die Atmosphäre in den Höhlen noch besonderer machen.

    Michael Rupp, Geschäftsführer Beatushöhlen-Genossenschaft, Daniel Sulzer, Direktor Tourismus Organisation Interlaken, und Michael Lüthi, Präsident Verwaltung Beatushöhlen-Genossenschaft (vlnr), weihten die neue Höhlenbeleuchtung und die Lichtinszenierung in den Beatushöhlen ein.

    Michael Rupp, Geschäftsführer Beatushöhlen-Genossenschaft, Daniel Sulzer, Direktor Tourismus Organisation Interlaken, und Michael Lüthi, Präsident Verwaltung Beatushöhlen-Genossenschaft (vlnr), weihten die neue Höhlenbeleuchtung und die Lichtinszenierung in den Beatushöhlen ein.Fotos: Beatushöhlen-Genossenschaft

    Die rund viermonatige Winterpause nutzen die Verantwortlichen der Beatushöhlen auch in diesem Jahr dazu, um das bestehende Höhlenerlebnis noch attraktiver zu gestalten. In den vergangenen Jahren wurden sukzessive die Anlagen rund um die Höhlen saniert und modernisiert – so wurde die Parkanlage attraktiviert, das Höhlenmuseum im Waldhaus und der Spielplatz aufgewertet sowie die Restauration auf ein höheres Niveau gehoben.

    Neuartiges Raumgefühl

    Nun wurde in dieser Winterpause gemäss einer Mitteilung die gesamte Elektrik sowie eine von Grund auf neue und innovative Höhlenbeleuchtung und Lichtinszenierung in den St.-Beatushöhlen installiert. So wird auch in Zukunft den Gästen ein einmaliges und eindrückliches Naturerlebnis mit einer zeitgemässen Infrastruktur angeboten. Dieses Highlight wurde gebührend mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Tourismus an der VIP-Eröffnung eingeweiht. Die gut 70 geladenen Gäste kamen in den exklusiven Genuss, die «neue» Höhle vor dem offiziellen Saisonstart am heutigen Samstag in Augenschein zu nehmen.

    Die neue Beleuchtung soll das Gefühl für den Raum noch besonderer machen.

    Die neue Beleuchtung soll das Gefühl für den Raum noch besonderer machen.

    «Die neue Höhlenbeleuchtung ist richtungsweisend und erfüllt die Erwartungen der multikulturellen Gästestruktur. Dank der soliden finanziellen Basis konnte die Investition von rund 0,6 Millionen Franken aus eigenen Mitteln realisiert werden», heisst es in der Mitteilung. Die indirekte Wegbeleuchtung gewähre ein neuartiges Gefühl für den Raum, diskrete LED-Spots würden die Objekte noch wirkungsvoller in Szene setzen und dazu werde der Bach dank Unterwasserlichtern ein wichtiger Bestandteil des Naturschauspiels.

    Vergünstigung am Eröffnungswochenende

    Am diesem Eröffnungswochenende vom 16. und 17. März profitieren zudem gemäss den Verantwortlichen alle Berner Oberländerinnen und Berner Oberländer von einer 50-Prozent-Vergünstigung auf einen Höhleneintritt inklusive Höhlenmuseum. «Ein grosser Anreiz und ein echtes Muss für alle Einheimischen, welche schon länger nicht mehr in den St.-Beatushöhlen waren», ist man sich bei den Beatushöhlen einig.

    Am ersten Eröffnungswochenende profitieren alle Berner Oberländerinnen und Berner Oberländer von 50 Prozent Rabatt.

    Am ersten Eröffnungswochenende profitieren alle Berner Oberländerinnen und Berner Oberländer von 50 Prozent Rabatt.

    Die im letzten Jahr eingeführte La Tavolata mit langen Tischen voller köstlich duftender Töpfe und Platten sowie der Musikbegleitung durch den Cantautore Roberto Brigante hat sich nach kurzer Zeit zum erfolgreichen Event etabliert. «Dieses Jahr setzt das Team der St.-Beatushöhlen mit dem exklusiven Candle Light Höhlenraclette noch einen drauf – den Rucksack und das kerzenbetriebene Racletteöfeli nehmen die Geniesser nach dem Genuss in der Höhle als Erinnerung mit nach Hause», wird in der Mitteilung weiter informiert. Sämtliche Angebote seien sowohl individuell buchbar, können für Gruppen, aber auch während des ganzen Jahres flexibel gebucht werden.

    BEATENBERG 22. FEBRUAR 2019 aus der Jungfrauzeitung vom 22.2.2019

    Kommissionswahlen und Ressortverteilung

    Eine Reihe von Wahlen und Ressortverteilungen hat der Gemeinderat Beatenberg vorgenommen. So sind in den Abstimmungs- und Wahlausschuss 2019 Roland Noirjean als Präsident, Adrian Deuschle als Vizepräsident und in den Ausschuss Monika Feuz, Peter Gafner, Brigitta Oberholzer, Alexandra Rohrer, Peter Urfer, und Ramon Zürcher gewählt worden.

    Vizegemeinde- und Vizegemeinderatspräsident

    Als neuer Vizegemeinde- und Vizegemeinderatspräsident in einer Person für die Amtsdauer vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2022 wurde Fritz Gimmel aus der Ratsmitte gewählt.

    Ressortverteilung

    Der neu gewählte Gemeinderat hat an seiner ersten Sitzung gemäss Artikel 23 Organisationsverordnung die Ressorts zugewiesen.

    Präsidiales/Finanzen/Liegenschaften übernimmt Roland Noirjean, Kultur/Ver- und Entsorgung geht an Fritz Gimmel, Sicherheit an Adrian Deuschle, Tiefbau bekommt Heinz Feuz, Tourismus/Wirtschaft Urs Grossniklaus, Bildung/Soziales geht an Andrea Oppliger und Planung/Baurecht an Werner Schmocker.

    Neues Datum Informationsveranstaltung 60+

    Aufgrund einer Terminverschiebung findet die Informationsveranstaltung 60+ neu am 15. Mai um 14.00 Uhr im Kongress-Saal Beatenberg statt. Genauere Angaben folgen Anfang Mai mittels Flugblatt in jede Haushaltung.

    Kommissionswahlen

    Der neu gewählte Gemeinderat hat an seiner ersten Sitzung die Mitglieder der Sicherheitskommission, Tiefbaukommission und Kommission Ver- und Entsorgung für die Amtsdauer vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2022 gewählt.

    BEATENBERG21. FEBRUAR 2019

    Revision Gefahrenkarte Sundlauenen

    Im September 2018 wurde den Firmen geo7 AG und Impuls AG der Auftrag für die Revision der Gefahrenkarte Sundlauenen erteilt, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung schreibt. Bei der Startsitzung im November 2018 wurde festgestellt, dass aufgrund von Kompatibilitätsproblemen die Wasserprozesse von Thunersee, Plattegräbli, Bättrichgrabe und Marchgrabe ins neue Datenmodell überführt werden müssen. Ansonsten wäre die Gefahrenkarte aufgrund von Überlagerungen unvollständig. Zudem soll aufgrund der letztjährigen Ereignisse der Prozess Sturz auf der rechten Seite des Sundgrabens neu beurteilt werden. Diese beiden Zusatzleistungen waren in der vorangehenden Offerte nicht enthalten. Der Gemeinderat hat deshalb einen Nachkredit über 23’532 Franken genehmigt.

    Beitrag an Gemeinde Sigriswil für Grönstrasse

    Aufgrund des Gemeinschaftsvertrags betreffend Grönstrasse aus dem Jahr 1993 beteiligt sich die Gemeinde Beatenberg mit 20 Prozent an den Kosten für Unterhalt sowie Ausbau- und Sanierungsarbeiten der Grönstrasse. Im Januar 2018 ereignete sich der Sturm «Burglind» und hat grosse Schäden wie umgestürzte Bäume, Verschüttung der Strasse durch Steine und Blöcke verursacht. Demzufolge waren die Kosten 2018 viel höher als ursprünglich angenommen. Der Gemeinderat hat deshalb einen Nachkredit von 18’245 Franken gesprochen.

    Circus Gasser-Olympia, Gelterkinden

    Der Circus Gasser-Olympia fragte um eine Gastspielbewilligung auf dem Parkplatz Waldegg an. Der Gemeinderat steht dem Gesuch positiv gegenüber und erteilte die Bewilligung für die zweite Hälfte des Julis.

    BEATENBERG 13. FEBRUAR 2019 aus Jungfrauzeitung vom 13.2.2019

    Aebischer, Schmocker und Lüthi holen Tagessieg

    Bei wunderschönem Winterwetter und optimalen Schneeverhältnissen ging am Hohwald das Skirennen der Schule über die Bühne. Die Schnellsten wurden mit Wanderpreisen und Medaillen ausgezeichnet. Alle Teilnehmenden erhielten einen Preis.

    Bei strahlendem Sonnenschein massen sich die Schülerinnen und Schüler am Hohwald.

    Bei strahlendem Sonnenschein massen sich die Schülerinnen und Schüler am Hohwald.Fotos: Verena Moser

    Teamwork war gefragt vor dem Start zum Rennen der Schule Beatenberg: Die Angestellten des Skilifts Hohwald hatten eine super Piste präpariert, Thomas Tschopp, Leiter der Skischule, Eltern und Lehrpersonen steckten den Riesenslalomlauf aus und installierten die Zeitmessung. Und schon konnten um 11.00 Uhr die Vorfahrer des Kindergartens ihren Lauf absolvieren.

    Anschliessend starteten die Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse, zuerst die Snowboarder, dann die Skifahrer. Alle absolvierten zwei Läufe. Angefeuert und unterstützt wurden alle von Eltern mit Trycheln und lautstarken Hopp-Hopp-Rufen. Die Stimmung am Pistenrand war so gut wie bei den Grossen. Die Piste war bis zum Schluss in hervorragenden Zustand. Das Rennen konnte unfallfrei durchgeführt werden.

    Die Schnellsten erhielten eine Medaille – für die Tagesbesten gab es zudem einen Wanderpreis.

    Die Schnellsten erhielten eine Medaille – für die Tagesbesten gab es zudem einen Wanderpreis.

    Am frühen Abend trafen sich alle im Kongress-Saal zu Rangverkündigung und Preisverteilung. Dank der vielen Spenden aus der Bevölkerung durften alle einen schönen Preis aussuchen: Skistöcke, Pullover, Jacken, Farb- und Schreibstifte, Schlitten, Rutscher, Fussbälle, flauschige Decken, Taschenlampen und vieles mehr gab es zur Wahl. Die Schnellsten aller Kategorien erhielten Medaillen, und für die Tagesbestzeiten gab es Wanderpreise.

    Auszug aus der Rangliste
    Tagesbestzeiten

    Snowboard: Jamie Aebischer (7. Klasse), Ski Mädchen: Noemi Schmocker (5. Klasse), Ski Knaben: Matteo Lüthi (7. Klassen).

    Snowboard

    1. Jamie Aebischer, 2. Luiz Cordeiro, 3. Colin Schmocker

    Ski

    1. bis 3. Klasse Mädchen: 1. Lea Aebersold, 2. Noelia Jaun, 3. Leonie Schmocker; 1. bis 3. Klasse Knaben: 1. Björn Gafner, 2. Jaran Tschopp, 3. Jan Schmocker; 4. bis 6. Klasse Mädchen: 1. Noemi Schmocker, 2. Ramona Wyss, 3. Grace Kulendran; 4. bis 6. Klasse Knaben: 1. Ruben Wich, 2. Simon Aebersold, 3. Benaja Rychen; 7. bis 9. Klasse Mädchen: 1. Nina Feuz, 2. Alessia Suter, 3. Femke Bruijstens; 7. bis 9. Klasse Knaben: 1. Matteo Lüthi, 2. Luiz Cordeiro, 3. Colin Schmocker.

    Die komplette Rangliste ist unter www.schule-beatenberg.ch abrufbar.

    JODLERKLUB BEATENBERG 11. FEBRUAR 2019 Jungfrauzeitung vom 11.2.2019

    Gemütlicher Jahresrückblick

    20 Jodlerinnen und Jodler und fünf Ehrenmitglieder fanden sich im Gasthaus Riedboden ein, um das Jodlerjahr 2018 Revue passieren zu lassen. Präsident Ueli Schmocker konnte mit Freuden auf ein abwechslungsreiches und gelungenes Jahr zurückschauen. Höhepunkte waren unter anderem diverse Auftritte in der Ferne, die zweitägige Jodlerreise auf die Bättenalp im Juli und eine bei herrlichem Wetter durchgeführte Bodechilbi im August.

    Kassier Kurt Jaun war insbesondere mit dem Resultat der Bodechilbi sehr zufrieden, konnte doch die erfolgreichste Rechnung seit dem Jahr 1996 präsentiert werden. Dirigent Daniel Zobrist verdankte den Mitgliedern die fleissigen Übungsbesuche, mit einem Durchschnittswert von 85 Prozent war auch der musikalische Leiter zufrieden mit dem vergangenen Vereinsjahr.

    Apropos Dirigent, eine erstaunliche Zahl sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Mit Hans Rubin (16 Jahre), Werner Tschopp (21 Jahre), Markus Jaun (13 Jahre) und Daniel Zobrist (fünf Jahre) sassen Dirigenten beisammen, welche den Jodlerklub insgesamt stolze 55 Jahre leiteten und im 2018 immer noch aktive Sänger waren.

    Erwähnter Werner Tschopp wurde für eine weitere ausserordentliche Leistung mit einer Urkunde geehrt. Er trat im Jahr 1958 dem Jodlerklub bei und ist nunmehr seit 60 Jahren als Klubmitglied aktiv. Alle Jodlerkameraden hören Immer wieder gerne zu, wenn Werner humorvoll Episoden aus früheren Jahren zum Besten gibt. Einen Wechsel gab es im Vorstand: Ueli Schmocker führte den Klub während sechs Jahren engagiert und zuverlässig. An seiner Stelle wurde das langjährige Mitglied Daniel Jaun mit viel Applaus als neuer Präsident gewählt.

    Im Jodlerjahr 2019 werden diverse Höhepunkte stattfinden. Unter anderem wird am Bernisch Kantonalen Jodlerfest in Brienz der «Bränderli Jutz» von Adolf Stähli dargeboten und im August kann das 50-Jahr-Jubiläum der Bodechilbi begangen werden. Für die Jubiläumsjodlernacht vom Freitag, 9. August, wurden diverse namhafte Formationen verpflichtet, welche im Festzelt auf der «Bodealp» für volkstümliche Stimmung sorgen.

    Im Anschluss an die Versammlung konnten die Jodler ein Nachtessen geniessen, und das vergangene Vereinsjahr wurde bis zum frühen Morgen mit vielen Liedern und Jutzen gebührend verabschiedet.

    BEATENBERG/ZÜRICH/BASEL30. JANUAR 2019 aus der Jungfrauzeitung vom 30.1.2019

    Dorint startet mit neuer Struktur ins Jahr 2019

    Im ersten Quartal 2019 wird Rob Bruijstens Regionaldirektor aller drei Dorint Hotels in der Schweiz. Björn Achstaller koordiniert künftig als Cluster General Manager die Häuser Dorint Airport-Hotel Zürich und Dorint an der Messe Basel. Bereits seit Ende des vergangenen Jahres verantwortet der Vertriebs- und Marketingfachmann Christian Gottstein den Vertrieb des Dorint an der Messe Basel.

    Rob Bruijstens wird Regionaldirektor der Dorint Hotels in Beatenberg, Zürich und Basel.

    Rob Bruijstens wird Regionaldirektor der Dorint Hotels in Beatenberg, Zürich und Basel.Fotos: Dorint Hotels & Resorts

    Der Akquise-Experte Christian Gottstein sammelte über viele Jahre Erfahrung mit den Themen Vertrieb und Marketing in der Hotellerie, wie Dorint Hotels & Resorts in einer Mitteilung schreiben. Die Hotelkette betreibt drei Häuser in Beatenberg, Zürich und Basel. Der gebürtige Freiburger Gottstein zeichnete zuletzt als Director of Sales im Gaia Hotel in Basel unter anderem für die Koordination der internationalen Sales-Aufgaben verantwortlich. Seit Ende 2018 unterstützt er mit seinem Know-how das Team des Dorint An der Messe Basel.

    Christian Gottsteins Ernennung erfolgt parallel zur Neustrukturierung der Regionaldirektion in der Schweiz, innerhalb derer Rob Bruijstens, langjähriger General Manager des Dorint Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken, die Dorint Hotels in der Schweiz ab Februar 2019 als Regionaldirektor offiziell repräsentieren und federführend leiten wird. Gleichzeitig übernimmt Björn Achstaller, seit Sommer 2018 Direktor des Dorint Airport-Hotel Zürich, die Aufgabe des Cluster General Managers für sein Haus sowie für das Dorint An der Messe Basel.

    Björn Achstaller koordiniert als Cluster General Manager die Häuser in Zürich und Basel.

    Björn Achstaller koordiniert als Cluster General Manager die Häuser in Zürich und Basel.

    Christian Gottstein übernahm Ende 2018 das Dorint in Basel.

    Christian Gottstein übernahm Ende 2018 das Dorint in Basel.

    «Synergien zusammenführen»

    «Mit der neuen Struktur – unter anderem der Einrichtung des Clusters, das Björn Achstaller betreuen wird – sind wir in der Schweiz noch besser aufgestellt und können das bisher Geleistete erfolgreich fortführen und ausbauen», so Rob Bruijstens. «Wir freuen uns auf neue Aufgaben, die wir im Jahr 2019 mit vollem Elan angehen.»

    «In ihren neuen Positionen werden Rob Bruijstens und Björn Achstaller die Synergien der Häuser weiter zusammenführen, um den Workflow der Teams zu optimieren», so Karl-Heinz Pawlizki, CEO der Dorint GmbH. «Dank ihrer langjährigen Erfahrung und grossartigen Kenntnis der Region können sie unseren Gästen ein noch besseres Aufenthaltserlebnis garantieren.»

    BEATENBERG 28. JANUAR 2019 aus der Hungfrauzeitung vom 28.1.2019

    Fels bedroht Kantonsstrasse

    Zwischen der Einfahrt zum Steinbruch Balmholz und den Beatushöhlen wurde eine instabile Felspartie entdeckt, welche bis zu einer Höhe von acht Metern über der Fahrbahn aufragt. «Bei einem Abbruch der Felsen wären Personen und Fahrzeuge auf der Kantonsstrasse und im Werk Balmholz gefährdet, und die Fahrbahn könnte grossen Schaden nehmen», schreibt die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion in einer aktuellen Mitteilung von heute Montag. Der instabile Felsturm soll kontrolliert abgebaut werden. Dazu ist eine Totalsperrung des betreffenden Strassenabschnittes notwendig. Zum Schutz des Werks Balmholz vor herabstürzenden Steinen sind Installationen im Strassenbereich nötig, und die Fahrbahn wird mit einer Schicht Kies eingedeckt, damit sie keinen Schaden nimmt.

    Die Kantonsstrasse Thun-Interlaken ist im Raum Sundlauenen von Dienstag, 12. Februar, um 7.45 Uhr bis Mittwoch, 13. Februar, um 17.15 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt. Es gibt während des ganzen Zeitraums der Sperrung keine Durchfahrtsmöglichkeit, auch nicht in der Nacht. Für die STI-Linienbusse besteht während der Sperrung keine durchgehende Verbindung Thun-Interlaken. Ab Thun fahren die Busse nur bis Beatenbucht. Reisende mit Zielen zwischen Sundlauenen und Interlaken fahren via Interlaken. Für den Werkverkehr zum Balmholz ist die Zufahrt von der Beatenbucht her zu jeder Zeit möglich. Die Beatushöhlen sind von Sundlauenen aus erreichbar, heisst es abschliessend.

