Beatenberg in der Presse 2018

Aus der Jungfrauzeitung vom 19.10.2018
BEATENBERG 19. OKTOBER 2018

Plötzlich Gemeindepräsident

Der bisherige Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (SVP) verlässt sein Amt Ende Jahr. Auf ihn folgt der parteilose Roland Noirjean, der bisher politisch noch nicht aktiv war. Doch wer ist der Mann, der die Gemeinde in Zukunft lenken wird?
von Yves Brechbühler
Roland Noirjean (54, parteilos) stammt aus dem Kanton Aargau und lebt 23 Jahren auf dem Beatenberg. Er ist hier als selbstständiger Grafiker und Zeichner tätig.

Roland Noirjean (54, parteilos) stammt aus dem Kanton Aargau und lebt 23 Jahren auf dem Beatenberg. Er ist hier als selbstständiger Grafiker und Zeichner tätig.Fotos: Yves Brechbühler

Er ist in Beatenberg zwar kein Unbekannter. Immerhin ist Roland Noirjean seit vielen Jahren Lehrer am Institut in der Waldegg und gab des Weiteren unter anderem Weiterbildungskurse für Senioren. Ausserdem ist sein Grafikerbüro an prominenter Lage mitten im Dorf und hat der stillgelegten Bäckerei Gafner neues Leben eingehaucht. Doch politisch ist Noirjean ein Quereinsteiger. Bisher hatte er noch nie ein Amt inne. Nun wird er ab kommendem Januar der neue Gemeindepräsident von Beatenberg sein.

«Ich freue mich auf das Amt»Roland Noirjean ist ab kommendem Januar der neue Gemeindepräsident in Beatenberg .

Und das kam so: Die Anfrage für eine Kandidatur kam von Hans Gafner, dem Präsidenten der SVP-Sektion in Beatenberg. «Wie aus dem Nichts», erinnert sich Noirjean an jenen Tag im September. Vor rund einem Monat sei Gafner bei ihm vorbeikommen und habe ihn gefragt, ob er das machen würde. «Ich war überrascht und habe mir sogleich die Frage gestellt, ob ich das wirklich kann», sagt der Gemeindepräsident in spe. Eine Frage, für deren Beantwortung er sich einige Tage Zeit lassen wollte. In der Folge führte er viele Gespräche mit Gemeindepolitikern, Gemeindeschreibern und Freunden. «Dabei wurde ich bestärkt, dass ich die nötigen Fähigkeiten habe, das Amt anzutreten», sagt er. Daraufhin sagte er Gafner zu – mit dem Bewusstsein dass es wohl die einzige Kandidatur für das Amt bleiben würde. Eine Wahl war mit seiner Zusage also so gut wie sicher.

Hans Gafner (rechts) fragte Roland Noirjean, ob er nicht Gemeindepräsident von Beatenberg werden möchte. «Ich finde es toll, dass er diese Arbeit übernimmt», sagt Gafner. Es sei alles andere als einfach, Personen für diese Aufgabe zu finden.

Hans Gafner (rechts) fragte Roland Noirjean, ob er nicht Gemeindepräsident von Beatenberg werden möchte. «Ich finde es toll, dass er diese Arbeit übernimmt», sagt Gafner. Es sei alles andere als einfach, Personen für diese Aufgabe zu finden.

«Es hat mich sehr erstaunt, dass die Anfrage von der SVP kam», so Noirjean. Der Parteilose verortet sich zwar grundsätzlich eher im linken Spektrum, doch er sehe sich auch mit der SVP in eigenen Belangen einverstanden. «Für meine Arbeit als Gemeindepräsident spielt meine persönliche politische Orientierung ausserdem sowieso keine grosse Rolle», ergänzt er. Das zusätzliche Arbeitspensum als Beatenberger Gemeindepräsident liegt ungefähr bei 20 Stellenprozenten. Noirjean sagt, dass er als Quereinsteiger zu Beginn wohl etwas mehr Zeit investieren müsse, das sei ihm durchaus bewusst. «Da ich momentan zu 80 Prozent tätig bin und flexible Arbeitszeiten habe, kann ich mir das gut einrichten», erklärt er.

Roland Noirjean sagt, dass ihm insbesondere das Dorfbild von Beatenberg wichtig ist und dies dementsprechend ein wichtiges Thema für ihn sein werde.

Roland Noirjean sagt, dass ihm insbesondere das Dorfbild von Beatenberg wichtig ist und dies dementsprechend ein wichtiges Thema für ihn sein werde.

Dass er als selbstständiger Kreativer mit kurzen Entscheidungswegen nun in die langsamer mahlenden Mühlen der Politik eingebettet werde, erachtet er nicht als Problem. «Mir ist klar, dass man als Gemeindepräsident nicht einfach eins zu eins umsetzen kann, was man will», so Noirjean. Schliesslich müsse es bei den politischen Entscheidungen für die Bevölkerung stimmen. Und er werde Person und Sache zu trennen wissen. «Läuft eine Abstimmung gegen ein Vorhaben des Gemeinderats, darf man das nicht persönlich nehmen, sondern muss akzeptieren, dass die Bevölkerung diese Sache nicht will», ergänzt er. In den verbleibenden rund zwei Monaten will Noirjean sich bereits etwas einarbeiten. «So richtig geht das aber erst, wenn ich im Amt bin», weiss er. Noirjean wird aber bereits eine Gemeinderatssitzung als Beobachter besuchen. Ab dem 1. Januar 2019 ist er als Nachfolger des abtretenden Gemeindepräsidenten Christian Grossniklaus (SVP) im Amt. Vielleicht schreibe er dereinst ein Buch mit dem Titel «Plötzlich Gemeindepräsident», lacht er.

Zur Person

Roland Noirjean lebt seit 1995 in Beatenberg, ist verheiratet mit Karin Känel. Er hat einen neunjährigen Sohn und zwei erwachsene Stiefkinder. Er ist in Wohlen im Kanton Aargau aufgewachsen. Nach einer Lehre als Chemielaborant, Matura und Lehrerausbildung ist er nach Thun gezogen, später dann nach Beatenberg. Er ist seit 1990 am Institut Beatenberg auf Sekundar-Stufe I tätig. Er war ebenfalls am Gymnasium als ICT-Lehrperson oder als Präsident und Kursleiter der Volkshochschule Interlaken sowie vielen Workshops und Kursen als Kursleiter in der Erwachsenenbildung und Schulentwicklung tätig. Er betreibt seit einigen Jahren eine Einzelfirma im Bereich Grafik, Webdesign, Cartoons, Film und hat so seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Aus Jungfrauzeitung vom 16.10.2018
BEATENBERG 16. OKTOBER 2018

Grossniklaus übergibt an Noirjean

Der bisherige Gemeindepräsident Christian Grossniklaus (SVP) verlässt sein Amt Ende Jahr. Im Interview mit dieser Zeitung blickt der 72-Jährige auf seine Tätigkeit zurück. Auf ihn folgt der parteilose Roland Noirjean.

Innert der reglementarischen Frist sind für die Gemeinderatswahlen in Beatenberg am 25. November mehrere Wahlvorschläge bei der Gemeindeverwaltung eingegangen. Als einziger Kandidat für das Gemeindepräsidium wurde Roland Noirjean (parteilos) vom Gemeinderat als gewählt erklärt. Der 54-Jährige übernimmt das Amt von Christian Grossniklaus (SVP).

Roland Noirjean lebt seit 1995 in Beatenberg, ist verheiratet mit Karin Känel. Er hat einen neunjährigen Sohn und zwei erwachsene Stiefkinder. Der neue Gemeindepräsident ist in Wohlen AG aufgewachsen. Nach einer Lehre als Chemielaborant, Matura und Lehrerausbildung ist er nach Thun gezogen, später dann nach Beatenberg. Er ist seit 1990 am Institut Beatenberg auf Sekundarstufe I tätig. Er hat das Institut – das mittlerweile zu einer Modellschule geworden ist – stark mitprägen können, vor allem mit seinen visuellen Darstellungen, wie die Gemeinde mitteilt: «Aber auch am Gymnasium als ICT-Lehrperson oder als Präsident und Kursleiter der Volkshochschule Interlaken sowie vielen Workshops und Kursen als Kursleiter in der Erwachsenenbildung und Schulentwicklung konnte er sein breites Wissen einsetzen.» Zudem betreibt er seit einigen Jahren eine Einzelfirma im Bereich Grafik, Webdesign, Cartoons, Film und hat so seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Roland Noirjean ist als Gemeindepräsident ein Quereinsteiger. Er war bisher nicht im Gemeinderat.

Für die sechs Gemeinderatssitze haben sowohl die SVP und Pro Beatenberg je eine Liste eingereicht. Die SVP nominiert die bisherigen Gemeinderäte Hans von Allmen, Fritz Gimmel und Werner Schmocker sowie Heinz Feuz und die Parteilosen Adrian Deuschle und Urs Grossniklaus. Pro Beatenberg geht mit Andrea Oppliger ins Rennen um einen Gemeinderatssitz.

Nachgefragt bei Christian Grossniklaus, abtretender Gemeindepräsident Beatenberg
Die Finanzen und der hohe Zweitwohnungsanteil waren die grössten Herausforderungen in seiner Amtszeit, wie Grossniklaus sagt.

Die Finanzen und der hohe Zweitwohnungsanteil waren die grössten Herausforderungen in seiner Amtszeit, wie Grossniklaus sagt.Foto: zvg
Weshalb haben Sie sich entschieden, als Gemeindepräsident zurückzutreten?

Christian Grossniklaus: Wir haben eine Amtszeitbeschränkung. Laut Reglement muss der Gemeindepräsident nach zweimal vier Jahren aufhören.

Schwingt dadurch bei Ihrem Rücktritt etwas Wehmut mit?

Nein. Ich habe dieses Amt nie gesucht. Aber ich hatte Zeit und mir eingebildet, dass ich es könnte. Ich kann ohne das Amt ganz gut leben.

Im letzten Jahr war unter anderem die Abstimmung um Sundlauenen ein Thema in der Gemeinde. Wie blicken Sie darauf zurück?

Die Beatenberger Bevölkerung hat betreffend des Gemeinde-Wechsels die Sundlauener abgestraft. Vielleicht war Egoismus beim Entscheid dabei. Der Entscheid hat mich damals schon getroffen. Vor allem meine Vorgängerin hatte sich beim Thema stark für ein Nein eingesetzt. Der aktuelle Gemeinderat war für einen Wechsel.

Welches war die grösste Herausforderung während Ihrer Amtszeit?

Die Finanzen. Und die haben wir im Moment gut im Griff. Das ist auch etwas, worauf man stolz sein kann. Wir gehören zu den Gemeinden mit einem höheren Ertragsindex und sind gut drin. Eine weitere Herausforderung war der hohe Zweitwohnungsanteil in der Gemeinde. Das haben der Gewerbeverein und viele Exponenten durch das viele Bauen mitprovoziert.

Was war das Highlight Ihrer Präsidentschaft?

In der ersten Legislatur konnten wir eine Steuersenkung erzielen. Zudem haben wir eine Verwaltungsreform gemacht und viele operative Anpassungen vorgenommen. Wir sind strategisch tätig, früher war das nicht so. Das macht vieles einfacher, auch für unsere Nachfolger.

Mit Roland Noirjean ist Ihr eigener Nachfolger bereits bekannt – was sagen Sie dazu?

Ich bin froh, dass es jemand macht. Es war nicht einfach, einen Nachfolger zu finden. Das spätere Kritisieren wird wohl einfacher.

Haben Sie einen Rat für Roland Noirjean?

Wenn er etwas wissen will, bin ich da, aber ich will mich nicht aufdrängen. Er ist ein Quereinsteiger und war noch nie in einem Gemeinderat tätig. Es wird für ihn eine Herausforderung, aber ich traue ihm das Amt zu. Im Hintergrund leiste ich gerne Hilfestellung. Wir wohnen auch nahe – das macht vieles einfacher.

Was planen Sie für Ihre Zeit nach dem Gemeindepräsidium?

Ich bin 72 Jahre alt. Mit dem niedergelegten Amt ist meine aktive Zeit vorbei. (ith)

BEATENBERG28. MAI 2018

Instabile Felsrippe entdeckt

Der Gemeinderat teilt mit, dass an der Kantonsstrasse zwischen Thun und Interlaken das Gebiet Breittschingel kontrolliert werden muss, sonst drohe ein Abbruch.

Oberhalb der Kantonsstrasse Thun-Interlaken wurde zwischen den Beatushöhlen und Sundlauenen im Gebiet Breittschingel eine instabile Felsrippe entdeckt. «Aufgrund der geologischen Abklärungen müssen diese Felspartien umgehend kontrolliert gesprengt werden, ansonsten droht ein unkontrollierter Absturz», wie der Gemeinderat Beatenberg in einer aktuellen Mitteilung schreibt. In der Zeit vom 4. bis 8. Juni sollen die nötigen Arbeiten vollzogen werden. Für die Massnahmen zum Schutz der Kantonsstrasse, die Sprengung und anschliessender Räumung des losen Felsmaterials wird die Kantonsstrasse ab 6. bis 7. Juni für den gesamten Verkehr komplett gesperrt. Die umliegenden Wanderwege und die Schifflände Sundlauenen müssen ebenfalls gesperrt werden.

