Corona-Virus

Aktuelle Informationen zum Coronavirus sehen Sie in der Kategorie “Corona-Virus”

Lockerung der Massnahmen

Die Bevölkerung hat sich gut an die Vorgaben und Regeln des Bundesrats gehalten. Dadurch blieb in den Spitälern die befürchtete Überlastung der Intensivstationen aus. Aktuell nimmt die Zahl der positiv getesteten Personen ab. Deshalb lockert der Bundesrat die Massnahmen unter bestimmten Voraussetzungen nun weiter.

Geöffnet/gestattet seit 27. April 2020, 1. Etappe

Diese Etappe der Lockerung betraf Gesundheitseinrichtungen, Einrichtungen zur Selbstbedienung, personenbezogene Dienstleistungen sowie Bau- und Gartenfachmärkte.

  • Alle Eingriffe in Spitälern, Arzt- und Zahnarztpraxen
  • Alle Eingriffe in anderen Gesundheitseinrichtungen wie Physiotherapie- und Massagepraxen
  • Bau- und Gartenfachmärkte, einschliesslich Gärtnereien und Blumenläden
  • Beerdigungen im Familienkreis
  • Einrichtungen zur Selbstbedienung wie Autowaschanlagen, Solarien oder Blumenfelder
  • Personenbezogene Dienstleistungen mit Körperkontakt, wie Coiffeur- und Kosmetiksalons und Tattoo-Studios

Geöffnet/gestattet ab 11. Mai 2020, 2. Etappe

Diese Etappe der Lockerung betrifft obligatorische Schulen, Einkaufsläden, Märkte, Museen, Bibliotheken, bestimmte Sportanlagen, und Gastronomiebetriebe.

  • Besuch von Gastronomiebetrieben unter folgenden Bedingungen:
    • die einzelnen Gästegruppen bestehen aus maximal 4 Personen oder Eltern mit Kindern (auch Patchwork-Familien),
    • die Konsumation erfolgt ausschliesslich sitzend
  • Einkaufsläden und Märkte
  • Museen, Bibliotheken, Archive (ausgenommen Lesesäle)
  • Präsenzunterricht in obligatorischen Schulen (Primar- und Sekundarschulen I)
  • Präsenzunterricht mit maximal 5 Personen (einschliesslich Lehrperson) an Schulen der Sekundarstufe II, der Tertiärstufe sowie weiteren Ausbildungsstätten (Fahrschule, Sprachkurse)
  • Prüfungen in Ausbildungsstätten
  • Reisebüros
  • Sportaktivitäten (Breitensport) von Einzelpersonen und in Gruppen bis zu 5 Personen ohne Körperkontakt inkl. Benutzung der erforderlichen Sportanlagen und -betriebe
  • Trainings von Leistungssportlerinnen und -sportlern, die Angehörige des Kaders eines nationalen Sportverbands sind, oder die als Einzelpersonen in Gruppen bis zu 5 Personen oder als beständige Wettkampfteams trainieren (Leistungs- und Spitzensport)
  • Trainings mit Körperkontakt von Teammitgliedern, die einer Liga mit überwiegend professionellem Spielbetrieb angehören (Leistungs- und Spitzensport)
Neues Coronavirus: Lockerung der Massnahmen, ab 11. Mai (2. Etappe)

Hier werden wir alle -seriösen Informationen zum Corona-Virus- für das Berner Oberland zur Verfügung stellen. Alle hier aufgeführten Informationen kommen ausschließlich aus den öffentlichen Medien.

Achten Sie auf Ihre Hygiene – beachten Sie die Hinweise im Radio- und im Fernsehen. – Bleiben Sie Gesund.

Oberste Priorität: die Gesundheit der Bevölkerung

Für den Bundesrat hat die Gesundheit der Bevölkerung oberste Priorität. Besonders auch Menschen mit einem höheren Risiko, schwer zu erkranken, sollen besser vor dem neuen Coronavirus geschützt werden. Wir alle können dazu beitragen, indem wir die bisherigen und die neuen Empfehlungen beachten:

  • Abstand halten – zum Beispiel ältere Menschen durch genügend Abstand schützen, beim Anstehen Abstand halten, bei Sitzungen Abstand halten.
  • Gründlich Hände waschen
  • Hände schütteln vermeiden
  • In Papiertaschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation

Ausführliche Infos auf der Seite «So Schützen wir uns» oder auf www.bag-coronavirus.

COVID-19: Empfehlungen für die Bevölkerung (PDF, 139 kB, 13.03.2020)

BLICK beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Corona-Rückreise-ChaosDas müssen im Ausland gestrandete Schweizer jetzt wissen

27.03.2020, vor 46 MinutenTausende Schweizer sind wegen des Corona-Chaos im Ausland gestrandet. BLICK beantwortet die wichtigsten Fragen.Dominique Rais 5 Kommentare

  • KEYSTONE1/14279 Schweizer und 35 Staatsangehörige aus benachbarten Ländern sind am Mittwoch aus Kolumbien in die Schweiz zurückgekehrt.
  • KEYSTONE2/14Die Reisenden wurden wegen der Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie in einer Sondermaschine in die Schweiz zurückgeflogen.
  • KEYSTONE3/14Zuvor aber wurden ihnen am Dienstag, 24. März 2020 am Flughafen von Bogota in Kolumbien von Gesundheitsbeamten die Körpertemperatur gemessen, bevor sie ins Flugzeug einsteigen durften.
  • BLICK13/14Schweizer, die im Ausland gestrandet sind, sollen sich auf «Travel Admin», die Reise-App des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, registrieren.
  • IMAGO/STOCKTREK IMAGES14/14Über 550’000 Menschen weltweit haben sich bereits mit dem Coronavirus infiziert. In der Schweiz gibt es schon mehr als 12’000 Infizierte.

Weltweit hält die Corona-Pandemie die Menschen in Atem. Viele Grenzen wurden geschlossen, Flüge gestrichen und Häfen dichtgemacht. Abertausende Schweizer sind deswegen im Ausland gestrandet – sie bangen darum, in die Schweiz zurückzukommen. BLICK beantwortet die dringlichsten Fragen, die sich im Zuge des Corona-Chaos jetzt für Schweizer im Ausland stellen.

Wie viele Schweizer sind derzeit im Ausland?

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vermutet, dass sich derzeit noch rund 50’000 Schweizer im Ausland befinden: Von Südamerika über Afrika bis nach Australien. Konkrete Zahlen gibt es nicht. Auf der EDA-Reise-App «Travel Admin» haben sich insgesamt 17’000 Personen registriert. Einige von ihnen dürften mittlerweile wieder zurück in der Schweiz sein.

Wie geht es mit der Rückholung der im Ausland gestrandeten Schweizer voran?

Das EDA sieht sich derzeit mit der grössten je da gewesenen Rückholaktion konfrontiert. In den kommenden Tagen werden mehrere vom Bund organisierte Flüge durchgeführt. «Ich kann versichern, dass wir innerhalb dieser und der nächsten Woche sämtliche Kontinente anfliegen werden», so Hans-Peter Lenz, Leiter Krisenmanagementzentrum im EDA, anlässlich der Pressekonferenz des Bundes am vergangenen Montag. Dabei gehen die meisten Flüge nach Südamerika und Südostasien, aber auch nach Afrika.

Bis zum 4. April 2020, sollen 3500 der im Ausland Gestrandeten repatriiert worden sein. Mit Stand Donnerstag wurden bereits 1400 Schweizer zurückgeholt: So landeten in den vergangenen Tagen Maschinen aus Kolumbien, Peru und Costa Rica mit Schweizern an Bord in Zürich. Weitere rund 70 Schweizer Touristen konnten dank Flügen ausländischer Fluggesellschaften in die Schweiz zurückgebracht werden.

Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich im Ausland gestrandet bin?

Schweizer Staatsangehörigen, die im Ausland gestrandet sind, können sich unter der Helpline-Nummer (0041 800 24 7 365) an das EDA wenden, um im Rahmen des konsularischen Schutzes, Hilfe zu bekommen. Zudem sollten sich Schweizer, die im Ausland festsitzen, über die EDA-Reise-App «Travel Admin» registrieren. Das EDA kann so über die App mit den Betroffenen in Kontakt zu treten und ihnen Informationen übermitteln.

Und was bedeutet das?

Das EDA bietet nebst der Unterstützung bei der Rückreise auch finanzielle Hilfe bei der Gesundheitsversorgung oder der Unterkunft vor Ort. Zudem besteht laut Johannes Matyassy, Direktor der Konsularischen Direktion, nach dem Subsidiaritätsprinzip auch die Möglichkeit in Form von Notdarlehen. Diese seien im Prinzip rückzahlbar, würden aber mit Flexibilität gehandhabt.