    BEATENBERG 21. JANUAR 2019 aus der Jungfrauzeitung vom 21.1.2019

    Eingeschränkte Betriebszeiten im Hallenbad wegen Kündigung

    «Die Betriebsleiterin des Mehrzweckgebäudes Wydi, Hanna Eilert, hat per Ende Februar 2019 gekündigt», wie die Gemeinde Beatenberg in einer Mitteilung schreibt. Infolge der Kündigung und Krankheit der Betriebsleiterin sowie mangels Aushilfspersonal wird der Betrieb des Hallenbades reduziert. «Ab sofort ist das Hallenbad jeweils von Mittwoch bis Samstag geöffnet. Während der Sportwochen ist das Bad zusätzlich an den beiden Sonntagen, 17. und 24. Februar, geöffnet. Die Benützung der Turnhalle und des Kongress-Saals sind von der Reduktion der Öffnungszeiten nicht betroffen», heisst es seitens der Gemeinde weiter. Sobald die Stelle des Betriebsleiters oder der Betriebsleiterin neu besetzt ist, werden wieder die normalen Öffnungszeiten gelten, verspricht die Gemeinde abschliessend.

    INSTITUT BEATENBERG2. JANUAR 2019

    aus der Jungfrauzeitung vom 2.1.2019

    Neuausrichtung für die Zukunft

    Die Privatschule will auch in kommenden Jahren den Fokus auf eine Verbindung von Fachkompetenzen, Erziehung und Entwicklung in der schulischen Ausbildung setzen.

    Das Institut Beatenberg will weiterhin herausragende schulische Bildung bieten.

    Das Institut Beatenberg will weiterhin herausragende schulische Bildung bieten.Foto: Sarah Neuhaus

    Nach dem Tod des Gesamtleiters und der Gründerfigur Andreas Müller im Dezember ist die Zukunft der über die Grenzen der Schweiz bekannten Modellschule auf dem Beatenberg schon länger geklärt. Der über 70-jährige Familienbetrieb wird von seinem Sohn, Sandro Müller, weitergeführt. «Genauso wie der Vater will dieser dafür sorgen, dass das Institut Beatenberg weiterhin prägend in der Schulentwicklung im In- und Ausland ist, vor allem aber ein Ort, an dem Lernende und Eltern Schule als einen Partner auf dem gemeinsamen Weg zum Erfolg erleben können», heisst es in einer Mitteilung der Schule.

    Andreas Müller, einer der innovativen Köpfe in der schweizerischen Schulentwicklung, ist im Dezember nach kurzer Krankheit verstorben. Sein Vermächtnis, das Institut Beatenberg in seiner heutigen Form, leitet sein Sohn Sandro Müller schon seit dem Frühjahr des letzten Jahres. Er konnte sich im Verlauf seiner über vierzehnjährigen Tätigkeit, in den letzten sieben Jahren auch als Teil der Schulleitung, auf diese Verantwortung vorbereiten. Unterstützt wird er in der Leitung von Virgilio Crivelli, der ebenfalls schon seit 13 Jahren als Sozialpädagoge und Teil der Schulleitung für das Institut Beatenberg tätig ist.

    Fit fürs Leben

    Klar ist für beide, dass Andreas Müller mit seinem Innovationsdrang und auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse die ideale Grundlage für Bildungsinstitutionen im Allgemeinen, insbesondere jedoch für das Institut Beatenberg, geschaffen hat. Eine Schule, deren Selbstverständnis nicht von Stundenplänen, Jahrgangsklassen und einem Selektionsauftrag (Sekundar oder Real?) geprägt ist, sondern davon, was Menschen eigentlich brauchen, um fit fürs Leben zu sein. Gerade in einer Welt, die stets komplexer und schneller zu werden scheint. Eine Schule, in der es nicht ums Lehren und ums «Gehabt-Haben» gehen darf, sondern um die nachhaltige Entwicklung von Kompetenzen in einem System, das fördert, vor allem aber auch fordert. Denn Entwicklung, auch von Lernenden, braucht Herausforderung.

    Der Blick nach vorn

    Geprägt von der langjährigen Arbeit im Institut und ihrer Tätigkeit im Rahmen von Weiterbildungsveranstaltungen für andere Schulen, so sehen sie beide denn auch die Aufgabe der Schule im Allgemeinen und insbesondere des Instituts Beatenberg. Fachkompetenzen, Erziehung und Entwicklung lassen sich heute nicht mehr trennen. Das Institut ist ein Ort, an dem Lernende aufgrund ihrer Leistung aufrichtig und ehrlich stolz auf sich sein können und in allen Belangen eben fit fürs Leben werden sollen. Es geht darum, gute Gewohnheiten aufzubauen. Sei es bei der Arbeit, beim Sport, beim Abwasch nach dem Abendessen, im Umgang mit Mitmenschen und vermehrt auch im Umgang mit Bildschirmmedien, der gerade für Heranwachsende immer herausfordernder wird. Der Umstand, dass das Institut Beatenberg eine Internatsschule ist, in der die Lernenden unter der Woche leben, unterstützt natürlich dieses Ziel.

    Schonen schadet

    Wie schon in den vergangenen zwei Jahren wird auch in diesem Jahr der Bildungskongress des Instituts Beatenberg stattfinden. Sandro Müller und Virgilio Crivelli haben sich ganz bewusst dazu entschieden, gerade auch, weil es im letzten Buch von Andreas Müller genau darum geht, dass «Schonen schadet». Die Aufgabe als Schule ist es nicht, einen Wohlfühlrahmen für Lernende und Erwachsene zu gestalten, sondern uns selbst und unsere Lernenden zu fordern und uns verantwortlich zu fühlen für deren Entwicklung. So ist denn auch das Motto des diesjährigen Kongresses «Professionelle Einflussnahme auf Verhalten (und Entwicklung)». Der Kongress findet am 24. und 25. Mai dieses Jahres statt.

    Alicia Keys verhilft Niederhorn zu Internet-Ruhm

    aus der Jungfrauzeitung vom 4.1.2019

    Die Soulsängerin teilte auf ihrer Facebook-Seite ein Video eines Deltaseglers, der zum Flug über den Thunersee ansetzt. Seither wurde der Clip weltweit millionenfach gesehen.von Isabelle Thommen

    Im Herbst veröffentlichte Wolfgang Siess ein Video seines Delta-Flugs online – auf Facebook erfreute sich dieses grosser Beliebtheit.

    Im Herbst veröffentlichte Wolfgang Siess ein Video seines Delta-Flugs online – auf Facebook erfreute sich dieses grosser Beliebtheit.Foto: Screenshot Facebook, Niederhornbahn

    Sängerin Alicia Keys zeigt sich vom Delta-Video am Niederhorn inspiriert.

    Sängerin Alicia Keys zeigt sich vom Delta-Video am Niederhorn inspiriert.Foto: Keystone, Georgios Kefalas

    Über 17 Millionen Menschen sahen auf Facebook bereits den Flug von Wolfgang Siess über dem Thunersee. Dies berichtet die Zeitung «20 Minuten». Auf dem Video ist zu erkennen, wie Siess mit seinem Deltasegler von einer Schanze am Niederhorn in die Tiefe springt, um über den Wolken des Thunersees zu schweben. «Es ist einfach ein magischer Ort», kommentiert der Delta-Segler. Auch zahlreiche Internetnutzer reagieren auf den Clip «Beatenberg und das Niederhorn sind zwei der besten Orte, um loszufliegen» heisst es da etwa. «Genial» oder «das sieht fantastisch aus», schreiben andere.

    Das grosse Echo kommt dabei nicht von ungefähr. Nachdem US-Star Alicia Keys das Video auf ihrer Facebook-Seite geteilt hatte, wurde es von Sänger Justin Timberlake kommentiert und dem britischen Stararchitekten Norman Forster ebenfalls geteilt. Soulsängerin Keys nimmt das Video dabei zum Anlass, eine Botschaft an ihre Fans zu senden: «Fliegt weiter, versucht weiter, träumt weiter … Glaubt daran, alles ist möglich … Das ist abgefahren!», schreibt sie auf ihrem Profil. Bei der Niederhornbahn zeigt man sich erfreut über die zahlreichen Klicks: «Unglaublich. Vielen Dank an Wolfgang Siess und die zufällig anwesende Kamerafrau für das virale Video», so das Unternehmen in einem Facebook-Post.


    Neuer Gemeindepräsident in Beatenberg

    Aus der Jungfrauzeitung vom 19. Oktober 2018

    BEATENBERG 19. OKTOBER 2018

    Plötzlich Gemeindepräsident

    Der bisherige Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (SVP) verlässt sein Amt Ende Jahr. Auf ihn folgt der parteilose Roland Noirjean, der bisher politisch noch nicht aktiv war. Doch wer ist der Mann, der die Gemeinde in Zukunft lenken wird?
    von Yves Brechbühler
    Roland Noirjean (54, parteilos) stammt aus dem Kanton Aargau und lebt 23 Jahren auf dem Beatenberg. Er ist hier als selbstständiger Grafiker und Zeichner tätig.

    Roland Noirjean (54, parteilos) stammt aus dem Kanton Aargau und lebt 23 Jahren auf dem Beatenberg. Er ist hier als selbstständiger Grafiker und Zeichner tätig.Fotos: Yves Brechbühler

    Er ist in Beatenberg zwar kein Unbekannter. Immerhin ist Roland Noirjean seit vielen Jahren Lehrer am Institut in der Waldegg und gab des Weiteren unter anderem Weiterbildungskurse für Senioren. Ausserdem ist sein Grafikerbüro an prominenter Lage mitten im Dorf und hat der stillgelegten Bäckerei Gafner neues Leben eingehaucht. Doch politisch ist Noirjean ein Quereinsteiger. Bisher hatte er noch nie ein Amt inne. Nun wird er ab kommendem Januar der neue Gemeindepräsident von Beatenberg sein.

    «Ich freue mich auf das Amt»Roland Noirjean ist ab kommendem Januar der neue Gemeindepräsident in Beatenberg .

    Und das kam so: Die Anfrage für eine Kandidatur kam von Hans Gafner, dem Präsidenten der SVP-Sektion in Beatenberg. «Wie aus dem Nichts», erinnert sich Noirjean an jenen Tag im September. Vor rund einem Monat sei Gafner bei ihm vorbeikommen und habe ihn gefragt, ob er das machen würde. «Ich war überrascht und habe mir sogleich die Frage gestellt, ob ich das wirklich kann», sagt der Gemeindepräsident in spe. Eine Frage, für deren Beantwortung er sich einige Tage Zeit lassen wollte. In der Folge führte er viele Gespräche mit Gemeindepolitikern, Gemeindeschreibern und Freunden. «Dabei wurde ich bestärkt, dass ich die nötigen Fähigkeiten habe, das Amt anzutreten», sagt er. Daraufhin sagte er Gafner zu – mit dem Bewusstsein dass es wohl die einzige Kandidatur für das Amt bleiben würde. Eine Wahl war mit seiner Zusage also so gut wie sicher.

    Hans Gafner (rechts) fragte Roland Noirjean, ob er nicht Gemeindepräsident von Beatenberg werden möchte. «Ich finde es toll, dass er diese Arbeit übernimmt», sagt Gafner. Es sei alles andere als einfach, Personen für diese Aufgabe zu finden.

    Hans Gafner (rechts) fragte Roland Noirjean, ob er nicht Gemeindepräsident von Beatenberg werden möchte. «Ich finde es toll, dass er diese Arbeit übernimmt», sagt Gafner. Es sei alles andere als einfach, Personen für diese Aufgabe zu finden.

    «Es hat mich sehr erstaunt, dass die Anfrage von der SVP kam», so Noirjean. Der Parteilose verortet sich zwar grundsätzlich eher im linken Spektrum, doch er sehe sich auch mit der SVP in eigenen Belangen einverstanden. «Für meine Arbeit als Gemeindepräsident spielt meine persönliche politische Orientierung ausserdem sowieso keine grosse Rolle», ergänzt er. Das zusätzliche Arbeitspensum als Beatenberger Gemeindepräsident liegt ungefähr bei 20 Stellenprozenten. Noirjean sagt, dass er als Quereinsteiger zu Beginn wohl etwas mehr Zeit investieren müsse, das sei ihm durchaus bewusst. «Da ich momentan zu 80 Prozent tätig bin und flexible Arbeitszeiten habe, kann ich mir das gut einrichten», erklärt er.

    Roland Noirjean sagt, dass ihm insbesondere das Dorfbild von Beatenberg wichtig ist und dies dementsprechend ein wichtiges Thema für ihn sein werde.

    Roland Noirjean sagt, dass ihm insbesondere das Dorfbild von Beatenberg wichtig ist und dies dementsprechend ein wichtiges Thema für ihn sein werde.

    Dass er als selbstständiger Kreativer mit kurzen Entscheidungswegen nun in die langsamer mahlenden Mühlen der Politik eingebettet werde, erachtet er nicht als Problem. «Mir ist klar, dass man als Gemeindepräsident nicht einfach eins zu eins umsetzen kann, was man will», so Noirjean. Schliesslich müsse es bei den politischen Entscheidungen für die Bevölkerung stimmen. Und er werde Person und Sache zu trennen wissen. «Läuft eine Abstimmung gegen ein Vorhaben des Gemeinderats, darf man das nicht persönlich nehmen, sondern muss akzeptieren, dass die Bevölkerung diese Sache nicht will», ergänzt er. In den verbleibenden rund zwei Monaten will Noirjean sich bereits etwas einarbeiten. «So richtig geht das aber erst, wenn ich im Amt bin», weiss er. Noirjean wird aber bereits eine Gemeinderatssitzung als Beobachter besuchen. Ab dem 1. Januar 2019 ist er als Nachfolger des abtretenden Gemeindepräsidenten Christian Grossniklaus (SVP) im Amt. Vielleicht schreibe er dereinst ein Buch mit dem Titel «Plötzlich Gemeindepräsident», lacht er.

    Zur Person

    Roland Noirjean lebt seit 1995 in Beatenberg, ist verheiratet mit Karin Känel. Er hat einen neunjährigen Sohn und zwei erwachsene Stiefkinder. Er ist in Wohlen im Kanton Aargau aufgewachsen. Nach einer Lehre als Chemielaborant, Matura und Lehrerausbildung ist er nach Thun gezogen, später dann nach Beatenberg. Er ist seit 1990 am Institut Beatenberg auf Sekundar-Stufe I tätig. Er war ebenfalls am Gymnasium als ICT-Lehrperson oder als Präsident und Kursleiter der Volkshochschule Interlaken sowie vielen Workshops und Kursen als Kursleiter in der Erwachsenenbildung und Schulentwicklung tätig. Er betreibt seit einigen Jahren eine Einzelfirma im Bereich Grafik, Webdesign, Cartoons, Film und hat so seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.


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    Bernhardwerner@bluewin.ch

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    Beatenberg in der Presse 2018

    Aus der Jungfrauzeitung vom 27.11.2018
    BEATENBERG27. NOVEMBER 2018

    Ein Dilemma mit Kater

    Auch heuer bringt der Turnverein die Zuschauer des Theaters wieder zum Lachen. Mit dem Stück «Ä turbulänte Tag» begeistern die Laienschauspieler bereits bei den ersten beiden Vorstellungen. Und das, obwohl sich Regisseur Beni Gafner mit dem Zweiakter auf etwas ganz Neues einliess.
    von Rabea Grand
    Etwas zu viel Alkohol genehmigt sich Knecht Gusti Käser (Adrian Deuschle) am Jahreskonzert der Musikgesellschaft.

    Etwas zu viel Alkohol genehmigt sich Knecht Gusti Käser (Adrian Deuschle) am Jahreskonzert der Musikgesellschaft.Fotos: Rabea Grand

    Gusti hat am Jahreskonzert der Musikgesellschaft das eine oder andere Schnäpschen zu viel getrunken – dementsprechend ist sein Wohlbefinden am Tag darauf. Doch sich erholen, das liegt für den Knecht nicht drin. Denn seine Chefs, das Bauernpaar Kümmerli, ist für einen Tag abwesend. Und so muss Gusti nicht nur die Betreuung des kleinen Sohns des Ehepaars übernehmen, sondern hat sonst auch noch mit dem einen oder anderen Problem zu kämpfen.

    Mit dem Stück «Ä turbulänte Tag» sorgt die Theaterequipe des Turnvereins Beatenberg auch in diesem Jahr wieder für einen vollen Kongresssaal. Doch im Vergleich zum Vorjahr hat sich etwas Grundsätzliches geändert. Denn statt einem üblichen Dreiakter steht heuer «nur» ein Zweiakter auf dem Programm. Und das nicht ohne Grund. «Wir haben seit Jahren Dreiakter gespielt. Bei den zwei Verlagen, bei denen ich normalerweise Bücher bestelle, habe ich aber schon fast alle Dreiakter gelesen, die sie zur Verfügung stellen. Irgendwann musste ich mir deshalb sagen, dass wir etwas ändern müssen», erklärt Beni Gafner, Regisseur des Theaterstücks, gegenüber dieser Zeitung.

    Regisseur Beni Gafner (47) ist erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen.

    Regisseur Beni Gafner (47) ist erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen.

    So sei er schlussendlich auf den Zweiakter gekommen. Schnell hat Gafner ein Stück gefunden, das aufgrund der Schauspieler gut umzusetzen ist aber auch zur Konstellation der Theatergruppe passt. «Das Finden des Stücks war einfacher, ebenso das Proben. Das Einstudieren, das war aber trotzdem aufwändig», berichtet Gafner. Denn den Text auswendig lernen muss sein. Aufgefallen sei es den Besuchern in Beatenberg aber auf jeden Fall, dass es in diesem Jahr eine kleine Änderung gegeben habe. «Vor allem diejenigen, die unser Theater regelmässig schauen, haben es bemerkt. Es ist aber gut angekommen.»

    Das Bauernehepaar Annerös und Heiri Kümmerli (Barbara Zenger und Urs Gafner) ist nicht erfreut, als sie mitten in der Nacht von Oski (rechts) und Gusti geweckt wurden.

    Das Bauernehepaar Annerös und Heiri Kümmerli (Barbara Zenger und Urs Gafner) ist nicht erfreut, als sie mitten in der Nacht von Oski (rechts) und Gusti geweckt wurden.
    Etwas angespannt

    Dabei war sich Gafner vor der Premiere nicht sicher, ob der Zweiakter tatsächlich für ebenso viel Begeisterung sorgt wie die Dreiakter in den letzten Jahren. «Ich war zu Beginn etwas skeptisch wegen der Länge. Denn normalerweise sind die Leute bis abends um zehn oder halb elf da, um Theater zu schauen. Am Samstag waren wir schon vor zehn Uhr fertig. Da habe ich mir schon gedacht, dass es dem einen oder anderen nicht gefällt», begründet er. Etwas angespannter als sonst war der Beatenberger deshalb kurz vor der Premiere am Samstagabend.

    Eine ganz neue Situation für Gusti.

    Eine ganz neue Situation für Gusti.

    Bald war aber klar, die Angespanntheit muss nicht sein. Denn das Publikum machte gut mit, und die Reaktionen waren entsprechend positiv. «Ich wusste, dass es nicht schlecht wird. Doch das Neue ist immer etwas Spezielles», schmunzelt Gafner. Schliesslich sind für ihn aber auch die Vorteile des Zweiakters deutlich. Denn damit ist das Risiko kleiner, dass schleppende Szenen für etwas Langeweile bei den Besuchern sorgen. Von einer zur anderen Szene läuft etwas – und dazu gehören beispielsweise auch zwei Haustiere auf der Bühne.

    Einige Ideen

    Langweilig wird «Ä turbulänte Tag» also nicht. Weder für Gusti den Knecht, noch für die Zuschauer im Saal. Im Hinblick auf das kommende Jahr liebäugelt Beni Gafner aber trotzdem damit, erneut einige Änderungen in den Anlass zu integrieren. Was das genau sein wird, das kann er momentan aber noch nicht sagen. «Ich habe einige Ideen, die aber noch nicht spruchreif sind», gibt sich der 47-Jährige geheimnisvoll. Doch bevor es ans Konzept für das nächste Jahr geht, stehen am kommenden Wochenende noch die letzten beiden Vorstellungen auf dem Programm.

    Bianca Stutz (Selin Gafner) sollte eigentlich ihre neue Stelle als Hausmädchen bei den Kümmerlis antreten. Doch das hat sich schnell erledigt.

    Bianca Stutz (Selin Gafner) sollte eigentlich ihre neue Stelle als Hausmädchen bei den Kümmerlis antreten. Doch das hat sich schnell erledigt.

