Beatenberg in der Presse 2020/2021

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Beatenberg | 11. Februar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 11.2.2021

«Dank meines Alters kann ich in der Zeit zurücksehen»

Vor wenigen Wochen veröffentlichte der Autor Peter Beutler sein neuestes Buch. Darin thematisiert er den international bekannten Berner Fall Riedel-Guala und erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte, wie sie aus seinen Augen stattgefunden haben könnte.von Gina Krückl«Langnauer Gift» heisst das neue Buch von Peter Beutler.«Langnauer Gift» heisst das neue Buch von Peter Beutler.Fotos: Gina Krückl

Fast 100 Jahre ist es her, dass der Fall Riedel-Guala international durch die Medien ging. 1926 verurteilte das Landgericht Burgdorf den Arzt Max Riedel und seine Geliebte Antonia Guala wegen des Giftmords an Riedels Ehefrau zu je 20 Jahren Haft. Fünf Jahre später wurden die beiden in einem Revisionsprozess freigesprochen. Noch heute gilt der Fall als Paradebeispiel dafür, wie leicht ein Suizid für einen Mord gehalten werden kann.

Auf eben jenem Fall beruht nun das neueste Buch «Langnauer Gift» des Beatenberger Autors Peter Beutler. Statt Max Riedels und Antonia Gualas erzählt der 78-Jährige aber die Geschichte von Wendolin Roder und Laura Borelli. Das musste der Autor so machen: «Wegen des Persönlichkeitsrechts darf ich in meinem Roman nicht die echten Namen verwenden, da sich Angehörige daran stören und rechtliche Schritte einleiten könnten.»Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Für Peter Beutler ist es bereits das achte Buch, das er mit dem Emons-Verlag herausgibt.Foto: Zora Herren

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Etwa Riedels Tochter. «Ich konnte sie zwar nicht ausfindig machen, aber sie wäre mittlerweile rund 100 Jahre alt.» Und in einem solchen Fall müsse man üblicherweise abwarten, bis die betreffende Person 110 Jahre wäre, da man dann davon ausgehen dürfe, dass sie unterdessen verstorben sei. «Wenn jemand die Verletzung seines Persönlichkeitsrechts befürchtet, wird ein Buch sehr schnell eingestampft.»

«Erst 35 Jahre»

In einigen seiner früheren Werke sei er aber noch stärker vom Persönlichkeitsrecht eingeschränkt worden, so Beutler. «Bei den Recherchen zu meinem Buch «Kehrsatz» durfte ich nicht mal die polizeilichen und gerichtlichen Unterlagen durchgehen.» Dies vermutlich ebenso aus Datenschutzgründen, da der Fall «erst 35 Jahre» her sei. «Also musste ich anders zu Hintergrundinformationen kommen und habe glücklicherweise einige ehemalige Geliebte des mutmasslichen Täters gefunden, die nur zu gern mit mir reden wollten.»Die Recherche für «Langnauer Gift» war aufgrund des alten Falls nicht einfach.Die Recherche für «Langnauer Gift» war aufgrund des alten Falls nicht einfach.

Bei «Langnauer Gift» hätte es sich aufgrund des Fall-Alters dagegen schwieriger gestaltet, Zeitzeugen zu finden. «Um an Informationen zu kommen, bin ich also ins Berner Staatsarchiv gegangen und habe mich dort durch mehrere Meter von Akten gekämpft», erzählt Beutler. Und da er die natürlich nicht mit nach Hause nehmen durfte, hätte er rund 1000 Seiten mit seinem Natel fotografieren müssen.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Die Idee für sein neuestes Buch hat Peter Beutler von einem befreundeten Anwalt.Foto: Zora Herren

Einige persönlichere Informationen hätte er von einem befreundeten Anwalt erhalten. «Dr. Jürg Roth ist der Enkel von Fritz Roth, dem damaligen Anwalt von Riedel im Revisionsprozess, und er gab mir recht viele Bilder und Unterlagen, unter anderem auch ein altes Buch mit Fallnotizen seines Grossvaters.» Von Jürg Roth stamme überhaupt die Idee zu dem Buch. «Er kam eines Tages einfach auf mich zu, erzählte mir von seinem Grossvater und meinte, ich solle doch über diesen Fall schreiben.»

«Nur Fantasie passt nicht zu mir»

Trotz des immensen Aufwands, den Beutler für seine Bücher betreiben muss, kann er sich nicht vorstellen, ein anderes Genre zu schreiben. «Es wäre sehr viel gemütlicher, einfach meine Fantasie walten zu lassen, aber das passt nicht zu mir.» Er versuche immer, die Realität in seine Bücher zu integrieren. Denn auch wenn er die Namen der Akteure habe verändern müssen, beruhe das meiste in seinen Büchern auf Fakten.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.«Langnauer Gift» zeigt eine andere Zeit.

So wird Hauptfigur Dr. Roder im Buch quasi zur Ehe mit seiner Frau gezwungen, da sie bewiesenermassen ein Liebespaar sind. «Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Konkubinatsverbot abgeschafft wurde», so Beutler. So sei etwa ein Studienfreund verhaftet worden, weil er mit einer Frau zusammenwohnte. «Mitten in der Nacht stand die Polizei bei ihnen vor der Tür und war von einer Liebschaft der beiden überzeugt, weil beide Seiten seines Bettes warm gewesen sein sollen.» Und auch die von Beutler beschriebenen Foltermethoden seien in den 30er-Jahren gang und gäbe gewesen. «Das ist der Vorteil meines Alters, dass ich in eine Zeit zurücksehen kann, in die andere nicht sehen können.»

Gratwanderung Sachbuch und fiktiver Roman

Ein reines Sachbuch ist «Langnauer Gift» aber nicht. «Natürlich musste ich das Ganze etwas ausschmücken, aber mir geht es darum zu sagen, so könnte es gewesen sein.» Ein Buch zu schreiben, das eine Mischung aus Sachbuch und fiktivem Roman ist, sei eine Gratwanderung. «Aber ich muss literarisch den Boden unter den Füssen haben, damit ich nicht ganz abhebe.»Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Peter Beutler hat zu den Geschichten seiner Bücher immer einen persönlichen Bezug.Foto: Zora Herren

Darum sucht sich Beutler als Grundlage für seine Bücher immer eine Geschichte, zu der er einen persönlichen Bezug hat. Auch bei diesem: «Meine Vorfahren kommen aus der Region Langnau, und ich habe noch heute einige Verwandte dort.» So hätten seine Eltern den Fall miterlebt, auch wenn sie noch sehr jung gewesen seien. «Dennoch wird man von solchen Fällen geprägt.» Und für ihn sei das Schreiben ein Weg, seine Erlebnisse zu Papier zu bringen. «Es ist eine Gnade, dass ich das machen darf.»

Unterseen | 1. Februar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 31. Januar 2021

Kabelfernsehen Bödeli bringt Regionales noch grösser raus

Ab dem 1. Februar wird die Web-TV-Sendung «Panorama» an Werktagen auf dem Infokanal des regionalen Telekomunternehmens ausgestrahlt. Damit sollen Synergien genutzt werden, von denen vor allem die gemeinsamen Kundinnen und Kunden profitieren.von Patrick SchmedWalter A. Balmer freut sich über die Kombination seines Angebots mit den Videoinhalten der Jungfrau Zeitung, da beide Unternehmen den Fokus aufs Regionale legen.Walter A. Balmer freut sich über die Kombination seines Angebots mit den Videoinhalten der Jungfrau Zeitung, da beide Unternehmen den Fokus aufs Regionale legen.Fotos: Patrick Schmed

«Guten Abend, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, und herzlich willkommen zum Jungfrau Zeitung Panorama», diese Worte sind ab heute nicht nur auf den Plattformen der Gossweiler Media zu hören, neu erklingen sie auch aus den Lautsprechern der Fernsehbildschirme zu Hause, in den Restaurants, an den Bahnhöfen, im Tourist Info Interlaken und an zahlreichen weiteren Standorten auf dem Bödeli. An Werktagen strahlt das Kabelfernsehen Bödeli jeden Abend drei Mal die aktuelle Web-TV-Sendung «Panorama» aus. «Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, unsere Angebote mit dem Content der Jungfrau Zeitung zu verbinden», sagt Walter A. Balmer anlässlich der Lancierung am 1. Februar 2021. Der CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG ist überzeugt, dass vor allem die gemeinsamen Kunden von den Synergien profitieren, «denn hier geben beide Teile ihr Bestes.»

Regionales mit Relevanz

«Das, was in der Region passiert, hat meist einen direkten Einfluss auf das Leben der einheimischen Bevölkerung», findet Walter A. Balmer. «Aus diesem Grund verfolgt diese zwar die Nachrichten aus aller Welt, sind aber ganz besonders an den Neuheiten aus der Region interessiert.» Mit dem «Panorama» gibt es erstmals ein Videoformat, das sich voll und ganz auf das Berner Oberland fokussiert. Deshalb hätte das Kabelfernsehen Bödeli die Entwicklung der Web-TV-Sendung von Anfang an interessiert verfolgt und sei nun besonders stolz, die Videoberichte im Gebiet des Kabelfernsehens Bödeli via Infokanal direkt «in die guten Stuben» zu bringen. «Ich zweifle nicht daran, dass das neue Angebot einem Bedürfnis entspricht und auf gute Resonanz stossen wird», blickt Walter A. Balmer zuversichtlich in die Zukunft.

00:00/01:59Das Kabelfernsehen Bödelistrahlt an jedem Werktag drei Mal die aktuelle «Panorama»-Sendung aus – inklusive Prognose von Meteonews.

Aus dem Leben gegriffen

Nebst der Regionalität besticht das «Jungfrau Zeitung Panorama» auch durch den authentischen Blick auf das Berner Oberland, die Beiträge seien wie «aus dem Leben gegriffen und nah bei der Bevölkerung», lobt Walter A. Balmer die Journalistinnen und Journalisten der Jungfrau Zeitung. Kein Hochglanzformat, dennoch professionell gemacht und vor allem informativ und aktuell, so positioniert sich das Angebot aus seiner Sicht in der Medienlandschaft. «Ich habe beim Mitverfolgen der Berichte schon viel Neues über unsere Region gelernt», erwähnt der Betriebswirtschafter nebenbei. Ihn interessieren auch Beiträge aus dem Saanenland, aus dem Kandertal oder anderen Teilen des Berner Oberland. «Hier wohnen Geschäftspartner, Freunde, Bekannte oder Persönlichkeiten, die ich spannend finde», schätzt er die Vielfalt, die sich unter anderem in den unterschiedlichen Dialekten spiegelt. Sie machen bewusst, wie vielseitig dieser Kantonsteil ist, der trotz der Unterschiede eine Einheit darstellt.Das Kabelfernsehen Bödeli hat in vielen Bereichen die Nase vorn, weil es so nah bei der einheimischen Bevölkerung ist.Das Kabelfernsehen Bödeli hat in vielen Bereichen die Nase vorn, weil es so nah bei der einheimischen Bevölkerung ist.

Verbindende Einheit

«Das Berner Oberland wird vor allem durch den Tourismus und die hohe Bedeutung der KMU-Betriebe bestimmt», erkennt Walter A. Balmer eine von zahlreichen Gemeinsamkeiten, die das Berner Oberland verbinden. So begrüsst er es, dass die Jungfrau Zeitung seit einigen Jahren das Gebiet erweitert hat. Es würde sich nach wie vor in vielerlei Hinsicht vom übrigen, mittelländisch geprägten Kantonsteil unterscheiden. «Wer sich auf ein bestimmtes Gebiet fokussiert, übernimmt natürlich eine gewisse Verbindlichkeit und Verpflichtung, hat aber auch verschiedene Vorteile», kann der CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG aus eigener Erfahrung in einem regional tätigen Familienunternehmen berichten.Die zwei Angebote ergänzen sich perfekt.Die zwei Angebote ergänzen sich perfekt.

Unlimitierter Service

«Die Kunden kennen unsere Mitarbeitenden persönlich, häufig wissen sie, wo diese wohnen, und kennen sich auch privat», hört der Unterseener aus seinem Team. Die meisten Angestellten haben einen kurzen Arbeitsweg zum Hauptsitz der Kabelfernsehen Bödeli AG. So sind die Kundenberaterinnen und -berater und die Servicetechniker des lokalen Telekom-Anbieters buchstäblich näher bei den Kunden. Darum setzen sie sich noch mehr dafür ein, den hohen Ansprüchen der hiesigen Kundschaft besser Rechnung zu tragen. «Da die Menschen im Homeoffice arbeiten oder häufiger zu Hause sind, ist die Telekommunikation in vielen Fällen noch wichtiger geworden», beobachtet der Unternehmer. Schnellere Bandbreiten, mehr Entertainment, bessere Kommunikationsplattformen – bei all diesen und weiteren berichtigten Anforderungen helfen die freundlichen Geister der Kabelfernsehen Bödeli AG gerne weiter und das ohne Kosten. Für Kunden mit kleineren Abos gibt es während dieser Zeit sogar kostenlose Upgrades.Das Team der Kabelfernsehen Bödeli AG mit CEO Walter A. Balmer hat in den letzten Tagen die Vorbereitungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen.Das Team der Kabelfernsehen Bödeli AG mit CEO Walter A. Balmer hat in den letzten Tagen die Vorbereitungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen.

Kein Standortnachteil, ganz im Gegenteil

«Durch die regionale Nähe können wir besser zu unseren Kunden schauen und haben somit die Nase vorn», erklärt Walter A. Balmer den Grund für die hohen Marktanteile auf dem Bödeli und den umliegenden Gemeinden im Einzugsgebiet. Anstatt in Dividenden fliessen die erwirtschafteten Gewinne als Investition zurück in die Infrastruktur und in Innovationen. Die Entscheidungswege sind kurz, und so kann die Kabelfernsehen Bödeli neue Technologien rascher und flächendeckender umsetzen als grössere Mitbewerber. Den FTTS-Standard beim Glasfasernetz brachte das Kabelfernsehen Bödeli bereits vor zehn Jahren in sämtliche Haushalte im Einzugsgebiet, und seit August 2019 wird das blitzschnelle Netz mit einem neuen Bandbreitenstandard aufgerüstet. So sind die Kundinnen und Kunden mit Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde unterwegs.Wenn der Präsident einer Gemeinde etwas beschliesst, kann dies direkte Auswirkungen auf das Leben im Ort haben.Wenn der Präsident einer Gemeinde etwas beschliesst, kann dies direkte Auswirkungen auf das Leben im Ort haben.

