Beatenberg in der Presse 2018

BEATENBERG 22. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 22.1.2018

Bauarbeiten an Brücke wieder aufgenommen

Die Bauarbeiten zur Instandsetzung der Brücke über den Sundgraben wurden wieder aufgenommen. Dies teilt die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion mit. Bis 25. Mai ist die Beatenbergstrasse in diesem Bereich nur einspurig befahrbar. Der Verkehr wird mit einer Lichtsignalanlage gesteuert. Zu Fuss gehende und Velos können die Baustelle unter erschwerten Bedingungen passieren.

BEATENBERG 16. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 22.1.2018

Dorint betreibt Hotel Blüemlisalp weitere 20 Jahre

Das Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken wird weitere 20 Jahre von der Dorint GmbH betrieben.

Das Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken wird weitere 20 Jahre von der Dorint GmbH betrieben.Foto: Dorint GmbH

Die Dorint GmbH hat in Absprache mit den Eigentümern des Beatenberger Hotels Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken die Zusammenarbeit um weitere 20 Jahre verlängert, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Grund für die vorzeitige Erneuerung des Vertrages sei die «hervorragende Zusammenarbeit» gewesen. «Das Dorint Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken ist durch seine einzigartige Lage im Naturparadies Beatenberg im wahrsten Sinne des Wortes ein herausragender Standort, und wir freuen uns sehr, das Haus weitere 20 Jahre betreiben zu dürfen», betont Karl-Heinz Pawlizki, CEO der Dorint GmbH. «Unsere drei Hotels in der Schweiz sind wichtige Aushängeschilder für Dorint», fügt Dirk Iserlohe hinzu, Vorstand der Honestis AG, zu der die Dorint GmbH gehört. «Zusammen mit dem Dorint An der Messe Basel und dem Dorint Airport-Hotel Zürich sind wir hier sowohl für Individualreisende als auch für Businessgäste optimal aufgestellt.»

In den vergangenen Jahren habe das Hotel einen Zuwachs an Übernachtungsgästenverzeichnet. «Regelmässig wird das Bergresort für seine kinder- und familienfreundliche Ausrichtung ausgezeichnet», wie es in der Medienmitteilung weiter heisst.

WOCHENINTERVIEW 9. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 9.1.2018

«Die Carmina Burana als Grossprojekt vereint mehrere Generationen»

Über 350 Musikerinnen und Sänger zu dirigieren, empfindet Patrick Secchiari nicht als besondere Herausforderung, wohl aber die Organisation der zwei Aufführungen der Carmina Burana in Thun und in Interlaken. Der Beatenberger gewährt Einblick in die Entstehung der Idee und weitere Visionen, die ihn immer wieder zurück zu den heimatlichen Wurzeln führen.
von Patrick Schmed

Im Januar wird der Sänger und Dirigent Patrick Secchiari (39) gleich mit mehreren grossen Projekten ins Berner Oberland zurückkehren.

Im Januar wird der Sänger und Dirigent Patrick Secchiari (39) gleich mit mehreren grossen Projekten ins Berner Oberland zurückkehren.Fotos: Patrick Schmed

Der Berner Oberländer Patrick Secchiari hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er unterrichtet Chordirigieren an der Hochschule der Künste Bern und am Institut für Musik und Bewegung. Mit den Kammerchören Seftigen und Herzogenbuchsee und vor allem mit dem von ihm gegründeten Vokalensemble ardent macht er immer wieder von sich hören. Unter anderem mit ungewohnten Formen wie Mitsing-Projekten, musikalischen Rundgängen, szenischen Baustellenkonzerten oder Flashmobs, wie sie im Bahnhof Bern und im Nationalratssaal des Bundeshauses schon erklangen. Im Wocheninterview erklärt der Profimusiker aus Beatenberg, woher die Idee für die Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana kam. Und wie es ihm gelingt, bei über 350 Mitwirkenden die Fäden in der Hand zu behalten.

Am 21. und 28. Januar wird Carl Orffs Carmina Burana in Thun und in Interlaken zu hören sein. Sie versammelten dafür über 350 Mitwirkende. Wie kamen Sie auf die Idee für dieses Riesenprojekt?