    Danach gibt es für den Regisseur wie auch die Schauspieler eine kurze Verschnaufpause vom Theater. ««Nachdem wir alles fertig haben, lasse ich das Ganze zuerst setzen. Denn der Aufwand war gross, und man ist zweigeteilt. Einerseits findet man es schade, dass das Theater schon vorbei ist, andererseits hat man Freude, dass man es wieder gemacht hat.» Im Januar dann sehen sich die Theaterspieler ihr Werk nochmals an – und spätestens dann muss Beni Gafner auch wissen, was für konkrete Ideen ihm für den nächsten Auftritt im Kopf herumschwirren.

    Nach dem turbulenten Tag ist Gusti ähnlich erschöpft wie beim Nachhausekommen in der Vornacht.

    Nach dem turbulenten Tag ist Gusti ähnlich erschöpft wie beim Nachhausekommen in der Vornacht.
    Elsi Gyger (Irene Moser) stellt sich als Langfinger heraus. Dorfpolizist Fritz Hugentobler (Patric Berger) will Gyger deshalb aufs Präsidium mitnehmen.

    Elsi Gyger (Irene Moser) stellt sich als Langfinger heraus. Dorfpolizist Fritz Hugentobler (Patric Berger) will Gyger deshalb aufs Präsidium mitnehmen.
    Hier muss Elsi Gyger ihren Koffer öffnen – der voller Diebesgut ist.

    Hier muss Elsi Gyger ihren Koffer öffnen – der voller Diebesgut ist.
    Ein Bier zwischendurch muss sein.

    Ein Bier zwischendurch muss sein.
    Oski Oberhänsli (Kewin Gafner) und Gusti Käser (rechts) gönnen sich einen Schnaps.

    Oski Oberhänsli (Kewin Gafner) und Gusti Käser (rechts) gönnen sich einen Schnaps.
    Auf einmal muss Gusti (rechts) auch noch auf Oskis Ziege aufpassen.

    Auf einmal muss Gusti (rechts) auch noch auf Oskis Ziege aufpassen.
    Glücklicherweise kommt Tierärztin Lisa Simmen (Natalie Hurst) auf dem Hof vorbei. Denn wie man einem Kind einen Schoppen gibt, das weiss Gusti Käser nicht.

    Glücklicherweise kommt Tierärztin Lisa Simmen (Natalie Hurst) auf dem Hof vorbei. Denn wie man einem Kind einen Schoppen gibt, das weiss Gusti Käser nicht.
    Gutes Zureden, damit der kleine Bauerssohn etwas stiller ist, das kann Gusti.

    Gutes Zureden, damit der kleine Bauerssohn etwas stiller ist, das kann Gusti.
    Elsi Gyger bringt Gusti kurzerhand ihre beiden Vögel vorbei, weil sie zur Kur muss.

    Elsi Gyger bringt Gusti kurzerhand ihre beiden Vögel vorbei, weil sie zur Kur muss.
    Im Verlauf des Tages gehen die beiden Vögel aber verloren.

    Im Verlauf des Tages gehen die beiden Vögel aber verloren.
    Auch Oski hat am Jahreskonzert den einen oder anderen Schluck Bier zu viel getrunken.

    Auch Oski hat am Jahreskonzert den einen oder anderen Schluck Bier zu viel getrunken.
    Annerös und Heiri (Mitte) Kümmerli können nicht glauben, was ihr Knecht an einem Tag alles erlebt hat.

    Annerös und Heiri (Mitte) Kümmerli können nicht glauben, was ihr Knecht an einem Tag alles erlebt hat.
    BEATENBERG 22. DEZEMBER 2018
    aus der Jungfrauzeitung vom 22.Dezember 2018

    «Niemand will mehr Verantwortung übernehmen»

    Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (72) tritt per Ende Jahr aufgrund Amtszeitbeschränkung zurück. Der SVP-Mann nimmt sich Zeit, zurückzuschauen und einen Blick in die Beatenberger Glaskugel zu werfen.
    von Nora Devenish
    Beatenbergs Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (72) zieht sich per Ende Jahr aus der Gemeindepolitik zurück. Der SVP will er weiterhin treu bleiben.

    Beatenbergs Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (72) zieht sich per Ende Jahr aus der Gemeindepolitik zurück. Der SVP will er weiterhin treu bleiben.Fotos: Nora Devenish

    Wir treffen uns in Christian Grossniklaus’ Küche. Seine Frau Lilo verabschiedet sich, um Besorgungen zu tätigen: «Häbsch Sorg!» Grossniklaus lächelt. Vor wenigen Wochen, just einen Tag vor seiner letzten Gemeindeversammlung als Gemeindepräsident, erlitt der 72-Jährige einen Herzinfarkt. Auch deshalb sei er froh, dass er für den Ruhestand noch keine festen Pläne geschmiedet hat. Der SVP-Politiker weiss: Vieles kommt anders, als man denkt.

    Sie amtierten während zwei Amtsperioden als Gemeindepräsident von Beatenberg. Hätten Sie noch Lust weiterzumachen?

    Christian Grossniklaus: Ich habe ein gewisses Alter erreicht. Ich bin 72 Jahre alt. Die Amtszeitbeschränkung besteht. Es ist Zeit. Ich will niemandem zu nahe treten. Aber von den letzten sieben Gemeinderäten waren vier im AHV-Alter. Obwohl wir unsere Arbeit immer korrekt erledigten, mussten sich die Leute denken, dass wir ein Altersverein sind. Kurz: Ich will meiner Familie ersparen, dass ich zur Lachnummer werde.

    Bevor Sie 2010 das Präsidialamt übernommen haben, war es eine Zeit lang ruhig um den Politiker Christian Grossniklaus. Dabei waren Sie davor nicht nur Gemeinderat, sondern auch SVP-Grossrat.

    Ich betrieb tatsächlich politische Abstinenz. 1992 beendete ich meine erste Amtszeit als Gemeinderat, 1994 als Grossrat. Damals dachte ich tatsächlich, dass ich nie wieder ein politisches Amt übernehmen würde. Ähnlich wie Toni Brunner. Das habe ich jetzt gesehen. (lacht)

    Wie einfach ist Ihnen diese politische Abstinenz gefallen?

    Ich ging damals nicht einmal mehr an die Gemeindeversammlungen. Ich wollte mich gemeindepolitisch schlichtweg nicht mehr einmischen.

    Dann meldete sich 2010 Ihre Partei, die SVP, um Sie als Gemeindepräsident vorzuschlagen.

    (Schmunzelt) Ich stellte mich zur Verfügung im Glauben, es gäbe einen Wahlkampf. Meine Generation mag den politischen Kampf. Doch dem ist heute nicht mehr so. So wurde ich als alleiniger Kandidat Gemeindepräsident. Als Gemeindepolitiker wird man oft kritisiert. Die Arbeit selber machen, will aber niemand. Ich hatte Freude an diesem Amt, auch wenn ich mich ein paar Mal geärgert habe.

    Ab Januar übernimmt Roland Noirjean. Ein Quereinsteiger. Was erhoffen Sie sich von Ihrem jüngeren Nachfolger?

    Ich beobachte aus der Distanz, hoffe aber, dass unsere Vorarbeit weitergeführt wird. Wenn Roland Noirjean Rat sucht, bin ich da.

    In welchem Zustand übergeben Sie die Gemeinde?

    Ich übergebe eine gesunde Gemeinde. Das macht mich stolz. Finanziell stehen wir auf gesunden Füssen. Mit der Jahresrechnung 2017 konnten wir sogar die vom Kanton auferlegten Periodenabgrenzungen der Lastenverteilung in der Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen abbuchen.

    Dass die Gemeinde finanziell gut dasteht, hängt auch damit zusammen, dass die Gemeindeversammlung 2017 eine Steuersenkung ablehnte.

    Die Bevölkerung war der Meinung, dass es noch ein paar Posten, unter anderem das Hallenbad und die Strassen, zu beheben gäbe. Dabei wären dies alles Ausgaben, die man über die Investitionsrechnung hätte finanzieren können.

    Weshalb hätten Sie es lieber anders gesehen?

    Wir haben eine hohe Abwanderung. Diese wird zwar kompensiert mit Neuzuzügern. Gemäss Statistik sind dies aber vorwiegend Rentner. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein tieferer Steuerfuss gute Steuerzahler ins Dorf holen würde. Wir wären als Wohnort schlichtweg attraktiver.

    Ich hatte Freude an diesem Amt, auch wenn ich mich ein paar Mal geärgert habe

    Christian Grossniklausabtretender Gemeindepräsident Beatenberg
    Eine weitere Niederlage mussten Sie, ebenfalls 2017, im Zusammenhang mit dem Beatenberger Ortsteil Sundlauenen einstecken. Zwei Drittel der Beatenberger Stimmbürger sprachen sich gegen die Abspaltung Sundlauenens zur Gemeinde Unterseen aus.

    Das hat mich getroffen. Die Sundlauener hegen seit vielen Jahren den Wunsch, zur Gemeinde Unterseen zu wechseln. Diesen Wunsch wollte ich ihnen nicht verwehren. Ich unterstützte sie. Es ist Realität, dass sich Beatenberger und Sundlauener, seitdem die Sundlauener Kinder in Unterseen zur Schule gehen, nicht mehr kennen. Die Sundlauener fühlen sich nicht mehr als Beatenberger.

    Was war ausschlaggebend für das Abstimmungsresultat?

    Man gibt nichts ab und verschenkt nichts.

    Hallt die Enttäuschung bei Ihnen noch nach?

    Die Abstimmung war eindeutig. Das Resultat gilt es zu akzeptieren. Über eine Abtrennung von Sundlauenen diskutiert die nächste Generation nicht mehr. Es kommt mir aber vor, dass die Beatenberger die Sundlauener für die «Frechheit», sich zu äussern, abgestraft haben.

    Im Nachgang zur Abstimmung meinten Sie, dass sich Beatenberg früher oder später mit der Fusionierung mit Unterseen auseinandersetzen müsse. Wie weit entfernt ist dieser Schritt?

    Das hängt ganz davon ab, ob wir noch Leute für unsere Behörden finden. Die Gemeinderatskandidaten müssen regelrecht gesucht werden. Niemand will mehr Verantwortung übernehmen. Beatenberg wird nicht die einzige Gemeinde sein, die sich mit Fusionierungsgedanken beschäftigen wird.

    Inwiefern wirkt sich die demografische ältere Zuwanderung auf das Dorfleben aus?

    Es gibt viele Leute, die hier zwar wohnen, sich aber auch ihres Alters wegen keine Mühe geben, sich mit dem Dorf zu identifizieren und sich zu integrieren.

    Und wenn die Neuzuzüger im Gegenzug sagen, dass es schwierig ist, Beatenberger kennenzulernen?

    Das kann schon sein. Ich bin aber der Meinung, dass es am Neuen ist, sich vorzustellen.

    Noch-Gemeindepräsident Christian Grossniklaus wünscht sich von Beatenbergs Neuzuzügern mehr Identifikation mit dem Dorf.

    Noch-Gemeindepräsident Christian Grossniklaus wünscht sich von Beatenbergs Neuzuzügern mehr Identifikation mit dem Dorf.
    Als Wohnort ist Beatenberg attraktiv. Und als Arbeitsort?

    Einzig im Tourismus gibt es Potenzial. Aber der Berner Oberländer ist es sich nicht mehr gewohnt, zu dienen. Es gibt keine jungen Beatenberger, die im Gastgewerbe Fuss fassen.

    Inwiefern hat Beatenberg eine touristische Zukunft?

    Logiernächtemässig können wir uns nach wie vor mit vielen anderen Gemeinden messen. Die bestehenden Hotelzonen müssen erhalten werden. Auch wenn der Gewerbeverein begehrt, Hotelzonen in Wohnzonen umzuwandeln. Aber es gibt hier schlichtweg keinen Spielraum für Zweitwohnungen.

    Was hätten Sie noch gern als Gemeindepräsident erledigt?

    Die Steuersenkung, eine Baubewilligung für ein neues Hotel und die Reorganisation des Feuerwehrwesens.

    Noch ein letzter Gruss an die Gemeindepräsidenten im Tal?

    Ich danke ihnen, dass sie uns als abgelegenere Gemeinde so gut gesinnt sind.

    Aus der Jungfrauzeitung vom 25.11.2018
    BEATENBERG25. NOVEMBER 2018

    Vier neue Gesichter im Gemeinderat

    Die Gemeinde hat das Resultat der Gesamterneuerungswahlen bekannt gegeben. Zwei Bisherige und vier Neue wurden in den Gemeinderat gewählt. Nicht mehr geschafft hat es Hans von Allmen.
    von Urs Häfliger

    Der Souverän hat gewählt: Mit Werner Schmocker und Fritz Gimmel wurden zwei bisherige SVP-Männer erneut in den Gemeinderat gewählt. Sie erhielten 336 (Schmocker) beziehungsweise 307 Stimmen (Gimmel). Neu dabei sind Heinz Feuz (SVP; 450 Stimmen), Adrian Deuschle (parteilos; 497 Stimmen), Urs Grossniklaus (parteilos; 397 Stimmen) sowie Andrea Oppliger (parteilos; 346 Stimmen). Nicht mehr in den Gemeinderat schaffte es der bisherige Zuständige für Planung/Baurecht Hans von Allmen.

    Nachgefragt bei Hans von Allmen
    Wurde abgewählt: Hans von Allmen.

    Wurde abgewählt: Hans von Allmen.Foto: Foto: Samuel Buchmann
    Hans von Allmen, sind Sie enttäuscht, dass es nicht mehr für den Gemeinderat gereicht hat?

    Hans von Allmen: Also die Enttäuschung der Abwahl ist schon happig. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich abgewählt werde.

    Was glauben Sie hat den Ausschlag dafür gegeben?

    Die Bevölkerung wollte wohl einen neuen Gemeinderat und so wie es aussah, war ich der amtsälteste. Doch die Bevölkerung wollte einen neuen Gemeinderat und das akzeptiere ich so.

    Was möchten Sie nun tun?

    Ich habe sonst noch verschiedene Ämter, die ich weiterhin ausüben werde. Zudem bewirtschafte ich mit meiner Frau und meinem Sohn sowie seiner Frau einen Hof mit vielen Tieren. Langweilig wird mir also sicher nicht.

    Aus der Jungfrauzeitung vom 19.10.2018
    BEATENBERG 19. OKTOBER 2018

    Plötzlich Gemeindepräsident

    Der bisherige Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (SVP) verlässt sein Amt Ende Jahr. Auf ihn folgt der parteilose Roland Noirjean, der bisher politisch noch nicht aktiv war. Doch wer ist der Mann, der die Gemeinde in Zukunft lenken wird?
    von Yves Brechbühler

    Roland Noirjean (54, parteilos) stammt aus dem Kanton Aargau und lebt 23 Jahren auf dem Beatenberg. Er ist hier als selbstständiger Grafiker und Zeichner tätig.

    Roland Noirjean (54, parteilos) stammt aus dem Kanton Aargau und lebt 23 Jahren auf dem Beatenberg. Er ist hier als selbstständiger Grafiker und Zeichner tätig.Fotos: Yves Brechbühler

    Er ist in Beatenberg zwar kein Unbekannter. Immerhin ist Roland Noirjean seit vielen Jahren Lehrer am Institut in der Waldegg und gab des Weiteren unter anderem Weiterbildungskurse für Senioren. Ausserdem ist sein Grafikerbüro an prominenter Lage mitten im Dorf und hat der stillgelegten Bäckerei Gafner neues Leben eingehaucht. Doch politisch ist Noirjean ein Quereinsteiger. Bisher hatte er noch nie ein Amt inne. Nun wird er ab kommendem Januar der neue Gemeindepräsident von Beatenberg sein.

    «Ich freue mich auf das Amt»Roland Noirjean ist ab kommendem Januar der neue Gemeindepräsident in Beatenberg .

    Und das kam so: Die Anfrage für eine Kandidatur kam von Hans Gafner, dem Präsidenten der SVP-Sektion in Beatenberg. «Wie aus dem Nichts», erinnert sich Noirjean an jenen Tag im September. Vor rund einem Monat sei Gafner bei ihm vorbeikommen und habe ihn gefragt, ob er das machen würde. «Ich war überrascht und habe mir sogleich die Frage gestellt, ob ich das wirklich kann», sagt der Gemeindepräsident in spe. Eine Frage, für deren Beantwortung er sich einige Tage Zeit lassen wollte. In der Folge führte er viele Gespräche mit Gemeindepolitikern, Gemeindeschreibern und Freunden. «Dabei wurde ich bestärkt, dass ich die nötigen Fähigkeiten habe, das Amt anzutreten», sagt er. Daraufhin sagte er Gafner zu – mit dem Bewusstsein dass es wohl die einzige Kandidatur für das Amt bleiben würde. Eine Wahl war mit seiner Zusage also so gut wie sicher.

    Hans Gafner (rechts) fragte Roland Noirjean, ob er nicht Gemeindepräsident von Beatenberg werden möchte. «Ich finde es toll, dass er diese Arbeit übernimmt», sagt Gafner. Es sei alles andere als einfach, Personen für diese Aufgabe zu finden.

    Hans Gafner (rechts) fragte Roland Noirjean, ob er nicht Gemeindepräsident von Beatenberg werden möchte. «Ich finde es toll, dass er diese Arbeit übernimmt», sagt Gafner. Es sei alles andere als einfach, Personen für diese Aufgabe zu finden.

    «Es hat mich sehr erstaunt, dass die Anfrage von der SVP kam», so Noirjean. Der Parteilose verortet sich zwar grundsätzlich eher im linken Spektrum, doch er sehe sich auch mit der SVP in eigenen Belangen einverstanden. «Für meine Arbeit als Gemeindepräsident spielt meine persönliche politische Orientierung ausserdem sowieso keine grosse Rolle», ergänzt er. Das zusätzliche Arbeitspensum als Beatenberger Gemeindepräsident liegt ungefähr bei 20 Stellenprozenten. Noirjean sagt, dass er als Quereinsteiger zu Beginn wohl etwas mehr Zeit investieren müsse, das sei ihm durchaus bewusst. «Da ich momentan zu 80 Prozent tätig bin und flexible Arbeitszeiten habe, kann ich mir das gut einrichten», erklärt er.

    Roland Noirjean sagt, dass ihm insbesondere das Dorfbild von Beatenberg wichtig ist und dies dementsprechend ein wichtiges Thema für ihn sein werde.

    Roland Noirjean sagt, dass ihm insbesondere das Dorfbild von Beatenberg wichtig ist und dies dementsprechend ein wichtiges Thema für ihn sein werde.

    Dass er als selbstständiger Kreativer mit kurzen Entscheidungswegen nun in die langsamer mahlenden Mühlen der Politik eingebettet werde, erachtet er nicht als Problem. «Mir ist klar, dass man als Gemeindepräsident nicht einfach eins zu eins umsetzen kann, was man will», so Noirjean. Schliesslich müsse es bei den politischen Entscheidungen für die Bevölkerung stimmen. Und er werde Person und Sache zu trennen wissen. «Läuft eine Abstimmung gegen ein Vorhaben des Gemeinderats, darf man das nicht persönlich nehmen, sondern muss akzeptieren, dass die Bevölkerung diese Sache nicht will», ergänzt er. In den verbleibenden rund zwei Monaten will Noirjean sich bereits etwas einarbeiten. «So richtig geht das aber erst, wenn ich im Amt bin», weiss er. Noirjean wird aber bereits eine Gemeinderatssitzung als Beobachter besuchen. Ab dem 1. Januar 2019 ist er als Nachfolger des abtretenden Gemeindepräsidenten Christian Grossniklaus (SVP) im Amt. Vielleicht schreibe er dereinst ein Buch mit dem Titel «Plötzlich Gemeindepräsident», lacht er.