Rekordverdächtig

Die Einführung einer so schnellen Bandbreite für alle lässt sich fast mit der Lancierung des TGV vergleichen, der mit 515 Kilometern pro Stunde den Geschwindigkeitsrekord bei der Personenbeförderung hält. Im übertragenen Sinn könnte man sagen, dass im Gebiet der Kabelfernsehen Bödeli sogar die «Bummler» mit Rekordgeschwindigkeit unterwegs sind. Standortnachteile gibt es hier nicht, ganz im Gegenteil. In der aktuellen Situation zahlen sich die gemachten Investitionen aus, denn trotz Krise gibt es im Netz von Kabelfernsehen Bödeli keine Engpässe. Auf dem Verkehrsnetz hingegen wird das Tempo häufig wegen Schnee, Föhnsturm, Baustellen oder grossem Verkehrsaufkommen gebremst. Da kann man nichts dagegen machen, oder? «Das neue Angebot wird in der Region für eine bessere Information sorgen», meint Walter A. Balmer mit einem Augenzwinkern. «So können sich die Verkehrsteilnehmer besser auf die Wetter- oder Verkehrseinflüsse vorbereiten.» Und das mit lokalen Schwerpunkten, denn genau so unterschiedlich wie die regionalen News und die Topografie sind auch die Wettereinflüsse. Nur gut, dass die Wetterprognosen, die Meteonews für das «Jungfrau Zeitung Panorama» erstellt, auch diese regionalen Unterschiede regionaldetailliert berücksichtigt.Die Informationen im «Jungfrau Zeitung Panorama» sind so regionaldetailliert wie die Wetterprognose, die sich im Berner Oberland je nach Tal unterscheidet.Die Informationen im «Jungfrau Zeitung Panorama» sind so regionaldetailliert wie die Wetterprognose, die sich im Berner Oberland je nach Tal unterscheidet.

«Jungfrau Zeitung Panorama» auf dem Infokanal von Kabelfernsehen Bödeli

Das «Jungfrau Zeitung Panorama» wird an Werktagen abends je drei Mal auf dem Infokanal von Kabelfernsehen Bödeli ausgestrahlt, und zwar um 18.55, 19.55 und 20.55 Uhr.

Für weitere Informationen und Fragen: www.kabelfernsehen.ch

Beatenberg | 17. Januar 2021 aus der Jungfrauzeitung vom 17.01.2021

Hallenbad bleibt offen

Die Stimmberechtigten nahmen den Gegenantrag des Gemeinderates knapp an. Das Schwimmbad wird erst geschlossen, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Die Schliessung kommt frühestens 2023, oder aber spätestens 2025.von Yannick MühlemannDas Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Das Hallenbad bleibt den Beatenbergern noch mindestens bis 2023 erhalten. Es soll erst geschlossen werden, sobald ein Neubauprojekt steht.Foto: Nora Devenish

Die Schliessung des Hallenbades in Beatenberg sei ein «emotionales Thema», sagte Gemeindepräsident Roland Noirjean gegenüber dieser Zeitung. Über die Frage, ob der Betrieb per Ende 2022 eingestellt wird, oder erst zwischen 2023 und 2025, entschieden die Bürger am Sonntag, 17. Januar an der Urne.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.So stellt sich die Gemeinde den idealen Fahrplan für die Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard vor.Visualisierung: Roland Noirjean

Grosses Defizit, teure Sanierung

Der Betrieb und Erhalt eines Hallenbades sei für kleinere Gemeinden wie Beatenberg mit enormen Kosten verbunden. Während der Betrieb mit 40’000 Franken jährlich noch verkraftbar sei, ist es die notwendige Sanierung, die ein Loch in die Gemeindekasse reissen würde. Über die vergangenen drei Jahre habe das Schwimmbad ein Defizit von rund 640’000 Franken erwirtschaftet. Die Hälfte davon trägt die Gemeinde, die in Zukunft mit einer Zunahme rechnet. Gemeindepräsident Roland Noirjean rechnet mit Kosten von über einer halben Million Franken, die innerhalb der nächsten fünf Jahre auf die Gemeinde zukommen.

Ich war erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollenRoland NoirjeanGemeindepräsidentBeatenberg

Das Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi, das neben dem Hallenbad auch den Kongress-Saal und die Turnhalle beheimatet, muss einer Totalsanierung unterzogen werden, deren Kosten sich auf rund 7,5 Millionen Franken belaufen. Die Sanierung läuft Hand in Hand mit der Entwicklung des Areals Jungfraublick/Beauregard, was die ganze Sache komplizierter macht. Dadurch könnten aber in Zukunft Synergien geschaffen werden, die sich für die Gemeinde lohnen (siehe Interview mit Gemeindepräsident Roland Noirjean am Ende dieses Artikels). Aber für eine Sanierung des Hallenbades kämen noch einmal 4,7 Millionen zu den bestehenden Kosten hinzu, was aus Sicht des Finanzverwalters neben den laufenden und künftigen Projekten nicht möglich sei.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Der Betrieb und Unterhalt des Schwimmbades ist für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.Foto: Nora Devenish

Grundsatzentscheid gefragt

An der Abstimmung vom Sonntag, 17. Januar fällten die Stimmberechtigten nun einen Grundsatzentscheid über die Schliessung des Hallenbades. Der Erheblichkeitsantrag zur Schliessung des Hallenbades wurde mit nur neun Stimmen Unterschied knapp abgelehnt. 143 Stimmbürger waren dagegen und 134 sprachen sich dafür aus. Das umgekehrte Bild bot sich beim Gegenantrag des Gemeinderates. Dieser sieht eine Schliessung erst vor, wenn ein Neubauprojekt erstellt wird. Das heisst, eine Schliessung würde frühesten im Jahr 2023 und spätestens Ende 2025 erfolgen. Der Gegenantrag erhielt 143 Ja-Stimmen und 133 Nein-Stimmen. Ein knappes «Ja» für den Gegenantrag. So bleibt den Beatenbergern das Hallenbad noch bis mindestens 2023 erhalten.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Gemeindepräsident Roland Noirjean ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Obwohl es verhältnismässig knapp ausfiel.Foto: Yves Brechbühler

Nachgefragt bei Roland Noirjean, Gemeindepräsident Beatenberg
Haben Sie mit einem so knappen Resultat gerechnet?

Roland Noirjean: Es ist keine Riesen-Überraschung. Ich war aber schon erstaunt, wie viele Personen kein Hallenbad mehr wollen.

Wie geht es nun weiter mit dem Hallenbad in Beatenberg?

Das ist eine komplizierte Geschichte wegen der beiden Hotels, die die Gemeinde gekauft hat. Es wird eine Arbeitsgruppe geben, die das ganze Areal anschaut. Es wird einen Studienwettbewerb geben und das ganze Areal soll geplant werden. Dann können verschiedene Projektentwickler und Investoren ihre Ideen vorstellen. Die Idealvorstellung wäre ein Hotelprojekt im Gesundheitsbereich mit einem öffentlich zugänglichen Hallenbad. Bei der Sanierung des Mehrzweckgebäudes haben wir zwei Möglichkeiten. Eine wäre, dass das Hallenbad ganz zurückgebaut und umgenutzt wird, die andere wäre, ein komplett neues Mehrzweckgebäude zu bauen.

Was ist mit dem Neubauprojekt gemeint?

Der Gemeinderat ist eher der Meinung, dass alles abgebrochen wird und danach etwas Neues entsteht. Aber das ist noch nicht beschlossene Sache.

Soll mit der Sanierung des Mehrzweckgebäudes Wydi nicht auch das Hallenbad saniert werden, oder wären die Kosten zu hoch?

Die Sanierung würde 7,5 Millionen Franken kosten und davon fielen 4,7 Millionen für das Hallenbad an. Das ist nicht möglich für die Gemeinde. Aber bis 2025 müssten wir es spätestens sanieren, deshalb haben wir dieses Zeitfenster aufgestellt. (yam)

Beatenberg | 15. Januar 2021

Schwimmbad-Schliessung ist «emotionales Thema»

Am Sonntag stimmen die Beatenbergerinnen und Beatenberger ab – unter anderem auch, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll.von Gina KrücklBald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Bald entscheidet die Gemeinde über die Zukunft des Schwimmbads.Fotos: Nora Devenish

Was wird aus dem Hallenbad Beatenberg? Wird der Betrieb per Ende 2022 eingestellt oder aber erst zwischen 2023 und 2025? Zwischen diesen beiden Varianten kann das Stimmvolk bei der Urnenabstimmung kommenden Sonntag entscheiden. Es sei eine Tatsache, dass sich der Betrieb einer Schwimmhalle gerade für eine kleinere Gemeinde nicht lohnt, so Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean. «Es gab da vor einigen Jahrzehnten einen Boom, mittlerweile ist aber klar, dass sich dieser Luxus nur grössere Gemeinden leisten können.» In kleineren Gemeinden würden Hallenbäder ein riesiges Loch in die Gemeindekasse fressen.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.Kleinere Gemeinden können sich laut Noirjean ein eigenes Hallenbad nicht leisten.



So auch in Beatenberg: Der Betrieb sei aktuell ohne grossen Kostenaufwand (rund 40’000 Franken) möglich, heisst es im Abstimmungstext. «Durch die zwingend notwendige Sanierung würde sich das aber in den kommenden Jahren vervielfältigen», so Noirjean. So betrug das erwirtschaftete Defizit in den vergangenen drei Jahren rund 640’000 Franken – Tendenz steigend. Zur Hälfte muss das die Gemeinde tragen. «Innerhalb von fünf Jahren wären wir damit bei über einer halben Million Franken.»

7,5 Millionen für Totalsanierung

Die Totalsanierung des MZG Wydi mit den geplanten Massnahmen bis 2035 würden die Gemeinde laut Abstimmungstext rund 7,5 Millionen Franken kosten. Aus Sicht des Finanzverwalters sei es nebst den anderen laufenden und künftigen Projekten nicht möglich, zusätzlich das Hallenbad für mindestens 4,7 Millionen Franken zu sanieren.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Gemäss Beatenbergs Gemeindepräsident Roland Noirjean hat der Gemeinderat keine konkreten Pläne für eine Umnutzung des Hallenbads.Foto: Yves Brechbühler

«Es ist ein emotionales Thema», so Noirjean. «Wenn man als Kind dort schwimmen gelernt hat oder etwa als Lehrerin dort tätig war, hat man eine persönliche Bindung zu diesem Ort.» Er selbst habe zwar keine, verstehe aber die daraus resultierende Problematik. Darum sei eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung schwierig. Möglich ist auch die Ablehnung beider Vorlagen: Was dann passiere, sei ungewiss. «Dann muss der Gemeinderat eine andere Lösung suchen», so Noirjean. Denkbar sei entweder die sofortige Schliessung oder aber die Umnutzung der Liegenschaft. «Zwar gibt es ein paar Ideen, konkrete Pläne haben wir diesbezüglich aber nicht.»

aus dem Berner Oberländer vom 29.8.2020

Beatenberger kaufen Hotelruinen

Die Stimmbürger sagten an der Gemeindeversammlung Ja zur Übernahme der drei Liegenschaften im Dorfzentrum. Kritik gabs am Vorgehen des Gemeinderats.Das Hotel Jungfraublick (l.) und das angrenzende Chalet Central in Beatenberg werden von der Gemeinde Beatenberg gekauft.© Foto: Hans Urfer Das Hotel Jungfraublick (l.) und das angrenzende Chalet Central in Beatenberg werden von der Gemeinde Beatenberg gekauft.

1,1 Millionen Franken für den Kauf, 200’000 Franken für juristische und planerische Beratung, 500’000 Franken für Abbruchkosten: Diese Beiträge beantragte der Gemeinderat den 110 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend rund um die Übernahme der Liegenschaften Hotel Jungfraublick, Hotel Beauregard und Chalet Central.

Mit 73 Ja- gegenüber 27 Nein-Stimmen folgte die Mehrheit im Kongress-Saal ihrer politischen Führung. Damit ist klar, dass die Gemeinde von der Raiffeisenbank Jungfrau die drei Hotelruinen im Dorfzentrum erwirbt.Auch das baufälllige Hotel Beauregard wird zum Eigentum der Gemeinde.© Foto: Hans Urfer Auch das baufälllige Hotel Beauregard wird zum Eigentum der Gemeinde.

Mehrere offene Fragen

Die Anzahl Nein-Stimmen zeigt, dass die Vorlage nicht unumstritten war. Die Kritik zielte weniger auf den Kauf an sich ab als vielmehr auf das Vorgehen des Gemeinderates. «Was ist, wenn kein Investor für den Weiterverkauf der drei Liegenschaften gefunden wird?», fragte ein Stimmbürger. Andere Votanten monierten, dass vorgängig zu dieser Vorlage nie ein Infoabend stattgefunden habe. Ferner sei nicht klar, was mit dem 50 Jahre alten Mehrzweckgebäude Wydi geschehen soll. Weiter soll zudem offen sein, ob der Kauf der leer stehenden Gebäude überhaupt finanziert werden kann. Zudem müsse mit der Raiffeisenbank nochmals über den Kaufpreis verhandelt werden, da dieser zu hoch sei.

«Zum jetzigen Zeitpunkt tragbar»

Finanzverwalter Urs Schweizer räumte ein, dass die Finanzplanung erst in wenigen Monaten vorliege, jedoch jetzt gesagt werden könne, dass der Kauf tragbar sei. «Zu diesem Schluss komme ich nicht zuletzt deshalb, da wir auch die veranschlagten Investitionen von 2,6 Millionen Franken mit den rund 1,3 Millionen bei weitem unterschreiten», sagte Schweizer. Somit sei zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mit einer wesentlich höheren Verschuldung zu rechnen.Die Stimmbürger von Beatenberg entscheiden an der Gemeindeversammlung vom 28. August 2020 über den Antrag des Gemeinderats, drei Hotelruinen von der Raiffeisenbank Jungfrau zu kaufen. Der Stimmenzähler (l.) waltet seines Amtes.© Foto: Hans Urfer Die Stimmbürger von Beatenberg entscheiden an der Gemeindeversammlung vom 28. August 2020 über den Antrag des Gemeinderats, drei Hotelruinen von der Raiffeisenbank Jungfrau zu kaufen. Der Stimmenzähler (l.) waltet seines Amtes.

«Es muss etwas passieren»

«Daran haben wir nicht gedacht», gab Gemeindepräsident Roland Noirjean denen recht, die einen Infoabend vermissten. Im gleichen Atemzug gab er jedoch zu bedenken, dass anlässlich des Workshops im Dezember und einer folgenden Onlineumfrage von der Bevölkerung klar das Signal gekommen sei, dass mit den Ruinen im Zentrum «etwas passieren» müsse.

«Wir haben es in der Hand, selber zu bestimmen.»

Ferner sei vorgesehen, den Kauf gegebenenfalls über ein Darlehen und nicht über die Aufnahme einer Hypothek abzuwickeln. Als «besonders wichtiges Argument» führte Noirjean ins Feld, dass die Gemeinde bei einem Kauf «es in der Hand hat, selber zu bestimmen, was auf dem Areal Jungfraublick und Beauregard gebaut wird».

