Beatenberg in der Presse 2017

BEATENBERG 20. NOVEMBER 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 20.11.2017

Von Cannabis, und was es alles mit sich bringt

Das diesjährige Theater «Nume Zoff mit em Stoff» des Turnvereins zeigte einen Gemüsebauer, der sich unbewusst mit dem Anpflanzen von Drogen das grosse Geld versprach. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen.
von Rabea Grand

Dass die Behandlung von Maja Beerli an Gesundheitsfanatikerin Anneliese von der Heide, gespielt von Irene Moser, von Franz Grüeniger (Adrian Deuschle) unterbrochen wird, gefällt den Frauen gar nicht.

Dass die Behandlung von Maja Beerli an Gesundheitsfanatikerin Anneliese von der Heide, gespielt von Irene Moser, von Franz Grüeniger (Adrian Deuschle) unterbrochen wird, gefällt den Frauen gar nicht.Fotos: Rabea Grand

Das Theater «Nume Zoff mit em Stoff» von Bernd Gombold begann, wie so manches Theater beginnt. Nämlich mit Lachern. Bereits bei der Vorstellungsrunde der einzelnen Charaktere zeigte sich, dass in den nächsten zweieinhalb Stunden für einiges an Unterhaltung gesorgt war. Und das täuschte nicht – selten waren im gut besuchten Kongress-Saal in Beatenberg keine Lacher zu hören.

Der unbekannte Mann, der die Drogen mitbringt (Simon Schmocker) überzeugt Erika Grüeniger (Barbara Zenger) und Franz Grüeniger (vlnr) davon, auf seine «Babys» zu schauen.

Der unbekannte Mann, der die Drogen mitbringt (Simon Schmocker) überzeugt Erika Grüeniger (Barbara Zenger) und Franz Grüeniger (vlnr) davon, auf seine «Babys» zu schauen.
Nehmen, was passt

Insgesamt zehn Schauspielerinnen und Schauspieler zeigten, was sie in rund 25 Proben alles einstudiert hatten. Die Übungszeit, die war in diesem Jahr etwas spezieller als in anderen. «Wir haben das Theater bereits im letzten Jahr eingespielt. Dann wurde der Hauptdarsteller Adrian Deuschle aber krank, und wir mussten es zwei Wochen vor der Hauptprobe absagen. Denn ohne Hauptdarsteller geht es nicht», erklärt der Regisseur des Stücks, Beni Gafner, gegenüber dieser Zeitung. So wurde das Thema in diesem Jahr nochmals aufgegriffen. Im Juni begannen die Beteiligten mit ersten Proben, damit die Textsicherheit wieder da ist. Mitte August wurde dann der Ernstfall eingeübt.

«Nume Zoff mit em Stoff», eine Aufführung, die auch ohne Vorwissen mit guter Unterhaltung und lustigen Momenten in Verbindung gebracht werden kann. Beni Gafner jedoch, konzentriert sich bei der Suche nach einem Theaterstück nicht unbedingt auf ein Thema, sondern auf die Schauspielerinnen und Schauspieler. «Ich schaue zuerst, welche Leute wieder mitspielen werden und lese dann zwischen 20 und 25 Theaterstücke. Danach mache ich ein Ausscheidungsverfahren und schaue, welches von den Stücken am besten zu den Schauspielern passt. Das Thema spielt eigentlich keine Rolle», sagt er.

Giovanni Tomati (Kevin Gafner) hatte kurzzeitig keine Freude an seiner Frau Marai (Natascha Jaun). Franz Grüeniger (Mitte) musste die Situation schlichten.

Giovanni Tomati (Kevin Gafner) hatte kurzzeitig keine Freude an seiner Frau Marai (Natascha Jaun). Franz Grüeniger (Mitte) musste die Situation schlichten.
Wichtig für gesamtes Dorf

Mit den ersten beiden Vorführungen ist der Regisseur so zufrieden, dass er für die Shows am kommenden Wochenende nichts mehr ändern will. Und das, obwohl eine der Schauspielerinnen mit Fieber auf der Bühne stand. «Irene Moser, die Anneliese von der Heide spielt, ist eigentlich krank. Sie hat sich aber durchgebissen, und das war eine grosse Herausforderung. Da hat es dann aber das ganze Team gebraucht, um sie zu unterstützen.» Und das hat durchaus geklappt, denn spürbar, dass Moser angeschlagen war, war nur durch die leicht heisere Stimme.

Zeit, wieder gesund zu werden, bleibt aber nicht viel. Bereits am Donnerstag steht eine kurze Sprechprobe auf dem Programm, bevor es dann am Freitag und Samstag erneut zur Sache geht. Die grösste Herausforderung bei solchen Auftritten: der Text. Denn erst wenn dieser im Kopf sei, könne auch wirklich mit dem Schauspielern begonnen werden. «Sobald die Hände für die Gestik frei sind, ergibt sich bei vielen das meiste von selbst.» Dass das Theater, das vom Turnverband Beatenberg organisiert wird, auch ankommt, ist gemäss Gafner für das ganze Dorf sehr wichtig. «Für Beatenberg ist es der einzige Anlass, der jährlich durchgeführt wird. Ich bin überzeugt davon, dass es das für das gesamte Dorf braucht. Denn es sind Leute hier, die sonst eher selten am Wochenende oder an den Abenden unterwegs sind.» So haben sich die Theaterspielerinnen und -spieler denn auch eine treue Stammbesucherschaft erspielt, die sie jährlich von Neuem unterstützen.

Beni Gafner ist zufrieden mit den ersten beiden Aufführungen. So wird für kommendes Wochenende nichts mehr geändert.

Beni Gafner ist zufrieden mit den ersten beiden Aufführungen. So wird für kommendes Wochenende nichts mehr geändert.
Das Theaterstück

Gemüsebauer Franz Grüeniger vernimmt im «Cheesblatt», auch bekannt als «Jungfrau Zeitung», dass seine Nachbarin und Ökolandwirtin Maja Beerli ihm und seinen Berufskollegen anprangert, die Produkte mit chemischen Mitteln zu spritzen und zu verschlechtern. Das passt Grüeniger natürlich gar nicht, und schon ist der Nachbarschaftsstreit lanciert. Gegenseitig drücken sie sich einen Spruch nach dem anderen rein – jeder will es besser wissen. Als der Gemüsebauer dann sieht, wie Beerli mit Feng Shui und chinesischer Medizin das grosse Geld macht, versteht er die Welt nicht mehr. Denn bei ihm und seiner Frau Erika sieht die finanzielle Lage nicht rosig aus. Da kommt die Anfrage eines unbekannten Mannes gut, in kurzer Zeit mehrere Tausend Franken zu verdienen. Alles, was es dazu braucht: 600 kleine Pflanzen zu behüten, die scheinbar zur Entwicklung eines Potenzmittels beitragen sollen. Was der Gemüsebauer nicht weiss – es sind nicht irgendwelche Pflanzen, sondern Cannabis. So nimmt er den Deal an, und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. Denn Klaus Beerli, der Mann der Ökolandwirtin Maja, klaut Setzlinge von Grüeniger und verkauft sie auf dem Biomarkt. Wirt & Pizzabäcker Giovanni Tomati verspricht sich durch die Pflanzen die Lösungen seiner Probleme, während der Feriengast Beat zu wenig Geld für den Kauf der Pflanzen hat. Bis zum Schluss nimmt die Geschichte sogar noch eine dramatische Wendung. Wie das Ganze aussieht, schauen Sie sich aber am besten am 24. oder 25. November bei den letzten beiden Vorstellungen gleich selbst an.

Der Regisseur über das WerkRegisseur Beni Gafner spricht über das Theaterstück und die Proben.

Nachdem er das Wundermittelchen von Franz Grüeniger probiert hatte, ging es Giovanni Tomati nicht sonderlich gut.

Nachdem er das Wundermittelchen von Franz Grüeniger probiert hatte, ging es Giovanni Tomati nicht sonderlich gut.

Bertha Lädeli (Natalie Hurst) schaut gespannt, was im Garten von den Grüenigers abläuft.