Patrick Secchiari: Der Anstoss kam dieses Mal nicht von mir, sondern von der Schweizer Föderation Europa Cantat. Die SFEC organisiert jedes Jahr ein Singweekend am dritten Januarwochenende. Dieses Jahr findet dieses im Berner Oberland statt, und dabei spannte die Föderation mich ein. Es werden rund 180 Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Schweiz anwesend sein und auch am Abschlusskonzert vom 21. Januar mitwirken.

Das Konzert zieht Gäste aus der ganzen Schweiz nach Thun, auf der Bühne wie im Publikum.

Richtig, die SFEC fördert die Vernetzung des Gesangs in der ganzen Schweiz, die Anlässe finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Dazu vernetzt die Föderation Sängerinnen und Sänger mit anderen europäischen Ländern, denn alle drei Jahre gibt es ein Europäisches Festival. Ich werde dieses Jahr mit dem Vokalensemble ardent am Festival in Tallinn in Estland teilnehmen und freue mich auf die vielen Inspirationen von Chören aller Stilrichtungen.

In Thun wird Patrick Secchiari als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat gewählt.

In Thun wird Patrick Secchiari als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat gewählt.
In Estland werden Sie die Schweiz aber auch in offizieller Funktion vertreten, nämlich als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat.

Es ist mir eine grosse Ehre, dass ich im Anschluss an die Aufführung der Carmina Burana in Thun zum neuen Präsidenten der Föderation gewählt werde. So kommen in Thun ganz viele Fäden meines bisherigen Schaffens zusammen.

Wer die Carmina Burana im KKThun erleben will, sollte allerdings bereits ein Ticket haben.

Ja, der Vorverkauf läuft seit November, und das Thuner Konzert war bereits im Dezember restlos ausverkauft. Für das Konzert vom 28. Januar im Kursaal Interlaken gibt es allerdings noch freie Plätze.

Das Berner Oberland darf sich geehrt fühlen, denn beide der geplanten Aufführungen finden dort statt.

Dies hat unter anderem logistische Gründe. Es gibt nur wenige Veranstaltungsorte mit passender Infrastruktur, die in der vorgesehenen Zeit frei waren. In Thun und Interlaken passte alles, auch der Zeitplan geht auf, weil wir an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen spielen.

Der Entscheid wurde also nicht gross davon beeinflusst, dass Sie Ihre familiären Wurzeln in Beatenberg haben?

Nur am Rand. Ich freue mich aber sehr auf Interlaken. Dort habe ich vor elf Jahren schon einmal eine andere Fassung von Orffs Carmina Burana aufgeführt. Damals gab es ein Konzert in Bern und eines in Interlaken.

Die Carmina Burana begleitet Sie also seit Jahren.

Jede Musikerin und jeder Musiker hat solche besonderen Stücke, die sie bewegen und begleiten. Bei mir ist das die Carmina Burana, die ich bis jetzt bereits sechs Mal aufgeführt habe. Unter anderem auch bei der Einweihung des Generationenhauses im Zentrum von Bern. Dort wurde das Stück im Innenhof unter freiem Himmel gespielt.

Hier im Innenhof des Berner Generationenhauses führte Patrick Secchiari die Carmina Burana bei der Eröffnung auf.

Hier im Innenhof des Berner Generationenhauses führte Patrick Secchiari die Carmina Burana bei der Eröffnung auf.
In Beatenberg waren Sie wohl eher eine Ausnahme, als Sie Musiker als Berufswunsch angaben.

Die Berufswahl erfolgte erst spät. So hatte ich schon in vielen Chören mitgesungen und unter anderem den gemischten Chor Beatenberg geleitet. Somit wirkte der Berufswunsch nicht so ungewöhnlich, weil ich bereits als Chordirigent tätig war.

Wie kam der Entscheid zustande, das Dirigieren von Chören zu studieren?

Ich hatte immer schon gerne Klavier gespielt und gesungen, aber anfangs nicht damit gerechnet, damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Im Gymnasium Interlaken spielte ich im dritten Jahr beim Theater mit und merkte, wie ich mich auf der Bühne wohl fühle. Ich nahm dann die Gesangsausbildung auf und merkte bald, dass das Dirigieren mir noch mehr lag.