Positive Voten

Lob erhielt der Gemeinderat gleich mehrfach für seine Absicht, das Dorfzentrum durch das Verschwindenlassen der seit Jahren leer stehenden Gebäude attraktiver gestalten zu wollen. «Jetzt muss etwas gehen, und somit ist der Kauf der Objekte der richtige Entscheid», sagte beispielsweise ein Versammlungsteilnehmer.

Dennoch musste über einen Rückweisungsantrag abgestimmt werden, der forderte, vor dem Kauf einen Vorvertrag mit einem Investor abzuschliessen, abzuklären, ob die Höhe des Kaufpreises gerechtfertigt ist, und zu klären, ob Kosten die Abbruchobjekte betreffend allenfalls von der Denkmalpflege des Kantons übernommen werden oder nicht. Die Stimmbürger lehnten den Antrag mit 68 Nein- zu 33 Ja-Stimmen ab.

Die nächsten Schritte

Somit ist der Weg frei für den Abschluss des Kaufvertrages durch den Gemeinderat. Weiter informierte der Gemeindepräsident, dass ein Gesamtkonzept über die gemeindeeigenen Flächen und Liegenschaften im Dorfzentrum erstellt wird und eine Arbeitsgruppe eingesetzt wird, um Details mit den Planern zu klären. In einem weiteren Schritt könnte ein Projektwettbewerb durchgeführt werden, und ein Investor sei zu suchen.

aus dem Berner Oberländer

1. Niederhorn-BerglaufTrotz Nebel strahlende Gesichter

An der erfolgreichen Premiere nahmen 84 Läuferinnen und Läufer teil.

Publiziert: 31.08.2020, 14:070 Kommentare

Nach 11,8 Kilometern und 1500 Höhenmetern freute man sich über die Ankunft im Ziel.
Nach 11,8 Kilometern und 1500 Höhenmetern freute man sich über die Ankunft im Ziel.Foto: PD

Statt wie bisher an mehreren Etappen ausgetragen, fand der diesjährige Uphill Champion Thun am Samstag erstmals als Niederhorn-Berglauf statt. Die Strecke führte von der Beatenbucht via Beatenberg und Vorsass auf die Spitze des Niederhorns.

Die Läuferinnen und Läufer liessen sich von den kühlen garstigen Bedingungen und vom dichten Nebel auf dem Weg zum Gipfel nicht den Spass verderben und starteten top motiviert auf die steile und anspruchsvolle Strecke. Das Wetter sahen sie als Chance auf eine gute Zeit und nicht als Spielverderber. So erreichten alle 84 gestarteten Läuferinnen und Läufer nach 11,8 Kilometern und 1500 Höhenmetern schnell und erfolgreich das Ziel auf dem Niederhorn.WEITER NACH DER WERBUNG

Der Sieg des ersten Niederhorn-Berglaufs konnten bei den Frauen Christine Hauert mit 1:33:36 und bei den Männern Roman Kessler mit einer Zeit von 1:18:10 feiern. Blieb einzig die Frage, ob bei anderen Bedingungen die Zeiten auch so gut gewesen wären…

Logiernächtestatistik | 24. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Leichte Erholung im ersten Sommermonat

Zum ersten Mal seit dem Lockdown verbuchen die Hotelleriebetriebe im Juni einen leichten Anstieg der Übernachtungen. Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen bleiben die Logiernächte im negativen Bereich.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Foto: Keystone/Antonio Calanni

Dank des Sommerauftaktes haben die Logiernächte im Juni allmählich wieder angezogen. Die Verluste bleiben im Vergleich zum Vorjahr aber einschneidend: Die Oberländer Destinationen verbuchten im Schnitt 62 Prozent weniger Übernachtungen als zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Wie zu erwarten stammt der Grossteil der Gäste aus dem Inland: Rund 80 Prozent der Übernachtenden in Interlaken waren Schweizer. An zweiter Stelle stehen die Gäste aus Deutschland mit 1384 Logiernächten. Das gleiche Bild in Grindelwald: 18’657 der insgesamt 21’595 Übernachtungen sind den inländischen Gästen zu verdanken. Auffallend sind die Simmentaler Destinationen: Saanen, Zweisimmen und die Lenk verbuchen mit verhältnismässig bescheidenen Einbussen zwischen 20 bis 25 Prozent weniger Ausfälle als das restliche Oberland. Einzig Sigriswil vermag mit ihnen mitzuziehen. Grund dafür könnte sein, dass diese Orte sich – schon vor Corona – grossmehrheitlich auf wiederkehrende Schweizer Gäste konzentriert haben.

Tiefpunkt erreicht

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus in Europa kämpfen Hotelbetriebe in der Schweiz mit massiven Umsatzeinbrüchen. Nachdem der Schweizer Tourismus mit Rekordzahlen in das neue Jahr startete, kam im März wegen der behördlichen Schliessungen der Absturz – und im April dann praktisch der Totalausfall. Dies widerspiegeln die Logiernächtezahlen: In den ersten beiden Monaten dieses Jahres waren, abgesehen der bereits eingebrochenen asiatischen Gästeströme, die Übernachtungszahlen noch stabil. Sie brachen nach den Schliessungen durch den Bundesrat Mitte März ab. Im Juni stiegen die Logiernächte im Vergleich zu den Vormonaten wieder an. Aufgrund der allmählichen Grenzöffnungen fanden auch europäische Gäste – wenn auch zögerlich – wieder den Weg in das Berner Oberland.

Logiernächte (LN) Juni 2020
OrtAnkünfte Juni 2019LN Juni 2019Ankünfte Juni 2020LN Juni 2020Veränderung LN in %
Adelboden880818’21838219574-47%
Aeschi236339235741134-71%
Diemtigen4621030207514-50%
Frutigen505882303419-52%
Kandersteg573511’86242157344-38%
Reichenbach151835019362409-31%
Spiez836514’39444258113-43%
Beatenberg835915’69422674559-70%
Bönigen194041286551480-64%
Brienz681311’57845617757-33%
Grindelwald38’64575’85710’82421’595-71%
Hasliberg4342900712712770-69%
Innertkirchen1652261513231965-25%
Interlaken43’01987’311872818’520-79%
Iseltwald1895355610431984-44%
Lauterbrunnen27’10563’929600711’681-81%
Leissigen189732116321191-62%
Matten426587088111709-80%
Meiringen5916879818773302-62%
Ringgenberg242049717561440-71%
Unterseen776217’45219784106-76%
Wilderswil688114’00712292950-79%
Lenk4991917539107758-15%
Saanen13’19928’176900721’315-24%
Zweisimmen7841004549768-23%
Sigriswil547714’434356011’667-20%
Thun852013’32555507875-53%
Total231’897465’64387’138176’825-62%
*) Wenn die Zahlen von weniger als drei Betrieben stammen, werden sie aus Datenschutzgründen nicht genannt.

Beatenberg | 18. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Beiträge an Schülertransporte erhöht

Die Kosten für die Postauto-Abos sind mit dem Tarif «Libero» erneut gestiegen. Die Gemeinde hat dementsprechend die Beiträge von 350 Franken auf 400 Franken auf das neue Schuljahr 2020/21 angepasst. Wie die Gemeinde ausserdem mitteilt, wird die DracheBärgZytig auf 2021 farbig.Die Schüler aus Beatenberg werden mit dem Postauto transportiert.Die Schüler aus Beatenberg werden mit dem Postauto transportiert.Foto: Marco Wölfli

Mit der Einführung des Tarifs «Libero» sind die Kosten für die Postauto-Abos erneut gestiegen. Deshalb wurden die finanziellen Auswirkungen der Schülertransporte geprüft und die Anpassungen der Richtlinien für Schülertransporte abgeklärt. Seit mindestens zehn Jahren beträgt der Beitrag der Gemeinde an die Eltern 350 Franken. Die letzte Anpassung des Beitrags liegt schon länger zurück.

Grundlage für die Berechnung des Beitrags sind die 39 Schulwochen (ein Dreiviertel Jahr), die Gemeinde übernimmt also rund drei Viertel der Kosten für das Abo. Die «Richtlinien für Schülertransporte in der Gemeinde Beatenberg» werden nun ab Schuljahr 2020/21 angepasst, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Im Sinne eines familienfreundlichen Ortes wird der Beitrag der Gemeinde daher von 350 Franken auf 400 Franken und der reduzierte Satz von 100 Franken auf 120 Franken erhöht.

Drachebärg Zytig wird bunt

Wie die Gemeinde weiter mitteilt, wurde im Herbst 2017 die Drachebärg Zytig neu organisiert und ein Leistungsvertrag zwischen der artworking gmbh sowie der Gemeinde, Beatenberg Tourismus und der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde mit einer Laufzeit von drei Jahren ab 1. Januar 2018 abgeschlossen. Bis jetzt sind nur die erste und die letzte Seite farbig. Alle anderen Seiten sind schwarz-weiss. Ab spätestens 1. Januar 2021 soll nun die ganze Zeitung in Farbe erscheinen. Der Gemeinderat unterstützt das Vorhaben und hat einen jährlich wiederkehrenden Beitrag von 10’896 Franken (Erhöhung um 1600 Franken) beschlossen. Zudem soll ein neuer Leistungsvertrag um weitere drei Jahre abgeschlossen werden.

Niederhorn/Hohgant | 17. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Grösstes Waldreservat des Kantons geplant

Zwischen Niederhorn und Hohgant soll das grösste Waldreservat des Kantons Bern entstehen. Die Berner Regierung hat dafür einen Kredit von 3,7 Millionen Franken bewilligt. Stimmen nebst dem Parlament auch die Waldeigentümer zu, wird das Projekt im Jahr 2021 realisiert.Zwischen dem Hohgant-Massiv (im Bild) und dem Niederhorn soll das grösste Waldreservat des Kantons Bern entstehen.Zwischen dem Hohgant-Massiv (im Bild) und dem Niederhorn soll das grösste Waldreservat des Kantons Bern entstehen.Foto: Keystone, Martin Rüetschi

Mit dem Reservat als Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten mache der Kantone einen wichtigen Schritt, um seine Biodiversitätsziele zu erreichen, teilte der Regierungsrat am Montag mit. Die 4500 Hektaren grosse Fläche liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Beatenberg, Habkern und Eriz.

Davon sind zwei Drittel Wald und ein Drittel offenes Land mit Moorflächen und Felspartien. Die Fläche gehört 20 Waldeigentümerinnen und -eigentümern. Sie hätten in Vorgesprächen ihre Absicht bekräftigt, mit dem Kanton einen entsprechenden Vertrag auszuhandeln, heisst es in der Mitteilung weiter.

Derzeit fänden die Eigentümerversammlungen statt. Die Verträge sollen per 1. Januar 2021 unterzeichnet werden. Gegen die Einrichtung des Waldreservates seien in der öffentlichen Auflage keine Einsprachen eingegangen.

50 Jahre Verzicht auf Bewirtschaftung

Die Waldfläche gliedert sich in ein Totalreservat mit 968 Hektaren und in ein Teilreservat mit 1876 Hektaren. Im Totalreservat verzichten die Waldeigentümer während 50 Jahren komplett auf die Bewirtschaftung und lassen so eine natürliche Entwicklung des Waldes zu.

Im Teilreservat sind Eingriffe geplant, um Lebensräume für seltene und gefährdete Arten und die Moorgebiete zu erhalten und aufzuwerten. Die Eigentümer erhalten dafür Flächen- und Bewirtschaftungsbeiträge.

Gemäss der Waldpolitik des Bundes sollen die Waldreservate bis 2030 zehn Prozent der Waldfläche ausmachen. Mit dem Reservat am Grünenbergpass erhöht der Kanton Bern seinen Anteil nach eigenen Angaben von 2,9 auf 4,5 Prozent. Der Bund zahlt im Rahmen der Programmvereinbarung Waldbiodiversität 2020 bis 2024 massgeblich mit.

Beatenberg | 16. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Der Spaziergang am Abgrund

Wer Nervenkitzel und Panorama-Aussicht sucht, dafür jedoch nicht die Bergschuhe schnüren mag, der wird am Niederhorn fündig. Auf dem neu errichteten Gratweg können Besucher den Felskanten entlanglaufen – die «Felsenbrücke» führt sogar darüber hinaus.von Pascal MüllerSeit vergangenem August wurde gebaut, nun wird der neue Gratweg am Niederhorn eröffnet. Er führt rund um das Berghaus zu mehreren Aussichtsplattformen.Seit vergangenem August wurde gebaut, nun wird der neue Gratweg am Niederhorn eröffnet. Er führt rund um das Berghaus zu mehreren Aussichtsplattformen.Fotos: Pascal Müller

Einen Blick in den Abgrund werfen: Seit Freitagabend ist das am Niederhorn offiziell möglich. Wo vorher ein Zaun allzu Waghalsige davon abhielt, sich zu vergewissern, wie weit es in die Tiefe geht, dort können sie nun entlangspazieren. Teilweise gar mit Kinderwagen. Der neu eröffnete Gratweg ist Kernstück des Projektes «Neuinszenierung Niederhorn». Dieses wartet mit verschiedenen Attraktionen für Kinder und Familien auf, die dieses Wochenende eingeweiht werden.

00:00/01:44Blick in die Weite – und die TiefeDer Gratweg am Niederhorn bietet Rundum-Sicht und Nervenkitzel.