Der Gemeinderat hat für das Projekt Breittschingel einen Verpflichtungskredit von 90’000 Franken freigegeben. Das Projekt wird zu 79 Prozent durch den Kanton subventioniert. Die Restkosten werden je zur Hälfte durch das Strasseninspektorat Oberland Ost und der Einwohnergemeinde Beatenberg getragen. Die Restkosten für das geologische Gutachten übernimmt das Strasseninspektorat Oberland Ost ganz.

Strassenbeleuchtung an der Kantonsstrasse

Ende 2017 wurde informiert, dass der Kanton die Leuchten vom Sagigraben bis zur Garage Grossniklaus aufheben möchte. Der Gemeinderat war mit diesem Vorgehen nicht einverstanden und hat deshalb beim Oberingenieurkreis I interveniert und darum gebeten, diesen Entscheid nochmals zu überdenken.

Der Oberingenieurkreis hat nun dazu Stellung genommen und teilt mit, dass die Leuchten in diesem Bereich bis zur Sanierung der Lehnenkonstruktion und der Brücke (Sagigraben) noch belassen werden. Die geplanten Sanierungsarbeiten werden aber voraussichtlich eine Genehmigung durch einen Strassenplan erfordern. In diesem Zusammenhang wird die Beleuchtung dann nochmals neu überprüft.

Periodische Schutzraumkontrolle

Um die Betriebsbereitschaft der Schutzräume sicherzustellen, werden diese periodisch kontrolliert. Die periodische Schutzraumkontrolle wird in Beatenberg gemäss Zeitplan des Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär im Jahr 2020 durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine wichtige Grundlage, um die Bevölkerung auf die Schutzräume zuzuweisen. Der Gemeinderat hat beschlossen, diese Kontrolle durch eine externe Firma ausführen zu lassen. Zudem wurde die Gemeindeschreiberin und Geschäftsleiterin, Sonja Fuss, als Gesamtverantwortliche der periodischen Schutzraumkontrolle bestimmt.

Festival DrachenStampf

Marius Knecht aus Beatenberg stellt wie im letzten Jahr das Gesuch um gastgewerbliche Einzelbewilligung für das Festival DrachenStampf 2.0 vom 14. bis 16. September auf dem Camping Wang. Der Gemeinderat hat das Gesuch mit der Empfehlung zur Erteilung der gastgewerblichen Einzelbewilligung mit Bedingungen/Auflagen an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet. Zusätzlich wurde beschlossen, dass sämtliche Auflagen/Bedingungen der Gemeinde und der Waldabteilung vom letzten Jahr einzuhalten beziehungsweise zu erfüllen sind, bevor die Bewilligung durch das Regierungsstatthalteramt erteilt werden kann.

Neubewertung der Grundstücke

Im April hat der Bundesrat eine neue Ertragswertschätzungsanleitung Landwirtschaft in Kraft gesetzt. Das heisst die landwirtschaftliche Bewertung wird ab diesem Jahr nach dieser Anleitung gemacht. Bei provisorischen Bewertungen werden bereits jetzt wesentliche Punkte berücksichtigt, einerseits wird nur noch eine Wohnung landwirtschaftlich bewertet, andererseits werden bei nicht ganzjährig benutzten Ställen der Talliegenschaft keine Reduktionen mehr vorgenommen.

Im Jahr 2020 wird zudem eine allgemeine Neubewertung bei den nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken durch die Steuerverwaltung des Kantons Bern vorgenommen.

Infolge Pensionierung des Betriebsleiters Mehrzweckgebäude (MZG) Wydi ist seit dem 1. April Hanna Eilert, bisherige Angestellte MZG Wydi und Stellvertreterin Betriebsleiter zu 50 Prozent, als Betriebsleiterin MZG Wydi zu 100 Prozent angestellt. Deshalb wurde die Stelle als Angestellte/r MZG Wydi zu 50 Prozent neu ausgeschrieben und Thomas Schneider aus Giswil per 16. März angestellt.

Thomas Schneider verlässt den Betrieb nach kurzer Anstellungsdauer wieder. Als Nachfolger konnte Julian Steuri aus Leissigen zu 50 Prozent ab 1. Mai gefunden werden. Er ist zugleich zu 50 Prozent als Mitarbeiter bei der Bauverwaltung Beatenberg angestellt.

BÄR AM THUNERSEEUFER 22. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 22.5.2018

Er machte sich an Beatenberger Honig zu schaffen

Das Grossraubtier hinterliess am Wochenende einen Schaden an einem Bienenstand. Wo das Tier aktuell ist, bleibt weiterhin unklar.

Am Wochenende beobachteten mehrere Personen bei der Beatenbucht einen Bären.

Am Wochenende beobachteten mehrere Personen bei der Beatenbucht einen Bären.Foto: Keystone, Peter Klaunzer

Wie diese Zeitung berichtete, haben über die Pfingsttage mehrere Personen in der Region Beatenbucht am rechten Thunerseeufer einen Bären gesehen. Diese Sichtungen bestätigt die kantonale Volkswirtschaftsdirektion am Dienstag in einer Mitteilung. Zudem vermeldet sie einen Schaden an einem Bienenstand in der Gemeinde Beatenberg. «Aufgrund der Biss- und Kratzspuren muss davon ausgegangen werden, dass der Schaden von einem Bären verursacht wurde», so die Mitteilung. Die Gemeinden in der Region wurden vom Jagdinspektorat über die Bärensichtung und allfällig zu treffende Massnahmen informiert. Ob es sich beim Bären um M29 handelte, der letztes Jahr in der Nähe gesichtet worden war, sei offen. Ebenfalls ist weiterhin unklar, ob sich der Bär weiterhin in der Region aufhält, da Bären grosse Distanzen in kurzer Zeit zurücklegen.

Das Jagdinspektorat bittet Personen, die einen Bären beobachten oder Bärenspuren entdecken, um Meldung unter der Telefonnummer 0800 940 100. Ein Merkblatt zum Verhalten bei einer Begegnung mit einem Bären befindet sich auf der Webseite des Jagdinspektorats.

BÄR AM THUNERSEEUFER 21. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung am 21.5.2018

Jagdinspektor sieht keinen Grund für Massnahmen

Das Grossraubtier wurde in der Nähe von Merligen und Sundlauenen gesichtet. Laut Niklaus Blatter, Berner Jagdinspektor, kann der Bär bereits wieder weit weg sein. Handlungsbedarf bestehe keiner, da das Tier sehr mobil und auch friedlich sei.
von Isabelle Thommen

Über die Identität des gesichteten Bären können die Behörden nur mutmassen.

Über die Identität des gesichteten Bären können die Behörden nur mutmassen.Foto: Keystone, Peter Schneider

Der Bär sorgt an Pfingsten für Furore: Mit einem filmreifen Auftritt zog das Grossraubtier in der Nacht auf Montag die Blicke einiger Augenzeugen und die Linsen von Handykameras auf sich (diese Zeitung berichtete). Das Bezeichnende: Der Bär wurde nicht im Wald, sondern auf der Strasse am rechten Thunerseeufer bei der Beatenbucht gesichtet. «Wir können bestätigen, dass es sich um einen Bären handelt. Betreffend des gesichteten Ortes können wir diesen nicht zu 100 Prozent bestätigten, aber wir gehen davon aus, dass die Zeugenaussagen stimmen», so der Berner Jagdinspektor Niklaus Blatter gegenüber dieser Zeitung.

Dabei ist nicht klar, ob der Bär noch in der Gegend um Sigriswil und Beatenberg unterwegs ist, wie Blatter weiter erläutert: «Der Bär muss sich nicht mehr im Gebiet aufhalten. Bären sind sehr mobil. Das Tier kann irgendwo sein.» Die Meldungen zur Tier-Sichtung erreichten den Jagdinspektor via Kantonspolizei. «Wir haben die Meldungen von der Polizei erhalten. Nun versuchen wir alle Personen zu erreichen, die den Bären beobachtet haben, um möglichst viele Informationen zu erhalten.»

Friedlicher Bär

Obwohl die Filmaufnahmen des Bären auf der Strasse für viel Erstaunen sorgen, sei es nicht zwingend aussergewöhnlich, dass der Bär so nahe am Wohngebiet oder auf der Strasse auftauchte. «Es ist Nacht, da fühlen sich die Tiere jeweils recht sicher», so Blatter. Ob es sich bei den Aufnahmen um den bereits mehrfach bestätigten Bären M29 handelt, kann der Jagdinspektor nicht bestätigen. Eine Identifizierung sei schwierig: «Bei Luchsen ist das immer einfach wegen der Muster. Bei Bären geht das nicht so einfach, ausser die Tiere haben ein besonderes Merkmal. Es liegt aber nahe, dass es sich beim Tier im Video um M29 hält.»

Der Bär wurde zwar nahe am Wohngebiet gesichtet, Probleme sind aber keine entstanden. Handlungsbedarf bestehe zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner, erklärt Blatter. «Im Moment macht es keinen Sinn, weitere Massnahmen zu ergreifen. Die Tiere ziehen oft durch weite Gebiete. Wenn der Bär an einem Ort bleiben sollte, würden wir handeln und die Schutzmassnahmen erhöhen. Der Bär war bisher zum Glück sehr friedlich.»

Zur Analyse des Tieres seien weitere Informationen wichtig. «Wichtig ist, dass die Leute uns bei einer Sichtung so rasch wie möglich kontaktieren, damit wir möglichst immer wissen, wo der Bär ist.» Bei einer Begegnung sei es wichtig, die vom Jagdinspektorat empfohlenen Vorsichtsmassnahmen einzuhalten (ein entsprechendes Merkblatt ist online aufgeschaltet). «Bei einer Begegnung auf der Strasse im Auto ist es allgemein nicht ratsam auszusteigen», kommentiert Blatter die jüngsten Sichtungen des Bären.

MERLIGEN/SUNDLAUENEN 21. MAI 2018 aus der Jungfauzeitung vom 21.5.2018

Bär am Thunerseeufer gefilmt

In der Nacht auf Montag wurde das Grossraubtier erneut gesichtet. Diesmal auf einer Strasse und nahe am Wohngebiet. Während man in Sigriswil relativ entspannt mit der Nachricht umgeht, zeigt man sich in Beatenberg wenig erfreut.
von Isabelle Thommen
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Der Bär am ThunerseeuferIn der Nacht auf Montag rannte ein Bär auf der Strasse zwischen Sundlauenen und Merligen.

«Bär gesichtet», mit diesen Worten meldet sich Leser David Marty am Montagabend bei dieser Zeitung. Der Meiringer hatte in der Nacht zuvor einen Bären am rechten Thunerseeufer gefilmt. Dieser war – wie Marty und seine Begleitung – bei der Beatenbucht auf der Strasse von Sundlauenen bei Beatenberg Richtung Merligen unterwegs. Auf dem Video sieht man das Grossraubtier deutlich, wie es die Strasse entlangläuft. Vor dem Auto scheint es Respekt zu haben und flüchtet. «Es war speziell», schildert David Marty die aussergewöhnliche Begegnung von 2.15 Uhr gegenüber dieser Zeitung. «Wir waren im Ausgang und kamen eben von einer Geburtstagsparty, als wir den Bären entdeckten. Wir fuhren ihm dann eine kurze Zeit nach und so konnte ich ihn filmen.» Schliesslich hätten er und seine Freundin angehalten, um einige Minuten zu warten. «Der Bär konnte nicht weg», erläutert er. «Wir haben ihm einige Zeit gelassen und nachher war er dann nicht mehr auf der Strasse. Wir haben noch gesehen, wie er einmal zurückgeblickt hat.»

In welche Richtung der Bär genau lief, bleibt unklar. Feststeht, Marty und seine Partnerin waren nicht die Einzigen, die das Tier beobachteten. Während auch die Zeitung «20 Minuten» von einer Beobachtung berichtet, gingen bei der Kantonspolizei zwei Meldungen ein. So bestätigten die Behörden auf Anfrage dieser Zeitung zwei Meldungen aus Merligen bei Sigriswil. Beide Anrufe seien erst am Montagmorgen als Nachmeldung getätigt worden. Die Sichtungen waren ebenfalls in der Nacht.

Nahm der Bär in der Nacht auf Montag noch ein Bad im Thunersee? In welche Richtung das Tier nach dem Auftritt auf der Strasse weglief, ist unklar.

Nahm der Bär in der Nacht auf Montag noch ein Bad im Thunersee? In welche Richtung das Tier nach dem Auftritt auf der Strasse weglief, ist unklar.Foto: Keystone, AP, Mike Groll
Keine Sorgen bei Gemeindevertretern

Während die Aufnahme des Bären in Menschennähe beeindrucken, sorgt die Neuigkeit der Sichtung auch erstmals für Erstaunen. Sowohl Beatenbergs Gemeindepräsident Christian Grossniklaus wie auch der Sigriswiler Gemeinderatspräsident Beat Oppliger zeigen sich auf Nachfrage dieser Zeitung überrascht betreffend der Neuigkeiten. Auch Sigriswils Gemeindepräsidentin Madeleine Amstutz wusste noch nichts vom Vorfall. Sorgen macht man sich in Sigriswil aber keine über den Auftritt des Bären. «Man hat schon früher von Bärensichtungen gehört», so Oppliger. «Damals war es einfach noch nicht so nahe.» Aus der Ruhe lässt sich der Gemeinderatspräsident aber nicht bringen. «Solange der Bär nicht in die Nähe der Häuser kommt und niemanden bedroht, störe ich mich nicht daran. Wir haben früher auch mit wilden Bären in der Region gelebt.»