Und so haben Sie das Studium als Chordirigent in Fribourg absolviert.

Richtig, es war ein langer Weg, dafür lernte ich sehr viele Menschen kennen, mit denen ich heute noch zusammen arbeite. Bei den Konzerten in Thun und Interlaken wirkt beispielsweise der Chor meines ehemaligen Studienkollegen Gonzague Monney mit, das Ensemble Vocal Utopie aus Fribourg.

Ein volles Blatt mit Musiknoten regelt, wann welcher Teil des Ensembles seinen Einsatz hat.

Ein volles Blatt mit Musiknoten regelt, wann welcher Teil des Ensembles seinen Einsatz hat.
Die Stimmen aus Fribourg verstärken sozusagen den Kammerchor Seftigen, der das Konzert organisiert und den Sie dirigieren.

Wir führen die Fassung der Carmina Burana für Soli, Chor und Blasorchester auf. Diese ist sehr eindrücklich, weil sehr viele Musikerinnen und Musiker hier ihr Bestes geben. Nebst den drei Chören, zu denen auch das Vokalensemble ardent gehört, ist dies auch ein Kinderchor. Diesen habe ich bewusst in Seftigen gesucht.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist eines Ihrer zentralen Anliegen. Wie reagierten die Schulkinder auf die Idee, in einem klassischen Stück mitzuwirken?

Es wurden zwei Schulklassen angefragt, und fast alle Kinder haben sich freiwillig zum Mitsingen entschieden. Für sie wird es sicherlich ein grossartiges Erlebnis, mit dem gewaltigen Orchester auf der riesigen Bühne vor einem grossen Publikum zu singen. Die Kinder zeigten bei den Proben viel Freude.

Die Carmina Burana wird damit auch zum Generationenprojekt.

Definitiv, die Idee, dass mehrere Generationen gemeinsam etwas bewirken, ist derzeit im Trend. Doch auch ohne Trend ist der Mehrgenerationengedanke sehr wertvoll und ist mir ein Anliegen.

Für die gewählte Fassung brauchen Sie nicht nur einen grossen Chor, sondern auch ein sinfonisches Blasorchester.

Dafür bot sich das Blasorchester Oberland Thun an, welches sich jeweils anfangs Jahr zusammenstellt, um vereinsübergreifend zeitlich begrenzte Projekte zu realisieren.

Die Herausforderungen des Grossprojekts liegen nicht unbedingt bei musikalischen Fragen, sondern bei der Organisation.

Die Herausforderungen des Grossprojekts liegen nicht unbedingt bei musikalischen Fragen, sondern bei der Organisation.
Brauchte es viel Überzeugungskraft, um all diese Mitwirkenden zu überzeugen?

Eigentlich gar keine. Die Herausforderung lag vor allem in der Planung und Organisation. Ich bin sehr froh, dass ich dabei auf die Unterstützung des Vorstands meines Seftiger Chors zählen darf.

Wie schafften Sie es, das Stück mit allen Beteiligten einzustudieren?

Am Anfang habe ich mit den Chören und dem Orchester separat geübt, am Ende konnten wir im Lötschbergsaal in Spiez gemeinsam üben, welches das Blasorchester Oberland Thun auch sonst für seine Proben benutzen darf. Dieses leite ich übrigens seit Anfang Dezember als Gastdirigent.

So könnte man also sagen, dass Sie alle nötigen Register verfügbar hatten und diese nur noch ziehen mussten?

Richtig, alle Stimmen und Instrumente waren vorhanden. Die Sängerinnen und Sänger der SFEC werden übrigens ausschliesslich beim Konzert in Thun dabei sein. Sie waren bei den Proben nicht dabei, viele kennen das Stück und übten ihre Stimme für sich zu Hause ein.

Das Schicksalsrad auf der Partitur nimmt das Thema der Carmina Burana auf, die das volle Leben mit seinem Auf und Ab besingt.