Können denn nicht alle Schweizer zurückgeholt werden?

Nein, denn manchenorts sitzen Schweizer in abgelegenen Gebieten fernab der Zentren wegen gesperrter Rückreise-Routen fest. «Wir stossen dort an unsere Grenzen, wo die Erwartungen der gestrandeten Schweizerinnen und Schweizer schlicht nicht erfüllbar sind», sagt der Direktor der Konsularischen Direktion. Als Beispiel nennt Matyassy den Wunsch, mit dem Helikopter abgeholt zu werden.

Hilft mir mein Reisebüro dabei, zurück in die Schweiz zu kommen?

Ja. «Das Reisebüro ist im Fall von Pauschalreisen verpflichtet dem Kunden dabei zu helfen, zurückzukommen», sagt Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands. Das Reisebüro sei dabei sowohl für die Umbuchung und Annullation von Flügen wie auch für die Koordination der Aufenthaltsverlängerung im Reiseland verantwortlich. «Individualreisende sind jedoch auf sich selber gestellt», fügt Kunz an.

Übernimmt das Reisebüro bei Pauschalreisen auch die Kosten für die Rückführung?

Nein. «Bei Pauschalreisen muss der Kunde die Kosten selbst tragen», erklärt der Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands. Er rät Reisenden aber in jedem Fall zur EDA-Reise-App «Travel Admin», über die sich Schweizer, die sich im Ausland befinden, registrieren können und über die gegenwärtige Situation auf dem Laufenden gehalten werden.

Sind die zusätzlichen Kosten durch meine Reiseversicherung abgedeckt?

Nein. Da die Coronavirus-Situation als Pandemie eingestuft wird, ist sie von der Versicherungsleistung ausgeschlossen. Ausnahmen gibt es zwar, diese aber basieren auf Kulanz. So hat die Europäische Reiseversicherung zugesichert, dass sie 2000 Franken der Zusatzkosten ihrer Kunden zu übernehmen wird.

Neues Angebot | 25. März 2020

Corona-Hotline für Bödeli-Gemeinden

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise beweist das Schweizer Volk einen Zusammenhalt, der seinesgleichen sucht. Private, Organisationen und Politik bieten, wo sie können, Hilfe an. Verschiedene Ortschaften bieten nun gemeinsam eine Helpline an, um Anrufer an die richtige Stelle zu vermitteln.von Yannick Mühlemann

Projektleiter Urs Niederhauser erklärt den Freiwilligen während einer Schulung, wie die Arbeit an der Hotline funktioniert und wie Anrufe zu vermitteln sind.

Projektleiter Urs Niederhauser erklärt den Freiwilligen während einer Schulung, wie die Arbeit an der Hotline funktioniert und wie Anrufe zu vermitteln sind.Fotos: Yannick Mühlemann

«Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein», schrieb einst Friedrich Nietzsche. Ob Abgründe, Krisen oder Notlagen, in Zeiten des Unglücks zeigen wir unwillkürlich unser wahres Selbst. Manche wachsen in diesen Momenten über sich selbst hinaus, andere erschrecken ob der Entdeckung, die sie über sich selbst machen. Umso erfreulicher ist es zu sehen, zu welcher Gemeinschaft die Corona-Krise das Berner Oberland zusammengeschweisst hat. Auf Facebook entstehen Hilfsgruppen, Quartiere organisieren untereinander Hilfe, und die Politiker versuchen mit allen Mitteln, die wirtschaftlichen Folgen des Stillstands abzufedern. Die Gemeinden im Gebiet Bödeli haben sich auch entschieden, gemeinsam Hilfe zu leisten. Mit einer gemeinsamen Helpline, besetzt durch freiwillige Helfer, soll Ratsuchenden aus der Region geholfen werden.

Auch während der Schulungen für die Corona Hotline Bödeli werden die Abstände eingehalten.

Auch während der Schulungen für die Corona Hotline Bödeli werden die Abstände eingehalten.

Elf Gemeinden, eine Hotline

Elf Gemeinden, die auch in der Regionalen Führungsorganisation Bödeli (RFO) zusammenarbeiten, betreibt ab Mittwoch, 25. März, die Corona Hotline Bödeli. Die Hotline ist täglich und rund um die Uhr erreichbar. Beteiligt sind Beatenberg, Bönigen, Därligen, Habkern, Interlaken, Iseltwald, Leissigen, Matten, Niederried, Ringgenberg und Unterseen. Die Hotline soll Rat- und Hilfesuchenden als erste Anlaufstelle dienen. «Wir kamen zu der Überzeugung, dass wir diesen Service während 24 Stunden anbieten wollen», sagte Peter Aeschimann, Gemeindepräsident von Matten. Die Überlegung, weshalb die Hotline auch in der Nacht erreichbar sein müsse, sei, dass im Falle einer Verschärfung der Massnahmen des Bundes sich die Situation in vielen Haushalten zuspitzen könne. «Psychologen gehen davon aus, dass es vermehrt zu häuslicher Gewalt kommen könne. Diese Probleme kommen in der Nacht, denn in der Nacht ist man psychisch anfälliger als über den Tag», so Peter Aeschimann. Man habe sich auch die Frage gestellt, ob man mit der Einrichtung der Hotline warten solle, bis sich eine Spitze der Fälle von Krisensituationen in den Haushalten der Gemeinden abzeichne. Sie seien aber zum Schluss gekommen, dass es sinnvoller sei, die Organisation bereits jetzt in Angriff zu nehmen, damit man im Falle einer Zuspitzung der Situation bereits gerüstet sei.

Rund 40 Freiwillige aus den elf beteiligten Gemeinden haben sich gemeldet, um die Corona Hotline Bödeli zu unterstützen.

Rund 40 Freiwillige aus den elf beteiligten Gemeinden haben sich gemeldet, um die Corona Hotline Bödeli zu unterstützen.

Viele Freiwillige

«Es ist richtig gewesen, die Organisation einzuleiten und sie am Wochenende in Angriff zu nehmen», sagte Peter Aeschimann. Man habe in den verschiedenen Gemeinden Freiwillige organisiert und konnte bereits 40 Helfer begrüssen. Diese freiwilligen Helfer betreuen die Hotline. Es sei kein Problem gewesen, die Helfer aufzubieten. «Ich habe zehn Telefonate gemacht und elf Zusagen erhalten», sagte Urs Graf, Gemeindepräsident von Interlaken. Es sei schön zu sehen, wie solidarisch die Bevölkerung in einer solchen Krisensituation reagiere. Die Helfer würden nun für die Hotline geschult. Sie nehmen Telefonanrufe entgegen und verweisen sie an die zuständigen Stellen wie die dargebotene Hand, die Polizei oder dem Gesundheitswesen. «Die Helpline soll eine Ergänzung zu den offiziellen Anlaufstellen der Polizei, Spitäler und des Gesundheitswesens sein», so Urs Graf. Damit wollen die Gemeinden eine Entlastung schaffen, wenn der Ansturm auf die offiziellen Kanäle grösser wird. Damit die Helpline während 24 Stunden besetzt sei, arbeiten die Helfer in Zweierteams. Sie würden jeweils vier Stunden im Einsatz sein, bevor sie vom nächsten Team abgelöst werden. So könne man eine durchgehende Betreuung der Telefone sicherstellen.

Vier Freiwillige nahmen an dieser Schulung teil. Sie werden die Telefone der Corona Hotline Bödeli bedienen und die Bevölkerung bei ihren Fragen unterstützen.

Vier Freiwillige nahmen an dieser Schulung teil. Sie werden die Telefone der Corona Hotline Bödeli bedienen und die Bevölkerung bei ihren Fragen unterstützen.

Vorbereitet

Gestern Dienstag wurden die 40 freiwilligen Helfer im dritten Stock der Aeschimann Automationssysteme AG auf dem Flugplatz in Matten auf ihren Einsatz vorbereitet. Dies in Gruppen von jeweils vier Personen, damit die nötigen Abstände eingehalten werden konnten. Instruiert wurden sie von Urs Niederhauser, der die Leitung des Hotline-Projekts übernahm und der Vize-Gemeindepräsidentin von Matten Lisa Randazzo. Die Manuals seien innert kürzester Zeit zusammengestellt worden. Sabina Stör, die noch bis Ende März Gemeinderätin von Interlaken ist, Annette Marti und Andreina Mark hätten diese unter enormem Aufwand ausgearbeitet, um die telefonische Hilfestellung gewährleisten zu können. Noch sei unklar, wie stark die Hotline von den Bürgern genutzt werde. «Aber wir müssen uns bewusst sein, dass der Peak der Pandemie noch nicht im Oberland angekommen ist und wir für alle möglichen Fälle bereit sein müssen», so Peter Aeschimann.

