Beatenberg in der Presse 2021

Beatenberg | 1. Juni 2021

Zweitwohnungsanteil leicht gestiegen

Das Amt für Gemeinde und Raumordnung (AGR) verlangt ein jährliches Monitoring über die Entwicklung von Ferienwohnungen in der Gemeinde. Die Bauverwaltung hat die Situation für 2020/2021 erneut analysiert. Die Untersuchung hat ergeben, dass der Zweitwohnungsanteil leicht um 1,26 Prozent auf neu 55,93 Prozent gestiegen ist.Der Zweitwohnungsanteil in der Gemeinde Beatenberg ist leicht gestiegen.Der Zweitwohnungsanteil in der Gemeinde Beatenberg ist leicht gestiegen.Foto: Irene Thali

Wie der Gemeinderat im Communiqué mitteilt, ist im 2017 die kommunale Planungszone «Zweitwohnungen» der Gemeinde Beatenberg ausgelaufen. Daraufhin wurde dem Amt für Gemeinde und Raumordnung AGR eine umfangreiche Analyse zugestellt. «Die Gemeinde Beatenberg gehört zu den Gemeinden, welche gemäss kantonalem Richtplan verschärfte Massnahmen bezüglich Zweitwohnungen haben müssen», heisst es seitens Rat weiter. Deshalb verlange das AGR ein jährliches Monitoring über die Zweitwohnungsentwicklung. Die Bauverwaltung hat die Zweitwohnungsentwicklung für 2020/2021 erneut analysiert. Die Analyse zeige, dass der Zweitwohnungsanteil leicht gestiegen ist. «Die Zweitwohnungen haben zulasten der Leerwohnungen zugenommen. Entweder werden altrechtliche Leerwohnungen nun als Zweitwohnungen genutzt oder die Wohnungen sind länger als zwei Jahre leer und werden so automatisch zu Zweitwohnungen. Der neu errechnete Zweitwohnungsanteil beträgt 55,93 Prozent (Analyse 2020 = 54,67 Prozent)», erklärt die Bauverwaltung.

Fünfte Teilrevision Parkplatzbewirtschaftungsverordnung

Der Gemeinderat hat die fünfte Teilrevision Parkplatzbewirtschaftungsverordnung (Aufhebung Bewirtschaftung auf Parkplatz Sundlauenen) genehmigt. Diese tritt rückwirkend per 1. Mai in Kraft. Die Teilrevision könne auf der Gemeindeverwaltung eingesehen oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich ist die Teilrevision online auf der Gemeindewebseite www.beatenberg.ch aufgeschaltet. «Gegen den Erlass der Teilrevision kann bis am 7. Juni beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.»

Beatenberg | 3. Mai 2021

Jahresrechnung im Plus – Schulsozialarbeit kommt nicht

Die Beatenberger Jahresrechnung verzeichnet ein gutes Ergebnis.Die Beatenberger Jahresrechnung verzeichnet ein gutes Ergebnis.Foto: Archiv

Im Allgemeinen Haushalt beträgt der Ertragsüberschuss 957’780 Franken. Ohne die Vornahme von zusätzlichen Abschreibungen von 351’394 Franken (finanzpolitische Reserve), wie diese nach dem Harmonisierten Rechnungslegungsmodell 2 (HRM2) vorgeschrieben sind, würde der Ertragsüberschuss sogar 1’309’174 Franken betragen. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 911’324 Franken ab. Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung weist einen Aufwandüberschuss aus, die Spezialfinanzierungen Abwasser- und Abfallentsorgung schliessen mit Ertragsüberschüssen ab. Im Gesamthaushalt war ein Aufwandüberschuss von 111’500 Franken budgetiert. Die Besserstellung gegenüber dem Budget 2020 beträgt demnach 1’022’824 Franken.