Anders sieht das Christian Grossniklaus. «Das ist nicht das, was man sich wünscht», so Beatenbergs Gemeindepräsident. «Sowohl als ehemaliger Bauer als auch in Hinblick auf das Wandergebiet freuen mich diese Neuigkeiten nicht. Wir brauchen hier keine Grossraubtiere.» Er mache sich aber keine Sorgen, dennoch spricht er sich klar gegen die Anwesenheit des Tieres aus: «Wenn der Bär auf der Strasse unterwegs ist, kommt er hoffentlich unter ein Auto», kommentiert er. «Wir wussten zwar, dass ein Bär unterwegs ist – aber so nahe am bewohnten Gebiet, ist das ein Problem.»

Für allfällige Massnahmen sei aber nicht die Gemeinde, sondern der Jagdinspektor zuständig. «Der Kanton schützt den Bären, es ist auch an ihm, den Bären in den Griff zu bekommen.» An den Kanton verweist auch Madeleine Amstutz: «Schlussendlich ist die zuständige Stelle beim Kanton dafür zuständig, dass die Sicherheit gewährleistet ist.» Der kantonale Jagdinspektor sieht zum aktuellen Zeitpunkt keinen Handlungsbedarf, wie dieser gegenüber dieser Zeitung sagte. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, das im April am Hasliberg gesichtet wurde, und ob es sich beim Bären um M29 handelt, ist noch unklar.

Korrektur

In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass Christian Grossniklaus gegen Wildtiere sei. Das ist nicht korrekt: Der Beatenberger Gemeindepräsident wurde falsch zitiert. Er ist gegen Grossraubtiere aber nicht gegen Wildtiere im Allgemeinen.

SUNDLAUENEN 16. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 16.5.2018

Absturzgefährdete Felspartie wird gesprengt

Ein instabiler Fels soll im Juni beseitigt werden. Die Behörden entschieden sich nach einer Variantenstudie für das Vorgehen.
von Isabelle Thommen

Im Juni kommt es in Sundlauenen zu einer Sicherheitsprengung. Grund ist ein instabiles Felspaket, das die Kantonsstrasse, die Schifflände, den Pilgerweg und ein Wohnhaus bedroht. «Das Strasseninspektorat Oberland-Ost hat im Rahmen von Holzerei-Arbeiten und Felsräumungen eine labile Felspartie entdeckt», erläutert Nils Hählen, Abteilungsleiter des Amts für Wald des Kantons Bern, Abteilung Naturgefahren. «Nach einer Variantenstudie haben wir uns entschieden, die Sprengung vorzunehmen.»

«Entlang der Kantonsstrasse werden regelmässig Felsräumungen durch das Tiefbauamt des Kantons Bern vorgenommen», erläutert Lea Odermatt, Geologin und Fachbereichsleiterin Naturgefahren bei der Kellerhals + Haefeli AG. «Dabei wurde ein Felspartie entdeckt, die instabil aussah, worauf wir im Auftrag der Gemeinde Beatenberg für eine Beurteilung angefragt wurden.» Im betreffenden Bereich sei eine 40 bis 50 Kubikmeter grosse Felspartie instabil. «Wir haben untersucht, welche Massnahmen wir nun ergreifen. Im Raum standen die Sicherung, ein Auffangnetz oder eine Sprengung. Am Schluss kamen wir überein, dass eine Sicherheitssprengung die beste Möglichkeit wäre.»

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Gefahren werden minimiert

«Die instabile Felspartie wurde Mitte März entdeckt», wie Odermatt weiter erläutert. «Sie wird als kurz- bis mittelfristig absturzgefährdet angesehen. Eine akute Absturzgefahr besteht somit nicht, trotzdem kann durch fortschreitende Erosion, Frost-Tau-Zyklen oder extreme Wettersituationen die Felspartie so destabilisiert werden, dass es zu einem Felssturz kommen kann. Deshalb wurde die Studie zur Findung der besten Massnahmen sowie die Finanzierungs-Abklärungen vorangetrieben, um die Sprengung noch vor dem Verkehrsaufkommen im Sommer durchführen zu können.»

Bei der Sprengung selber könnten die Gefahren minimiert werden. «Ein darauf spezialisierter Unternehmer nimmt die Sicherheitssprengung vor. Es werden alle nötigen Vorkehrungen getroffen. Die Strasse sowie die darunterliegenden Gebäude werden geschützt», erläutert Odermatt. Die Strasse bleibt während der Räumungsarbeiten zwei Tage gesperrt. «Gleich nach der Sprengung wird das lose Material geräumt und die Situation nochmals beurteilt. Wir schauen, ob alles wie geplant abgelaufen ist. Anschliessend wird das Gebiet wieder freigegeben.»

Die Bauherrschaft liegt bei der Gemeinde Beatenberg, wie Hählen sagt. «Sie wird mit Subventionen von Bund und Kanton unterstützt. An den Restkosten beteiligt sich das Strasseninspektorat, welches ebenfalls von der Schutzmassnahme profitiert.» Eine Seltenheit ist die lose Gesteinspartie dabei nicht, wie er weiter erläutert: «Solche Fälle kommen häufig vor. Vor allem im Frühling kommt es zu Sturzereignissen. Wir hatten kürzlich in Iseltwald einen ähnlichen Fall. Letztes Jahr waren es ebenfalls einige Vorfälle.»

BEATENBERG 15. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 15.5.2018

Grosseinsatz für «den Fall der Fälle»

Rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bödeli übten am Montagabend einen Brand im Restaurant beim Eingang der St. Beatus-Höhlen. Auch ein Helikopter wurde dafür aufgeboten.
von Urs Häfliger
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GrosseinsatzExterne Rettungskräfte der Feuerwehr Bödeli übten einen Brand bei den St. Beatus-Höhlen.

Die St. Beatus-Höhlen sind ein beliebtes Ziel für Besucher aus der Region aber auch für Touristen aus aller Welt. Der verschlungene Weg bis zum Eingang der Höhlen ist durch den Wasserfall und das saftige Grün schön zu begehen, beim Eingang selber können Touristen vor oder nach der Besichtigung etwas trinken oder gar essen.

Plötzlich ist Rauch im Restaurant zu sehen. Rasch wird klar, dass es brennt. Die Besucher werden evakuiert, die Feuerwehr alarmiert. Innert weniger Minuten sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bödeli vor Ort, errichten wegen fehlender Hydranten einige Becken, damit man das Wasser bis zum Restaurant hochpumpen kann. Die bereits hochgeeilten Einsatzkräfte können noch zwei vermisste Personen aus dem Restaurant retten.

Dort oben brennt es: Die Feuerwehr Bödeli übte einen Brandfall im Restaurant beim Eingang zu den St. Beatus-Höhlen.

Dort oben brennt es: Die Feuerwehr Bödeli übte einen Brandfall im Restaurant beim Eingang zu den St. Beatus-Höhlen.Fotos: Urs Häfliger

Das heisst, dass es schnell gehen muss. Denn Wasser ist trotz des Wasserfalls, der aus der Höhle fliesst, für einen Löscheinsatz nicht ausreichend vorhanden.

Das heisst, dass es schnell gehen muss. Denn Wasser ist trotz des Wasserfalls, der aus der Höhle fliesst, für einen Löscheinsatz nicht ausreichend vorhanden.

So muss über Becken und Schläuchen auf dem Fussweg das Wasser nach oben gepumpt werden.

So muss über Becken und Schläuchen auf dem Fussweg das Wasser nach oben gepumpt werden.

Rund 40 Einsatzkräfte probten den Ernstfall am Montagabend.

Rund 40 Einsatzkräfte probten den Ernstfall am Montagabend.

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Neues Notfall- und Krisenorganisationskonzept

Dies war die Ausgangslage zur Grossübung der Feuerwehr vom Montagabend. Die St. Beatus-Höhlen sind durch ihre topografischen Begebenheiten kein einfacher Einsatzort, weshalb eine Übung sinnvoll sei. Diese wäre aber auch notwendig: «Wir haben unser bestehendes Notfall- und Krisenorganisationskonzept überarbeitet», erläutert Marc Schneider, stellvertretender Geschäftsführer der Beatushöhlen-Genossenschaft. Nachdem man zunächst wie jedes Jahr Übungen innerhalb der Genossenschaft abgehalten habe, sei es nun aber auch wichtig gewesen, dies mit der Feuerwehr zu proben: «Wir sind auch bestrebt, mit externen Einsatzkräften zu üben, um für den Fall der Fälle, der hoffentlich niemals eintritt, gewappnet zu sein.»

Körperliche und geistige Herausforderung

Der Helikopter sei dabei von grosser Wichtigkeit, gerade zu Beginn des Löscheinsatzes: «Weil oben zunächst kein Wasser vorhanden war, haben wir über den Helikopter Wasser bezogen», erläutert Thomas Dummermuth, Kommandant der Feuerwehr Bödeli. Der sei durch seine Vielseitigkeit aber auch wegen fehlender anderer Wasserquellen sehr schnell und effizient vor Ort und deshalb so wichtig. Auch um Löschmaterial zum Einsatzort zu bringen, sei der Hubschrauber essenziell, weil man etwa Pumpen nicht einfach den Weg hochtragen könne. «Dafür ist er ideal.»

Die Grossübung dauerte rund eineinhalb Stunden und wird am Mittwoch noch ein zweites Mal durchgeführt. Der erste Durchlauf mit rund 40 Einsatzkräften sei aber bereits gelungen: «Es war eine tolle Leistung der Mannschaft. Es ist nicht ganz ohne, das Material auf dem Pfad zu bewegen. Zudem ist es auch geistig herausfordernd, wenn man etwas vergisst, muss man den Weg zurückgehen. Dadurch verliert man viel Zeit. Aber wir konnten das Feuer löschen und die Personen rasch retten.» Ein Lob, in welchem die Hoffnung durchklingt, es nie wirklich machen zu müssen.

Sie sind nicht zum Spielen da: Beim Kinderspielplatz haben die Einsatzkräfte ebenfalls ein Wasserbecken aufgestellt.

Sie sind nicht zum Spielen da: Beim Kinderspielplatz haben die Einsatzkräfte ebenfalls ein Wasserbecken aufgestellt.

Der Wasserschlauch musste über den Fussweg verlegt werden.

Der Wasserschlauch musste über den Fussweg verlegt werden.

Ein Helikopter brachte nebst Material …

Ein Helikopter brachte nebst Material …

… auch Löschwasser aus dem Thunersee zum Einsatzort.

… auch Löschwasser aus dem Thunersee zum Einsatzort.

Beim Höhlenausgang wurde ebenfalls Wasser bereitgestellt, zwei Personen mussten zudem zu Übungszwecken gerettet werden – ein anstrengender Einsatz.

Beim Höhlenausgang wurde ebenfalls Wasser bereitgestellt, zwei Personen mussten zudem zu Übungszwecken gerettet werden – ein anstrengender Einsatz.

Nach dem Ende der Übung wurde das Wasser wieder abgelassen.

Nach dem Ende der Übung wurde das Wasser wieder abgelassen.

Thomas Dummermuth, Kommandant der Feuerwehr Bödeli, war mit dem Übungseinsatz zufrieden. Die nächste Übung steht bereits am Mittwoch an.

Thomas Dummermuth, Kommandant der Feuerwehr Bödeli, war mit dem Übungseinsatz zufrieden. Die nächste Übung steht bereits am Mittwoch an.
BEATENBERG 8. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 8.5.2018

Bestnoten für die Kühe von Familie Aebersold

Zwei Kuhfamilien von Familie Aebersold wurden von Swissherdbook bewertet.

Zwei Kuhfamilien von Familie Aebersold wurden von Swissherdbook bewertet.Fotos: Thomas Tschopp

An einem wunderbaren Frühlingstag durfte Familie Aebersold in Beatenberg gleich zwei Kuhfamilien zur Zuchtfamilienschau und somit zur Beurteilung durch zwei Experten und Expertinnen von Swissherdbook vorführen. Die Familie der Stammkuh Soraya mit ihren Nachkommen Soleil, Schätzeli, Schwalbe und Selina wurde mit sehr guten 76 Punkten eingestuft. Die zweite Familie der Stammkuh Lusti, mit der bekannten Livia sowie den weiteren Nachkommen Lea, Linde und Lilly wurde mit hervorragenden 90 Punkten beurteilt. Beide Zuchtfamilien erreichten mit diesen Punkten die höchste Einstufung in die Klasse A.

Der Einladung von Familie Aebersold zu diesem nicht alltäglichen Ereignis folgten zahlreiche interessierte Zuschauer von nah und fern. Bei ausgezeichneter Bewirtung durch die Züchterfamilie genossen alle den schönen Frühlingsnachmittag in Beatenberg.

Toni, Simon, Julia, Hansueli und die Mutter Andrea mit Lea Aebersold (vlnr).

Toni, Simon, Julia, Hansueli und die Mutter Andrea mit Lea Aebersold (vlnr).
BEATENBERG 8. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 8.5.2018

Zweitwohnungsanteil nimmt ab

2017 ist die Planungszone «Zweitwohnungen» der Gemeinde Beatenberg nach fünf Jahren ausgelaufen. Daraufhin wurde dem Amt für Gemeinde und Raumordnung eine umfangreiche Analyse zugestellt. Die Gemeinde Beatenberg gehört zu den Gemeinden, welche gemäss kantonalem Richtplan verschärfte Massnahmen bezüglich Zweitwohnungen haben müssten. Deshalb verlangte das Amt für Gemeinden und Raumordnung ein jährliches Monitoring über die Zweitwohnungsentwicklung. Die aktuell erstellte Analyse zeigt, dass sich der Zweitwohnungsanteil im Promille-Bereich verändert hat. Der neu errechnete Zweitwohnungsanteil beträgt 52,97 Prozent, 2017 waren es noch 53 Prozent. Der Zweitwohnungsanteil hat somit nicht zugenommen, wie der Gemeinderat Beatenberg in einer Mitteilung schreibt.