Bertha Lädeli (Natalie Hurst) schaut gespannt, was im Garten von den Grüenigers abläuft.

Das Ehepaar Beerli, Klaus und Maja. Frau Beerli hat ihren Mann im Griff. Gespielt werden die beiden von Manuela und Urs Gafner

Das Ehepaar Beerli, Klaus und Maja. Frau Beerli hat ihren Mann im Griff. Gespielt werden die beiden von Manuela und Urs Gafner
BEATENBERG 20. NOVEMBER 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 20.11.2017

«Das Resultat soll breit abgestützt sein»

Die Chance besteht, dass ein Ortswechsel von Sundlauenen kommenden Sonntag an der Urne an der Ablehnung der Beatenberger Stimmbevölkerung scheitert. Dennoch wollen die Kritiker des Unterfangens, Verena Moser und Hans Rubin, dass sich viele Stimmberechtigte beteiligen.
von Beat Kohler

Am Sonntag entscheidet sich, ob Sundlauenen künftig noch zu Beatenberg oder neu zu Unterseen gehört.

Am Sonntag entscheidet sich, ob Sundlauenen künftig noch zu Beatenberg oder neu zu Unterseen gehört.Foto: Beat Kohler

Am Wochenende wird auf dem Beatenberg und in Unterseen darüber abgestimmt, ob Sundlauenen die Gemeinde wechseln darf. Dafür haben sich aktive Sundlauener Bürgerinnen und Bürger eingesetzt. Zweifel am Ortswechsel werden in erster Linie auf dem Beatenberg geäussert.

Finanzielle Bedenken

Gegen das Vorhaben sprachen sich unter anderem die unabhängigen Bürger Beatenberg und die SVP an ihren Parteiversammlungen aus. «Wir wollen, dass Beatenberg so bleibt wie bisher», erklärte SVP-Sektionspräsident Hans Gafner gegenüber dieser Zeitung. Kritik kommt auch von der ehemaligen SP-Gemeindepräsidentin Verena Moser, die in der «Drachebärgzytig» Anfang November zusammen mit Hans Rubin ihre Argumente für eine Ablehnung dargelegt hat. Sie stören sich einerseits am Perimeter, der in der Botschaft ohne Begründung grösser sei als bei den Informationsanlässen Anfang Jahr. Zudem stören sie sich an den finanziellen Aspekten: «Wer den Anhang III zum Vertrag studiert, sieht, dass effektiv Grundstücke und Gebäude an Unterseen ‚übergehen‘, grossenteils zum Preis von null Franken!», schreiben die beiden. Beatenberg sei historisch gewachsen, und es dürfe nicht einfach ein Teil an eine andere Gemeinde ‚übergehen‘, verkauft oder verschenkt werden. Dass die Bewohner von Sundlauenen ihr Leben stärker auf das Bödeli ausrichteten, lassen sie als Argument nicht gelten. Das treffe auch auf einen grossen Teil der Bevölkerung auf dem Berg zu. Als Befürworterin kam in der «Drachebärgzytig» die ehemalige Lehrtochter der Gemeindeverwaltung Beatenberg zu Wort. Trudi Linder-Zimmermann monierte, dass die Stimmen der zugezogenen Sundlauener nicht gehört würden. Sie verstehe zudem nicht, warum sich der Tourismusverein so grosse Sorgen wegen dem veränderten Seeanstoss mache. «Dass Feriengäste und Einheimische weiterhin an den See kommen dürfen, soweit dies überhaupt möglich ist, ist doch klar», erklärt sie.

Ablehnung auf dem Berg ist möglich

«Ich möchte keine Prognose stellen», erklärt der Beatenberger Gemeindepräsident Christian Grossniklaus gegenüber dieser Zeitung. Angesichts der zahlreichen ablehnenden Stimmen vermutet er aber, dass der Ortswechsel von Sundlauenen auf dem Beatenberg keine Mehrheit finden wird – auch weil viele, die den Wechsel an sich befürworten würden, sich gar nicht an der Abstimmung beteiligten. Einen Teil der Ablehnung erklärt sich Grossniklaus auch damit, dass sich der heutige Regierungsstatthalter Martin Künzi früher als Sundlauener für einen Gemeindewechsel eingesetzt habe. Dies obwohl sich Künzi seit seiner Wahl nie zu diesem Geschäft geäussert hat und auch jetzt auf Anfrage keine Stellung nimmt.

«Objektives» Ja

Der Beatenberger Gemeinderat hat den Wechsel im Vorfeld gutgeheissen, so wie auch der Gemeinderat Unterseen. «Diese Meinung ist aufgrund objektiver Kriterien zustande gekommen», so Grossniklaus. Im Gegensatz zur geäusserten Kritik bezüglich der Finanzen betont er, dass sich der Wechsel unter dem Strich für den Beatenberg lohnen dürfte. Wichtiger ist für ihn aber, dass der Gemeinderat den Bewohnern von Sundlauenen den Wechsel ermöglichen möchte und befürchtet negative Schlagzeilen, wenn einzig Beatenberg dieses Geschäft ablehnen sollte. Klar ist, dass bei einer Ablehnung in absehbarer Zeit das Geschäft erledigt sein dürfte. «Bei einem Nein wären wir nach diesem grossen Aufwand nicht in fünf Jahren für eine weitere Abstimmung bereit. Für uns wäre der Ortswechsel dann definitiv vom Tisch», machte Jürgen Ritschard schon im März öffentlich klar. Zumindest in einem Punkt sind sich Befürworter und Gegner einig: «Das Resultat – wie immer es auch herauskommen wird – soll breit abgestützt sein», schreiben Moser und Rubin und rufen wie die Befürworter auch zu einer hohen Stimmbeteiligung auf. Wie das Resultat aussehen wird, werden die Gemeinden am kommenden Sonntag um 14.00 Uhr nach Auszählung der Stimmen bekanntgeben.

BEATENBERG 13. NOVEMBER 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 13. November 2017

1’017’000 Franken Bilanzüberschuss für 2018 geplant

Der Gemeinderat hat sich während seiner Sitzungen im Oktober und November unter anderem mit dem Budget des kommenden Jahres und dem angestrebten Wechsel des Ortsteils Sundlauenen nach Unterseen auseinandergesetzt.

«Am 26. November findet die Gemeindeurnenabstimmung über den Wechsel des Ortsteils Sundlauenen von der Einwohnergemeinde Beatenberg zur Einwohnergemeinde Unterseen statt», schreibt der Gemeinderat Beatenberg in einer Mitteilung anlässlich seiner Oktober- und Novembersitzungen.

Neuorganisation und Abschluss Leistungsvertrag

Die Drachebärg Zytig wird ab 1. Januar neu organisiert. Sämtliche administrativen Arbeiten der Drachebärg Zytig werden neu durch die artworking gmbh aus Beatenberg übernommen. Der Gemeinderat hat dem Leistungsvertrag zwischen der artworking gmbh, Beatenberg Tourismus und der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Beatenberg zugestimmt.

Ausgeglichenes Budget

«Das Gesamtergebnis bestehend aus Allgemeinem Haushalt inklusive Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall des Budgets 2018 der Einwohnergemeinde Beatenberg schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 272’900 Franken bei einer Steueranlage von 1.80 ab», wie die Gemeinde weiter schreibt. Dabei sei zu beachten, dass der Allgemeine Haushalt mit einem Ertragsüberschuss von 10’450 Franken abschliesst. Dieser positive Überschuss muss aber nach den Vorschriften des Harmonisierten Rechnungslegungsmodells 2 abgeschrieben werden. Somit schliesst der Allgemeine Haushalt ausgeglichen ab. Der voraussichtliche Bilanzüberschuss per Ende 2018 beträgt rund 1’017’000 Franken, wie die Gemeinde weiter schreibt.