Das vorliegende Ergebnis ist hauptsächlich auf die nach HRM2 alle fünf Jahre vorgeschriebene Neubewertung der Liegenschaften Finanzvermögen zurückzuführen. Diese Neubewertung ergab einen Buchgewinn von über einer Million Franken. Da es sich um einen Buchgewinn handelt, fliesst der Gemeinde jedoch kein Geld zu. Der Bilanzüberschuss per 31. Dezember 2020 beträgt 2’427’941 Franken. Total betrugen die Nachkredite 1’065’263 Franken. Davon waren 860’196 Franken gebunden, und 205’066 Franken lagen in der Kompetenz des Gemeinderates.

Projekt Schulsozialarbeit

Bürgerinnen und Bürger reichten letztes Jahr eine Petition Schulsozialarbeit für die Schule Beatenberg ein. Die Petition wurde weiterverfolgt, und der Gemeinderat erteilte der PHBern den Auftrag, eine Bedarfsabklärung bei der Schulleitung, den Lehrpersonen, den Eltern und Erziehungsberechtigten sowie der Erziehungsberatung als schulunterstützende Einrichtung und Fachstelle durchzuführen. Die umfangreiche Analyse des Bedarfs als Grundlage für das weitere Vorgehen zur Petition liegt nun vor. Der Gemeinderat hat eingehend darüber beraten und beschlossen, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, da zu wenig Bedarf der Eltern und Lehrpersonen ausgewiesen wird.

Weitere Geschäfte
  •  Gemeindeurnenabstimmung: Am Sonntag, 13. Juni, findet die Gemeindeurnenabstimmung anstelle der Gemeindeversammlung statt. Den Stimmberechtigten der Einwohnergemeinde Beatenberg werden folgende Abstimmungsvorlagen unterbreitet: Genehmigung der Jahresrechnung 2020, Genehmigung der zweiten Teilrevision Organisationsreglement, Genehmigung der Zonenplanänderung – Ausschnitt Waldegg, Genehmigung der Neufassung Reglement zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen bei Massnahmen gegen Naturgefahren, Genehmigung der Neufassung Reglement zur Erhebung Konzessionsabgabe Stromversorgung.
  • Strassensanierung Fitzligraben (westlich Schönegg): An der Gemeindeversammlung vom 2. Juni 2006 wurde für die Sanierung der Gemeindestrasse «Teilstück Fitzligraben – Schönegg» und der Fitzligrabenbrücke ein Verpflichtungskredit in der Höhe von 1,875 Millionen Franken genehmigt. Der Kredit für dieses Projekt kann nicht eingehalten werden. Der Gemeinderat hat deshalb einen zweiten Nachkredit zu neuen Ausgaben im Betrag von 40’000 Franken genehmigt.

Niederhorn | 16. April 2021

Mit Feinschliff in die neue Saison

Am Wochenende startet die Niederhornbahn in die Sommersaison. Über einen kecken Steinbock, der das Niederhorn erobert, abenteuerliche, verschönerte Trotti-Abfahrten und das Seerestaurant in der Beatenbucht, welches einen Feinschliff erhält.Das Maskottchen Rocky und seine Freunde sind an einigen Tagen im Sommer auf dem Niederhorn anzutreffen.Das Maskottchen Rocky und seine Freunde sind an einigen Tagen im Sommer auf dem Niederhorn anzutreffen.Foto: zvg

Seit der Gratweg-Eröffnung im letzten Juli hat das Niederhorn ein neues Maskottchen: Rocky. Der kecke Steinbock führt mit seinen Freunden Happy, Yummy und Lenny neu durch die vier verschiedenen OL-Pfade am Niederhorn. Die zwei Trotti-Bike-Strecken vom Vorsass nach Beatenberg sind neu ebenfalls Teil von Rocky’s Familienwelt. Für actionreiche Erlebnisse sorgt der rassigere «Rocky’s Run», während «Happy’s Trail» ideal für Geniesser ist, die es lieber etwas gemütlicher angehen. Rocky’s Familienwelt bietet für jede Generation etwas.

Für Fans des niedlichen Steinbocks gibt es diverse Fanartikel, zum Beispiel ein kuschliges Plüschtier oder einen coolen Turnsack. Rocky wird an einzelnen Tagen im Sommer die Gäste sogar persönlich auf dem Niederhorn begrüssen und für strahlende Kinderaugen sorgen.