Das Schicksalsrad auf der Partitur nimmt das Thema der Carmina Burana auf, die das volle Leben mit seinem Auf und Ab besingt.
Die Carmina Burana

1803 wurden im Kloster Benediktbeuren 254 Lied- und Dramentexte gefunden, die unter dem Namen «Carmina Burana» zusammengefasst waren. Es handelt sich um eine der wichtigsten Sammlungen der Vagantendichtung, deren Ursprung zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert liegt. Mehr als die Hälfte der Werke behandelt das Thema Liebe, rund ein Fünftel sind Spott- und moralische Gesänge, dann folgen Trink- und Spielerlieder und zwei geistliche Theaterstücke.

1937 erhielt ein Teil der Lieder neue Bekanntheit, weil sie durch den deutschen Komponisten Carl Orff zu einem Chorwerk verbunden wurden. Nach der Uraufführung in der Frankfurter Oper trat die szenische Kantate ihren Siegeszug durch die Welt der Klassik an und gilt heute noch als Klassiker. Vor allem der Eingangschor «O Fortuna» gilt als eines der beliebtesten Werke unserer Zeit. Dabei hat Orff die Schwerpunkte des Ursprungswerks mit Frühlingsliedern, Fress- und Saufliedern der Vaganten und Liebesliedern aus dem Mittelalter weitgehend übernommen.

Die Carmina Burana widerspiegelt einen unvergänglichen Teil unserer Gesellschaft, der vom Mittelalter über die Zeit Carl Orffs bis in die heutige Zeit verstanden wird. Ist das der Grund, wieso das Werk auch heute noch so beliebt ist?

Es geht ums menschliche Leben und um das Schicksal. Diese Themen sprechen jede und jeden an, sind allgemeingültigen Inhalts. Noch grundsätzlicher gesagt geht es um das Werden und Vergehen, unabhängig von Epochen oder Ländergrenzen. Das fasziniert mich persönlich aber auch ganz viele andere Menschen an der Carmina Burana.

Auf der Partitur ist das Bild des Schicksalsrads zu sehen.

Es bezieht sich auf den Gesang «O Fortuna», der am Anfang und am Ende von Orffs Werk steht. Die Frühlingslieder zeigen den Neubeginn, wo sich das Rad zu drehen beginnt, dann kommt das satte Leben im Mittelstück «In Taberna», und im dritten Teil geht es um die Liebe, in der sich Werden und Vergehen nochmals widerspiegeln.

Die Carmina Burana begleitet den Chordirigenten schon seit Beginn seiner Laufbahn.

Die Carmina Burana begleitet den Chordirigenten schon seit Beginn seiner Laufbahn.
Wie gelingt es Orff, die Botschaft in oder trotz lateinischer Sprache rüberzubringen?

Wer Lateinunterricht hatte, hat sicher den einen oder anderen Text aus der Carmina Burana übersetzt. Es gibt viel zu analysieren, dazu bieten die Texte zahlreiche spannende Verknüpfungen zum Mittelalter. Doch muss man diese nicht verstehen, um das Stück zu begreifen. Die Musik ist unglaublich bildhaft. Mit den Stimmen und Instrumenten wird uns und der Fantasie beispielsweise vor Augen geführt, wie ein Betrunkener in der Taverne vom Stuhl fällt oder ein Pferd mit dem Geliebten davongaloppiert.

Die Musik enthält also schon die Botschaft.

Dafür muss sie allerdings überzeugend vorgebracht werden. Dies ist einerseits meine Aufgabe, aber es braucht jede einzelne und jeden einzelnen auf der Bühne. Sonst geht die Wirkung verloren. Meine Aufgabe ist, jeder und jedem Mitwirkenden die Bestätigung zu geben, dass sie oder er wichtig ist.

Das genaue Zusammenspiel entscheidet also über den Erfolg einer Aufführung.

Orffs Musik ist häufig repetitiv und weist dabei eine recht klare Struktur auf. Dazu kommen sehr virtuose Passagen. In der Carmina Burana hat Carl Orff diese so meisterhaft verknüpft, dass sein bekanntestes Werk immer wieder gern aufgeführt wird.

Ein moderner Komponist vertont mittelalterliche Texte – das alleine ist ja schon eine gute Geschichte …

In der Tat. Dabei übernimmt Carl Orff sehr viele Klischees und Vorstellungen aus dem Mittelalter. Beispielsweise singen Frauen in der Taverne nicht mit, weil diese früher den Männern vorbehalten war. Vielleicht müsste man diesen Teil einmal frisch arrangieren (lacht).

