Beatenberg in der Presse im Jahr 2015

BEATENBERG 22. DEZEMBER 2015 Jungfrauzeitung vom 22.12.2015

Daniel Grossniklaus tritt zurück

Der SVP-Gemeinderat demissioniert nach fünf Jahren im Amt aus persönlichen Gründen. Falls der Sundlauener Fritz Gimmel (SVP) das Mandat annimmt, ist er ab Anfang 2016 der Nachfolger von Grossniklaus.

2010 wurde Daniel Grossniklaus (SVP) in den Gemeinderat gewählt. Nun hat er seinen vorzeitigen Rücktritt als Gemeinderat per 31. Dezember 2015 aus persönlichen Gründen eingegeben. Der Gemeinderat bedauert seinen Rücktritt sehr, hat aber ein gewisses Verständnis dafür. Die Ratsmitglieder sowie das Gemeindepersonal danken für die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit in den letzten fünf Jahren. Aufgrund der Gemeindeurnenwahlen vom 30. November 2014 für die Amtsperiode 2015 bis 2018 gilt Fritz Gimmel (SVP) aus Sundlauenen als Ersatzkandidat. «Sofern Herr Gimmel das Amt als Gemeinderat für die restliche Amtsperiode annimmt, wird der Gemeinderat an der Sitzung vom 18. Januar 2016 die Nachfolge feststellen», teilt die Gemeinde mit. Ansonsten werde Werner Reichen aus Beatenberg angefragt, ob er als Ersatzkandidat der Liste das Amt annimmt.

Weitere Information
BEATENBERG 14. DEZEMBER 2015 Jungfrauzeitung vm 14.12.15

Mit Musik eingekreist

Eine grosse Auswahl und eine sourveräne Darbietung überzeugten die Besucher des Adventskonzertes des Gemischten Chores Beatenberg.

Sang in mehreren Sprachen: der Gemischte Chor Beatenberg.

Sang in mehreren Sprachen: der Gemischte Chor Beatenberg.Foto: Eingesandt

Mit einer besonderen Eröffnung überraschten die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chors Beatenberg die Besucher ihres Adventskonzertes: Sie stellten sich in einem grossen, offenen Kreis rund um die Zuhörerinnen und Zuhörer auf. Den Anfang machte Emil Heers «Hört der Engel helle Lieder». Die Strophen wechselten mit dem lateinischen «Deo dicamus gratias» von G.A. Homilius. Der grosse und hohe Kirchenraum unterstützte die gute Qualität der vier Stimmlagen merklich. Carl Steins «Lobe den Herrn meine Seele» schuf dank seiner bekannten Melodie und Worte ebenso Nähe zum Publikum sowie später das «O du Fröhliche» und das bekannte «Stille Nacht», bei dem alle Anwesenden kräftig mitsangen.

Verschiedene Epochen

Eine hohe Qualität hatte auch Joseph Haydns Stück aus dem «Dankliede zu Gott». Danach bereicherte Annette Balmer mit ihrem Flötensolo von G.Ph. Telemann und anschliessend ihrem Lied aus Händels «Messias» das Konzert. Die zwei Renaissancelieder («Der Morgenstern ist aufgedrungen» und «Es kommt ein Schiff, geladen») führten musikalisch ebenso in die mittelalterliche Klosterkirche zurück wie das lateinische «Adeste fideles» aus dem 16. Jahrhundert. Johann Friedrich Reichardts «Heilige Nacht» erzeugte in seiner leisen Intonation und einer gewissen Romantik der Melodie starke Ergriffenheit. Als letztes Lied war das bekannte «Lobt Gott ihr Christen allzugleich» von Nikolaus Hermann vorgesehen. Den grossen Applaus verdankte der Chor dann allerdings mit der Zugabe des russisch-orthodoxen «Cherubimhymnus» von Bortnjanskij. Hans Häsler dirigierte das variantenreiche Konzert, und Annette Balmer verfeinerte es mit ihren Soli. Das Publikum dankte es dem gesamten Chor mit Beifall.

BEATENBERG 12. DEZEMBER 2015  Jungfrauzeitung vom 12.12.2015

Das längste Dorf Europas bekommt ein Buch

Im Kongressaal fand die Vernissage der neuen Dorf-Chronik statt. Die Autoren präsentierten Interessierten das Resultat ihrer Recherchen, erzählten über ihre Arbeit und lasen amüsante Kostproben vor.
von Frederike Scholten

Das neue Beatenberg-Buch erzählt Geschichte und Geschichten vom Dorf.

Das neue Beatenberg-Buch erzählt Geschichte und Geschichten vom Dorf.Fotos: Frederike Scholten

Den ungefähr achtzig Besuchern der Vernissage wurde das dritte Buch in der Reihe von verschiedenen Dorfchroniken, die in den vergangenen hundert Jahren über Beatenberg erschienen sind, vorgestellt. Die sieben Autoren, die alle einen eigenen Spezialbereich behandelten, können stolz sein auf das faktenreiche, unterhaltsame Buch, das zudem reich bebildert ist.

Hirnmomente

Im Kongresssaal stellte am Donnerstagabend jeder Autor seine Arbeit vor, wobei Hans-Peter Grossniklaus den Löwenanteil geleistet hat. Er meint lachend: «Die Gefahr ist, dass einem alles interessant erscheint. Vor allem in der letzten Phase hatte ich so manche ‚Hirnmomente‘, ob ich nicht das und das vergessen hatte. Für ein nächstes Buch könnte man vorwarnen: ‚Könnte die Gesundheit schaden‘.» Verena Moser meint zum Ergebnis der Zusammenarbeit: «Es ist ein Gemeinschaftswerk, weswegen es vielseitiger, vielfältiger und deswegen hoffentlich auch unterhaltsamer werden konnte.»

Vielseitige Unterhaltung

Wenn man sich die Titel der Kapitel anschaut wird klar, dass dies zutrifft. So wird selbstverständlich die Geschichte des Dorfs mit ihren Strukturen, wie die Bäuerten, und ihren Höhen und Tiefen behandelt. Dabei springt der blühende Tourismus während der Belle Epoque-Zeit und auch noch nach dem zweiten Weltkrieg ins Auge, worauf aber ein Tief mit Laden- und Hotelschliessungen folgte, die bis heute anzudauern scheint. Trotzdem hatte und hat das längste Dorf Europas sehr unterschiedlichen Menschen vieles zu bieten. Dies spiegelt sich beispielsweise in der Anziehungskraft wider, die Beatenberg auf Künstler wie Klee und Balthus hatte. Auch verschiedene spirituelle Gruppen finden hier eine Heimat, wie Buddhisten und Anthroposophen und auch der kleinen, schönen Kirche wird in diesem Rahmen einen Abschnitt des Buchs gewidmet.

Prägende Natur

Aber auch für Naturgeniesser und Aktive gibt es einiges zu geniessen, denn die Natur und einmalige Aussicht prägen das Dorf. Es wird erzählt, wie das Dorf mit Strassen, die Bahnen und vieles mehr zugänglich gemacht wurde und mit welchen Problemen es in diesem Zusammenhang zu kämpfen hat. Das Buch liefert alles in allem ein Porträt von Beatenberg, das von Anekdoten und schönen Bildern ergänzt wird. Beim abschliessenden Apéro der Vernissage gab es denn auch die Möglichkeit darüber zu diskutieren, dass das Dorf heute möglicherweise auf dem ersten Blick einen verschlafenen Eindruck macht, sich aber hinter dieser Fassade Wissenswertes und schöne Geschichten verbergen.

Infos

Das Buch Beatenberg; Geschichte & Geschichten ist beim Weber Verlag erschienen und für 29 Franken beim Tourismusbüro und in der Buchhandlung erhältlich.

BEATENBERG 1. DEZEMBER 2015 aus Jungfrauzeitung v.3.12.2015

Keine Abstimmung über höhere Tarife

Der Gemeinderat zieht die Neufassungen Abfallreglement, Abwasserentsorgungsreglement und Wasserversorgungsreglement zurück.

Der Beatenberger Gemeinderat zeigt sich von der Kritik, die am neuen Abfallreglement, Abwasserentsorgungsreglement und Wasserversorgungsreglement geäussert wurde, offensichtlich beeindruckt. Wie er in einer Pressemitteilung schreibt, zieht er das Traktandum über die Neufassung zu diesen Reglementen, über das die Gemeinde an der Versammlug am kommenden Freitag hätte abstimmen sollen, zurück. Dies hat er an seiner letzten Sitzung am Montagabend beschlossen. Als Begründung erklärt der Gemeinderat, die Anregungen der Bevölkerung aus der vorgängigen Informationsveranstaltung vom 18. November müssten ernst genommen und geprüft werden, ohne im Einzelnen darauf einzugehen, um was für Bedenken es sich handelt. Die Neufassung hätte aber für einzelne Hausbesitzer eine Vervielfachung der Gebühren mit sich gebracht. Bis im nächsten Jahr hätten die Gebührenpflichtigen die Schlussrechnungen 2015 erhalten, und die aktuellen Zahlen zum Vergleich seien dann bekannt, schreibt der Gemeinderat. Eine neue Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Spezialfinanzierungsreglemente wird anfangs 2016 eingesetzt. Die Reglemente sollen im nächsten Jahr der Gemeindeversammlung mit Inkraftsetzung per 1. Januar 2017 nochmals vorgelegt werden.

BEATENBERG 27. NOVEMBER 2015 Jungfrauzeitung vom 27.11.2015

Jede Wohnung soll zahlen

Die Grundgebühren für Wasser und Abwasser sollen in Beatenberg künftig pro Wohnung erhoben werden. Die Gemeindeversammlung entscheidet in einer Woche über den Vorschlag. Der Gemeinderat will damit den Fokus wieder von den Verbraucher- zu den Grundgebühren legen.
von Markus Kestenholz

Die Gemeinden erbringen Dienstleistungen wie die Leitungsverlegung und -wartung auch für Anschlüsse, die selten in Betrieb sind (Symbolbild).

Die Gemeinden erbringen Dienstleistungen wie die Leitungsverlegung und -wartung auch für Anschlüsse, die selten in Betrieb sind (Symbolbild).Foto: Keystone, Steffen Schmidt

Am 18. November wurden die Beatenberger Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Gebühren für die Wasserversorgung sowie Abwasser- und Abfallentsorgung sollen angepasst werden. Die Neufassung der entsprechenden Reglemente und der dazugehörigen Gebührenordnungen sind als Punkt zwei der kommenden Gemeindeversammlung vom 4. Dezember traktandiert. Vereinfacht gesagt, geht es dabei darum, die Art und Weise, in der die Grundgebühren für Wasser, Abwasser und Abfall erhoben werden, abzuändern. Anstelle der Erhebung der Grundgebühren pro Liegenschaft, in der die gemeldete Zahl der Anschlüsse ausschlaggebend ist, soll die Grundgebühr künftig pro Wohnung erhoben werden. Der Gemeinderat will damit bewirken, dass ein grösserer Teil der Einnahmen über die Grundgebühr stattfindet, dies auch, um «der Gemeindestruktur Rechnung zu tragen, damit sich die Kleinverbraucher an der nötigen Infrastruktur besser beteiligen.» Auch muss der Fehlbetrag von rund 90’000 Franken in der Spezialfinanzierung behoben werden, der aufgrund höherer Kosten in der Abwasserentsorgung, auch durch den Anschluss der Abwasserentsorgung, bisher angefallen ist.

«Die Abgaben teilen sich grundsätzlich auf Grundgebühr und Verbrauchsgebühren auf», erklärt Gemeindepräsident Christian Grossniklaus auf Nachfrage. «Dabei wurde bisher auf die Belastungswerte abgestellt.» Die Belastungswerte entsprechen bei der Wasserentsorgung der Menge von Anschlüssen, die für Liegenschaften bekannt sei. «Bei einem Neubau ist diese Zahl ziemlich leicht festzustellen, um allerdings im Laufe der Zeit die Übersicht über die Anschlüsse zu halten, braucht es einen erheblichen Aufwand, und auch dann ist die Datenlage tendenziell immer noch ungenügend», führt Grossniklaus aus. Ausschlaggebend für die Umstellung auf Gebührenerhebung pro Wohnung, den der Gemeinderat machen will, sei die Tatsache, dass der bestehende Gebührenrahmen für die Spezialfinanzierung praktisch ausgeschöpft sei. «Für Fremdenverkehrsgemeinden wie Beatenberg, die einen hohen Anteil an Zweitwohnungen haben, besteht die Gefahr eines Ungleichgewichts. Die Änderung mag diejenigen, die mehrere Wohnungen besitzen und vermieten, treffen, allerdings ist die Gemeinde der Auffassung, dass der neue Stand der Dinge nicht weniger unfair würde als es bisher war.» Das kantonale Amt für Wasser und Abfall sowie die Preisüberwachung wurden im Verlauf des Verfahrens konsultiert und beanstandeten die geplanten Änderungen nicht.

BEATENBERG 23. NOVEMBER 2015 aus Jungfrauzeitung vom 24.11.2015

Lachen, bis der Boxer kommt

Samstagabend fand im Kongresssaal die Premiere vom Schwank «Dr Meischterboxer» statt. Die Komödie erzählt, wie Männer und Frauen einander das Leben schwer machen können.
von Frederike Scholten

Der angebliche Meisterboxer denkt, dass seine Frau ihm seine Geschichte noch glaubt.

Der angebliche Meisterboxer denkt, dass seine Frau ihm seine Geschichte noch glaubt.Fotos: Frederike Scholten

Der Turnverein Beatenberg spielte nach intensiven Proben den Schwank in drei Akten von Otto Schwartz und Carl Mathern. «Dr Meischterboxer» begeisterte das Publikum im bis zur letzten Stuhlreihe gefüllten Kongress-Saal. Das ist auch nicht verwunderlich, denn das Stück handelt einerseits vom aktuellen Thema des Gesundheitswahns und andererseits von uralten Verhaltensmustern von Männern und Frauen. Über beides durfte am Sonntag herzlich gelacht werden.

Riesenfreude trotz Zweitaufführung

Beni Gafner, unter dessen Leitung seit September die Proben stattfanden, erzählt, dass der Turnverein Beatenberg schon seit 1976 das Theater organisiert und deswegen schon bald ein Jubiläum feiern wird. Das zweite Stück, das damals aufgeführt wurde, war «Dr Meischterboxer». «Deswegen wissen alle schon, um was es geht», meint Gafner lachend in seiner Einführung am Sonntagabend. Aber auch, wenn sich der eine oder andere aus dem Publikum noch entsinnen kann, schlimm ist es nicht. Denn schon bald wird klar, warum der Schwank zum zweiten Mal aufgeführt wird: Der Saal hat eine Riesenfreude.

Ein Schwindel führt zu Verwirrung

Friedrich Breitenbach wird von seiner Frau Adelheid gezwungen, gesund zu leben, und soll sich dafür auf ein mehrheitlich vegetarisches Menu beschränken. Dieser Qual weicht er jedoch aus, indem er vorgibt, er sei der sehr erfolgreiche, gleichnamige Meisterboxer, über den man in den Zeitungen liest. Wenn er zu seinen angeblichen Wettkämpfen geht, holt er in Wirklichkeit seinen Fleisch- und Alkoholmangel mit seinem Freund Wipperling nach. In der Zwischenzeit hat Breitenbachs Sohn – der Dritte mit dem Namen Fritz – einige Probleme in seiner Beziehung mit der italienischen, sehr extrovertierten Tänzerin Coletta Corolani. Um das Chaos komplett zu machen, taucht der echte Boxer Friedrich Breitenbach für einen Kampf in der Stadt auf. Es kommt, wie es im Leben öfters geht, denn der ganze Schwindel droht aufzufliegen. Im heiteren Theaterstück vermischen sich die Geschichten der drei Fritzen, und es entstehen die merkwürdigsten Missverständnisse und zahlreiche komisch-heikle Situationen. Das Publikum brach ein ums andere Mal in grosses Gelächter aus und amüsierte sich köstlich über das Treiben auf der Bühne.

Weitere Termine

Am 27. und 28. November wird das Stück jeweils um 20.00 Uhr im Kongress-Saal Beatenberg erneut aufgeführt.

Die italienische Tänzerin mit ihrem tollen Akzent und grossen Emotionen sorgte beim Publikum für viel Gelächter.

Die italienische Tänzerin mit ihrem tollen Akzent und grossen Emotionen sorgte beim Publikum für viel Gelächter.

Der wahre Boxer konfrontiert seinen Doppelgänger.

Der wahre Boxer konfrontiert seinen Doppelgänger.
BEATENBERG 19. NOVEMBER 2015Jungfrauzeitung vom 19.11.2015

Skilift Hohwald schaut auf durchschnittliche Saison zurück

Mehr Schnee hätte dem Skilift Hohwald gut getan. Mit 55 Betriebstagen im vergangenen Winter und mehr als 74’000 Fahrten war die Saison trotzdem durchschnittlich. An der Generalversammlung zog der Verwaltungsrat ein Fazit für den vergangenen Winter und wagte einen Ausblick auf den nächsten.
von Anne Welkener

Peter Grossniklaus (Mitte) leitete die 49. Generalversammlung der Skilift Hohwald Beatenberg AG, zu der rund 40 Aktionäre gekommen waren.

Peter Grossniklaus (Mitte) leitete die 49. Generalversammlung der Skilift Hohwald Beatenberg AG, zu der rund 40 Aktionäre gekommen waren.Foto: Anne Welkener

Trotz der nicht immer einfachen Rahmenbedingungen schaue man auf ein recht anständiges Geschäftsjahr zurück, sagte Peter Grossniklaus, Präsident Verwaltungsrat, am Freitag auf der Generalversammlung der Skilift Hohwald Beatenberg AG. Aufgrund des späten Schneefalls konnte der Lift erst in der Altjahrswoche geöffnet werden und blieb dann vom 28. Dezember bis zum 2. Januar geöffnet. Nach einer Schliessung wegen Schneemangels bis zum 17. Januar konnte er aber durchgehend bis zum 8. März in Betrieb bleiben und bescherte trotzdem noch eine «durchschnittliche Saison», wie Grossniklaus mitteilte.