Gipfel-Genuss und Niederhornbrunch – neue Angebote für Feinschmecker

Feinschmecker sind auf dem Niederhorn an der richtigen Adresse. Ab Anfang Juli bis Ende September gibt es auf dem Niederhorn jeweils am Freitag- und Samstagabend ein tolles, neues Angebot zu entdecken: der Gipfel-Genuss. Während am Horizont die Sonne langsam untergeht, fährt man mit der Bahn rauf auf den Gipfel. In Beatenberg beginnt die Fahrt im traumhaften Sonnenuntergang auf das Niederhorn. Nachdem man mit einem Welcome-Drink begrüsst wurde, serviert das Team von Hüttenzauber im Berghaus ein vier-Gang-Menü. Nach dem Abendessen lohnt sich ein Verdauungsspaziergang auf dem Grat. Bis 22.20 Uhr führt die Bahn wieder nach unten ins Tal.

An Sonntagen und allgemeinen Feiertagen lädt der Niederhornbrunch zum Geniessen und gemütlichen Zusammensein ein.

Frischer Wind weht am Thunersee

Ab dem Saisonstart begrüsst das Team der Kappeler Gastro AG die Gäste neu im Seerestaurant Beatenbucht. Anfangs April erfolgen Umbauarbeiten, das Restaurant wird saniert und mit einem Take-away-Fenster erweitert. Ein weiteres Highlight wird der neue Pizza-Ofen sein. Eine vergrösserte Seeterrasse und der traumhafte Ausblick auf See und Berge sorgen für südländisches Flair.

Gutes, Altbewährtes weiterführen

Im April und im Mai werden die alljährlichen Krokusfelder wieder erstaunen. Zum Start der Sommersaison verkehrt die Niederhornbahn wieder unter den Schutzmassnahmen des öffentlichen Verkehrs. Das Kundenlenksystem, welches sich in den letzten Monaten bewährt hat, wird beibehalten.

Beatenberg | 5. März 2021

Wasserleitungsleck, Wasserschaden und Trinkwasserqualität

Die Festungsleitung im Bereich Giebel, Schmocken, muss repariert werden, für die neue Leitung im Sagigraben müssen 415’000 Franken her, und die Hochwasserschutzmassnahmen Sundlauenen benötigen einen Nachkredit.Blick vom Niederhorn.Blick vom Niederhorn.Foto: Keystone, Alessandro Della Bella

«Das letzte Stück der Festungsleitung im Bereich Giebel, Schmocken, hat Lecks und muss dringend repariert werden. Die Leitung soll mittels neuer Linienführung ersetzt werden», heisst es in einem Informationsschreiben. Der Gemeinderat hat deshalb einen Nachkredit zu neuen Ausgaben über 31’000 Franken genehmigt.

Wasserleitung Sagigraben

Für die neue Wasserleitung im Sagigraben wurden mit dem Tiefbauamt des Kantons Bern verschiedene Varianten besprochen. «Der Gemeinderat hat nun auf Antrag der Kommission Ver- und Entsorgung beschlossen, die Variante «Wasserleitung in neue Sagigrabenbrücke» mit Investitionskosten von 415’000 Franken weiterzuverfolgen».

Hochwasserschutzmassnahmen Sundlauenen

Der Gemeinderat hat im August 2020 die Handänderungsurkunde betreffend Grundstück- und Grenzbereinigung im Zusammenhang mit der Korrektur der Staatsstrasse und Wasserbaumassnahmen Sundlauenen genehmigt. In der Zwischenzeit konnte die Handänderung entsprechend durchgeführt werden. Daraus resultieren nun die Schlussabrechnungen, welche die Gemeinde für den Landerwerb bezahlen muss. Diese Kosten waren in den Projektkosten nicht enthalten, weshalb der Gemeinderat einen entsprechenden Nachkredit zu neuen Ausgaben im Betrag von 23’610 Franken genehmigt hat.