Kritik an der Gesellschaft ist also kein Anliegen der Carmina Burana noch von Carl Orff.

Wenn, dann sehr unterschwellig. Es geht eher darum, das Leben zu feiern.

Nebst der Carmina Burana werden am 21. und 28. Januar die Stücke «Festival Bells» von Thomas Doss und «Angels in the Architecture» von Frank Ticheli aufgeführt. Haben die zwei Werke einen besonderen Zusammenhang zur Carmina Burana?

Festival Bells ist eine Ouvertüre, festlich und kurz. Somit passt sie hervorragend, um das Konzert einzuleiten. Dabei kommt das sinfonische Blasorchester voll zum Zug. Als zweites Stück haben wir «Angels in the Architecture» gewählt, weil auch hier alte Melodien und Sprüche zitiert werden. Die Thematik ist allerdings anders und das Stück noch moderner. Im Zentrum steht der ewige Kampf von Gut und Böse.

Doch auch zwei eher monumentale Stücke.

… die man aber nicht unbedingt kennt, die wir aber dem Publikum gerne näherbringen wollen.

Sind monumentale Auftritte die Zukunft, wenn man im Berner Oberland viel Publikum anziehen will?

Nein, es braucht kein Grossformat, um die Leute zu begeistern. Schlichtheit funktioniert auch, wie die letztjährige Tournee «Tout Berne chante» mit dem Vokalensemble ardent und Barbara Klossner gezeigt hat. Hier haben wir ausschliesslich Kompositionen von Berner Musikerinnen und Musikern aufgeführt, von Jodel bis modern. Und haben damit auch die Kirchen gefüllt und bei Unspunnen trumpfen können.

Vor allem mit seinem Vokalensemble ardent initiiert Patrick Secchiari gerne visionäre und innovative Projekte.

Vor allem mit seinem Vokalensemble ardent initiiert Patrick Secchiari gerne visionäre und innovative Projekte.
Wirkt da auch Ihre Reputation, die Sie als Initiant von aufsehenerregenden Projekten inzwischen geniessen?

Vielleicht hilft dies auch, um die Brücke zu schlagen. Das Wichtigste ist für mich, meine Fähigkeiten mit denen anderer zu verbinden und daraus etwas entstehen zu lassen, was das Publikum anspricht. So habe ich zwar einige grössere Projekte umsetzen können, mir sind aber auch die Nischenproduktionen wichtig.

Beispielsweise?

Im März wird das Vokalensemble ardent am Stadttheater Bern beim Musiktheater «Die Formel» mitwirken. Die Musik von Torsten Rasch ist sehr speziell, das Schauspiel handelt von einer fiktiven Begegnung zwischen Einstein, Walser, Lenin und Klee, die alle anfangs des 20. Jahrhunderts in Bern lebten, sich aber tatsächlich nie begegneten. Ich bin sehr gespannt, wie diese Aufführung beim Publikum ankommen wird.

Das Vokalensemble hat den Ruf, mit «Feu ardent» auch visionäre und innovative Kulturinszenierungen zu lancieren.

Der Name impliziert es schon, genau. Das Vokalensemble ardent führt nur Programme auf, für die es eine Notwendigkeit empfindet. Dies führt uns auch abseits des Mainstreams. Es gibt sogar Projekte, die wir aus der «Kriegskasse» finanzieren, damit sie überhaupt realisiert werden können.

Man sagt, wenn ein Extremsportler einen Berg bezwungen hat, hat er schon den nächsten im Kopf. Geht es Ihnen auch so?

Das kenne ich auch, ja. Die nächsten Projekte sind vorbereitet, weitere Ideen sind schon im Köcher.

Und wird man Sie dabei auch wieder im Berner Oberland antreffen?

Sogar noch vor dem 28. Januar. Ich bin einer der Dirigenten des interkantonalen Mädelschors. Als ich vernahm, dass deren Probe-Wochenenden in Beatenberg stattfinden werden, war ich ganz schön überrascht. Umso mehr freue ich mich auf das Eröffnungskonzert der Tournee am 14. Januar in der Katholischen Kirche Beatenberg. Im Mai werde ich beim Jubiläum im Ballenberg mitwirken. Auch dies zeigt, dass es mir gelungen ist, mit einem Bein im Oberland zu bleiben.