74’218 Gäste nutzen den Lift während dieser 55 Betriebstage, wobei der Februar mit Spitzenwerten auftrumpfte:

Die Monatsfrequenzen beim Skilift Hohwald

Dezember 2014 7’588 Fahrten
Januar 2015 13’948 Fahrten
Februar 2015 47’435 Fahrten
März 2015 5’247 Fahrten
Gesamt 74’218 Fahrten

Am Skilift wurden Einnahmen von insgesamt 179’065,20 Franken erzielt, was einem Durchschnitt von 2,41 Franken pro Fahrt entspricht. Mit Blick auf die Bilanz erklärte der Verwaltungsrat, man habe ein «solides finanzielles Polster von knapp 183’000 Franken».

Jubiläum im nächsten Jahr

Auch das anstehende 50-Jahr-Jubiläum wurde auf der Generalversammlung thematisiert. Man habe sich gewisse Gedanken gemacht, sagte Grossniklaus vage und erwähnte nur kurz einen erhöhten Marketingetat und die Planung für eine besondere Generalversammlung im kommenden Jahr. Da grosse Teile des Skilifts auch schon 50 Jahre hinter sich haben, stehen weitere Investitionen an. Geplant ist, die Masten gegen den Rost zu streichen, und das 20 Jahre alte Pistenfahrzeug wird ausgetauscht. Nach über 10’000 Betriebsstunden wird das Fahrzeug durch ein gebrauchtes der Jungfraubahnen ersetzt. «Wir mussten zuschlagen», sagte Grossniklaus, schliesslich sei dieses Fahrzeug für einen Drittel des Preises von anderen Angeboten zu bekommen gewesen. «Das ist eine super Lösung für eine Auswechslung.» Ein kleiner Erlös sei sogar noch mit dem Verkauf des alten Pistenfahrzeuges an Beatenberg Tourimus erzielt worden. Da das neue Fahrzeug ein «grösseres Ungetüm» als bisher sei, war zusätzlich die Anschaffung eines neuen Garagentors nötig, welches bestenfalls noch vor Weihnachten angebracht wird. Für die kommende Saison ist dann noch der Ausbau der WC-Anlagen und die Anschaffung eines neuen Herdes für das Restaurant geplant.

Nach aktueller Planung soll der Lift am 19. Dezember in Betrieb genommen werden und bis zum 13. März laufen.

BEATENBERG 16. NOVEMBER 2015 aus der Jungfrauzeitung vom 16.11.2015

2016 mit unverändertem Steuerfuss

Die Versammlung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde hiess das Budget gut.

An der Kirchgemeindeversammlung nach dem Gottesdienst vom letzten Sonntag haben 25 Stimmberechtigte teilgenommen. Der Finanzplan der Kirchgemeinde Beatenberg sieht für die kommenden fünf Jahre infolge der kantonalen Sparmassnahmen einen kontinuierlichen Abbau des Eigenkapitals vor. Für die Besoldung der Pfarrstelle sollen neu 25 Prozent von der Kirchgemeinde und nur noch 70 Prozent (bisher 80 Prozent) vom Kanton getragen werden. Die Dienste der Pfarrstelle müssen somit um fünf Prozent gekürzt werden. Das Budget sieht für 2016 bei Einnahmen von 233’800 Franken und Ausgaben von 240’600 Franken einen Aufwandüberschuss von 6800 Franken vor. Noch kann das Defizit bei unverändertem Steuerfuss von 0.2415 aus dem Eigenkapital gedeckt werden. Die Ausrichtung von Zuschüssen aus dem Finanzausgleich des Kantons ist ungewiss. Die Versammlung nahm den Finanzplan zur Kenntnis und genehmigte Budget und Steuerfuss einstimmig. Präsident Rudolf Schatzmann dankte für die konstruktive Zusammenarbeit im Kirchgemeinderat und für die unterstützende Haltung der Kirchgemeinde.

INTERLAKEN 8. NOVEMBER 2015, Jungfrauzeitung vom 9.11.2015

Bieris Einsamkeit der Berge

Der Beatenberger Hobbyfotograf Fritz Bieri zeigt im Zentrum Artos Bilder seiner wunderschönen Heimat. An der Vernissage am Freitagabend durften die Besucher schwärmen und in Erinnerungen schwelgen.
von Frederike Scholten

Hobbyfotograf Fritz Bieri vor einem Panoramabild seiner Bergheimat.

Hobbyfotograf Fritz Bieri vor einem Panoramabild seiner Bergheimat.Fotos: Frederike Scholten

Unter dem Titel «Faszinierendes aus der einsamen Bergwelt zwischen Oberland und Emmental» zeigt der Beatenberger Hobbyfotograf Fritz Bieri bis Ende Januar Bilder aus seiner Heimat. Er hat die Bergwelt durch die Jahreszeiten hindurch in ihren verschiedensten Facetten festgehalten und zeigt die Natur vom feinsten Eiskristall bis zum grössten Berg. Die Fotos bringen viele Besucher der Vernissage ins Staunen. Selbst langjährige Oberländer können auf Fritz Bieris Fotos die Schönheit der Region neu entdecken.

Schwierige Auswahl

Bieri, der jedes Jahr ungefähr 10’000 neue Bilder macht, zeigte den achtzig Besuchern in einer Tonbildschau, wo er sich zu Hause fühlt, und nahm sie mit auf eine Wanderung in die Einsamkeit der Berge. «Da ich seit 14 Jahren digital fotografiere, habe ich über 150’000 Bilder auf meiner Festplatte. Deswegen war es bei der Vorbereitung der Ausstellung am schwierigsten, eine passende Auswahl zu treffen», so der Fotograf. Nun hängen im Artos vierzig seiner Fotos und weitere 290 zeigt er in einer Bildschau während der Vernissage.

Begleitet durch Orgelklänge von Jürg Neuenschwander und Jodelmusik konnten die Betrachter so einen virtuellen Ausflug in die einsame Bergwelt machen. «Wirklich einfangen kann man die Stimmungen aber nicht», sagt Bieri. Man könne das dazugehörende Gefühl nur spüren, wenn man dort sei und beispielsweise den Sonnenuntergang und Mondaufgang selber erlebe. Die Anwesenden bekamen immerhin eine Ahnung davon. Ausserdem gab es das ein oder andere Wiedererkennungszeichen unter den Besuchern, die ihre heimische Natur und Tierwelt in Fritz Bieris Fotos bewunderten.

Fritz Bieri bei der Arbeit: Mit den Schneeschuhen und Kamera in der frischverschneiten, einsamen Landschaft auf der Suche nach dem perfekten Foto.

Fritz Bieri bei der Arbeit: Mit den Schneeschuhen und Kamera in der frischverschneiten, einsamen Landschaft auf der Suche nach dem perfekten Foto.
Erlebnisse teilen

In seinen Kommentaren zur Ausstellung erzählt der Hobbyfotograf, dass er die Einsamkeit gerne habe, wobei er nicht unbedingt immer alleine unterwegs sei. Auch mit Gleichgesinnten mache er die verschiedensten Wanderungen durch die Jahreszeiten hindurch. «Ich habe Freude daran, diese Erlebnisse mit meinen Bildern anderen Leuten zu zeigen. Es tut gut zu sehen, wie ältere Leute, die die Gegend kennen, aber nicht mehr selber dort unterwegs sein können, ihre Erinnerungen wiederbeleben und auf diese Weise noch mal dort sein können», erzählt Bieri.

Auch Lea Hafner, Leiterin Zentrum Artos, freut sich über die Ausstellung. «Es sind faszinierende Bilder, niemand kann unbeteiligt daran vorbeigehen, es wird auf diese Weise ein Stück Schönheit in unsere Räume gebracht», sagt sie zufrieden. Das Zentrum bietet Künstlern aus der Region seit Jahrzehnten die Möglichkeit, hier ihre Werke auszustellen. «Wir sind offen für alles, wobei das Schöne dabei ist, dass es auf diese Weise immer eine Abwechslung gibt.»

Die Ausstellung

Die Fotoausstellung findet vom 7. November 2015 bis 28. Januar 2016 im Zentrum Artos in Interlaken statt. Für die Öffnungszeiten informieren Sie sich bitte unter der Telefonnummer 033 828 88 44. Weitere Informationen zu den Fotos von Fritz Bieri finden Sie auf der Webseite www.beatenbergbilder.ch.

BEATENBERG 23. OKTOBER 2015 Jungfrauzeitung vom 23.10.2015

Defizit von 122’000 Franken budgetiert

Erstmals hat die Gemeinde nach dem harmonisierten Rechnungslegungsmodell 2 kalkuliert. Das Gesamtergebnis des Budgets 2016 schliesst mit einem beachtlichen Aufwandüberschuss ab.
Beatenberg hat die Kostenaufstellung fürs kommende Jahr gemacht.
 Auf den 1. Januar 2013 sind die Neuerungen des Gemeindegesetzes, der Gemeindeverordnung und der Direktionsverordnung über den Finanzhaushalt der Gemeinden im Zusammenhang mit dem harmonisierten Rechnungslegungsmodell 2 (HRM2) in Kraft getreten. Die Einwohnergemeinden müssen ab 1. Januar 2016 nach HRM2 ihre Rechnungen führen.

Das Gesamtergebnis (allgemeiner Haushalt plus Spezialfinanzierungen) des nächstjährigen Budgets schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 122‘000 Franken bei einer Steueranlage von 1.98 ab. Das Ergebnis im allgemeinen Haushalt (früher nach HRM1 Steuerhaushalt) schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 28‘450 Franken ab. Nach den neuen gesetzlichen Vorschriften betreffend HRM2 musste dieser Ertragsüberschuss über «Zusätzliche Abschreibungen Verwaltungsvermögen» abgeschrieben werden, sodass der allgemeine Haushalt ausgeglichen abschliesst.

Längerfristiger Bilanzüberschuss

Das bestehende, altrechtliche Verwaltungsvermögen nach HRM1 wird linear über die Dauer von 16 Jahren zum Abschreibungssatz von 6,25 Prozent abgeschrieben. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt im Budget 2016 nur 34 Prozent. Ein Selbstfinanzierungsgrad unter 100 Prozent führt zu einer Verschuldung der Gemeinde. Der Finanzplan 2016 bis 2020 zeigt zufriedenstellende Ergebnisse auf. Der prognostizierte Bilanzüberschuss (früher Eigenkapital) im allgemeinen Haushalt beträgt per Ende Planungsperiode 2020 rund 1,2 Millionen Franken.

Aufgrund der neuen, meist längeren Abschreibungsdauer der Anlagen nach HRM2 wird die Höhe der Abschreibungen künftig ansteigen. Ein weiterer Risikofaktor stellt eine künftige Erhöhung der langfristigen Zinsen dar. Zudem ist nach wie vor auf eine massvolle Investitionstätigkeit zu achten, da ansonsten die Verschuldung weiter ansteigt. Der Vorbericht zum Budget 2016 wird in der Botschaft zur Gemeindeversammlung vollständig übernommen. Zudem kann die detaillierte Kostenaufstellung auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg bezogen werden.

Gemeindeversammlung

Die Unterlagen zu den Traktanden 1 und 2 liegen 30 Tage vor der Versammlung vom Freitag, 4. Dezember, bei der Gemeindeverwaltung Beatenberg öffentlich auf. Vor Traktandenbeginn finden die Ehrungen statt. Die Botschaft zur Gemeindeversammlung mit detaillierten Informationen sowie die Unterlagen zu den Traktanden werden etwa drei Wochen vor der Versammlung aufwww.beatenberg.ch aufgeschaltet. Zudem wird die Botschaft an interessierte Personen am Schalter der Gemeindeverwaltung Beatenberg in Papierform abgegeben. Alle Stimmberechtigten und Gäste sind zur Teilnahme an der Versammlung eingeladen.

Reglemente neu formuliert

Der Gemeinderat hat die Neufassung der Spezialfinanzierungsreglemente (Abfallreglement, Wasserversorgungsreglement und Abwasserentsorgungsreglement) mit Inkraftsetzung per 1. Januar 2016 zuhanden der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember verabschiedet. Am Mittwoch, 18. November, findet um 20.00 Uhr im Kongress-Saal Beatenberg dazu eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

Arbeitsvergabe Vermessung Los 6

Im Juni 2014 wurde das Amt für Geoinformation (AGI), Bern, beauftragt, die entsprechenden Schritte für die Vermessung des Restgebietes und die Submission einzuleiten. Die Submission wurde durchgeführt und die eingegangen Offerten durch das AGI geprüft und bewertet. Es sind zwei Offerten eingegangen. Da bei einer Offerte die eingereichten Unterlagen unvollständig sind, musste diese vom Verfahren ausgeschlossen werden. Der Gemeinderat hat die Vergabe der Vermessung des Restgebietes an das Geometerbüro Wyss + Früh, Unterseen, im Betrag von 253’800 Franken vergeben. Die Kreditkompetenz stützt sich auf das Gesetz über die amtliche Vermessung (AVG). Die Vermessung des Restgebietes wird in den Gemeinden Habkern und Beatenberg zugleich vorgenommen. Es ist geplant, dass bis Ende 2018 das gesamte Gemeindegebiet von Beatenberg inklusive der Bergschaften und Burgerbäuerten amtlich vermessen sein wird.

Ablauf der Planungszone

Die Anfangs 2011 in Kraft gesetzte Planungszone im Gebiet Sundlauenen erlischt per 27. Januar 2016. Die planerischen Massnahmen konnten nicht umgesetzt werden, da die Hochwasserschutzprojekte Sundlauenen noch nicht alle gebaut sind und daher die Naturgefahrenkarte nicht angepasst werden konnte, was sich auf die Ortsplanung Sundlauenen auswirken wird. Sobald das Wasserbauprojekt und die überarbeitete Naturgefahrenkarte umgesetzt werden, muss die Gemeinde den Teilzonen- und Uferschutzplan Sundlauenen anpassen.

Ferner im Gemeinderat

Apérobeitrag

Am 5. März 2016 feiert der Tambourenverein Sigriswil-Beatenberg sein 50-Jahr-Jubiläum mit Neuuniformierung in Schwanden. Ebenfalls findet die 89. Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferverbandes statt. Aus diesem Grund gelangt der Verein an den Gemeinderat mit der Bitte um einen Beitrag an das geplante Apéro. Der Rat hat einen Apérobeitrag von 250 Franken zugesichert.

Gemeindeverband Altersheim

Der Gemeindeverband Altersheim Beatenberg und Habkern unterbreitet das Budget 2016 dem Gemeinderat. Das Budget schliesst ausgeglichen ab. Der Gemeinderat hat das Budget 2016 genehmigt und den Finanzplan 2016 bis 2025 zur Kenntnis genommen.

Arbeitsgruppe «Spazier- und Themenwege»

Der Gemeinderat hat sich als Legislaturziel gesetzt, neue Spazier- und Themenwege zu planen und zu realisieren. Deshalb wurde die Arbeitsgruppe «Spazier- und Themenwege» mit Vertretern der Gemeinde und Beatenberg Tourismus eingesetzt.

Einsätze zugunsten der Gemeinschaft

Wie bereits in den Vorjahren wird beim Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär des Kantons Bern ein Gesuch um Unterstützung durch den Zivilschutz für Einsätze der Gemeinschaft gestellt, zwecks Instandstellung und Wiederherstellung von Berg- und Wanderwegen. Es ist geplant anfangs Juni 2016 mit zwei Gruppen unterhalb des Dorfes, Richtung Ruchenbühl, und mit einer oberhalb, Richtung Niederhorn, zu arbeiten. Da im Jahr 2017 verschiedenste Einsätze der Zivilschutzorganisation Jungfrau beim Kanton beantragt wurden – etwa für Unspunnenfest, Unspunnenschwinget und Jungrau-Marathon – können keine Einsätze zugunsten der Gemeinden erfolgen.

Einsetzung Arbeitsgruppe «Verkehr und Signalisation»

Um die Verkehrssicherheit in Beatenberg zu überprüfen – wie zum Beispiel Kurven beim Seminar für biblische Theologie, Silberhorn und Schönegg, Schulwege und Fussgängerstreifen – hat der Gemeinderat auf Antrag der Sicherheitskommission die Arbeitsgruppe «Verkehr und Signalisation» eingesetzt.

Kostenverteilplan Sanierung Ruchenbühlstrasse

Nach Fertigstellung des Projekts «Sanierung Ruchenbühlstrasse» wurde die Kantonale Planungsgruppe (KPG) Bern beauftragt, den Kostenverteilplan zu erstellen. An der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2011 wurde das Projekt genehmigt und ein Grundeigentümerbeitrag von 50 Prozent beschlossen. Gemäss Zusammenstellung der KPG können Sanierungskosten von total 166’229,50 Franken für die Berechnung der Grundeigentümerbeiträge berücksichtigt werden. Demzufolge sollen 83’144,60 Franken bei den Grundeigentümern gemäss Kostenverteilplan eingefordert werden. Der Gemeinderat hat den Kostenverteilplan genehmigt und die entsprechenden Verfügungen an die Grundeigentümer erlassen.