Wasserschaden Gemeindehaus

Am 28. Januar fiel auf der Gemeindeverwaltung der Strom aus. Infolge eines Wasserschadens respektive einer Leckstelle beim Vorplatz Eingang UG West entstanden im Keller Kurzschlüsse am Hauptsicherungskasten. Für die Reparatur des Wasserschadens am Gemeindehaus hat der Gemeinderat einen gebundenen Nachkredit von 27’000 Franken sowie für die Zustandsaufnahme privater Abwasseranlagen einen Nachkredit für neue Ausgaben von 3000 Franken gesprochen.

Trinkwasserqualität

Alle chemischen und mikrobiologischen Trinkwasserproben im Jahr 2020 lagen, soweit untersucht, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften. «Weitere Details zum Befund können unter www.beatenberg.ch/de/Gemeinde-Aktuell/Aktuelle-Informationen abgerufen werden. Bitte helfen Sie mit, Quell- und Grundwasser vor Umweltgefahren zu schützen. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebens- und Genussmittel», schreibt die Verwaltung.

Weitere Geschäfte
  •  Reglement zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen bei Massnahmen gegen Naturgefahren: Die Neufassung Reglement zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen bei Massnahmen gegen Naturgefahren wurde durch den Gemeinderat zuhanden der Gemeindeversammlung vom 4. Juni verabschiedet. Weitere Details dazu werden in der Botschaft zur Gemeindeversammlung erläutert.
  •  Wirtschaftsunterstützung i.S. Corona-Pandemie: Vom 1. August 2020 bis 31. Januar 2021 konnten die Einwohnerinnen und Einwohner von Beatenberg die Spezial Einkaufsgutscheine bei der Gemeindeverwaltung beziehen. Insgesamt wurden 654 Gutscheine im Wert von 50 Franken verkauft. Dies ergibt einen Wertbetrag von 32’700 Franken. Der Gemeindebeitrag vom beschlossenen Unterstützungsbeitrag von 10’000 Franken beläuft sich schlussendlich auf 3270 Franken. «Vielen Dank, dass Sie das einheimische Gewerbe unterstützten».
  •  Projekt «Beatenberg belebt»: Um das Umsetzungsprogramm in Angriff zu nehmen, hat der Gemeinderat folgende Personen in die Arbeitsgruppe «Entwicklung Jungfraublick/Beauregard und Mehrzweckgebäude» eingesetzt: Roland Noirjean, Gemeindepräsident (Präsident); Werner Schmocker, Vize-Gemeindepräsident (Vize-Präsident); Bettina Flück, Ivan Grossniklaus, Sarah Grossniklaus, Ulrich Grossniklaus, Markus Stähli, Thomas Tschopp und Anna Zimmermann (Mitglieder); Robertus Bruijstens und Doris Haldner (Mitglieder ohne Stimmrecht); Patrick Suter, Bauverwalter, und Daniel Studer, IC Infraconsult AG Bern, (Berater). Das Sekretariat (ohne Stimmrecht) wird durch ein externes Mandat geführt, welches noch beschafft werden muss.
  •  Gemeindeurnenabstimmung: Der Gemeinderat hat die Ergebnisse der Gemeindeurnenabstimmung vom 17. Januar erwahrt und festgestellt, dass keine Mängel behoben werden mussten sowie die Beschwerdefrist unbenützt abgelaufen ist. Die erwahrten Ergebnisse bleiben unverändert gegenüber der öffentlichen Bekanntgabe im Anzeiger Interlaken vom 21. und 28. Januar. Aufgrund der Abstimmungsergebnisse wurden die Vorlagen 1 bis 5 angenommen. Bei der Vorlage 6 wurde der Gegenantrag des Gemeinderates angenommen.
  •  Gemeindestelle für wirtschaftliche Landesversorgung: Mit dem revidierten Landesversorgungsgesetz liegt die Verantwortung neu stärker beim Bund und bei der Wirtschaft und weniger bei den Kantonen. Insbesondere den Gemeinden, und damit auch den Regierungsstatthalterämtern kommen kaum mehr Aufgaben in diesem Bereich zu. Auf die bisherige Funktion des/der Delegierten der Gemeinde für die wirtschaftliche Landesversorgung kann künftig verzichtet werden. Der Gemeinderat hat deshalb die Gemeindeangestellten, Sonja Fuss als Leiterin und Claudia Scheidegger als Stv. Leiterin der Gemeindestelle für wirtschaftliche Landesversorgung, per sofort mit bestem Dank aus dem Amt entlassen.
  •  Schuljahresplanung 2021/22: Die Planung der Pensen 2021/22 zeigt im Vergleich zu den vergangenen Jahren nur geringfügige Abweichungen. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler pro Klasse liegt etwas tiefer als im Vorjahr. Die Anzahl Lektionen mussten deshalb etwas reduziert werden. Die Kosten für die Gemeinde bleiben ungefähr gleich. Der Gemeinderat hat die Schuljahresplanung 2021/22 genehmigt und dankt der Schulleitung für ihr grosses Engagement.
  •  Zuweisungsplanung: Das Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär, Abteilung Bevölkerungsschutz, informiert, dass die Pflicht zur periodischen Nachführung der Zuweisungsplanung mindestens alle fünf Jahre ab 2021 entfällt. Neu müssen einzig die Grundlagen laufend nachgeführt werden, damit die Zuweisungsplanung bei Bedarf erstellt werden kann. Dabei handelt es sich primär um das Einwohnerregister und die Schutzraumdatenbank. Die Gemeinden müssen sicherstellen, dass sie die Zuweisungsplanung dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär innert drei Monaten zur Verfügung stellen können. Die Periodische Schutzraumkontrolle im Gemeindegebiet wurde im Sommer 2020 durchgeführt.
  •  WartIn WC-Anlage Lände Sundlauenen: Daniel Weiss aus Sundlauenen hat als Aushilfswegmeister Sundlauenen und Wart zur Reinigung Lände Sundlauenen per 31. März gekündigt. Der Gemeinderat dankt für die langjährige Zusammenarbeit und wünscht Daniel Weiss für die Zukunft alles Gute. Auf den 1. April wurde die Arbeitsstelle als WartIn für die WC-Anlage der Lände Sundlauenen mit einem Beschäftigungsgrad von in etwa 150 Stunden pro Sommersaison neu ausgeschrieben. Das ausführliche Stelleninserat ist unter www.beatenberg.ch/de/Verwaltung/Stellenmarkt publiziert.