Parkhotel Beatenberg

Der Gemeinderat hat die Änderung der baurechtlichen Grundordnung, Änderung des Baureglements in Artikel 9,31, 44 und 50 sowie Änderung des Zonenplans im Zusammenhang mit der Hotelzone Park beim geplanten Parkhotel beschlossen. Die Unterlagen lagen bis am 28. März in der Gemeindeverwaltung Beatenberg öffentlich auf, und während des Auflageverfahrens ist eine Mitwirkungseingabe eingegangen. Diese wird nach Rücksprache mit dem Eingeber ausserhalb des Verfahrens geregelt. Die Änderung der baurechtlichen Grundordnung kann nun dem Amt für Gemeinden und Raumordnung zur Vorprüfung eingereicht werden.

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Feststellung Gemeindegrenzen Beatenberg und Habkern

Im Zusammenhang der Vermessung des Restgebietes musste auch die Gemeindegrenze zwischen Beatenberg und Habkern festgelegt werden. Das Geometerbüro Wyss und Früh aus Unterseen hat aufgrund der bestehenden Markierungen im Gelände und Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern die Parzellengrenzen eruiert. Sämtliche Grundeigentümer sind mit den neu eingezeichneten Grenzen einverstanden. Der Gemeinderat hat die Gemeindegrenze Beatenberg-Habkern ebenfalls anerkannt und genehmigt.

Stiftung Bibliothek Beatenberg

Der Gemeinderat als Aufsichtsbehörde hat die Jahresrechnung 2017 der Stiftung Bibliothek Beatenberg mit einem Gewinn von 1405 Franken und einem Stiftungskapital per 31. Dezember 2017 von 52’801 Franken zur Kenntnis genommen.

Marija Preradovic, Schulhauswartin Spirenwald, ist seit 1. Mai 2003 bei der Einwohnergemeinde Beatenberg angestellt und darf ihr 15-jähriges Dienstjubiläum feiern. «Der Gemeinderat dankt für den langjährigen Einsatz und wünscht Frau Preradovic weiterhin viel Befriedigung beim Ausüben ihrer Tätigkeit», heisst es in einer Mitteilung.

BEATENBERG 7. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 7.5.2018

Hohe Steuereinnahmen sorgen für Ertragsüberschuss

Die Gemeinde hat ihre Jahresrechnung veröffentlicht. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Überschuss von 406’428 Franken, der Allgemeine Haushalt mit 164’421 Franken.

Finanziell sah das Jahr 2017 für Beatenberg gut aus.

Finanziell sah das Jahr 2017 für Beatenberg gut aus.Foto: Irene Thali

Die Jahresrechnung 2017 der Gemeinde Beatenberg schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 704’006 Franken im Allgemeinen Haushalt beziehungsweise einem Ertragsüberschuss von 461’999 Franken im Gesamthaushalt ab, bevor die Periodenabgrenzung der Lastenverteiler Sozialhilfe und Lastenverteiler Sozialversicherung Ergänzungsleistungen von Total 868’428 Franken vorgenommen werden. «Mit dieser Abgrenzung schliesst der Gesamthaushalt mit einem Aufwandüberschuss von 406’428 Franken, der Allgemeine Haushalt mit einem Aufwandüberschuss von 164’421 Franken ab», schreibt der Gemeinderat in einer aktuellen Mitteilung.

«Dieses sehr gute Ergebnis ist hauptsächlich auf höhere Steuereinnahmen gegenüber dem Budget von rund 320’000 Franken zurückzuführen. Der Bilanzüberschuss beträgt 852’574 Franken. Total betrugen die Nachkredite 1’337’686 Franken. Davon waren 323’171 Franken gebunden, und 137’770 Franken lagen in der Kompetenz des Gemeinderates», heisst es weiter. Die Nachkredite für den Lastenverteiler Sozialhilfe von 627’598 Franken und den Lastenverteiler Sozialversicherung Ergänzungsleistungen von 249’145 Franken liegen in der Kompetenz der Gemeindeversammlung beziehungsweise sind durch diese zu beschliessen.

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Mehrwertabgabe und Grundeigentümerbeiträge

Der Gemeinderat hat die Neufassung des Reglements über die Mehrwertabgabe mit Inkraftsetzung per 1. Juli zuhanden der Gemeindeversammlung vom 1. Juni verabschiedet. Letztes Jahr wurde das Reglement bereits erschaffen und an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember beantragt. Seitens Gewerbeverein Beatenberg wurde ein Rückweisungsantrag zum Reglement gestellt, damit weitere Abklärungen gemacht werden konnten. Mit Vertretern des Gewerbevereins seien mittlerweile Gespräche geführt worden, wie es weiter heisst.

Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember wurde erklärt, dass bis zur nächsten Gemeindeversammlung eine Lösung zu finden ist, wie alle Grundeigentümer betreffend Grundeigentümerbeiträge gleich behandelt werden könnten oder zumindest durch den Gemeinderat darüber orientiert wird. Über die Systematik der Grundeigentümerbeiträge wurde ein Bericht erstellt, der der Gemeindeversammlung vom 1. Juni vorgelegt wird.

Gemeindeversammlung am 1. Juni

Am Freitag, 1. Juni, um 20.00 Uhr im Kongresssaal Beatenberg findet die Gemeindeversammlung mit den Traktanden Jahresrechnung 2017, Jahresbericht der Datenschutzaufsichtsstelle, Neufassung Reglement über die Mehrwertabgabe, Nachtrag zur Kostenabrechnung über den Verpflichtungskredit zum Umbau und Erweiterung Altersheim Beatenberg-Habkern, Bericht zur Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen und Verschiedenes statt.

Verwendung des Ertagsüberschusses

Weil die Gemeindeversammlung vom 1. Dezember bei der Abstimmung zum Budget 2018 der Steuersenkung nicht zugestimmt hat, wird voraussichtlich ein Ertragsüberschuss von 220’000 Franken im Allgemeinen Haushalt erfolgen. Daher hat der Gemeinderat beschlossen, den Ertragsüberschuss zu verwenden.

Politisch besteht das Ziel, Unterhalts- und Sanierungskosten soweit wie möglich aus der Erfolgsrechnung zu verbuchen. Aus diesem Grund erhielt die Abteilung Finanzverwaltung den Auftrag, alle Ressorts beziehungsweise Abteilungen aufzufordern, mögliche Ausgaben/Anschaffungen, die direkt der Erfolgsrechnung belastet werden können, für das Jahr 2018 aufzulisten. Für Hallenbad, Turnhalle, Gemeindesaal und Belagsarbeiten durch Dritte wurden Nachkredite im Totalbetrag von 220’000 Franken gewährt.

BEATENBERG 6. MAI 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 6.5.2018

Sperrung zweier Wanderwege

Aufgrund der Bauarbeiten an der Kanalisationsleitung ARA Wang muss der Wanderweg zwischen Ruchenbühl und Beatenberg – inklusive Hängebrücke – respektive Schwendi und Beatenberg gesperrt werden. Dies teilt die Beatenberger Bauverwaltung mit. Die Sperre dauert mindestens bis Ende Mai. Danach werde über die weitere Sperre informiert.

HABKERN 20. MÄRZ 2018 aus der Jungfrauzeitung vom 21.3.2018

Sie erzählen die Geschichte der «vergessenen» Kinder im Maiezyt

Elisabeth und Peter Ruge sind Journalisten aus Hamburg. Seit über 50 Jahren verbringen sie ihre Ferien in Beatenberg. Bei einer Wanderung in Habkern stiessen sie auf ein Haus mit bewegter Geschichte. Und schrieben ein Buch darüber.
von Nils Sager

Das Maiezyt in Habkern beherbergte als Kinderheim nach dem Zweiten Weltkrieg die Kinder der ermordeten «Vaterlandsverräter», die 1944 mit einem Attentat auf Adolf Hitler scheiterten.

Das Maiezyt in Habkern beherbergte als Kinderheim nach dem Zweiten Weltkrieg die Kinder der ermordeten «Vaterlandsverräter», die 1944 mit einem Attentat auf Adolf Hitler scheiterten.Fotos: Nils Sager

Als das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 scheiterte, begann für die Kinder der deutschen Widerstandskämpfer eine schlimme Zeit. Ihre Väter erschossen, ihre Familien in Sippenhaft genommen, von Nazi-Deutschland als Verräter gebrandmarkt. Die Kinder landeten in einem Heim der Nationalsozialisten. Selbst nach dem Krieg hatten sie zu kämpfen, lebten in Armut, erfuhren keine Anerkennung für das, was ihre Väter waren: Helden.

1947 landeten etwa 46 dieser Kinder, zwischen zehn Monaten und 16 Jahren alt, im Kinderheim Maiezyt in Habkern. Dort stand das von Gertrud Maler in Hünibach gegründete Erholungsheim seit 1938. Heute ist es ein Bio-Hof mit Restaurant und Zimmern. Die Kinder der deutschen Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 sind in Deutschland weitesgehend vergessen. In Habkern erinnert das alte Holzhaus an ihr Schicksal. Und nun auch ein Buch.

Peter und Elisabeth Ruge schreiben seit vielen Jahren gemeinsam Romane. Meist haben sie einen autobiografischen Bezug.

Peter und Elisabeth Ruge schreiben seit vielen Jahren gemeinsam Romane. Meist haben sie einen autobiografischen Bezug.
Zweite Heimat Beatenberg

Vor ein paar Jahren stiessen Elisabeth und Peter Ruge bei einer Wanderung auf das Maiezyt in Habkern. Die beiden sind Journalisten, leben in der Nähe von Hamburg und haben Beatenberg seit den 1960er-Jahren zu ihrem Feriendomizil gemacht. Die Geschichte, dass Nachfahren von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seinen Kameraden in Habkern gelebt haben, lässt sie nicht mehr los. Sie recherchieren, treffen ehemalige Bewohner des Heims, betroffene Familien sowie die Thuner Pfarrerin Margrit Schwander, die 2015 einen Gottesdienst zu Ehren der «vergessenen Kinder» gefeiert hat.

Elisabeth und Peter Ruge entscheiden: «Das ist ein Stück Geschichte, das nicht vergessen werden soll». Sie beschliessen, einen Roman aus ihren Erkenntnissen zu schreiben. «Entengang» heisst er und ist im letzten Jahr erschienen.

Heute ist das Maiezyt in Habkern ein Bio-Hof mit Beiz und Übernachtungsmöglichkeiten.

Heute ist das Maiezyt in Habkern ein Bio-Hof mit Beiz und Übernachtungsmöglichkeiten.
Authentische Erinnerungen

Es ist eine Art Erinnerungsbuch. Nicht nur der Protagonist Friedrich von Stechlin – der in dieser Geschichte mit seinem Enkel an den Ort zurückkehrt, wo er 1947 von seinem bedrückenden Schicksal ein Stück weit erlöst worden ist – erinnert sich an die Vergangenheit. Auch Ruges selber haben eigene Erinnerungen an ihre zahlreichen Aufenthalte im Berner Oberland mit einfliessen lassen. «Die Geschichten sind aus Überlieferungen aufgebaut, die wir teilweise etwas ausgeschmückt haben», erzählen sie.

Ausserdem finden sich in jedem Kapitel Sagen aus der Region sowie Schweizer Gerichte, deren Rezepte am Ende des Werks aufgeschrieben sind. So ist das Buch reich an Lokalkolorit. Wer es liest, spürt die Verbundenheit des Ehepaars Ruge mit dem Berner Oberland, insbesondere Beatenberg.

Peter Ruge ist von der Geschichte der «vergessenen» Kinder sehr bewegt: «Die Geschichten sind auf Überlieferungen aufgebaut, die wir teilweise etwas ausgeschmückt haben», sagt er.

Peter Ruge ist von der Geschichte der «vergessenen» Kinder sehr bewegt: «Die Geschichten sind auf Überlieferungen aufgebaut, die wir teilweise etwas ausgeschmückt haben», sagt er.

Elisabeth Ruge findet: «Wir haben so viel erlebt im Leben, es wäre schade, wenn wir das nicht verarbeiten würden». Mit ihrem Ehemann schreibt sie schon am nächsten Buch.

Elisabeth Ruge findet: «Wir haben so viel erlebt im Leben, es wäre schade, wenn wir das nicht verarbeiten würden». Mit ihrem Ehemann schreibt sie schon am nächsten Buch.
Mehrmals jährlich zu Gast

Drei bis vier Mal im Jahr verbringen Elisabeth und Peter Ruge ihre Ferien in ihrer Wohnung mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. «Im Sommer ist es hier am schönsten», finden sie. Schon ihre Tochter habe – als sie noch ein Baby war – stets den Kopf aus dem Kinderwagen gehoben und auf die Berge geschaut, erzählen Ruges.

Das Ehepaar ist heute über 80 Jahre alt. Sie haben bereits ein Dutzend Bücher geschrieben. Immer mit autobiografischem Bezug. «Wir haben so viel erlebt im Leben, es wäre schade, wenn wir das nicht verarbeiten würden», sagen sie. Und schreiben schon am nächsten Werk.