Baugesuche

Der Gemeinderat hat folgende Baubewilligungen erteilt:

  • Ursula Grossniklaus, Beatenberg; Uf Bort, Parz.Nr. 2100, Geb.Nr. 558; Umnutzung zweier Erstwohnungen in Einliegerwohnungen
  • Stephan Portner, Beatenberg; Tannenwald, Parz.Nr. 2364, Geb. Nr. 617; Einbau zweier Fenster in Westfassade
  • Edgar und Marianne Cygan-Geissbühler, Beatenberg; Stützli, Parz.Nr. 1355, Geb.Nr. 399A; Umnutzung des bestehenden Ladenkokals in zusätzlichen Wohnraum zu bestehender Wohnung sowie Einbau Fenster und Balkontür
  • Alfred Gafner, Unterseen; Rossi, Parz.Nr. 724, Geb.Nr. 238; Projektänderung für unterirdischen Hauszugang und Autounterstand
  • Hans Gafner, Beatenberg; Rosszaun, Parz.Nr. 635, Geb.Nr. 611; Aufstellen Wärmepumpe
  • Burkhard und Gaynor Greber, Beatenberg; Beunden, Parz.Nr. 1550, Geb.Nr. 624; Erweiterung Wohnfläche durch Umbau Autounterstand in Küche, Neubau Eingangstür mit Vordach, Neubau Wintergarten, Ersatz der bestehenden Fenster und Anpassung der Wohnung im Innenraum
  • Peter Grossniklaus, Beatenberg; Stützli, Parz.Nr. 976, Geb.Nr. 416A; Erstellen zweier Parkplätze mit Terrainanpassungen
  • Daniel und Anita Grossniklaus, Beatenberg; Wydi, Parz.Nr. 402, Geb.Nrn. 378B, 383B und D; Neubau von zwei Garagen, Ersatz der bestehenden Überdachung durch Metall-/Glas-Konstruktion, Anpassung der Zufahrt, Rückbau Tankanlage und Teilabbruch Zwischengebäude auf ursprüngliche Fassade
  • Heinrich Grüninger, Arlesheim; Zihl, Parz.Nr. 1711, Geb.Nr. 291A; Vergrösserung zweier Fenster in der Süd- und Ostfassade
  • Urs und Katharina Zimmermann-von Allmen, Beatenberg; Mauren, Parz.Nr. 1150, Geb.Nr. 548; Neubau eines unterirdischen unbeheizten Geräteraums

Der Gemeinderat hat folgende Baugesuche mit positivem Amtsbericht an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet:

  • Liliane Bapst, Stüsslingen; Schluuche/Houetli, Parz.Nrn. 54 und 505, Geb.Nrn. 719 und 738; Neubau Fussweg, Einbau zweier Fenster in Südostfassade, Einbau Cheminée mit Kamin und Fenster in der Südostfassade sowie Abbruch zweier Stützpfeiler
  • Bergschaft Gemmenalp, Beatenberg; Kühmatte – Alp Oberberg, Parz.Nr. 247; Erneuerung der Deck- und Verschliessschicht mit Fräsgut, Teerbitumentränkung und Splitterabdeckung, neuer Wanderweg
  • Vorsimo GmbH, Spiez; Hälteli, Parz.Nr. 1349, Geb.Nr. 381D; Teilausbau des Erdgeschosses zu 3.5-Zimmer-Wohnung
BEATENBERG 29. SEPTEMBER 2015 aus der Jungfrauzeitung vom 29.9.2015

Bauernhaus brennt aus, Bewohner und Kühe gerettet

Am Montagabend gegen acht Uhr fing der Speicher eines Bauernhauses Feuer. Be- und Anwohner konnten die Tiere des brennenden Stalls in Sicherheit bringen. Die Feuerwehren Beatenberg und Bödeli waren mit 63 Personen und sechs Fahrzeugen im Einsatz.
von Nils Sager

Von aussen ist das Ausmass der Tragödie noch nicht zu erkennen. Das Haus ist innen jedoch fast vollständig ausgebrannt.

Von aussen ist das Ausmass der Tragödie noch nicht zu erkennen. Das Haus ist innen jedoch fast vollständig ausgebrannt.Fotos: Nils Sager

Es riecht nach verbranntem Holz. In der Küche flattern ein paar Familienfotos im kalten Wind. Ein angesenkter Stoffhase sitzt in der Ecke. Der Boden ist übersäht mit Asche, Dreck und Schutt, die Einrichtung grösstenteils unbrauchbar. Was noch zu retten war, steht nun draussen: Eine kleine Holzkommode, ein paar Spielsachen in einem Korb, Unterlagen und Klamotten konnten noch am Abend in ein Auto gebracht werden. Vom Stall ist nichts mehr übrig, der Dachstuhl ausgebrannt, der grösste Teil des Bauernhauses steht nur noch als leere Hülle. Drinnen sieht man angesenktes Plastik, verkohlte Holzbalken, geschmolzene Milchkannen.

Im Stall hat es sogar die Milchkannen zerschmolzen.

Im Stall hat es sogar die Milchkannen zerschmolzen.

Bis in die Küche schlugen die Flammen, brachten Fenster zum Bersten und zerstörten die Einrichtung.

Bis in die Küche schlugen die Flammen, brachten Fenster zum Bersten und zerstörten die Einrichtung.
Zwei Kälber gerettet

Am Montagabend gegen 19.45 Uhr entdeckte Bauer Brecht Grossniklaus den Brand in seinem Heuboden. «Als wir es gemerkt haben, hat es schon zum Speicher raus gebrannt», sagt er. In seinem Blick liegt etwas leeres: Das tiefe Unverständnis über die Geschehnisse der vergangenen Nacht. «Die Tiere konnten wir noch im letzten Moment retten. Die Krippe hat schon gebrannt», erzählt er. Seine sieben Kühe und zwei Kälber stehen nun leicht verängstigt, aber wohl auf, auf der Weide des Nachbarn. Sie werden nie wieder in den Stall des Bauernhauses im Riedboden in Beatenberg zurückkehren können. Traurig schauen sie nun zu, wie die Feuerwehr Beatenberg ihre Materialen der letzten Nacht zusammen räumt. Nachbarn und Freunde helfen Brecht Grossniklaus dabei, die wenigen übrig gebliebenen Habseligkeiten in Kisten zu sortieren. Er und seine Frau leben nun vorübergehend bei ihrem Sohn. Mittelfristig werden sie nach einem neuen Winterquartier suchen müssen.

Das Haus der Familie Grossniklaus ist unbewohnbar. Vorübergehend leben sie beim Sohn.

Das Haus der Familie Grossniklaus ist unbewohnbar. Vorübergehend leben sie beim Sohn.

Um die Brandherde zu bekämpfen und Glutnester auszuheben beförderte die Feuerwehr das Heu vom Speicher mit einem Krahn nach draussen.

Um die Brandherde zu bekämpfen und Glutnester auszuheben beförderte die Feuerwehr das Heu vom Speicher mit einem Krahn nach draussen.
Grosseinsatz der Feuerwehr

Noch sind diese Gedanken aber weit weg. «Den Käse habe ich in einem anderen Speicher untergebracht», sagt Grossniklaus in sein Telefon. Es geht um Geschäftliches. «Mein Haus ist abgebrannt», erklärt er dem Gesprächspartner. Um ihn herum rollt die Feuerwehr ihre Schläuche auf. Etwa zehn Minuten nachdem Familie Grossniklaus das Feuer entdeckte, war die Feuerwehr Beatenberg mit ihrem Tanklösch- und Atemschutzfahrzeug vor Ort. 38 Personen waren insgesamt im Einsatz, dazu nochmal einmal 25 Feuerwehrleute von der Feuerwehr Bödeli, die als Stützpunktfeuerwehr anrückte und zwei Tanklöschfahrzeuge, eine Autodrehleiter und ein Atemschutzfahrzeug aufbot. Einsatzleiter Bernhard Bühlmann von der Feuerwehr Beatenberg erklärte am Dienstagmorgen vor Ort, dass das Feuer gegen Mitternacht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Bis um drei Uhr in der Nacht räumten seine Männer anschliessend das Heu aus dem Speicher, um weitere Glutnäster zu minimieren.

Ermittlungen zur Brandursache laufen

Warum es zu dem Ausbruch des Feuers kam, ist bisher ungeklärt. Die Kantonspolizei Bern hat Ermittlungen zur Brandursache sowie zur Höhe des Sachschadens aufgenommen. Klar ist nur, dass Brecht Grossniklaus und seine Frau fortan nicht mehr in ihrem Haus wohnen können. Auch ihre Rinder müssen weiter beim befreundeten Bauern unterkommen. Die Nachbarschaft hilft, wo sie kann. «Die Hauptsache ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist», sagt Grossniklaus. Dann schweift sein Blick wieder ab. Der Schock wird ihm und seinen Kühen noch einige Tage in den Knochen stecken.

Auch die Kühe blicken traurig auf ihr zerstörtes Zuhause.

Auch die Kühe blicken traurig auf ihr zerstörtes Zuhause.

Die Feuerwehr Beatenberg rückte mit 38 Personen an, Stützpunktfeuerwehr Bödeli brachte zusätzlich 25 Männer zur Unterstützung.

Die Feuerwehr Beatenberg rückte mit 38 Personen an, Stützpunktfeuerwehr Bödeli brachte zusätzlich 25 Männer zur Unterstützung.

Bis drei Uhr in der Nacht waren die Feuerwehrleute im Einsatz. Am Dienstagmorgen räumten sie die Schläuchte auf, die während der Brandwache bereit lagen.

Bis drei Uhr in der Nacht waren die Feuerwehrleute im Einsatz. Am Dienstagmorgen räumten sie die Schläuchte auf, die während der Brandwache bereit lagen.

Holzhaus oberhalb Beatenberg brannte aus : Bericht aus der BZ vom 28.9.2015

BeatenbergOberhalb Beatenberg brannte am Montagabend ein Holzhaus. Im Einsatz standen die Feuerwehren Bödeli und Beatenberg.

Grosseinsatz für die Feuerwehren Bödeli und Beatenberg am Montagabend kurz vor 20 Uhr: In der Schmocken vis-à-vis des Gasthauses Riedboden brannte der Dachstock eines Holzhauses.

Auch die Autodrehleiter kam zum Einsatz; der Vorstoss zum Brandplatz über die enge Strasse erforderte von den Fahrern Präzisionsarbeit. Bei Redaktionsschluss war der Löscheinsatz noch im Gang.

Die Meldung zum Brand eines Bauernhauses im Riedboden in Beatenberg ging bei der Kantonspolizei Bern am Montag kurz nach 19.45 Uhr ein. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte standen der Ökonomieteil sowie Teile des Daches in Vollbrand, teilt die Kantonspolizei am Dienstagmorgen mit.

Den Feuerwehren Beatenberg und Bödeli sei es gelungen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und eine Ausbreitung der Flammen auf das gesamte Gebäude zu verhindern, heisst es weiter. Dennoch sei der Ökonomieteil und Teile des Wohnhauses zerstört worden. Die Lösch- und Sicherungsarbeiten der Feuerwehren dauerten wegen möglichen Glutnestern bis gegen 3 Uhr an.

Menschen wurden nicht verletzt und auch sämtliche Tiere konnten ins Freie gebracht werden. Zwei Personen wurden durch ein Ambulanzteam vor Ort untersucht, benötigten jedoch keine medizinische Behandlung.

Die Kantonspolizei Bern habe Ermittlungen zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens aufgenommen. Das Gebäude sei vorerst nicht mehr bewohnbar.

BEATENBERG 16. SEPTEMBER 2015 aus Jungfrauzeitung vom 16.9.2015

So nah und doch so weit

Das Ziel der Seniorenwandergruppe war an einem wunderschönen Herbsttag das Niederhorn ob Beatenberg.

Für ihren Abstieg vom Niederhorn wählte die Senorenwandergruppe Brienz-Oberhasli den perfekten Tag

Für ihren Abstieg vom Niederhorn wählte die Senorenwandergruppe Brienz-Oberhasli den perfekten Tag

42 Seniorenwanderer finden sich zusammen, um die Umgebung des Niederhornes zu erkunden. In Interlaken ist die Gruppe komplett und das Postauto führt sie über die vielen Kurven zur Station der Niederhornbahn. An der grossen Übersichtstafel erklärt Greti Fischer die zwei möglichen Wanderungen. Die eine Gruppe wandert vom Niederhorn zur Oberburgfeldmatte unter dem Gemmenalphorn durch zur Chüematte, dann über die Waldeggalmi nach Waldegg. Die andere Gruppe fährt mit der Bahn zur Zwischenstation Vorsass zurück und wandert von dort durch den Howald nach Boden, traversiert den Hang durch den Spirenwald, um über Bödeli auch zur Waldegg zu gelangen.

Weitblick geniessen

Die doch etwas besondere Gondelbahn führt die Gruppe als erstes zum Bergrestaurant Niederhorn. Nach der Stärkung nehmen die Seniorenwanderer die Wanderung zu ihrem Ziel Waldegg unter die Füsse. Als erstes steigen sie alle gemeinsam zum Grat oder Gipfel des Niederhornes auf wo sie die Aussicht aufs Thunerseebecken geniessen. Trotz des leichten Dunstes erkennen sie in der Ferne unter anderem den Belpberg und Münsingen. Vor liegt liegt auch das ganze Alpenpanorama des Berner Oberlandes. Im Osten erkennt man das Brienzer Rothorn, das Axalp- und das Schwarzhorn. Das Justistal erscheint in einem Dunkelgrün und lädt auch zu wandern ein.

Zeugen der Eiszeit

Dann trennen sich die Wege der beiden Gruppen und die Gruppe mit der leichteren Wanderung steigt zur Bahn ab, derweil die anderen den Weg, der den Hang des Gemmenalphornes traversiert unter die Füsse nehmen. Zwischendurch steigt der Weg zur Kante an und gibt den Blick ins Justistal frei. Es geht meist etwas bergauf und dann wieder bergab, vielfach über Steinplatten. Zwischendurch sind die Überreste der Eiszeit erkennbar, wenn viele granitene Steinzeugen dieser Zeit am Weg liegen. Dieser führt über diese Zeitzeugen hinweg zu den kalkhaltigen Steinplatten. Zwischendurch wird die Wandergruppe von jungen Wanderern überholt, die ein enormes Tempo vorlegen. Die Senioren sind aber mit ihrem Tempo zufrieden und können uns auch an den Pflanzen erfreuen, wie der Mehl- oder Preiselbeere. Die Alpweiden sind abgeweidet und die Tiere wurden bereits ins Tal gebracht. An der warmen Sonne verbringt die Gruppe die Mittagszeit und stärkt sich für den langen Abstieg. Zuerst der Fahrstrasse entlang, dann über Alpweiden und durch Moore, die aber ausgetrocknet sind. Der Weg führt zum Schluss dem Skilift entlang fast bis Waldegg.

Schwieriges Nebeneinander

Die andere Gruppe macht auf ihrer Wanderung Bekanntschaft mit den Trottifahrern. Das Zusammengehen mit dieser Fortbewegungsmöglichkeit scheint nicht ideal zu sein, auf jeden Fall nicht für Senioren. Mit einem leichten auf und ab über Matten und durch Wälder erreichen auch sie die Waldegg, wo alle auf das Postauto warten. Ein kleiner Wermutstropfen an diesem wunderbaren Ausflug ist die Tatsache, dass das Postauto keinen Anschluss an den Zug nach Interlaken Ost hat. Also verbringt sie Gruppe diese halbe Stunde Wartezeit auf dem Bahnhof Interlaken und tauscht Erinnerungen aus. Dieser Ausflug eigentlich in der näheren Umgebung erweist sich dadurch als einer der längsten dieser Wandersaison.

Wanderroute
Route 1: Niederhorn-Oberburgfeld-Chüematte-Waldegg

Wanderzeit: 3 Stunden

Anforderungen: mittel

Kurze Aufstiege und 650 m Abstieg auf eine lange Distanz

Route 2: Vorsass-Bodenalp-Füürhüttli-Waldegg

Wanderzeit: 2 Stunden

Abstieg 380 Meter

BEATENBERG 5. SEPTEMBER 2015 entnommen aus Jungfrauzeitung vom 6.9.2015

Seitenweise Unterhaltung

Seit zwanzig Jahren versorgt die Bibliothek und Mediothek in Waldegg die Bevölkerung und die Touristen mit Büchern und Medien aller Art.
von Frederike Scholten
Schon die kleinsten Leseratten beteiligten sich am Bibliotheksjubiläum.Fotos: Frederike Scholten

Die Bilbiothek in Waldegg hat allen Grund zum Feiern: Seit zwanzig Jahren steht sie den Beatenbergern und den Touristen zur Verfügung. In der Bibliothek und der Mediothek kann man sich nach Lust und Laune mit Büchern und sogenannten Nonbooks eindecken, in fremde Welten eintauchen, nachschlagen und schmökern. Die Bibliothek als Bereicherung fürs Dorf, oder wie der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt einst meinte: «Bibliotheken sind die geistigen Tankstellen der Nation.»

Aus fünf mach eins

Ursprünglich gab es in Beatenberg fünf Bibliotheken: In jedem Schulhaus eine Schulbibliothek, eine kleine Gemeindebibliothek und eine im Alpen-Internat. Für Verena Moser, Lehrerin und Präsidentin von Beatenberg Tourismus, ist die Bibliothek «ein Sinnbild für den Dorfzusammenhalt». Moser erinnert sich nur ungern an die Strapazen, die Bevölkerung und die Behörden von der Idee der Zusammenlegung der fünf Bibliotheken zu überzeugen. Zu oft hörte sie: «Viel zu teuer, wir hatten auch keine Bibliothek und sind trotzdem etwas geworden.» Oder: «Wer Bücher lesen will, soll sie selber kaufen.» 1995 dann der Durchbruch: Mithilfe verschiedener Stifter wurde die Gemeindebibliothek in Waldegg eröffnet. Heute zählt sie rund 6500 Medien.

Rund 6500 Medien stehen in der Bibliothek in Waldegg zur Auswahl.

Rund 6500 Medien stehen in der Bibliothek in Waldegg zur Auswahl.
Bücher für alle

Das Angebot wird heute von der Leiterin Susi Flükiger und Mitarbeiterin Christine Rubin auf aktuellem Stand gehalten und erfreut nicht nur junge und erwachsener Einheimische, sondern auch Touristen. Rubin erzählt: «Unsere Feriengäste können sich mit der Gästekarte gratis anmelden. Viele unter ihnen gehören mittlerweile zu unseren Stammgästen.» Auch Kinder werden gratis eingetragen. Eine Familienmitgliedschaft kostet 50 Franken und eine Einzelmitgliedschaft 30 Franken im Jahr. Ausserdem heisst Beatenberg in der Bibliothek in Waldegg immer wieder hochkarätige Literaten und Poeten zu Lesungen und Vorträgen willkommen, wie kürzlich Wilhelm Schmid oder Pedro Lenz.

Öffnungszeiten Bibliothek Mediothek Beatenberg

Montag: 18.00 bis 20.00 Uhr

Mittwoch: 16.00 bis 18.00 Uhr

Samstag: 10.00 bis 12.00 Uhr

Beim Waldeggparkplatz

Telefon: 033 841 12 60

BEATENBERG 1. SEPTEMBER 2015 Jungfrauzeitung vom 2.9.2015

«Üsä Diräkter» ist frisch pensioniert

Bewohnende, Vereinsmitglieder, Vorstand und Mitarbeitende der Lebensgemeinschaft «im Aufwind» und Freunde verabschiedeten Betriebsleiter Abraham Josi in seine Pension.