    Zur Person

    Roland Noirjean lebt seit 1995 in Beatenberg, ist verheiratet mit Karin Känel. Er hat einen neunjährigen Sohn und zwei erwachsene Stiefkinder. Er ist in Wohlen im Kanton Aargau aufgewachsen. Nach einer Lehre als Chemielaborant, Matura und Lehrerausbildung ist er nach Thun gezogen, später dann nach Beatenberg. Er ist seit 1990 am Institut Beatenberg auf Sekundar-Stufe I tätig. Er war ebenfalls am Gymnasium als ICT-Lehrperson oder als Präsident und Kursleiter der Volkshochschule Interlaken sowie vielen Workshops und Kursen als Kursleiter in der Erwachsenenbildung und Schulentwicklung tätig. Er betreibt seit einigen Jahren eine Einzelfirma im Bereich Grafik, Webdesign, Cartoons, Film und hat so seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

    Aus Jungfrauzeitung vom 16.10.2018
    BEATENBERG 16. OKTOBER 2018

    Grossniklaus übergibt an Noirjean

    Der bisherige Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (SVP) verlässt sein Amt Ende Jahr. Im Interview mit dieser Zeitung blickt der 72-Jährige auf seine Tätigkeit zurück. Auf ihn folgt der parteilose Roland Noirjean.

    Innert der reglementarischen Frist sind für die Gemeinderatswahlen in Beatenberg am 25. November mehrere Wahlvorschläge bei der Gemeindeverwaltung eingegangen. Als einziger Kandidat für das Gemeindepräsidium wurde Roland Noirjean (parteilos) vom Gemeinderat als gewählt erklärt. Der 54-Jährige übernimmt das Amt von Christian Grossniklaus (SVP).

    Roland Noirjean lebt seit 1995 in Beatenberg, ist verheiratet mit Karin Känel. Er hat einen neunjährigen Sohn und zwei erwachsene Stiefkinder. Der neue Gemeindepräsident ist in Wohlen AG aufgewachsen. Nach einer Lehre als Chemielaborant, Matura und Lehrerausbildung ist er nach Thun gezogen, später dann nach Beatenberg. Er ist seit 1990 am Institut Beatenberg auf Sekundarstufe I tätig. Er hat das Institut – das mittlerweile zu einer Modellschule geworden ist – stark mitprägen können, vor allem mit seinen visuellen Darstellungen, wie die Gemeinde mitteilt: «Aber auch am Gymnasium als ICT-Lehrperson oder als Präsident und Kursleiter der Volkshochschule Interlaken sowie vielen Workshops und Kursen als Kursleiter in der Erwachsenenbildung und Schulentwicklung konnte er sein breites Wissen einsetzen.» Zudem betreibt er seit einigen Jahren eine Einzelfirma im Bereich Grafik, Webdesign, Cartoons, Film und hat so seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Roland Noirjean ist als Gemeindepräsident ein Quereinsteiger. Er war bisher nicht im Gemeinderat.

    Für die sechs Gemeinderatssitze haben sowohl die SVP und Pro Beatenberg je eine Liste eingereicht. Die SVP nominiert die bisherigen Gemeinderäte Hans von Allmen, Fritz Gimmel und Werner Schmocker sowie Heinz Feuz und die Parteilosen Adrian Deuschle und Urs Grossniklaus. Pro Beatenberg geht mit Andrea Oppliger ins Rennen um einen Gemeinderatssitz.

    Nachgefragt bei Christian Grossniklaus, abtretender Gemeindepräsident Beatenberg

    Die Finanzen und der hohe Zweitwohnungsanteil waren die grössten Herausforderungen in seiner Amtszeit, wie Grossniklaus sagt.

    Die Finanzen und der hohe Zweitwohnungsanteil waren die grössten Herausforderungen in seiner Amtszeit, wie Grossniklaus sagt.Foto: zvg
    Weshalb haben Sie sich entschieden, als Gemeindepräsident zurückzutreten?

    Christian Grossniklaus: Wir haben eine Amtszeitbeschränkung. Laut Reglement muss der Gemeindepräsident nach zweimal vier Jahren aufhören.

    Schwingt dadurch bei Ihrem Rücktritt etwas Wehmut mit?

    Nein. Ich habe dieses Amt nie gesucht. Aber ich hatte Zeit und mir eingebildet, dass ich es könnte. Ich kann ohne das Amt ganz gut leben.

    Im letzten Jahr war unter anderem die Abstimmung um Sundlauenen ein Thema in der Gemeinde. Wie blicken Sie darauf zurück?

    Die Beatenberger Bevölkerung hat betreffend des Gemeinde-Wechsels die Sundlauener abgestraft. Vielleicht war Egoismus beim Entscheid dabei. Der Entscheid hat mich damals schon getroffen. Vor allem meine Vorgängerin hatte sich beim Thema stark für ein Nein eingesetzt. Der aktuelle Gemeinderat war für einen Wechsel.

    Welches war die grösste Herausforderung während Ihrer Amtszeit?

    Die Finanzen. Und die haben wir im Moment gut im Griff. Das ist auch etwas, worauf man stolz sein kann. Wir gehören zu den Gemeinden mit einem höheren Ertragsindex und sind gut drin. Eine weitere Herausforderung war der hohe Zweitwohnungsanteil in der Gemeinde. Das haben der Gewerbeverein und viele Exponenten durch das viele Bauen mitprovoziert.

    Was war das Highlight Ihrer Präsidentschaft?

    In der ersten Legislatur konnten wir eine Steuersenkung erzielen. Zudem haben wir eine Verwaltungsreform gemacht und viele operative Anpassungen vorgenommen. Wir sind strategisch tätig, früher war das nicht so. Das macht vieles einfacher, auch für unsere Nachfolger.

    Mit Roland Noirjean ist Ihr eigener Nachfolger bereits bekannt – was sagen Sie dazu?

    Ich bin froh, dass es jemand macht. Es war nicht einfach, einen Nachfolger zu finden. Das spätere Kritisieren wird wohl einfacher.

    Haben Sie einen Rat für Roland Noirjean?

    Wenn er etwas wissen will, bin ich da, aber ich will mich nicht aufdrängen. Er ist ein Quereinsteiger und war noch nie in einem Gemeinderat tätig. Es wird für ihn eine Herausforderung, aber ich traue ihm das Amt zu. Im Hintergrund leiste ich gerne Hilfestellung. Wir wohnen auch nahe – das macht vieles einfacher.

    Was planen Sie für Ihre Zeit nach dem Gemeindepräsidium?

    Ich bin 72 Jahre alt. Mit dem niedergelegten Amt ist meine aktive Zeit vorbei. (ith)

    BEATENBERG28. MAI 2018

    Instabile Felsrippe entdeckt

    Der Gemeinderat teilt mit, dass an der Kantonsstrasse zwischen Thun und Interlaken das Gebiet Breittschingel kontrolliert werden muss, sonst drohe ein Abbruch.

    Oberhalb der Kantonsstrasse Thun-Interlaken wurde zwischen den Beatushöhlen und Sundlauenen im Gebiet Breittschingel eine instabile Felsrippe entdeckt. «Aufgrund der geologischen Abklärungen müssen diese Felspartien umgehend kontrolliert gesprengt werden, ansonsten droht ein unkontrollierter Absturz», wie der Gemeinderat Beatenberg in einer aktuellen Mitteilung schreibt. In der Zeit vom 4. bis 8. Juni sollen die nötigen Arbeiten vollzogen werden. Für die Massnahmen zum Schutz der Kantonsstrasse, die Sprengung und anschliessender Räumung des losen Felsmaterials wird die Kantonsstrasse ab 6. bis 7. Juni für den gesamten Verkehr komplett gesperrt. Die umliegenden Wanderwege und die Schifflände Sundlauenen müssen ebenfalls gesperrt werden.

    Der Gemeinderat hat für das Projekt Breittschingel einen Verpflichtungskredit von 90’000 Franken freigegeben. Das Projekt wird zu 79 Prozent durch den Kanton subventioniert. Die Restkosten werden je zur Hälfte durch das Strasseninspektorat Oberland Ost und der Einwohnergemeinde Beatenberg getragen. Die Restkosten für das geologische Gutachten übernimmt das Strasseninspektorat Oberland Ost ganz.

    Strassenbeleuchtung an der Kantonsstrasse

    Ende 2017 wurde informiert, dass der Kanton die Leuchten vom Sagigraben bis zur Garage Grossniklaus aufheben möchte. Der Gemeinderat war mit diesem Vorgehen nicht einverstanden und hat deshalb beim Oberingenieurkreis I interveniert und darum gebeten, diesen Entscheid nochmals zu überdenken.

    Der Oberingenieurkreis hat nun dazu Stellung genommen und teilt mit, dass die Leuchten in diesem Bereich bis zur Sanierung der Lehnenkonstruktion und der Brücke (Sagigraben) noch belassen werden. Die geplanten Sanierungsarbeiten werden aber voraussichtlich eine Genehmigung durch einen Strassenplan erfordern. In diesem Zusammenhang wird die Beleuchtung dann nochmals neu überprüft.

    Periodische Schutzraumkontrolle

    Um die Betriebsbereitschaft der Schutzräume sicherzustellen, werden diese periodisch kontrolliert. Die periodische Schutzraumkontrolle wird in Beatenberg gemäss Zeitplan des Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär im Jahr 2020 durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine wichtige Grundlage, um die Bevölkerung auf die Schutzräume zuzuweisen. Der Gemeinderat hat beschlossen, diese Kontrolle durch eine externe Firma ausführen zu lassen. Zudem wurde die Gemeindeschreiberin und Geschäftsleiterin, Sonja Fuss, als Gesamtverantwortliche der periodischen Schutzraumkontrolle bestimmt.

    Festival DrachenStampf

    Marius Knecht aus Beatenberg stellt wie im letzten Jahr das Gesuch um gastgewerbliche Einzelbewilligung für das Festival DrachenStampf 2.0 vom 14. bis 16. September auf dem Camping Wang. Der Gemeinderat hat das Gesuch mit der Empfehlung zur Erteilung der gastgewerblichen Einzelbewilligung mit Bedingungen/Auflagen an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet. Zusätzlich wurde beschlossen, dass sämtliche Auflagen/Bedingungen der Gemeinde und der Waldabteilung vom letzten Jahr einzuhalten beziehungsweise zu erfüllen sind, bevor die Bewilligung durch das Regierungsstatthalteramt erteilt werden kann.

    Neubewertung der Grundstücke

    Im April hat der Bundesrat eine neue Ertragswertschätzungsanleitung Landwirtschaft in Kraft gesetzt. Das heisst die landwirtschaftliche Bewertung wird ab diesem Jahr nach dieser Anleitung gemacht. Bei provisorischen Bewertungen werden bereits jetzt wesentliche Punkte berücksichtigt, einerseits wird nur noch eine Wohnung landwirtschaftlich bewertet, andererseits werden bei nicht ganzjährig benutzten Ställen der Talliegenschaft keine Reduktionen mehr vorgenommen.

    Im Jahr 2020 wird zudem eine allgemeine Neubewertung bei den nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken durch die Steuerverwaltung des Kantons Bern vorgenommen.

    Infolge Pensionierung des Betriebsleiters Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi ist seit dem 1. April Hanna Eilert, bisherige Angestellte MZG Wydi und Stellvertreterin Betriebsleiter zu 50 Prozent, als Betriebsleiterin MZG Wydi zu 100 Prozent angestellt. Deshalb wurde die Stelle als Angestellte/r MZG Wydi zu 50 Prozent neu ausgeschrieben und Thomas Schneider aus Giswil per 16. März angestellt.

    Thomas Schneider verlässt den Betrieb nach kurzer Anstellungsdauer wieder. Als Nachfolger konnte Julian Steuri aus Leissigen zu 50 Prozent ab 1. Mai gefunden werden. Er ist zugleich zu 50 Prozent als Mitarbeiter bei der Bauverwaltung Beatenberg angestellt.

    BÄR AM THUNERSEEUFER 22. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 22.5.2018

    Er machte sich an Beatenberger Honig zu schaffen

    Das Grossraubtier hinterliess am Wochenende einen Schaden an einem Bienenstand. Wo das Tier aktuell ist, bleibt weiterhin unklar.

    Am Wochenende beobachteten mehrere Personen bei der Beatenbucht einen Bären.

    Am Wochenende beobachteten mehrere Personen bei der Beatenbucht einen Bären.Foto: Keystone, Peter Klaunzer

    Wie diese Zeitung berichtete, haben über die Pfingsttage mehrere Personen in der Region Beatenbucht am rechten Thunerseeufer einen Bären gesehen. Diese Sichtungen bestätigt die kantonale Volkswirtschaftsdirektion am Dienstag in einer Mitteilung. Zudem vermeldet sie einen Schaden an einem Bienenstand in der Gemeinde Beatenberg. «Aufgrund der Biss- und Kratzspuren muss davon ausgegangen werden, dass der Schaden von einem Bären verursacht wurde», so die Mitteilung. Die Gemeinden in der Region wurden vom Jagdinspektorat über die Bärensichtung und allfällig zu treffende Massnahmen informiert. Ob es sich beim Bären um M29 handelte, der letztes Jahr in der Nähe gesichtet worden war, sei offen. Ebenfalls ist weiterhin unklar, ob sich der Bär weiterhin in der Region aufhält, da Bären grosse Distanzen in kurzer Zeit zurücklegen.

    Das Jagdinspektorat bittet Personen, die einen Bären beobachten oder Bärenspuren entdecken, um Meldung unter der Telefonnummer 0800 940 100. Ein Merkblatt zum Verhalten bei einer Begegnung mit einem Bären befindet sich auf der Webseite des Jagdinspektorats.

    BÄR AM THUNERSEEUFER 21. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung am 21.5.2018

    Jagdinspektor sieht keinen Grund für Massnahmen

    Das Grossraubtier wurde in der Nähe von Merligen und Sundlauenen gesichtet. Laut Niklaus Blatter, Berner Jagdinspektor, kann der Bär bereits wieder weit weg sein. Handlungsbedarf bestehe keiner, da das Tier sehr mobil und auch friedlich sei.
    von Isabelle Thommen

    Über die Identität des gesichteten Bären können die Behörden nur mutmassen.

    Über die Identität des gesichteten Bären können die Behörden nur mutmassen.Foto: Keystone, Peter Schneider

    Der Bär sorgt an Pfingsten für Furore: Mit einem filmreifen Auftritt zog das Grossraubtier in der Nacht auf Montag die Blicke einiger Augenzeugen und die Linsen von Handykameras auf sich (diese Zeitung berichtete). Das Bezeichnende: Der Bär wurde nicht im Wald, sondern auf der Strasse am rechten Thunerseeufer bei der Beatenbucht gesichtet. «Wir können bestätigen, dass es sich um einen Bären handelt. Betreffend des gesichteten Ortes können wir diesen nicht zu 100 Prozent bestätigten, aber wir gehen davon aus, dass die Zeugenaussagen stimmen», so der Berner Jagdinspektor Niklaus Blatter gegenüber dieser Zeitung.

    Dabei ist nicht klar, ob der Bär noch in der Gegend um Sigriswil und Beatenberg unterwegs ist, wie Blatter weiter erläutert: «Der Bär muss sich nicht mehr im Gebiet aufhalten. Bären sind sehr mobil. Das Tier kann irgendwo sein.» Die Meldungen zur Tier-Sichtung erreichten den Jagdinspektor via Kantonspolizei. «Wir haben die Meldungen von der Polizei erhalten. Nun versuchen wir alle Personen zu erreichen, die den Bären beobachtet haben, um möglichst viele Informationen zu erhalten.»

    Friedlicher Bär

    Obwohl die Filmaufnahmen des Bären auf der Strasse für viel Erstaunen sorgen, sei es nicht zwingend aussergewöhnlich, dass der Bär so nahe am Wohngebiet oder auf der Strasse auftauchte. «Es ist Nacht, da fühlen sich die Tiere jeweils recht sicher», so Blatter. Ob es sich bei den Aufnahmen um den bereits mehrfach bestätigten Bären M29 handelt, kann der Jagdinspektor nicht bestätigen. Eine Identifizierung sei schwierig: «Bei Luchsen ist das immer einfach wegen der Muster. Bei Bären geht das nicht so einfach, ausser die Tiere haben ein besonderes Merkmal. Es liegt aber nahe, dass es sich beim Tier im Video um M29 hält.»

    Der Bär wurde zwar nahe am Wohngebiet gesichtet, Probleme sind aber keine entstanden. Handlungsbedarf bestehe zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner, erklärt Blatter. «Im Moment macht es keinen Sinn, weitere Massnahmen zu ergreifen. Die Tiere ziehen oft durch weite Gebiete. Wenn der Bär an einem Ort bleiben sollte, würden wir handeln und die Schutzmassnahmen erhöhen. Der Bär war bisher zum Glück sehr friedlich.»

    Zur Analyse des Tieres seien weitere Informationen wichtig. «Wichtig ist, dass die Leute uns bei einer Sichtung so rasch wie möglich kontaktieren, damit wir möglichst immer wissen, wo der Bär ist.» Bei einer Begegnung sei es wichtig, die vom Jagdinspektorat empfohlenen Vorsichtsmassnahmen einzuhalten (ein entsprechendes Merkblatt ist online aufgeschaltet). «Bei einer Begegnung auf der Strasse im Auto ist es allgemein nicht ratsam auszusteigen», kommentiert Blatter die jüngsten Sichtungen des Bären.

    MERLIGEN/SUNDLAUENEN 21. MAI 2018 aus der Jungfauzeitung vom 21.5.2018

    Bär am Thunerseeufer gefilmt

    In der Nacht auf Montag wurde das Grossraubtier erneut gesichtet. Diesmal auf einer Strasse und nahe am Wohngebiet. Während man in Sigriswil relativ entspannt mit der Nachricht umgeht, zeigt man sich in Beatenberg wenig erfreut.
    von Isabelle Thommen
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    Der Bär am ThunerseeuferIn der Nacht auf Montag rannte ein Bär auf der Strasse zwischen Sundlauenen und Merligen.

    «Bär gesichtet», mit diesen Worten meldet sich Leser David Marty am Montagabend bei dieser Zeitung. Der Meiringer hatte in der Nacht zuvor einen Bären am rechten Thunerseeufer gefilmt. Dieser war – wie Marty und seine Begleitung – bei der Beatenbucht auf der Strasse von Sundlauenen bei Beatenberg Richtung Merligen unterwegs. Auf dem Video sieht man das Grossraubtier deutlich, wie es die Strasse entlangläuft. Vor dem Auto scheint es Respekt zu haben und flüchtet. «Es war speziell», schildert David Marty die aussergewöhnliche Begegnung von 2.15 Uhr gegenüber dieser Zeitung. «Wir waren im Ausgang und kamen eben von einer Geburtstagsparty, als wir den Bären entdeckten. Wir fuhren ihm dann eine kurze Zeit nach und so konnte ich ihn filmen.» Schliesslich hätten er und seine Freundin angehalten, um einige Minuten zu warten. «Der Bär konnte nicht weg», erläutert er. «Wir haben ihm einige Zeit gelassen und nachher war er dann nicht mehr auf der Strasse. Wir haben noch gesehen, wie er einmal zurückgeblickt hat.»

    In welche Richtung der Bär genau lief, bleibt unklar. Feststeht, Marty und seine Partnerin waren nicht die Einzigen, die das Tier beobachteten. Während auch die Zeitung «20 Minuten» von einer Beobachtung berichtet, gingen bei der Kantonspolizei zwei Meldungen ein. So bestätigten die Behörden auf Anfrage dieser Zeitung zwei Meldungen aus Merligen bei Sigriswil. Beide Anrufe seien erst am Montagmorgen als Nachmeldung getätigt worden. Die Sichtungen waren ebenfalls in der Nacht.

    Nahm der Bär in der Nacht auf Montag noch ein Bad im Thunersee? In welche Richtung das Tier nach dem Auftritt auf der Strasse weglief, ist unklar.

    Nahm der Bär in der Nacht auf Montag noch ein Bad im Thunersee? In welche Richtung das Tier nach dem Auftritt auf der Strasse weglief, ist unklar.Foto: Keystone, AP, Mike Groll
    Keine Sorgen bei Gemeindevertretern

    Während die Aufnahme des Bären in Menschennähe beeindrucken, sorgt die Neuigkeit der Sichtung auch erstmals für Erstaunen. Sowohl Beatenbergs Gemeindepräsident Christian Grossniklaus wie auch der Sigriswiler Gemeinderatspräsident Beat Oppliger zeigen sich auf Nachfrage dieser Zeitung überrascht betreffend der Neuigkeiten. Auch Sigriswils Gemeindepräsidentin Madeleine Amstutz wusste noch nichts vom Vorfall. Sorgen macht man sich in Sigriswil aber keine über den Auftritt des Bären. «Man hat schon früher von Bärensichtungen gehört», so Oppliger. «Damals war es einfach noch nicht so nahe.» Aus der Ruhe lässt sich der Gemeinderatspräsident aber nicht bringen. «Solange der Bär nicht in die Nähe der Häuser kommt und niemanden bedroht, störe ich mich nicht daran. Wir haben früher auch mit wilden Bären in der Region gelebt.»