Lesung

Am kommenden Samstag lesen Elisabeth und Peter Ruge aus ihrem Roman «Entengang» im Hotel-Restaurant Regina in Beatenberg (Beginn 17.00 Uhr), am Sonntag drauf dann im Hof Maiezyt in Habkern (Beginn 11.00 Uhr).

BEATENBERG 16. MÄRZ 2018 aus der Jungfrauzeitung

Saisoneröffnung mit neuen Möglichkeiten

Die St. Beatus-Höhlen starten diesen Samstag in die 115. Saison. Für alle, die bereits ein bisschen Ski- und Winter-müde sind, gibt es somit wieder eine Alternative.

Die Beatushöhlen sind täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Die Beatushöhlen sind täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.Foto: Beatushöhlen-Genossenschaft.

Die Beatushöhlen-Genossenschaft startet mit einem Rekordergebnis aus dem vergangenen Jahr in die neue Saison. Das Rekordergebins von 2016 konnte letztes Jahr nochmals übertroffen werden, es wurde eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen verzeichnet, was sich ebenfalls sehr positiv auf den Gesamtumsatz ausgewirkt hat. Gesamthaft besuchten im letzten Jahr 87’432 Personen die St. Beatus-Höhlen, was einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 11,6 Prozent entspricht.

Der in den Vorjahren eingeschlagene Erfolgskurs konnte – dank den neuen Angeboten und dem phänomenalen Sommerwetter – fortgesetzt werden. Die positive Zunahme ist insbesondere bei den Einzelreisenden und im Gruppengeschäft zu verzeichnen. Genaue Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr folgen dann nach der 114. ordentlichen Generalversammlung von Mitte April, wie die Beatushöhlen-Genossenschaft mitteilt.

Beleuchtungs-Update

Auch diese Winterpause wurde wiederum genutzt, um die Angebote noch besser den heutigen Kundenbedürfnissen anzupassen. So wurden Wegstücke auf dem ganzen Areal saniert, und in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern wurde zwischen Balmholz und Sundlauenen eine Schutzwaldpflege vorgenommen. Und auch in der kommenden Winterpause sind bereits wieder neue Projekte geplant – Soviel wird an dieser Stelle verraten: Die Höhle bekommt betreffend der Beleuchtung ein Update.

Das Angebot der St. Beatus-Höhlen funktioniert nicht nur hervorragend für Hochzeitsgesellschaften, sondern auch für alle anderen. Der Aufenthalt im Park, auf dem Pilgerweg oder die Kombination mit einer Schiff- oder Busfahrt auf der Sonnenseite des Thunersees ist für alle ein festliches Erlebnis, ein Postkartenmoment sozusagen. Dazu trägt primär die usprüngliche Umgebung bei. Nebst der Höhle gehören der nahe See, die Wasserfälle, das Panorama oder die eindrückliche Felsformation zum besonderen Erlebnis.

Wer früher während einer Schulreise oder während der Ferien bei den St. Beatus-Höhlen vorbeischaute, dürfte sich nicht unbedingt an einen kulinarischen Höhepunkt erinnern. Seit 2013 ist dies ganz anders, denn das Küchenteam gehört zum Gesamterlebnis und zeigt in der neu gestalteten und offenen Küche die Leidenschaft fürs Kochen und für frische Produkte aus der Region. Dieser gastronomische Schwerpunkt ist ungewöhnlich bei einem Ausflugsziel, das vor allem von ausserkantonalen und internationalen Gästen besucht wird. Es zeigt jedoch, dass Geschäftsführer Michael Rupp, sein Stellvertreter Marc Schneider und das ganze Team die Präsenz der einheimischen Bevölkerung nicht nur wünschen, sondern auch etwas dafür tun.

Neue Möglichkeit

Neu haben Besucher die Möglichkeit, zwischen einem geführten Rundgang oder einem individuellen Besuch durch die St. Beatus-Höhlen zu wählen. In der Vergangenheit war es den Besuchern nur möglich, die Höhlen geführt mit einem Tour-Guide zu besichtigen. Für alle diejenigen, die gerne etwas mehr Zeit in der Höhle verbringen wollen und losgelöst von einer Gruppe die Höhlen erforschen möchten, bekommen so eine Alternative. Zudem steht den individuellen Besuchern eine kostenlose App für den Höhlenrundgang zur Verfügung. Die Höhlen sind ab dem morgigen Samstag täglich bis 11. November von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Zürcher Studenten feiern Poolparty im Hallenbad

Das Hallenbad Beatenberg wird im März Schauplatz einer Poolparty von Studenten der ETH-Zürich. 40 Helfer und Aufpasser sollen den ordentlichen Ablauf sicherstellen.

Das Hallenbad Beatenberg wird im März Schauplatz einer Poolparty von Studenten der ETH-Zürich. 40 Helfer und Aufpasser sollen den ordentlichen Ablauf sicherstellen.Foto: Marc Schiess

Die ETH Zürich und der EPF Lausanne organisieren jedes Jahr ein Ski-Wochenende. Etwa 220 Studenten werden dieses Jahr an dem Anlass in Grindelwald teilnehmen. Darin enthalten ist jeweils auch eine Poolparty. Diese findet am Donnerstag, 22. März 2018 statt. Das Organisationskomitee fragte die Gemeinde an, ob die Poolparty im Panorama Hallenbad Beatenberg durchgeführt werden könne, wie der Gemeinderat in einer aktuellen Mitteilung zu seinen vergangenen Sitzungen schreibt.

Unter anderem wird für diesen Anlass im Hallenbad eine Bar mit Ausgabe von Getränken sowie ein DJ-Pult aufgestellt werden. Rund 40 Aufsichtspersonen beziehungsweise Helfer, die durch das Organisationskomitee beauftragt und entschädigt werden, beaufsichtigen die Party. Das Gesuch für die Durchführung der Poolparty wurde durch die Ressorts Finanzen und Liegenschaften geprüft und durch den Gemeinderat im Oktober bewilligt. Aus diesem Grund ist das Hallenbad ab Donnerstag, 22. März, nachmittags, bis und mit Montag, 26. März geschlossen.

Die Wassergymnastik am Donnerstag, 22. März 2018, morgens, findet jedoch wie üblich statt. Die entstehenden Kosten der Poolparty gehen voll zulasten des Organisationskomitees. Für die Vermietung des Hallenbades wird ein Mietzins durch die Gemeinde verlangt.

Kunststoffrecycling

In letzter Zeit folgen immer wieder Informationen aus verschiedenen Quellen bezüglich Kunststoffrecycling. Auch wird die Gemeindeverwaltung mit Anfragen aus der Bevölkerung konfrontiert, wie dies in Beatenberg gehandhabt beziehungsweise weiterverfolgt wird. «Die Meinungen und Aussagen gehen da in verschiedene Richtungen. Zum einen gibt es Systeme, welche sich auf die Sammlung von Kunststoffflaschen und Getränkekartons beschränkt, zum anderen gibt es auch Anbieter, welche jegliche Kunststoffe entgegennehmen», schreibt die Gemeinde weiter.

Zurzeit verursachten den Transport und die Sortierung noch hohe Kosten, so dass eine Separatsammlung nicht wirtschaftlich betrieben werden könne. Die Gemeinde Beatenberg wird die Situation weiter beobachten und sich momentan noch an keinem Sammelsystem beteiligen. «Es wird empfohlen, die Kunststoffflaschen und Getränkekartons zurück an die grossen Verkaufsstellen zu bringen», heisst es.

Projekt Parkhotel Resort Beatenberg

Aufgrund eines neuen Hotelprojekts für das Parkhotel Beatenberg (diese Zeitung berichtete ist die Änderung der baurechtlichen Grundordnung nötig. Gegenstand der Änderung ist die Hotelzone Park (HP) auf den Parzellen Nrn. 930 und 1363 des Parkhotels Beatenberg sowie die Änderung des Baureglements in Artikel 9, 31, 44 und 50. Zum Hotelprojekt und der Änderung der baurechtlichen Grundordnung fand am Montag, 26. Februar 2018 um 19.30 Uhr im Kongresssaal Beatenberg eine Informationsveranstaltung statt.

Der Gemeinderat hat die Änderung der baurechtlichen Grundordnung und die Zonenplanänderung zur öffentlichen Mitwirkung verabschiedet. Die Unterlagen liegen vom 26. Februar 2018 bis und mit 28. März 2018 auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg zur Mitwirkung auf.

Panoramabrücke Beatenberg

Im Januar 2017 wurde zwischen den Grundeigentümern als Dienstbarkeitsbelastete, dem Verein Panoramaweg Rundweg Thunersee als Dienstbarkeitsberechtigter und der Einwohnergemeinde Beatenberg als Mitwirkende und künftige Dienstbarkeitsberechtigte ein Dienstbarkeitsvertrag unterzeichnet und durch den Gemeinderat genehmigt. Zu diesem Dienstbarkeitsvertrag gibt es einen Nachtrag, damit die Mehrwertsteuer korrekt abgerechnet werden kann. Neu wird die Personaldienstbarkeit Brücke für Fussgänger samt Zusatzeinrichtungen erst nach Ablauf von zwanzig Jahren seit der Fertigstellung auf die Gemeinde Beatenberg als Berechtigte mit allen Rechten und Pflichten übertragen. Die Kosten für Betrieb, Unterhalt und Erneuerung gehen unverändert ab sofort zulasten der Gemeinde Beatenberg.

Schuljahresplanung 2018/19

Die Schulleitenden bereiten jeweils anhand der Anzahl Schülerinnen und Schüler, der Klassengrössen, der Klassen- und Gruppenzusammensetzung und der Lektionentafel die Planung der Lektionen für das nächste Schuljahr vor. Der Vorschlag wird vom Schulinspektorat geprüft, die Schulleitung begründet Abweichungen gegenüber dem Vorjahr, das Schulinspektorat korrigiert und genehmigt die Planung von Seiten des Kantons. Die vorgesehene Gesamtzahl der Lektionen ist gleich gross wie im letzten Schuljahr, trotz Lehrplan 21. Der Gemeinderat hat nun die Schuljahresplanung 2018/19 genehmigt.

Claudia Scheidegger, Verwaltungsangestellte, ist seit 20. März 2003 und davor vom 1. April 1983 bis 31. März 1986 als Lernende bei der Einwohnergemeinde Beatenberg angestellt und feiert ihr 15-jähriges Dienstjubiläum. «Der Gemeinderat dankt für den langjährigen Einsatz und wünscht Frau Scheidegger weiterhin viel Befriedigung beim Ausüben ihrer Tätigkeit», heisst es in der Mitteilung weiter.

BEATENBERG 28. FEBRUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 28.2.2018

30-Millionen-Neubau beim Parkhotel geplant

Ein alter Seemann und ein Deutscher wollen den Tourismus in Beatenberg neu beleben. Ein Vier-Sterne-plus-Hotel auf dem Gelände des Parkhotels steht in den Startlöchern. Jetzt könnte es ganz schnell gehen.
von Nils Sager

Seit Jahren steht das Parkhotel Beatenberg leer. Ein Neubau für rund 30 Millionen Franken soll dem Tourismus im Dorf Schwung verleihen.

Seit Jahren steht das Parkhotel Beatenberg leer. Ein Neubau für rund 30 Millionen Franken soll dem Tourismus im Dorf Schwung verleihen.Fotos: Nils Sager

Das Parkhotel Beatenberg hat wieder eine Zukunft. Für rund 30 Millionen Franken soll ein Neubau mit 65 Zimmern, Seminarräumen, Restaurant und Wellnessanlage entstehen. Vier Sterne plus. Wenn es nach den Bauherren geht, kann das neue Hotel schon Ende 2020 eröffnen. Allerdings sind noch keine Kaufverträge unterschrieben.

Ich hoffe, ich werde euch nicht enttäuschen

Jürg ZumkehrVertreter der Bauherrschaft

Jürg Zumkehr vertritt die Bauherren. Noch sind keine Kaufverträge unterschrieben. Zumkehr ist aber optimistisch, dass es zu einem Kauf des Parkhotels kommt und damit zur Realisierung des Neubaus.

Jürg Zumkehr vertritt die Bauherren. Noch sind keine Kaufverträge unterschrieben. Zumkehr ist aber optimistisch, dass es zu einem Kauf des Parkhotels kommt und damit zur Realisierung des Neubaus.
Kaufrechtsvertrag unterschrieben

Am Montagabend stellte sich Jürg Zumkehr als Vertreter der Bauherren den Fragen der Beatenberger. «Ich bin ein grosser Fan von Beatenberg», stellte der in Interlaken wohnhafte Unternehmensberater und Immobilien-Treuhänder zu Beginn klar. Das Parkhotel mit der Aussicht auf Eiger, Mönch, Jungfrau und Thunersee sowie der Parkanlage sei «einmalig auf der Welt». Darum ist sich Zumkehr sicher, dass es zur Fertigstellung des angedachten Projekts kommt. «Ich bin aus einfachem Holz geschnitzt. Ich gehe eigentlich gerne erst zu den Leuten, wenn klar ist, dass es klappt», so Zumkehr. Er wäre nicht da, wenn die Bauherrschaft es nicht ernst meine, sagte er weiter.