Abraham und Christine Josi haben gemeinsam die Lebensgemeinschaft «im Aufwind» aufgebaut und gehen nun in Rente.

Abraham und Christine Josi haben gemeinsam die Lebensgemeinschaft «im Aufwind» aufgebaut und gehen nun in Rente.Fotos: Eingesandt

Es war ein Tag wie im Bilderbuch. Perfekt für einen Ausflug auf das Schilthorn. Gemeinsam mit den Bewohnenden und Mitarbeitenden der Lebensgemeinschaft «im Aufwind» und seiner Frau Christine genoss Abraham Josi am 12. August die atemberaubende Aussicht auf dem Piz Gloria. Am Abend wurde Christine und Abraham gebührend gefeiert. Bereits die Anreise mit dem gesponserten Cabriolet durch Beatenberg war für die beiden sehr speziell. Bei der Ankunft im Restaurant Riedboden standen alle geladenen Gäste Spalier.

Betriebsleiter Abraham Josi feierte im Restaurant Riedboden seinen Abschied als Betriebsleiter mit Bewohnenden, Vereinsmitgliedern, Vorstand und Mitarbeitenden.
Mehr Zeit fürs Alphorn

Der Abend war von verschiedenen Höhepunkten geprägt. Unter anderem hörten die Anwesenden von den Alphornbläsern Jungfrau – begleitet von Abraham Josi – verschiedene Stücke. Für sein neues Hobby, das Alphornblasen, wird er in Zukunft mehr Zeit haben. Es wurde gesungen, und es wurden Ansprachen gehalten, Abraham Josi versetzte mit seiner Lebensgeschichte rund um den «Aufwind» alle Gäste zurück in die Zeit des Aufbaus. In Zukunft übernimmt er das Amt des Vereinspräsidenten, die Betriebsleitung übernimmt Daniel Isenschmid.

Abraham Josi blickt auf eine spannende Zeit im «Aufwind».
Nachfolger bestimmt

Seit acht Jahren arbeitet Daniel Isenschmid im «Aufwind». Er schloss im 2014 die Weiterbildung als Institutionsleiter ab. Bei den Mitarbeitenden gibt es keinen Wechsel; Marc Josi (Stellvertreter), Joel Josi, Maria Kistner, Lotti Maul, Doris Josi, Regula Wyss bleiben dem «Aufwind» treu. Die Übergabe der Betriebsleitung konnte somit optimal geplant werden. Die neue Betriebsleitung dankt Abraham und Christine Josi für den wertvollen Aufbau und die Betriebsleitung des «Aufwind» und wünscht ihnen für den weiteren Lebensabschnitt alles Gute, Freude und Gesundheit.

Blumen zum Abschied.
Lebensgemeinschaft «im Aufwind»

2006 gründete Abraham Josi gemeinsam mit Jolanda und Oskar Bachmann den Verein Josua im Beatenberg, zwecks des Aufbaus der Lebensgemeinschaft «im Aufwind». Im kleinen familiären Rahmen startet Abraham Josi mit der Lebensgemeinschaft und bekam eine Betriebsbewilligung bei der Gesundheits- und Fürsorge Direktion des Kantons Bern. Der «Aufwind» bietet Platz für Menschen ab 18 Jahren, die vorübergehend oder längerfristig, infolge psychischer Behinderung Unterstützung und Begleitung im Wohn-/Arbeitsbereich und in der Alltagsbewältigung benötigen. Hauptzielgruppe sind Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die sich und andere nicht bedrohlich gefährden und wöchentlich mindestens zwanzig Stunden konzentriert leichte Arbeiten bewältigen können. Ungeachtet ihrer Herkunft, Stellung und Ausbildung erfahren die Menschen, dass sie wertvoll sind und gemäss ihren Fähigkeiten einander achten und ermutigen. «Im Aufwind» versteht sich als Chance für erwachsene Menschen, den Übergang in die Gesellschaft und die Arbeitswelt anzugehen. Heute ist es eine kleine Institution mit sieben Wohnplätzen, drei externen Plätzen und sieben Mitarbeitenden. Die geschützten Arbeitsbereiche sind vielfältig und abwechslungsreich; Lingerie, Kreativ, Hauswirtschaft und Werkstatt.

BEATENBERG 20. JULI 2015
aus der Junfrauzeitung vom 20. Juli 2015

«Ich habe noch nie so viel Stille gehört»

Im Rahmen der Musiktage trat am Sonntag eine Gruppe von niederländischen Musikern in der Kirche auf. Die jungen Leute verbringen ihre Ferien im Dorf, geniessen die Bergwelt, musizieren gemeinsam und machen damit den Einheimischen eine Freude.

Niederländische Jugend spielte im Rahmen der Beatenberger Musiktage auf.

Niederländische Jugend spielte im Rahmen der Beatenberger Musiktage auf.Fotos: Frederike Scholten
 26 Musiker aus den Niederlanden, die einander hauptsächlich aus dem Studentenorchester der Freien Universität in Amsterdam kennen, verbrachten ihre Ferien auf dem Beatenberg. Sie musizierten während dieser Zeit Tag und Nacht, je nach Lust und Laune im ganzen Dorf oder auch auf dem Niederhorn.

Die Musikerinnen und Musiker, hauptsächlich aus dem Studentenorchester der Freien Universität Amsterdam, traten in verschiedenen Zusammensetzungen auf.

Die Musikerinnen und Musiker, hauptsächlich aus dem Studentenorchester der Freien Universität Amsterdam, traten in verschiedenen Zusammensetzungen auf.
Inspirationsquelle

Beim Auftritt in der Kirche konnten die Zuhörer Stücke von Komponisten wie Brahms und Schubert, aber auch einige Eigenkompositionen geniessen. Je weiter der Nachmittag fortschritt, desto begeisterter zeigte sich das Publikum. So wurden aus den geplanten anderthalb, schliesslich zwei Stunden Konzert. «Die Zeit verfliegt, wenn einem etwas gefällt», so Mitorganisator Michael Malzkorn nach der Aufführung. Dass dies zutraf, war am grossen Applaus auszumachen. Zum Abschluss des Konzerts gab es für Besucher wie Musiker im Pavillon Verpflegung und Zeit, um gemeinsam zu reden.

Nicht nur Instrumentalmusik, sondern auch Gesang gehörte zu den Auftritten.

Nicht nur Instrumentalmusik, sondern auch Gesang gehörte zu den Auftritten.
Den Niederländern gefiel es so sehr in den Bergen, dass der Ort zur kompositorischen Inspirationsquelle wurde. Lou Kranen aus Amsterdam spielt Gitarre und komponiert eigene Lieder: «Ich hatte den Anfang zu Hause gemacht, wusste aber nicht, wie es mit dem Stück weitergehen sollte. Dann sass ich vor dem Haus mit den Bergen um mich herum, in der unglaublichen Stille. Und ich habe noch nie so viele Sterne gesehen. Irgendwie ermöglichte die Kraft und Ehrlichkeit dieser Natur die Komplementierung des Stücks.» Über diese erholsame Wirkung der Schönheit und Ruhe herrschte unter den Musikern Einigkeit. Sie waren über die positive Resonanz im Dorf erfreut und blickten auf gelungene Ferien zurück.

Als Zugabe wurde «Eine kleine Nachtmusik» gespielt.

Als Zugabe wurde «Eine kleine Nachtmusik» gespielt.
Der niederländische Mitorganisator Kasper Stern erzählte, dass er vor vier Jahren die Idee gehabt hatte, Ferien mit einer Gruppe von Musikern zu machen. Durch die Bekanntschaft mit Jonathan Büttner und Judith Eisenhardt, die beide auf dem Beatenberg leben und ebenfalls mitspielten, führte die diesjährige Reise hierhin. Michael Malzkorn, selber Musiker und Gründer des Kulturzentrums Beatenberg, unterstützte das Projekt und sorgte sich um Sponsoren, wobei das Tourist-Center einen wichtigen Beitrag lieferte. «Es ist schön, dass im Dorf musiziert wird und dass es viele positive Reaktionen gibt. Klassische Musik ist nicht nur für Spiesser, sie kann für alle interessant sein», meint er zu den Musiktagen, aber auch zur Philosophie des Kulturzentrums.

Michael Malzkorn bedankt sich zum Abschluss bei allen Beteiligten.

Michael Malzkorn bedankt sich zum Abschluss bei allen Beteiligten.
BEATENBERG 17. JUNI 2015 Jungfrauzeitung

Frauenpower in Carouge

Der Tambourenverein Sigriswil-Beatenberg setzte am westschweizerischen Tambouren- und Pfeiferfest Akzente. Priska Schmocker gewann in ihrer Kategorie vor Therese Dauwalder.
Am vergangenen Wochenende fand in Carouge die 20. Ausgabe des westschweizerischen Tambouren-Pfeiferfest statt. Das Berner Oberland wurde durch den Tambourenverein Sigriswil-Beatenberg vertreten. In der Sektion S3 ertrommelten sich die neun Tambourinnen und Tambouren unter der Leitung von Heinz Feuz den sechsten Schlussrang. Im Einzelwettkampf dominierten die Frauen. In der Kategorie T3 gewann Priska Schmocker vor Therese Dauwalder (beide mit Kranz) und Michael Iseli, Fünfter wurde Joel Reuteler. In der Kategorie T2J wurde Alain Solca Zehnter, in der Kategorie TV1 erreichte Fritz Santschi den 23. Rang, direkt vor Roger Schmocker. Heinz Feuz schaffte es auf Rang 26.
Pressedienst
BEATENBERG 17. JUNI 2015 Jungfrauzeitung

Viele Spiele für jedes Alter

Auf dem Beatenberger Familienfest konnten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Klettern, Zaunweben oder in der Festwirtschaft vergnügen. Gutes Wetter und fetziger Mundartrock rundeten die Veranstaltung ab.

Wie eine kleine Zeltstadt bettete sich das Festgelände des Beatenberger Familienfests in die grüne Matte hinter dem Tourismusbüro ein. Schon von weitem sah man den Kran vom Harassenklettern über den Dächern von Beatenberg, und zahlreiche bunte Schilder und Ballone wiesen den Besuchern den Weg zum Fest. Mit dem Glockenschlag um 11.00 Uhr öffnete das Familienspielfest am Samstag vor einer Woche seine Tore. Einheimische wie angereiste Festbesucher fanden sich auf dem Spielplatz und der Bodenwiese ein. Voller Tatendrang versuchten sich grosse und kleine Gäste beim Harassenklettern und bei den angebotenen Spielen wie dem Cricketparcours, einem Geschicklichkeitslauf und Sackhüpfen. Beim heissen Draht war eine ruhige Hand gefragt, während man beim Zaunweben seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Schliesslich konnten sich die Besucher noch beim Tennisturnier messen, wo sie nebst sportlichem Ehrgeiz auch eine Menge Spass hatten.

Lokale Band Jargon macht Stimmung

Das sommerliche Wetter mit warmen Temperaturen veranlasste die Gäste und Helfer, sich gerne in der Festwirtschaft abkühlen und verpflegen zu lassen. Wer sich eine Verschnaufpause gönnen wollte, besuchte den Handwerker-Märit, wo viele schöne und originelle Gegenstände angeboten wurden, oder die Fotoecke, bei der man mit allerlei witzigen Accessoires lustige Fotos von sich schiessen lassen konnte. Die Kinder vergnügten sich derweil bei der betreuten Hüpfburg, dem Basteltisch oder beim Kinderschminken. Umrahmt wurde das spielerische Programm durch die unaufdringliche aber dadurch nicht weniger stimmungsvolle Musik der lokalen Band Jargon, die die Besucher mit ihren Rhythmen durch den Nachmittag trug und alle mit bekannten Evergreens und fetzigem Mundartrock begeisterte.

Beatenberg, 11. Juni 2015 ( Berner Oberländer)

Zwei Urnen pro 100 Quadratmeter

In Beatenberg darf nun auch im Wald Asche von Verstorbenen verstreut werden.

Der Geschäftsführer der Oase der Ewigkeit kann sich mit den festgelegten Bedingungen für die Waldbestattungen arrangieren. Der Widerstand aus der Bevölkerung sei abgeebbt, und die Hoteliers freuten sich über die Zusatzeinnahmen.

Er sei natürlich erleichtert, dass die Bewilligung endlich erteilt worden sei, auch wenn er sie gerne früher gehabt hätte, erklärt Dietmar Kapelle auf Anfrage.

Gerade erst ist er aus der Schweiz nach Grevenbroich im Westen Deutschlands zurückgekehrt, wo der Hauptfirmensitz der Oase der Ewigkeit ist. In Beatenberg, wo die ehemalige Gemeindepräsidentin Verena Moser als Geschäftsführerin des örtlichen Ablegers des Unternehmens fungiert, fand am Wochenende bereits die erste Waldbestattung «unterm Familienbaum» statt. Eine Familie aus Deutschland war angereist, um ihrem Angehörigen die letzte Ehre zu erweisen. Die meisten Kunden Kapelles seien Deutsche. Es gebe aber auch Schweizer, die sich für eine Naturbestattung in Beatenberg entschieden, wie der Geschäftsführer berichtet.

«Das reicht für 20 Jahre»

In der Hauptsache werde die Asche auf der Wiese oder in den Wind verstreut. Deshalb hält Dietmar Kapelle auch die Beschränkungen, die das Kantonale Amt für Wald nun für die Waldbestattungen festgelegt hat, nicht für so dramatisch.
«Das entspricht 30 Bäumen pro Jahr», rechnet er die Vorgaben des Kantons auf sein 15000 Quadratmeter grosses Waldstück hoch. «Das reicht bestimmt für die nächsten 20 Jahre», meint er. Deshalb sei eine Erweiterung der Parzelle zurzeit nicht vorgesehen. Schweizweit ist die Oase der Ewigkeit im Besitz von acht Parzellen, in Deutschland betreibt sie zudem zwei «Begräbniswälder». In der Walliser Gemeinde Turtmann könnte ein weiterer Standort hinzukommen. «Der Gemeinderat ist sehr interessiert, aber im Moment suchen wir noch ein passendes Grundstück mit entsprechendem Ausblick.»

Auch in Beatenberg, wo der Widerstand gegen die Naturbestattungen zunächst gross war, hätten sich die Wogen mittlerweile geglättet, wie Dietmar Kapelle berichtet, der selbst alle drei Wochen vor Ort ist. «Es fühlt sich keiner mehr gestört. Im Gegenteil, vor allem einige Hoteliers freuen sich über die Zusatzeinnahmen durch die Angehörigen, die ein paar Tage bleiben, gerade in der Zwischensaison, wenn sonst nicht viel läuft.»

Ursprünglich hatte Kapelle mit 120 Bestattungen im Jahr in Beatenberg gerechnet. Und diese Zahl strebt er nun nach der Zwangspause mit den Waldbestattungen auch wieder an. Probleme seien dadurch nicht zu erwarten. «Das ist ein sanfter Tourismus», meint Kapelle.

«Oase der Ewigkeit»: Als Dietmar Kapelle den Standort Beatenberg für seine Naturbestattungen auswählte, ahnte er sicher nicht, wie treffend dieser Firmenname sein würde. Auch das Gesuch um eine Betriebsbewilligung entwickelte sich nämlich zu einem Verfahren, das seit einer gefühlten Ewigkeit lief. Bis jetzt, denn nun liegt die Bewilligung vor. «Herr Kapelle kann ab sofort verstreuen», bestätigt Gemeindepräsident Christian Grossniklaus etwas salopp, aber sehr zufrieden mit dem Ausgang des jahrelangen Verfahrens.

Grossniklaus, der auch die Steuereinnahmen für die Gemeinde aufgrund des Firmensitzes in Beatenberg im Blick hatte, gehörte stets zu den Befürwortern von Kapelles Initiative, während in der Bevölkerung Skepsis und Ablehnung überwogen (siehe Kasten zur Vorgeschichte). Nach mehr als vier Jahren ist das zwischenzeitlich revidierte Bewilligungsverfahren jedoch zugunsten Kapelles abgeschlossen.

Wiesenbestattungen laufen

Der deutsche Unternehmer kann damit seine Waldbestattungen auch in Beatenberg anbieten, Wiesenbestattungen werden ohnehin bereits seit circa zwei Jahren auf einem benachbarten Grundstück durchgeführt, das die Oase der Ewigkeit erst gepachtet und später gekauft hat. Diese seien auch nicht bewilligungspflichtig, wie Reto Sauter vom Kantonalen Amt für Wald (Kawa) sagt.

Warum ist das aber beim Verstreuen der Asche im Wald anders? Sauter: Waldboden dürfe grundsätzlich nicht gedüngt oder in einer anderen Form belastet werden. Doch beim Verstreuen menschlicher Überreste seien insbesondere die darin enthaltenen Schwermetalle ein Problem. Diese entstünden zum Beispiel als Ablagerungen durch die langjährige Einnahme von Medikamenten oder durch das Verbrennen künstlicher Gelenke und Gebisse.

Materialproben «schwierig»

Also habe das Kawa Grenzwerte aufgrund der Bodenbelastung festlegen müssen. Doch das war nicht so einfach. «Es existiert keine wissenschaftliche Erhebung in dieser Sache. Zudem wollte und konnte uns keiner genaue Angaben liefern», berichtet Reto Sauter. Auch eine Materialprobe sei in diesem Fall rechtlich problematisch gewesen.

Also habe man die Daten aus verschiedenen Einzeluntersuchungen zusammengesucht und folgende Höchstwerte punkto Anzahl der Bestattungen festgelegt, die den unterschiedlichen Bodentypen des Waldes gerecht werden: «Es dürfen maximal zwei menschliche Aschen pro 100 Quadratmeter in einem Zeitraum von zehn Jahren verstreut werden.»

Das sei die wohl einschneidendste Einschränkung, die das Amt der Oase der Ewigkeit vorgibt. Andere waren bereits mit der ersten Betriebsbewilligung festgelegt worden. So darf kein Begehungsweg angelegt werden, dürfen keine Bestattungsfeiern im Wald stattfinden und keine baulichen Massnahmen wie das Aufstellen von Grabsteinen durchgeführt werden. Es ist lediglich erlaubt, kleine Erinnerungstafeln mit einer Grösse von maximal 10 mal 10 Zentimetern am Bestattungsort anzubringen.