    Anders sieht das Christian Grossniklaus. «Das ist nicht das, was man sich wünscht», so Beatenbergs Gemeindepräsident. «Sowohl als ehemaliger Bauer als auch in Hinblick auf das Wandergebiet freuen mich diese Neuigkeiten nicht. Wir brauchen hier keine Grossraubtiere.» Er mache sich aber keine Sorgen, dennoch spricht er sich klar gegen die Anwesenheit des Tieres aus: «Wenn der Bär auf der Strasse unterwegs ist, kommt er hoffentlich unter ein Auto», kommentiert er. «Wir wussten zwar, dass ein Bär unterwegs ist – aber so nahe am bewohnten Gebiet, ist das ein Problem.»

    Für allfällige Massnahmen sei aber nicht die Gemeinde, sondern der Jagdinspektor zuständig. «Der Kanton schützt den Bären, es ist auch an ihm, den Bären in den Griff zu bekommen.» An den Kanton verweist auch Madeleine Amstutz: «Schlussendlich ist die zuständige Stelle beim Kanton dafür zuständig, dass die Sicherheit gewährleistet ist.» Der kantonale Jagdinspektor sieht zum aktuellen Zeitpunkt keinen Handlungsbedarf, wie dieser gegenüber dieser Zeitung sagte. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, das im April am Hasliberg gesichtet wurde, und ob es sich beim Bären um M29 handelt, ist noch unklar.

    Korrektur

    In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass Christian Grossniklaus gegen Wildtiere sei. Das ist nicht korrekt: Der Beatenberger Gemeindepräsident wurde falsch zitiert. Er ist gegen Grossraubtiere aber nicht gegen Wildtiere im Allgemeinen.

    SUNDLAUENEN 16. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 16.5.2018

    Absturzgefährdete Felspartie wird gesprengt

    Ein instabiler Fels soll im Juni beseitigt werden. Die Behörden entschieden sich nach einer Variantenstudie für das Vorgehen.
    von Isabelle Thommen

    Im Juni kommt es in Sundlauenen zu einer Sicherheitsprengung. Grund ist ein instabiles Felspaket, das die Kantonsstrasse, die Schifflände, den Pilgerweg und ein Wohnhaus bedroht. «Das Strasseninspektorat Oberland-Ost hat im Rahmen von Holzerei-Arbeiten und Felsräumungen eine labile Felspartie entdeckt», erläutert Nils Hählen, Abteilungsleiter des Amts für Wald des Kantons Bern, Abteilung Naturgefahren. «Nach einer Variantenstudie haben wir uns entschieden, die Sprengung vorzunehmen.»

    «Entlang der Kantonsstrasse werden regelmässig Felsräumungen durch das Tiefbauamt des Kantons Bern vorgenommen», erläutert Lea Odermatt, Geologin und Fachbereichsleiterin Naturgefahren bei der Kellerhals + Haefeli AG. «Dabei wurde ein Felspartie entdeckt, die instabil aussah, worauf wir im Auftrag der Gemeinde Beatenberg für eine Beurteilung angefragt wurden.» Im betreffenden Bereich sei eine 40 bis 50 Kubikmeter grosse Felspartie instabil. «Wir haben untersucht, welche Massnahmen wir nun ergreifen. Im Raum standen die Sicherung, ein Auffangnetz oder eine Sprengung. Am Schluss kamen wir überein, dass eine Sicherheitssprengung die beste Möglichkeit wäre.»

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    Gefahren werden minimiert

    «Die instabile Felspartie wurde Mitte März entdeckt», wie Odermatt weiter erläutert. «Sie wird als kurz- bis mittelfristig absturzgefährdet angesehen. Eine akute Absturzgefahr besteht somit nicht, trotzdem kann durch fortschreitende Erosion, Frost-Tau-Zyklen oder extreme Wettersituationen die Felspartie so destabilisiert werden, dass es zu einem Felssturz kommen kann. Deshalb wurde die Studie zur Findung der besten Massnahmen sowie die Finanzierungs-Abklärungen vorangetrieben, um die Sprengung noch vor dem Verkehrsaufkommen im Sommer durchführen zu können.»

    Bei der Sprengung selber könnten die Gefahren minimiert werden. «Ein darauf spezialisierter Unternehmer nimmt die Sicherheitssprengung vor. Es werden alle nötigen Vorkehrungen getroffen. Die Strasse sowie die darunterliegenden Gebäude werden geschützt», erläutert Odermatt. Die Strasse bleibt während der Räumungsarbeiten zwei Tage gesperrt. «Gleich nach der Sprengung wird das lose Material geräumt und die Situation nochmals beurteilt. Wir schauen, ob alles wie geplant abgelaufen ist. Anschliessend wird das Gebiet wieder freigegeben.»

    Die Bauherrschaft liegt bei der Gemeinde Beatenberg, wie Hählen sagt. «Sie wird mit Subventionen von Bund und Kanton unterstützt. An den Restkosten beteiligt sich das Strasseninspektorat, welches ebenfalls von der Schutzmassnahme profitiert.» Eine Seltenheit ist die lose Gesteinspartie dabei nicht, wie er weiter erläutert: «Solche Fälle kommen häufig vor. Vor allem im Frühling kommt es zu Sturzereignissen. Wir hatten kürzlich in Iseltwald einen ähnlichen Fall. Letztes Jahr waren es ebenfalls einige Vorfälle.»

    BEATENBERG 15. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 15.5.2018

    Grosseinsatz für «den Fall der Fälle»

    Rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bödeli übten am Montagabend einen Brand im Restaurant beim Eingang der St. Beatus-Höhlen. Auch ein Helikopter wurde dafür aufgeboten.
    von Urs Häfliger
    00:00 / 02:20
    GrosseinsatzExterne Rettungskräfte der Feuerwehr Bödeli übten einen Brand bei den St. Beatus-Höhlen.

    Die St. Beatus-Höhlen sind ein beliebtes Ziel für Besucher aus der Region aber auch für Touristen aus aller Welt. Der verschlungene Weg bis zum Eingang der Höhlen ist durch den Wasserfall und das saftige Grün schön zu begehen, beim Eingang selber können Touristen vor oder nach der Besichtigung etwas trinken oder gar essen.

    Plötzlich ist Rauch im Restaurant zu sehen. Rasch wird klar, dass es brennt. Die Besucher werden evakuiert, die Feuerwehr alarmiert. Innert weniger Minuten sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bödeli vor Ort, errichten wegen fehlender Hydranten einige Becken, damit man das Wasser bis zum Restaurant hochpumpen kann. Die bereits hochgeeilten Einsatzkräfte können noch zwei vermisste Personen aus dem Restaurant retten.

    Dort oben brennt es: Die Feuerwehr Bödeli übte einen Brandfall im Restaurant beim Eingang zu den St. Beatus-Höhlen.

    Dort oben brennt es: Die Feuerwehr Bödeli übte einen Brandfall im Restaurant beim Eingang zu den St. Beatus-Höhlen.Fotos: Urs Häfliger

    Das heisst, dass es schnell gehen muss. Denn Wasser ist trotz des Wasserfalls, der aus der Höhle fliesst, für einen Löscheinsatz nicht ausreichend vorhanden.

    Das heisst, dass es schnell gehen muss. Denn Wasser ist trotz des Wasserfalls, der aus der Höhle fliesst, für einen Löscheinsatz nicht ausreichend vorhanden.

    So muss über Becken und Schläuchen auf dem Fussweg das Wasser nach oben gepumpt werden.

    So muss über Becken und Schläuchen auf dem Fussweg das Wasser nach oben gepumpt werden.

    Rund 40 Einsatzkräfte probten den Ernstfall am Montagabend.

    Rund 40 Einsatzkräfte probten den Ernstfall am Montagabend.

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    Neues Notfall- und Krisenorganisationskonzept

    Dies war die Ausgangslage zur Grossübung der Feuerwehr vom Montagabend. Die St. Beatus-Höhlen sind durch ihre topografischen Begebenheiten kein einfacher Einsatzort, weshalb eine Übung sinnvoll sei. Diese wäre aber auch notwendig: «Wir haben unser bestehendes Notfall- und Krisenorganisationskonzept überarbeitet», erläutert Marc Schneider, stellvertretender Geschäftsführer der Beatushöhlen-Genossenschaft. Nachdem man zunächst wie jedes Jahr Übungen innerhalb der Genossenschaft abgehalten habe, sei es nun aber auch wichtig gewesen, dies mit der Feuerwehr zu proben: «Wir sind auch bestrebt, mit externen Einsatzkräften zu üben, um für den Fall der Fälle, der hoffentlich niemals eintritt, gewappnet zu sein.»

    Körperliche und geistige Herausforderung

    Der Helikopter sei dabei von grosser Wichtigkeit, gerade zu Beginn des Löscheinsatzes: «Weil oben zunächst kein Wasser vorhanden war, haben wir über den Helikopter Wasser bezogen», erläutert Thomas Dummermuth, Kommandant der Feuerwehr Bödeli. Der sei durch seine Vielseitigkeit aber auch wegen fehlender anderer Wasserquellen sehr schnell und effizient vor Ort und deshalb so wichtig. Auch um Löschmaterial zum Einsatzort zu bringen, sei der Hubschrauber essenziell, weil man etwa Pumpen nicht einfach den Weg hochtragen könne. «Dafür ist er ideal.»

    Die Grossübung dauerte rund eineinhalb Stunden und wird am Mittwoch noch ein zweites Mal durchgeführt. Der erste Durchlauf mit rund 40 Einsatzkräften sei aber bereits gelungen: «Es war eine tolle Leistung der Mannschaft. Es ist nicht ganz ohne, das Material auf dem Pfad zu bewegen. Zudem ist es auch geistig herausfordernd, wenn man etwas vergisst, muss man den Weg zurückgehen. Dadurch verliert man viel Zeit. Aber wir konnten das Feuer löschen und die Personen rasch retten.» Ein Lob, in welchem die Hoffnung durchklingt, es nie wirklich machen zu müssen.

    Sie sind nicht zum Spielen da: Beim Kinderspielplatz haben die Einsatzkräfte ebenfalls ein Wasserbecken aufgestellt.

    Sie sind nicht zum Spielen da: Beim Kinderspielplatz haben die Einsatzkräfte ebenfalls ein Wasserbecken aufgestellt.

    Der Wasserschlauch musste über den Fussweg verlegt werden.

    Der Wasserschlauch musste über den Fussweg verlegt werden.

    Ein Helikopter brachte nebst Material …

    Ein Helikopter brachte nebst Material …

    … auch Löschwasser aus dem Thunersee zum Einsatzort.

    … auch Löschwasser aus dem Thunersee zum Einsatzort.

    Beim Höhlenausgang wurde ebenfalls Wasser bereitgestellt, zwei Personen mussten zudem zu Übungszwecken gerettet werden – ein anstrengender Einsatz.

    Beim Höhlenausgang wurde ebenfalls Wasser bereitgestellt, zwei Personen mussten zudem zu Übungszwecken gerettet werden – ein anstrengender Einsatz.

    Nach dem Ende der Übung wurde das Wasser wieder abgelassen.

    Nach dem Ende der Übung wurde das Wasser wieder abgelassen.

    Thomas Dummermuth, Kommandant der Feuerwehr Bödeli, war mit dem Übungseinsatz zufrieden. Die nächste Übung steht bereits am Mittwoch an.

    Thomas Dummermuth, Kommandant der Feuerwehr Bödeli, war mit dem Übungseinsatz zufrieden. Die nächste Übung steht bereits am Mittwoch an.
    BEATENBERG 8. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 8.5.2018

    Bestnoten für die Kühe von Familie Aebersold

    Zwei Kuhfamilien von Familie Aebersold wurden von Swissherdbook bewertet.

    Zwei Kuhfamilien von Familie Aebersold wurden von Swissherdbook bewertet.Fotos: Thomas Tschopp

    An einem wunderbaren Frühlingstag durfte Familie Aebersold in Beatenberg gleich zwei Kuhfamilien zur Zuchtfamilienschau und somit zur Beurteilung durch zwei Experten und Expertinnen von Swissherdbook vorführen. Die Familie der Stammkuh Soraya mit ihren Nachkommen Soleil, Schätzeli, Schwalbe und Selina wurde mit sehr guten 76 Punkten eingestuft. Die zweite Familie der Stammkuh Lusti, mit der bekannten Livia sowie den weiteren Nachkommen Lea, Linde und Lilly wurde mit hervorragenden 90 Punkten beurteilt. Beide Zuchtfamilien erreichten mit diesen Punkten die höchste Einstufung in die Klasse A.

    Der Einladung von Familie Aebersold zu diesem nicht alltäglichen Ereignis folgten zahlreiche interessierte Zuschauer von nah und fern. Bei ausgezeichneter Bewirtung durch die Züchterfamilie genossen alle den schönen Frühlingsnachmittag in Beatenberg.

    Toni, Simon, Julia, Hansueli und die Mutter Andrea mit Lea Aebersold (vlnr).

    Toni, Simon, Julia, Hansueli und die Mutter Andrea mit Lea Aebersold (vlnr).
    BEATENBERG 8. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 8.5.2018

    Zweitwohnungsanteil nimmt ab

    2017 ist die Planungszone «Zweitwohnungen» der Gemeinde Beatenberg nach fünf Jahren ausgelaufen. Daraufhin wurde dem Amt für Gemeinde und Raumordnung eine umfangreiche Analyse zugestellt. Die Gemeinde Beatenberg gehört zu den Gemeinden, welche gemäss kantonalem Richtplan verschärfte Massnahmen bezüglich Zweitwohnungen haben müssten. Deshalb verlangte das Amt für Gemeinden und Raumordnung ein jährliches Monitoring über die Zweitwohnungsentwicklung. Die aktuell erstellte Analyse zeigt, dass sich der Zweitwohnungsanteil im Promille-Bereich verändert hat. Der neu errechnete Zweitwohnungsanteil beträgt 52,97 Prozent, 2017 waren es noch 53 Prozent. Der Zweitwohnungsanteil hat somit nicht zugenommen, wie der Gemeinderat Beatenberg in einer Mitteilung schreibt.

    Parkhotel Beatenberg

    Der Gemeinderat hat die Änderung der baurechtlichen Grundordnung, Änderung des Baureglements in Artikel 9,31, 44 und 50 sowie Änderung des Zonenplans im Zusammenhang mit der Hotelzone Park beim geplanten Parkhotel beschlossen. Die Unterlagen lagen bis am 28. März in der Gemeindeverwaltung Beatenberg öffentlich auf, und während des Auflageverfahrens ist eine Mitwirkungseingabe eingegangen. Diese wird nach Rücksprache mit dem Eingeber ausserhalb des Verfahrens geregelt. Die Änderung der baurechtlichen Grundordnung kann nun dem Amt für Gemeinden und Raumordnung zur Vorprüfung eingereicht werden.

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    Feststellung Gemeindegrenzen Beatenberg und Habkern

    Im Zusammenhang der Vermessung des Restgebietes musste auch die Gemeindegrenze zwischen Beatenberg und Habkern festgelegt werden. Das Geometerbüro Wyss und Früh aus Unterseen hat aufgrund der bestehenden Markierungen im Gelände und Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern die Parzellengrenzen eruiert. Sämtliche Grundeigentümer sind mit den neu eingezeichneten Grenzen einverstanden. Der Gemeinderat hat die Gemeindegrenze Beatenberg-Habkern ebenfalls anerkannt und genehmigt.

    Stiftung Bibliothek Beatenberg

    Der Gemeinderat als Aufsichtsbehörde hat die Jahresrechnung 2017 der Stiftung Bibliothek Beatenberg mit einem Gewinn von 1405 Franken und einem Stiftungskapital per 31. Dezember 2017 von 52’801 Franken zur Kenntnis genommen.

    Marija Preradovic, Schulhauswartin Spirenwald, ist seit 1. Mai 2003 bei der Einwohnergemeinde Beatenberg angestellt und darf ihr 15-jähriges Dienstjubiläum feiern. «Der Gemeinderat dankt für den langjährigen Einsatz und wünscht Frau Preradovic weiterhin viel Befriedigung beim Ausüben ihrer Tätigkeit», heisst es in einer Mitteilung.

    BEATENBERG 7. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 7.5.2018

    Hohe Steuereinnahmen sorgen für Ertragsüberschuss

    Die Gemeinde hat ihre Jahresrechnung veröffentlicht. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Überschuss von 406’428 Franken, der Allgemeine Haushalt mit 164’421 Franken.

    Finanziell sah das Jahr 2017 für Beatenberg gut aus.

    Finanziell sah das Jahr 2017 für Beatenberg gut aus.Foto: Irene Thali

    Die Jahresrechnung 2017 der Gemeinde Beatenberg schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 704’006 Franken im Allgemeinen Haushalt beziehungsweise einem Ertragsüberschuss von 461’999 Franken im Gesamthaushalt ab, bevor die Periodenabgrenzung der Lastenverteiler Sozialhilfe und Lastenverteiler Sozialversicherung Ergänzungsleistungen von Total 868’428 Franken vorgenommen werden. «Mit dieser Abgrenzung schliesst der Gesamthaushalt mit einem Aufwandüberschuss von 406’428 Franken, der Allgemeine Haushalt mit einem Aufwandüberschuss von 164’421 Franken ab», schreibt der Gemeinderat in einer aktuellen Mitteilung.

    «Dieses sehr gute Ergebnis ist hauptsächlich auf höhere Steuereinnahmen gegenüber dem Budget von rund 320’000 Franken zurückzuführen. Der Bilanzüberschuss beträgt 852’574 Franken. Total betrugen die Nachkredite 1’337’686 Franken. Davon waren 323’171 Franken gebunden, und 137’770 Franken lagen in der Kompetenz des Gemeinderates», heisst es weiter. Die Nachkredite für den Lastenverteiler Sozialhilfe von 627’598 Franken und den Lastenverteiler Sozialversicherung Ergänzungsleistungen von 249’145 Franken liegen in der Kompetenz der Gemeindeversammlung beziehungsweise sind durch diese zu beschliessen.

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    Mehrwertabgabe und Grundeigentümerbeiträge

    Der Gemeinderat hat die Neufassung des Reglements über die Mehrwertabgabe mit Inkraftsetzung per 1. Juli zuhanden der Gemeindeversammlung vom 1. Juni verabschiedet. Letztes Jahr wurde das Reglement bereits erschaffen und an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember beantragt. Seitens Gewerbeverein Beatenberg wurde ein Rückweisungsantrag zum Reglement gestellt, damit weitere Abklärungen gemacht werden konnten. Mit Vertretern des Gewerbevereins seien mittlerweile Gespräche geführt worden, wie es weiter heisst.

    Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember wurde erklärt, dass bis zur nächsten Gemeindeversammlung eine Lösung zu finden ist, wie alle Grundeigentümer betreffend Grundeigentümerbeiträge gleich behandelt werden könnten oder zumindest durch den Gemeinderat darüber orientiert wird. Über die Systematik der Grundeigentümerbeiträge wurde ein Bericht erstellt, der der Gemeindeversammlung vom 1. Juni vorgelegt wird.

    Gemeindeversammlung am 1. Juni

    Am Freitag, 1. Juni, um 20.00 Uhr im Kongresssaal Beatenberg findet die Gemeindeversammlung mit den Traktanden Jahresrechnung 2017, Jahresbericht der Datenschutzaufsichtsstelle, Neufassung Reglement über die Mehrwertabgabe, Nachtrag zur Kostenabrechnung über den Verpflichtungskredit zum Umbau und Erweiterung Altersheim Beatenberg-Habkern, Bericht zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen und Verschiedenes statt.