Eine «Gratwanderung»

Der Weg entlang der steil abfallenden Felsen beginnt oberhalb des Berghauses Niederhorn und führt dem Grat entlang zur Bergstation. Für Schwindelfreie bietet sich zudem der Gang über die «Felsenbrücke» an: Eine V-förmige Holzkonstruktion, die zwei Felskanten miteinander verbindet. Eine Gratwanderung ist es indes nur bedingt: Leichtes Schuhwerk genügt, um den ebenen Weg auf natürlichem Untergrund zu beschreiten. Vielmehr ist es ein «Grat-Spaziergang». Er richtet sich denn auch nicht an ambitionierte Berggänger, sondern vielmehr an Familien und Ausflügler mit Kindern.Die «Felsenbrücke», Herzstück des neuen Gratweges, unweit des Berghauses.Die «Felsenbrücke», Herzstück des neuen Gratweges, unweit des Berghauses.Foto: Niederhornbahn AG

Alpen-OL und Panorama

Für die jüngsten wurde auf dem Gipfel ein neuer Alpen-OL kreiert. Der «Rocky’s Pfad» verläuft entlang des Niederhorn Gratweges und soll die Kinder auf die weiteren Orientierungsläufe im Gebiet vorbereiten. Die Erwachsenen dürften währenddessen eher Augen für das eindrückliche Panorama haben. Teil des Gratweges sind zwei neue Aussichtsplattformen, die dazu animieren, den Blick in sämtliche Himmelsrichtungen schweifen zu lassen. Eiger, Mönch, Jungfrau zum einen, der Thunersee zum andern und «last but not least»: freie Sicht ins Justistal.Kein seltener Gast: Insbesondere frühmorgens streifen die Steinböcke durch ihr natürliches Habitat am Niederhorn.Kein seltener Gast: Insbesondere frühmorgens streifen die Steinböcke durch ihr natürliches Habitat am Niederhorn.Foto: Niederhornbahn AGAuf die Bedürfnisse der Tiere wurde beim Bau des Gratweges geachtet. Für die Steinböcke wurden Steinmauer-Passagen eingebaut, die sie überklettern können.Auf die Bedürfnisse der Tiere wurde beim Bau des Gratweges geachtet. Für die Steinböcke wurden Steinmauer-Passagen eingebaut, die sie überklettern können.Foto: Niederhornbahn AG

Corona getrotzt

Der Spatenstich erfolgte am 5. August vor einem Jahr, gekostet hat das Projekt rund eine halbe Million Franken. Der Lockdown Mitte März fiel mitten in die bauliche Endphase. Die Diskussionen, das Projekt auf Eis zu legen, seien kurz gewesen, sagt der Geschäftsführer der Niederhornbahn AG, Marc Höliner. Es gehe darum, die Hausaufgaben auch während der Krise zu machen, so Höliner. Coronabedingt erleide die Destination ob dem Beatenberg zwar eine Delle, letztlich setze man aber bereits länger auf den Schweizer Gast. Dadurch seien die Auswirkungen in diesem Geschäftsjahr nicht dramatisch.Das Alpenpanorama zieht insbesondere Schweizer Gäste an.Das Alpenpanorama zieht insbesondere Schweizer Gäste an.

Marc Höliner freut sich umso mehr, das neue Bijou «endlich» einweihen zu können. «Wir wollen damit unseren Gästen die Höhe und unsere Natur näherbringen und einen Einblick in die Felswelt ermöglichen», sagt der Geschäftsführer der Niederhornbahn AG.«Die Hausaufgaben auch während der Krise machen»: Geschäftsführer Marc Höliner sagt, die Weiterführung des Projekts sei zentral gewesen für die Niederhornbahn.«Die Hausaufgaben auch während der Krise machen»: Geschäftsführer Marc Höliner sagt, die Weiterführung des Projekts sei zentral gewesen für die Niederhornbahn.

Musik und Sonnenschein

Mit der Einweihung der verschiedenen neuen Attraktionen am Niederhorn erfolgt für die Destination der Startschuss in eine wichtige Jahreszeit. Der Herbst – und das Wetter – bestimmen, wie sich die Situation für die Niederhornbahn AG Ende Jahr präsentiert.Schroffe, tief abfallende Felswände und weit unten der Thunersee. Die Aussicht vom Niederhorn.Schroffe, tief abfallende Felswände und weit unten der Thunersee. Die Aussicht vom Niederhorn.

Für das Eröffnungswochenende zumindest scheint Petrus milde gestimmt: Sonnenschein und wolkenloser Himmel bieten ideale Bedingungen, um den neuen Gratweg in Angriff zu nehmen. Musikerin und Niederhorn-Mitarbeiterin Sina Lark sorgte am Samstag für musikalische Untermalung, heute Sonntag sorgen die Ländler Chutze für Stimmung. Weiter stehen ein Zwirbelrad bereit und eine Fotobox für Schnappschüsse.

Alpsommer | 9. August 2020 aus der >Jungfrauzeitung

Hier wird leidenschaftlich angepackt

Die Beatenberger Familie Gafner bewirtschaftet einmal mehr die Leissiger Alp Brunni unterhalb vom Morgenberghorn. Den Grossteil der Arbeit bewältigt Mama Marlies heuer alleine, ihre drei Söhnchen Flurin, Linus (2) und der neun Monate alte Domenic im Schlepptau.von Nora DevenishDie Beatenbergerin Marlies Gafner verbringt heuer den Alpsommer alleine mit ihren drei Söhnen Flurin, Linus (2) und Baby Domenic auf der Alp Brunni.Die Beatenbergerin Marlies Gafner verbringt heuer den Alpsommer alleine mit ihren drei Söhnen Flurin, Linus (2) und Baby Domenic auf der Alp Brunni.Fotos: Nora Devenish

Marlies Gafner und die Sonne strahlen um die Wette. Auf der Alp Brunni herrscht an diesem herrlichen Sommertag reger Betrieb. Immer wieder nehmen sich Wanderer vor der Alphütte eine Auszeit, bevor sie weiter Richtung Morgenberghorn, Suldtal oder Krattigen wandern. Für Marlies Gafner sind die Besucher eine willkommene Abwechslung. Nicht dass es der Dreissigjährigen diesen Alpsommer langweilig wäre. Zum ersten Mal bewältigt sie den Grossteil der Alparbeit nämlich allein. Ihr Mann David bewirtschaftet weiter unten die Alp Hore und schaut zum Hof in Beatenberg, während Marlies mit einer Gehilfin und ihren drei Söhnen, den Zwillingen Linus und Flurin (2) und Baby Domenic im Brunni zum Rechten schaut.

Marlies Gafner wusste von vornherein, auf was für ein Abenteuer sie sich mit dem Arrangement einlässt, und könnte sich dafür keinen besseren Ort als die Alp Brunni vorstellen. «Die allabendliche Genugtuung nach getaner Arbeit, glückliche Kinder, gesunde Tiere, zufriedene Gäste und ein wunderbares Alpprodukt zu haben, macht die Arbeit einfacher.»

00:00/02:36Die Kinderstube auf der AlpMarlies Gafner verbringt mit ihren drei Söhnen den Alpsommer.

Natur und Mensch

Marlies Gafner geht leidenschaftlich gerne z’Alp. Ihre Begeisterung will sie auch ihren Kindern mitgeben. Dass ihre drei Söhne jeweils fünf Monate im Jahr auf der Alp verbringen dürfen, empfindet sie als grosses Glück. Mütter haben bekanntlich überall Augen. Mama Marlies ganz sicher. Doch scheint die junge Frau nichts aus der Ruhe zu bringen. Mit einer ungewöhnlichen Gelassenheit wirft sie dem Zwillingspaar Linus und Flurin beim Spielen am Alphang ein liebevolles Lächeln zu. «Ich kann sie nicht auf jedem Schritt und Tritt begleiten und behüten. Hier oben lernen sie rasch, selbstständig zu sein. Ich vertraue in ihre Fähigkeiten.» Aber nicht nur beim Spielen in der wilden Natur, auch in der Alpwirtschaft lernen die beiden Brüderchen schnell. «Sie packen gerne mit an, bringen Getränke oder unterhalten die Gäste und wickeln sie auch schon mal um die Finger. Scheuklappen haben unsere Buben definitiv keine.»Die Zwillinge Flurin und Linus haben vor neun Monaten mit Brüderchen Domenic einen neuen Spielgefährten erhalten.Die Zwillinge Flurin und Linus haben vor neun Monaten mit Brüderchen Domenic einen neuen Spielgefährten erhalten.Flurin und Linus (2) halten sich bereits an die Alpregeln.Flurin und Linus (2) halten sich bereits an die Alpregeln.Domenic verbringt seinen ersten Alpsommer auf der Alp Brunni.Domenic verbringt seinen ersten Alpsommer auf der Alp Brunni.Spiel und Arbeit sind bei Gafners auf der Alp Brunni eins.Spiel und Arbeit sind bei Gafners auf der Alp Brunni eins.

Viel Arbeit

Mittagszeit. Baby Domenic wird quengelig. Ausgerechnet jetzt gesellen sich wieder ein paar hungrige Gäste ins Alpbeizli. Die Gastgeberin und Mutter setzt Prioritäten. Sie weiss, Kinder brauchen auch auf der Alp ihre Tagesstruktur, und entscheidet kurzum: «Die Gäste müssen jetzt erst mal warten.» Ruhig, flink und geschickt werden die drei hungrigen Münder mit Apfelmus und Hörnliauflauf gestopft, bevor es zum Mittagsschläfchen in die Hütte geht. «Nun kann ich endlich konzentriert der Alparbeit nachgehen», so Marlies Gafner und begibt sich sogleich Richtung Käsespeicher. Um die acht Kilo Ziegenkäse werden auf den 30 Hektaren der Alp Brunni der Burgergemeinde Leissigen mit der Milch von über vierzig Ziegen täglich hergestellt. «2020 ist ein guter Käsesommer. Ertrag und Qualität stimmen.» Während sie den Käse pflegt, kommt die Älplerin ins Sinnieren. «Wenn die Buben zur Schule gehen, werden wir umplanen müssen. Homeschooling ist sicher eine Option. Vielleicht engagieren wir auch eine Lehrerin in der Hütte. Wer weiss. Ich hoffe einfach, so lange wie möglich als Familie die Sommer hier oben zu verbringen.»Sogar Wäscheberge werden auf der Alp Brunni hoch über dem Thunersee zum Fotosujet.Sogar Wäscheberge werden auf der Alp Brunni hoch über dem Thunersee zum Fotosujet.Das Spielzeug der Buben wird jeweils zum Sommeranfang via Transportbahn auf die Alp Brunni gebracht.Das Spielzeug der Buben wird jeweils zum Sommeranfang via Transportbahn auf die Alp Brunni gebracht.Marlies Gafner will ihre Alpleidenschaft an ihre Kinder weitergeben.Marlies Gafner will ihre Alpleidenschaft an ihre Kinder weitergeben.Während Ehemann David die Alp Hore bewirtschaftet, schaut Marlies Gafner auf der Alp Brunni zum Rechten.Während Ehemann David die Alp Hore bewirtschaftet, schaut Marlies Gafner auf der Alp Brunni zum Rechten.Die Alp Brunni der Burgergemeinde Leissigen unterhalb vom Morgenberghorn umfasst 30 Hektaren.Die Alp Brunni der Burgergemeinde Leissigen unterhalb vom Morgenberghorn umfasst 30 Hektaren.

Pures Glück

Es tut sich was im Massenlager. Die Buben sind wach. Während morgens Multitasking angesagt ist, nimmt sich Marlies Gafner nachmittags bewusst Zeit für ihre drei Söhnchen. Wie aus Wunderhand erscheinen frisches Gebäck und Obst auf dem z’Vieritisch. Trotz aller Freiheit und Idylle, die die junge Familie auf 1600 Meter geniessen, ohne akribische Organisation und unermüdlichem Tun scheint auch hier oben nichts zu gehen. Marlies Gafner winkt ab. Über Jahrhunderte hätten es Älplerinnen und Älpler vorgemacht, und gezeigt, wie Natur und Arbeit für Mensch und Tier zum Lebenselixier werden können. «Ich bin doch nicht die erste und nicht die einzige, die ihre Kinder auf der Alp grosszieht und gleichzeitig im Betrieb mit anpackt. Für mich gibt es nichts Schöneres.»

Beatenberg | 5. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Mehr als nur ein Naturphänomen

Der Hohseil-See auf dem Niederhorn ist rot gefärbt. Ernst Jaun erlebt wieder einmal, was er in seinen 77 Lebensjahren nur selten gesehen hat. Zudem hat das Gewässer weitere interessante Geschichten zu bieten, wie der Einheimische im Gespräch verrät.von Leo GlaserErnst Jaun blieb Beatenberg als Einwohner stets treu. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.Ernst Jaun blieb Beatenberg als Einwohner stets treu. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.Fotos: Leo Glaser

Die Bezeichnung «See» hat sich der Tümpel kaum verdient. Ernst Jaun, pensionierter Bahnarbeiter und Bauer, sagt dazu: «Es ist wirklich nur ein kleiner See oder besser gesagt ein Seeli.» Auf dem Güggisgrat des Niederhorns gelegen, bietet der Hohseil-See einen grandiosen Ausblick. Auf der einen Seite fällt eine Fluh steil ab in das Justistal, auf der anderen Seite lässt sich das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau erblicken. In diesen Tagen lässt nicht nur das Panorama, sondern auch die rote Färbung des Tümpels die Herzen der Besucher und der Touristiker höherschlagen.Der Hohseil-See ist plötzlich ganz rot – normalerweise wäre er bräunlich.Der Hohseil-See ist plötzlich ganz rot – normalerweise wäre er bräunlich.

Die rote Färbung ist ein Naturphänomen, das auf dem Niederhorn und in der Schweiz allgemein nur selten zu beobachten ist. Sie zeigt sich am deutlichsten bei schönem Wetter, da dann ein roter Sonnenschutz die Oberfläche bedeckt. Bestimmte Algen auf dem Grund produzieren ein Sekret, das sie aussondern. Das deutet darauf hin, dass für das Naturphänomen vor allem die Witterung stimmen muss. Aber es fehlen einige Erkenntnisse. Weshalb verfärbt sich der Tümpel nur selten? Gibt es im Sommer nicht fast immer genug lange Schönwetterperioden? Darauf gebe es keine genauen Antworten, sagt Ernst Jaun.Hinter dem Hohseil-See geht es in diese Richtung weiter zum Burgfeldstand und zum Gemmenalphorn.Hinter dem Hohseil-See geht es in diese Richtung weiter zum Burgfeldstand und zum Gemmenalphorn.

Niederhorn begeistert ihn von Berufes wegen

Ernst Jaun ist in Beatenberg aufgewachsen und hat bis auf zwei Jahre immer im Dorf gewohnt. In das Berufsleben ist er mit einer kaufmännischen Lehre gestartet. Die Welt der Zahlen und Fakten gab dem jungen Mann eine Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern. Diese Neugierde und sein Interesse führten ihn zur Tätigkeit als Korrespondent des «Oberländischen Volksblatt», des späteren «Berner Oberländer», des «Thuner Tagblatt» und des «Spiezer». Heute noch schreibt er für die «Drachebärg Zytig» der Gemeinde Beatenberg.Das Sekret der Algen sammelt sich an der Oberfläche und dient als Sonnenschutz.Das Sekret der Algen sammelt sich an der Oberfläche und dient als Sonnenschutz.

Die Erweiterung seines Horizontes entfremdete Ernst Jaun aber nicht von der Heimat. In Familienbesitz waren eine beachtliche Anzahl an Alprechten. Er absolvierte nach der Berufslehre einen Winter lang die Bergbauernschule Hondrich. Danach arbeitete er daran, als einer der Ersten im Berner Oberland die künstliche Besamung in der Viehzucht zu etablieren. In einem Kurs in Deutschland liess er sich in die Tätigkeit einführen. Diese Fertigkeiten konnte Jaun als Senn auf der Alp Burgfeld anwenden. Bis 2013 war er tätig auf dem Betrieb.