In Zukunft ähnliche Auflagen

Das Kawa hat sich beim Festlegen dieser Regeln für Waldbestattungen auch deshalb so viel Zeit gelassen, «um in Zukunft bei ähnlichen Gesuchen an ähnlichen Standorten ähnliche Bedingungen fordern zu können», so Sauter. Diese würden zwar nicht rückwirkend auf bereits bestehende Anlagen angewendet, kämen jedoch bei Bewilligungsverlängerungen zur Anwendung – und bei Erstgesuchen, die in den vergangenen drei Jahren zurückgestellt worden seien.

«Wir haben den Interessenten seit dem Fall in Beatenberg mitgeteilt, dass wir erst wieder Bewilligungen erteilen, wenn wir eine Basis dafür geschaffen haben», berichtet Reto Sauter. So gebe es aktuell nach wie vor acht Anlagen im Kanton Bern, in denen bewilligt Waldbestattungen durchgeführt würden. Hinzu käme etwa die gleiche Anzahl an Anlagen ohne offizielle Bewilligung. «Die betreiben ihre Bestattungen allerdings sehr eingeschränkt, beispielsweise nur für Burger der Gemeinde, die sich im Burgerwald verstreuen lassen können.»

BEATENBERG 4. MAI 2015  jungfrauzeitung vom 4. Mai 2015

Der Wunsch geht in Erfüllung

Die 105-jährige Klara Gafner möchte nochmals auf das Niederhorn. Die Bahnbetreiber überraschten sie nun mit drei Freikarten.
Die Überraschung ist sehr gross, als Christian Grossniklaus und Thomas Kunz, verantwortlich für den Verkauf, der munteren Dame die drei Freibillette für eine Fahrt aufs Niederhorn inklusive Essen im Berghaus überreichen. «Unglaublich, wie sehr ich verwöhnt werde», meint die 105-Jährige. Klara Gafner äusserte bei ihrem Geburtstagsfest im April auch gegenüber der Redaktion den Wunsch, nochmal auf das Niederhorn zu fahren. «Das war der Anlass, ihr das zu ermöglichen», so der Beatenberger Gemeindepräsident Christian Grossniklaus, der im Verwaltungsrat der Niederhornbahn sitzt.
Sie war vor der Bahn auf dem Niederhorn

1933 heiratete die Aargauerin und zog nach Beatenberg. «Da bin ich gestohlen worden», sagt sie lachend. Seitdem hat sie einen sehr engen Bezug zum Dorf und zum Hausberg. «Ich bin immer gern aufs Niederhorn gelaufen. Damals hat es die Bahn noch gar nicht gegeben.» Alle sind sich einig, dass sich in den letzten Jahrzehnten viel geändert hat und das Leben um einiges leichter geworden ist. Als dann später die Bahn gebaut wurde, ist Klara Gafner immer zum Sammeln von Heidelbeeren hochgefahren. «Ich bin aber immer zu Fuss wieder runter», hält sie fest. Auch heute noch würde sie das am liebsten so machen: «Wenn das Wetter schön ist, fahre ich mit den geschenkten Tickets bestimmt mal wieder mit dem Bähnli. Eigentlich ginge ich aber lieber zu Fuss.» Man ist eben so alt, wie man sich fühlt.

TOURISMUS  3. MAI 2015  Jungfrauzeitung vom 4.Mai 2015

Gute Zahlen trotz «Hudelwetter»

An der Versammlung des Vereins Beatenberg Tourismus ging es um einige Neuerungen, eine grösstenteils positive Bilanz des letzten Jahres und das am besten geschützte Geheimnis des Dorfes.

Der Vorstand von Beatenberg Tourismus (vlnr): Thomas Tschopp (Geschäftsführer), Tom Kunz (Transportanlagen und Kurortseinrichtungen), Oliver König (neu gewählt für das Dorint Hotel), Nicole Lüthi (Parahotellerie), Verena Moser (Kultur, Vereine, Sport), Christian Grossniklaus (Gemeinde), Luli Rexhepi (Gewerbe), Bernhard Oehrli (Hotellerie).

Der Vorstand von Beatenberg Tourismus (vlnr): Thomas Tschopp (Geschäftsführer), Tom Kunz (Transportanlagen und Kurortseinrichtungen), Oliver König (neu gewählt für das Dorint Hotel), Nicole Lüthi (Parahotellerie), Verena Moser (Kultur, Vereine, Sport), Christian Grossniklaus (Gemeinde), Luli Rexhepi (Gewerbe), Bernhard Oehrli (Hotellerie).Fotos: Frederike Scholten

Neu gewählt wurde Oliver König (links) für das Dorint Hotel. Er ersetzt somit Rob Bruijstens, der den Rücktritt aus dem Vorstand gegeben hat. Luli Rexhepi (rechts) wurde für eine weitere Amtszeit von vier Jahren wiedergewählt.

Neu gewählt wurde Oliver König (links) für das Dorint Hotel. Er ersetzt somit Rob Bruijstens, der den Rücktritt aus dem Vorstand gegeben hat. Luli Rexhepi (rechts) wurde für eine weitere Amtszeit von vier Jahren wiedergewählt.

Die 53 Interessierten, die am Freitagabend ins Hotel Dorint gekommen waren, wurden mit einem Image-Video über die Sommervergnügungen und -schönheiten des Beatenbergs auf den Versammlungsabend eingestimmt. Alle Sehenswürdigkeiten, Attraktionen und Aktivitäten präsentieren sich vor dem einmaligen Hintergrund des Dreigestirns.

Postagentur wird angenommen

Um das Dorf für Touristen interessant zu machen, sucht der Verein Beatenberg Tourismus immer wieder nach neuen Ansätzen. Thomas Tschopp, Geschäftsführer des Vereins, der im letzten Jahr sein 125-jähriges Bestehen feierte, blickte auf das Jahr 2014 zurück. Auffälliges Ereignis war dabei die Schliessung der Poststelle und die Einrichtung der neuen Postagentur im Touristcenter. Zwar seien nicht alle mit der Umstellung glücklich, aber die Postagentur funktioniere gut. Am sogenannten Burkhalter-Event hat man wiederum Wanderwege und Brätelstellen unterhalten, mit Hilfe von Bergführern wurde der Aussichtsgipfel «Bire» mit neuen Holztreppen ausgestattet. Ausserdem installierte man für die Kleinen ein Jumping-Pillow, ein Hüpfkissen, auf dem Spielplatz hinter dem Touristcenter.

Mit einem Aufwand von 769’906.44 Franken und einem Ertrag von 770’434.78 Franken machte der Verein einen Gewinn von 894.34 Franken. Wie Tschopp sagt, lasse sich trotz «Hudelwetter» eine Zunahme von 1,35 Prozent der Logiernächte verzeichnen, wobei aber nur die Hotellogiernächte ein Plus ausweisen. Ein weiteres Thema an der Versammlung war die Einführung der Gästekarte, mit der Touristen mit dem Postauto von Beatenberg nach Interlaken und retour fahren können. Dazu gehört auch das Pilotprojekt der Panoramakarte von Interlaken Tourismus (TOI). Mit ihr wird versucht, den ÖV rund um den Thunersee einheitlich zu gestalten. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen.

Der Anwalt Philipp Studer erhielt von Verena Moser für seinen Einsatz für die Festung Waldbrand den Innovationspreis. Nach dem Rücktritt von Rob Bruijstens, mit welchem Moser den Verein copräsidierte, versieht sie ab jetzt alleine dieses Amt.

Der Anwalt Philipp Studer erhielt von Verena Moser für seinen Einsatz für die Festung Waldbrand den Innovationspreis. Nach dem Rücktritt von Rob Bruijstens, mit welchem Moser den Verein copräsidierte, versieht sie ab jetzt alleine dieses Amt.

Eröffnete Festung

Nachdem die Anwesenden einstimmig einigen Änderungen im Vorstand zugestimmt hatten, kam es zur Auflösung «eines der bestgehüteten Geheimnisse im Dorf», wie Co-Präsidentin Verena Moser meinte. Jedes Jahr verleiht der Verein jemandem, der etwas Nachhaltiges für das Dorf geschaffen hat, den Innovationspreis. Diesmal nahm Anwalt Philipp Studer diese Ehrung entgegen, da er «viel in die Festung Waldbrand investiert hat, nicht nur Geld, sondern auch Herzblut», so Verena Moser. Studer kaufte die Festung, als das Militär sie vor 15 Jahren aufgab, und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich; die Festung war seit 1941 streng geheimes Gelände. An seinen Führungen zeigt Studer die Militäranlage und seine Ausstattung. Der erfreute Ausgezeichnete ist überzeugt: «Heute werden die Festungen noch nicht als Kulturgut anerkannt, aber das wird sich ändern. Der Tourismusverein ist also fortschrittlich!»

Arbeit am Dorfzentrum

An der nächsten Gemeindeversammlung wird es um eine Änderung des Kurtaxreglements gehen, ausserdem soll beim anstehenden Burkhalter-Event der Spielplatz erneuert werden. Gemeindepräsident Christian Grossniklaus führte aus, dass das Projekt des neuen Dorfzentrums nach wie vor aktuell sei, es werde im Moment aber vor allem im Hintergrund daran gearbeitet.

BEATENBERG 12. APRIL 2015  aus derJungfrauzeitung vom 13.April 2015

«Ich bin verblüfft, noch immer hier zu sein»

Erich von Däniken ist der weltweit meistgelesene Sachbuchautor. Zu seinem 80. Geburtstag unterhielt sich der Beatenberger mit dieser Redaktion über sein Leben, den Tod und die bevorstehende Ankunft der Ausserirdischen.

Erich von Däniken bezeichnet sich selbst als Blauweltler, ein kantiger und herzlicher Bergler.

Erich von Däniken bezeichnet sich selbst als Blauweltler, ein kantiger und herzlicher Bergler.Fotos: Nora Devenish
Erich von Däniken, herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag. Eigentlich erwartete ich Sie zum Interview im blauen Jacket. Was hat es mit der blauen Farbe auf sich?

Erich von Däniken: Wenn Ausserirdische einmal kommen, rapportieren sie zu Hause, dass auf diesem Planeten zwei Sorten Menschen leben: Zum einen die Grauweltler mit hängenden Mundwinkeln, traurigen Augen und blassem Teint. Dann gibt es aber auf dieser Erde auch die Blauweltler. Die wohnen in den Bergen, haben eine gesunde Farbe im Gesicht und sind kantig und herzlich. Ich gehöre zur letzteren Sorte.

Wäre die Farbe Grün nicht angebrachter?

Auf keinen Fall! Schliesslich sind der Himmel und das Universum auch blau.

Was bedeutet Ihnen der 80. Geburtstag?

Ich bin Raucher und geniesse auch ab und zu ein Gläschen in Ehren. Ich bin verblüfft und erfreut, noch immer hier zu sein.

Auf Ihrer Webseite erhalten Sie Geburtstagswünsche aus der ganzen Welt. Nach Glückwünschen aus dem Mikrokosmos Jungfrau sucht man aber vergebens. Wieviele Anhänger haben Sie in Ihrer Wahlheimat?

Keine Ahnung. Ein altes Sprichwort besagt jedoch: «Der Prophet im eigenen Land gilt nichts.» Es gibt keinen Grund zum Jammern. Ich habe in der ganzen Welt und auch in der Schweiz etliche herzliche Freunde, die mir gut gesinnt sind.

Wer gehört zu Ihrer Anhängerschaft?

Wenn ich nach einem Vortrag meine Bücher signiere, lerne ich Menschen jeglichen Backgrounds kennen. Vom Taxichauffeur über die Grossmutter,und vom Ingenieur bis hin zum Hochschulprofessor ist alles vertreten.

Trotzdem scheiden sich die Geister an Erich von Däniken.

Das ist auch gut so. Das finde ich hervorragend!

Ich stelle mir die fortwährende Überzeugungsarbeit ziemlich anstrengend vor.

Wenn man mir Dinge unterstellt, die ich nicht gesagt oder geschrieben habe, geht das an die Substanz. Aber im Grunde liebe ich die Kritik. Am Ende eines jeden Vortrages sage ich zu meinem Publikum: «Bitte glauben Sie nichts. Ich drehe mich noch im Grab um, wenn irgendwelche Spinner daherkommen und aus meinem Gedankengut eine Sekte machen.» Das wäre das Letzte, was ich möchte. Ich habe zwar einen missionarischen Eifer – aber ohne Rechthaberei. Ich will lediglich, dass die Leute sich Gedanken machen.

Obwohl die Wissenschaftler zu Ihren grössten Kritikern gehören, sind auch diese auf der Suche nach extraterrestrischem Leben. Wer wird den Wettlauf mit der Zeit gewinnen? Ihre Forschungsgesellschaft oder die NASA?

Beide. Die Nasa und ihre brillanten Astronomen suchen mit radioastronomischen Mitteln nach Zeichen von Leben da draussen. Ich suche auch, zwar nicht mit denselben Mitteln aber mit der Überzeugung, dass diese Lebensformen schon einmal hier waren. Bis jetzt können weder die Wissenschaft noch ich unsere Position beweisen. Ich habe noch keinen ausserirdischen Gegenstand, den ich triumphierend vorstellen kann. Aber ich habe die Indizien.

Ich habe zwar einen missionarischen Eifer – aber ohne Rechthaberei.

Erich von DänikenAutor und Gründer des Jungfrau Parks
Hätten Sie gedacht, dass Sie mit 80 Jahren immer noch keine handfesten Beweise liefern können?

Ich habe immer gehofft, dass ich dies eines Tages kann. Ich weiss auch, dass es solche gibt, und wo sie sind. Leider kommen wir aber nicht an sie ran. So zum Beispiel die Bundeslade, deren Überreste heute in der äthiopischen Stadt Aksum in der Marienkathedrale steht. Ein Dokument, von welchem überliefert ist, dass es nicht von Menschenhand gemacht ist. Wenn es nicht irdisch ist, dann muss es überirdisch sein. Neben der Bundeslade gibt es noch weitere Gegenstände, die ich wahnsinnig gerne in den Händen halten würde – aber die Zeit ist noch nicht reif dafür.

Sie haben es aber versucht?

Natürlich. Aber das sind Sakrilege. Das wäre fast dasselbe, wenn ein Fremder in den Petersdom gehen würde und sich an den Gebeinen von Paulus zu schaffen macht.

Jubiläumsausstellung

Zum 80. Geburtstag von Erich von Däniken realisiert der Jungfrau Park zusammen mit dem Künstler und Schriftsteller Reinhard Habeck die Ausstellung «Galaktischer Humor mit Erich von Däniken». Ausgestellt sind über 100 verschiedene Originalcartoons und Bilder zu Erich von Däniken sowie zahlreiche seiner Zitate aus dem Buch «Erich von Dänikens geflügelte Worte». Die Sonderausstellung zeigt alle wichtigen Epochen aus von Dänikens Schaffen und viele Eindrücke von seinen Reisen. Die Ausstellung ist für alle Besucher kostenlos und während den Öffnungszeiten des Jungfrau Parks vom 2. Mai bis am 18. Oktober täglich von 11.00 bis 18.00 Uhr zugänglich.

Sie rechnen mit einer Ankunft der Ausserirdischen in rund 20 Jahren. Die Chancen, dass Sie das Grossereignis selbst erleben, sind gering. Wurmt Sie das?

Es würde mich auf alle Fälle freuen, wenn ich mit einem Ausserirdischen kommunizieren könnte. Ich hätte Fragen, die den Umfang des Berner Telefonbuches sprengen würden. Aber wenn es nicht sein soll, erlebt es halt die nächste Generation.

Und welche Frage brennt Ihnen auf der Zunge, sollten Sie dennoch auf einen Alien treffen?

Sicher die Frage nach Gott und dem Universum. Die Wissenschaft sagt uns: Am Anfang war der Urknall. Nun wäre es schön zu wissen, was dessen Initialzündung gewesen ist. Die Philosophie und die Religion besagt: Am Anfang war das Wort. Hier wäre interessant zu erfahren, wer dieses Wort gesprochen hat.

Wie sollen wir die Aliens denn erkennen?

Die Ausserirdischen sind ganz bestimmt humanoid. Und das nicht zufällig, denn schliesslich sind wir ihr Produkt.

Könnten Sie etwa schon unter uns sein?

Das ist durchaus möglich. Heute ist bekannt, dass viele namhafte Wissenschafter über ihre Forschungen nicht die Wahrheit gesagt haben. So zum Beispiel der französische Wissenschafter Yves Sillard, der heute zugibt, dass er Ufosichtungen der französischen Luftwaffe bewusst vertuscht hat. Sillard ist nicht der Einzige. Es kommen immer mehr Wahrheiten zutage.

Zur Person

Erich Anton Paul von Däniken wurde am 14. April 1935 in Zofingen geboren. Heute lebt er mit seiner Frau Elisabeth in Beatenberg. Er hat eine Tochter und ist zweifacher Grossvater. Er ist der meistgelesene Sachbuchautor der Welt. Seine Bücher auf dem Themengebiet der Prä-Astronautik wurden in 32 Sprachen übersetzt und haben bei einer Gesamtauflage von 63 Millionen verkauften Exemplaren teilweise Bestseller-Status erreicht.

Was halten Sie von Richard Bransons Idee des Weltraumtourismus?

Das ist brillant. Ich bin überzeugt, dass wir eines Tages sogar Weltraumhotels haben werden.

Hätten Sie diese Idee nicht am liebsten selbst lanciert?

Dazu bin ich leider zu alt. Ich finde es aber grandios, dass es Menschen wie Branson gibt. Durch sie werden neue Erkenntnisse geliefert.

Was würde es Ihnen bedeuten, selbst mitzufliegen?

In meinem Alter lieber nicht mehr. Auch wenn mir jemals ein Ausserirdischer angeboten hätte, mich mitzunehmen, hätte ich ihn gefragt, ob es die Garantie der Rückkehr gäbe. Nur dann wäre ich sofort mitgegangen. Wenn nicht, dann wäre mein Beharrungsvermögen grösser, und ich hätte abgelehnt.