Beatenberg | 11. Februar 2021

«Dank meines Alters kann ich in der Zeit zurücksehen»

Vor wenigen Wochen veröffentlichte der Autor Peter Beutler sein neuestes Buch. Darin thematisiert er den international bekannten Berner Fall Riedel-Guala und erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte, wie sie aus seinen Augen stattgefunden haben könnte.von Gina Krückl«Langnauer Gift» heisst das neue Buch von Peter Beutler.Fotos: Gina Krückl

Fast 100 Jahre ist es her, dass der Fall Riedel-Guala international durch die Medien ging. 1926 verurteilte das Landgericht Burgdorf den Arzt Max Riedel und seine Geliebte Antonia Guala wegen des Giftmords an Riedels Ehefrau zu je 20 Jahren Haft. Fünf Jahre später wurden die beiden in einem Revisionsprozess freigesprochen. Noch heute gilt der Fall als Paradebeispiel dafür, wie leicht ein Suizid für einen Mord gehalten werden kann.

Auf eben jenem Fall beruht nun das neueste Buch «Langnauer Gift» des Beatenberger Autors Peter Beutler. Statt Max Riedels und Antonia Gualas erzählt der 78-Jährige aber die Geschichte von Wendolin Roder und Laura Borelli. Das musste der Autor so machen: «Wegen des Persönlichkeitsrechts darf ich in meinem Roman nicht die echten Namen verwenden, da sich Angehörige daran stören und rechtliche Schritte einleiten könnten.»Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Foto: Zora Herren

Etwa Riedels Tochter. «Ich konnte sie zwar nicht ausfindig machen, aber sie wäre mittlerweile rund 100 Jahre alt.» Und in einem solchen Fall müsse man üblicherweise abwarten, bis die betreffende Person 110 Jahre wäre, da man dann davon ausgehen dürfe, dass sie unterdessen verstorben sei. «Wenn jemand die Verletzung seines Persönlichkeitsrechts befürchtet, wird ein Buch sehr schnell eingestampft.»