Ehemaliges Schulhausareal Schmocken

Gestützt auf den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2016 hat der Gemeinderat an der Sitzung vom 12. Dezember 2016 den Einsetzungsbeschluss für die Arbeitsgruppe «ehemaliges Schulhausareal Schmocken» gefasst. Am 21. August wurde die «Gemeinnützige Genossenschaft Alterswohnen Beatenberg» gegründet. Die Arbeitsgruppe hat nun ihren Schlussbericht vorgelegt, und dieser wurde vom Gemeinderat genehmigt. Zudem wird an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe orientiert.

Zweite Etappe Strassenausbau Fitzligraben-Schönegg

Vor gut zwölf Jahren wurde das Projekt Strassenausbau Fitzligraben-Schönegg ins Leben gerufen. An der Gemeindeversammlung vom 2. Juni 2006 wurde die Überbauungsordnung, der Verpflichtungskredit zur Sanierung der Strasse sowie das Projekt zur Erneuerung der Transportleitung Fitzligraben-Schönegg der Wasserversorgung genehmigt. Das gesamte Projekt wurde vom Ingenieurbüro Urs Zimmermann, Beatenberg, geplant und die erste Etappe baubegleitet. Da schon eine längere Zeit vergangen ist und sich teilweise die Rahmenbedingungen geändert haben, wurden neue Ingenieurofferten eingeholt. Der Auftrag für die Ingenieurleistungen für die zweite Etappe wurde nun an das Ingenieurbüro Urs Zimmermann GmbH vergeben.

Sonja Fuss, Gemeindeschreiberin und Geschäftsleiterin, ist seit 9. November 2002 und davor vom 1. August 1992 bis 31. August 1992 als Verwaltungsangestellte und vom 1. August 1989 bis 31. Juli 1992 als Lernende bei der Einwohnergemeinde Beatenberg angestellt und feiert ihr 15-jähriges Dienstjubiläum. «Der Gemeinderat dankt für den langjährigen Einsatz und wünscht Sonja Fuss weiterhin viel Befriedigung beim Ausüben ihrer Tätigkeit», schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung weiter.

BEATENBERG 28. OKTOBER 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 28. Oktober 2017

SVP gegen Sundlauener Ortswechsel

Die Parteisektion spricht sich gegen eine Neuzeichnung der Gemeindegrenzen aus. Zudem schlägt sie Werner Schmocker für den Gemeinderat vor.
von Isabelle Thommen

Für einen Ortswechsel müssen sich Ende November sowohl die Einwohner von Sundlauenen als auch von Beatenberg und Unterseen dafür aussprechen.

Für einen Ortswechsel müssen sich Ende November sowohl die Einwohner von Sundlauenen als auch von Beatenberg und Unterseen dafür aussprechen.Foto: Marco Wölfli

Die SVP Beatenberg hat an ihrer Mitgliederversammlung eine rege Diskussion zum Thema Beatenberg-Sundlauenen geführt. Mit 13:6 Stimmen spricht sich die Parteisektion schliesslich dafür aus, dass Sundlauenen bei Beatenberg bleiben soll. «Bei der Diskussion sprachen sich die Befürworter vor allem aus finanzieller Sicht für einen Wechsel nach Unterseen aus. Die Gegner sind dagegen, dass Land verkauft wird», sagt Sektionspräsident Hans Gafner im Gespräch mit dieser Zeitung. Es gab auch weitere Argumentationen für eine Abspaltung, wie die Schulkinder, die nach Unterseen in die Schule gehen. Mehrheitlich sei die SVP Beatenberg aber gegen einen Ortswechsel, wie Gafner sagt, der sich selber ebenfalls gegen das Vorhaben aussprach. «Wir wollen, dass Beatenberg so bleibt, wie bisher. Die SVP Beatenberg will, dass Sundlauenen bei Beatenberg bleibt», betont der Präsident. Dies habe auch emotionale Gründe. Unter den Gegnern für einen Wechsel seien auch Parteimitglieder aus Sundlauenen, wie Gafner erläutert. Die Abstimmung über den Ortswechsel findet am 26. November statt.

Weiter beschlossen die Mitglieder an der Versammlung, Werner Schmocker für den Gemeinderat vorzuschlagen. Der Landwirt soll das Amt des per 31. Dezember demissionierenden Werner Reichen übernehmen.

BEATENBERG 30. SEPTEMBER 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 30. Sept.2017

Über Sinn und Unsinn des Adressregisters

Statt Strassennamen und Hausnummer sind derzeit jedem Haus ein Flurname und eine Gebäudeversicherungsnummer zugeteilt. Eine unnötige Komplizierung für das weitverzweigte Dorf? Die Bevölkerung soll sich im Dezember dazu äussern.
von Nora Devenish

Beatenberg umfasst rund 1800 Liegenschaften. Eine bestimmte zu finden, ist jedoch nicht einfach.

Beatenberg umfasst rund 1800 Liegenschaften. Eine bestimmte zu finden, ist jedoch nicht einfach.Foto: Interlaken Tourismus

Wer im längsten Dorf Europas eine Liegenschaft sucht, tut sich schwer. Seit 2009 wird jedem Haus eine Hausnummer und ein Flurnamen zugeteilt. Für die Hausnummerierung verwendet man die Gebäudeversicherungsnummern. Für Anwohner, Besucher, Neuzuzüger, Pöstler und Blaulichtorganisationen ist es daher nicht immer einfach, die gesuchte Adresse zu finden. An der nächsten Gemeindeversammlung vom 1. Dezember soll eine Konsultativabstimmung aufzeigen, ob die Einführung einer systematischen Nummerierung erwünscht ist. Diese brächte auch die Einführung von Strassennamen mit sich. Gemeindepräsident Christian Grossniklaus befürwortet die Adressmutation, ist sich gleichzeitig aber auch der Schwierigkeiten der Konsensfindung bei diesem Geschäft bewusst. Im Gegensatz zu vielen Einheimischen haben Neuzuzüger keine emotionale Bindung zu den Flurnamen. Doch hält sich laut Grossniklaus die Anzahl Wegzüger und Neuzuzüger die Waage. Ihren Anliegen müsste also auch Rechnung getragen werden.

Überwiegende Bemängelung

Beatenberg ist nicht die einzige Schweizer Gemeinde, die nach dem beschriebenen Modell adressiert. Doch stellt sie insofern einen Spezialfall dar, als dass es sich bei dem rund 1800 Liegenschaften grossen Dorf um eine verzweigte Geografie handelt. Derselbe Flurname kann sowohl an einem wie dem anderen Dorfteil vorkommen, wie die Beispiele Bort, Rain, Moos oder Furi zeigen. «Die Nummerierung ist nicht logisch und je nach Baujahr willkürlich gewählt», so Christian Grossniklaus. Insbesondere für Neuzuzüger und lebenswichtige Blaulichtorganisationen stelle dieses Verzeichnis immer wieder Probleme dar. Es sei auch schon vorgekommen, dass sich die eigene Feuerwehr verfahren habe. «Unser System ist noch nie von jemandem gerühmt worden. Wir hören immer nur von Leuten, die es bemängeln», so Grossniklaus. Deshalb erteilte der Gemeinderat der Tiefbaukomission den Auftrag zur eingehenden Prüfung. Doch musste festgestellt werden, dass diese nie stattgefunden hat. Mittels einer Abstimmung kam man zum Schluss, das Geschäft ad acta zu legen. «So dürfen wir nicht vorgehen. Das Volk soll seine Meinung äussern dürfen», so Christian Grossniklaus auf Anfrage dieser Zeitung.

Statt Strassennamen richtet man sich in Beatenberg nach Flurnamen, die Hausnummern nach Gebäudeversicherungsnummern. Im Dezember soll das Volk darüber befinden, ob dies weiterhin so gehandhabt wird.

Statt Strassennamen richtet man sich in Beatenberg nach Flurnamen, die Hausnummern nach Gebäudeversicherungsnummern. Im Dezember soll das Volk darüber befinden, ob dies weiterhin so gehandhabt wird.Foto: Nora Devenish
Mitwirkung vorgesehen

Sollte es der Wunsch der Bevölkerung sein, statt der gängigen Flurnamen künftig Strassennamen mit systematischer Nummerierung in Beatenberg einzuführen, käme eine Arbeitsgruppe zur Namensfindung zum Einsatz. Die genaue Vorgehensweise ist noch nicht eruiert. Doch würden die anfallenden Kosten gemäss Christian Grossniklaus 100’000 Franken nicht überschreiten.