Ich bin stolz auf den Jungfrau Park.

Erich von DänikenAutor und Gründer des Jungfrau Parks
Sie widmeten einen Grossteil Ihres Lebens der Suche nach der Vergangenheit und der Zukunft. Was bedeutet Ihnen das Jetzt?

Ich lebe weiter, und meine Arbeit ist unermüdlich. Stillstand ist keine Option, auch im hohen Alter nicht.

Was ist Ihr Antrieb, immer weiter zu suchen?

Neugierde und der missionarische Eifer. Der Physiker und Raketenpionier Hermann Oberth sagte einmal zu mir: «Erich, Sie werden unglaublich kritisiert werden. Aber die Kritik muss an Ihnen ablaufen wie Jauche an einer Marmorsäule.» Ich habe mir Oberths Worte zu Herzen genommen.

In Beatenberg habe ich als Blauweltler meine Blauwelt gefunden.

Erich von DänikenAutor
Geld spielt keine Rolle?

Nie. Ich habe immer Geld verdient und es auch immer ausgegeben, manchmal auch bei Expeditionen in den Sand gesteckt.

Sie sind auch Ehemann, Vater und doppelter Grossvater. An von Dänikens Familientisch muss doch heftig debattiert werden.

Zu Hause sprechen wir über alles andere als über meinen Fachbereich. Wir sind eine ganz normale Familie.

Sie sind auf der ganzen Welt unterwegs – weshalb entschieden Sie sich gerade für ein Domizil in Beatenberg?

Das ist der schönste Ort der Welt. Früher lebten wir in der Nähe des doch mehrheitlich nebelverhangenen Solothurn. In Beatenberg habe ich als Blauweltler meine Blauwelt gefunden.

Ein Denkmal Ihnen zu Ehren gibt es hier noch nicht. In Beatenberg gibt es zwar den Erich-von-Däniken-Weg. Aber ein Monument haben Sie sich in Form des Mystery Parks doch selbst gebaut. Manch einer stört sich an diesem Vermächtnis, können Sie das verstehen?

Ich wüsste nicht warum. Ich störe mich nicht daran und bin stolz auf den Mystery Park, den heutigen Jungfrau Park. Das ist ein Ort, wo man das Staunen wieder lernt. Die alten Shows sind immer noch aktuell. Leider mangelt es an der Unterstützung.

Welcher Filmheld wären Sie am liebsten in echt: Elliott von E.T., Indiana Jones oder Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise?

Von diesen drei am ehesten Captain Kirk. Elliott ist ein Kinderstar und Indiana Jones ist ein Abenteurer. Ich habe grundsätzlich Freude an tiefsinnigen Science-Fiction Filmen oder Serien. Science-Fiction bringt die Menschen immer wieder zum Staunen und Nachdenken.

Wer wird eines Tages Ihre Arbeit in Ihrem Sinn und mit Ihrer Kraft und Überzeugung weiterführen?

Ob ich nun lebe oder nicht, der Karren, den ich angestossen habe, wird weiterlaufen. Ich kann zufrieden sein. Unsere international tätige Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI hat viele kompetente Mitglieder.

Glauben Sie eigentlich an ein Leben nach dem Tod?

Das weiss ich nicht. Wir haben alle den Wunsch, dass das alles hier auf Erden nicht für nichts gewesen ist. Sollte es nach dem Tod nicht mehr weitergehen, muss man sich den Kopf nicht weiter zerbrechen. Ansonsten: Auf zu neuen Abenteuern!

Berner Oberländer Zeitung vom 7. April 2015

«Besuche von Ausserirdischen würden nicht schaden»

Bestsellerautor Erich von Däniken wird in einer Woche 80 Jahre alt. Er spricht über UFOs, sein blaues Jackett und sein neustes Buchprojekt.

1/3Erich von Däniken, der grösste «Rätsler» der Schweiz, wird am 14. April 80 Jahre alt.
Bild: Fritz Lehmann

Erich von Däniken, sind Sie ein Guru für Science-Fiction-Fans und Verschwörungstheoretiker?
Erich von Däniken: Überhaupt nicht. Es gibt keine Verschwörungen, und ich bin kein Guru. Seit Jahren erkläre ich am Ende eines jeden Vortrags: «Es geht nicht um Glauben, ich drehe mich noch im Grab um, wenn irgendwelche Spinner daherkommen und aus meinem Gedankengut so etwas wie eine Sekte machen.» Das wäre das Letzte, was ich möchte.

Dennoch; wenn man Ihre Videos sieht und Ihre Bücher liest, wird man den Eindruck nicht los, dass die Wissenschaft dem Normalbürger vieles unterschlägt…
Natürlich gibt es Wissenschaftler, die nicht möchten, dass dieses oder jenes an die Öffentlichkeit gerät. Aber nicht, weil sie es verhindern wollen, sondern weil sie denken, dass die Zeit dazu noch nicht reif ist. Hingegen – und das betrifft speziell die ganzen UFO-Sichtungen – wurden wir so erzogen, dass wir immer «vernünftig sein sollen». Und vernünftig ist, was die Wissenschaft sagt. Und die sagt, UFOs gibt es nicht. Die Distanzen von Stern zu Stern sind zu gross.

Das Thema wurde erst kürzlich wieder aktuell, als 130’000 Seiten mit Dokumenten des US-Militärs über UFO-Sichtungen veröffentlicht wurden. Vieles davon seien Phänomene, hiess es unter anderem.
Das habe ich gelesen. Die Enthüllungen des Journalisten beziehen sich auf das Projekt Blue Book. Viele der Sichtungen wurden mit Lichteffekten, Wetterballonen und dergleichen erklärt.Dennoch: Heute stehen viele Ex-Militärs und Ex-Politiker zu ihren UFO-Sichtungen. Leute, die früher radikal Nein gesagt haben.

Im Ernst? Erzählen Sie.
Erst kürzlich erklärte die Nasa an einer Medienkonferenz, dass es ausserirdisches Leben geben müsse. Das Hubbleteleskop habe bewiesen, dass es alleine in der Milchstrasse fünf Milliarden erdähnliche Planeten gebe. Damit sei es nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit, dass auf einem von ihnen Leben existiere.

Wie viele Bücher haben Sie bisher verkauft?
Etwa 67 Millionen Bücher. Bin aber nie reich geworden damit. Jedes Jahr hat man ein paar Hunderttausend Franken eingenommen. Und jedes Jahr ein paar Hunderttausend Franken ausgegeben.

Die Kritiken auf Ihre neuesten Bücher im Internet fallen aber teilweise vernichtend aus, auch Fernsehauftritte liessen Sie gelinde gesagt nicht gut aussehen. So schreibt etwa die «Süddeutsche»: «Erich von Däniken gilt seit Jahrzehnten als Fixstern am Himmel der obskuren Thesen.» Und ein Buchkäufer schreibt auf Amazon.de: «Wer bereits Bücher von von Däniken besitzt, wird nicht viel Neues erfahren.» Wiederholen Sie sich ständig, oder wissen Sie mittlerweile mehr als bei der Veröffentlichung von «Erinnerungen an die Zukunft»?
Wenn Ausdrücke wie obskur oder «Spinner» oder Fantast kommen, habe ich mittlerweile Verständnis dafür. Kritiker, die keines meiner Bücher gelesen oder eine meiner Vorlesungen besucht haben, haben Vorurteile. Wenn man sich mit mir auseinandersetzt, merkt man, dass da schon mehr dahinter ist als reine Fantastereien. Aber Neid muss man sich erarbeiten.

Dennoch, vielfach wird kritisiert, Erich von Däniken bringe nichts Neues. Wiederholen Sie sich?
Es gibt Sachen, auf die man immer wieder eingehen muss, um sie ergänzen zu können. In der Wissenschaft ist dies nicht anders.

Nazca, der Weltraumbahnhof von Erich von Däniken…
Nazca war für mich nie ein Weltraumbahnhof, obschon es dauernd Dummköpfe gibt, die mir dies unterschieben. Inzwischen entdeckte man weltweit andere Wüstenflächen, mit dem gleichen Phänomen wie in Nazca. Zum Beispiel in Saudiarabien, Australien oder am Aralsee. Das sieht man heute dank Satellitenaufnahmen.

Was gibt es Neues aus der grossen Pyramide?
Seit der Roboter des Forschers Rudolf Gantenbrink die Luftschächte der Cheopspyramide erforscht hat und andere Roboter folgten, ist es ruhig geworden um das Thema. Die Öffentlichkeit wird zu wenig informiert, und ich greife das Thema wieder auf.

Gehen Ihnen Kritiker auf den Geist?
Mittlerweile habe ich gelernt, dass auch Kritiker recht haben können, nicht der Autor. Als junger Schriftsteller ist man zudem leichtgläubig und glaubt jeden Mist. Man ist mehr begeisterungs- denn kritikfähig.

Aber Erich von Däniken hätte sich gefreut, wenn er einmal einen Ausseridischen getroffen hätte…
Das wäre sensationell gewesen, wenn die Ausserirdischen wieder auftauchen würden. Das würde der Menschheit nicht schaden. Wir haben Kriege, Rechthabereien politischer und religiöser Art. Wenn nun plötzlich etwas auftaucht, wo man sieht, es ist nicht von dieser Welt – vielleicht würde die Technik etwas Angst machen – spielte es keine Rolle mehr, ob man nun Christ oder Muslim wäre oder welche Hautfarbe man hätte. Es würde uns klarmachen, dass wir zwar die intelligente Spezies auf diesem Planeten sind, es aber da draussen Existenzen gibt, die uns weit überlegen sind. Das erinnert mich an Walter Ernsting, der ja auch unter dem Synonym Walter Dalton Science Fiction-Romane verfasst hat. Bekannt ist etwa die Serie Perry Rhodan…
Genau, Ernsting war ein guter Freund von mir.

Er beschreibt im Buch »Am Tag, an dem die Götter starben» Zeitreisen, die Erich von Däniken gemacht haben soll. Fiktion oder Realität?
Das war Fiktion, einen Teil des Buches habe ich geschrieben, man wollte es wie ein guter Romanschreiber so erzählen, dass der Leser nicht genau erkennt, ob es sich um eine tatsächliche Gegebenheit oder eine frei erfundene Episode handelt. Das ist das Faszinierende daran.

Realität ist, Sie leben nun seit fast 80 Jahren, das ist eine lange Zeit, wie geht es Ihnen?
Gut, ich rauche immer noch und natürlich trinke ich ab und zu ein Gläschen. Aber das Wichtigste ist, mein Kopf funktioniert wie eh und je.

Wie ist das, wenn man langsam, aber sicher dem statistischen Ende entgegenblickt, macht das einem Angst?
Eigentlich nicht. Natürlich denkt man an den Tod. Das kann alle möglichen Ursachen haben. Man hat nicht Angst vor dem Tod, man hat eine Erwartung, ist neugierig. Entweder ist mit dem Tod alles fertig, dann muss man sich keine Gedanken machen. Oder es kommt ein neues Abenteuer, da bin ich gespannt.

Was wünscht sich Erich von Däniken zum 80. Geburtstag?
Gesund bleiben, so lange man darf, keine Gebrechen haben. Der Kopf muss funktionieren. Und natürlich möglichst viele Begegnungen der positiven Art. Möglichst viele andere Gehirne «infizieren» mit dem Gedanken, dass wir nicht alleine sind im Universum.

Noch leben Sie und haben sicher viel vor…
Dieses Jahr haben wir den ganzen Mai eine Vortragstournee in Brasilien, im Juli Australien, im August in den USA, danach folgen Tschechien, Polen und weitere Staaten im Osten Europas. Ich bin tatsächlich international gefragt.

Wie geht es weiter, neben den vielen Vorträgen?
Ich schreibe an einem Buch – eigentlich schreibe ich immer an einem Buch – es wird die Geschichten hinter meinen Geschichten erzählen…

Können Sie etwas mehr zum Inhalt sagen?
Ich hatte das Glück in meinem Leben, mit unfassbar intelligenten Menschen zusammenzukommen. Angefangen bei Wernherr von Braun, dem Raketenkonstrukteur von Adolf Hitler und späteren Chef der Nasa. Ich sprach mit Ägyptologen und anderen Forschern. Diese Leute erzählten mir spannende Sachen. In einigen Fällen hiess es «kein Foto und nicht an die Öffentlichkeit». Und man hat sich immer daran gehalten. Nun im erwähnten neuen Buch erzähle ich die Geschichten, die bisher unter Verschluss waren. Entweder sind die Leute verstorben, oder sie sind nach 20 Jahren Wartezeit einverstanden.

Wann wird das neue Buch erscheinen?
Auch noch in diesem Jahr auf der Herbsttournee. Doch der Titel fehlt noch.

Erich von Däniken ist mittlerweile zu einer eigenen Marke geworden. Hat die Gemeinde Beatenberg noch nicht angefragt, ob sie eine Von-Däniken Statue errichten könnte?
In Beatenberg gibt es einen Erich-von-Däniken-Weg, der aufgrund einer Schülerinitiative entstanden ist. Alle paar Hundert Meter steckt ein Pfosten im Boden, dort ist ein aufgeschlagenes Buch montiert in deutscher und englischer Sprache. Beschrieben werden Situationen und Geschichten aus meinem Leben und meinen Büchern.

Wie ging und geht eigentlich die Familie mit Erich von Däniken und seinen Fantastereien um?
Sehr, sehr positiv. Meine Frau weiss viel von dem, weil wir viel diskutieren zu Hause. Wir haben viele Gäste, sie liest aber meine Bücher nicht. Meine Tochter ist sehr auf meiner Seite, ich habe zwei Enkelkinder, der eine Bub ist sicher auch schon 24 Jahre alt und studiert Jura, das zweite Enkelkind macht gerade seine Matur. Sie alle helfen mir dann und wann bei Vorträgen und anderen Sachen. Meine drei Schwestern finden selbstverständlich toll, was ich mache. In der Familie ist alles in bester Ordnung, wir sind eine tolle Truppe, ein Clan, der zusammenhält.

In der Öffentlichkeit ist der von Däniken der mit dem blauen Jackett. Keine Probleme damit, dass Sie die Leute auf der Strasse ansprechen und im Berner Oberland sehr direkt sind?
Nein, das ist auch gut so. Mir geht jede Arroganz, jeder Dünkel ab, etwas Besseres zu sein. Vergiss es, ich bin wie jeder andere auch. Man ist dankbar, wenn man erkannt wird, ist nett mit den Leuten. Gleichzeitig sind es ja auch die Leser von mir. Das sind die, die Mundpropaganda machen.

Zurück zum 80.Geburtstag, der wird mit einer grossen Veranstaltung in Sindelfingen (D) gefeiert?
Da kommen viele interessante Leute zusammen. Etwa Professor Wickramasinghe, einer der bedeutendsten Astronomen unserer Zeit, oder Edgar Mitchell, Pilot der Landefähre von Apollo 14, der schon bei mir auf dem Beatenberg war, und viele weitere intelligente Leute mehr. Erwartet werden rund 2500 Personen.

Vertritt Mitchell Ihre These, dass uns in grauer Vorzeit Ausserirdische besucht haben?
Ja, und er geht noch einen Schritt weiter. In der ganzen UFO-Szene gibt es den Roswell-Fall. Die amerikanische Regierung hat den Vorfall immer mit Wetterballonen und Ähnlichem begründet. Mitchell ist in der Nähe von Roswell aufgewachsen. Er sagt, da sei etwas Fremdes heruntergekommen. Etwas, dass nicht irdisch sei.

Dennoch, es bleibt bisher dabei: Ihre Thesen sind Vermutungen, graue Theorie, dass es ausser uns noch andere Lebewesen im Universum gibt. Es gab nirgends etwas Handfestes, es sei denn, man wüsste es nicht. Ist das nicht auch etwas frustrierend?
Ich habe in meinen Kreisen auch nie etwas von einem handfesten Beweis gehört, der wissenschaftlich anerkannt ist. Gerüchteweise gibt es das immer wieder, aber eben, es bleiben Gerüchte. Ein Beweis wäre sensationell, aber die Zeit ist offenbar noch nicht reif für solche Dinge.

Sie sind kein Wissenschaftler, aber verkaufen dennoch Ihre Feststellungen so, dass man das Gefühl haben könnte, es seien Tatsachen…
Ich habe immer begriffen, dass jeder Wissenschaftler über seinen Fachbereich 1000-mal mehr weiss als der Erich von Däniken. Aber der Erich von Däniken hat auch einen Fachbereich und da weiss ich tausendmal mehr als die anderen. Die Frage ist eher, wie begegnet man einander? Diskutiert man ehrlich und offen? Und kann das, was man sagt, auch belegen? Dann wird die andere Seite vielleicht nachdenklich. So kann man die Meinung ändern oder anpassen.

Es bleibt dabei, der endgültige Beweis, dass es ausserirdische Wesen gibt, fehlt weiterhin…
Durch meine Arbeit weiss ich aber, dass es Ausserirdische geben muss, die vor Jahrtausenden da waren.

Quelle?
Ich kenne viele alte Bücher, die niemand kennt. So werden in den Abraham-Apokryphen Wesen beschrieben, «wie ich sie nie auf Erden gesehen habe, sie hatten nicht eines Menschen Atem», erzählt Abraham. Ich frage: Hatten sie Masken vor dem Gesicht? Wie auch immer, die Wesen hatten Abraham mitgenommen, «sie schleppten mich bis an der Feuerflammen Grenze». Dann beschreibt er die Erde von oben, «ich wünschte, auf die Erde niederzufallen.» Es gibt weitere Geschichten aus der Bibel, die Ausserirdische beschreiben, das ist doch nicht alles erfunden?

Wurden Sie von Wissenschaftlern schon als Scharlatan beschimpft?
Von Wissenschaftlern nicht. An unzähligen Orten, auch an Hochschulen, durfte ich Vorträge halten. Etwa in München an der Hochschule für Technologie oder an der Harvard University in den USA. Bei Letzteren hat mein Vortrag mit Standing Ovations geendet. Wie die Amerikaner sagen, sind meine Thesen «another point of view», es ist eine andere Betrachtungsweise.