«Erst 35 Jahre»

In einigen seiner früheren Werke sei er aber noch stärker vom Persönlichkeitsrecht eingeschränkt worden, so Beutler. «Bei den Recherchen zu meinem Buch «Kehrsatz» durfte ich nicht mal die polizeilichen und gerichtlichen Unterlagen durchgehen.» Dies vermutlich ebenso aus Datenschutzgründen, da der Fall «erst 35 Jahre» her sei. «Also musste ich anders zu Hintergrundinformationen kommen und habe glücklicherweise einige ehemalige Geliebte des mutmasslichen Täters gefunden, die nur zu gern mit mir reden wollten.»Die Recherche für «Langnauer Gift» war aufgrund des alten Falls nicht einfach.

Bei «Langnauer Gift» hätte es sich aufgrund des Fall-Alters dagegen schwieriger gestaltet, Zeitzeugen zu finden. «Um an Informationen zu kommen, bin ich also ins Berner Staatsarchiv gegangen und habe mich dort durch mehrere Meter von Akten gekämpft», erzählt Beutler. Und da er die natürlich nicht mit nach Hause nehmen durfte, hätte er rund 1000 Seiten mit seinem Natel fotografieren müssen.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Foto: Zora Herren

Einige persönlichere Informationen hätte er von einem befreundeten Anwalt erhalten. «Dr. Jürg Roth ist der Enkel von Fritz Roth, dem damaligen Anwalt von Riedel im Revisionsprozess, und er gab mir recht viele Bilder und Unterlagen, unter anderem auch ein altes Buch mit Fallnotizen seines Grossvaters.» Von Jürg Roth stamme überhaupt die Idee zu dem Buch. «Er kam eines Tages einfach auf mich zu, erzählte mir von seinem Grossvater und meinte, ich solle doch über diesen Fall schreiben.»

«Nur Fantasie passt nicht zu mir»

Trotz des immensen Aufwands, den Beutler für seine Bücher betreiben muss, kann er sich nicht vorstellen, ein anderes Genre zu schreiben. «Es wäre sehr viel gemütlicher, einfach meine Fantasie walten zu lassen, aber das passt nicht zu mir.» Er versuche immer, die Realität in seine Bücher zu integrieren. Denn auch wenn er die Namen der Akteure habe verändern müssen, beruhe das meiste in seinen Büchern auf Fakten.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.

So wird Hauptfigur Dr. Roder im Buch quasi zur Ehe mit seiner Frau gezwungen, da sie bewiesenermassen ein Liebespaar sind. «Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Konkubinatsverbot abgeschafft wurde», so Beutler. So sei etwa ein Studienfreund verhaftet worden, weil er mit einer Frau zusammenwohnte. «Mitten in der Nacht stand die Polizei bei ihnen vor der Tür und war von einer Liebschaft der beiden überzeugt, weil beide Seiten seines Bettes warm gewesen sein sollen.» Und auch die von Beutler beschriebenen Foltermethoden seien in den 30er-Jahren gang und gäbe gewesen. «Das ist der Vorteil meines Alters, dass ich in eine Zeit zurücksehen kann, in die andere nicht sehen können.»

Gratwanderung Sachbuch und fiktiver Roman

Ein reines Sachbuch ist «Langnauer Gift» aber nicht. «Natürlich musste ich das Ganze etwas ausschmücken, aber mir geht es darum zu sagen, so könnte es gewesen sein.» Ein Buch zu schreiben, das eine Mischung aus Sachbuch und fiktivem Roman ist, sei eine Gratwanderung. «Aber ich muss literarisch den Boden unter den Füssen haben, damit ich nicht ganz abhebe.»Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Foto: Zora Herren

Darum sucht sich Beutler als Grundlage für seine Bücher immer eine Geschichte, zu der er einen persönlichen Bezug hat. Auch bei diesem: «Meine Vorfahren kommen aus der Region Langnau, und ich habe noch heute einige Verwandte dort.» So hätten seine Eltern den Fall miterlebt, auch wenn sie noch sehr jung gewesen seien. «Dennoch wird man von solchen Fällen geprägt.» Und für ihn sei das Schreiben ein Weg, seine Erlebnisse zu Papier zu bringen. «Es ist eine Gnade, dass ich das machen darf.»