Corona Hotline Bödeli

Ab heute Mittwoch, 25. März, um 18.00 Uhr geht die Corona Hotline Bödeli in Betrieb.

Sie kann unter der Nummer 033 552 05 52 erreicht werden.

Auf der Website des RFO Bödeli werden alle speziellen Informationen, Angebote und Kontaktadressen gesammelt. Diese Informationen sind ab heute Mittwoch Abend frei zugänglich.

www.rfo-boedeli.ch

08:08/11:31

Lockdown im Berner Oberland

Redaktor Yannick Mühlemann berichtet vom Bödeli über die aktuelle Situation vor Ort und erzählt Geschichten aus seinem eigenen Umfeld.
https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/180473/

Coronavirus im Kanton BernEröffnung Test-Zentrum verschoben +++ UBS schliesst kleinere Berner Filialen

Das geplante Coronavirus-Testzentrum auf dem Berner BEA-Gelände kann noch nicht Anfang nächste Woche eröffnet werden. Die News im Ticker.

LIVE1391

Das wichtigste in Kürze:

  • Der Kanton Bern vermeldet den ersten Corona-Todesfall.
  • 280 Personen sind positiv auf das Virus getestet worden. (Stand 19. März).
  • Alle Schweizer Schulen bleiben bis am 4. April geschlossen.
  • Alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen sind verboten.
  • Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bleiben bis am 19. April geschlossen.
  • Die Grundversorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist sichergestellt.
  • Für allgemeine Fragen der Bevölkerung rund um die Coronasituation hat der Kanton Bern eine Hotline eingerichtet: 0800 634 634
  • Für medizinische Auskünfte steht die Hotline des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Verfügung: 058 463 00 00.

LIVE TICKER

Eröffnung von Corona-Testzentrum verschoben

Das auf dem Berner BEA-Gelände geplante Coronavirus-Testzentrum Bern kann noch nicht Anfang kommender Wochen eröffnet werden. Der Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg sagte am Donnerstag, für eine längere Periode sei das Testmaterial nicht gesichert.


Zuerst müsse nun genügend Testmaterial beschafft werden. Erst dann könne das Testzentrum geöffnet werden, sagte der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektor des Kantons Bern an einem Point de Presse des Berner Regierungsrats.

Schnegg sagte weiter, die Kindertagesstätten müssten weiterhin einen Platz anbieten für Kinder, deren Eltern einen Betreuungsplatz für ihre Schützlinge brauchten.

Im Kanton Bern gebe es nun mehr als 280 Covid-19-Fälle. Die Zunahme um rund 80 Fälle vom Mittwoch auf Donnerstag zeige, dass der Kanton Bern am Anfang einer Welle stehen, welche über den Kanton Bern schwappen werde. 30 Covid-19-Kranke seien hospitalisiert, sechs in der Intensivstation.

Alle verfügbaren Kräfte stünden im Einsatz – nicht dringende Interventionen würden verschoben. Schnegg dankte der chinesischen Partnerstadt des Kantons Bern Shenzhen, welche 15’000 Schutzmasken nach Bern schickt. Diese Masken seien im Anflug. (sda)16:00 UhrLeere Terrassen, weggeräumtes Mobiliar

Das beliebte Schachspiel auf dem Bärenplatz, aber auch dasjenige hinter dem Bundeshaus wurden weggeräumt. Auch die grauen Stühle, die auf den Bundesterrassen herumstanden, ebenfalls. Jegliche Gegenstände, die Personen zum Verweilen animinieren könnten, sind entfernt. Die Vorkehrungen scheinen zu wirken: Nur wenige Personen waren am warmen Märznachmittag auf die Bundesterrassen zugegen. Und die meisten hielten den nötigen Abstand. (cla)Biel verstärkt Kontrollen im öffentlichen Raum

Die Stadt Biel verstärkt im Kampf gegen das Coronavirus Kontrollen an den am stärksten frequentierten Orten der Stadt. Sie hat festgestellt, dass sich dort immer noch zu viele Personen gruppenweise treffen und keine zwei Meter Distanz einhalten.


Wie Biels Sozial- und Sicherheitsdirektion mitteilte, werden vermehrt eigene Patrouillen an diese Orte geschickt. Doch auch die Kantonspolizei bittet die Stadt Biel, dort mehr zu patrouillieren. Zur Sensibilisierung der Bevölkerung stellt die Stadt Biel zudem Informationstafeln mit den Empfehlungen des Bundes auf.


Auf die Schliessung des Stadtparks und des Elfenauparks verzichtet die Stadt Biel. Dies würde zu noch grössere Menschenansammlungen an anderen Orten wie zum Beispiel auf der Schüssinsel, am Strandboden oder auf Spiel- und Schulhausplätzen führen, findet der Pandemiestab der Stadt. (sda)UBS schliesst in der Region Bern kleinere Filialen


Wegen der Corona-Pandemie schliesst die Grossbank in der Region Bern in den nächsten Tagen einige dezentrale Standorte. Zudem werden in den grösseren Filialen die Öffnungszeiten eingeschränkt. Ziel ist es, der Gesundheit der Mitarbeitenden und deren Familien wie auch den Kunden die höchste Priorität einzuräumen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Alle Dienste der Grundversorgung wie insbesondere die Bargeldversorgung seien. So sind auch E- und Mobile Banking, die Apps, die Multimaten sowie alle UBS-Bankomaten jederzeit in Betrieb. Zur Wahrung des Abstandhaltens verlagerte die Bank in den letzten Tagen bereits den grossen Teil der persönlichen Kundenkontakte primär auf das Telefon. (jw)RBS dünnt Fahrplan aus

Auch die RBS dünnt den Fahrplan nach Vorgaben des Bundesamtes für Verkehr, den SBB und Postauto aus. Das teilt das Unternehmen am Donnerstagnachmittag mit. Die Änderungen treten allerdings erst am 25. März in Kraft, bis dahin fahren die Züge und Busse des RBS nach bisherigem Fahrplan. Der neue Fahrplan gilt mindestens bis zum 26. April.

Bern: Publibike zieht E-Bikes aus dem Verkehr

Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf das Bike-Sharing. Um weniger den Öffentlichen Verkehr nutzen zu müssen, sind in den letzten Wochen Städter vermehrt aufs Velo umgestiegen. Nun muss die Postauto-Tochter Publibike in Bern ihre E-Bikes aus dem Verkehr ziehen, weil deren Wartung nicht mehr möglich ist. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.13:04 UhrInterlaken: Kurzarbeit bei Jungfraubahnen

Analog zu anderen Transportunternehmen dünnen auch die Jungfraubahnen wegen des Coronavirus den Zugverkehr aus. Für die meisten Strecken des öffentlichen Verkehrs in der Region gilt der Stundentakt.

Eine Ausnahme ist die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren, die halbstündlich verkehrt, wie aus einer Mitteilung der Jungfraubahnen vom Donnerstag hervorgeht. Die Erreichbarkeit der bewohnten Ortschaften in der Region ist sichergestellt.

Der ausgedünnte Fahrplan tritt am Samstag in Kraft und gilt vorerst bis am 30. April. Er richtet sich nach den Bahnanschlüssen in Interlaken Ost. Der Güterverkehr ist von der Ausdünnung nicht betroffen.

Die touristischen Bahnen in der Jungfrauregion, etwa jene aufs Jungfraujoch, bleiben weiterhin eingestellt. Auch die Skigebiete sind geschlossen.


Kurzarbeit für viele Mitarbeitende

Seit Anfang Februar hat das Management des Bahnunternehmens verschiedene Kostensenkungs- und Sparmassnahmen eingeleitet. Dazu gehören unter anderem Überzeit- und Ferienabbau. Auch alle Supplementszüge, also Züge ausserhalb des Fahrplans, wurden gestrichen. Nun beantragt die Bahnleitung für ein Gros der Mitarbeitenden Kurzarbeit. (sda)Bern: Aufbau des Testzentrums gestartet

Auf dem Bernexpo-Gelände in Bern hat der Aufbau des kantonalen Testzentrums begonnen.
Auf dem Bernexpo-Gelände in Bern hat der Aufbau des kantonalen Testzentrums begonnen.Raphael Moser

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Auf dem Bernexpo-Gelände in Bern hat der Aufbau des Testzentrums begonnen (Bild oben). Hier sollen sich demnächst Personen mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen können. Auf diese Weise sollen die Spitäler und Praxen entlastet werden. In der alten Festhalle auf dem Messegelände sind Angehörige des Zivilschutzes zurzeit damit beschäftigt, abgetrennte Abteile einzurichten.