In Buch «Götterdämmerung» hiess es : «Die Götter kehren zurück, der jüngste Tag der Erkenntnis steht bevor.» Sie beriefen sich dabei auf eine uralte, in Stein gehauene Prophezeiung der Maya. Laut ihr wäre am 23.Dezember 2012 der Gott Bolon Yokte zu uns herniedergestiegen. Passiert ist aber nichts. Lagen die Götter falsch?
Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass an diesem Datum nichts passieren wird. Weil ich immer wusste, es gibt zwar die Geschichten von Bolon Yokte und seiner Wiederkehr. Aber der Maya-Kalender wurde umgerechnet auf unseren Kalender. Da gibt es eine Bandbreite für einen Fehler von ein paar Hundert Jahren. Meine Meinung ist; die Götter werden wiederkehren, aber ich kann kein genaues Datum liefern.

Auch schon Geschichte ist der Mystery-Park in Interlaken, der heute Jungfrau-Park heisst. Wurmt das den Erich von Däniken eigentlich noch?
Ich bedaure das, der Betrieb war jedoch im Winter nicht rentabel. Aber es gibt ihn immer noch. Doch speziell die ausländischen Gäste können mit dem Namen Jungfrau-Park nichts anfangen. Da gibt es arabische Familien, die denken, sie seien an der Talstation der Jungfraubahn. Andere wiederum fragen «where are the Virgins, wo sind die Jungfrauen?»

Haben Sie noch etwas mit dem Park zu tun?
Im Sommer, einmal im Monat, halte ich noch einen Vortrag. Und mit den Besitzern und dem Direktor habe ich eine freundschaftliche Beziehung.

Sie waren ursprünglich Hotelier. Wie wird man dann zum Bestsellerautor?
Ich war in einem Gymnasium in Freiburg, lernte Lateinisch-Griechisch und war sehr ein gläubiger Mensch. Als Jugendlicher wollte ich wissen, gibt es andere Religionen im Altertum, die ähnliche Geschichten haben wie wir? Damit begann alles. Am 6. Dezember 1964 druckte die kanadische Zeitung «Der Nordwesten» in Winnipeg eine Doppelseite von mir. Das Thema war: Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall?

Sie waren damals als Gastronom tätig…
das erste Buch schrieb ich als Direktor im Hotel Rosenhügel in Davos, quasi im Hinterzimmer. Am Anfang wollte es niemand, 25 Verlage wiesen es zurück. Der Wissenschaftsredaktor vom Magazin «Die Zeit», Thomas von Randow, war oft bei mir zu Gast Er rief dann Erwin Barth von Wehrenalp an, ein deutscher Verleger und Besitzer des Econ-Verlags. Ironischerweise hatte derselbe Verlag mein Manuskript schon abgelehnt und zurückgeschickt. Doch Wehrenalp willigte ein. Da fuhr ich nach Düsseldorf, und mein Buch «Erinnerungen an die Zukunft» wurde ein grosser Erfolg für den Econ-Verlag.(Berner Oberländer)

«Ich wollte immer bei den Blauweltlern leben»

Ein Erkennungszeichen von Erich von Däniken ist das blaue Jackett, das er meistens trägt. Aber nicht immer dasselbe, er besitzt 13 davon. Das erste erhielt er vom US-Astronauten Ed Mitchell. «Ich mag die Farbe, und sie steht mir gut», sagt von Däniken dazu. In seinem Heim seien mehrere Wände und Decken ebenfalls blau gestrichen. Er bezeichnet sich ironisch auch als «Blauweltler».Wie es dazu kam, erzählt von Däniken mit einem Lachen folgendermassen: «Ich habe früher in Feldbrunnen SO gelebt, dort hat es viel Nebel. Und ich habe meiner Frau immer gesagt: Wenn ich alt bin, möchte ich in die Berge.» Warum? «Gesetztenfalls, Ausserirdische würden unseren Planeten besuchen. Dann würden sie uns sicher eine Weile beobachten und würden rapportieren. Auf diesem Planeten gibt es zwei Arten von Menschen: Die einen sind die Grauweltler, die leben in tieferen Lagen im Nebel, haben heruntergezogene Mundwinkel, sind vielfach depressiv und haben eine blasse Haut. Darüber gibt es die Blauweltler, die in höheren Lagen zu Hause sind. Die sind aufgestellt und immer fröhlich und haben eine gesunde Hautfarbe. Ich wollte immer bei den Blauweltlern leben.»

Vom Gastronomen zum Bestsellerautor

Erich von Däniken wird am 14. April 80 Jahre alt. Seine Schulzeit verbrachte von Däniken in Schaffhausen und Freiburg im Üechtland. Interessiert hat er sich besonders für Bücher über Philosophie, Theologie und Archäologie. Während er als Hotelfachlehrling im Schweizerhof in Bern arbeitete, machte er eine erste Ägyptenreise. Es folgten Anstellungen in verschiedenen Hotels.

Seit 1960 ist von Däniken mit Elisabeth Skaja verheiratet, die er als Kellner im Hotel Ascot in Zürich kennen lernte. In den 1960er-Jahren veröffentlichte er erstmals präastronautische Überlegungen in Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln und arbeitete an seinem ersten Buch. Anfang 1968 erschien sein Buch «Erinnerungen an die Zukunft». Der Econ-Verlag hatte sich bereit erklärt, es nach Überarbeitung durch Wilhelm Roggersdorf (Pseudonym von Utz Utermann ) zu veröffentlichen. Es wurde ein unerwarteter Erfolg.

Die Verkaufszahlen schnellten in die Höhe, innerhalb kurzer Zeit war von Däniken Auflagenmillionär. Er wurde von Universitäten weltweit für sein Schaffen geehrt und besitzt unter anderem einen Doktor honoris causa, einen Explorer-Preis, Man of achievment und weitere Honorationen. Der Erfolg ruft natürlich auch Kritiker auf den Plan: Im Oktober 2012 wurde ihm von der Wiener Gesellschaft für kritisches Denken das «Goldene Brett vorm Kopf für das Lebenswerk» für den «erstaunlich-sten pseudo-wissenschaftlichen Unfug des Jahres» und für sein Lebenswerk als Person, «die sich jahrzehntelang mit besonders beeindruckender Resistenz gegen wissenschaftliche Fakten einen Namen gemacht hat» verliehen.

Die Thesen von Erich von Däniken fanden sich aller Kritik zum Trotz in vielen Filmen («Stargate», «Prometheus») und TV-Serien wieder. Jüngstes Beispiel ist die TV-Serie «Ancient Aliens», die 7. Staffel lief auf dem Hystory Channel im Oktober letzten Jahres an.

Das Multimedia-Projekt

«Chariots of the Gods» lautet die englische Übersetzung von Erich von Dänikens Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft». Im Trailer dazu wird von Däniken als «the most sucessfull non-fiction Author in the World» beschrieben. Roger Moore, der ebenfalls auftaucht, sagt: «The ancient question, ar we alone in the Universe?» Unter dieser globalen Marke sollen Kinofilme, Videogames, Themenparks und Ähnliches produziert werden (wir haben berichtet), die sich mit dem Unerklärlichen befassen. Gehört hat man dazu schon vieles, aber was wurde bisher konkret? Erich von Däniken: «Nichts, da arbeitet man seit sechs Jahren daran. Mein Partner, die Media Invest Entertainment, informiert mich alle paar Monate wieder.»

Derzeit werde in China ein Park gebaut nach seinen Ideen. «Irgendwann soll ein 3-D-Film ins Kino kommen, aber teure Filme brauchen ihre Zeit», sagt Erich von Däniken.
www.chariotsofthegods.com

Erich von Däniken, sind Sie ein Guru für Science-Fiction-Fans und Verschwörungstheoretiker?

Erich von Däniken: Überhaupt nicht. Es gibt keine Verschwörungen, und ich bin kein Guru. Seit Jahren erkläre ich am Ende eines jeden Vortrags: «Es geht nicht um Glauben, ich drehe mich noch im Grab um, wenn irgendwelche Spinner daherkommen und aus meinem Gedankengut so etwas wie eine Sekte machen.» Das wäre das Letzte, was ich möchte.

Dennoch; wenn man Ihre Videos sieht und Ihre Bücher liest, wird man den Eindruck nicht los, dass die Wissenschaft dem Normalbürger vieles unterschlägt…
Natürlich gibt es Wissenschaftler, die nicht möchten, dass dieses oder jenes an die Öffentlichkeit gerät. Aber nicht, weil sie es verhindern wollen, sondern weil sie denken, dass die Zeit dazu noch nicht reif ist. Hingegen – und das betrifft speziell die ganzen UFO-Sichtungen – wurden wir so erzogen, dass wir immer «vernünftig sein sollen». Und vernünftig ist, was die Wissenschaft sagt. Und die sagt, UFOs gibt es nicht. Die Distanzen von Stern zu Stern sind zu gross.

Das Thema wurde erst kürzlich wieder aktuell, als 130’000 Seiten mit Dokumenten des US-Militärs über UFO-Sichtungen veröffentlicht wurden. Vieles davon seien Phänomene, hiess es unter anderem.
Das habe ich gelesen. Die Enthüllungen des Journalisten beziehen sich auf das Projekt Blue Book. Viele der Sichtungen wurden mit Lichteffekten, Wetterballonen und dergleichen erklärt.Dennoch: Heute stehen viele Ex-Militärs und Ex-Politiker zu ihren UFO-Sichtungen. Leute, die früher radikal Nein gesagt haben.

Im Ernst? Erzählen Sie.
Erst kürzlich erklärte die Nasa an einer Medienkonferenz, dass es ausserirdisches Leben geben müsse. Das Hubbleteleskop habe bewiesen, dass es alleine in der Milchstrasse fünf Milliarden erdähnliche Planeten gebe. Damit sei es nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit, dass auf einem von ihnen Leben existiere.

Wie viele Bücher haben Sie bisher verkauft?
Etwa 67 Millionen Bücher. Bin aber nie reich geworden damit. Jedes Jahr hat man ein paar Hunderttausend Franken eingenommen. Und jedes Jahr ein paar Hunderttausend Franken ausgegeben.

Die Kritiken auf Ihre neuesten Bücher im Internet fallen aber teilweise vernichtend aus, auch Fernsehauftritte liessen Sie gelinde gesagt nicht gut aussehen. So schreibt etwa die «Süddeutsche»: «Erich von Däniken gilt seit Jahrzehnten als Fixstern am Himmel der obskuren Thesen.» Und ein Buchkäufer schreibt auf Amazon.de: «Wer bereits Bücher von von Däniken besitzt, wird nicht viel Neues erfahren.» Wiederholen Sie sich ständig, oder wissen Sie mittlerweile mehr als bei der Veröffentlichung von «Erinnerungen an die Zukunft»?
Wenn Ausdrücke wie obskur oder «Spinner» oder Fantast kommen, habe ich mittlerweile Verständnis dafür. Kritiker, die keines meiner Bücher gelesen oder eine meiner Vorlesungen besucht haben, haben Vorurteile. Wenn man sich mit mir auseinandersetzt, merkt man, dass da schon mehr dahinter ist als reine Fantastereien. Aber Neid muss man sich erarbeiten.

Dennoch, vielfach wird kritisiert, Erich von Däniken bringe nichts Neues. Wiederholen Sie sich?
Es gibt Sachen, auf die man immer wieder eingehen muss, um sie ergänzen zu können. In der Wissenschaft ist dies nicht anders.

Nazca, der Weltraumbahnhof von Erich von Däniken…
Nazca war für mich nie ein Weltraumbahnhof, obschon es dauernd Dummköpfe gibt, die mir dies unterschieben. Inzwischen entdeckte man weltweit andere Wüstenflächen, mit dem gleichen Phänomen wie in Nazca. Zum Beispiel in Saudiarabien, Australien oder am Aralsee. Das sieht man heute dank Satellitenaufnahmen.

Was gibt es Neues aus der grossen Pyramide?
Seit der Roboter des Forschers Rudolf Gantenbrink die Luftschächte der Cheopspyramide erforscht hat und andere Roboter folgten, ist es ruhig geworden um das Thema. Die Öffentlichkeit wird zu wenig informiert, und ich greife das Thema wieder auf.

Gehen Ihnen Kritiker auf den Geist?
Mittlerweile habe ich gelernt, dass auch Kritiker recht haben können, nicht der Autor. Als junger Schriftsteller ist man zudem leichtgläubig und glaubt jeden Mist. Man ist mehr begeisterungs- denn kritikfähig.

Aber Erich von Däniken hätte sich gefreut, wenn er einmal einen Ausseridischen getroffen hätte…
Das wäre sensationell gewesen, wenn die Ausserirdischen wieder auftauchen würden. Das würde der Menschheit nicht schaden. Wir haben Kriege, Rechthabereien politischer und religiöser Art. Wenn nun plötzlich etwas auftaucht, wo man sieht, es ist nicht von dieser Welt – vielleicht würde die Technik etwas Angst machen – spielte es keine Rolle mehr, ob man nun Christ oder Muslim wäre oder welche Hautfarbe man hätte. Es würde uns klarmachen, dass wir zwar die intelligente Spezies auf diesem Planeten sind, es aber da draussen Existenzen gibt, die uns weit überlegen sind. Das erinnert mich an Walter Ernsting, der ja auch unter dem Synonym Walter Dalton Science Fiction-Romane verfasst hat. Bekannt ist etwa die Serie Perry Rhodan…
Genau, Ernsting war ein guter Freund von mir.

Er beschreibt im Buch »Am Tag, an dem die Götter starben» Zeitreisen, die Erich von Däniken gemacht haben soll. Fiktion oder Realität?
Das war Fiktion, einen Teil des Buches habe ich geschrieben, man wollte es wie ein guter Romanschreiber so erzählen, dass der Leser nicht genau erkennt, ob es sich um eine tatsächliche Gegebenheit oder eine frei erfundene Episode handelt. Das ist das Faszinierende daran.

Realität ist, Sie leben nun seit fast 80 Jahren, das ist eine lange Zeit, wie geht es Ihnen?
Gut, ich rauche immer noch und natürlich trinke ich ab und zu ein Gläschen. Aber das Wichtigste ist, mein Kopf funktioniert wie eh und je.

Wie ist das, wenn man langsam, aber sicher dem statistischen Ende entgegenblickt, macht das einem Angst?
Eigentlich nicht. Natürlich denkt man an den Tod. Das kann alle möglichen Ursachen haben. Man hat nicht Angst vor dem Tod, man hat eine Erwartung, ist neugierig. Entweder ist mit dem Tod alles fertig, dann muss man sich keine Gedanken machen. Oder es kommt ein neues Abenteuer, da bin ich gespannt.

Was wünscht sich Erich von Däniken zum 80. Geburtstag?
Gesund bleiben, so lange man darf, keine Gebrechen haben. Der Kopf muss funktionieren. Und natürlich möglichst viele Begegnungen der positiven Art. Möglichst viele andere Gehirne «infizieren» mit dem Gedanken, dass wir nicht alleine sind im Universum.

Noch leben Sie und haben sicher viel vor…
Dieses Jahr haben wir den ganzen Mai eine Vortragstournee in Brasilien, im Juli Australien, im August in den USA, danach folgen Tschechien, Polen und weitere Staaten im Osten Europas. Ich bin tatsächlich international gefragt.

Wie geht es weiter, neben den vielen Vorträgen?
Ich schreibe an einem Buch – eigentlich schreibe ich immer an einem Buch – es wird die Geschichten hinter meinen Geschichten erzählen…

Können Sie etwas mehr zum Inhalt sagen?
Ich hatte das Glück in meinem Leben, mit unfassbar intelligenten Menschen zusammenzukommen. Angefangen bei Wernherr von Braun, dem Raketenkonstrukteur von Adolf Hitler und späteren Chef der Nasa. Ich sprach mit Ägyptologen und anderen Forschern. Diese Leute erzählten mir spannende Sachen. In einigen Fällen hiess es «kein Foto und nicht an die Öffentlichkeit». Und man hat sich immer daran gehalten. Nun im erwähnten neuen Buch erzähle ich die Geschichten, die bisher unter Verschluss waren. Entweder sind die Leute verstorben, oder sie sind nach 20 Jahren Wartezeit einverstanden.

Wann wird das neue Buch erscheinen?
Auch noch in diesem Jahr auf der Herbsttournee. Doch der Titel fehlt noch.

Erich von Däniken ist mittlerweile zu einer eigenen Marke geworden. Hat die Gemeinde Beatenberg noch nicht angefragt, ob sie eine Von-Däniken Statue errichten könnte?
In Beatenberg gibt es einen Erich-von-Däniken-Weg, der aufgrund einer Schülerinitiative entstanden ist. Alle paar Hundert Meter steckt ein Pfosten im Boden, dort ist ein aufgeschlagenes Buch montiert in deutscher und englischer Sprache. Beschrieben werden Situationen und Geschichten aus meinem Leben und meinen Büchern.

Wie ging und geht eigentlich die Familie mit Erich von Däniken und seinen Fantastereien um?
Sehr, sehr positiv. Meine Frau weiss viel von dem, weil wir viel diskutieren zu Hause. Wir haben viele Gäste, sie liest aber meine Bücher nicht. Meine Tochter ist sehr auf meiner Seite, ich habe zwei Enkelkinder, der eine Bub ist sicher auch schon 24 Jahre alt und studiert Jura, das zweite Enkelkind macht gerade seine Matur. Sie alle helfen mir dann und wann bei Vorträgen und anderen Sachen. Meine drei Schwestern finden selbstverständlich toll, was ich mache. In der Familie ist alles in bester Ordnung, wir sind eine tolle Truppe, ein Clan, der zusammenhält.

In der Öffentlichkeit ist der von Däniken der mit dem blauen Jackett. Keine Probleme damit, dass Sie die Leute auf der Strasse ansprechen und im Berner Oberland sehr direkt sind?
Nein, das ist auch gut so. Mir geht jede Arroganz, jeder Dünkel ab, etwas Besseres zu sein. Vergiss es, ich bin wie jeder andere auch. Man ist dankbar, wenn man erkannt wird, ist nett mit den Leuten. Gleichzeitig sind es ja auch die Leser von mir. Das sind die, die Mundpropaganda machen.