Beatenberg | 17. Januar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 17.01.2021

Hallenbad bleibt offen

Die Stimmberechtigten nahmen den Gegenantrag des Gemeinderates knapp an. Das Schwimmbad wird erst geschlossen, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Die Schliessung kommt frühestens 2023, oder aber spätestens 2025.von Yannick MühlemannDas Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Das Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Foto: Nora Devenish

Die Schliessung des Hallenbades in Beatenberg sei ein «emotionales Thema», sagte Gemeindepräsident Roland Noirjean gegenüber dieser Zeitung. Über die Frage, ob der Betrieb per Ende 2022 eingestellt wird, oder erst zwischen 2023 und 2025, entschieden die Bürger am Sonntag, 17. Januar an der Urne.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.Visualisierung: Roland Noirjean

Grosses Defizit, teure Sanierung

Der Betrieb und Erhalt eines Hallenbades sei für kleinere Gemeinden wie Beatenberg mit enormen Kosten verbunden. Während der Betrieb mit 40’000 Franken jährlich noch verkraftbar sei, ist es die notwendige Sanierung, die ein Loch in die Gemeindekasse reissen würde. Über die vergangenen drei Jahre habe das Schwimmbad ein Defizit von rund 640’000 Franken erwirtschaftet. Die Hälfte davon trägt die Gemeinde, die in Zukunft mit einer Zunahme rechnet. Gemeindepräsident Roland Noirjean rechnet mit Kosten von über einer halben Million Franken, die innerhalb der nächsten fünf Jahre auf die Gemeinde zukommen.

Ich war erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollenRoland NoirjeanGemeindepräsidentBeatenberg

Das Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi, das neben dem Hallenbad auch den Kongress-Saal und die Turnhalle beheimatet, muss einer Totalsanierung unterzogen werden, deren Kosten sich auf rund 7,5 Millionen Franken belaufen. Die Sanierung läuft Hand in Hand mit der Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard, was die ganze Sache komplizierter macht. Dadurch könnten aber in Zukunft Synergien geschaffen werden, die sich für die Gemeinde lohnen (siehe Interview mit Gemeindepräsident Roland Noirjean am Ende dieses Artikels). Aber für eine Sanierung des Hallenbades kämen noch einmal 4,7 Millionen zu den bestehenden Kosten hinzu, was aus Sicht des Finanzverwalters neben den laufenden und künftigen Projekten nicht möglich sei.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Foto: Nora Devenish

Grundsatzentscheid gefragt

An der Abstimmung vom Sonntag, 17. Januar fällten die Stimmberechtigten nun einen Grundsatzentscheid über die Schliessung des Hallenbades. Der Erheblichkeitsantrag zur Schliessung des Hallenbades wurde mit nur neun Stimmen Unterschied knapp abgelehnt. 143 Stimmbürger waren dagegen und 134 sprachen sich dafür aus. Das umgekehrte Bild bot sich beim Gegenantrag des Gemeinderates. Dieser sieht eine Schliessung erst vor, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Das heisst, eine Schliessung würde frühesten im Jahr 2023 und spätestens Ende 2025 erfolgen. Der Gegenantrag erhielt 143 Ja-Stimmen und 133 Nein-Stimmen. Ein knappes «Ja» für den Gegenantrag. So bleibt den Beatenbergern das Hallenbad noch bis mindestens 2023 erhalten.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Foto: Yves Brechbühler

Nachgefragt bei Roland Noirjean, Gemeindepräsident Beatenberg
Haben Sie mit einem so knappen Resultat gerechnet?

Roland Noirjean: Es ist keine Riesen-Überraschung. Ich war aber schon erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollen.

Wie geht es nun weiter mit dem Hallenbad in Beatenberg?