Wann das Zentrum eröffnet werden kann, ist noch unklar. Der Kanton wollte dieses ursprünglich Anfang kommender Woche in Betrieb nehmen. Da aber die Coronatests in der Schweiz knapp werden, klappt das nicht. «Wir bedauern, dass wir die Eröffnung aufschieben müssen. Aber es ist klar, dass die Tests dort verwendet werden müssen, wo sie am nötigsten sind», sagte Schnegg an der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Lesen Sie hier im Liveticker welche Massnahmen der Regierungsrat für die Berner Wirtschaft beschlossen hat. (wrs)12:49 UhrKanton: Gerichtsverfahren werden ausgesetzt

Die bernische Justiz hat aufgrund der Corona-Krise die Verhandlungen der Zivil- und Strafgerichte bis am 19. April eingestellt. Ausgenommen sind dringliche Verfahren, die keinen Aufschub dulden.

Bei solch unaufschiebbaren Verfahren handelt es sich beispielsweise um Haftfälle sowie Verfahren, denen die Verjährung droht, wie die Justizleitung des Kantons Bern am Donnerstag mitteilte. Die erstinstanzlichen Zivil- und Strafgerichte sowie die Schlichtungsbehörden wurden aufgefordert, diese Massnahmen ebenfalls umzusetzen.

Der Rechtsprechungsbetrieb kann nach Angaben der Justizleitung aufrechterhalten und gewährleistet werden. Schliesst das Gesetz das schriftliche Verfahren nicht ausdrücklich aus oder liegt das Einverständnis der Prozessparteien vor, erfolgt das Verfahren in der Regel schriftlich. Bei den durchgeführten Verhandlungen wird der Zugang der Öffentlichkeit eingeschränkt.

Die Mitarbeitenden der Justiz arbeiten soweit möglich von zu Hause aus. Auch das bernische Verwaltungsgericht hat mit Ausnahme dringlicher Fälle alle Verhandlungen bis am 19. April abgesagt.

Die Staatsanwaltschaft hat Einvernahmen und Verhandlungen mit persönlicher Anwesenheit der am Verfahren beteiligten Personen ebenfalls vorderhand ausgesetzt, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Auch hier sind dringliche Fälle von der Massnahme ausgenommen. (sda)12:38 UhrSkyWork: Coronavirus verzögert Abwicklung des Konkurses


Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf die Abwicklung des SkyWork-Konkurses. Wegen der speziellen Umstände kann das Konkursamt Bern-Mittelland den Gläubigern den sogenannten Kollokationsplan nicht Anfang April zur Einsicht auflegen.

Wie das Konkursamt am Donnerstag auf der eigens für die Abwicklung des Konkurses eingerichteten Internetseite bekanntgab, verschiebt es die Auflage auf einen späteren Zeitpunkt. Dieser Zeitpunkt hänge von der weiteren Entwicklung rund um das Coronavirus ab.

Nach Angaben des Konkursamts von Anfang Jahr gibt es im Fall der Fluggesellschaft SkyWork mehr als 1000 Gläubiger. Der Kollokationsplan zeigt auf, welche Forderungen zugelassen werden und in welcher Rangordnung sich die Gläubiger befinden. Er kommt zum Zug, wenn in einem Konkursverfahren nicht alle Forderungen von Gläubigern befriedigt werden können.

Die Berner Regionalfluggesellschaft SkyWork Airlines stellte am 29. August 2018 den Betrieb ein. Elftausend Passagiere blieben auf Tickets sitzen. Die Flughafen Bern AG verlor einen ihrer besten Kunden.
(sda)11:46 UhrBern: Migros beschränkt Einlass

Um den Dichtestress zu verringern, wird in die Migros-Filiale in der Berner Lorraine (Bild oben) seit Donnerstag nur noch eine bestimmte Anzahl Personen eingelassen. Am Eingang erhält jede Kundin oder jeder Kunde eine Einlasskarte. Sind alle Karten ausgegeben, müssen die weiteren Kunden warten, bis ein Kunde seinen Einkauf beendet und die Einlasskarte zurückgeben hat.

«In unserer Filiale dürfen sich seit Donnerstagmorgen nur noch 58 Personen, inklusive Mitarbeitenden, aufhalten», sagte ein Angestellter. Die Einlasskarten werden nach jedem Gebrauch gereinigt und desinfiziert.
Diese Regelung gilt seit Donnerstag schweizweit. So soll künftig nur noch ein Kunde pro 10 Quadratmeter einkaufen dürfen.

Im Laden gelten dann natürlich weiterhin die Regeln: Hände desinfizieren, 2 Meter Abstand halten und keine Hamstereinkäufe tätigen (siehe Video unten).

Im Video wird erklärt wie man in Zeiten von Corona richtig einkauft. Quelle: www.youtube.com/Migros

(tag)09:34 UhrSVP Kanton Bern: DV abgesagt

Die SVP Kanton Bern hat die Delegiertenversammlung abgesagt. Die DV hätte am 15. April in Lyss stattfinden sollen. Die statutarischen Geschäfte und die Abstimmungsparolen sollen im August behandelt werden, schreibt die Partei in einem Communiqué. (tag)09:29 UhrBern: Kammerorchester beendet Saison

Das Berner Kammerorchester beendet seine Saison 2019/2020 vorzeitig. Die aktuelle Lage rund um das Corona-Virus zwingt das Orchester, die weiteren Saisonkonzerte abzusagen. Das Publikum des Kammerorchesters besteht zu einem grossen Teil aus den Personengruppen, die angesichts der hohen Virulenz des neuen Coronavirus besonders gefährdet sind.

«Mit der angemeldeten Kurzarbeit hoffen wir, die Musiker und Musikerinnen trotz allem angemessen zu entlöhnen und freuen uns auf die kreativen Lösungen, welche den Zugang zu diesen Geldern für Orchester erleichtern», teilt Dorothee Schmid, Präsidentin des BKO, mit. (bol)

16.3.2020

Bundesrat erklärt Notstand, riegelt das Land ab und mobilisiert die Armee

Die Landesregierung setzt drastische Massnahmen für die Schweiz in Kraft. Der Überblick.

cpmPubliziert heute um 14:40 UhrAktualisiert vor 1 Minute1

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat sich mit klaren Worten an die Bevölkerung gewandt. «Wir müssen jetzt, sofort, handeln.» Es müsse ein Ruck durch Land gehen, ansonsten könne die Ausbreitung des Virus nicht verlangsamt werden.

Das Umsetzen der drastischen Massnahmen sei «im Interesse von uns allen», sagte Sommaruga am Montagabend vor den Bundeshausmedien. Jeder Einzelne müsse sich daran halten. Wenn es keine Reaktion gebe, wenn zu viele Menschen erkrankten, dann komme es in den Spitälern zu einem Engpass.Volume 90% Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga informiert an der Pressekonferenz.

«Wir brauchen genug Platz in den Spitälern, um Schwerkranke zu pflegen», sagte Sommaruga. Sonst könne künftig der verunfallte Töfffahrer oder das krebskranke Kind nicht mehr behandelt werden. Herzoperationen oder die Entfernung von Hirntumoren würden nicht mehr möglich sein.WEITER NACH DER WERBUNG

Es brauche nun in der ganzen Schweiz einheitliche Regeln und einheitliche Massnahmen. Das habe der Bundesrat an zwei ausserordentlichen Sitzungen am Sonntag und Montag entschieden.

(Wir aktualisieren diesen Artikel ständig, für neue Informationen laden Sie neu)

Massnahmen für Läden, Restaurants, Shops

  • Heute ab Mitternacht sind öffentliche und private Veranstaltungen verboten.
  • Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete werden bis 19. April 2020 geschlossen.
  • Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstandhalten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons oder Kosmetikstudios.
  • Die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Gebrauchs ist sichergestellt, es sind genügend Vorräte angelegt. Innenminister Alain Berset hat die Bevölkerung aufgerufen, keine Hamsterkäufe zu tätigen. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sei sichergestellt.
  • Lebensmittelläden, Take-aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Apotheken bleiben geöffnet, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen.
  • Auch Werkstätten für Transportmittel, können geöffnet bleiben. Alle diese Einrichtungen müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit zum Abstandhalten und zur Hygiene einhalten.
  • Spitäler, Kliniken und Arztpraxen bleiben geöffnet, müssen aber auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien verzichten. Besonders gefährdete Personen erledigen Arbeit zu Hause. Ist dies nicht möglich, werden sie vom Arbeitgeber beurlaubt. Ihren Lohn erhalten sie weiterhin.