Der Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Gemeinden zeigt, dass von Projektbeginn an gut informierte Bürger die Adressänderungen eher akzeptieren. Noch vor der Konsultativabstimmung an der Gemeindeversammlung am 1. Dezember will der Gemeinderat für die Bevölkerung eine Orientierungsversammlung mit Vertretern der Blaulichtorganisationen und der Post durchführen. Der Termin hierfür wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

 

CHÄSTEILET JUSTISTAL 22. SEPTEMBER 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 22.Sept.2017

Das Schaulaufen der Käselaibe

In Massen strömen Schaulustige zu den Speichern, um dabei zu sein, wenn der Käse zum ersten Mal seit Langem das Tageslicht erblickt. Wohl nirgends sonst wird die Teilet so zelebriert wie hier. Der ehemalige Bergwart Ernst Kämpf und der Musiker Marc Trauffer erzählen von ihrer Zeit auf der Alp.
von Lia Näpflin

Der Chästeilet im Justistal lockt Jahr für Jahr hunderte Zuschauer an. Alle wollen sie sehen, wie nach traditionellem Zählsystem der Käse verteilt wird.

Der Chästeilet im Justistal lockt Jahr für Jahr hunderte Zuschauer an. Alle wollen sie sehen, wie nach traditionellem Zählsystem der Käse verteilt wird.Fotos: Lia Näpflin

Er stellt das Highlight zum Ende des Alpsommers im Justistal dar: der Chästeilet. Rund 30 Tonnen Käse wurden vor den Augen von mehreren hundert Schaulustigen aus den Speichern geräumt und nach einem uralten Zählsystem verteilt (diese Zeitung berichtete). Bereits zu früher Stunde strömten die Besucher in grossen Zahlen ins Justistal, um das traditionelle Spektakel zu beobachten und wie es sich gehört: um Käse zu kaufen. Gleich um die Ecke im Speicher der Alpgenossenschaft «Grosser Mittelberg», sitzt Ernst Kämpf. Der 81-jährige Sigriswiler war selbst einst Bergwart auf der Alp. Er sei erst spät «z’Bärg» gegangen, sagt er. «Mein Vorgänger war ein alter Mann aus Beatenberg», erinnert sich Kämpf. «Der sagte, dass er nicht mehr weitermachen mag». Im Jahre 1979 verbrachte Kämpf also seinen ersten Sommer auf der Alp «Grosser Mittelberg». Geplant sei nur einer gewesen. «Dann wurden es halt 23», erzählt er lachend.

Ernst Kämpf (81) war 23 Sommer als Bergwart auf der Alp «Grosser Mittelberg».

Ernst Kämpf (81) war 23 Sommer als Bergwart auf der Alp «Grosser Mittelberg».
Einmal Bergwart, immer Bergwart

2002, mit 65 Jahren, machte er seinen letzten Sommer als Bergwart. Mit den Beinen hatte er «Komedi», erklärt er. Genauer gesagt, machte ihm Arthrose in den Knien Probleme. Trotz Krücken, sei er jedes Jahr dabei, so auch heuer. Kämpf hilft nicht nur den Käse seiner Herzens-Alp zu verkaufen, sondern ist auch beim Wiegen und Bereitlegen der Lose stets dabei. «Das macht mir viel Freude», sagt er.

Beim Schwelgen in Erinnerungen rund um vergangene Chästeilet und seine Zeit auf der Alp, erzählt Kämpf von der Geschichte des Speichers, wo er gerade drin sitzt und wo sich die Käselaibe hinter ihm bis unter die Decke häufen. 1739 sei er erbaut worden. 1999 wütete ein Sturm durch das Justistal und eine Tanne fiel auf das Dach. «Wir mussten ihn wieder aufbauen», so Kämpf. Einzig die Vorderseite mit dem eingravierten Spruch und Name der Alp sei erhalten geblieben.

Ein wahrer Tag der Traditionen ist der Chästeilet im Justistal.

Ein wahrer Tag der Traditionen ist der Chästeilet im Justistal.

Nicht nur die Älpler putzen sich für den grossen Tag heraus.

Nicht nur die Älpler putzen sich für den grossen Tag heraus.

Mit dem ÖV oder gemütlich auf dem geschmückten Aebi strömen die Besucher ins Justistal.

Mit dem ÖV oder gemütlich auf dem geschmückten Aebi strömen die Besucher ins Justistal.
Grosser Ansturm

Vor der Tür des Speichers tummeln sich die Leute, denn sie wollen einen Blick zwischen die Regale werfen. Kämpf nimmt den grossen Andrang gelassen. Es freue ihn, dass die Leute so grosses Interesse am Chästeilet zeigen. «Es kommt etwas auf das Wetter drauf an», erklärt er bezüglich den Besucherzahlen. «Mittlerweile kann man eigentlich überall guten Käse machen. Aber wenn er aus dem Justistal kommt, dann schmeckt er schon nur wegen dem Namen nochmal besser.»

Heute als Bauer unterwegs

Wer eine Kuh auf einer der Alpen im Justistal hat, der hat Anrecht auf Käse. Keine hölzerne, sondern eine lebendige Kuh, hat auch Marc Trauffer übersommert. Der Hofstetter ist also nicht als Musiker am Chästeilet, sondern als Bauer, wie er sagt. «Es ist mir eine riesen Ehre heute hier zu sein», sagt er. Wie es sich gehört als Kuhbesitzer, muss auch er anpacken. Das gehört zum Deal im Justistal dazu. Auch Trauffer erfüllte seine Pflichten und machte mehrmals sein Tagwerk auf der Alp «Grosser Mittelberg». Er besuchte seine Kuh und den Käser. «Ich erlebte eine tolle Zeit hier oben.»

Auch Musiker Marc Trauffer wohnte dem Chästeilet bei. Er ist stolzer Besitzer einer Kuh auf der Alp «Grosser Mittelberg».

Auch Musiker Marc Trauffer wohnte dem Chästeilet bei. Er ist stolzer Besitzer einer Kuh auf der Alp «Grosser Mittelberg».

Käselaib für Käselaib wird aus den Speichern geräumt.

Käselaib für Käselaib wird aus den Speichern geräumt.

Rund 30 Tonnen Käse werden am Chästeilet im Justistal verteilt.

Rund 30 Tonnen Käse werden am Chästeilet im Justistal verteilt.

Ein Tag, an dem Generationen gemeinsam für die Schweizer Tradition leben.

Ein Tag, an dem Generationen gemeinsam für die Schweizer Tradition leben.

Trauffer, chic im Sennenchutteli, wie man ihn auch von der Showbühne her kennt, half mit beim Ausräumen des Speichers. Käselaib für Käselaib reichte er weiter. Rund eine Stunde dauerte es, bis die 329 Stück in den abgewogenen Losen vor dem Speicher gestapelt waren. Weit über zehn Männer beteiligten sich bei der traditionellen Aktion. Sobald alles bereit war und das Publikum applaudierte, wurden die Lose gezogen und der Käse verteilt. So bekam auch Trauffer seinen Käse und nahm ihn sichtlich stolz entgegen.