Für eine halbe Million Franken haben die Bauherren das Kaufrecht am Grundstück erworben. Der Kaufpreis ist festgelegt, die Höhe aber nicht öffentlich. Weitere Investitionen flossen in die Planung. Von insgesamt über einer Million Franken Vorleistungen spricht Jürg Zumkehr.

Zumkehr ist spezialisiert auf Verkäufe von Hotels in der ganzen Schweiz. Im Oktober 2017 hat er zum Beispiel das Hotel Schönegg in Beatenberg an die Iseas Assets Investments AG verkauft. Am Montag gab er sich optimistisch, dass auch das Parkhotel bald einen neuen Besitzer hat. «Ich hoffe, ich werde euch nicht enttäuschen», sagte er den Anwesenden an der Informationsveranstaltung.

Wir knüpfen an eine Pionierzeit von touristischen Bauten an

Franz SennhauserArchitekt

Das neue Vier-Sterne-plus-Hotel soll drei Hauptgeschosse und 65 Zimmern bekommen. Darunter befinden sich zwei Sockelstockwerke mit Rezeption, Lobby, Restaurant und Seminarräumen. Unter der Parkanlage ist ein Wellnessbereich mit rund 1500 Quadratmetern geplant.

Das neue Vier-Sterne-plus-Hotel soll drei Hauptgeschosse und 65 Zimmern bekommen. Darunter befinden sich zwei Sockelstockwerke mit Rezeption, Lobby, Restaurant und Seminarräumen. Unter der Parkanlage ist ein Wellnessbereich mit rund 1500 Quadratmetern geplant.
Neubau mit alten Charme

Der Neubau sieht vor, die Typologie des Parkhotels in modernem Gewand zu erhalten. «Wir knüpfen an eine Pionierzeit von touristischen Bauten an», sagt Franz Sennhauser. Er ist Geschäftsführer der HMS Architekten und Planer AG, die für das Projekt verantwortlich ist.

Ein Holzbau soll es werden. Mit Dachgiebeln, ähnlich der damaligen Architektur. Geplant sind drei Hauptgeschosse und insgesamt 65 Zimmern auf einem zweigeschossigen Sockel, der Rezeption, Bar, Restaurant und Seminarräume beinhaltet. Die unterste Etage ist ebenerdig mit der Parkanlage. Darunter sollen rund 1500 Quadratmeter Wellnessbereich entstehen.

Sennhauser ist optimistisch, dass die Denkmalpflege den Neubau trotz schützenswertem Parkhotel genehmigen wird. Es sei ein gutes Projekt, so der Architekt. Das sehe auch die Denkmalpflege ein.

Es wird Einwände von den ewig Gestrigen geben

Christian GrossniklausGemeindepräsident Beatenberg

Der Neubau des Parkhotels (rechts) wird in etwa so hoch wie das Seminargebäude für biblische Theologie in Beatenberg (links).

Der Neubau des Parkhotels (rechts) wird in etwa so hoch wie das Seminargebäude für biblische Theologie in Beatenberg (links).
Mitwirkung läuft

Der Baustart ist schon für das nächste Jahr geplant. Bereits im Sommer wollen Sennhauser und Zumkehr das Baugesuch stellen, zumindest für das Haupthaus. Für Park- und Wellnessanlage sowie einen Teil der Rezeption braucht es noch Anpassungen am Zonenplan. Darüber muss die Gemeindeversammlung in Beatenberg abstimmen, voraussichtlich am 7. Dezember. Die Mitwirkung zum Projekt läuft noch bis zum 28. März.

«Es wird Einwände von den ewig Gestrigen geben», sagte Gemeindepräsident Christian Grossniklaus. Er hoffe aber, dass sie sich vom Projekt überzeugen liessen. Die anwesenden Beatenberger an der Informationsveranstaltung hatten fast ausschliesslich positive Reaktionen auf das neue Projekt gezeigt. Entsprechend gelöst war die Stimmung bei Christian Grossniklaus. «Ich bin glücklich. Sieht man das nicht?», sagte er.

Der Park soll ein Kernelement des neuen Hotels bleiben. Auch der Rest des Baus orientiert sich an der Architektur des alten Gebäudes.

Der Park soll ein Kernelement des neuen Hotels bleiben. Auch der Rest des Baus orientiert sich an der Architektur des alten Gebäudes.
Bauherren in Eile

Nur der ambitionierte Zeitplan stiess auf Misstrauen. «Das ist eine sportliche Vorgehensweise», bestätigte Franz Sennhauser. Er hätte ein Jahr mehr eingeplant. Aber die Bauherren haben Druck gemacht. Möglich sei ein rascher Baufortschritt dennoch. Der Holzbau sei massgebend für eine schnelle Realisierung. Der Baukörper werde innerhalb weniger Monate stehen, sagte Sennhauser.

Dass die Bauherren es so eilig haben, liegt unter anderem am Alter des einen, der zwei Männer, die hinter dem neuen Hotel stehen. Er ist der Mitgründer der Viking River Cruises AG, mittlerweile pensioniert und 73 Jahre alt. Der andere Bauherr ist ein Mann aus Deutschland. Mehr wollte Zumkehr am Montag nicht verraten.

Viking River Cruises AG

Die Verbindung zu der Viking River Cruises AG, die mit Kreuzfahrten Millionenumsätze erzielt, soll dem neue Hotel zusätzlichen Aufwind verschafften. CEO Torstein Hagen ist ein alter Bekannter der Bauherrschaft und habe Interesse bekundet, das Marketing für den Neubau zu übernehmen, erklärte Zumkehr. So oder so versprach dieser: «Wir wollen keinen Massentourismus anziehen». Noch ist der Neubau nicht in trockenen Tüchern. Nach den Enttäuschungen der Vergangenheit um das gescheiterte «Projekt Jungfrau» (diese Zeitung berichtete) ist aber die Hoffnung zurück. Beatenberg steht kurz vor dem dringend benötigten Impuls für seinen Tourismus. Jürg Zumkehr hat sich schon mal eine Webdomain für das neue Hotel-Projekt gesichert. Sie lautet: www.topofinterlaken.ch.

Kommt jetzt Fernwärme?

Mit dem neuen Hotel steht und fällt auch eine weitere Zukunftsvision in Beatenberg. Die «a energie ag» plant einen Wärmeverbund vom Zündli bis zur Eggmatte. Das neue Hotel, das Hallenbad und Hotel Beau Regard sollen angeschlossen werden. Dazu suchte «a energie ag»-Geschäftsführer Hans Affolter am Montagabend noch weitere Liegenschaften, die sich ans Fernwärmenetzwerk anschliessen wollen. «Wir brauchen eine gewisse Grösse, damit es sich lohnt», sagte Affolter. Zehn bis 15 zusätzliche Häuser peilt er an. Die Rohre sollen bald verlegt werden. Energie beziehen könne man aber auch erst in zehn Jahren, so Affolter. Die Zentrale Zweikesselanlage mit Bunker liesse sich beim Wydi-Parkplatz realisieren. Gemeindepräsident Christian Grossniklaus war optimistisch, dass sich genügend Interessenten finden lassen. Auch Jürg Zumkehr warb für das Projekt: «Für und ist Hans Affolter ganz wichtig. Wir wollen Fernwärme und nichts anderes», sagte er im Namen der Bauherrschaft des neuen Parkhotels.

BEATENBERG 22. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 22.1.2018

Bauarbeiten an Brücke wieder aufgenommen

Die Bauarbeiten zur Instandsetzung der Brücke über den Sundgraben wurden wieder aufgenommen. Dies teilt die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion mit. Bis 25. Mai ist die Beatenbergstrasse in diesem Bereich nur einspurig befahrbar. Der Verkehr wird mit einer Lichtsignalanlage gesteuert. Zu Fuss gehende und Velos können die Baustelle unter erschwerten Bedingungen passieren.

BEATENBERG 16. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 22.1.2018

Dorint betreibt Hotel Blüemlisalp weitere 20 Jahre

Das Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken wird weitere 20 Jahre von der Dorint GmbH betrieben.

Das Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken wird weitere 20 Jahre von der Dorint GmbH betrieben.Foto: Dorint GmbH

Die Dorint GmbH hat in Absprache mit den Eigentümern des Beatenberger Hotels Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken die Zusammenarbeit um weitere 20 Jahre verlängert, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Grund für die vorzeitige Erneuerung des Vertrages sei die «hervorragende Zusammenarbeit» gewesen. «Das Dorint Blüemlisalp Beatenberg/Interlaken ist durch seine einzigartige Lage im Naturparadies Beatenberg im wahrsten Sinne des Wortes ein herausragender Standort, und wir freuen uns sehr, das Haus weitere 20 Jahre betreiben zu dürfen», betont Karl-Heinz Pawlizki, CEO der Dorint GmbH. «Unsere drei Hotels in der Schweiz sind wichtige Aushängeschilder für Dorint», fügt Dirk Iserlohe hinzu, Vorstand der Honestis AG, zu der die Dorint GmbH gehört. «Zusammen mit dem Dorint An der Messe Basel und dem Dorint Airport-Hotel Zürich sind wir hier sowohl für Individualreisende als auch für Businessgäste optimal aufgestellt.»

In den vergangenen Jahren habe das Hotel einen Zuwachs an Übernachtungsgästenverzeichnet. «Regelmässig wird das Bergresort für seine kinder- und familienfreundliche Ausrichtung ausgezeichnet», wie es in der Medienmitteilung weiter heisst.

WOCHENINTERVIEW 9. JANUAR 2018 aus Jungfrau Zeitung vom 9.1.2018

«Die Carmina Burana als Grossprojekt vereint mehrere Generationen»

Über 350 Musikerinnen und Sänger zu dirigieren, empfindet Patrick Secchiari nicht als besondere Herausforderung, wohl aber die Organisation der zwei Aufführungen der Carmina Burana in Thun und in Interlaken. Der Beatenberger gewährt Einblick in die Entstehung der Idee und weitere Visionen, die ihn immer wieder zurück zu den heimatlichen Wurzeln führen.
von Patrick Schmed

Im Januar wird der Sänger und Dirigent Patrick Secchiari (39) gleich mit mehreren grossen Projekten ins Berner Oberland zurückkehren.

Im Januar wird der Sänger und Dirigent Patrick Secchiari (39) gleich mit mehreren grossen Projekten ins Berner Oberland zurückkehren.Fotos: Patrick Schmed

Der Berner Oberländer Patrick Secchiari hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er unterrichtet Chordirigieren an der Hochschule der Künste Bern und am Institut für Musik und Bewegung. Mit den Kammerchören Seftigen und Herzogenbuchsee und vor allem mit dem von ihm gegründeten Vokalensemble ardent macht er immer wieder von sich hören. Unter anderem mit ungewohnten Formen wie Mitsing-Projekten, musikalischen Rundgängen, szenischen Baustellenkonzerten oder Flashmobs, wie sie im Bahnhof Bern und im Nationalratssaal des Bundeshauses schon erklangen. Im Wocheninterview erklärt der Profimusiker aus Beatenberg, woher die Idee für die Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana kam. Und wie es ihm gelingt, bei über 350 Mitwirkenden die Fäden in der Hand zu behalten.

Am 21. und 28. Januar wird Carl Orffs Carmina Burana in Thun und in Interlaken zu hören sein. Sie versammelten dafür über 350 Mitwirkende. Wie kamen Sie auf die Idee für dieses Riesenprojekt?

Patrick Secchiari: Der Anstoss kam dieses Mal nicht von mir, sondern von der Schweizer Föderation Europa Cantat. Die SFEC organisiert jedes Jahr ein Singweekend am dritten Januarwochenende. Dieses Jahr findet dieses im Berner Oberland statt, und dabei spannte die Föderation mich ein. Es werden rund 180 Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Schweiz anwesend sein und auch am Abschlusskonzert vom 21. Januar mitwirken.

Das Konzert zieht Gäste aus der ganzen Schweiz nach Thun, auf der Bühne wie im Publikum.

Richtig, die SFEC fördert die Vernetzung des Gesangs in der ganzen Schweiz, die Anlässe finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Dazu vernetzt die Föderation Sängerinnen und Sänger mit anderen europäischen Ländern, denn alle drei Jahre gibt es ein Europäisches Festival. Ich werde dieses Jahr mit dem Vokalensemble ardent am Festival in Tallinn in Estland teilnehmen und freue mich auf die vielen Inspirationen von Chören aller Stilrichtungen.

In Thun wird Patrick Secchiari als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat gewählt.

In Thun wird Patrick Secchiari als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat gewählt.
In Estland werden Sie die Schweiz aber auch in offizieller Funktion vertreten, nämlich als neuer Präsident der Schweizer Föderation Europa Cantat.

Es ist mir eine grosse Ehre, dass ich im Anschluss an die Aufführung der Carmina Burana in Thun zum neuen Präsidenten der Föderation gewählt werde. So kommen in Thun ganz viele Fäden meines bisherigen Schaffens zusammen.

Wer die Carmina Burana im KKThun erleben will, sollte allerdings bereits ein Ticket haben.

Ja, der Vorverkauf läuft seit November, und das Thuner Konzert war bereits im Dezember restlos ausverkauft. Für das Konzert vom 28. Januar im Kursaal Interlaken gibt es allerdings noch freie Plätze.

Das Berner Oberland darf sich geehrt fühlen, denn beide der geplanten Aufführungen finden dort statt.

Dies hat unter anderem logistische Gründe. Es gibt nur wenige Veranstaltungsorte mit passender Infrastruktur, die in der vorgesehenen Zeit frei waren. In Thun und Interlaken passte alles, auch der Zeitplan geht auf, weil wir an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen spielen.