Berset: «Bleiben Sie zu Hause»

Der Bundesrat verfügt die weitgehende Abriegelung der Schweiz. Das öffentliche Leben wird fast vollständig eingeschränkt. Grund ist, dass die bisherigen Massnahmen zu wenig eingehalten wurden.Volume 90% 

«Wir müssen feststellen, dass die Massnahmen nicht einheitlich umgesetzt und nicht genügend eingehalten werden», sagte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Bundeshausmedien. Er appellierte an alle Bevölkerungsgruppen und Generationen, sich nun daran zu halten. «Es gibt keine Alternative», sagte Berset.

Es gehe darum, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Gesundheitseinrichtungen und die besonders verletzlichen Personen zu schützen. Diese rief er dazu auf, sich an die Regeln zu halten. «Bleiben sie zu Hause, soweit das möglich ist, vermeiden Sie Kontakt mit anderen Personen», sagte er.WEITER NACH DER WERBUNG

Massnahmen zur Kinderbetreuung

  • Der Bundesrat regelt in der angepassten Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus neu auch die Frage der Kindertagesstätten.
  • Für Kinder, die nicht privat betreut werden können, haben die Kantone für die notwendigen Betreuungsangebote zu sorgen.
  • Kindertagesstätten dürfen nur geschlossen werden, wenn andere geeignete Betreuungsangebote bestehen.
  • Diese Massnahme gilt vorerst bis 19. April 2020, wie neu auch die Schulschliessungen.
  • Der Bundesrat ruft zudem die Bevölkerung dazu auf, alle unnötigen Kontakte zu vermeiden, Abstand zu halten und die Hygienemassnahmen zu befolgen.
  • Er ruft insbesondere auch die ältere Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben.

Mobilisierung der Armee

  • Der Bundesrat geht davon aus, dass der Bedarf der zivilen Behörden nach Unterstützung durch die Armee in den nächsten Tagen und Wochen markant steigen wird.
  • Um den Gesuchen der Kantone zu entsprechen, erhöht der Bundesrat die Obergrenze für den Assistenzdienst von 800 auf 8000 Armeeangehörige.
  • Dafür sollen gewisse Truppen vorübergehend mobilisiert werden können.

«Grösste Mobilmachung seit Zweitem Weltkrieg»

Es sei die grösste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Verteidigungsministerin Viola Amherd. Die zivilen Strukturen funktionierten noch gut, sagte die Bundesrätin am Montag in Bern vor den Medien. Doch die Zahl der Erkrankungen steige. «Wir müssen vorsorglich alles daransetzen, damit es so bleibt.» Priorität habe zurzeit der Einsatz der Sanität. Rund 3000 Personen kann die Armee für sanitätsdienstliche Unterstützung stellen. Sie könnten in allgemeiner Grund- und Behandlungspflege helfen sowie bei Transport oder der Überwachung von Patienten, sagte Amherd.Volume 90% 

Zivile Fachleute würden nicht zum Militär verschoben, betonte die Verteidigungsministerin. Denn rund 90 Prozent der Dienstleistenden der Spitalbataillone hätten andere Berufe, aber eine anerkannte Ausbildung in Grundpflege. Auch bei logistischen Dienstleistungen, etwa der Versorgung mit Nahrungsmitteln, kann die Armee helfen. Oder Armeeangehörige unterstützen kantonale Polizeien oder das Grenzwachtkorps. Die Obergrenze von 8000 Armeeangehörigen gilt bis Ende Juni. Gegen 300 Angehörige des Spitalbataillons 5 der Armee rücken wegen der Coronavirus-Pandemie am Montag für Hilfseinsätze in den Kantonen ein. Fünf Kantone haben mittlerweile um Unterstützung durch die Armeeangehörigen gebeten.

Am Montagvormittag lagen Anfragen der Kantone Tessin, Graubünden, der beiden Basel und Thurgau vor, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Grenzkontrollen an allen Landesgrenzen ab Mitternacht

An allen Schweizer Landesgrenzen wird wegen des Coronavirus ab Mitternacht wieder kontrolliert. Der Bundesrat hat am Montag entschieden, nach Italien auch an den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich Kontrollen durchzuführen.

Die Einreise aus den grossen Nachbarländern ist nur noch Schweizern und Schweizerinnen, Personen mit Aufenthaltsbewilligung sowie Personen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen, erlaubt. Auch der Transit- und der Warenverkehr bleiben erlaubt.

Diese Massnahme dient dem Schutz der Bevölkerung. Ebenso sollen die Kapazitäten im Schweizer Gesundheitswesen aufrechterhalten bleiben. Um diese Aufgaben gezielt umzusetzen, werden kleinere Grenzübergänge geschlossen. Der Grenzverkehr wird auf grössere Grenzübergänge kanalisiert.

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Bereits am Freitag hatte der Bundesrat angekündigt, die Einreise aus Risikoländern und -gebieten zu beschränken. Zunächst wurden an der Grenze mit Italien die Schengen-Grenzkontrollen wieder eingeführt.

Einreisen durften seit Freitag an der Südgrenze nur Schweizer Bürger und Ausländer mit gültiger Aufenthaltsbewilligung. Einreisen aus beruflichen Gründen bleiben ebenfalls möglich. Das gelte namentlich für Grenzgänger sowie für Warenlieferungen, sagte Keller-Sutter damals.

Ausserordentliche Lage

Rechtsgrundlage der Massnahmen ist eine weitere «Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus». Der Bundesrat stützt sich dabei auf das Epidemiengesetz. Bisher galt die «besondere Lage». In einer solchen hat der Bundesrat ebenfalls weit reichende Kompetenzen, muss sich aber mit den Kantonen abstimmen.

Nun hat er die «ausserordentliche Lage» ausgerufen. In dieser kann Bundesrat in Eigenregie für das ganze Land oder für einzelne Landesteile alle notwendigen Massnahmen anordnen. Diese Notverordnungskompetenz hat der Bundesrat in Notlagen gestützt auf die Verfassung, was im Epidemiengesetz lediglich bekräftigt wird.

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Berset hat die «einschneidenden Massnahmen für das Sozialleben» zur Bekämpfung des Coronavirus erklärt. Diese seien notwendig, um gefährdete Menschen zu schützen. Er warnte vor Panik: «Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ist sichergestellt.»

Es sei nicht nötig, Notvorräte anzulegen, sagte Berset. Die Schweiz funktioniere weiterhin. «Das Leben geht weiter – langsamer und auf engerem Raum, aber es geht weiter.»

Die Epidemie werde andauern, sagte Berset weiter. «Die Situation wird sich verschlechtern, bevor sie sich verbessert.» Aber dass sie sich bessere, sei sicher. Dafür brauche es aber Massnahmen, die ruhig und bestimmt umgesetzt werden müssten. Berset appellierte an die Bevölkerung, die Solidarität zwischen den Generationen zu leben und Eigenverantwortung zu zeigen. «Abstand halten kann Leben retten.»

Kioske, Bahnhofschalter, Verwaltungen hätten nun geschlossen. Versammlungen aller Art seien verboten. Ausnahmen gibt es laut Berset nur wenige, etwa für Beerdigungen. Zudem dürften Kitas nur schliessen, wenn die Kantone andere Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stellten.

Fragerunde nach der Pressekonferenz

Frage: «Geschieht alles etwas zu spät?»

Berset: «Wir befinden uns in einem Prozess. Die Krise kam immer näher. Wir haben Massnahmen ergriffen, die zu einem gewissen Zeitpunkt passend war. Es geht um Hygiene, es geht darum, dass die Bevölkerung mitmacht. Wir befinden uns in einer Situation, die sich ständig weiterentwickelt.»

Frage: «Einem Mediziner habe es die Sprache verschlagen, weil die Fälle plötzlich so hoch sind. Wie sieht es heute aus?»

Koch: «Die Spitäler sind vorbereitet, sie können die Aufgabe bewältigen. Aber jetzt müssen neue Massnahmen her. Wir haben 2380 Fälle.»

Frage: «Die Kantone haben den Schritt in die Notlage schneller gemacht als der Bund. Warum?»