 

DRACHEBÄRGZYTIG Ausgabe August 2017

Zeitung der Gemeinde Beatenberg

Von der Hängebrücke zur Panoramabrücke

Thomas Tschopp
Eine neue touristische Attraktion in Beatenberg und der Tourismus Destination Interlaken und «dr Grabecheer» wird wieder in den Alltag eingeplant. Die Kanalisation und die Brücke hängen in Zukunft am selben Seil. Ein Einweihungsfest mit verschiedenen Rednern und viel Folklore steht auf dem Programm.
Am 16. August ist es soweit, die neue Panoramabrücke Beatenberg darf nach fünf Jahren der Planung und
Realisierung ihre Eröffnung feiern. Eine neue touristische Attraktion für Beatenberg und die Region!
Seit 2012 wurde an diesem Projekt gearbeitet. Ein Kostenvoranschlag von rund 300’000 Franken
lag damals für eine neue Brücke vor. Es wurden Spendengelder gesammelt, jedoch vorerst nur teilweise gefunden. Die Gemeinde nutzte die Gelegenheit und stimmte einer Beteiligung mit dem Anhängen der Abwasserleitung zu. Die 70‘000 Franken von der ARA und die Vorleistungen der Gemeinde von etwa 21‘000 Franken und die Spendengelder reichten leider noch nicht aus, um das Projekt zu verwirklichen. 2015 hat glücklicherweise der Verein Panorama Rundweg Thunersee von diesem Projekt erfahren und war am Wiederaufbau der Hängebrücke Sundbach sehr interessiert, da ein anderes Projekt über den «Chrutbach» nicht realisiert werden konnte. Interessant
war für den Verein auch, dass in Zukunft die historische Wanderroute als Zusatzangebot zum Brückenweg gezählt
werden kann. Somit fehlten zum Schluss noch etwas über 160‘000 Franken, welche der Verein glücklicherweise aufbringen konnte.
Der Verein Panorama Rundweg Thunersee ist ein privater Verein mit dem Zweck, einen einfach begehbaren und kinderwagentauglichen Rundweg auf mittlerer Höhe um den Thunersee zu realisieren. Der Verein finanziert sich über Mitgliederbeiträge und die Brückenmaut in Sigriswil. Die Einnahmen werden für Brücken und Verbesserungen
des Rundweges um den Thunersee eingesetzt. Der Verein hat mittlerweile über 2’000 Mitglieder und ist
damit einer der grössten Vereine in der Region. Die Mitglieder profitieren vom kostenlosen Eintritt über die einmalige Panoramabrücke Sigriswil. Nachdem der Verein Panorama Rundweg Thunersee die Federführung
übernommen hatte, liess sie das bestehende Brückenprojekt durch ihren Brückeningenieur Martin Dietrich
überprüfen. In enger Zusammenarbeit mit der Firma X-alpin aus Innertkirchen verfeinerte er das Projekt zu einer mehrfach gebogenen Hängebrücke, welche in ihrer Art einzigartig ist und ein weiteres Ingenieurkunstwerk
des Vereins darstellt. Nach einer langen Bewilligungsphase wurde die Brücke in nur dreieinhalb Monaten durch die
Firma x-alpin gebaut und kann dank dem Verein Panorama Rundweg Thunersee und den zahlreichen Spendern am 16. August 2017 feierlich eingeweiht werden.
Wir Beatenberger werden dann stolze Eigentümer der neuen Brücke. Im Rahmen des Gästeabends findet die Einweihungsfeier statt, worüber die Spender informiert und herzlichst dazu eingeladen wurden.
Für die Einwohner von Sundlauenen kommt nun ein willkommener Spaziergang, «dr Grabecheer»,
wieder zurück. Dieser war bei den Einheimischen ein bekannter Rundweg, welcher früh morgens oder nach Feierabend sehr beliebt war. Ausgangspunkt ist beispielsweise das Hotel Restaurant Beatus, dann über Weid, Schwendi, nun über die neue Brücke nach Ruchenbühl und wieder zurück ins Beatus in Sundlauenen. Der
Weg darf ab sofort wieder in den Alltag eingeplant werden. Hängebrücke, Panoramasteg oder Panoramabrücke? Die
Gemeinde Beatenberg und der Verein Panorama Rundweg Thunersee haben sich auf den Namen Panoramabrücke
Beatenberg geeinigt. Im ersten Teil ist die Brücke flach, danach aber kommen Tritte und die Brücke steigt an. So hat dann auch die angehängte Leitung ihr richtiges Gefälle. Ob nun Panoramabrücke oder Panoramasteg, wichtig ist, dass auch Petrus es am 16. August 2017 gut mit uns meint.
SUNDLAUENEN 15. AUGUST 2017 (aus Jungfrau Zeitung vom 15. August 2017)

Ortsverein setzt sich für den Wechsel ein

Im Spätherbst wird man auf dem Beatenberg und in Unterseen darüber entscheiden, ob Sundlauenen die Gemeinde wechseln darf. Der Ortsverein Sundlauenen startet mit einer Standaktion auf dem Beatenberg seine Informationskampagne für den Wechsel.
von Beat Kohler

Als Kerngruppe des Ortsvereins setzen sich Monica Berger (links), André Stettler und Marianne Graf für den Gemeindewechsel von Sundlauenen ein.

Als Kerngruppe des Ortsvereins setzen sich Monica Berger (links), André Stettler und Marianne Graf für den Gemeindewechsel von Sundlauenen ein.Fotos: Beat Kohler

Im Moment verändert sich das Gesicht von Sundlauenen grundlegend. Die Arbeiten an der Brücke der Kantonsstrasse und entlang des Sundgrabens sind voll im Gang. Doch auch politisch könnte sich das Gesicht des kleinen Beatenberger Ortsteils diesen Herbst verändern. Sundlauenen will nämlich die Gemeinde wechseln und anstatt zum Beatenberg zu Unterseen gehören. Darüber kann das Stimmvolk auf dem Beatenberg am 26. November an der Urne und in Unterseen daraufhin an der Gemeindeversammlung abstimmen.

Präsenz zeigen

«Wir wollen der Bevölkerung auf dem Beatenberg zeigen, dass wir in Sundlauenen zu der Gemeinde wechseln und dort mitwirken möchten, in der sich auch unser ganzes Leben abspielt – und das ist Unterseen», erklärt André Stettler. Zusammen mit Marianne Graf und Monica Berger ist er von den Mitgliedern des Ortsvereins als Kerngruppe bestimmt worden, die sich für das Anliegen des Gemeindewechsels von Sundlauenen einsetzt. Am kommenden Freitag wird der Ortsverein nun von 16.00 bis 20.00 Uhr mit einem Stand auf dem Gemeindeplatz Beatenberg präsent sein. «Wir wissen im Moment nicht, wie die Stimmung auf dem Berg ist», erklärt Marianne Graf. Ein Artikel des Ortsvereins in der Drachenbergzeitung hat bisher noch keine Reaktionen ausgelöst. Sie hofft, dass nun möglichst viele Gespräche vor Ort zustande kommen. Die Standaktion, zu der der Ortsverein mit einem Flugblatt eingeladen hat, bildet zusammen mit einem ersten Artikel in der Drachenbergzeitung den Auftakt zum Abstimmungskampf. Bis im November sollen weitere Artikel in der Gemeindezeitung und weitere Aktionen folgen.

Bereits im Protokoll der ersten Hauptversammlung des Ortsvereins Sundlauenen aus dem Jahr 1928 ist der Gemeindewechsel ein Traktandum.

Bereits im Protokoll der ersten Hauptversammlung des Ortsvereins Sundlauenen aus dem Jahr 1928 ist der Gemeindewechsel ein Traktandum.
Lange gehegter Wunsch

Der Ortsverein Sundlauenen wurde 1928 gegründet. Bereits an seiner ersten Hauptversammlung war ein Wechsel der Gemeinde ein Traktandum. Denn schon damals spielte sich das Leben der Sundlauener von der Geburt bis zur Beerdigung hauptsächlich in Unterseen ab. Daran hat sich nichts geändert. «Wir hoffen natürlich, dass nun nach 90 Jahren der Gemeindewechsel zustande kommt», erklärt Walter Bärtschi, Präsident des Ortsvereins. Dafür setzt sich die Kerngruppe ein. Einfach ist der Prozess nicht, wie die Arbeitsgruppe der beiden Gemeinden an Informationsveranstaltungen im Frühjahr aufzeigte. Mit Gemeindefusionen hat der Kanton Erfahrung. Mit einem Gemeindewechsel eines Ortsteils nicht. Viele rechtliche Fragen mussten geklärt werden. Beim Ortsverein hofft man nun, nachdem dies geschehen ist, dass sowohl auf dem Beatenberg wie auch in Unterseen auf den Wunsch der Mehrheit der Sundlauener eingegangen wird. «Für uns ist eine hohe Abstimmungsbeteiligung wichtig, damit das Resultat auch repräsentativ ist», erklärt Monica Berger. Deshalb will die Kerngruppe aktiv informieren. Dabei konzentriert man sich auf den Beatenberg. «In Unterseen haben wir alle ein viel grösseres Netzwerk», erklärt Stettler. Dort habe man bisher ausschliesslich positive Rückmeldungen gehabt, was eine aktive Information weniger nötig erscheinen lässt.