Ab 1978 arbeitete er 35 Jahre lang bei der Niederhornbahn. Dort, wo bereits sein Vater und sein Onkel während Jahrzehnten gewirkt hatten, wie die «Drachebärg Zytig» schreibt. Als «Bähnler» konnte er im Büro seine kaufmännischen Fertigkeiten ausspielen und im Fahr- sowie Stationsdienst sein praktisches Geschick anwenden.Plötzlich tauchen Kühe auf, die den Tümpel zum Trinken benützen.Plötzlich tauchen Kühe auf, die den Tümpel zum Trinken benützen.

Rares Wasser auf dem Grat

Die 31 Kühe des Bauernhofs Jaun und weitere Herden verbringen einen Teil des Sommers auf dem Güggisgrat. Ernst Jaun sagt: «Ich bin überrascht, dass das Vieh das verfärbte Wasser benützen kann.» Es sei wichtig für die Bauern, dass die Kühe das Wasser trotzdem trinken können. Sonst habe es auf dem Grat keine Quellen, denn die Niederschläge verteilen sich direkt auf beide Abhänge und bilden keinen grösseren Zusammenfluss. Die nächsten Quellen liegen erst tiefer, und die Bauern müssten das Wasser nach oben pumpen.Das Sekret der Algen scheint das Wasser für die Kühe nicht ungeniessbar zu machen.Das Sekret der Algen scheint das Wasser für die Kühe nicht ungeniessbar zu machen.

«Dr Hohseiler chunnt»

«Es ist erst das zweite oder dritte Mal, seit ich mich erinnern kann, dass das Hohseil-Seeli verfärbt ist», sagt Ernst Jaun. Da es durch den Klimawandel immer wärmer wird, erwarte er, dass die Algen öfter einen Sonnenschutz produzieren werden. Dann dürften die roten Sekrete die Oberfläche bedecken. Aber sicher sei er nicht, meint der 77-Jährige. Denn die Hitze hat nur bedingt einen Einfluss, zentraler ist viel Sonnenschein in einer kurzen Periode. Er könne sich allgemein nicht wirklich erklären, warum der Tümpel sich nicht jedes Jahr während eines schönen Sommermonats verfärbt. Sonniges Wetter ist während des Interviews nicht angesagt, vielmehr steckt der Gipfel in einer Wolke. Das lässt das Naturphänomen ziemlich geheimnisvoll erscheinen.Hier zeigt sich der Kontrast zwischen Grün und Rot.Hier zeigt sich der Kontrast zwischen Grün und Rot.Auch viele Kaulquappen leben im Hohseil-See.Auch viele Kaulquappen leben im Hohseil-See.

Wie die Algen auf das Niederhorn gelangt sind, weiss Jaun nicht. Laut dem Beatenberger rankten sich sowieso einige Gerüchte und Sagen um den Hoheil-See. Deshalb sagen die Einheimischen, wenn es ihnen ein wenig ungeheuer ist: «Dr Hohseiler chunnt». Ernst Jaun erzählt, er habe den «Hohseiler» gefühlt: «Eines späten Abends habe ich draussen vor dem Hof den Tierarzt angerufen. Auf dem Wanderweg sah ich einen Wirbel aus Sand. Es ertönte ein unheimliches Geräusch, das lauter und höher wurde.»

Grindelwald hat Werbebild vom Niederhorn gebraucht

Eine Werbung des Tourismusortes Grindelwald zeigt folgendes Bild: Vier Wanderer schreiten in gleichmässigem Abstand an einem See entlang. Das Wasser ist seelenruhig, es herrscht Windstille. Das Dreigestirn spiegelt sich und wird in perfekter Form auf die Oberfläche abgebildet. Doch eigentlich stammt die Aufnahme vom «Hohseil-Seeli» und hat sich für Beatenberg beim Anwerben von Touristen bewährt. Als junger Erwachsener kämpfte Ernst Jaun für «seinen» Kurort, gibt aber zu, dass im Werben für den Tourismus ein regionales Denken wichtig sei.

Neuer Film | 1. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

In Gedenken an Henri Guisan

Zum 60. Todestag des Schweizer Generals will der Uetendorfer Martin Burkhard mit falschen Vorstellungen aufräumen. Er produziert einen Film über die Schweizer Réduitstrategie und besuchte dafür verschiedene militärische Anlagen rund um den Thunersee.von Yannick MühlemannMartin Burkhards Film soll im Juni 2021 bei einer Gedenkfeier für Henri Guisan auf dem Gotthard Premiere feiern.Martin Burkhards Film soll im Juni 2021 bei einer Gedenkfeier für Henri Guisan auf dem Gotthard Premiere feiern.Fotos: Yannick Mühlemann

Die Schweiz wurde während des Zweiten Weltkriegs von einer Invasion verschont. Weil das Land zeitweise vollständig von den Achsenmächten umschlossen war, war es stark vom Krieg betroffen. Die Regierung wollte sich die Neutralität und Souveränität bewahren, aber keine der Kriegsparteien vor den Kopf stossen. Das war einer der Gründe, weshalb man mit dem Bau des Réduits begann. Das Réduit ist ein System aus militärischen Verteidigungsanlagen in den Alpen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zum Inbegriff des Schweizer Widerstands gegen das Deutsche Reich. Es gebe aber viele falsche Vorstellungen davon, meint Martin Burkhard. Mit seinem neuen Film will er damit aufräumen.

00:00/02:05Fast 50 Jahre FilmerfahrungIn seinem neuen Projekt dreht sich alles um die Schweizer Réduitstrategie.Die Schweiz erwartete einen Angriff durch das Aaretal in Richtung Interlaken. Noch heute gibt es in der Region viele gut erhaltene Verteidigungsanlagen.Die Schweiz erwartete einen Angriff durch das Aaretal in Richtung Interlaken. Noch heute gibt es in der Region viele gut erhaltene Verteidigungsanlagen.

Artilleriewerke im Oberland

Mit dem Bau des Réduit verwandelte sich das Berner Oberland in eine Festung. Davon zeugen noch heute die Artilleriewerke und Bunker rund um den Brienzer- und Thunersee. Viele davon sind mittlerweile in privatem Besitz und können auf einer Führung besucht werden. Ein spezielles Artilleriewerk findet sich in Faulensee. Es wurde 1942 in Betrieb genommen und ist durch seine Bauweise ein Einzelstück. Die vier Bunker wurden als landwirtschaftliche Scheunen getarnt und ins Ortsbild eingepasst. Für Unwissende sind sie nicht als militärische Anlagen erkennbar. Wären die Bunker am Dorfrand im Ernstfall genutzt worden, hätten zwei Wohnhäuser geräumt oder sogar gesprengt werden müssen. Der Druck der feuernden Kanonen hätte die Häuser beschädigen oder zerstören können. Auch ein Grund, weshalb aus Faulensee nie geschossen wurde.Die Schweiz internierte während des Zweiten Weltkriegs ausländische Militärs wie die hier abgebildeten französischen Truppen. Meist wurden Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und Kriegsgefangene aufgenommen. Einzig Angehörige der SS und anderer deutscher Militärverbände wurden abgewiesen.Die Schweiz internierte während des Zweiten Weltkriegs ausländische Militärs wie die hier abgebildeten französischen Truppen. Meist wurden Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und Kriegsgefangene aufgenommen. Einzig Angehörige der SS und anderer deutscher Militärverbände wurden abgewiesen.Fotos: zvg

Unterhalb der Strasse von Beatenberg nach Sigriswil befindet sich der Haupteingang zum Artilleriewerk Waldbrand. 1942 waren dort 266 Mann stationiert. Platz bot die Infrastruktur für 450 Soldaten. Die Festung Waldbrand bestand aus dem Werk Waldbrand und dem Artilleriewerk Legi. Die Artillerie war mit acht Hebellafetten ausgestattet, die jeweils von einer Mannschaft bestehend aus sechs Soldaten bedient wurden. Diese Festungskanonen, die ein 10,5-cm-Kaliber verschossen, hatten eine Reichweite von bis zu 20 Kilometer. Der Vorteil der Kanone war, dass sie trotz der kleinen Schiessscharten gedreht und geneigt werden konnten. Mit der Reform «Armee 95» wurde die Festung Ende 1998 ausser Dienst gestellt, das Artilleriewerk Legi 2005 rückgebaut.Henri Guisan an seinem Arbeitsplatz in seinem Hauptquartier im Interlakner Gemeindehaus. Aufgenommen nach seiner Wahl zum General 1939.Henri Guisan an seinem Arbeitsplatz in seinem Hauptquartier im Interlakner Gemeindehaus. Aufgenommen nach seiner Wahl zum General 1939.Foto: Keystone, Photopress-Archiv

Zum 60. Todestag

Das neue Filmprojekt von Martin Burkhard entstand im Zuge des 60. Todestages von General Henri Guisan. Er war während des Zweiten Weltkriegs Oberbefehlshaber der Schweizer Armee und verstarb 1960. Der Film soll die Geschichte des Réduits erzählen. Keine leichte Aufgabe, denn sie beginnt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg.

«Es beginnt alles vorher. Die Geschichte von Deutschland, Frankreich und mit Mussolini in Italien. Das hängt alles zusammen», erzählt Martin Burkhard. Um die Fülle an Informationen zu bewältigen, holte er sich Hilfe. «Das kann man nicht alleine machen, das ist unmöglich.» Er habe vollen Zugriff auf das Material des Armee Filmdienstes und Material aus den Schweizer Bibliotheken. Dazu bekäme er Hilfe von Historikern, und wichtig sei auch die Hilfe der Führer in den einzelnen Verteidigungsanlagen. «Dort wurde ich immer mit offenen Armen empfangen», sagt Martin Burkhard.Martin Burkhard mit seiner Kamera. Sein Interesse für Film wurde durch Familienvideos geweckt.Martin Burkhard mit seiner Kamera. Sein Interesse für Film wurde durch Familienvideos geweckt.

Premiere verschoben

Henri Guisans Gedenkfeier sollte diesen Sommer auf dem Gotthard stattfinden. Der Anlass musste aufgrund der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verschoben werden. «Nächsten Juni wird dieser Event im Sasso stattfinden, dann wird der Film Premiere feiern», erklärt Martin Burkhard.

Bis dahin sei aber noch viel zu tun. Der Film müsse noch fertiggestellt und die Off-Stimmen aufgezeichnet werden. Zusätzlich werde der Film in weitere Sprachen synchronisiert. «Weil an diesem Event die ganze Schweiz vertreten ist, verstehen nicht alle Mundart.» Der Film werde zusätzlich in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch synchronisiert. «Dieser Film entsteht unabhängig von der Armee», erzählt Martin Burkhard. Sie stelle ihm einzig das Filmmaterial zur Verfügung.Die Arbeit an seinem Film liegt ihm sehr am Herzen. Er soll an einer Gedenkfeier zu Henri Guisans 60. Todestag Premiere feiern.Die Arbeit an seinem Film liegt ihm sehr am Herzen. Er soll an einer Gedenkfeier zu Henri Guisans 60. Todestag Premiere feiern.

Durch Familienvideos zum Film

Bereits in den 70er-Jahren begann Martin Burkhard sich für das Medium Film zu interessieren. «Ich kam, wie die meisten, über meine Kinder zum Film.» Er habe Familienvideos auf Super 8 aufgenommen. «Damals schnitt man Videos noch mit der Schere», erzählt Martin Burkhard und lacht dabei. Danach sei es immer digitaler geworden. «Aber es gab noch keine Computer wie heute. Man schnitt Filme mit zwei Rekordern.» Das sei ihm aber zu mühsam gewesen. «Etwa im Jahr 2000 habe ich wieder mit dem Filmen begonnen», so Martin Burkhard. Seither hat er die lose Gesellschaft «film-team.ch» gegründet, die sich gegenseitig Aufgaben zur Verfilmung stellt.

Bundesfeiertag | 1. August 2020 aus der Jungfrauzeitung

Feuerwerksverkauf läuft – im Oberland wirds krachen

Einige Gemeinden werden am Nationalfeiertag kein Feuerwerk zünden. Diese Anlässe seien unter den Bedingungen des Bundes nur schwer durchführbar, sagen sie. Kaufen deshalb Private selber mehr Raketen und andere Pyrotechnik? Diese Zeitung hat bei Feuerwerksverkäufern nachgefragt.Das Feuerwerk steht zum Kauf bereit.Das Feuerwerk steht zum Kauf bereit.Fotos: Leo Glaser

Gunten, Oberhofen und Hilterfingen beispielsweise werden ihre offiziellen Feuerwerke durchführen. Allerdings gibt es auch viele Gemeinden wie Interlaken oder Beatenberg, die ihre 1.-August-Feiern ganz abgesagt oder zumindest die Pyrotechnik gestrichen haben. Dies aufgrund von Bedenken wegen der Covid-Bestimmungen des Bundes. Deshalb ist zu erwarten, dass mehr Privatpersonen selber Feuerwerk zünden. Das heisse Sommerwetter am Nationalfeiertag lädt geradezu dazu ein, den Tag im Freien zu verbringen und die eine oder andere Rakete in den Himmel zu jagen.Stuckis betreiben einen Feuerwerksverkauf an der Glockentalstrasse in Steffisburg.Stuckis betreiben einen Feuerwerksverkauf an der Glockentalstrasse in Steffisburg.Sehr beliebt seien die «Stöckli» – ein Klassiker in der Schweiz.Sehr beliebt seien die «Stöckli» – ein Klassiker in der Schweiz.

Visualize in Steffisburg ist geduldig

Die Firma der Familie Stucki bietet Beratung und Planung von Feuerwerken für Familienfeste, Geburtstage und Hochzeiten an. Eine Woche vor dem Nationalfeiertag stellt das Visualize-Team jeweils ein Verkaufszelt auf. Vier oder fünf Familienmitglieder helfen beim Feuerwerksverkauf. Alle tragen in dem kleinen Zelt eine Maske, auch die Kunden. Diese seien oft Jugendliche und Familien, die Raketen, Zuckerstöcke, Kindersets oder Bengal-Fackeln kauften. Nadja Stucki sagt: «Mit den Batterien beispielsweise haben unsere Kunden ein kleines Seenachtsfest zu Hause.» Und damit schneidet sie ein interessantes Thema an: Kaufen Privatpersonen nun mehr Feuerwerk, da offizielle Anlässe teilweise ausfallen? Sie meint, es seien bis zum Freitagmorgen früh noch nicht viele Leute in ihren Laden gekommen. Das kenne sie von jedem Nationalfeiertag. Erst im Verlauf der letzten beiden Tage deckten sich die Privatpersonen mit Feuerwerk ein.

00:00/01:11Im Verkaufszelt des Familienunternehmens Visualizeist es am Morgen früh des 31. Juli noch ruhig.Die Mutter Jérômes wählt ein Produkt für ihren Einkaufskorb. Der war am Schluss ziemlich voll.Die Mutter Jérômes wählt ein Produkt für ihren Einkaufskorb. Der war am Schluss ziemlich voll.