Berset: «Wir haben viele Sitzungen gemacht. Aber heute ist die Situation anders. Jetzt haben wir die Notlage ausgerufen. Die Kantone sind uns wichtig. Aber jetzt hat der Bund den Notstand ausgerufen, das gilt für alle. Der Bundesrat bemüht sich, die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu fällen.»

Frage: «Droht ein Engpass bei den Schutzmasken?»

Sommaruga: «Ich habe mich mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterhalten. Sie will nicht, dass in der Schweiz Lieferengpässe entstehen. Ich habe mich auch mit den anderen Ländern unterhalten. Diese Durchführungsverordnung wird jetzt analysiert.»

Frage: «Wie stellt man sich das Social Distancing in der Praxis vor?»

Sommaruga: «Es gibt viele Menschen, die sich von diesen Massnahmen nicht betroffen fühlen. Es geht nun darum, allen aufzuzeigen, dass diese Massnahmen essentiell sind. Die Bevölkerung muss merken, dass jeder Einzelne solidarisch sein muss, niemand ist in dieser Krise davon befreit. Die Versorgung mit den Lebensmittelläden ist gesichert. Die Läden müssen sich so organisieren, dass die Schutzmassnahmen eingehalten werden.»

Frage: «Soll man Schutzmasken tragen?» Koch: «Ich wiederhole es wieder, die Masken sind für infizierte Personen sowie für professionelles Gesundheitspersonal. Es ist bestimmt nicht schädlich, diese zu tragen. Aber im Moment sind diese Masken ein knappes Gut.»

Frage: «Hat der Bundesrat auch Alternativen zur jetzt beschlossenen Lösung diskutiert?»

Berset: «Gefährdete Personen sollen zu Hause bleiben. Diese Personen sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Personen über 65 sollen dies auch tun. Unter 65-Jährige können zu Hause bleiben, die Lohnfortzahlung ist gesichert. Wir wollen nicht über die Inhalte unserer Sitzung berichten. Aber am Ende haben wir uns klar für das Notrecht entschieden.»

Frage: «Warum soll man die Situation nicht umkehren, also die Gefährdeten in Quarantäne zu setzen?»

Berset: «Darüber kann man diskutieren. Aber wir wollen das Virus stoppen. Wir wollen nicht die Leute aussperren. Die über 65-Jährigen sollen zu Hause bleiben. Aber die Jungen müssen auch Verantwortung übernehmen.»

Frage: «Was muss ein Barbesitzer tun, damit er nicht in Konkurs geht?»

Berset: «Das ist ein Problem. Wir müssen die notwendigen Entscheide treffen. Die sind hart für die Geschäftsinhaber. Das ist uns bewusst.» Nachfrage: «Was sollen Barbesitzer tun?» Berset weiter: «Sie müssen zuerst die Bar schliessen, dann sich an die Behörden wenden. Oberste Priorität ist die Gesundheit der Bevölkerung.»

Frage: «Warum sollen nicht alle zu Hause bleiben?»

Sommaruga: «Besonders gefährdete Personen sollen zu Hause bleiben. Wir wollen aber nicht den totalen Stillstand in diesem Land. Wir wollen die Ausbreitung des Virus verlangsamen, damit die Kranken und Schwerkranken die Pflege erhalten. Wir sind in einem Prozess. In enger Zusammenarbeit mit den Kantonen soll dies geschehen. Die Kantone sind für die Durchsetzung verantwortlich.»

Frage: «Was wird der nächste Schritt sein?»

Berset: «Es sind einschneidende Massnahmen, speziell für einzelne Branchen. Aber damit werden wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen können. Aber eine Vollbremsung ist dies nicht, das müssen wir uns bewusst sein. Mit den aktuellen Massnahmen sind wir auf gutem Weg.»

Frage: «Der Bundesrat wurde kritisiert, weil zu wenig getestet werde. Wie sieht es jetzt aus?»

Berset: «Wir führen mehr Tests durch als in manch anderen Ländern. Aber wir sind jetzt einer Welle ausgesetzt. Das ist jetzt eine Epidemie und wir sind nicht am Ende angekommen. Wir müssen akzeptieren, dass sich das Virus weiter ausbreitet.» Daniel Koch vom BAG: «Als wir gesehen haben, dass sich das Virus in der Schweiz ausgebreitet hat, haben wir das System geändert. Wir können nicht alle in der Bevölkerung testen, das muss man sich einfach bewusst sein.»

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Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in der Schweiz hat sich am Montag um vier weitere erhöht. Im Kanton Zürich ist ein erster Covid-19-Patient an den Folgen der Infektion gestorben. Im Kanton Basel-Stadt starben drei weitere Menschen an den Folgen des Virus.

Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle in Basel-Stadt auf vier. Bei den am Montag neu vermeldeten Menschen handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann, wie das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt mitteilte. Sie seien alle über 70 Jahre alt und hätten an Vorerkrankungen gelitten. Hospitalisiert waren sie im Universitätsspital Basel.

Beim Patienten in Zürich, der an den Folgen der Infektion gestorben ist, handelt sich um einen 88-jährigen Mann mit Vorerkrankungen. Er starb am Sonntag in einem Pflegezentrum der Stadt Zürich, wie die Gesundheitsdirektion am Montag mitteilte. Er wurde bereits vor der Infektion palliativ behandelt.

Insgesamt gab es bis Montagmittag landesweit 19 Todesopfer durch die Lungenkrankheit Covid-19. Am meisten Tote zu beklagen hat der Kanton Tessin mit sechs Opfern. Mit bisher vier Opfern folgt Basel-Stadt vor der Waadt mit drei Toten. Zwei Todesfälle meldeten Zürich und Basel-Landschaft sowie je einen Wallis und Genf.

Meist handelte es sich um ältere Personen, die an Vorerkrankungen litten. Das jüngste Opfer war eine ebenfalls vorerkrankte 32-jährige Frau im Kanton Genf.

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Schützen Masken vor Ansteckung? Bund widerspricht sich selber

Das BAG empfiehlt gesunden Personen nicht, sich mit Hygienemasken zu schützen. Doch gemäss Pandemieplan des Bundes reduziert dies das Risiko. Zum Artikel.

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Die Coronavirus-Welle bricht über die Schweiz herein. Mit rund 800 Neuinfektionen gab der Bund am Sonntag einen sprunghaften Anstieg der Zahl der Fälle bekannt. Die Frühjahrssession der eidgenössischen Räte wird wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen.

Dies meldeten die Parlamentsdienste am Sonntag. Am Montag hätte die dritte und letzte Woche der Frühjahrssession beginnen sollen. Es handle sich um einen Abbruch der Session, nicht um einen Unterbrechung, wie Ständeratspräsident Hans Stöckli (SP/BE) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Nach neuesten Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gab es in der Schweiz und in Liechtenstein bereits 2200 positiv getestete Fälle. Davon lag bei 1563 Menschen eine Bestätigung für die Infektion mit der Lungenkrankheit Covid-19 vor. Bei 152 Fällen war eine Bestätigung ausstehend. In rund 440 Fällen war die Meldung noch nicht abschliessend erfasst.

Die vom Bundesrat am Freitag verhängten Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gingen einzelnen Kantonen offensichtlich zu wenig weit. Nach dem Tessin am Samstag griffen auch die Kantone Basel-Land, Jura, Neuenburg und Graubünden am Sonntag rigoros durch. Am Montag folgten weitere Kantone.

Die Baselbieter und die Neuenburger Regierung riefen am Sonntag den Notstand aus und ordneten die Schliessung aller Verkaufsstätten an, die nicht der Grundversorgung dienen, sowie aller Gastrobetriebe, wie sie am Sonntag gegenüber den Medien erklärten. Geschlossen werden auch Betriebe wie Restaurants, Hotels und Sportstätten. Offen bleiben dürfen noch Lebensmittelläden, Tiershops, Apotheken, Drogerien und Tankstellen. Versammlungen mit mehr als 20 beziehungsweise 50 Menschen wurden verboten. Graubünden ging auf diesen letzten Punkt nicht ein.

Regierungsrat: Jede Minute zählt

Zur Sicherstellung der Spitalversorgung wird das Baslbieter Spital Bruderholz an der Grenze zum Kanton Basel-Stadt zum Spezialspital für Coronavirus-Fälle erklärt. In den Gemeinden Münchenstein und Lausen sollen Abklärungszentren für Coronavirus-Tests eingerichtet werden. Personen, die möglicherweise am Virus erkrankt sind, werden im Kanton nicht mehr in Arztpraxen und in Notfallstationen getestet.