Einmalige Chance

Eine Ablehnung der Vorlage wäre für den Ortsverein schmerzlich. «Diese Chance kommt nicht noch ein zweites Mal, das hat Unterseens Gemeindepräsident Jürgen Ritschard deutlich gemacht», so Bärtschi. Den demokratischen Entscheid werde man natürlich so oder so akzeptieren. «Aber über ein Ja würden wir uns sehr freuen», hält Marianne Graf fest.

DER GROSSE TAG 9. AUGUST 2017 (aus Jungfrau Zeitung vom 9.August 2017)

So sehen Gewinner aus

Mit ihrer Geschichte haben die Beatenbergerin Claudia Feuz und der Thuner Christian Roth die Herzen und Stimmen der Leserinnen und Leser erobert. Im stimmungsvollen Weinkeller des Bären Wilderswil durften sie, gemeinsam mit den Zweit- und Drittplatzierten, ihre Preise entgegennehmen.
von Sarah Neuhaus

Daniela und Peter Feller, Claudia Feuz und Christian Roth, Markus Bösiger (vlnr) sowie Bernard Müller (hinten) hatten am Dienstagabend Grund zum Feiern.

Daniela und Peter Feller, Claudia Feuz und Christian Roth, Markus Bösiger (vlnr) sowie Bernard Müller (hinten) hatten am Dienstagabend Grund zum Feiern.Fotos: Sarah Neuhaus

«Wir haben noch nie hier gegessen aber bisher nur Gutes gehört und sind dementsprechend gespannt.» Claudia Feuz und Christian Roth stehen im Weinkeller des Hotel Bären in Wilderswil und freuen sich über den ersten Platz und dem entsprechenden Hauptgewinn, einem erlesenen Fünf-Gang-Sommermenü aus der Küche des Bären. Mit einem Gläschen Champagner stossen die beiden auf ihren Sieg an. Mit dabei sind an diesem Abend auch die zweiten Sieger Daniela und Peter Feller aus Beatenberg und Markus Bösiger aus Hondrich, der es mit seiner Frau Nicole, die an diesem Abend leider nicht dabei sein konnte, auf den dritten Platz des Votings geschafft hat. Nicht entgehen liess sich die kleine Feier natürlich auch Bernard Müller, Gastgeber des Bären.

Im festlichen Weinkeller des Bären durften die Gewinner-Paare ihre Preise entgegennehmen.

Im festlichen Weinkeller des Bären durften die Gewinner-Paare ihre Preise entgegennehmen.

Bernard Müller (links) freut sich bereits, das Gewinnerpaar Claudia Feuz und Christian Roth bald bei sich begrüssen zu dürfen.

Bernard Müller (links) freut sich bereits, das Gewinnerpaar Claudia Feuz und Christian Roth bald bei sich begrüssen zu dürfen.
Alle hätten den ersten Platz verdient

Die zweitplatzierten Daniela und Peter konnten sich ihren Preis, eine Wellnessbehandlung im Ermitage Wellness- und Spa-Hotel Schönried, dank einer wilden Aufholjagd im allerletzten Moment sichern. «Wir hatten uns schon damit abgefunden, dass es nicht fürs Podest reichen würde, am Sonntag waren wir ja noch auf Platz vier», erzählt Daniela, während Peter neben ihr steht und lacht. «Als Daniela eine SMS von einer Freundin bekam, dass es doch noch für den dritten Platz reichen könnte, wurden wir doch etwas nervös.» Dank des grossen Einsatzes von Freunden, Bekannten und Kollegen schafften es die beiden sogar auf den zweiten Platz. «Ein grosses Dankeschön an diejenigen, die uns gewählt haben – da wurde zum Teil ein enormer Aufwand betrieben», betont Daniela. Die «Leidtragenden» dieser Aufholjagd waren Markus und Nicole, die im letzten Moment vom zweiten Platz verdrängt wurden. «Wir freuen uns natürlich auch über diesen Preis», sagt Markus, während er den Gutschein der Gärtnerei Ryffel in den Händen hält. «Aber etwas enttäuscht waren wir schon», so der Hondricher mit einem Augenzwinkern. Ausserdem habe er es selber unheimlich schwer gefunden, ein Paar zum «besten» Hochzeitspaar zu wählen. «Jede Geschichte ist einzigartig – jede hätte den ersten Platz verdient.»

Sie haben spektakulär aufgeholt und dürfen sich nun auf eine Wellnessbehandlung im Ermitage Wellness- und Spa-Hotel in Schönried freuen: Daniela und Peter Feller.

Sie haben spektakulär aufgeholt und dürfen sich nun auf eine Wellnessbehandlung im Ermitage Wellness- und Spa-Hotel in Schönried freuen: Daniela und Peter Feller.

Nicole Bösiger ist aktuell beruflich unterwegs und schickte deshalb ihren Mann Markus allein zur Preisübergabe – der liess sich deshalb zum Glück die Feierlaune nicht verderben.

Nicole Bösiger ist aktuell beruflich unterwegs und schickte deshalb ihren Mann Markus allein zur Preisübergabe – der liess sich deshalb zum Glück die Feierlaune nicht verderben.
Ein Brief aus Adelboden

Über die zahlreichen, positiven Rekationen und Rückmeldungen nach dem Erscheinen ihrer Geschichten waren die Paare erstaunt. «Ich hätte nie gedacht, dass das Ganze ein solches Ausmass annimmt», betont Daniela, bevor Peter erzählt, dass sie beiden plötzlich beim Bäcker auf den Artikel angesprochen wurden. «Wir haben auch Reaktionen von Leuten bekommen, die wir nicht so gut kennen oder von denen wir schon lange nichts mehr gehört hatten – das war schön.» Markus und Nicole Bösiger erging es ähnlich. «Wir haben sogar einen Brief von einer Frau aus Adelboden bekommen, die wir gar nicht kannten, das hat uns sehr berührt.»

Nach dem offiziellen Teil genossen die Paare einen geselligen Abend im Weinkeller des Bären.

Nach dem offiziellen Teil genossen die Paare einen geselligen Abend im Weinkeller des Bären.

In entspanntem Ambiente wurde am Dienstagabend noch die eine oder andere Hochzeitserfahrung ausgetauscht, …

In entspanntem Ambiente wurde am Dienstagabend noch die eine oder andere Hochzeitserfahrung ausgetauscht, …

… das freute besonders die Gewinner Claudia und Christian, die den Bund der Ehe diesen Samstag eingehen werden.

… das freute besonders die Gewinner Claudia und Christian, die den Bund der Ehe diesen Samstag eingehen werden.
BEATENBERG 9. MAI 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 9.5.2017

«Livia ist ein Schätzeli»

Die Freude im Stall von Andrea und Hansueli Aebersold ist riesengross. Ihre viereinhalbjährige Simmentaler Kuh trägt neuerdings den Titel Miss BEA.
von Nora Devenish

Andrea und Hanuseli Aebersold feiern mit ihren Kindern Simon, Toni, Lea und Julia (vlnr) die neue Miss BEA Livia.