Die nächsten Aufführungen mit Patrick Secchiari im Berner Oberland
  •  Sonntag, 14. Januar, 16.00 Uhr – Konzert der Interkantonalen Chöre in der katholischen Kirche Beatenberg
  •  Sonntag, 21. Januar, 16.00 Uhr – Carmina Burana im KKThun (ausverkauft)
  •  Sonntag, 28. Januar, 17.00 Uhr – Carmina Burana im Kursaal Interlaken

Weitere Informationen unter www.secchiari.ch

Auch wenn er in Bern arbeitet, ist Patrick Secchiari mit einem Bein immer im Oberland geblieben.

Auch wenn er in Bern arbeitet, ist Patrick Secchiari mit einem Bein immer im Oberland geblieben.
SKISAISON 3. JANUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 5.1.2018

So gut wie lange nicht mehr

Erstmals seit Jahren waren auch die kleinen Skigebiete über Weihnachten und Neujahr offen – den frühen Schneemengen sei Dank. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich für den Rest der Saison. Doch Frau Holle braucht es weiterhin.
von Annina Reusser

Ein voller Skilift Hohwald Beatenberg: Der 29. Dezember war ein «Top-Tag» wie schon lange nicht mehr, wie Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG sagt. Ähnlich positive Worte finden die Verantwortlichen auf der Axalp, Grimmialp, dem Jaunpass, in Habkern Sattelegg und im Eriz.

Ein voller Skilift Hohwald Beatenberg: Der 29. Dezember war ein «Top-Tag» wie schon lange nicht mehr, wie Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG sagt. Ähnlich positive Worte finden die Verantwortlichen auf der Axalp, Grimmialp, dem Jaunpass, in Habkern Sattelegg und im Eriz.Foto: Sonja Zumstein

«Besser als die letzten Jahre», lautet der Tenor der kleinen Skigebiete in Bezug auf die bisherige Wintersportsaison. Die ausgiebigen Schneefälle Anfang Dezember haben vielen von ihnen ermöglicht, die Bahnen bereits Mitte Dezember erstmals in Betrieb zu nehmen und über Weihnachten und Neujahr laufen zu lassen. So ging es etwa dem Skilift Hohwald Beatenberg.

«Nach etwa drei Jahren konnten wir das erste Mal wieder über Weihnachten und Neujahr fahren», sagt Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG. An Tagen mit schönem Wetter lief der Betrieb am Skilift besonders. «Der 29. Dezember war ein Top-Tag wie schon lange nicht mehr.» Auch für die restliche Saison ist Zumstein zuversichtlich. «Soweit wie möglich werden wir täglich in Betrieb sein. So wie es im Moment aussieht, hat es auch genug Schnee.»

Gute Ausgangslage

Von Zuversicht spricht auch Ueli Walthard, Geschäftsleiter der Sportbahnen Axalp Windegg AG. «Es ist wesentlich besser als die letzten Jahre», sagt Walthard. Da hatte die Axalp mit fehlendem Schnee zu kämpfen, was diese Saison nicht der Fall ist. Dank des günstigen Wetters konnte das Skigebiet oberhalb des Brienzersees auch eine Menge Kunstschnee produzieren. «Da habe ich nicht Angst», so Walthard zum Rest der Saison.

Auch auf der Grimmialp freute man sich über den frühen Schnee. «Wir hatten nicht einen Riesenandrang, aber wir sind zufrieden», sagt Ueli Wampfler, Verwaltungsratspräsident der Grimmialp Bergbahnen. In den letzten Jahren waren die Bergbahnen über Weihnachten gar nicht in Betrieb. Damit die Saison so gut weitergeht, insbesondere in der Sportwoche Ende Februar, braucht es aber jetzt neuen Schnee. «Unten im Skigebiet hat es viel Schnee fortgeregnet», so Wampfler. Grundsätzlich sei die Ausgangslage für diese Saison aber gut.

Der Snowpark Eriz erstrahlt in Weiss. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks.