Die Baselbieter Regierung hatte diese Massnahmen nicht mit den Nachbarkantonen abgesprochen. Der Kanton sehe sich in einer Notsituation, in der jede Minute zähle, sagte Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP). Deshalb habe man mit dem Beschluss nicht bis zur ordentlichen Regierungsratssitzung vom Dienstag gewartet.

Der Regierungsrat beruft sich bei den Massnahmen auf eine Notlage gemäss dem kantonalen Gesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz. Die Massnahmen gelten ab Montag 6 Uhr und dauern vorerst bis 30. April.

Menschenleere Piazza Grande

Der Kanton Tessin hatte ähnliche Massnahmen bereits am Vortag verhängt. Das öffentliche Leben kam danach weitgehend zum Stillstand, wie ein Korrespondent von Keystone-SDA vor Ort berichtete. Auf der Piazza Grande von Locarno liefen nur vereinzelt Menschen durch die Stadt. In Chiasso kündigte die Gemeindeverwaltung ihre Schliessung bis auf Weiteres an.

Unterdessen wurde der Ruf laut, dass die Landesregierung die vom Tessin, Basel-Land, Jura, Neuenburg und Graubünden getroffenen Massnahmen auf das ganze Land ausdehnen soll. Der Bundesrat müsse zum Schutz der Menschen unmittelbar wirksamere Massnahmen beschliessen, forderte die SVP in einer Mitteilung. Dazu bekräftigte die grösste Schweizer Partei die Forderung nach einer Schliessung der Grenzen und den Abbruch der Parlamentssession, die am Montag in die letzte von drei Wochen starten soll.

Eingeschränkter Grenzverkehr

Rund um die Schweiz schränken die Nachbarländer den Grenzverkehr zunehmend ein. Deutschland ergreift ab Montag 8 Uhr entsprechende Massnahmen, wie Innenminister Horst Seehofer am Sonntagabend in Berlin vor den Medien erklärte.

Der Warenverkehr soll aber weiter gesichert bleiben. Auch Pendler dürften weiterhin die Grenzen passieren. Hintergrund ist nicht nur die Eindämmung des Coronavirus, sondern auch der Versuch, Hamsterkäufe von Ausländern zu unterbinden, die im grenznahen Raum bereits zu Versorgungsproblemen geführt haben. Österreich kündigte ebenfalls für Montagabend die Einstellung des Zug- und Flugverkehrs in die Schweiz an.

In der Schweiz bereiteten sich am Wochenende im ganzen Land Schulbehörden und Eltern auf ein neues Schulregime vor. Zuvor hatte der Bundesrat am Freitag den normalen Klassenunterricht in Schulhäusern ab Montag verboten und faktisch Heimunterricht angeordnet. Die Verwaltungen aber auch Privatinitiativen organisierten unter Hochdruck Betreuungsangebote etwa für Eltern, die ihre Kinder nicht zu Hause betreuen können.

Monatelanger Heimunterricht?

Die Kantone bereiten sich nach Aussagen der Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) auf einen monatelangen Unterrichtsausfall in den Schulen vor. «Da die Wissenschaft damit rechnet, dass es drei bis vier Monate dauert, bis die Epidemie abflacht, müssen wir auch mit Unterricht zu Hause für diesen Zeitraum rechnen», sagte EKD-Präsidentin Silvia Steiner.

«Wir planen so, dass wir für eine Verlängerung der Massnahme gewappnet sind», sagte die Zürcher CVP-Bildungsdirektorin auf Anfrage zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag».

Man befinde sich in einer ausserordentlichen Situation, die eine tägliche Lagebeurteilung erfordere. Es müsse auch mit der schlimmsten Variante geplant werden. Mit Blick auf Aussagen von Experten gehe man davon aus, dass die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in die Höhe schnellen wird.

Der Bundesrat hatte am Freitag weitreichende Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen und das öffentliche Leben weiter eingeschränkt. So darf an den Schweizer Schulen bis 4. April kein Unterricht mehr stattfinden. Bis Ende April sind alle Veranstaltungen im Land ab 100 Personen verboten. An der Grenze werden wieder Kontrollen durchgeführt. Der Wirtschaft will die Landesregierung zehn Milliarden Franken zur Verfügung stellen.

Corona-Virus | 14. März 2020

Kanton Bern gewährleistet Kinderbetreuung

Die Berner Schulen und Tagesschulen sind ab kommendem Montag geschlossen, eine Massnahme des Bundesrates und Kantons im Kampf gegen das Corona-Virus. Die Betreuung der Kinder von berufstätigen Eltern bleibt aber gewährleistet.

Der Kanton Bern stellt die Kinderbetreuung in Zeiten des Corona-Virus sicher (Symbolbild).

Der Kanton Bern stellt die Kinderbetreuung in Zeiten des Corona-Virus sicher (Symbolbild).Foto: Nora Devenish

Gestern Freitag hat der Bundesrat die Schliessung der Schulen verordnet, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Bezüglich der Betreuungsangebote sind die Kantone für die Entscheidung zum weiteren Vorgehen zuständig. Wie die Berner Regierung nun meldet: Die Schulen und Tagesschulen im Kanton Bern sind ab Montag geschlossen.

Tagesfamilien möglich

Die Betreuung der Kinder von berufstätigen Eltern bleibe aber gewährleistet: Kindertagesstätten bleiben offen, auch die Betreuung bei Tagesfamilien sei weiterhin möglich. Die Schulen stellen Betreuungsangebote zur Verfügung für Kinder, die bei einer Schulschliessung alleine zu Hause wären, oder für Familien, welche die Kinder tagsüber nicht betreuen können.

Wie es weiter heisst, stellen die Schulen den Unterricht mittels pragmatischem Fernunterricht sicher. In Absprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde sollen die Kindertagesstätten, wenn immer möglich, Lösungen suchen, um den Betrieb auch bei Corona-bedingten Personalengpässen aufrechtzuerhalten.

Corona-Virus | 14. März 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 14.3.2020

Skigebiete: Bund spricht Machtwort

Jetzt ist der Fall klar: Alle Skigebiete müssen so schnell wie möglich geschlossen werden. Dies, nachdem die Kantonsregierung den Betreibern gestern Abend grünes Licht gegeben hatte.von Sarah Neuhaus

Unterschiedliche Weisungen hinsichtlich des Weiterbetriebs von Bergbahnen und Skiliften sorgten während der letzten Stunden für Diskussionen und Unklarheiten.

Unterschiedliche Weisungen hinsichtlich des Weiterbetriebs von Bergbahnen und Skiliften sorgten während der letzten Stunden für Diskussionen und Unklarheiten.Foto: Keystone

Gross war die Verwirrung in den vergangenen Stunden. Kurz nach der Pressekonferenz des Bundesrates gestern Nachmittag liess der Meiringer Regierungsratspräsident Christoph Ammann verlauten, dass die neuen Regelung und Vorgaben keine Schliessung der Skigebiete bedeute.

Reigierungsratspräsident Ammann gab den Bergbahnen gestern Abend grünes Licht.

Reigierungsratspräsident Ammann gab den Bergbahnen gestern Abend grünes Licht.Foto: zvg

Die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg entschieden sich trotzdem bereits gestern dazu, ihren Betrieb per sofort einzustellen. Auch das Skigebiet Adelboden-Lenk kommunizierte eine sofortige Schliessung. In Gstaad und in der Jungfrauregion hingegen berief man sich auf die Weisung der Kantonsregierung und sah sich daher nicht gezwungen, den Betrieb komplett einzustellen. Daraufhin änderte das Skigebiet Adelboden-Lenk seine Meinung. Mit Berufung auf den Regierungsrat wurde beschlossen, die Lifte nun doch weiterlaufen zu lassen.

BAG: Skigebiete hätten sofort schliessen müssen

In einer Mitteilung stellt das BAG jetzt klar: Die Skigebiete hätten heute nicht aufmachen dürfen. «Während Skibetriebe in gewissen Kantonen entsprechend der Verordnung des Bundesrates eingestellt wurden, ist dies in anderen Kantonen zumindest teilweise nicht der Fall», schreibt das BAG. «Die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen sind diesbezüglich klar: Sie gelten ab 13. März 2020 auch für Skigebiete.»

Mit dem Verbot sollen im Umfeld von Transportanlagen in Skigebieten (ohne Erschliessungsfunktion) grössere Menschenansammlungen verhindert und damit die Gefahr von Ansteckungen reduziert werden. «In Unterhaltungs- und Freizeitbetrieben, und dazu gehören auch Skigebiete, dürfen nicht mehr als 100 Besucher gleichzeitig anwesend sein», so das Schreiben weiter. Können Betreiber diese Vorgaben nicht einhalten, müssen die Skigebiete ihren Betrieb umgehend einstellen. «Das Bundesamt für Gesundheit fordert jene Skigebiete, die noch immer offen sind, dazu auf, den Betrieb umgehend zu schliessen.»