    Verwendung des Ertagsüberschusses

    Weil die Gemeindeversammlung vom 1. Dezember bei der Abstimmung zum Budget 2018 der Steuersenkung nicht zugestimmt hat, wird voraussichtlich ein Ertragsüberschuss von 220’000 Franken im Allgemeinen Haushalt erfolgen. Daher hat der Gemeinderat beschlossen, den Ertragsüberschuss zu verwenden.

    Politisch besteht das Ziel, Unterhalts- und Sanierungskosten soweit wie möglich aus der Erfolgsrechnung zu verbuchen. Aus diesem Grund erhielt die Abteilung Finanzverwaltung den Auftrag, alle Ressorts beziehungsweise Abteilungen aufzufordern, mögliche Ausgaben/Anschaffungen, die direkt der Erfolgsrechnung belastet werden können, für das Jahr 2018 aufzulisten. Für Hallenbad, Turnhalle, Gemeindesaal und Belagsarbeiten durch Dritte wurden Nachkredite im Totalbetrag von 220’000 Franken gewährt.

    BEATENBERG 6. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 6.5.2018

    Sperrung zweier Wanderwege

    Aufgrund der Bauarbeiten an der Kanalisationsleitung ARA Wang muss der Wanderweg zwischen Ruchenbühl und Beatenberg – inklusive Hängebrücke – respektive Schwendi und Beatenberg gesperrt werden. Dies teilt die Beatenberger Bauverwaltung mit. Die Sperre dauert mindestens bis Ende Mai. Danach werde über die weitere Sperre informiert.

    HABKERN 20. MÄRZ 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 21.3.2018

    Sie erzählen die Geschichte der «vergessenen» Kinder im Maiezyt

    Elisabeth und Peter Ruge sind Journalisten aus Hamburg. Seit über 50 Jahren verbringen sie ihre Ferien in Beatenberg. Bei einer Wanderung in Habkern stiessen sie auf ein Haus mit bewegter Geschichte. Und schrieben ein Buch darüber.
    von Nils Sager

    Das Maiezyt in Habkern beherbergte als Kinderheim nach dem Zweiten Weltkrieg die Kinder der ermordeten «Vaterlandsverräter», die 1944 mit einem Attentat auf Adolf Hitler scheiterten.

    Das Maiezyt in Habkern beherbergte als Kinderheim nach dem Zweiten Weltkrieg die Kinder der ermordeten «Vaterlandsverräter», die 1944 mit einem Attentat auf Adolf Hitler scheiterten.Fotos: Nils Sager

    Als das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 scheiterte, begann für die Kinder der deutschen Widerstandskämpfer eine schlimme Zeit. Ihre Väter erschossen, ihre Familien in Sippenhaft genommen, von Nazi-Deutschland als Verräter gebrandmarkt. Die Kinder landeten in einem Heim der Nationalsozialisten. Selbst nach dem Krieg hatten sie zu kämpfen, lebten in Armut, erfuhren keine Anerkennung für das, was ihre Väter waren: Helden.

    1947 landeten etwa 46 dieser Kinder, zwischen zehn Monaten und 16 Jahren alt, im Kinderheim Maiezyt in Habkern. Dort stand das von Gertrud Maler in Hünibach gegründete Erholungsheim seit 1938. Heute ist es ein Bio-Hof mit Restaurant und Zimmern. Die Kinder der deutschen Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 sind in Deutschland weitesgehend vergessen. In Habkern erinnert das alte Holzhaus an ihr Schicksal. Und nun auch ein Buch.

    Peter und Elisabeth Ruge schreiben seit vielen Jahren gemeinsam Romane. Meist haben sie einen autobiografischen Bezug.

    Peter und Elisabeth Ruge schreiben seit vielen Jahren gemeinsam Romane. Meist haben sie einen autobiografischen Bezug.
    Zweite Heimat Beatenberg

    Vor ein paar Jahren stiessen Elisabeth und Peter Ruge bei einer Wanderung auf das Maiezyt in Habkern. Die beiden sind Journalisten, leben in der Nähe von Hamburg und haben Beatenberg seit den 1960er-Jahren zu ihrem Feriendomizil gemacht. Die Geschichte, dass Nachfahren von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seinen Kameraden in Habkern gelebt haben, lässt sie nicht mehr los. Sie recherchieren, treffen ehemalige Bewohner des Heims, betroffene Familien sowie die Thuner Pfarrerin Margrit Schwander, die 2015 einen Gottesdienst zu Ehren der «vergessenen Kinder» gefeiert hat.

    Elisabeth und Peter Ruge entscheiden: «Das ist ein Stück Geschichte, das nicht vergessen werden soll». Sie beschliessen, einen Roman aus ihren Erkenntnissen zu schreiben. «Entengang» heisst er und ist im letzten Jahr erschienen.

    Heute ist das Maiezyt in Habkern ein Bio-Hof mit Beiz und Übernachtungsmöglichkeiten.

    Heute ist das Maiezyt in Habkern ein Bio-Hof mit Beiz und Übernachtungsmöglichkeiten.
    Authentische Erinnerungen

    Es ist eine Art Erinnerungsbuch. Nicht nur der Protagonist Friedrich von Stechlin – der in dieser Geschichte mit seinem Enkel an den Ort zurückkehrt, wo er 1947 von seinem bedrückenden Schicksal ein Stück weit erlöst worden ist – erinnert sich an die Vergangenheit. Auch Ruges selber haben eigene Erinnerungen an ihre zahlreichen Aufenthalte im Berner Oberland mit einfliessen lassen. «Die Geschichten sind aus Überlieferungen aufgebaut, die wir teilweise etwas ausgeschmückt haben», erzählen sie.

    Ausserdem finden sich in jedem Kapitel Sagen aus der Region sowie Schweizer Gerichte, deren Rezepte am Ende des Werks aufgeschrieben sind. So ist das Buch reich an Lokalkolorit. Wer es liest, spürt die Verbundenheit des Ehepaars Ruge mit dem Berner Oberland, insbesondere Beatenberg.

    Peter Ruge ist von der Geschichte der «vergessenen» Kinder sehr bewegt: «Die Geschichten sind auf Überlieferungen aufgebaut, die wir teilweise etwas ausgeschmückt haben», sagt er.

    Peter Ruge ist von der Geschichte der «vergessenen» Kinder sehr bewegt: «Die Geschichten sind auf Überlieferungen aufgebaut, die wir teilweise etwas ausgeschmückt haben», sagt er.

    Elisabeth Ruge findet: «Wir haben so viel erlebt im Leben, es wäre schade, wenn wir das nicht verarbeiten würden». Mit ihrem Ehemann schreibt sie schon am nächsten Buch.

    Elisabeth Ruge findet: «Wir haben so viel erlebt im Leben, es wäre schade, wenn wir das nicht verarbeiten würden». Mit ihrem Ehemann schreibt sie schon am nächsten Buch.
    Mehrmals jährlich zu Gast

    Drei bis vier Mal im Jahr verbringen Elisabeth und Peter Ruge ihre Ferien in ihrer Wohnung mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. «Im Sommer ist es hier am schönsten», finden sie. Schon ihre Tochter habe – als sie noch ein Baby war – stets den Kopf aus dem Kinderwagen gehoben und auf die Berge geschaut, erzählen Ruges.

    Das Ehepaar ist heute über 80 Jahre alt. Sie haben bereits ein Dutzend Bücher geschrieben. Immer mit autobiografischem Bezug. «Wir haben so viel erlebt im Leben, es wäre schade, wenn wir das nicht verarbeiten würden», sagen sie. Und schreiben schon am nächsten Werk.

    Lesung

    Am kommenden Samstag lesen Elisabeth und Peter Ruge aus ihrem Roman «Entengang» im Hotel-Restaurant Regina in Beatenberg (Beginn 17.00 Uhr), am Sonntag drauf dann im Hof Maiezyt in Habkern (Beginn 11.00 Uhr).

    BEATENBERG 16. MÄRZ 2018 aus der Jungfrauzeitung

    Saisoneröffnung mit neuen Möglichkeiten

    Die St. Beatus-Höhlen starten diesen Samstag in die 115. Saison. Für alle, die bereits ein bisschen Ski- und Winter-müde sind, gibt es somit wieder eine Alternative.

    Die Beatushöhlen sind täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.

    Die Beatushöhlen sind täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.Foto: Beatushöhlen-Genossenschaft.

    Die Beatushöhlen-Genossenschaft startet mit einem Rekordergebnis aus dem vergangenen Jahr in die neue Saison. Das Rekordergebins von 2016 konnte letztes Jahr nochmals übertroffen werden, es wurde eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen verzeichnet, was sich ebenfalls sehr positiv auf den Gesamtumsatz ausgewirkt hat. Gesamthaft besuchten im letzten Jahr 87’432 Personen die St. Beatus-Höhlen, was einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 11,6 Prozent entspricht.

    Der in den Vorjahren eingeschlagene Erfolgskurs konnte – dank den neuen Angeboten und dem phänomenalen Sommerwetter – fortgesetzt werden. Die positive Zunahme ist insbesondere bei den Einzelreisenden und im Gruppengeschäft zu verzeichnen. Genaue Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr folgen dann nach der 114. ordentlichen Generalversammlung von Mitte April, wie die Beatushöhlen-Genossenschaft mitteilt.

    Beleuchtungs-Update

    Auch diese Winterpause wurde wiederum genutzt, um die Angebote noch besser den heutigen Kundenbedürfnissen anzupassen. So wurden Wegstücke auf dem ganzen Areal saniert, und in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern wurde zwischen Balmholz und Sundlauenen eine Schutzwaldpflege vorgenommen. Und auch in der kommenden Winterpause sind bereits wieder neue Projekte geplant – Soviel wird an dieser Stelle verraten: Die Höhle bekommt betreffend der Beleuchtung ein Update.

    Das Angebot der St. Beatus-Höhlen funktioniert nicht nur hervorragend für Hochzeitsgesellschaften, sondern auch für alle anderen. Der Aufenthalt im Park, auf dem Pilgerweg oder die Kombination mit einer Schiff- oder Busfahrt auf der Sonnenseite des Thunersees ist für alle ein festliches Erlebnis, ein Postkartenmoment sozusagen. Dazu trägt primär die usprüngliche Umgebung bei. Nebst der Höhle gehören der nahe See, die Wasserfälle, das Panorama oder die eindrückliche Felsformation zum besonderen Erlebnis.

    Wer früher während einer Schulreise oder während der Ferien bei den St. Beatus-Höhlen vorbeischaute, dürfte sich nicht unbedingt an einen kulinarischen Höhepunkt erinnern. Seit 2013 ist dies ganz anders, denn das Küchenteam gehört zum Gesamterlebnis und zeigt in der neu gestalteten und offenen Küche die Leidenschaft fürs Kochen und für frische Produkte aus der Region. Dieser gastronomische Schwerpunkt ist ungewöhnlich bei einem Ausflugsziel, das vor allem von ausserkantonalen und internationalen Gästen besucht wird. Es zeigt jedoch, dass Geschäftsführer Michael Rupp, sein Stellvertreter Marc Schneider und das ganze Team die Präsenz der einheimischen Bevölkerung nicht nur wünschen, sondern auch etwas dafür tun.

    Neue Möglichkeit

    Neu haben Besucher die Möglichkeit, zwischen einem geführten Rundgang oder einem individuellen Besuch durch die St. Beatus-Höhlen zu wählen. In der Vergangenheit war es den Besuchern nur möglich, die Höhlen geführt mit einem Tour-Guide zu besichtigen. Für alle diejenigen, die gerne etwas mehr Zeit in der Höhle verbringen wollen und losgelöst von einer Gruppe die Höhlen erforschen möchten, bekommen so eine Alternative. Zudem steht den individuellen Besuchern eine kostenlose App für den Höhlenrundgang zur Verfügung. Die Höhlen sind ab dem morgigen Samstag täglich bis 11. November von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.

    Zürcher Studenten feiern Poolparty im Hallenbad

    Das Hallenbad Beatenberg wird im März Schauplatz einer Poolparty von Studenten der ETH-Zürich. 40 Helfer und Aufpasser sollen den ordentlichen Ablauf sicherstellen.

    Das Hallenbad Beatenberg wird im März Schauplatz einer Poolparty von Studenten der ETH-Zürich. 40 Helfer und Aufpasser sollen den ordentlichen Ablauf sicherstellen.Foto: Marc Schiess

    Die ETH Zürich und der EPF Lausanne organisieren jedes Jahr ein Ski-Wochenende. Etwa 220 Studenten werden dieses Jahr an dem Anlass in Grindelwald teilnehmen. Darin enthalten ist jeweils auch eine Poolparty. Diese findet am Donnerstag, 22. März 2018 statt. Das Organisationskomitee fragte die Gemeinde an, ob die Poolparty im Panorama Hallenbad Beatenberg durchgeführt werden könne, wie der Gemeinderat in einer aktuellen Mitteilung zu seinen vergangenen Sitzungen schreibt.

    Unter anderem wird für diesen Anlass im Hallenbad eine Bar mit Ausgabe von Getränken sowie ein DJ-Pult aufgestellt werden. Rund 40 Aufsichtspersonen beziehungsweise Helfer, die durch das Organisationskomitee beauftragt und entschädigt werden, beaufsichtigen die Party. Das Gesuch für die Durchführung der Poolparty wurde durch die Ressorts Finanzen und Liegenschaften geprüft und durch den Gemeinderat im Oktober bewilligt. Aus diesem Grund ist das Hallenbad ab Donnerstag, 22. März, nachmittags, bis und mit Montag, 26. März geschlossen.

    Die Wassergymnastik am Donnerstag, 22. März 2018, morgens, findet jedoch wie üblich statt. Die entstehenden Kosten der Poolparty gehen voll zulasten des Organisationskomitees. Für die Vermietung des Hallenbades wird ein Mietzins durch die Gemeinde verlangt.

    Kunststoffrecycling

    In letzter Zeit folgen immer wieder Informationen aus verschiedenen Quellen bezüglich Kunststoffrecycling. Auch wird die Gemeindeverwaltung mit Anfragen aus der Bevölkerung konfrontiert, wie dies in Beatenberg gehandhabt beziehungsweise weiterverfolgt wird. «Die Meinungen und Aussagen gehen da in verschiedene Richtungen. Zum einen gibt es Systeme, welche sich auf die Sammlung von Kunststoffflaschen und Getränkekartons beschränkt, zum anderen gibt es auch Anbieter, welche jegliche Kunststoffe entgegennehmen», schreibt die Gemeinde weiter.

    Zurzeit verursachten den Transport und die Sortierung noch hohe Kosten, so dass eine Separatsammlung nicht wirtschaftlich betrieben werden könne. Die Gemeinde Beatenberg wird die Situation weiter beobachten und sich momentan noch an keinem Sammelsystem beteiligen. «Es wird empfohlen, die Kunststoffflaschen und Getränkekartons zurück an die grossen Verkaufsstellen zu bringen», heisst es.

    Projekt Parkhotel Resort Beatenberg

    Aufgrund eines neuen Hotelprojekts für das Parkhotel Beatenberg (diese Zeitung berichtete ist die Änderung der baurechtlichen Grundordnung nötig. Gegenstand der Änderung ist die Hotelzone Park (HP) auf den Parzellen Nrn. 930 und 1363 des Parkhotels Beatenberg sowie die Änderung des Baureglements in Artikel 9, 31, 44 und 50. Zum Hotelprojekt und der Änderung der baurechtlichen Grundordnung fand am Montag, 26. Februar 2018 um 19.30 Uhr im Kongresssaal Beatenberg eine Informationsveranstaltung statt.

    Der Gemeinderat hat die Änderung der baurechtlichen Grundordnung und die Zonenplanänderung zur öffentlichen Mitwirkung verabschiedet. Die Unterlagen liegen vom 26. Februar 2018 bis und mit 28. März 2018 auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg zur Mitwirkung auf.

    Panoramabrücke Beatenberg

    Im Januar 2017 wurde zwischen den Grundeigentümern als Dienstbarkeitsbelastete, dem Verein Panoramaweg Rundweg Thunersee als Dienstbarkeitsberechtigter und der Einwohnergemeinde Beatenberg als Mitwirkende und künftige Dienstbarkeitsberechtigte ein Dienstbarkeitsvertrag unterzeichnet und durch den Gemeinderat genehmigt. Zu diesem Dienstbarkeitsvertrag gibt es einen Nachtrag, damit die Mehrwertsteuer korrekt abgerechnet werden kann. Neu wird die Personaldienstbarkeit Brücke für Fussgänger samt Zusatzeinrichtungen erst nach Ablauf von zwanzig Jahren seit der Fertigstellung auf die Gemeinde Beatenberg als Berechtigte mit allen Rechten und Pflichten übertragen. Die Kosten für Betrieb, Unterhalt und Erneuerung gehen unverändert ab sofort zulasten der Gemeinde Beatenberg.

    Schuljahresplanung 2018/19

    Die Schulleitenden bereiten jeweils anhand der Anzahl Schülerinnen und Schüler, der Klassengrössen, der Klassen- und Gruppenzusammensetzung und der Lektionentafel die Planung der Lektionen für das nächste Schuljahr vor. Der Vorschlag wird vom Schulinspektorat geprüft, die Schulleitung begründet Abweichungen gegenüber dem Vorjahr, das Schulinspektorat korrigiert und genehmigt die Planung von Seiten des Kantons. Die vorgesehene Gesamtzahl der Lektionen ist gleich gross wie im letzten Schuljahr, trotz Lehrplan 21. Der Gemeinderat hat nun die Schuljahresplanung 2018/19 genehmigt.

    Claudia Scheidegger, Verwaltungsangestellte, ist seit 20. März 2003 und davor vom 1. April 1983 bis 31. März 1986 als Lernende bei der Einwohnergemeinde Beatenberg angestellt und feiert ihr 15-jähriges Dienstjubiläum. «Der Gemeinderat dankt für den langjährigen Einsatz und wünscht Frau Scheidegger weiterhin viel Befriedigung beim Ausüben ihrer Tätigkeit», heisst es in der Mitteilung weiter.

    BEATENBERG 28. FEBRUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 28.2.2018

    30-Millionen-Neubau beim Parkhotel geplant

    Ein alter Seemann und ein Deutscher wollen den Tourismus in Beatenberg neu beleben. Ein Vier-Sterne-plus-Hotel auf dem Gelände des Parkhotels steht in den Startlöchern. Jetzt könnte es ganz schnell gehen.
    von Nils Sager

    Seit Jahren steht das Parkhotel Beatenberg leer. Ein Neubau für rund 30 Millionen Franken soll dem Tourismus im Dorf Schwung verleihen.

    Seit Jahren steht das Parkhotel Beatenberg leer. Ein Neubau für rund 30 Millionen Franken soll dem Tourismus im Dorf Schwung verleihen.Fotos: Nils Sager

    Das Parkhotel Beatenberg hat wieder eine Zukunft. Für rund 30 Millionen Franken soll ein Neubau mit 65 Zimmern, Seminarräumen, Restaurant und Wellnessanlage entstehen. Vier Sterne plus. Wenn es nach den Bauherren geht, kann das neue Hotel schon Ende 2020 eröffnen. Allerdings sind noch keine Kaufverträge unterschrieben.

    Ich hoffe, ich werde euch nicht enttäuschen

    Jürg ZumkehrVertreter der Bauherrschaft

    Jürg Zumkehr vertritt die Bauherren. Noch sind keine Kaufverträge unterschrieben. Zumkehr ist aber optimistisch, dass es zu einem Kauf des Parkhotels kommt und damit zur Realisierung des Neubaus.

    Jürg Zumkehr vertritt die Bauherren. Noch sind keine Kaufverträge unterschrieben. Zumkehr ist aber optimistisch, dass es zu einem Kauf des Parkhotels kommt und damit zur Realisierung des Neubaus.
    Kaufrechtsvertrag unterschrieben

    Am Montagabend stellte sich Jürg Zumkehr als Vertreter der Bauherren den Fragen der Beatenberger. «Ich bin ein grosser Fan von Beatenberg», stellte der in Interlaken wohnhafte Unternehmensberater und Immobilien-Treuhänder zu Beginn klar. Das Parkhotel mit der Aussicht auf Eiger, Mönch, Jungfrau und Thunersee sowie der Parkanlage sei «einmalig auf der Welt». Darum ist sich Zumkehr sicher, dass es zur Fertigstellung des angedachten Projekts kommt. «Ich bin aus einfachem Holz geschnitzt. Ich gehe eigentlich gerne erst zu den Leuten, wenn klar ist, dass es klappt», so Zumkehr. Er wäre nicht da, wenn die Bauherrschaft es nicht ernst meine, sagte er weiter.