Jérôme aus Steffisburg ist mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder im Verkaufszelt. Auf die Frage, ob Feuerwerk am Nationalfeiertag einfach dazugehöre, antwortet Jêrome: «Ja, das muss schon sein. Sonst ist es einfach kein richtiger 1. August für mich.» Sie hätten ein Raketenpack, «wilde Hummel», «Stöckli», «Feuervögel» und Bengalfackeln ausgewählt. Diese Kunden verlassen das Zelt des Familienunternehmens Visualize also zufrieden. Ab und zu frage ein Kunde auch nach, ob das Feuerwerk von Schweizer Unternehmen stamme. Dann antwortet Nadja Stucki oder eine andere Verkäuferin: «Wir haben hier im Zelt nur Schweizer Produkte. Und da können wir hundertprozentig dahinterstehen.»Vor allem Kinder können sich alle Jahre für knallende oder pfeifende Pyrotechnik begeistern.Vor allem Kinder können sich alle Jahre für knallende oder pfeifende Pyrotechnik begeistern.

Staunen bei Pyro Willen in Frutigen

Die kleine Frutiger Firma beschäftigt vier Personen und produziert Wunderkerzen und Bengal-Fackeln. Die Produkte gehen in erster Linie an Schweizer Grossverteiler. Die Pyro Willen hat zudem Partnerschaften mit Feuerwerksherstellern wie Weco oder Bugano. Barbara Willen von den Inhabern Willen erklärt: «Die Partner sind an uns herangetreten für den Feuerwerksverkauf. Wir kaufen bei ihnen beispielsweise die grossen Raketen und verkaufen sie in unserem Laden.»

Auf die Frage, ob die Firma die Absage vieler offizieller Feuerwerke verkraften könne, antwortet sie: «Wir begreifen nicht wirklich, dass Gemeinden ihre Feuerwerke absagen.» Die Leute müssten ja nicht auf einem Gebiet zusammenkommen, sondern könnten alle von ihren eigenen Plätzen aus zuschauen. Der Ausfall der Anlässe ist aber für das Geschäft nicht sehr schlimm. «Wir liefern weniger an Veranstalter von offiziellen Feuerwerken, dafür mehr an Hotels in der Region», sagt Willen. Diese wollten ihren Gästen genauso ein Spektakel bieten.Diese Bengal-Fackeln kommen von der Frutiger Pyro Willen.Diese Bengal-Fackeln kommen von der Frutiger Pyro Willen.

Barbara Willen glaubt nicht, dass die Absage der Feuerwerke die private Nachfrage verändert. «Wenn jemand ein Feuerwerk schauen geht, dann zündet er vorher oder nachher trotzdem selber auch etwas.» Der Verkauf im Laden sei gut gestartet, und sie habe das Gefühl, dass viel mehr Schweizer und Schweizerinnen zu Hause Ferien machten. Und dass ihre Firma mit «Swiss made» punkten könne.

Hamberger in Wimmis rechnet mit deutlicher Zunahme

Die Hamberger Swiss Pyrotechnics in Wimmis beschäftigt acht Mitarbeiter im Bereich der Entwicklung und Produktion von Pyrotechnik. Die Sparte Feuerwerk hat sie aber 2018 an die Firma Sugyp verkauft, betreibt jedoch weiterhin einen Feuerwerksverkauf ab Fabrik. Stefan Sommer, Marketing und Sales Manager bei Hamberger, sagt: «Der Verkauf in Wimmis ist sehr gut angelaufen. Es dürfte zudem noch bis am 1. August so weitergehen, und deshalb rechnen wir mit einem Plus der Verkaufszahlen von mehr als 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.»

Landi Jungfrau bestellt nach

Die Landi Jungfrau bezieht einen Grossteil der Produkte bei Weco, hat aber auch die Bengal-Fackeln und Wunderkerzen von Pyro Willen im Sortiment. Der Feuerwerksverkauf sei zuerst verhalten angelaufen, wie Samuel Sutter, der Vorsitzende der Geschäftsleitung, mitteilt.Batterien wie diese versprechen ein Spektakel.Batterien wie diese versprechen ein Spektakel.

Am 31. Juli ist der Verkauf dann in vollem Gange. Sutter sagt: «Ich rechne mit einem Drittel Umsatz mehr als in den Vorjahren.» Er habe nachbestellt, es gebe aber Probleme bei der Lieferung des Nachschubs. Die Nachfrage sei überall höher, und daher kämen die Zulieferer nicht mehr allen Bestellungen sofort nach. Ein Teil der Nachbestellungen ist bereits eingetroffen. Dies sehr zur Freude Sutters: «Viele Leute feiern zu Hause, da Brunches oder Dorffeste teilweise abgesagt sind. Dazu kommt, dass der Bundesfeiertag für einmal auf einen Samstag fällt und deshalb die allermeisten am nächsten Tag frei haben.»

Wetter sieht gut aus

Die Wetterprognose für den Geburtstag der Schweiz verheisst viel Gutes: Sommerliche Temperaturen und keine allzu grosse Trockenheit. Deshalb haben die Behörden für das Berner Oberland bis anhin kein Feuerverbot ausgesprochen. Nadja Stucki vom Familienunternehmen Visualize sagt: «Wir rechnen nicht damit, dass ein solches Verbot noch kommt.» Somit dürften am Nationalfeiertag viele Privatpersonen Feuerwerk zünden und sogar mehr Raketen als in anderen Jahren in den Himmel schiessen.Die Verkäuferinnen bei Visualize haben vor allem auch am Bundesfeiertag noch einiges zu tun.Die Verkäuferinnen bei Visualize haben vor allem auch am Bundesfeiertag noch einiges zu tun.

Interlaken | 23. Juli 2020 aus der Jungfrauzeitung

Gäste aus der Schweiz führen die Statistik an

Ein Blick in die Statistiken der Tourismus Organisation Interlaken (TOI) fördert Überraschendes zutage: Der Hauptanteil der Gäste kommt zwar mit einem Anteil von über 42 Prozent aus Asien. Betrachtet man die Nationalität, führen aber die Schweizerinnen und Schweizer die Rangliste mit 224’031 an.von Bruno StüdlePräsident Erich Reuteler (links) und Direktor Daniel Sulzer präsentierten an der Mitgliederversammlung mit berechtigtem Stolz die Rekordzahlen aus dem Jahr 2019.Präsident Erich Reuteler (links) und Direktor Daniel Sulzer präsentierten an der Mitgliederversammlung mit berechtigtem Stolz die Rekordzahlen aus dem Jahr 2019.Fotos: Bruno Stüdle

1,64 Millionen Übernachtungen verbuchte die Tourismusorganisation Interlaken (TOI) im Jahr 2019 im Vereinsgebiet, fast drei Millionen in der gesamten Ferienregion der Destination Interlaken. Beides sind Rekordwerte. «Wir erinnern uns gerne daran, man traut sich aber fast nicht zurückzuschauen – die Zahlen und die Highlights wirken in der heutigen Situation fast surreal», gab sich TOI-Direktor Daniel Sulzer an der Mitgliederversammlung vom Dienstagabend nachdenklich.

Trotzdem, ein Blick auf die Statistiken des Rekordjahres 2019 fördert Spannendes zutage. Dazu muss man vorab wissen: Die Tourismus-Organisation Interlaken ist für die Förderung des Tourismus in den Gemeinden Interlaken, Matten, Unterseen, Wilderswil, Gsteigwiler und Saxeten – kurz IMUWGS – zuständig. Sie vermarktet zudem die gesamte Ferienregion Interlaken (Destination) von Brienz bis Thun und ins Diemtigtal. Die Leute sind verrückt nach Campingferien in der Schweiz. Im Bild: Platz vom TCS Camping in Interlaken am Aareufer beim Brienzersee.Die Leute sind verrückt nach Campingferien in der Schweiz. Im Bild: Platz vom TCS Camping in Interlaken am Aareufer beim Brienzersee.

Camping und Ferienwohnungen als Renner

Bei den Hotels im TOI-Gebiet gingen die Logiernächte zwar gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent zurück – als Grund gab Direktor Sulzer «Umbauten und Renovationen in verschiedenen Hotels Ende 2019» an. Dafür stiegen die Übernachtungen bei den Hostels um 5,13 Prozent. Bei den Hotels waren es genau 1’063’117 Logiernächte und bei den Hostels 222’677.

Bei den Campings wurde ein Plus von 19 Prozent – auch ein neuer Rekord – und bei den Ferienwohnungen im Fünfjahresvergleich ein «sagenhaftes Plus» von 40,7 Prozent verbucht. In Zahlen ausgedrückt, wurden auf den Campingplätzen 94’766 und in den Ferienwohnngen 219’599 Logiernächte gezählt.

Woher die Gäste kommen

Die Ferienregion Interlaken wird bekanntlich oft kritisiert wegen der Gäste aus Fernost. TOI-Präsident Erich Reuteler sagte das an der Mitgliederversammlung so: «Ab und zu hört man Stimmen, welche sagen, dass die Ausrichtung des Marketings auf die asiatischen Länder nicht optimal gewesen sei. Diese Aussage ist nicht objektiv: Gerade die Touristen aus diesen Ländern haben es uns ermöglicht, die Krisen in den vergangenen Jahrzehnten mehr oder weniger ohne fatale Folgen zu überstehen. Es ist noch nicht lange her, da haben uns andere Tourismusregionen für unsere vielseitige Ausrichtung benieden.»

Die Herkunftsentwicklung 2015 bis 2019 zeigt, dass die Gäste aus Asien mit über 42 Prozent tatsächlich den Hauptanteil bei den Logiernächten in der Ferienregion Interlaken ausmachen. 36,9 Prozent stammen aus Europa, 8,7 Prozent aus den Golfstaaten und 12,3 Prozent aus der Sparte «Übersee und den Übrigen» – da seien vorwiegend die Gästezahlen aus Südostasien, insbesondere aus Indonesien, gewachsen, klärte Direktor Sulzer auf.

Schweiz führt bei den Hotelübernachtungen

«Schön: Wie schon immer, verbuchen wir mit Abstand am meisten Logiernächte von Gästen aus der Schweiz», freute sich der TOI-Direktor mit Blick auf die Länderstatistik. Bei den Hotels liegen die Schweiz, China/Hongkong und Korea auf den ersten drei Rängen; bei den Hostels Korea vor den USA und der Schweiz.

Gesamthaft präsentiert sich die Tabelle der Hotel- und Hostelübernachtungen so:

  •  Schweiz: 224’031 Übernachtungen
  •  Korea: 192’930 Übernachtungen
  •  China/HKG: 49’808 Übernachtungen
  •  USA: 116’989 Übernachtungen
  •  Golfstaaten: 91’983 Übernachtungen
  •  Indien: 86’774 Übernachtungen
  •  Grossbritannien: 63’904 Übernachtungen
  •  Thailand: 42’944 Übernachtungen
  •  Australien/NZ: 31’958 Übernachtungen

Die Region Thun-Thunersee – hier die Mühleschleuse mit der Stadtkirche im Hintergrund –  legte prozentual bei den Logiernächten am meisten zu.Die Region Thun-Thunersee – hier die Mühleschleuse mit der Stadtkirche im Hintergrund – legte prozentual bei den Logiernächten am meisten zu.

Thun-Thunersee plus 22,6 Prozent

Die Gesamtübersicht der Logiernächte aus der Destination Interlaken über alle Unterkunftstypen mit allen Orten aus der gesamten Ferienregion zeigt ein Plus von 7,39 Prozent, was laut Direktor Sulzer «sage und schreibe» einer Zunahme von 203’354 Übernachtungen entspricht.

  •  Das TOI-Gebiet erzielte ein Plus von 4,6 Prozent (1’640’259 Logiernächte).
  •  Beatenberg plus 5,6 Prozent (214’641).
  •  Bönigen/Iseltwald plus 6,9 Prozent (100’255).
  •  Brienz, Axalp, Schwanden, Brienzwiler, Hofstetten, Oberried minus 1,1 Prozent (219’372).
  •  Habkern plus 2,15 Prozent (17’164).
  •  Ringgenberg, Goldswil, Niederried plus 16 Prozent (95’602).
  •  Thun, Thunersee plus 22,6 Prozent (626’6929).
  •  Diemtigtal plus 1,6 Prozent (55’322).

«Kumuliert gibt das eben die Zahl von 2’956’132 Logiernächten, das ist neuer Rekord», verkündete Sulzer mit einigem Stolz. Gesamtschweizerisch ist 2019 ein Logiernächtezuwachs von 1,9 Prozent gemessen worden – «mit der starken Zunahme von 7,39 Prozent liegt die Destination Interlaken einmal mehr mit Abstand an der Spitze», bemerkte der TOI-Direktor ebenso stolz.

Sehr guter Januar – dann kam Corona

Weniger stolz, aber ehrlich präsentierte Daniel Sulzer den TOI-Mitgliedern auch die Zahlen aus dem laufenden Jahr. Der Direktor nannte sie «katastrophal». Bei den Hotels musste die TOI im ersten Halbjahr wegen des Lockdowns ein Minus von 67,7 Prozent hinnehmen; bei den Hostels waren es minus 64 Prozent und bei den Campingplätzen minus 67,7 Prozent. Dabei war man im Januar noch sehr gut unterwegs. Die Zahlen lagen bei den Hotels bei einem Plus von 11,7 Prozent, bei den Hostels bei plus 3,6 Prozent und bei den Campings gar bei plus 50,64 Prozent.

Logiernächtestatistik Mai | 17. Juli 2020 aus der Jungfrauzeitung

Der Schweizer Gast ist Nummer eins

Auch im Mai zeigen sich die Auswirkungen der Coronakrise in den Logiernächtezahlen. Der Einbruch beträgt an manchen Berner Oberländer Orten 90 Prozent. Die übernachtenden Gäste stammen grossmehrheitlich aus der Schweiz.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Der Lockdown traf die Hotellerie und Gastronomie in voller Härte.Foto: Keystone/Robert Michael

Das Pfingstgeschäft konnte die ausbleibenden Touristen von ausserhalb der Schweiz im Mai nicht kompensieren: Über 90 Prozent weniger Gäste hatte der Tourismusort Interlaken im Vergleich zum Vorjahr. In ähnlichen Höhen bewegen sich die Gästeeinbrüche der Gemeinden Grindelwald, Lauterbrunnen, Wilderswil und Unterseen. Ein Blick auf die Gästeherkunft zeugt von den Grenzschliessungen der vergangenen Monate: Die grosse Mehrheit der Mai-Gäste stammt aus der Schweiz.

Ist der Tiefpunkt erreicht?