Betrieb wird heute Abend eingestellt

Die gerügten Skigebiete reagieren umgehend: «Gestern haben die Bergbahnen im Kanton Bern das Einverständnis für den Weiterbetrieb des Skigebietes von der Kantonsregierung erhalten», lassen die Bergbahnen Gstaad verlauten. «Der Entscheid wurde ebenfalls durch den kantonalen Krisenstab bestätigt. Heute Mittag wurde vom Bundesamt für Verkehr die Situation präzisiert und somit wird das Gebiet per heute Abend geschlossen.» Dies bedeute das vorzeitige Saisonende des Wintersportgebietes.

Auch das Jungfraujoch wird bis Ende April nicht mehr besucht werden können.

Auch das Jungfraujoch wird bis Ende April nicht mehr besucht werden können.Foto: zvg

Jungfraujoch ebenfalls betroffen

Auch die Jungfraubahnen haben reagiert. Ab heute Abend werden die Wintersportgebiete der Jungfrauregion geschlossen – inklusive Jungfraujoch. «Ab morgen Sonntag sind das Skigebiet sowie die Zahnradbahnen oberhalb von Wengen und Grindelwald geschlossen. Die Schliessung gilt voraussichtlich bis Ende April», so das Unternehmen. Auch die betroffenen Restaurants im Wintersportgebiet werden heute Abend geschlossen.

Die Erschliessung der bewohnten Orte wie Grindelwald, Lauterbrunnen-Wengen und Lauterbrunnen-Mürren im Rahmen des öffentlichen Verkehrs wird durch die Berner Oberland-Bahnen (BOB) sowie die Wengernalpbahn (WAB) und Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM) aufrechterhalten.

Und auch das Skigebiet Adelboden-Lenk muss seine Kommunikation erneut anpassen. Auf seiner Webseite lässt sich mittlerweile lesen, dass der Betrieb ab heute Abend bis auf Weiteres eingestellt wird.

Ammann bedauert uneinheitliche Regelung

Auch der Regierungsrat nimmt Stellung zu den Missverständnissen: «Christoph Ammann bedauert im Namen des Regierungsrats die uneinheitliche Regelung bezüglich der Öffnung der Schweizer Skigebiete von heute Samstag und die damit verbundenen Irritationen», schreibt die Kantonsregierung in einer Mitteilung. Die Umsetzungsvorgaben hätten sich gestern Freitag aus der kurzfristigen, teilweise auch parallelen Behördeninformation auf Bundes- und Kantonsstufe ergeben. «Der Regierungsrat hatte die Formulierung so interpretiert, dass die Skigebiete unter Einhaltung der BAG-Empfehlungen geöffnet bleiben dürfen.» Man bedanke sich ausserdem bei Leitung der Jungfraubahnen für die Koordination zwischen den Betreibern der Skigebiete innerhalb des Kantons.

Corona-Virus | 13. März 2020

Bundesrat schliesst Schulen

Gleich vier Bundesräte haben über die Entscheidungen und Massnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus informiert. Die Nachricht ist klar: Bis 4. April sollen Schulen geschlossen bleiben. Die Kantone müssen über die Schliessung der Kinderkrippen entscheiden.von Jocelyne Page

Gleich vier Bundesräte haben in der Medienkonferenz vom Freitag Einsitz genommen. Die Konferenz war einst um 14.00 Uhr, dann um 14.30 Uhr und schliesslich um 15.30 Uhr angesagt. Die Schweiz wartet gespannt auf die Neuigkeiten.

Gleich vier Bundesräte haben in der Medienkonferenz vom Freitag Einsitz genommen. Die Konferenz war einst um 14.00 Uhr, dann um 14.30 Uhr und schliesslich um 15.30 Uhr angesagt. Die Schweiz wartet gespannt auf die Neuigkeiten.Foto: Keystone, Alessandro Della Valle

Die Situation sei ernst, sagte die Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga über die aktuelle Lage des Corona-Virus in der Schweiz. Sie eröffnete die Medienkonferenz von heute Nachmittag. Die medizinischen und finanziellen Mittel seien aber vorhanden, um die Situation zu meistern. Die beschlossenen Massnahmen vom Bundesrat würden dem Schutz und der Gesundheit der Bevölkerung dienen. Sommaruga und auch ihr Bundesratskollege Alain Berset haben an die Solidarität der Schweizerinnen und Schweizer appelliert, denn die Massnahmen würden nur Wirkung zeigen, wenn sie von allen eingehalten werden. «Auch wenn sich eine Person nicht betroffen fühlt, sollte sie sich an die Massnahmen wie Social Distancing – soziale Distanzierung – halten. Sommaruga hat die Bevölkerung zudem aufgerufen, auf die Benützung des öffentlichen Verkehrs so gut wie möglich zu verzichten.

Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.Foto: Keystone, Anthony Anex

Bundesrat Alain Berset hat an der Medienkonferenz über den neuesten Stand im Kampf gegen das Corona-Virus informiert.

Bundesrat Alain Berset hat an der Medienkonferenz über den neuesten Stand im Kampf gegen das Corona-Virus informiert.Foto: Keystone, Peter Klaunzer

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Krippen in Verantwortung der Kantone

Eine weitere Massnahme: Alle Schweizer Schulen bleiben bis am 4. April geschlossen. Betroffen sind obligatorische Schulen, Hochschulen und weitere Ausbildungsstätten. Bereits angesetzte Prüfungen dürfen nur mit strengen Schutzmassnahmen durchgeführt werden. Wie Berset auf eine Frage eines Journalisten antwortet: Kinderkrippen bleiben in der Verantwortung der Kantone. Für eine Schliessung bis Ostern habe sich der Bundesrat nicht entschieden, weil die getroffene Massnahme schon genug einschneidend sei. Jederzeit könne aber die Dauer der Schulschliessungen verlängert oder auch gestoppt werden.

Nun auch Restaurants, Bars und Discos betroffen

Die neuen Massnahmen hat der Bundesrat verschärft, und sie gelten ab sofort. Wie Alain Berset mitgeteilt, tritt nun ein Verbot für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen bis am 30. April ein. Events, die weniger als 100 Personen beinhalten, können durchgeführt werden, dies aber nur, wenn bestimmte Schutzmassnahmen eingehalten werden.

Restaurants, Bars, Diskotheken dürfen neu nicht mehr als 50 Personen bewirtschaften, inklusive des Personals. Der Schutz der älteren und geschwächten Personen liegt heute stark im Zentrum. Um diese zu schützen, müsse man auch akzeptieren, dass sich die Geschwindigkeit in der Gesellschaft etwas reduzieren wird.

Karin Keller-Sutter, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD.

Karin Keller-Sutter, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD.Foto: Keystone, Anthony Anex

Strengere Grenzkontrollen

An den Grenzen, besonders auf Druck der Kantone Wallis und Tessin hin, würden neu strengere Grenzkontrollen eingeführt, informierte die Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Mit sofortiger Wirkung werden an den Grenzen wieder Schengen-Grenzkontrollen eingeführt. Schweizerinnen und Schweizer dürfen aus Italien einreisen, auch Personen mit Aufenthaltsbewilligung und aus beruflichen Gründen. Auch Durchreisetouristen sind erlaubt, ebenso der Warenverkehr. Diese müssen aber belegt werden. Die Massnahmen, so Keller-Sutter, seien für sechs Monate befristet, könnten bei einer Entspannung der Lage jederzeit wieder aufgehoben werden. Thema Asylsuchende: Diese seien von den Massnahmen ebenfalls betroffen. Sie können in Italien ihr Gesuch stellen, müssten deshalb dafür nicht in die Schweiz einreisen.

Guy Parmelin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung.

Guy Parmelin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung.Foto: Keystone, Anthony Anex

Bundesrat hilft Wirtschaft

Der Wirtschaftsminister Guy Parmelin informierte die anwesenden Medien über Kurzarbeitsentschädigung und der wirtschaftlichen Soforthilfe. Die Hilfen sollen «schnell und unbürokratisch» erfolgen. Die Wirtschaftshilfe umfasst ein Budget von bis zu zehn Milliarden Franken, die aus verschiedenen Kassen zur Verfügung stehen. Für die Kurzarbeitsentschädigung könnten bei der Arbeitslosenversicherung bis zu acht Milliarden Franken beansprucht werden.