Zurück zum 80.Geburtstag, der wird mit einer grossen Veranstaltung in Sindelfingen (D) gefeiert?
Da kommen viele interessante Leute zusammen. Etwa Professor Wickramasinghe, einer der bedeutendsten Astronomen unserer Zeit, oder Edgar Mitchell, Pilot der Landefähre von Apollo 14, der schon bei mir auf dem Beatenberg war, und viele weitere intelligente Leute mehr. Erwartet werden rund 2500 Personen.

Vertritt Mitchell Ihre These, dass uns in grauer Vorzeit Ausserirdische besucht haben?
Ja, und er geht noch einen Schritt weiter. In der ganzen UFO-Szene gibt es den Roswell-Fall. Die amerikanische Regierung hat den Vorfall immer mit Wetterballonen und Ähnlichem begründet. Mitchell ist in der Nähe von Roswell aufgewachsen. Er sagt, da sei etwas Fremdes heruntergekommen. Etwas, dass nicht irdisch sei.

Dennoch, es bleibt bisher dabei: Ihre Thesen sind Vermutungen, graue Theorie, dass es ausser uns noch andere Lebewesen im Universum gibt. Es gab nirgends etwas Handfestes, es sei denn, man wüsste es nicht. Ist das nicht auch etwas frustrierend?
Ich habe in meinen Kreisen auch nie etwas von einem handfesten Beweis gehört, der wissenschaftlich anerkannt ist. Gerüchteweise gibt es das immer wieder, aber eben, es bleiben Gerüchte. Ein Beweis wäre sensationell, aber die Zeit ist offenbar noch nicht reif für solche Dinge.

Sie sind kein Wissenschaftler, aber verkaufen dennoch Ihre Feststellungen so, dass man das Gefühl haben könnte, es seien Tatsachen…
Ich habe immer begriffen, dass jeder Wissenschaftler über seinen Fachbereich 1000-mal mehr weiss als der Erich von Däniken. Aber der Erich von Däniken hat auch einen Fachbereich und da weiss ich tausendmal mehr als die anderen. Die Frage ist eher, wie begegnet man einander? Diskutiert man ehrlich und offen? Und kann das, was man sagt, auch belegen? Dann wird die andere Seite vielleicht nachdenklich. So kann man die Meinung ändern oder anpassen.

Es bleibt dabei, der endgültige Beweis, dass es ausserirdische Wesen gibt, fehlt weiterhin…
Durch meine Arbeit weiss ich aber, dass es Ausserirdische geben muss, die vor Jahrtausenden da waren.

Quelle?
Ich kenne viele alte Bücher, die niemand kennt. So werden in den Abraham-Apokryphen Wesen beschrieben, «wie ich sie nie auf Erden gesehen habe, sie hatten nicht eines Menschen Atem», erzählt Abraham. Ich frage: Hatten sie Masken vor dem Gesicht? Wie auch immer, die Wesen hatten Abraham mitgenommen, «sie schleppten mich bis an der Feuerflammen Grenze». Dann beschreibt er die Erde von oben, «ich wünschte, auf die Erde niederzufallen.» Es gibt weitere Geschichten aus der Bibel, die Ausserirdische beschreiben, das ist doch nicht alles erfunden?

Wurden Sie von Wissenschaftlern schon als Scharlatan beschimpft?
Von Wissenschaftlern nicht. An unzähligen Orten, auch an Hochschulen, durfte ich Vorträge halten. Etwa in München an der Hochschule für Technologie oder an der Harvard University in den USA. Bei Letzteren hat mein Vortrag mit Standing Ovations geendet. Wie die Amerikaner sagen, sind meine Thesen «another point of view», es ist eine andere Betrachtungsweise.

In Buch «Götterdämmerung» hiess es : «Die Götter kehren zurück, der jüngste Tag der Erkenntnis steht bevor.» Sie beriefen sich dabei auf eine uralte, in Stein gehauene Prophezeiung der Maya. Laut ihr wäre am 23.Dezember 2012 der Gott Bolon Yokte zu uns herniedergestiegen. Passiert ist aber nichts. Lagen die Götter falsch?
Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass an diesem Datum nichts passieren wird. Weil ich immer wusste, es gibt zwar die Geschichten von Bolon Yokte und seiner Wiederkehr. Aber der Maya-Kalender wurde umgerechnet auf unseren Kalender. Da gibt es eine Bandbreite für einen Fehler von ein paar Hundert Jahren. Meine Meinung ist; die Götter werden wiederkehren, aber ich kann kein genaues Datum liefern.

Auch schon Geschichte ist der Mystery-Park in Interlaken, der heute Jungfrau-Park heisst. Wurmt das den Erich von Däniken eigentlich noch?
Ich bedaure das, der Betrieb war jedoch im Winter nicht rentabel. Aber es gibt ihn immer noch. Doch speziell die ausländischen Gäste können mit dem Namen Jungfrau-Park nichts anfangen. Da gibt es arabische Familien, die denken, sie seien an der Talstation der Jungfraubahn. Andere wiederum fragen «where are the Virgins, wo sind die Jungfrauen?»

Haben Sie noch etwas mit dem Park zu tun?
Im Sommer, einmal im Monat, halte ich noch einen Vortrag. Und mit den Besitzern und dem Direktor habe ich eine freundschaftliche Beziehung.

Sie waren ursprünglich Hotelier. Wie wird man dann zum Bestsellerautor?
Ich war in einem Gymnasium in Freiburg, lernte Lateinisch-Griechisch und war sehr ein gläubiger Mensch. Als Jugendlicher wollte ich wissen, gibt es andere Religionen im Altertum, die ähnliche Geschichten haben wie wir? Damit begann alles. Am 6. Dezember 1964 druckte die kanadische Zeitung «Der Nordwesten» in Winnipeg eine Doppelseite von mir. Das Thema war: Erhielten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall?

Sie waren damals als Gastronom tätig…
das erste Buch schrieb ich als Direktor im Hotel Rosenhügel in Davos, quasi im Hinterzimmer. Am Anfang wollte es niemand, 25 Verlage wiesen es zurück. Der Wissenschaftsredaktor vom Magazin «Die Zeit», Thomas von Randow, war oft bei mir zu Gast Er rief dann Erwin Barth von Wehrenalp an, ein deutscher Verleger und Besitzer des Econ-Verlags. Ironischerweise hatte derselbe Verlag mein Manuskript schon abgelehnt und zurückgeschickt. Doch Wehrenalp willigte ein. Da fuhr ich nach Düsseldorf, und mein Buch «Erinnerungen an die Zukunft» wurde ein grosser Erfolg für den Econ-Verlag.(Berner Oberländer)

Jungfrauzeitung vom 4. April 2015

Autolenker nach Kollision verstorben

In der Nacht auf Samstag ist in Sundlauenen ein Auto in ein Tunnelportal geprallt. Das Fahrzeug geriet nach der Kollision in Brand. Der Lenker konnte nur noch tot geborgen werden.

Die Meldung über ein brennendes Auto in Sundlauenen, Gemeinde Beatenberg, ging bei der Kantonspolizei Bern am Samstag gegen 00.55 Uhr ein. Aktuellen Erkenntnissen zufolge war das Auto zuvor in Richtung Interlaken unterwegs gewesen, als es aus noch zu klärenden Gründen von der Seestrasse abkam, in ein Tunnelportal prallte und schliesslich in Brand geriet.

Bei Eintreffen der sofort ausgerückten Feuerwehr Bödeli stand das Auto bereits in Vollbrand. Das Feuer konnte durch die Einsatzkräfte zunächst eingedämmt und schliesslich gelöscht werden. Dennoch konnte der Autolenker von den Rettungskräften nur noch tot geborgen werden. Hinweise auf die Identität des Lenkers liegen vor, die formelle Identifikation des Verstobenen steht aber noch aus. Im Einsatz standen nebst Einsatzkräften der Kantonspolizei Bern ein Ambulanzteam sowie die Feuerwehren Thun und Bödeli. Letztere sperrten die Seestrasse für die Dauer der Rettungsarbeiten. Der Hintergrund des Unfalls wird durch die Kantonspolizei Bern untersucht.

BEATENBERG 1. MÄRZ 2015 aus der Jungfrauzeitung vom 1. März 2015

Postauto fing Feuer

Am Samstagabend ist ein Linienbus in Brand geraten. Der Chauffeur, Anwohner und die Feuerwehr waren im Löscheinsatz. Verletzt wurde niemand.

Am Samstag, 28. Februar, war gegen 20.25 Uhr ein Linienbus von Interlaken in Richtung Beatenberg unterwegs. Eingangs Beatenberg bemerkte der Buschauffeur Rauch und Flammen im Bereich des Motorraums, stoppte den Bus umgehend und evakuierte die Passagiere. Sämtliche betroffenen Personen blieben unverletzt.

Technischer Defekt als Ursache

Dem Chauffeur gelang es unter Mithilfe von Anwohnern, die Ausbreitung des Feuers mittels Feuerlöschern zu verhindern. Die mit acht Angehörigen ausgerückte Feuerwehr Beatenberg führte in der Folge noch Nachlöscharbeiten aus. Der Bus war jedoch nicht mehr fahrbar und musste abgeschleppt werden. Die eingeleiteten Untersuchungen ergaben, dass der Brand aufgrund einer technischen Defekts im Bereich der Auspuffanlage ausgebrochen war.

BEATENBERG 22. FEBRUAR 2015 aus der Jungfrauzeitung vom 22.2.2015

Die versteckte Liebenswürdigkeit des Alltags

Jeden Tag geschehen rund um uns vermeintlich belanglose Dinge. Der Autor Pedro Lenz aus Olten siebt gerne die versteckte Story daraus heraus und las am Donnerstagabend vor rund 80 Gästen Kurzgeschichten vor.
Am Donnerstagabend trat der Mundart-Autor Pedro Lenz, Schaffer des erfolgreich verfilmten Buches «Der Goalie bin ig», im Kongresssaal Beatenberg vor rund 80 Gästen auf. Der schlaksige Langenthaler mit der tiefen Stimme las über eine Stunde lang Stücke aus seinem letztes Jahr erschienenen Buch «Radio» vor. Der gemächliche Oberaargauer Dialekt und die profanen bis skurrilen Alltagsbegebenheiten vermochten zu begeistern. Fast nach jeder zweiminütigen Geschichte brandeten spontaner Szenenapplaus und Gelächter auf.
Mitten aus dem Leben

Die Geschichten von Lenz kommen direkt aus dem Alltag, ihre Figuren müssen oft nicht extra vorgestellt werden. Oft wird er gefragt, ob es sich um wahre Begebenheiten handle. Die Antwort ist meist ein «Nein, aber». Er hat sie nicht alle selbst erlebt, aber sicher sind sie irgendwo schon geschehen oder werden unweigerlich noch stattfinden. Mittlerweile sind Werke von ihm in sechs verschiedene Sprachen übersetzt worden. Er spricht gerne darüber, wie in Schottland, wo «Dr Goalie bin ig» im typischen Dialekt der Stadt Glasgow zu «Naw much of a talker» übersetzt wurde, während der Tournee Leute gekommen seien und ihn gefragt hätten, wieso er als Schweizer denn über «ihre Jungs hier» schreibe. Auch nach dieser Lesung blieb er noch über eine Stunde im Saal, schrieb Widmungen und liess sich Geschichten erzählen.

Der Autor Erich von Däniken aus Beatenberg liess es sich nicht nehmen, nach der Lesung ein paar Worte mit Pedro Lenz zu wechseln.

Der Autor Erich von Däniken aus Beatenberg liess es sich nicht nehmen, nach der Lesung ein paar Worte mit Pedro Lenz zu wechseln.
Nachgefragt bei Pedro Lenz

Der Autor erschien früher als erwartet zum Gespräch beim Café des Hallenbads Beatenberg. Kaffee und Rauchpause gingen vorerst vor. Er sprach entspannt, mit tiefer Stimme, erweckte bald den Eindruck, innerlich angekommen zu sein.

Pedro Lenz, wie war die Anreise nach Beatenberg?

Pedro Lenz: (lacht) Hier oben gibts einfach überhaupt keinen nennenswerten öffentlichen Verkehr, musste ich feststellen. Ich glaube, ich habe grosses Glück gehabt, dass ich hier oben «mit em Chare» fast auf Anhieb an den richtigen Ort geraten bin. An den letzten Auftritten im Oberland war das nicht immer so einfach.

Ist es nicht unheimlich stressig, so viele Auftritte zu absolvieren, jeden Abend an einem anderen Ort?

Ich bin ständig auf der Piste, aber solange ich keine Tournee mache, ist es kein Stress. Jetzt bin ich immer mal wieder mit anderen Autoren und Musikern unterwegs, teils in zufällig zusammengewürfelten Kombinationen. Da bleibts natürlich immer spannend.

Nützt sich die Vorleserei denn nach mehreren Hundert Lesungen ab?

Falls das passiert, sind die Texte schlecht geschrieben. Ich vergleiche diese Werke gerne mit einer Partitur: Man kann sie neu arrangieren, ganz nach Stimmung verschiedene Stücke vorlesen, mit dem Tempo experimentieren…

Das ist ein auffällig musikalisches Vokabular…

Ich habe immer das Gefühl, dass Musiker immer ein bisschen intelligenter sind als ich. Das merke ich auch auf gemeinsamen Lesungen. Autoren und Schauspieler sind auf sich und ihre Darbietung fixiert, Musiker müssen immer das Ganze im Auge behalten. Da kann man viel davon lernen.

Was sind denn die Parallelen?

Literatur ist Rhythmusarbeit. Authentisches Erzählen bildet ein Gespräch ab, wie es stattfindet. Da wiederholen sich immer dieselben Wörter, überhaupt nicht so, wie man es in der Schule gelernt hat. Wiederholungen, Absätze, die beim Vorlesen zu Atempausen werden, alles kommt wie in der Musik auf den Rhythmus drauf an.

Zur Person

Pedro Lenz wurde vor bald 50 Jahren in Langenthal geboren. Der gelernte Maurer holte später die Matura nach und studierte einige Semester spanische Literatur. 2001 wagte er den Schritt, vollzeitlicher Schriftsteller zu werden. Heute wohnt er in Olten, hat elf Bücher publiziert und hat nach eigener Aussage rund 200 Auftritte pro Jahr, oft in Zusammenarbeit mit Musikern.

BEATENBERG 14. FEBRUAR 2015 Jungfrauzeitung vom 14.2.2015

Kunst vom Berg

Der Verein Kulturzentrum Beatenberg organisierte erstmals eine Ausstellung mit verschiedenen Künstlern aus dem Dorf. Künftig möchten die Veranstalter die einheimische Kultur noch stärker bewusst machen.

Die farbenprächtigen Bilder von Hannelore Wüthrich zeigen Landschaften rund um Thuner-, Brienzer- und Genfersee.

Die farbenprächtigen Bilder von Hannelore Wüthrich zeigen Landschaften rund um Thuner-, Brienzer- und Genfersee.Fotos: Marco Wölfli

Bereits Paul Klee wusste die Vorzüge von Beatenberg zu schätzen. Da Verwandte von ihm ein Hotel in Beatenberg besassen, reiste er oft in die Höhe und nutzte die fantastische Aussicht für Skizzen. Auch wenn heute keine Maler von Weltrang mehr in Beatenberg wirken, ist das Dorf immer noch ein Anziehungspunkt für viele Künstler. Diese arbeiten aber meist für sich und bewegen sich primär in ihrem Kunst-Bereich. Diesen Zustand beschloss Maria Lehner letzten Sommer zu ändern.

Die 70-Jährige lebt seit 20 Jahren in Beatenberg und gehört zu den weltweit besten Klöppel-Künstlerinnen. «Man sah vielleicht bei einem Nachbarn selbst gemachte Skulpturen vor dem Haus, doch den Künstler dahinter kannte man nicht», sagt sie. Mit Gleichgesinnten gründete sie den Verein Kulturzentrum Beatenberg, dem sie nun als Präsidentin vorsteht. Dieses Wochenende organisierte der Verein erstmals eine Ausstellung mit den Werken von sechs Künstlern aus dem Dorf. «Es war nicht ganz einfach, die Künstler aus ihren Ateliers zu holen. Schliesslich braucht es auch Mut, die eigenen Werke im Wohnort zu präsentieren», sagt Lehner.

Neben Lehners Klöppel-Kunst bestaunten die Besucher die Bilder von Elke Hirrle, Hannelore Wüthrich, Fritz Gafner, die Holzsäulen von Dominic Müller und die Skulpturen von Peter Freytag. Hans Peter Grossniklaus, das «historische Gedächtnis von Beatenberg», stellte die Kunstschaffenden an der Vernissage vor. Die Aussteller teilten sich in drei Zugezogene und drei Einheimische auf. Zu letzteren wusste Grossniklaus natürlich besonders viel zu erzählen: «Hannelore Wüthrich war schon in der Primarschule eine talentierte Zeichnerin.» Rund 50 Interessierte besuchten die Vernissage am Freitagabend. Darunter auch der neue Gemeinderat und Kulturvorsteher Peter Beutler. Er sei beeindruckt von der Vielfalt und vom Potenzial der Künstler, hielt er fest.
Rund 50 Personen besuchten die Vernisssage im Institut Beatenberg.

Gemeinsam war allen sechs Künstlern, dass sie in Beatenberg tätig sind. Das ist aber beileibe nicht der einzige Bezug. Der erfahrene Bergmaler Fritz Gafner malt oft die Gipfel, die von der Sonnenterrasse aus zu sehen sind. Dominic Müller verwendet für seine hohen, geschwungenen Holzsäulen Beatenberger Holz. Für die Vereinspräsidentin Maria Lehner war die Ausstellung rundum gelungen. Sie schmiedet bereits nächste Pläne: «Das war sicher nicht unsere letzte Veranstaltung. Wir möchten natürlich auch noch den anderen ansässigen Künstlern eine Plattform bieten.» Da selbst in Beatenberg das Reservoir an Kunstschaffenden nicht unendlich ist, sei es auch möglich, dass der Verein Kulturzentrum eine Ausstellung mit einem externen Künstler organisiere. Ein anderes Projekt ist die Beatenberger Dorfchronik, die im Moment im Entstehen ist. Gemäss Lehner plant der Verein eine Ausstellung mit den historischen Fotos aus der Chronik.

Elke Hirrle lebte lange in Berlin. In Beatenberg habe sie einen Kraftort für ihre Malerei gefunden.