Der Snowpark Eriz erstrahlt in Weiss. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks.Foto: Snowpark Eriz
Bereits am 10. Dezember in Betrieb

Auch der Snowpark Eriz erlebte einen Saisonstart wie schon lange nicht mehr. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks. Bereits am 10. Dezember liefen die Lifte zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren hat vor Weihnachten auch im Eriz meist der Schnee gefehlt. Welche Aussicht gibt es für den Rest der Skisaison? «Ab Mitte Januar bis in den Februar ist wichtig, dass es wieder Schnee gibt und kältere Temperaturen», so Reusser. Das gilt vor allem vorausblickend auf die Sportwoche Ende Februar.

Auf Schnee für den Februar hofft man auch in Habkern, ausserdem auf sonnige Wochenenden. Die Zwischenbilanz ist aber gut. «Wir sind viel besser dran als die letzten Jahre, als wir gar nicht fahren konnten», sagt Christian Tschiemer, Betriebsleiter des Skilifts Habkern Sattelegg.

Hoffnung auf neuen Schnee

«Wir konnten wunschgemäss in die Saison starten, weil es geschneit hat», sagt Andreas Poschung, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Jaunpass AG. Über Weihnachten und Neujahr seien es sehr viele Leute auf dem Jaunpass gewesen. Er hofft bald auf neuen Schnee, damit die Saison so weitergeht wie bisher. «Wenn es auf dem Pass so stark föhnt wie am Mittwoch, dauert es drei Tage, dann ist der Schnee fort», so Poschung. Der Schnee definiert die Spielregeln am Jaunpass. Poschung: «Wir fahren mit Naturschnee, so lange es geht, und wenn es keinen Schnee mehr hat, machen wir zu.»

Durch den Verbund mit Lenk-Simmental Tourismus und dem Skigebiet Adelboden-Lenk gilt der Top4-Skipass auch bei den Sportbahnen Jaunpass – das Angebot wurde denn auch bereits genutzt. Welche Auswirkungen das Abonnement auf den Wintersportbetrieb hat, ist laut Poschung aber noch zu früh zum Beurteilen.

Die Sportbahnen Jaunpass starteten wunschgemäss in die Saison 2017/18. Der Zügwegenlift (Bild) wurde auf diese Saison hin umgebaut.

Die Sportbahnen Jaunpass starteten wunschgemäss in die Saison 2017/18. Der Zügwegenlift (Bild) wurde auf diese Saison hin umgebaut.Foto: Nils Sager
Top4-Skipass ohne spürbare Auswirkungen

Ähnlich klingt es bei den anderen kleineren Skigebieten, die nicht Teil des Abos sind und dadurch möglicherweise verlieren. Ueli Walthard von den Sportbahnen Axalp Windegg stellte bisher keine Konsequenzen fest: Der Schnee und das Wetter sorgten für das Weihnachtsgeschäft. Dasselbe gilt für den Skilift Habkern Sattelegg. «Vielleicht merken wir es eher gegen Frühling», so Christian Tschiemer.

Kaum negative Auswirkungen erwarten hingegen Thomas Reusser vom Snowpark Eriz und Sonja Zumstein vom Skilift Hohwald Beatenberg. Beide bezeichnen Familien mit kleinen Kindern als Kernzielgruppe. Diese würden ohnehin kein Top4-Abo kaufen, so Reusser. «Ich habe nicht das Gefühl, dass wir gross Auswirkungen spüren werden», sagt Zumstein.

Die Bergbahnen Grimmialp erlebten hingegen einen umgekehrten Effekt: «Trotz des Top4-Skipasses haben wir von unseren Saisonabos gut zehn Prozent mehr verkauft», sagt Ueli Wampfler. «Ich gehe davon aus, dass wir als kleines familiäres Skigebiet nicht dasselbe Kundensegment haben wie die grossen.» Der viele Schnee im Dezember dürfte seine Rolle im Aboverkauf gespielt haben: Laut Wampfler kauften selbst nach dem Vorverkauf im November viele Kunden ein Saisonabo.

BEATENBERG/PHILIPPINEN 1. JANUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 1.1.2018

Thomas Kellenberger rettet im Taifun 15 Kinder

Als der Wirbelsturm «Vinta» über Cagayan de Oro fegt, hilft der Beatenberger dabei, die Einwohner in Sicherheit zu bringen. In einem Bericht schildert er seine Erlebnisse während des Unwetters.