    Für eine halbe Million Franken haben die Bauherren das Kaufrecht am Grundstück erworben. Der Kaufpreis ist festgelegt, die Höhe aber nicht öffentlich. Weitere Investitionen flossen in die Planung. Von insgesamt über einer Million Franken Vorleistungen spricht Jürg Zumkehr.

    Zumkehr ist spezialisiert auf Verkäufe von Hotels in der ganzen Schweiz. Im Oktober 2017 hat er zum Beispiel das Hotel Schönegg in Beatenberg an die Iseas Assets Investments AG verkauft. Am Montag gab er sich optimistisch, dass auch das Parkhotel bald einen neuen Besitzer hat. «Ich hoffe, ich werde euch nicht enttäuschen», sagte er den Anwesenden an der Informationsveranstaltung.

    Wir knüpfen an eine Pionierzeit von touristischen Bauten an

    Franz SennhauserArchitekt

    Das neue Vier-Sterne-plus-Hotel soll drei Hauptgeschosse und 65 Zimmern bekommen. Darunter befinden sich zwei Sockelstockwerke mit Rezeption, Lobby, Restaurant und Seminarräumen. Unter der Parkanlage ist ein Wellnessbereich mit rund 1500 Quadratmetern geplant.

    Das neue Vier-Sterne-plus-Hotel soll drei Hauptgeschosse und 65 Zimmern bekommen. Darunter befinden sich zwei Sockelstockwerke mit Rezeption, Lobby, Restaurant und Seminarräumen. Unter der Parkanlage ist ein Wellnessbereich mit rund 1500 Quadratmetern geplant.
    Neubau mit alten Charme

    Der Neubau sieht vor, die Typologie des Parkhotels in modernem Gewand zu erhalten. «Wir knüpfen an eine Pionierzeit von touristischen Bauten an», sagt Franz Sennhauser. Er ist Geschäftsführer der HMS Architekten und Planer AG, die für das Projekt verantwortlich ist.

    Ein Holzbau soll es werden. Mit Dachgiebeln, ähnlich der damaligen Architektur. Geplant sind drei Hauptgeschosse und insgesamt 65 Zimmern auf einem zweigeschossigen Sockel, der Rezeption, Bar, Restaurant und Seminarräume beinhaltet. Die unterste Etage ist ebenerdig mit der Parkanlage. Darunter sollen rund 1500 Quadratmeter Wellnessbereich entstehen.

    Sennhauser ist optimistisch, dass die Denkmalpflege den Neubau trotz schützenswertem Parkhotel genehmigen wird. Es sei ein gutes Projekt, so der Architekt. Das sehe auch die Denkmalpflege ein.

    Es wird Einwände von den ewig Gestrigen geben

    Christian GrossniklausGemeindepräsident Beatenberg

    Der Neubau des Parkhotels (rechts) wird in etwa so hoch wie das Seminargebäude für biblische Theologie in Beatenberg (links).

    Der Neubau des Parkhotels (rechts) wird in etwa so hoch wie das Seminargebäude für biblische Theologie in Beatenberg (links).
    Mitwirkung läuft

    Der Baustart ist schon für das nächste Jahr geplant. Bereits im Sommer wollen Sennhauser und Zumkehr das Baugesuch stellen, zumindest für das Haupthaus. Für Park- und Wellnessanlage sowie einen Teil der Rezeption braucht es noch Anpassungen am Zonenplan. Darüber muss die Gemeindeversammlung in Beatenberg abstimmen, voraussichtlich am 7. Dezember. Die Mitwirkung zum Projekt läuft noch bis zum 28. März.

    «Es wird Einwände von den ewig Gestrigen geben», sagte Gemeindepräsident Christian Grossniklaus. Er hoffe aber, dass sie sich vom Projekt überzeugen liessen. Die anwesenden Beatenberger an der Informationsveranstaltung hatten fast ausschliesslich positive Reaktionen auf das neue Projekt gezeigt. Entsprechend gelöst war die Stimmung bei Christian Grossniklaus. «Ich bin glücklich. Sieht man das nicht?», sagte er.

    Der Park soll ein Kernelement des neuen Hotels bleiben. Auch der Rest des Baus orientiert sich an der Architektur des alten Gebäudes.

    Der Park soll ein Kernelement des neuen Hotels bleiben. Auch der Rest des Baus orientiert sich an der Architektur des alten Gebäudes.
    Bauherren in Eile

    Nur der ambitionierte Zeitplan stiess auf Misstrauen. «Das ist eine sportliche Vorgehensweise», bestätigte Franz Sennhauser. Er hätte ein Jahr mehr eingeplant. Aber die Bauherren haben Druck gemacht. Möglich sei ein rascher Baufortschritt dennoch. Der Holzbau sei massgebend für eine schnelle Realisierung. Der Baukörper werde innerhalb weniger Monate stehen, sagte Sennhauser.

    Dass die Bauherren es so eilig haben, liegt unter anderem am Alter des einen, der zwei Männer, die hinter dem neuen Hotel stehen. Er ist der Mitgründer der Viking River Cruises AG, mittlerweile pensioniert und 73 Jahre alt. Der andere Bauherr ist ein Mann aus Deutschland. Mehr wollte Zumkehr am Montag nicht verraten.

    Viking River Cruises AG

    Die Verbindung zu der Viking River Cruises AG, die mit Kreuzfahrten Millionenumsätze erzielt, soll dem neue Hotel zusätzlichen Aufwind verschafften. CEO Torstein Hagen ist ein alter Bekannter der Bauherrschaft und habe Interesse bekundet, das Marketing für den Neubau zu übernehmen, erklärte Zumkehr. So oder so versprach dieser: «Wir wollen keinen Massentourismus anziehen». Noch ist der Neubau nicht in trockenen Tüchern. Nach den Enttäuschungen der Vergangenheit um das gescheiterte «Projekt Jungfrau» (diese Zeitung berichtete) ist aber die Hoffnung zurück. Beatenberg steht kurz vor dem dringend benötigten Impuls für seinen Tourismus. Jürg Zumkehr hat sich schon mal eine Webdomain für das neue Hotel-Projekt gesichert. Sie lautet: www.topofinterlaken.ch.

    Kommt jetzt Fernwärme?

    Mit dem neuen Hotel steht und fällt auch eine weitere Zukunftsvision in Beatenberg. Die «a energie ag» plant einen Wärmeverbund vom Zündli bis zur Eggmatte. Das neue Hotel, das Hallenbad und Hotel Beau Regard sollen angeschlossen werden. Dazu suchte «a energie ag»-Geschäftsführer Hans Affolter am Montagabend noch weitere Liegenschaften, die sich ans Fernwärmenetzwerk anschliessen wollen. «Wir brauchen eine gewisse Grösse, damit es sich lohnt», sagte Affolter. Zehn bis 15 zusätzliche Häuser peilt er an. Die Rohre sollen bald verlegt werden. Energie beziehen könne man aber auch erst in zehn Jahren, so Affolter. Die Zentrale Zweikesselanlage mit Bunker liesse sich beim Wydi-Parkplatz realisieren. Gemeindepräsident Christian Grossniklaus war optimistisch, dass sich genügend Interessenten finden lassen. Auch Jürg Zumkehr warb für das Projekt: «Für und ist Hans Affolter ganz wichtig. Wir wollen Fernwärme und nichts anderes», sagte er im Namen der Bauherrschaft des neuen Parkhotels.

    BEATENBERG 22. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 22.1.2018

    Bauarbeiten an Brücke wieder aufgenommen

    Die Bauarbeiten zur Instandsetzung der Brücke über den Sundgraben wurden wieder aufgenommen. Dies teilt die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion mit. Bis 25. Mai ist die Beatenbergstrasse in diesem Bereich nur einspurig befahrbar. Der Verkehr wird mit einer Lichtsignalanlage gesteuert. Zu Fuss gehende und Velos können die Baustelle unter erschwerten Bedingungen passieren.

    BEATENBERG 16. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 22.1.2018

    Dorint betreibt Hotel Blüemlisalp weitere 20 Jahre

    Das Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken wird weitere 20 Jahre von der Dorint GmbH betrieben.

    Das Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken wird weitere 20 Jahre von der Dorint GmbH betrieben.Foto: Dorint GmbH

    Die Dorint GmbH hat in Absprache mit den Eigentümern des Beatenberger Hotels Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken die Zusammenarbeit um weitere 20 Jahre verlängert, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Grund für die vorzeitige Erneuerung des Vertrages sei die «hervorragende Zusammenarbeit» gewesen. «Das Dorint Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken ist durch seine einzigartige Lage im Naturparadies Beatenberg im wahrsten Sinne des Wortes ein herausragender Standort, und wir freuen uns sehr, das Haus weitere 20 Jahre betreiben zu dürfen», betont Karl-Heinz Pawlizki, CEO der Dorint GmbH. «Unsere drei Hotels in der Schweiz sind wichtige Aushängeschilder für Dorint», fügt Dirk Iserlohe hinzu, Vorstand der Honestis AG, zu der die Dorint GmbH gehört. «Zusammen mit dem Dorint An der Messe Basel und dem Dorint Airport-Hotel Zürich sind wir hier sowohl für Individualreisende als auch für Businessgäste optimal aufgestellt.»

    In den vergangenen Jahren habe das Hotel einen Zuwachs an Übernachtungsgästenverzeichnet. «Regelmässig wird das Bergresort für seine kinder- und familienfreundliche Ausrichtung ausgezeichnet», wie es in der Medienmitteilung weiter heisst.

    WOCHENINTERVIEW 9. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 9.1.2018

    «Die Carmina Burana als Grossprojekt vereint mehrere Generationen»

    Über 350 Musikerinnen und Sänger zu dirigieren, empfindet Patrick Secchiari nicht als besondere Herausforderung, wohl aber die Organisation der zwei Aufführungen der Carmina Burana in Thun und in Interlaken. Der Beatenberger gewährt Einblick in die Entstehung der Idee und weitere Visionen, die ihn immer wieder zurück zu den heimatlichen Wurzeln führen.
    von Patrick Schmed

    Im Januar wird der Sänger und Dirigent Patrick Secchiari (39) gleich mit mehreren grossen Projekten ins Berner Oberland zurückkehren.

    Im Januar wird der Sänger und Dirigent Patrick Secchiari (39) gleich mit mehreren grossen Projekten ins Berner Oberland zurückkehren.Fotos: Patrick Schmed

    Der Berner Oberländer Patrick Secchiari hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er unterrichtet Chordirigieren an der Hochschule der Künste Bern und am Institut für Musik und Bewegung. Mit den Kammerchören Seftigen und Herzogenbuchsee und vor allem mit dem von ihm gegründeten Vokalensemble ardent macht er immer wieder von sich hören. Unter anderem mit ungewohnten Formen wie Mitsing-Projekten, musikalischen Rundgängen, szenischen Baustellenkonzerten oder Flashmobs, wie sie im Bahnhof Bern und im Nationalratssaal des Bundeshauses schon erklangen. Im Wocheninterview erklärt der Profimusiker aus Beatenberg, woher die Idee für die Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana kam. Und wie es ihm gelingt, bei über 350 Mitwirkenden die Fäden in der Hand zu behalten.

    Am 21. und 28. Januar wird Carl Orffs Carmina Burana in Thun und in Interlaken zu hören sein. Sie versammelten dafür über 350 Mitwirkende. Wie kamen Sie auf die Idee für dieses Riesenprojekt?

    Patrick Secchiari: Der Anstoss kam dieses Mal nicht von mir, sondern von der Schweizer Föderation Europa Cantat. Die SFEC organisiert jedes Jahr ein Singweekend am dritten Januarwochenende. Dieses Jahr findet dieses im Berner Oberland statt, und dabei spannte die Föderation mich ein. Es werden rund 180 Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Schweiz anwesend sein und auch am Abschlusskonzert vom 21. Januar mitwirken.

    Das Konzert zieht Gäste aus der ganzen Schweiz nach Thun, auf der Bühne wie im Publikum.

    Richtig, die SFEC fördert die Vernetzung des Gesangs in der ganzen Schweiz, die Anlässe finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Dazu vernetzt die Föderation Sängerinnen und Sänger mit anderen europäischen Ländern, denn alle drei Jahre gibt es ein Europäisches Festival. Ich werde dieses Jahr mit dem Vokalensemble ardent am Festival in Tallinn in Estland teilnehmen und freue mich auf die vielen Inspirationen von Chören aller Stilrichtungen.

    In Thun wird Patrick Secchiari als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat gewählt.

    In Thun wird Patrick Secchiari als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat gewählt.
    In Estland werden Sie die Schweiz aber auch in offizieller Funktion vertreten, nämlich als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat.

    Es ist mir eine grosse Ehre, dass ich im Anschluss an die Aufführung der Carmina Burana in Thun zum neuen Präsidenten der Föderation gewählt werde. So kommen in Thun ganz viele Fäden meines bisherigen Schaffens zusammen.

    Wer die Carmina Burana im KKThun erleben will, sollte allerdings bereits ein Ticket haben.

    Ja, der Vorverkauf läuft seit November, und das Thuner Konzert war bereits im Dezember restlos ausverkauft. Für das Konzert vom 28. Januar im Kursaal Interlaken gibt es allerdings noch freie Plätze.

    Das Berner Oberland darf sich geehrt fühlen, denn beide der geplanten Aufführungen finden dort statt.

    Dies hat unter anderem logistische Gründe. Es gibt nur wenige Veranstaltungsorte mit passender Infrastruktur, die in der vorgesehenen Zeit frei waren. In Thun und Interlaken passte alles, auch der Zeitplan geht auf, weil wir an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen spielen.

    Der Entscheid wurde also nicht gross davon beeinflusst, dass Sie Ihre familiären Wurzeln in Beatenberg haben?

    Nur am Rand. Ich freue mich aber sehr auf Interlaken. Dort habe ich vor elf Jahren schon einmal eine andere Fassung von Orffs Carmina Burana aufgeführt. Damals gab es ein Konzert in Bern und eines in Interlaken.

    Die Carmina Burana begleitet Sie also seit Jahren.

    Jede Musikerin und jeder Musiker hat solche besonderen Stücke, die sie bewegen und begleiten. Bei mir ist das die Carmina Burana, die ich bis jetzt bereits sechs Mal aufgeführt habe. Unter anderem auch bei der Einweihung des Generationenhauses im Zentrum von Bern. Dort wurde das Stück im Innenhof unter freiem Himmel gespielt.

    Hier im Innenhof des Berner Generationenhauses führte Patrick Secchiari die Carmina Burana bei der Eröffnung auf.

    Hier im Innenhof des Berner Generationenhauses führte Patrick Secchiari die Carmina Burana bei der Eröffnung auf.
    In Beatenberg waren Sie wohl eher eine Ausnahme, als Sie Musiker als Berufswunsch angaben.

    Die Berufswahl erfolgte erst spät. So hatte ich schon in vielen Chören mitgesungen und unter anderem den gemischten Chor Beatenberg geleitet. Somit wirkte der Berufswunsch nicht so ungewöhnlich, weil ich bereits als Chordirigent tätig war.

    Wie kam der Entscheid zustande, das Dirigieren von Chören zu studieren?

    Ich hatte immer schon gerne Klavier gespielt und gesungen, aber anfangs nicht damit gerechnet, damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Im Gymnasium Interlaken spielte ich im dritten Jahr beim Theater mit und merkte, wie ich mich auf der Bühne wohl fühle. Ich nahm dann die Gesangsausbildung auf und merkte bald, dass das Dirigieren mir noch mehr lag.

    Und so haben Sie das Studium als Chordirigent in Fribourg absolviert.

    Richtig, es war ein langer Weg, dafür lernte ich sehr viele Menschen kennen, mit denen ich heute noch zusammen arbeite. Bei den Konzerten in Thun und Interlaken wirkt beispielsweise der Chor meines ehemaligen Studienkollegen Gonzague Monney mit, das Ensemble Vocal Utopie aus Fribourg.

    Ein volles Blatt mit Musiknoten regelt, wann welcher Teil des Ensembles seinen Einsatz hat.

    Ein volles Blatt mit Musiknoten regelt, wann welcher Teil des Ensembles seinen Einsatz hat.
    Die Stimmen aus Fribourg verstärken sozusagen den Kammerchor Seftigen, der das Konzert organisiert und den Sie dirigieren.

    Wir führen die Fassung der Carmina Burana für Soli, Chor und Blasorchester auf. Diese ist sehr eindrücklich, weil sehr viele Musikerinnen und Musiker hier ihr Bestes geben. Nebst den drei Chören, zu denen auch das Vokalensemble ardent gehört, ist dies auch ein Kinderchor. Diesen habe ich bewusst in Seftigen gesucht.

    Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist eines Ihrer zentralen Anliegen. Wie reagierten die Schulkinder auf die Idee, in einem klassischen Stück mitzuwirken?

    Es wurden zwei Schulklassen angefragt, und fast alle Kinder haben sich freiwillig zum Mitsingen entschieden. Für sie wird es sicherlich ein grossartiges Erlebnis, mit dem gewaltigen Orchester auf der riesigen Bühne vor einem grossen Publikum zu singen. Die Kinder zeigten bei den Proben viel Freude.

    Die Carmina Burana wird damit auch zum Generationenprojekt.

    Definitiv, die Idee, dass mehrere Generationen gemeinsam etwas bewirken, ist derzeit im Trend. Doch auch ohne Trend ist der Mehrgenerationengedanke sehr wertvoll und ist mir ein Anliegen.

    Für die gewählte Fassung brauchen Sie nicht nur einen grossen Chor, sondern auch ein sinfonisches Blasorchester.

    Dafür bot sich das Blasorchester Oberland Thun an, welches sich jeweils anfangs Jahr zusammenstellt, um vereinsübergreifend zeitlich begrenzte Projekte zu realisieren.

    Die Herausforderungen des Grossprojekts liegen nicht unbedingt bei musikalischen Fragen, sondern bei der Organisation.

    Die Herausforderungen des Grossprojekts liegen nicht unbedingt bei musikalischen Fragen, sondern bei der Organisation.
    Brauchte es viel Überzeugungskraft, um all diese Mitwirkenden zu überzeugen?

    Eigentlich gar keine. Die Herausforderung lag vor allem in der Planung und Organisation. Ich bin sehr froh, dass ich dabei auf die Unterstützung des Vorstands meines Seftiger Chors zählen darf.

    Wie schafften Sie es, das Stück mit allen Beteiligten einzustudieren?

    Am Anfang habe ich mit den Chören und dem Orchester separat geübt, am Ende konnten wir im Lötschbergsaal in Spiez gemeinsam üben, welches das Blasorchester Oberland Thun auch sonst für seine Proben benutzen darf. Dieses leite ich übrigens seit Anfang Dezember als Gastdirigent.

    So könnte man also sagen, dass Sie alle nötigen Register verfügbar hatten und diese nur noch ziehen mussten?

    Richtig, alle Stimmen und Instrumente waren vorhanden. Die Sängerinnen und Sänger der SFEC werden übrigens ausschliesslich beim Konzert in Thun dabei sein. Sie waren bei den Proben nicht dabei, viele kennen das Stück und übten ihre Stimme für sich zu Hause ein.

    Das Schicksalsrad auf der Partitur nimmt das Thema der Carmina Burana auf, die das volle Leben mit seinem Auf und Ab besingt.

    Das Schicksalsrad auf der Partitur nimmt das Thema der Carmina Burana auf, die das volle Leben mit seinem Auf und Ab besingt.
    Die Carmina Burana

    1803 wurden im Kloster Benediktbeuren 254 Lied- und Dramentexte gefunden, die unter dem Namen «Carmina Burana» zusammengefasst waren. Es handelt sich um eine der wichtigsten Sammlungen der Vagantendichtung, deren Ursprung zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert liegt. Mehr als die Hälfte der Werke behandelt das Thema Liebe, rund ein Fünftel sind Spott- und moralische Gesänge, dann folgen Trink- und Spielerlieder und zwei geistliche Theaterstücke.