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus in Europa kämpfen Hotelbetriebe in der Schweiz mit massiven Umsatzeinbrüchen. Nachdem der Schweizer Tourismus mit Rekordzahlen in das neue Jahr startete, kam im März wegen der behördlichen Schliessungen der Absturz – und im April dann praktisch der Totalausfall. Dies widerspiegeln die Logiernächtezahlen: In den ersten beiden Monaten dieses Jahres waren abgesehen der bereits eingebrochenen asiatischen Gästeströme die Übernachtungszahlen noch stabil. Sie brachen nach den Schliessungen durch den Bundesrat Mitte März ab. Mit den allmählichen Grenzöffnungen von Juni darf man gespannt sein, ob die Logiernächtestatistik bald wieder erfreulichere Resultate zutage fördert.

Logiernächte (LN) Mai 2020
OrtAnkünfte Mai 2019LN Mai 2019Ankünfte Mai 2020LN Mai 2020Veränderung LN in %
Adelboden425663968661539-65%
Aeschi19862858258534-82%
Diemtigen534799195360-55%
Frutigen288717181253-65%
Kandersteg2921513125094202-18%
Reichenbach10342474386554-46%
Spiez6515987616432700-73%
Beatenberg64741107420203816-66%
Bönigen14242549238482-82%
Brienz6311954528874547-43%
Grindelwald25’95745’96543017040-85%
Hasliberg288747507171209-75%
Innertkirchen6121003250371-63%
Interlaken37’16571’05241666716-91%
Iseltwald117320467631278-38%
Lauterbrunnen14’78726’65824943839-86%
Leissigen18982319139307-87%
Matten31617866469672-92%
Meiringen509071369081579-78%
Ringgenberg16392945255508-83%
Unterseen647113’91416173034-88%
Wilderswil585810’0446811390-87%
Lenk18203554455744-79%
Saanen642712’01347329738-19%
Zweisimmen720846325508-40%
Sigriswil447915’52220866991-55%
Thun698410’82136295132-53%
Total163’85929548922’77961’669-66%
*) Wenn die Zahlen von weniger als drei Betrieben stammen, werden sie aus Datenschutzgründen nicht genannt.
Quelle: Bundesamt für Statistik

Beatenberg | 13. Juli 2020 aus der Jungfrauzeitung

Das Hallenbad ist nicht mehr tragbar

Gemäss Gebäudecheck braucht das Mehrzweckgebäude Wydi eine Totalsanierung. Ein erster Kostenvoranschlag beläuft sich auf 7,5 Millionen Franken. Nun priorisiert der Gemeinderat.Die Renovation des Hallenbads in Beatenberg würde über vier Millionen Franken kosten. Zuviel, findet der Gemeinderat.Die Renovation des Hallenbads in Beatenberg würde über vier Millionen Franken kosten. Zuviel, findet der Gemeinderat.Foto: Marc Schiess

Im Oktober 2019 hat der Gemeinderat der Firma Universal Gebäudemanagement AG einen Gebäudecheck des Mehrzweckgebäudes (MZG) Wydi mit einem Kostendach von 100’000 Franken in Auftrag gegeben. Der Schlussbericht und die Ergebnisse der Gebäudeanalyse wurden Ende Mai dem Gemeinderat vorgestellt. Gecheckt wurden verschiedene Bereiche wie Architektur (Werterhaltung, Bausubstanz), Statik/Erdbebensicherheit, elektrische Installationen, Heizung, Lüftung, Klima, Sanitäre Anlagen, Schwimmbadtechnik, Energie und Bauphysik, Schadstoffe und Brandschutz. Das Resultat:

Das Gebäude hat eine gute Bausubstanz, bräuchte aber laut Universal AG eine Totalsanierung. Kostenpunkt: etwa 7,5 Millionen Franken. Davon betreffen über vier Millionen Franken nur das Hallenbad.

Neue Mehrzweckhalle?

«Das Hallenbad ist eine freiwillige Gemeindeaufgabe und für die Gemeinde nicht mehr tragbar», teilt der Gemeinderat mit. Tatsächlich ist der Betrieb jedes Jahr defizitär. Der Gemeinderat kommt deshalb zum Schluss, dass das Hallenbad in absehbarer Zukunft nicht mehr weiter von der Gemeinde betrieben werden kann. Es soll darum nicht mehr saniert werden. Die Turnhalle und der Kongress-Saal sollen allenfalls saniert oder abgebrochen werden und mittels Neubau als Mehrzweckhalle erstellt werden.

Als Sofortmassnahmen für das Jahr 2020 hat der Gemeinderat noch einen gebundenen Nachkredit über 15’000 Franken für die Sanierung des Vordachs Hallenbad genehmigt. Die Sanierung soll jedoch auf das Minimum beschränkt werden. Die Ergebnisse des Gebäudechecks können auf der Gemeindeverwaltung eingesehen werden. Im Rahmen der Ortskernentwicklung «Beatenberg belebt» wird für die Massnahme 2 (Tourismus und Freizeitaktivitäten) eine Arbeitsgruppe gebildet, die mögliche Lösungen für die Zukunft des ganzen Gebäudes erarbeiten wird, wie der Gemeinderat mitteilt.

Zweitwohnungsanteil gestiegen

Die Gemeinde Beatenberg gehört zu den Gemeinden, welche gemäss kantonalem Richtplan verschärfte Massnahmen bezüglich Zweitwohnungen haben müssten. Deshalb verlangt das Amt für Gemeinden und Raumordnung ein jährliches Monitoring über die Zweitwohnungsentwicklung. Die aktuell erstellte Analyse zeigt, dass der Zweitwohnungsanteil leicht gestiegen ist. Dies sei aber hauptsächlich auf die Korrekturen im Gebäude- und Wohnungsregister respektive deren Berechnungsgrundlage zurückzuführen, so der Gemeinderat. Der neu errechnete Zweitwohnungsanteil beträgt 54.67 Prozent, 2019 waren es noch 52.86 Prozent.

Weitere Geschäfte

Ersatz Tanklöschfahrzeug: Die Gemeindeversammlung hat am 13. Dezember 2019 für den Ersatz des Tanklöschfahrzeugs (TLF) einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 430’000 Franken gutgeheissen. Während der Submission sind nun vier Offerten fristgerecht eingegangen. Den Zuschlag für die Anschaffung des neuen Tanklöschfahrzeugs hat die Firma Tony Brändle AG erhalten.

Gemeindeverband Altersheim Beatenberg und Habkern: Der Vorstand des Gemeindeverbands Altersheim Beatenberg und Habkern unterbreitete die Jahresrechnung 2019 dem Gemeinderat. Der Gemeinderat hat die Jahresrechnung 2019 mit einem Ertragsüberschuss von 4410 Franken genehmigt und die Nachkredite von 127’407 Franken zur Kenntnis genommen.

Jodlertreffen Jungfrauregion 2021 in Beatenberg: Infolge des Corona-Virus konnte das Jodlertreffen der Jungfrauregion am 9. Mai nicht stattfinden. Der Anlass wurde auf den 8. Mai 2021 verschoben. Aus diesem Grund gelangte der Jodlerklub Beatenberg wiederum mit der Bitte an den Gemeinderat, um kostenlose Benützung des Parkplatzes Wydi sowie verschiedener Räumlichkeiten im Schulhaus Spirenwald und Mehrzweckgebäude Wydi für den Verschiebungsanlass im 2021. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass die Infrastruktur gratis genutzt werden kann.

Periodische Schutzraumkontrolle: Gemäss gesetzlichem Auftrag des Kantons Bern wird dieses Jahr eine Kontrolle der Schutzräume durchgeführt. Das Bundesgesetz sieht vor, dass die Behörden mindestens alle zehn Jahre sämtliche Schutzräume inspizieren, eine Mängelliste erstellen und die Mängel beheben lassen. Die periodische Schutzraumkontrolle (PSK) wird im Monat Juli durch die Firma G. Bühler GmbH aus Niederwangen durchgeführt. Die betroffenen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer respektive die zuständigen Immobilienverwaltungen werden vorgängig schriftlich durch die Firma kontaktiert.

Personalien

Nachfolge im Gemeinderat: Als Ersatz für das zurückgetretene Gemeinderatsmitglied, Fritz Gimmel, hat der Gemeinderat Sandra Boss, SVP, Beatenberg, für den Rest der Amtsdauer ab sofort bis 31. Dezember 2022 als gewählt erklärt (stille Wahl). Über die neue Ressortzuteilung wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

Vizegemeinde- und Vizegemeinderatspräsident: Als neuer Vizegemeinde- und Vizegemeinderatspräsident in einer Person für den Rest der Amtsdauer bis 31. Dezember 2022 wurde Werner Schmocker (SVP, bisher) aus der Ratsmitte gewählt.

Beatenberg | 3. April 2020

30’000 Franken für den Biketrail

Für den neuen «Heartbeat Trail» zwischen Beatenberg und der Beatenbucht will die Gemeinde einen einmaligen Beitrag von 30'000 Franken zahlen.Für den neuen «Heartbeat Trail» zwischen Beatenberg und der Beatenbucht will die Gemeinde einen einmaligen Beitrag von 30’000 Franken zahlen.Foto: Bruno Stüdle

Beatenberg Tourismus und der Verein Bikepark Thunersee haben sich mit einer Bitte um finanzielle Unterstützung an die Gemeinde gewandt. Als Trägerschaft des Projekts «Heartbeat Biketrail», welches eine Mountainbikestrecke zwischen Beatenberg und der Beatenbucht vorsieht, erhofften sich die beiden Organisationen einen Zustupf seitens Einwohnergemeinde. Diesen werden sie nun erhalten. «Der Gemeinderat hat beschlossen, einen einmaligen Beitrag von 30’000 Franken für das Projekt zu gewähren», schreibt der Beatenberger Gemeinderat in einer Mitteilung. Der Betrag werde aber erst nach Abschluss der Arbeiten und nach Vorliegen der Bauabrechnung ausgezahlt, betont die Gemeinde.

Der Gemeinderat verweist ausserdem auf seine Webseite, um über die Massnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus laufend informiert zu werden. Die Beatenberger Gemeindeverwaltung bleibt bis auf Weiteres geschlossen und ist zu den bisherigen Öffnungszeiten per Mail oder Telefon erreichbar.

Beatenberg | 27. März 2020 aus der Jungfrauzeitung

Asylsuchende ziehen kurzfristig ins Schulhaus Schmocken

Im Asylantenwohnheim Stockbrunnen werden ab dem 1. April Asylsuchende untergebracht. Dies, weil der Kanton für die Einhaltung der Vorgaben rund um das Corona-Virus schnell zusätzlichen Platz benötigt. Der prompte Entscheid kommt für Bevölkerung und Gemeinderat überraschend.

Das ehemalige Schulhaus sollte als strategische Reserve für Asylsuchende dienen. Jetzt wird es bis auf Weiteres aktiviert.

Das ehemalige Schulhaus sollte als strategische Reserve für Asylsuchende dienen. Jetzt wird es bis auf Weiteres aktiviert.Foto: Frederike Scholten

Bis Ende Jahr 2019 war das ehemalige Schulhaus Schmocken mit Areal an die Zentrum Bäregg GmbH aus Bern für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden vermietet. Seit Anfang Jahr 2020 ist die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Kanton Bern in Sachen Vermietung des ehemaligen Schulhauses Schmocken als strategische Reserve für Asylsuchende. Das schreibt die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung. Das Amt für Integration und Soziales bildet gemeinsam mit dem Migrationsdienst des Kantons Bern diese strategischen Reserven, um bei plötzlich steigenden Zuweisungen von asylsuchenden Personen deren Unterbringung zu gewährleisten.

Ich werde darauf schauen, dass wir die Fragen, die entstehen, beantworten könnenRoland NoirjeanGemeindepräsident Beatenberg

Per sofort aktiviert

Der Kanton sei nun in einer Notsituation und habe momentan aufgrund des Corona-Virus knappe Platzressourcen. Deshalb müsse er kurzfristige Lösungen suchen, weshalb das ehemalige Schulhaus Schmocken als Unterkunft für Asylsuchende per sofort und bis auf Weiteres aktiviert werden muss, heisst es weiter. Der Mietvertrag zwischen dem Kanton und der Gemeinde wird zu den gleichen Bedingungen wie mit dem Zentrum Bäregg abgeschlossen. Es werden maximal 50 Personen (Familien mit Kindern und Einzelpersonen ab 18 Jahren) in Beatenberg platziert, und es werden keine Personen transferiert, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus besteht, so die Mitteilung.

Die Bevölkerung wurde kurzfristig über die neue Nutzung informiert.

Die Bevölkerung wurde kurzfristig über die neue Nutzung informiert.Foto: Patrick Gasser

Mir ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung mitträgtRoland NoirjeanGemeindepräsident Beatenberg

Anwohner direkt angeschrieben

Die Gemeinde hätte nach Vertragsentwurf 30 Tage Vorlauf gehabt, um die Öffentlichkeit über die Aktivierung zu informieren. Ursprünglich wäre geplant gewesen, eine öffentliche Informationsveranstaltung abzuhalten, sobald das Asylantenwohnheim Stockbrunnen aktiviert würde. Da das Asylantenwohnheim nun kurzfristig eröffnet wird und weil aufgrund des durch den Bundesrat angeordneten Veranstaltungsverbots in Zusammenhang mit dem Corona-Virus keine Veranstaltung durchgeführt werden darf, wurden die Anwohnerinnen und Anwohner persönlich angeschrieben.

Nachgefragt bei Roland Noirjean
Roland Noirjean, Gemeindepräsident von Beatenberg.

Roland Noirjean, Gemeindepräsident von Beatenberg.Foto: Yves Brechbühler

Per 1. April werden Asylsuchende im ehemaligen Schulhaus Schmocken platziert. Die Bevölkerung wurde relativ kurzfristig darüber informiert. Woran liegt das?

Roland Noirjean: Das Schulhaus wäre vom Kanton aus als strategische Reserve vorgesehen gewesen. Ein entsprechender Vertrag war in Arbeit. Nun ist alles anders. Gerne hätten wir eine Infoveranstaltung durchgeführt und viel früher informiert. Aufgrund der Lage ging das schlichtweg nicht mehr.

Seit wann weiss die Gemeinde davon?

Wir haben am 20. März erfahren, dass Asyl Berner Oberland eine Begehung des Gebäudes machen will. Einen Tag später erfuhren wir von der Aktivierung.

Weshalb benötigt der Kanton diese zusätzliche Kapazität?

Die Unterkünfte im Kanton sind im Moment ausgelastet. Da die Vorgaben des Kantonsarztamtes eingehalten werden müssen, braucht es mehr Platz (zum Beispiel ein Isolier-/Quarantänezimmer in jedem Haus).

Kann man aus heutiger Sicht sagen, wie lange die Menschen dort leben werden?

Darüber haben wir noch keine Angaben.

Wie gehen Sie aus Sicht der Gemeinde mit der Situation um?