Der Entscheid wurde also nicht gross davon beeinflusst, dass Sie Ihre familiären Wurzeln in Beatenberg haben?

Nur am Rand. Ich freue mich aber sehr auf Interlaken. Dort habe ich vor elf Jahren schon einmal eine andere Fassung von Orffs Carmina Burana aufgeführt. Damals gab es ein Konzert in Bern und eines in Interlaken.

Die Carmina Burana begleitet Sie also seit Jahren.

Jede Musikerin und jeder Musiker hat solche besonderen Stücke, die sie bewegen und begleiten. Bei mir ist das die Carmina Burana, die ich bis jetzt bereits sechs Mal aufgeführt habe. Unter anderem auch bei der Einweihung des Generationenhauses im Zentrum von Bern. Dort wurde das Stück im Innenhof unter freiem Himmel gespielt.

Hier im Innenhof des Berner Generationenhauses führte Patrick Secchiari die Carmina Burana bei der Eröffnung auf.

Hier im Innenhof des Berner Generationenhauses führte Patrick Secchiari die Carmina Burana bei der Eröffnung auf.
In Beatenberg waren Sie wohl eher eine Ausnahme, als Sie Musiker als Berufswunsch angaben.

Die Berufswahl erfolgte erst spät. So hatte ich schon in vielen Chören mitgesungen und unter anderem den gemischten Chor Beatenberg geleitet. Somit wirkte der Berufswunsch nicht so ungewöhnlich, weil ich bereits als Chordirigent tätig war.

Wie kam der Entscheid zustande, das Dirigieren von Chören zu studieren?

Ich hatte immer schon gerne Klavier gespielt und gesungen, aber anfangs nicht damit gerechnet, damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Im Gymnasium Interlaken spielte ich im dritten Jahr beim Theater mit und merkte, wie ich mich auf der Bühne wohl fühle. Ich nahm dann die Gesangsausbildung auf und merkte bald, dass das Dirigieren mir noch mehr lag.

Und so haben Sie das Studium als Chordirigent in Fribourg absolviert.

Richtig, es war ein langer Weg, dafür lernte ich sehr viele Menschen kennen, mit denen ich heute noch zusammen arbeite. Bei den Konzerten in Thun und Interlaken wirkt beispielsweise der Chor meines ehemaligen Studienkollegen Gonzague Monney mit, das Ensemble Vocal Utopie aus Fribourg.

Ein volles Blatt mit Musiknoten regelt, wann welcher Teil des Ensembles seinen Einsatz hat.

Ein volles Blatt mit Musiknoten regelt, wann welcher Teil des Ensembles seinen Einsatz hat.
Die Stimmen aus Fribourg verstärken sozusagen den Kammerchor Seftigen, der das Konzert organisiert und den Sie dirigieren.

Wir führen die Fassung der Carmina Burana für Soli, Chor und Blasorchester auf. Diese ist sehr eindrücklich, weil sehr viele Musikerinnen und Musiker hier ihr Bestes geben. Nebst den drei Chören, zu denen auch das Vokalensemble ardent gehört, ist dies auch ein Kinderchor. Diesen habe ich bewusst in Seftigen gesucht.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist eines Ihrer zentralen Anliegen. Wie reagierten die Schulkinder auf die Idee, in einem klassischen Stück mitzuwirken?

Es wurden zwei Schulklassen angefragt, und fast alle Kinder haben sich freiwillig zum Mitsingen entschieden. Für sie wird es sicherlich ein grossartiges Erlebnis, mit dem gewaltigen Orchester auf der riesigen Bühne vor einem grossen Publikum zu singen. Die Kinder zeigten bei den Proben viel Freude.

Die Carmina Burana wird damit auch zum Generationenprojekt.

Definitiv, die Idee, dass mehrere Generationen gemeinsam etwas bewirken, ist derzeit im Trend. Doch auch ohne Trend ist der Mehrgenerationengedanke sehr wertvoll und ist mir ein Anliegen.

Für die gewählte Fassung brauchen Sie nicht nur einen grossen Chor, sondern auch ein sinfonisches Blasorchester.

Dafür bot sich das Blasorchester Oberland Thun an, welches sich jeweils anfangs Jahr zusammenstellt, um vereinsübergreifend zeitlich begrenzte Projekte zu realisieren.

Die Herausforderungen des Grossprojekts liegen nicht unbedingt bei musikalischen Fragen, sondern bei der Organisation.

Die Herausforderungen des Grossprojekts liegen nicht unbedingt bei musikalischen Fragen, sondern bei der Organisation.
Brauchte es viel Überzeugungskraft, um all diese Mitwirkenden zu überzeugen?

Eigentlich gar keine. Die Herausforderung lag vor allem in der Planung und Organisation. Ich bin sehr froh, dass ich dabei auf die Unterstützung des Vorstands meines Seftiger Chors zählen darf.

Wie schafften Sie es, das Stück mit allen Beteiligten einzustudieren?

Am Anfang habe ich mit den Chören und dem Orchester separat geübt, am Ende konnten wir im Lötschbergsaal in Spiez gemeinsam üben, welches das Blasorchester Oberland Thun auch sonst für seine Proben benutzen darf. Dieses leite ich übrigens seit Anfang Dezember als Gastdirigent.

So könnte man also sagen, dass Sie alle nötigen Register verfügbar hatten und diese nur noch ziehen mussten?

Richtig, alle Stimmen und Instrumente waren vorhanden. Die Sängerinnen und Sänger der SFEC werden übrigens ausschliesslich beim Konzert in Thun dabei sein. Sie waren bei den Proben nicht dabei, viele kennen das Stück und übten ihre Stimme für sich zu Hause ein.

Das Schicksalsrad auf der Partitur nimmt das Thema der Carmina Burana auf, die das volle Leben mit seinem Auf und Ab besingt.

Das Schicksalsrad auf der Partitur nimmt das Thema der Carmina Burana auf, die das volle Leben mit seinem Auf und Ab besingt.
Die Carmina Burana

1803 wurden im Kloster Benediktbeuren 254 Lied- und Dramentexte gefunden, die unter dem Namen «Carmina Burana» zusammengefasst waren. Es handelt sich um eine der wichtigsten Sammlungen der Vagantendichtung, deren Ursprung zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert liegt. Mehr als die Hälfte der Werke behandelt das Thema Liebe, rund ein Fünftel sind Spott- und moralische Gesänge, dann folgen Trink- und Spielerlieder und zwei geistliche Theaterstücke.

1937 erhielt ein Teil der Lieder neue Bekanntheit, weil sie durch den deutschen Komponisten Carl Orff zu einem Chorwerk verbunden wurden. Nach der Uraufführung in der Frankfurter Oper trat die szenische Kantate ihren Siegeszug durch die Welt der Klassik an und gilt heute noch als Klassiker. Vor allem der Eingangschor «O Fortuna» gilt als eines der beliebtesten Werke unserer Zeit. Dabei hat Orff die Schwerpunkte des Ursprungswerks mit Frühlingsliedern, Fress- und Saufliedern der Vaganten und Liebesliedern aus dem Mittelalter weitgehend übernommen.

Die Carmina Burana widerspiegelt einen unvergänglichen Teil unserer Gesellschaft, der vom Mittelalter über die Zeit Carl Orffs bis in die heutige Zeit verstanden wird. Ist das der Grund, wieso das Werk auch heute noch so beliebt ist?

Es geht ums menschliche Leben und um das Schicksal. Diese Themen sprechen jede und jeden an, sind allgemeingültigen Inhalts. Noch grundsätzlicher gesagt geht es um das Werden und Vergehen, unabhängig von Epochen oder Ländergrenzen. Das fasziniert mich persönlich aber auch ganz viele andere Menschen an der Carmina Burana.

Auf der Partitur ist das Bild des Schicksalsrads zu sehen.

Es bezieht sich auf den Gesang «O Fortuna», der am Anfang und am Ende von Orffs Werk steht. Die Frühlingslieder zeigen den Neubeginn, wo sich das Rad zu drehen beginnt, dann kommt das satte Leben im Mittelstück «In Taberna», und im dritten Teil geht es um die Liebe, in der sich Werden und Vergehen nochmals widerspiegeln.

Die Carmina Burana begleitet den Chordirigenten schon seit Beginn seiner Laufbahn.

Die Carmina Burana begleitet den Chordirigenten schon seit Beginn seiner Laufbahn.
Wie gelingt es Orff, die Botschaft in oder trotz lateinischer Sprache rüberzubringen?

Wer Lateinunterricht hatte, hat sicher den einen oder anderen Text aus der Carmina Burana übersetzt. Es gibt viel zu analysieren, dazu bieten die Texte zahlreiche spannende Verknüpfungen zum Mittelalter. Doch muss man diese nicht verstehen, um das Stück zu begreifen. Die Musik ist unglaublich bildhaft. Mit den Stimmen und Instrumenten wird uns und der Fantasie beispielsweise vor Augen geführt, wie ein Betrunkener in der Taverne vom Stuhl fällt oder ein Pferd mit dem Geliebten davongaloppiert.

Die Musik enthält also schon die Botschaft.

Dafür muss sie allerdings überzeugend vorgebracht werden. Dies ist einerseits meine Aufgabe, aber es braucht jede einzelne und jeden einzelnen auf der Bühne. Sonst geht die Wirkung verloren. Meine Aufgabe ist, jeder und jedem Mitwirkenden die Bestätigung zu geben, dass sie oder er wichtig ist.

Das genaue Zusammenspiel entscheidet also über den Erfolg einer Aufführung.

Orffs Musik ist häufig repetitiv und weist dabei eine recht klare Struktur auf. Dazu kommen sehr virtuose Passagen. In der Carmina Burana hat Carl Orff diese so meisterhaft verknüpft, dass sein bekanntestes Werk immer wieder gern aufgeführt wird.

Ein moderner Komponist vertont mittelalterliche Texte – das alleine ist ja schon eine gute Geschichte …

In der Tat. Dabei übernimmt Carl Orff sehr viele Klischees und Vorstellungen aus dem Mittelalter. Beispielsweise singen Frauen in der Taverne nicht mit, weil diese früher den Männern vorbehalten war. Vielleicht müsste man diesen Teil einmal frisch arrangieren (lacht).

Kritik an der Gesellschaft ist also kein Anliegen der Carmina Burana noch von Carl Orff.

Wenn, dann sehr unterschwellig. Es geht eher darum, das Leben zu feiern.

Nebst der Carmina Burana werden am 21. und 28. Januar die Stücke «Festival Bells» von Thomas Doss und «Angels in the Architecture» von Frank Ticheli aufgeführt. Haben die zwei Werke einen besonderen Zusammenhang zur Carmina Burana?

Festival Bells ist eine Ouvertüre, festlich und kurz. Somit passt sie hervorragend, um das Konzert einzuleiten. Dabei kommt das sinfonische Blasorchester voll zum Zug. Als zweites Stück haben wir «Angels in the Architecture» gewählt, weil auch hier alte Melodien und Sprüche zitiert werden. Die Thematik ist allerdings anders und das Stück noch moderner. Im Zentrum steht der ewige Kampf von Gut und Böse.

Doch auch zwei eher monumentale Stücke.

… die man aber nicht unbedingt kennt, die wir aber dem Publikum gerne näherbringen wollen.

Sind monumentale Auftritte die Zukunft, wenn man im Berner Oberland viel Publikum anziehen will?

Nein, es braucht kein Grossformat, um die Leute zu begeistern. Schlichtheit funktioniert auch, wie die letztjährige Tournee «Tout Berne chante» mit dem Vokalensemble ardent und Barbara Klossner gezeigt hat. Hier haben wir ausschliesslich Kompositionen von Berner Musikerinnen und Musikern aufgeführt, von Jodel bis modern. Und haben damit auch die Kirchen gefüllt und bei Unspunnen trumpfen können.

Vor allem mit seinem Vokalensemble ardent initiiert Patrick Secchiari gerne visionäre und innovative Projekte.

Vor allem mit seinem Vokalensemble ardent initiiert Patrick Secchiari gerne visionäre und innovative Projekte.
Wirkt da auch Ihre Reputation, die Sie als Initiant von aufsehenerregenden Projekten inzwischen geniessen?

Vielleicht hilft dies auch, um die Brücke zu schlagen. Das Wichtigste ist für mich, meine Fähigkeiten mit denen anderer zu verbinden und daraus etwas entstehen zu lassen, was das Publikum anspricht. So habe ich zwar einige grössere Projekte umsetzen können, mir sind aber auch die Nischenproduktionen wichtig.

Beispielsweise?

Im März wird das Vokalensemble ardent am Stadttheater Bern beim Musiktheater «Die Formel» mitwirken. Die Musik von Torsten Rasch ist sehr speziell, das Schauspiel handelt von einer fiktiven Begegnung zwischen Einstein, Walser, Lenin und Klee, die alle anfangs des 20. Jahrhunderts in Bern lebten, sich aber tatsächlich nie begegneten. Ich bin sehr gespannt, wie diese Aufführung beim Publikum ankommen wird.

Das Vokalensemble hat den Ruf, mit «Feu ardent» auch visionäre und innovative Kulturinszenierungen zu lancieren.

Der Name impliziert es schon, genau. Das Vokalensemble ardent führt nur Programme auf, für die es eine Notwendigkeit empfindet. Dies führt uns auch abseits des Mainstreams. Es gibt sogar Projekte, die wir aus der «Kriegskasse» finanzieren, damit sie überhaupt realisiert werden können.