Das ist eine komplizierte Geschichte wegen der beiden Hotels, die die Gemeinde gekauft hat. Es wird eine Arbeitsgruppe geben, die das ganze Areal anschaut. Es wird einen Studienwettbewerb geben und das ganze Areal soll geplant werden. Dann können verschiedene Projektentwickler und Investoren ihre Ideen vorstellen. Die Idealvorstellung wäre ein Hotelprojekt im Gesundheitsbereich mit einem öffentlich zugänglichen Hallenbad. Bei der Sanierung des Mehrzweckgebäudes haben wir zwei Möglichkeiten. Eine wäre, dass das Hallenbad ganz zurückgebaut und umgenutzt wird, die andere wäre, ein komplett neues Mehrzweckgebäude zu bauen.

Was ist mit dem Neubauprojekt gemeint?

Der Gemeinderat ist eher der Meinung, dass alles abgebrochen wird und danach etwas Neues entsteht. Aber das ist noch nicht beschlossene Sache.

Soll mit der Sanierung des Mehrzweckgebäudes Wydi nicht auch das Hallenbad saniert werden, oder wären die Kosten zu hoch?

Die Sanierung würde 7,5 Millionen Franken kosten und davon fielen 4,7 Millionen für das Hallenbad an. Das ist nicht möglich für die Gemeinde. Aber bis 2025 müssten wir es spätestens sanieren, deshalb haben wir dieses Zeitfenster aufgestellt. (yam)

Beatenberg | 15. Januar 2021

Schwimmbad-Schliessung ist «emotionales Thema»

Am Sonntag stimmen die Beatenbergerinnen und Beatenberger ab – unter anderem auch, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll.von Gina KrücklBald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Bald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Fotos: Nora Devenish

Was wird aus dem Hallenbad Beatenberg? Wird der Betrieb per Ende 2022 eingestellt oder aber erst zwischen 2023 und 2025? Zwischen diesen beiden Varianten kann das Stimmvolk bei der Urnenabstimmung kommenden Sonntag entscheiden. Es sei eine Tatsache, dass sich der Betrieb einer Schwimmhalle gerade für eine kleinere Gemeinde nicht lohnt, so Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean. «Es gab da vor einigen Jahrzehnten einen Boom, mittlerweile ist aber klar, dass sich dieser Luxus nur grössere Gemeinden leisten können.» In kleineren Gemeinden würden Hallenbäder ein riesiges Loch in die Gemeindekasse fressen.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.

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So auch in Beatenberg: Der Betrieb sei aktuell ohne grossen Kostenaufwand (rund 40’000 Franken) möglich, heisst es im Abstimmungstext. «Durch die zwingend notwendige Sanierung würde sich das aber in den kommenden Jahren vervielfältigen», so Noirjean. So betrug das erwirtschaftete Defizit in den vergangenen drei Jahren rund 640’000 Franken – Tendenz steigend. Zur Hälfte muss das die Gemeinde tragen. «Innerhalb von fünf Jahren wären wir damit bei über einer halben Million Franken.»

7,5 Millionen für Totalsanierung

Die Totalsanierung des MZG Wydi mit den geplanten Massnahmen bis 2035 würden die Gemeinde laut Abstimmungstext rund 7,5 Millionen Franken kosten. Aus Sicht des Finanzverwalters sei es nebst den anderen laufenden und künftigen Projekten nicht möglich, zusätzlich das Hallenbad für mindestens 4,7 Millionen Franken zu sanieren.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Foto: Yves Brechbühler

«Es ist ein emotionales Thema», so Noirjean. «Wenn man als Kind dort schwimmen gelernt hat oder etwa als Lehrerin dort tätig war, hat man eine persönliche Bindung zu diesem Ort.» Er selbst habe zwar keine, verstehe aber die daraus resultierende Problematik. Darum sei eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung schwierig. Möglich ist auch die Ablehnung beider Vorlagen: Was dann passiere, sei ungewiss. «Dann muss der Gemeinderat eine andere Lösung suchen», so Noirjean. Denkbar sei entweder die sofortige Schliessung oder aber die Umnutzung der Liegenschaft. «Zwar gibt es ein paar Ideen, konkrete Pläne haben wir diesbezüglich aber nicht.»