Andrea und Hanuseli Aebersold feiern mit ihren Kindern Simon, Toni, Lea und Julia (vlnr) die neue Miss BEA Livia.Foto: Hansueli und Andrea Aebersold

Gemütlich stehen Andrea und Hansueli Aebersolds 14 Kühe im Stall. Für die Laiin gleicht ein Tier dem anderen, und doch sticht eine Kuh aus der Herde heraus. Livia dreht den Kopf und klimpert mit ihren langen geschwungenen Wimpern sogleich in die Kamera. Die frischgekürte Miss BEA scheut kein Rampenlicht. Besitzer Hansueli Aebersold lacht: «Starallüren hat sie noch keine. Bei uns wird jedes Tier gleich behandelt. Aber Livia ist schon etwas Besonderes.» Für den Beatenberger erfüllte sich vergangenen Freitag an der BEA ein langgehegter Bubentraum. Für die Juroren kam Livia dem Zuchtziel über alle Rassen am Nächsten und setzte sich an der Bernischen Eliteschau gegen ihre 124 Mitkonkurrentinnen durch. Andrea und Hansueli Aebersold strahlen noch immer bis über beide Ohren: «Wer hätte gedacht, dass unsere Livia die Bernische Eliteschau gewinnen würde? Das ist unbeschreiblich. Für einen Bauern ist das vergleichbar mit dem Schwingerkönigstitel!»

Hansueli und Andrea Aebersold feiern Livias Sieg zur Miss BEA 2017.Quelle: Youtube/Bernexpo

Miss BEA 2017 Livia erhält in Aebersolds Stall trotz mehrfacher Missentitel keine Spezialbehandlung.

Miss BEA 2017 Livia erhält in Aebersolds Stall trotz mehrfacher Missentitel keine Spezialbehandlung.Fotos: Nora Devenish

Der Bauer und sein Schätzeli. Stolz präsentiert Hansueli Aebersold seine Livia.

Der Bauer und sein Schätzeli. Stolz präsentiert Hansueli Aebersold seine Livia.

Ihr Ausdruck und ihre Statur macht die neue Miss BEA Livia zur Elitekuh.

Ihr Ausdruck und ihre Statur macht die neue Miss BEA Livia zur Elitekuh.

Nahezu perfekt

Hansueli Aebersold kaufte Livias Mutter, als diese mit ihr trächtig war. Damals wusste er noch wenig von seinem Glück. «Doch kaum war sie auf der Welt, merkten wir, dass sie etwas Besonderes ist. Bereits als Kalb war sie sehr zugänglich. Livia ist ein Schätzeli», so der 38-Jährige. Livia ist sich Auszeichnungen gewöhnt. Die viereinhalbjährige Simmentaler Kuh gewann bereits an zehn Misswahlen. Grundsätzlich ist man sich einig, dass Livia einen besonderen Ausdruck hat. Ihr Körperbau ist nahezu perfekt. Der Miss Bea und ihrem Besitzer winken jeweils eine Schleife, ein Stuhl und lebenslang Ruhm und Ehre. «Die Nervosität vor der Schau lässt trotz Erfolgen nie nach. Die ganze Familie fiebert jeweils mit», meint Andrea Aebersold. Sie und ihr Hansueli bauern für ihr Leben gern, die Kuhzucht ist ihre Leidenschaft. Vor 14 Jahren zog es die beiden aus Fahrni nach Beatenberg. Heute bewirtschaften sie dort rund 22 Hektaren Land. Im Sommer geht es jeweils auf die Alp. Aebersolds bezeichnen sich als einfache Bergler. Mit dieser Einstellung führen sie auch ihren Betrieb. «Wir geben dem Trend der Hochleistungszucht bewusst Gegensteuer. Das Wohl des Tiers ist im Vordergrund. Die Natur darf in unserem Stall noch walten, und das ist gut so», so Hansueli Aebersold.

Nicht zum Verkauf

Nach Livias erstem Titel vor zwei Jahren meinte Hansuelis Bruder zu ihm: «Diese Kuh wird euer Leben prägen.» Er sollte Recht behalten. Für die Familie Aebersold ist es wunderschön zu erleben, wie sich rundum alle mit ihnen und für sie über Livias Sieg freuen. «Das Telefon klingelt ununterbrochen. Wir sind überwältigt.» Bereits nach Livias ersten Erfolgen kamen etliche potenzielle Käufer im Stall vorbei. «Heute sind wir froh, dass wir die Angebote damals ausgeschlagen haben», sagt Hansueli Aebersold. Seit Livias Sieg an der Bernischen Eliteschau vergangenen Freitag hat sich sein Entschluss, seine Kuh bis zum letzten Atemzug im eigenen Stall als Zuchtkuh zu halten, noch mehr gefestigt. Dies auch sehr zur Freude von Ehefrau Andrea und den vier Kindern Simon, Toni, Lea und Julia. Denn Livia ist der ganzen Familie ans Herz gewachsen: «Livia ist ein wahr gewordener Traum. Sie bereitet uns jeden Tag Freude – ein Charakter wie Gold.»

BEATENBERG 7. MAI 2017 aus der Jungfrauzeitung

Abnabelung von Sundlauenen wird nicht befürwortet

Bei der Vereinsversammlung der Tourismusorganisation drehte es sich nicht nur um Zahlen und das vergangene Geschäftsjahr, sondern auch um einen Ortswechsel. Zudem ging der Innovationspreis an eine Eiskönigin und ein multifunktionaler Platz soll für Leben im Dorf sorgen.
von Lia Näpflin

Im Gasthaus Riedboden präsentierte Beatenberg Tourismus am Freitagabend das Geschäftsjahr 2016. 34 Mitglieder und 22 Gäste verfolgten die Versammlung mit.

Im Gasthaus Riedboden präsentierte Beatenberg Tourismus am Freitagabend das Geschäftsjahr 2016. 34 Mitglieder und 22 Gäste verfolgten die Versammlung mit.Fotos: Lia Näpflin

Im Vergleich zu anderen Tourismusdestinationen im Berner Oberland, verzeichnet Beatenberg ein Plus bei den Logiernächten. Im Jahr 2015 waren es 176’736

Personen die das Angebot nutzen in einem Hotel, einer Ferienwohnung, in Gruppenunterkünften oder auf dem Camping zu übernachten. 2016 waren es bereits 190’272 Personen. Herausstechend ist der Zuwachs in der Hotellerie mit rund 8,5 Prozent mehr Übernachtungen, sowie das Plus beim Campieren von gut 25 Prozent. Beatenberg konnte neue und moderne Ferienwohnungen realisieren. «Das ist ein beliebtes Angebot», sagt Thomas Tschopp, Geschäftsführer von Beatenberg Tourismus. Tschopp erklärt sich den Zuwachs durch das wachsende Interesse an der Natur. «Die Ruhe wird wieder gesucht. Der Gast will sich fernab von Lärm und Stress erholen können».

Multifunktional für mehr Leben

Es wurde ein Verlust von rund 633’000 Franken im Geschäftsjahr 2016 verzeichnet. Dies bedeutet eine Distanz von Minus 1280 Franken zu 2015. In der Bilanz im Vergleich zum Vorjahr, gibt es eine Abweichung von rund 50’000 Franken. Dies auf Grund eines Darlehens der Gemeinde für einen Grundstückkauf des Tennisplatzes.

Mit diesen Platten wird der neue multifunktionale Platz ausgelegt. Der Vorteil an diesem Untergrund: man kann darauf Sport treiben und dennoch eine Festhütte platzieren.

Mit diesen Platten wird der neue multifunktionale Platz ausgelegt. Der Vorteil an diesem Untergrund: man kann darauf Sport treiben und dennoch eine Festhütte platzieren.

Der Tennisplatz hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Attraktivität verloren. Das Angebot realisierte lediglich 280 Franken Umsatz. Das neue Eigentum von Beatenberg Tourismus soll im Juli in einen multifunktionaler Platz umgestaltet werden. Der Platz wird von einem Netz umrundet sein und mit Verbundsteinen ausgelegt. Der Vorteil an diesem Untergrund: man kann darauf Sport treiben und dennoch eine Festhütte platzieren. «Es wird kein Eintritt verlangt für die Nutzung. Die Türen stehen für jedermann offen», versichert Tschopp.