    1937 erhielt ein Teil der Lieder neue Bekanntheit, weil sie durch den deutschen Komponisten Carl Orff zu einem Chorwerk verbunden wurden. Nach der Uraufführung in der Frankfurter Oper trat die szenische Kantate ihren Siegeszug durch die Welt der Klassik an und gilt heute noch als Klassiker. Vor allem der Eingangschor «O Fortuna» gilt als eines der beliebtesten Werke unserer Zeit. Dabei hat Orff die Schwerpunkte des Ursprungswerks mit Frühlingsliedern, Fress- und Saufliedern der Vaganten und Liebesliedern aus dem Mittelalter weitgehend übernommen.

    Die Carmina Burana widerspiegelt einen unvergänglichen Teil unserer Gesellschaft, der vom Mittelalter über die Zeit Carl Orffs bis in die heutige Zeit verstanden wird. Ist das der Grund, wieso das Werk auch heute noch so beliebt ist?

    Es geht ums menschliche Leben und um das Schicksal. Diese Themen sprechen jede und jeden an, sind allgemeingültigen Inhalts. Noch grundsätzlicher gesagt geht es um das Werden und Vergehen, unabhängig von Epochen oder Ländergrenzen. Das fasziniert mich persönlich aber auch ganz viele andere Menschen an der Carmina Burana.

    Auf der Partitur ist das Bild des Schicksalsrads zu sehen.

    Es bezieht sich auf den Gesang «O Fortuna», der am Anfang und am Ende von Orffs Werk steht. Die Frühlingslieder zeigen den Neubeginn, wo sich das Rad zu drehen beginnt, dann kommt das satte Leben im Mittelstück «In Taberna», und im dritten Teil geht es um die Liebe, in der sich Werden und Vergehen nochmals widerspiegeln.

    Die Carmina Burana begleitet den Chordirigenten schon seit Beginn seiner Laufbahn.

    Die Carmina Burana begleitet den Chordirigenten schon seit Beginn seiner Laufbahn.
    Wie gelingt es Orff, die Botschaft in oder trotz lateinischer Sprache rüberzubringen?

    Wer Lateinunterricht hatte, hat sicher den einen oder anderen Text aus der Carmina Burana übersetzt. Es gibt viel zu analysieren, dazu bieten die Texte zahlreiche spannende Verknüpfungen zum Mittelalter. Doch muss man diese nicht verstehen, um das Stück zu begreifen. Die Musik ist unglaublich bildhaft. Mit den Stimmen und Instrumenten wird uns und der Fantasie beispielsweise vor Augen geführt, wie ein Betrunkener in der Taverne vom Stuhl fällt oder ein Pferd mit dem Geliebten davongaloppiert.

    Die Musik enthält also schon die Botschaft.

    Dafür muss sie allerdings überzeugend vorgebracht werden. Dies ist einerseits meine Aufgabe, aber es braucht jede einzelne und jeden einzelnen auf der Bühne. Sonst geht die Wirkung verloren. Meine Aufgabe ist, jeder und jedem Mitwirkenden die Bestätigung zu geben, dass sie oder er wichtig ist.

    Das genaue Zusammenspiel entscheidet also über den Erfolg einer Aufführung.

    Orffs Musik ist häufig repetitiv und weist dabei eine recht klare Struktur auf. Dazu kommen sehr virtuose Passagen. In der Carmina Burana hat Carl Orff diese so meisterhaft verknüpft, dass sein bekanntestes Werk immer wieder gern aufgeführt wird.

    Ein moderner Komponist vertont mittelalterliche Texte – das alleine ist ja schon eine gute Geschichte …

    In der Tat. Dabei übernimmt Carl Orff sehr viele Klischees und Vorstellungen aus dem Mittelalter. Beispielsweise singen Frauen in der Taverne nicht mit, weil diese früher den Männern vorbehalten war. Vielleicht müsste man diesen Teil einmal frisch arrangieren (lacht).

    Kritik an der Gesellschaft ist also kein Anliegen der Carmina Burana noch von Carl Orff.

    Wenn, dann sehr unterschwellig. Es geht eher darum, das Leben zu feiern.

    Nebst der Carmina Burana werden am 21. und 28. Januar die Stücke «Festival Bells» von Thomas Doss und «Angels in the Architecture» von Frank Ticheli aufgeführt. Haben die zwei Werke einen besonderen Zusammenhang zur Carmina Burana?

    Festival Bells ist eine Ouvertüre, festlich und kurz. Somit passt sie hervorragend, um das Konzert einzuleiten. Dabei kommt das sinfonische Blasorchester voll zum Zug. Als zweites Stück haben wir «Angels in the Architecture» gewählt, weil auch hier alte Melodien und Sprüche zitiert werden. Die Thematik ist allerdings anders und das Stück noch moderner. Im Zentrum steht der ewige Kampf von Gut und Böse.

    Doch auch zwei eher monumentale Stücke.

    … die man aber nicht unbedingt kennt, die wir aber dem Publikum gerne näherbringen wollen.

    Sind monumentale Auftritte die Zukunft, wenn man im Berner Oberland viel Publikum anziehen will?

    Nein, es braucht kein Grossformat, um die Leute zu begeistern. Schlichtheit funktioniert auch, wie die letztjährige Tournee «Tout Berne chante» mit dem Vokalensemble ardent und Barbara Klossner gezeigt hat. Hier haben wir ausschliesslich Kompositionen von Berner Musikerinnen und Musikern aufgeführt, von Jodel bis modern. Und haben damit auch die Kirchen gefüllt und bei Unspunnen trumpfen können.

    Vor allem mit seinem Vokalensemble ardent initiiert Patrick Secchiari gerne visionäre und innovative Projekte.

    Vor allem mit seinem Vokalensemble ardent initiiert Patrick Secchiari gerne visionäre und innovative Projekte.
    Wirkt da auch Ihre Reputation, die Sie als Initiant von aufsehenerregenden Projekten inzwischen geniessen?

    Vielleicht hilft dies auch, um die Brücke zu schlagen. Das Wichtigste ist für mich, meine Fähigkeiten mit denen anderer zu verbinden und daraus etwas entstehen zu lassen, was das Publikum anspricht. So habe ich zwar einige grössere Projekte umsetzen können, mir sind aber auch die Nischenproduktionen wichtig.

    Beispielsweise?

    Im März wird das Vokalensemble ardent am Stadttheater Bern beim Musiktheater «Die Formel» mitwirken. Die Musik von Torsten Rasch ist sehr speziell, das Schauspiel handelt von einer fiktiven Begegnung zwischen Einstein, Walser, Lenin und Klee, die alle anfangs des 20. Jahrhunderts in Bern lebten, sich aber tatsächlich nie begegneten. Ich bin sehr gespannt, wie diese Aufführung beim Publikum ankommen wird.

    Das Vokalensemble hat den Ruf, mit «Feu ardent» auch visionäre und innovative Kulturinszenierungen zu lancieren.

    Der Name impliziert es schon, genau. Das Vokalensemble ardent führt nur Programme auf, für die es eine Notwendigkeit empfindet. Dies führt uns auch abseits des Mainstreams. Es gibt sogar Projekte, die wir aus der «Kriegskasse» finanzieren, damit sie überhaupt realisiert werden können.

    Man sagt, wenn ein Extremsportler einen Berg bezwungen hat, hat er schon den nächsten im Kopf. Geht es Ihnen auch so?

    Das kenne ich auch, ja. Die nächsten Projekte sind vorbereitet, weitere Ideen sind schon im Köcher.

    Und wird man Sie dabei auch wieder im Berner Oberland antreffen?

    Sogar noch vor dem 28. Januar. Ich bin einer der Dirigenten des interkantonalen Mädelschors. Als ich vernahm, dass deren Probe-Wochenenden in Beatenberg stattfinden werden, war ich ganz schön überrascht. Umso mehr freue ich mich auf das Eröffnungskonzert der Tournee am 14. Januar in der Katholischen Kirche Beatenberg. Im Mai werde ich beim Jubiläum im Ballenberg mitwirken. Auch dies zeigt, dass es mir gelungen ist, mit einem Bein im Oberland zu bleiben.

    Die nächsten Aufführungen mit Patrick Secchiari im Berner Oberland
      •  Sonntag, 14. Januar, 16.00 Uhr – Konzert der Interkantonalen Chöre in der katholischen Kirche Beatenberg
      •  Sonntag, 21. Januar, 16.00 Uhr – Carmina Burana im KKThun (ausverkauft)
    •  Sonntag, 28. Januar, 17.00 Uhr – Carmina Burana im Kursaal Interlaken

    Weitere Informationen unter www.secchiari.ch

    Auch wenn er in Bern arbeitet, ist Patrick Secchiari mit einem Bein immer im Oberland geblieben.

    Auch wenn er in Bern arbeitet, ist Patrick Secchiari mit einem Bein immer im Oberland geblieben.
    SKISAISON 3. JANUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 5.1.2018

    So gut wie lange nicht mehr

    Erstmals seit Jahren waren auch die kleinen Skigebiete über Weihnachten und Neujahr offen – den frühen Schneemengen sei Dank. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich für den Rest der Saison. Doch Frau Holle braucht es weiterhin.
    von Annina Reusser

    Ein voller Skilift Hohwald Beatenberg: Der 29. Dezember war ein «Top-Tag» wie schon lange nicht mehr, wie Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG sagt. Ähnlich positive Worte finden die Verantwortlichen auf der Axalp, Grimmialp, dem Jaunpass, in Habkern Sattelegg und im Eriz.

    Ein voller Skilift Hohwald Beatenberg: Der 29. Dezember war ein «Top-Tag» wie schon lange nicht mehr, wie Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG sagt. Ähnlich positive Worte finden die Verantwortlichen auf der Axalp, Grimmialp, dem Jaunpass, in Habkern Sattelegg und im Eriz.Foto: Sonja Zumstein

    «Besser als die letzten Jahre», lautet der Tenor der kleinen Skigebiete in Bezug auf die bisherige Wintersportsaison. Die ausgiebigen Schneefälle Anfang Dezember haben vielen von ihnen ermöglicht, die Bahnen bereits Mitte Dezember erstmals in Betrieb zu nehmen und über Weihnachten und Neujahr laufen zu lassen. So ging es etwa dem Skilift Hohwald Beatenberg.

    «Nach etwa drei Jahren konnten wir das erste Mal wieder über Weihnachten und Neujahr fahren», sagt Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG. An Tagen mit schönem Wetter lief der Betrieb am Skilift besonders. «Der 29. Dezember war ein Top-Tag wie schon lange nicht mehr.» Auch für die restliche Saison ist Zumstein zuversichtlich. «Soweit wie möglich werden wir täglich in Betrieb sein. So wie es im Moment aussieht, hat es auch genug Schnee.»

    Gute Ausgangslage

    Von Zuversicht spricht auch Ueli Walthard, Geschäftsleiter der Sportbahnen Axalp Windegg AG. «Es ist wesentlich besser als die letzten Jahre», sagt Walthard. Da hatte die Axalp mit fehlendem Schnee zu kämpfen, was diese Saison nicht der Fall ist. Dank des günstigen Wetters konnte das Skigebiet oberhalb des Brienzersees auch eine Menge Kunstschnee produzieren. «Da habe ich nicht Angst», so Walthard zum Rest der Saison.

    Auch auf der Grimmialp freute man sich über den frühen Schnee. «Wir hatten nicht einen Riesenandrang, aber wir sind zufrieden», sagt Ueli Wampfler, Verwaltungsratspräsident der Grimmialp Bergbahnen. In den letzten Jahren waren die Bergbahnen über Weihnachten gar nicht in Betrieb. Damit die Saison so gut weitergeht, insbesondere in der Sportwoche Ende Februar, braucht es aber jetzt neuen Schnee. «Unten im Skigebiet hat es viel Schnee fortgeregnet», so Wampfler. Grundsätzlich sei die Ausgangslage für diese Saison aber gut.

    Der Snowpark Eriz erstrahlt in Weiss. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks.

    Der Snowpark Eriz erstrahlt in Weiss. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks.Foto: Snowpark Eriz
    Bereits am 10. Dezember in Betrieb

    Auch der Snowpark Eriz erlebte einen Saisonstart wie schon lange nicht mehr. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks. Bereits am 10. Dezember liefen die Lifte zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren hat vor Weihnachten auch im Eriz meist der Schnee gefehlt. Welche Aussicht gibt es für den Rest der Skisaison? «Ab Mitte Januar bis in den Februar ist wichtig, dass es wieder Schnee gibt und kältere Temperaturen», so Reusser. Das gilt vor allem vorausblickend auf die Sportwoche Ende Februar.

    Auf Schnee für den Februar hofft man auch in Habkern, ausserdem auf sonnige Wochenenden. Die Zwischenbilanz ist aber gut. «Wir sind viel besser dran als die letzten Jahre, als wir gar nicht fahren konnten», sagt Christian Tschiemer, Betriebsleiter des Skilifts Habkern Sattelegg.

    Hoffnung auf neuen Schnee

    «Wir konnten wunschgemäss in die Saison starten, weil es geschneit hat», sagt Andreas Poschung, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Jaunpass AG. Über Weihnachten und Neujahr seien es sehr viele Leute auf dem Jaunpass gewesen. Er hofft bald auf neuen Schnee, damit die Saison so weitergeht wie bisher. «Wenn es auf dem Pass so stark föhnt wie am Mittwoch, dauert es drei Tage, dann ist der Schnee fort», so Poschung. Der Schnee definiert die Spielregeln am Jaunpass. Poschung: «Wir fahren mit Naturschnee, so lange es geht, und wenn es keinen Schnee mehr hat, machen wir zu.»

    Durch den Verbund mit Lenk-Simmental Tourismus und dem Skigebiet Adelboden-Lenk gilt der Top4-Skipass auch bei den Sportbahnen Jaunpass – das Angebot wurde denn auch bereits genutzt. Welche Auswirkungen das Abonnement auf den Wintersportbetrieb hat, ist laut Poschung aber noch zu früh zum Beurteilen.

    Die Sportbahnen Jaunpass starteten wunschgemäss in die Saison 2017/18. Der Zügwegenlift (Bild) wurde auf diese Saison hin umgebaut.

    Die Sportbahnen Jaunpass starteten wunschgemäss in die Saison 2017/18. Der Zügwegenlift (Bild) wurde auf diese Saison hin umgebaut.Foto: Nils Sager
    Top4-Skipass ohne spürbare Auswirkungen

    Ähnlich klingt es bei den anderen kleineren Skigebieten, die nicht Teil des Abos sind und dadurch möglicherweise verlieren. Ueli Walthard von den Sportbahnen Axalp Windegg stellte bisher keine Konsequenzen fest: Der Schnee und das Wetter sorgten für das Weihnachtsgeschäft. Dasselbe gilt für den Skilift Habkern Sattelegg. «Vielleicht merken wir es eher gegen Frühling», so Christian Tschiemer.

    Kaum negative Auswirkungen erwarten hingegen Thomas Reusser vom Snowpark Eriz und Sonja Zumstein vom Skilift Hohwald Beatenberg. Beide bezeichnen Familien mit kleinen Kindern als Kernzielgruppe. Diese würden ohnehin kein Top4-Abo kaufen, so Reusser. «Ich habe nicht das Gefühl, dass wir gross Auswirkungen spüren werden», sagt Zumstein.

    Die Bergbahnen Grimmialp erlebten hingegen einen umgekehrten Effekt: «Trotz des Top4-Skipasses haben wir von unseren Saisonabos gut zehn Prozent mehr verkauft», sagt Ueli Wampfler. «Ich gehe davon aus, dass wir als kleines familiäres Skigebiet nicht dasselbe Kundensegment haben wie die grossen.» Der viele Schnee im Dezember dürfte seine Rolle im Aboverkauf gespielt haben: Laut Wampfler kauften selbst nach dem Vorverkauf im November viele Kunden ein Saisonabo.

    BEATENBERG/PHILIPPINEN 1. JANUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 1.1.2018

    Thomas Kellenberger rettet im Taifun 15 Kinder

    Als der Wirbelsturm «Vinta» über Cagayan de Oro fegt, hilft der Beatenberger dabei, die Einwohner in Sicherheit zu bringen. In einem Bericht schildert er seine Erlebnisse während des Unwetters.

    Thomas Kellenberger (rechts) hilft während des Taifuns bei der Evakuation von Kindern mit.

    Thomas Kellenberger (rechts) hilft während des Taifuns bei der Evakuation von Kindern mit.Foto: zvg/Thomas Kellenberger

    Vor gut zehn Jahren gründete Thomas Kellenberger aus Beatenberg das Hilfswerk «Island Kids Philippines» und setzt sich seither für die schulische Bildung für arme Kinder im südostasiatischen Land ein (diese Zeitung berichtete). Nach einem zweimonatigen Aufenthalt in der Schweiz kam er kurz vor Weihnachten wieder auf den Philippinen an. Kurz darauf fegte ein Taifun über die Insel. In einem schriftlichen Bericht schickte der Beatenberger dieser Zeitung eine Schilderung davon, was er während des Wirbelsturms erlebte:

    «Ich bin am Donnerstag gut in Cagayan de Oro (CDO) angekommen. Freitagvormittag fegte jedoch Taifun ‘Vinta’ über Cagayan de Oro hinweg. Starke Winde fällten Bäume und Hochspannungsmasten. Am schlimmsten waren aber die sintflutartigen Regenfälle, die uns alle an Sendong von 2011 erinnerten. Innert weniger Stunden stieg der Cagayan River bis zu 9,48 Meter an und überschwemmte sämtliche Stadtteile in Flussnähe bis über die Dächer der Häuser. Sämtliche Brücken mussten geschlossen werden. Als Mitglied des Carmen Rescue Teams (CAREST) konnte ich gleich den Einsatz antreten und in den Fluten gefangene Menschen, die während der vorsorglichen Evakuation zurückgeblieben waren, in Sicherheit zu bringen. Da unser Schlauchboot kaputt war, mussten wir selber ins verseuchte Wasser steigen und mit Pneu-Schläuchen und Seilen arbeiten. Wir schwammen über den Hausdächern an Stromleitungen, Baumkronen und Schwemmgut vorbei zu den wenigen dreistöckigen Häusern, auf deren Dächern und Balkons sich die Überlebenden retten konnten. Mit unserem Team konnten wir 15 Kinder und ihre Mütter, eine behinderte Frau und fünf Männer in Sicherheit bringen. Es war eine unangenehme aber trotzdem tolle Erfahrung.

    Währenddessen kochte das PIKIFI-Küchenpersonal zusammen mit den College-Students im Akkord ‘Lugaw’, einen nahrhaften Reisbrei. In den Abendstunden konnten dann unser Relief-Team, bestehend aus unseren Sozialarbeiterinnen, dem Küchenpersonal und den College-Students, Mahlzeiten an 2500 Menschen in drei Evakuationszentern verteilen. In CDO mussten insgesamt 3735 Familien mit 14’041 Individuen evakuiert werden. Sie befinden sich jetzt in 22 Evakuationszentren.» Erschöpft gingen wir alle nach Mitternacht in den verdienten Feierabend. Im Landfill, in unseren zwei Learning-Centern und im Kinderdorf kam es zu keinen Schäden, wir wurden Gott sei Dank einmal mehr verschont und konnten dafür anderen helfen. In einer nächsten Phase werden wir wohl mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein.

    Dank der gut organisierten Evakuation der gefährdeten Gebiete gibt es laut aktuellem Wissensstand kaum Tote zu beklagen. Dies ist ein schönes Weihnachtsgeschenk, wenn man bedenkt, dass 2011 bei vergleichbaren Fluten 2500 Menschen ihr Leben verloren.»

    Die Opferzahlen

    Als Thomas Kellenberger den Bericht verfasste, waren die genauen Ausmasse des Sturms noch nicht klar. Mehrere Tage nach dem Unwetter sind mittlerweile genauere Zahlen bekannt. Insgesamt starben beim Taifun auf den Philippinen über 200 Menschen. Dies insbesondere in Lanao del Norte, Lanao del Sur und Zamboanga Peninsula. Die Todesfälle sind vor allem auf Sturzfluten und Landrutsche zurückzuführen. Zahlreiche Personen werden noch vermisst. (ith)