Man sagt, wenn ein Extremsportler einen Berg bezwungen hat, hat er schon den nächsten im Kopf. Geht es Ihnen auch so?

Das kenne ich auch, ja. Die nächsten Projekte sind vorbereitet, weitere Ideen sind schon im Köcher.

Und wird man Sie dabei auch wieder im Berner Oberland antreffen?

Sogar noch vor dem 28. Januar. Ich bin einer der Dirigenten des interkantonalen Mädelschors. Als ich vernahm, dass deren Probe-Wochenenden in Beatenberg stattfinden werden, war ich ganz schön überrascht. Umso mehr freue ich mich auf das Eröffnungskonzert der Tournee am 14. Januar in der Katholischen Kirche Beatenberg. Im Mai werde ich beim Jubiläum im Ballenberg mitwirken. Auch dies zeigt, dass es mir gelungen ist, mit einem Bein im Oberland zu bleiben.

Die nächsten Aufführungen mit Patrick Secchiari im Berner Oberland
  •  Sonntag, 14. Januar, 16.00 Uhr – Konzert der Interkantonalen Chöre in der katholischen Kirche Beatenberg
  •  Sonntag, 21. Januar, 16.00 Uhr – Carmina Burana im KKThun (ausverkauft)
  •  Sonntag, 28. Januar, 17.00 Uhr – Carmina Burana im Kursaal Interlaken

Weitere Informationen unter www.secchiari.ch

Auch wenn er in Bern arbeitet, ist Patrick Secchiari mit einem Bein immer im Oberland geblieben.

Auch wenn er in Bern arbeitet, ist Patrick Secchiari mit einem Bein immer im Oberland geblieben.
SKISAISON 3. JANUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 5.1.2018

So gut wie lange nicht mehr

Erstmals seit Jahren waren auch die kleinen Skigebiete über Weihnachten und Neujahr offen – den frühen Schneemengen sei Dank. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich für den Rest der Saison. Doch Frau Holle braucht es weiterhin.
von Annina Reusser

Ein voller Skilift Hohwald Beatenberg: Der 29. Dezember war ein «Top-Tag» wie schon lange nicht mehr, wie Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG sagt. Ähnlich positive Worte finden die Verantwortlichen auf der Axalp, Grimmialp, dem Jaunpass, in Habkern Sattelegg und im Eriz.

Ein voller Skilift Hohwald Beatenberg: Der 29. Dezember war ein «Top-Tag» wie schon lange nicht mehr, wie Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG sagt. Ähnlich positive Worte finden die Verantwortlichen auf der Axalp, Grimmialp, dem Jaunpass, in Habkern Sattelegg und im Eriz.Foto: Sonja Zumstein

«Besser als die letzten Jahre», lautet der Tenor der kleinen Skigebiete in Bezug auf die bisherige Wintersportsaison. Die ausgiebigen Schneefälle Anfang Dezember haben vielen von ihnen ermöglicht, die Bahnen bereits Mitte Dezember erstmals in Betrieb zu nehmen und über Weihnachten und Neujahr laufen zu lassen. So ging es etwa dem Skilift Hohwald Beatenberg.

«Nach etwa drei Jahren konnten wir das erste Mal wieder über Weihnachten und Neujahr fahren», sagt Sonja Zumstein, Verwaltungsrätin und Geschäftsstelle der Skilift Hohwald Beatenberg AG. An Tagen mit schönem Wetter lief der Betrieb am Skilift besonders. «Der 29. Dezember war ein Top-Tag wie schon lange nicht mehr.» Auch für die restliche Saison ist Zumstein zuversichtlich. «Soweit wie möglich werden wir täglich in Betrieb sein. So wie es im Moment aussieht, hat es auch genug Schnee.»

Gute Ausgangslage

Von Zuversicht spricht auch Ueli Walthard, Geschäftsleiter der Sportbahnen Axalp Windegg AG. «Es ist wesentlich besser als die letzten Jahre», sagt Walthard. Da hatte die Axalp mit fehlendem Schnee zu kämpfen, was diese Saison nicht der Fall ist. Dank des günstigen Wetters konnte das Skigebiet oberhalb des Brienzersees auch eine Menge Kunstschnee produzieren. «Da habe ich nicht Angst», so Walthard zum Rest der Saison.

Auch auf der Grimmialp freute man sich über den frühen Schnee. «Wir hatten nicht einen Riesenandrang, aber wir sind zufrieden», sagt Ueli Wampfler, Verwaltungsratspräsident der Grimmialp Bergbahnen. In den letzten Jahren waren die Bergbahnen über Weihnachten gar nicht in Betrieb. Damit die Saison so gut weitergeht, insbesondere in der Sportwoche Ende Februar, braucht es aber jetzt neuen Schnee. «Unten im Skigebiet hat es viel Schnee fortgeregnet», so Wampfler. Grundsätzlich sei die Ausgangslage für diese Saison aber gut.

Der Snowpark Eriz erstrahlt in Weiss. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks.

Der Snowpark Eriz erstrahlt in Weiss. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks.Foto: Snowpark Eriz
Bereits am 10. Dezember in Betrieb

Auch der Snowpark Eriz erlebte einen Saisonstart wie schon lange nicht mehr. «Wir hatten seit mindestens fünf Jahren nicht mehr so viele Skitage», sagt Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident des Snowparks. Bereits am 10. Dezember liefen die Lifte zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren hat vor Weihnachten auch im Eriz meist der Schnee gefehlt. Welche Aussicht gibt es für den Rest der Skisaison? «Ab Mitte Januar bis in den Februar ist wichtig, dass es wieder Schnee gibt und kältere Temperaturen», so Reusser. Das gilt vor allem vorausblickend auf die Sportwoche Ende Februar.

Auf Schnee für den Februar hofft man auch in Habkern, ausserdem auf sonnige Wochenenden. Die Zwischenbilanz ist aber gut. «Wir sind viel besser dran als die letzten Jahre, als wir gar nicht fahren konnten», sagt Christian Tschiemer, Betriebsleiter des Skilifts Habkern Sattelegg.

Hoffnung auf neuen Schnee

«Wir konnten wunschgemäss in die Saison starten, weil es geschneit hat», sagt Andreas Poschung, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Jaunpass AG. Über Weihnachten und Neujahr seien es sehr viele Leute auf dem Jaunpass gewesen. Er hofft bald auf neuen Schnee, damit die Saison so weitergeht wie bisher. «Wenn es auf dem Pass so stark föhnt wie am Mittwoch, dauert es drei Tage, dann ist der Schnee fort», so Poschung. Der Schnee definiert die Spielregeln am Jaunpass. Poschung: «Wir fahren mit Naturschnee, so lange es geht, und wenn es keinen Schnee mehr hat, machen wir zu.»

Durch den Verbund mit Lenk-Simmental Tourismus und dem Skigebiet Adelboden-Lenk gilt der Top4-Skipass auch bei den Sportbahnen Jaunpass – das Angebot wurde denn auch bereits genutzt. Welche Auswirkungen das Abonnement auf den Wintersportbetrieb hat, ist laut Poschung aber noch zu früh zum Beurteilen.

Die Sportbahnen Jaunpass starteten wunschgemäss in die Saison 2017/18. Der Zügwegenlift (Bild) wurde auf diese Saison hin umgebaut.

Die Sportbahnen Jaunpass starteten wunschgemäss in die Saison 2017/18. Der Zügwegenlift (Bild) wurde auf diese Saison hin umgebaut.Foto: Nils Sager
Top4-Skipass ohne spürbare Auswirkungen

Ähnlich klingt es bei den anderen kleineren Skigebieten, die nicht Teil des Abos sind und dadurch möglicherweise verlieren. Ueli Walthard von den Sportbahnen Axalp Windegg stellte bisher keine Konsequenzen fest: Der Schnee und das Wetter sorgten für das Weihnachtsgeschäft. Dasselbe gilt für den Skilift Habkern Sattelegg. «Vielleicht merken wir es eher gegen Frühling», so Christian Tschiemer.

Kaum negative Auswirkungen erwarten hingegen Thomas Reusser vom Snowpark Eriz und Sonja Zumstein vom Skilift Hohwald Beatenberg. Beide bezeichnen Familien mit kleinen Kindern als Kernzielgruppe. Diese würden ohnehin kein Top4-Abo kaufen, so Reusser. «Ich habe nicht das Gefühl, dass wir gross Auswirkungen spüren werden», sagt Zumstein.

Die Bergbahnen Grimmialp erlebten hingegen einen umgekehrten Effekt: «Trotz des Top4-Skipasses haben wir von unseren Saisonabos gut zehn Prozent mehr verkauft», sagt Ueli Wampfler. «Ich gehe davon aus, dass wir als kleines familiäres Skigebiet nicht dasselbe Kundensegment haben wie die grossen.» Der viele Schnee im Dezember dürfte seine Rolle im Aboverkauf gespielt haben: Laut Wampfler kauften selbst nach dem Vorverkauf im November viele Kunden ein Saisonabo.

BEATENBERG/PHILIPPINEN 1. JANUAR 2018 aus der Jungfrau Zeitung vom 1.1.2018

Thomas Kellenberger rettet im Taifun 15 Kinder

Als der Wirbelsturm «Vinta» über Cagayan de Oro fegt, hilft der Beatenberger dabei, die Einwohner in Sicherheit zu bringen. In einem Bericht schildert er seine Erlebnisse während des Unwetters.

Thomas Kellenberger (rechts) hilft während des Taifuns bei der Evakuation von Kindern mit.

Thomas Kellenberger (rechts) hilft während des Taifuns bei der Evakuation von Kindern mit.Foto: zvg/Thomas Kellenberger

Vor gut zehn Jahren gründete Thomas Kellenberger aus Beatenberg das Hilfswerk «Island Kids Philippines» und setzt sich seither für die schulische Bildung für arme Kinder im südostasiatischen Land ein (diese Zeitung berichtete). Nach einem zweimonatigen Aufenthalt in der Schweiz kam er kurz vor Weihnachten wieder auf den Philippinen an. Kurz darauf fegte ein Taifun über die Insel. In einem schriftlichen Bericht schickte der Beatenberger dieser Zeitung eine Schilderung davon, was er während des Wirbelsturms erlebte:

«Ich bin am Donnerstag gut in Cagayan de Oro (CDO) angekommen. Freitagvormittag fegte jedoch Taifun ‚Vinta‘ über Cagayan de Oro hinweg. Starke Winde fällten Bäume und Hochspannungsmasten. Am schlimmsten waren aber die sintflutartigen Regenfälle, die uns alle an Sendong von 2011 erinnerten. Innert weniger Stunden stieg der Cagayan River bis zu 9,48 Meter an und überschwemmte sämtliche Stadtteile in Flussnähe bis über die Dächer der Häuser. Sämtliche Brücken mussten geschlossen werden. Als Mitglied des Carmen Rescue Teams (CAREST) konnte ich gleich den Einsatz antreten und in den Fluten gefangene Menschen, die während der vorsorglichen Evakuation zurückgeblieben waren, in Sicherheit zu bringen. Da unser Schlauchboot kaputt war, mussten wir selber ins verseuchte Wasser steigen und mit Pneu-Schläuchen und Seilen arbeiten. Wir schwammen über den Hausdächern an Stromleitungen, Baumkronen und Schwemmgut vorbei zu den wenigen dreistöckigen Häusern, auf deren Dächern und Balkons sich die Überlebenden retten konnten. Mit unserem Team konnten wir 15 Kinder und ihre Mütter, eine behinderte Frau und fünf Männer in Sicherheit bringen. Es war eine unangenehme aber trotzdem tolle Erfahrung.

Währenddessen kochte das PIKIFI-Küchenpersonal zusammen mit den College-Students im Akkord ‚Lugaw‘, einen nahrhaften Reisbrei. In den Abendstunden konnten dann unser Relief-Team, bestehend aus unseren Sozialarbeiterinnen, dem Küchenpersonal und den College-Students, Mahlzeiten an 2500 Menschen in drei Evakuationszentern verteilen. In CDO mussten insgesamt 3735 Familien mit 14’041 Individuen evakuiert werden. Sie befinden sich jetzt in 22 Evakuationszentren.» Erschöpft gingen wir alle nach Mitternacht in den verdienten Feierabend. Im Landfill, in unseren zwei Learning-Centern und im Kinderdorf kam es zu keinen Schäden, wir wurden Gott sei Dank einmal mehr verschont und konnten dafür anderen helfen. In einer nächsten Phase werden wir wohl mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein.

Dank der gut organisierten Evakuation der gefährdeten Gebiete gibt es laut aktuellem Wissensstand kaum Tote zu beklagen. Dies ist ein schönes Weihnachtsgeschenk, wenn man bedenkt, dass 2011 bei vergleichbaren Fluten 2500 Menschen ihr Leben verloren.»

Die Opferzahlen

Als Thomas Kellenberger den Bericht verfasste, waren die genauen Ausmasse des Sturms noch nicht klar. Mehrere Tage nach dem Unwetter sind mittlerweile genauere Zahlen bekannt. Insgesamt starben beim Taifun auf den Philippinen über 200 Menschen. Dies insbesondere in Lanao del Norte, Lanao del Sur und Zamboanga Peninsula. Die Todesfälle sind vor allem auf Sturzfluten und Landrutsche zurückzuführen. Zahlreiche Personen werden noch vermisst. (ith)