Thomas Kellenberger (rechts) hilft während des Taifuns bei der Evakuation von Kindern mit.

Thomas Kellenberger (rechts) hilft während des Taifuns bei der Evakuation von Kindern mit.Foto: zvg/Thomas Kellenberger

Vor gut zehn Jahren gründete Thomas Kellenberger aus Beatenberg das Hilfswerk «Island Kids Philippines» und setzt sich seither für die schulische Bildung für arme Kinder im südostasiatischen Land ein (diese Zeitung berichtete). Nach einem zweimonatigen Aufenthalt in der Schweiz kam er kurz vor Weihnachten wieder auf den Philippinen an. Kurz darauf fegte ein Taifun über die Insel. In einem schriftlichen Bericht schickte der Beatenberger dieser Zeitung eine Schilderung davon, was er während des Wirbelsturms erlebte:

«Ich bin am Donnerstag gut in Cagayan de Oro (CDO) angekommen. Freitagvormittag fegte jedoch Taifun ‚Vinta‘ über Cagayan de Oro hinweg. Starke Winde fällten Bäume und Hochspannungsmasten. Am schlimmsten waren aber die sintflutartigen Regenfälle, die uns alle an Sendong von 2011 erinnerten. Innert weniger Stunden stieg der Cagayan River bis zu 9,48 Meter an und überschwemmte sämtliche Stadtteile in Flussnähe bis über die Dächer der Häuser. Sämtliche Brücken mussten geschlossen werden. Als Mitglied des Carmen Rescue Teams (CAREST) konnte ich gleich den Einsatz antreten und in den Fluten gefangene Menschen, die während der vorsorglichen Evakuation zurückgeblieben waren, in Sicherheit zu bringen. Da unser Schlauchboot kaputt war, mussten wir selber ins verseuchte Wasser steigen und mit Pneu-Schläuchen und Seilen arbeiten. Wir schwammen über den Hausdächern an Stromleitungen, Baumkronen und Schwemmgut vorbei zu den wenigen dreistöckigen Häusern, auf deren Dächern und Balkons sich die Überlebenden retten konnten. Mit unserem Team konnten wir 15 Kinder und ihre Mütter, eine behinderte Frau und fünf Männer in Sicherheit bringen. Es war eine unangenehme aber trotzdem tolle Erfahrung.

Währenddessen kochte das PIKIFI-Küchenpersonal zusammen mit den College-Students im Akkord ‚Lugaw‘, einen nahrhaften Reisbrei. In den Abendstunden konnten dann unser Relief-Team, bestehend aus unseren Sozialarbeiterinnen, dem Küchenpersonal und den College-Students, Mahlzeiten an 2500 Menschen in drei Evakuationszentern verteilen. In CDO mussten insgesamt 3735 Familien mit 14’041 Individuen evakuiert werden. Sie befinden sich jetzt in 22 Evakuationszentren.» Erschöpft gingen wir alle nach Mitternacht in den verdienten Feierabend. Im Landfill, in unseren zwei Learning-Centern und im Kinderdorf kam es zu keinen Schäden, wir wurden Gott sei Dank einmal mehr verschont und konnten dafür anderen helfen. In einer nächsten Phase werden wir wohl mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein.

Dank der gut organisierten Evakuation der gefährdeten Gebiete gibt es laut aktuellem Wissensstand kaum Tote zu beklagen. Dies ist ein schönes Weihnachtsgeschenk, wenn man bedenkt, dass 2011 bei vergleichbaren Fluten 2500 Menschen ihr Leben verloren.»

Die Opferzahlen

Als Thomas Kellenberger den Bericht verfasste, waren die genauen Ausmasse des Sturms noch nicht klar. Mehrere Tage nach dem Unwetter sind mittlerweile genauere Zahlen bekannt. Insgesamt starben beim Taifun auf den Philippinen über 200 Menschen. Dies insbesondere in Lanao del Norte, Lanao del Sur und Zamboanga Peninsula. Die Todesfälle sind vor allem auf Sturzfluten und Landrutsche zurückzuführen. Zahlreiche Personen werden noch vermisst. (ith)