Mir ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung mitträgt. Und damit sie das tut, werde ich darauf schauen, dass wir die Fragen, die entstehen, beantworten können. Dafür werden wir in ständigem Austausch mit Asyl Berner Oberland sein. (reh)

Warnung | 7. März 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 7.3.2020

Telefonbetrug in Beatenberg

Gleich zweimal konnten Telefonbetrüger letzte Woche Geld erbeuten. Einmal geschah dies in Beatenberg. Nun wurde eine Frau angehalten. Die Polizei warnt jedoch weiterhin vor den Betrügern.

Am letzten Montag ging bei der Kantonspolizei Bern die Meldung ein, dass eine Seniorin eben verdächtige Anrufe erhalten habe. Der Mann am Telefon habe sich als Polizist ausgegeben, von polizeilichen Ermittlungen zu Einbruchdiebstählen berichtet und zur Sicherheit die Übergabe von 15’000 Franken gefordert. Dies schreibt die Kantonspolizei in einer aktuellen Mitteilung. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Massnahmen sei es der Kantonspolizei Bern gleichentags gelungen, eine Frau anzuhalten, als diese das vermeintliche Geld abholen wollte. Die 39-jährige mutmassliche Betrügerin befindet sich jetzt in Untersuchungshaft.

Betrug in Beatenberg

Letzte Woche wurden der Kantonspolizei Bern zwei ähnliche Tatvorgehen gemeldet. Dabei erbeutete eine unbekannte Täterschaft Ende Februar 12’000 Franken. So hatten sich die Anrufer als Staatsanwälte ausgegeben und eine Frau aus Sundlauenen im Verlauf mehrerer Telefonate aufgefordert, grosse Summen Bargeld abzuheben und diese schliesslich in den Milchkasten bei ihrem Wohnort zu legen. Die Frau kam dieser Aufforderung nach.

Ein weiterer Fall wurde aus Zollikofen gemeldet, wobei ebenfalls eine Frau von einem Anrufer, welcher sich als Sicherheitsbeauftragter ausgab, aufgefordert worden war, Geld in ihrem Milchkasten zu deponieren. In beiden Fällen wurde das Geld anschliessend abgeholt. Die Täterschaft beider Fälle konnte bislang nicht identifiziert werden.

25 Meldungen seit Anfang Jahr

Die Kantonspolizei Bern verzeichnet immer wieder Meldungen zu Telefonbetrug in verschiedenen Formen – seit Anfang Jahr gingen über 25 Meldungen ein. Sei es durch falsche Polizisten, aber auch falsche Staatsanwälte oder angebliche Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen. Allen Fällen gemeinsam ist, dass sich eine oder mehrere unbekannte Personen telefonisch melden, dabei eine angebliche Gefahr suggerieren und mit Nachdruck die Herausgabe von Bargeld und/oder Wertsachen fordern – angeblich, um die Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen.

Dieses Vorgehen empfiehlt die Kantonspolizei aktuell:
  •  Seien Sie misstrauisch, wenn Sie Unbekannte dazu bringen wollen, Bargeld abzuheben, zu zahlen und Geld oder Wertsachen zu übergeben oder zu hinterlegen.
  •  Beenden Sie ein solches Telefonat, legen Sie auf und melden Sie den verdächtigen Anruf der Polizei.
  •  Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten, Passwörter oder Angaben zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  •  Sprechen Sie mit älteren Personen in Ihrem Umfeld darüber und geben Sie die Warnung weiter.

Beatenberg | 20. Februar 2020 aus der Jungfrauzeitung v. 20.2.2020

Erfolgreiches Jodler-Jahr

Das Vereinsjahr brachte zahlreiche Highlights und viele erinnerungswürdige Auftritte mit sich.

Der Jodlerklub freut sich auf ein weiteres abwechslungsreiches Jahr.

Der Jodlerklub freut sich auf ein weiteres abwechslungsreiches Jahr.Foto: zvg

An der Generalversammlung konnte der Präsident des Jodlerklubs Beatenberg, Daniel Jaun, auf ein erlebnisreiches Jahr zurückblicken. So konnte am Bernisch Kantonalen Jodlerfest in Brienz mit dem «Bränderli Jutz» aus der Feder von Adolf Stähli – zur Freude aller – die Klasse 1 erreicht werden. Das Fest am oberen Ufer des Brienzersees war ein ausserordentlich gelungenes und hervorragend organisiertes Fest, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Im August konnte die Bodechilbi bereits zum fünfzigsten Mal durchgeführt werden. Mit viel Eifer und Detailtreue wurde die Bodealp in einen wunderschönen Festplatz verwandelt. Die Jodlernacht am Freitag mit vielen bekannten Formationen aus dem Bernbiet und weiteren Kantonen wurde von über 400 Zuhörerinnen und Zuhörern besucht und die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Der Sonntag mit Bergpredigt und dem Gastklub aus St. Stephan rundete die Jubiläumsausgabe des Traditionsanlasses gebührend ab.

Dirigent Daniel Zobrist hatte ebenfalls Erfreuliches zu berichten. So hatten die Jodler insgesamt 70 Zusammenkünfte, wovon 40 Proben abgehalten wurden. Melanie Schmocker und Kari Sigrist waren diejenigen Aktiven, welche an sämtlichen Proben anwesend waren. Ihnen wurde als Dank ein kleines Präsent übergeben.

Jodlertreffen zu Gast

Im Jodlerjahr 2020 warten weitere spannende Aufgaben; so wird am 9. Mai nach 1995 und 2007 zum dritten Mal das Jodlertreffen der Jungfrauregion auf dem Beatenberg durchgeführt. Die insgesamt 19 Formationen werden ihre Vorträge im Kongresssaal zum Besten geben, und bei der Beatenberg Arena wird ein Festzelt aufgebaut, um den Anlass mit Speis, Trank und Unterhaltung abzurunden. Selbstverständlich gehört für die Hartgesottenen auch eine Jodlerbar zur Infrastruktur. Die Bodechilbi startet am 7. August mit der Stallbar. Ausserdem konnte der Jodlerklub Oberhofen als Gastformation engagiert werden. Abschliessend dankte der Präsident allen Aktiven und sämtlichen Helferinnen und Helfern der erwähnten Anlässe in der Hoffnung auf ein weiteres erfolgreiches Jahr der Beatenberger Jodler.

Beatenberg | 1. Februar 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 1.2.2020

Neue Personalverordnung und Strassenbezeichnungen

Der Gemeinderat hat die teilrevidierte Personalverordnung genehmigt. Ausserdem werden nächstes Jahr neue Strassenbezeichnungen eingeführt und die Bewilligung für ein Tagesfestival erteilt.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.Foto: Archiv

Der Gemeinderat hat die fünfte Teilrevision der Personalverordnung genehmigt. Sie tritt rückwirkend per 1. Januar in Kraft. Darin wurde unter anderem die Zulage für Nacht- und Wochenendarbeit gemäss kantonalem Personalrecht erhöht und der Stellenplan im Anhang III geändert.

Die Teilrevision kann auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg eingesehen werden oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich ist die Teilrevision auf www.beatenberg.ch (Gemeinde, Aktuell) aufgeschaltet, teit die Gemeinde mit. Gegen den Erlass der Teilrevision kann innert 30 Tagen seit der amtlichen Publikation (Frist bis 24. Februar) beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.

Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse in Sundlauenen

An der Gemeindeversammlung vom 5. April 2013 wurde beschlossen, dass 50 Prozent der Kosten des Strassenprojekts «Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse» in Sundlauenen von den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern übernommen werden, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Das Strassenprojekt wurde am 31. Mai 2018 abgenommen. Unterdessen wurde der Beitragsplan der Grundeigentümerbeiträge durch die kantonale Planungsgruppe Bern ausgearbeitet und vom Gemeinderat genehmigt. Der Kostenverteilplan liegt ab 30. Januar zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Die betroffenen Grundeigentümer wurden mit separater Verfügung auf die öffentliche Auflage aufmerksam gemacht, informiert die Gemeinde.

Die Unterlagen liegen bis am 2. März bei der Gemeindeverwaltung Beatenberg während der Schalteröffnungszeiten öffentlich auf.

Einführung der Strassenbezeichnungen

Die Gemeindeversammlung hat am 1. Dezember 2017 konsultativ beschlossen, neue Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg einzuführen. Am 23. April 2019 hat der Gemeinderat die definitiven Strassenbezeichnungen genehmigt. Gegen den Beschluss wurden fristgerecht zwei Beschwerden beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli eingereicht, so die Mitteilung. Das Regierungsstatthalteramt hat die Beschwerden am 6. Dezember 2019 abgewiesen. Die Umsetzungsarbeiten können nach Ablauf der Beschwerdefrist in Angriff genommen werden. Die Einführung der neuen Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg erfolgt per 1. Januar 2021. Zuvor werden etliche Umsetzungsarbeiten an die Hand genommen, lässt die Gemeinde verlauten.

Open-Air-Einzelbewilligung

Björn Keckeis aus Interlaken stellt ein Gesuch um gastgewerbliche Einzelbewilligung für das Open Air (Tagesanlass) vom 6. Juni im Wang/Bromättli. Der Gemeinderat hat das Gesuch mit der Empfehlung zur Erteilung der gastgewerblichen Einzelbewilligung mit Bedingungen und Auflagen an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet, lässt er verlauten. Die Nachbarn werden über den Anlass durch den Gesuchsteller direkt informiert. Das Open Air soll von 9.00 bis 22.00 Uhr dauern.

Trinkwasserqualität

Alle chemischen und mikrobiologischen Trinkwasserproben im Jahr 2019 lagen, soweit untersucht, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften, lässt die Gemeinde verlauten. Das Beatenberger Wasser stammt zu 91 Prozent aus eigenem Quellwasser und neun Prozent sind Fremdbezug bei den Industriellen Betrieben Interlaken. Das Quellwasser wird durch Flockung, Sandfiltration und Aktivkohle gefiltert und mit UV-Strahlen entkeimt, erklärt die Mitteilung. Die Gemeinde ruft dazu auf, Quell- und Grundwasser vor Umweltgefahren zu schützen: «Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebens- und Genussmittel».

Lehrstelle als Kaufmännische Angestellte

Ab 1. August wird auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg die dreijährige Lehrstelle als Kauffrau/Kaufmann frei. Bisher konnte die Lehrstelle nicht besetzt werden, schreibt die Gemeinde.

Bevölkerungsstatistik Beatenberg

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Gemeinde einen Einwohnerzuwachs von vier Personen. Fünf junge Persönchen erblickten das Licht der Welt und von 16 Personen musste die Gemeinde Abschied nehmen. Einwohnerstand (inklusive Wochenaufenthalt) per 31. Dezember 2019: 1293 Personen.

aus der Drachebergzytig Januar 2020

Beatenberg: Foto Gyger schliesst nach 60 Jahren

Nach etwas mehr als 60 Jahren wird das FotoKiosk- und Souvenirgeschäft, das von der Familie Gyger in zweiter Generation geführt wird, im Januar 2020 geschlossen. Damit verliert unser Dorf ein weiteres Geschäft mit einer grossen Tradition. Nachfolgend ein kleiner Einblick in die Geschichte bis zur Gegenwart: Emanuel Gyger übernahm 1958 das Fotogeschäft des Beatenberger Künstlers Paul Schmidt im Schweizerhaus. Er ist der Bruder des Fotographen Adolf Gyger aus Adelboden und eröffnete das Geschäft als eine Zweigstelle des damals bekannten Postkartenverlags aus Adelboden, der von deren Onkel nach dem 1. Weltkrieg gegründet wurde. Im Jahre 1962 fand sich eine geeignete Parzelle an der Dorfstrasse zum Bau des heutigen Geschäftshauses. Nach dem Umzug ins neue Lokal gründeten Marianne und Emanuel Gyger darauf hin ihren eigenen Postkartenverlag und die Familie schlug Wurzeln im Dorf. Der drittälteste Sohn Kurt absolvierte 1971 Adrian Deuschle erst eine Lehre als Feinmechaniker, um anschliessend in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. 1976 liess er sich zum Fotografen ausbilden und arbeitete von 1983 bis 1998 zusammen mit den Eltern im Geschäft. Während dieser Zeit entstanden viele Reportagen-, Landschaftsund Panoramabilder. Auch an manchen Hochzeitsfeiern waren sie anzutreffen, um die freudigen Momente festzuhalten. Die Bilder, damals noch analog auf Bildrolle aufgenommen, entwickelten sie im hauseigenen Fotolabor. Im Jahre 1998 übernahmen Kurt und seine Ehefrau Lotti das Geschäft und führten es erfolgreich weiter. Zusammen mit Kurts Bruder Marcus Gyger, der als freier Fotograf und Bildredaktor arbeitet, gründeten sie die Swiss Card Verlag AG, die Postkarten mit Sujets aus und im ganzen Berner Oberland vertreibt. Diese werden noch heute von Touristen wie Einheimischen in die ganze Welt verschickt. Darüber hinaus bestand eine enge Zusammenarbeit mit der damaligen Firma „Adventure World“ in Interlaken, die viele Aufträge generierte. Kurt entwickelte die Aufnahmen der abenteuerfreudigen Touristen, welche beim Canyoning, Bungee Jumping oder River Rafting fotografiert wurden. Das Sortiment im Geschäftslokal an der Dorfstrasse änderte sich über die Jahre und passte sich den Bedürfnissen der Zeit an. Von Fotokameras über Feldstecher, Zeitschriften, Spielwaren, Taschenmesser, Souvenirs bis hin zur Uhrenbatterie gab es einiges zu kaufen. Am 1. August wurde jeweils ein eigener Stand mit Feuerwerksartikeln vor dem Geschäft aufgebaut, hinter dem die dritte Generation der Familie tatkräftig mithalf. Mit dem Einzug des digitalen Zeitalters, dem veränderten Einkaufsverhalten, der Schliessung einiger Hotels und den damit fehlenden Gästen, wurde es zunehmend schwieriger, als Betrieb weiter zu bestehen. Eine kleine Anekdote hat mir Kurt bei meinem Besuch im Geschäft erzählt. So kam vor einiger Zeit eine Kundin ins Geschäft. Sie brachte eine Schachtel gefüllt mit etwa 1000 und wünschte von Kurt, dass er von diesen Negativen Bilder entwickeln solle. Beim Verlassen des Geschäftes erwähnte sie beiläufig, dass es ihr nicht eile – sie könne erst am nächsten Tag vorbeikommen, um die Bilder abzuholen! Sicher gäbe es noch viele Geschichten aus vergangener Zeit zu erzählen. Zurück bleibt ein grosses Archiv mit vielen Erinnerungen. Nun schliesst das Geschäft am 11. Januar 2020 und die Dorfgeschichte von Beatenberg ist um einige Seiten länger geworden. Ich danke Lotti und Kurt für das interessante Gespräch und wünsche ihnen für die Zukunft alles Gute.