Preis für die Eiskönigin

Jedes Jahr vergibt Beatenberg Tourismus den Innovationspreis. Heuer ging er an Karin Gafner. Die Beatenbergerin sorgte in der Schneearmenzeit im Dezember für Winterfreude im Dorf. Eines Nachmittags rief sie Verena Moser an, die Co-Präsidentin von Beatenberg Tourismus. Locker fragte sie, ob die Organisation 20’000 Franken auf der Seite habe.

Verena Moser, Co-Präsidentin von Beatenberg Tourismus (links) und Geschäftsführer des Vereins, Thomas Tschopp, übergeben den Innovationspreis an Karin Gafner.

Verena Moser, Co-Präsidentin von Beatenberg Tourismus (links) und Geschäftsführer des Vereins, Thomas Tschopp, übergeben den Innovationspreis an Karin Gafner.

Nach der negativen Rückmeldung sammelte Gafner den Betrag alleine im Dorf zusammen und realisierte das Projekt «Glice». Ende Dezember wurde die Kunsteisbahn auf dem Areal hinter dem Tourist Center eröffnet. Durch die Schlittschuhvermietung vor Ort, wurde das Angebot zu einem vollen Erfolg. Die Freude am Projekt war so gross, dass Beatenberg Tourismus die Konstruktion gekauft hat, um das Schlittschuhlaufen auch im kommenden Jahr wieder anbieten zu können.

Wohin gehört das Dorf am See?

Für Aufruhr in der Versammlung sorgte das Thema der Abnabelung von Sundlauenen nach Unterseen. Das Dorf welches zur Gemeinde Beatenberg gehört und am Thunersee angesiedelt ist, möchte einen Ortswechsel vollziehen. Daraufhin wurde der Verein Beatenberg Tourismus zu einer Vernehmlassung eingeladen. Der Vorstand hat sich während zwei Sitzungen mit dem Traktandum befasst. Einstimmig wurde beschlossen, den Ortswechsel nicht zu unterstützen. Auch die Versammlung bestätigte mit 25 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und elf Enthaltungen den Entscheid der Tourismusorganisation.

Die Versammlung stimmt mit einer Mehrheit gegen den Wechsel von Sundlauenen zur Gemeinde Unterseen.

Die Versammlung stimmt mit einer Mehrheit gegen den Wechsel von Sundlauenen zur Gemeinde Unterseen.

Durch Touristische-Augen habe dieser Beschluss verschiedene Gründe, wie Moser mitteilte. «Aus Historischer Sicht, gehört Sundlauenen zu Beatenberg». Teil davon sind die Beatus-Sagen wie auch die Beatushöhlen. Die Wohnlage am See steigert die Attraktivität der Gemeinde zusätzlich. Abschliessend fragt sich der Vorstand von Beatenberg Tourismus, warum sich eine Gemeinde freiwillig schwächen soll. Diese Aussage sorgte für Applaus in der Versammlung.

BEATENBERG 2. APRIL 2017 (Jungfrauzeitung vom 2. April 2017)

Keine Einsprachen gegen Rohrleitung

Der Gemeinderat hat die Ergebnisse seiner neuesten Sitzung bekanntgegeben. Darunter sind auch Entscheidungen hinsichtlich des Gastspiels eines Zirkus sowie der Aufhebung einer Abwasserreinigungsanlage.

Die ARA Interlaken wird künftig auch das Wasser der ehemaligen Anlage Wang reinigen. Gegen ein entsprechendes Baugesuch für eine Rohrleitung ging bei der Gemeinde Beatenberg keine Einsprache ein.

Die ARA Interlaken wird künftig auch das Wasser der ehemaligen Anlage Wang reinigen. Gegen ein entsprechendes Baugesuch für eine Rohrleitung ging bei der Gemeinde Beatenberg keine Einsprache ein.Foto: Christoph Buchs

An seiner vergangenen Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat Beatenberg unter anderem mit dem Gastspiel des Circus Olympia GO. Dieser fragte um eine Gastspielbewilligung für die zweite Hälfte Juli 2018 auf dem Parkplatz Waldegg an. Der Gemeinderat steht dem Gesuch positiv gegenüber und erteilte die Bewilligung mit dem Vorbehalt, dass auch das Gastspiel vom Juli 2017 wieder ordentlich abläuft. Der Gemeinderat erteilte ausserdem die Bewilligung für die Benützung des Parkplatzes Waldegg mit Infrastruktur für das Henschel-Treffen vom 30. Juni bis 2. Juli.

Erneuerung des Nachführungsvertrages

Der Auftrag zur Nachführung der amtlichen Vermessung muss gemäss Verordnung über die amtliche Vermessung öffentlich ausgeschrieben werden. Den Gemeinden obliegt jeweils diese Ausschreibung. Die Verträge laufen nach vier Jahren nun Ende 2017 aus und müssen daher erneuert werden. Neu wird der Vertrag auf eine Dauer von acht Jahren (2018 bis 2025) abgeschlossen. Der Gemeinderat hat die öffentliche Ausschreibung des Nachführungsmandates der amtlichen Vermessung genehmigt.

Anschluss an ARA Interlaken

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Wang entspricht nicht mehr den heutigen Gewässerschutzvorgaben und soll gemäss Planung aufgehoben werden. Das Abwasser soll künftig mittels einer 3,2 Kilometer langen Rohrleitung bis zur Abwasserleitung Waldegg geführt werden. Von diesem Punkt fliesst das Schmutzwasser durch die bestehende Röhre in die ARA Interlaken. Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2016 wurde das Projekt zur Aufhebung ARA Wang und Anschluss an ARA Interlaken sowie der dazugehörige Bruttokredit von 2’215’000 Franken genehmigt. Die Überbauungsordnung Aufhebung ARA Wang mit Anschluss an ARA Interlaken lag unterdessen öffentlich bei den Gemeinden Beatenberg und Unterseen auf. Es sind dazu keine Einsprachen eingegangen. Der Gemeinderat hat die Überbauungsordnung Aufhebung ARA Wang mit Anschluss an ARA Interlaken genehmigt. Die UeO wird nun der Leitbehörde, Amt für Wasser und Abfall, eingereicht, damit sie den Gesamtentscheid fassen können.

Leistungsvertrag mit Polizei

Nach Polizeigesetzgebung hat die Gemeinde Beatenberg unentgeltlich jährlich bis 30 Interventionen der Kantonspolizei Bern zugut. Nachdem im Jahr 2015 und 2016 die Interventionen darüber lagen, ist die Kantonspolizei nun berechtigt, die Interventionen ab 2017, die über 30 liegen, der Gemeinde zu verrechnen. Es kann aber auch ein Leistungseinkaufsvertrag abgeschlossen werden, um damit die sehr gute Zusammenarbeit zu festigen. Die Gemeinde muss mit jährlichen Kosten von höchstens 1191 Franken rechnen. Wenn das revidierte Polizeigesetz (neu jährliche Pauschale) in Kraft tritt, wird auch der Leistungseinkaufsvertrag wieder hinfällig. Der Gemeinderat hat den Leistungseinkaufsvertrag bezüglich der Erbringung von Leistungen der Sicherheits- und Verkehrspolizei sowie der Amts- und Vollzugshilfe durch die Kantonspolizei Bern (Interventionsleistungen) rückwirkend auf den 1. Januar 2017 genehmigt.

Ergebnis Herbstsammlung

Im Namen des Gemeinderates, Kirchgemeinderates und des Frauenvereins Beatenberg wurde im vergangenen September 2016 zugunsten der Pro Senectute die Herbstsammlung durchgeführt. Insgesamt wurde ein Betrag von 1755 Franken (Vorjahr 1595 Franken) einbezahlt.

Aktion «Schutzengel»

Die Aktion «Schutzengel» dient dazu, die jüngsten Gemeindemitglieder zu schützen. Die Gebäudeversicherung Bern schenkt jedem Neugeborenen der Gemeinde einen Rauchmelder. Die Eltern werden nach der Geburt ihres Kindes durch die Einwohnerkontrolle für die Vervollständigung der Daten angeschrieben. Gleichzeitig wird angefragt, ob ihre Adressdaten und der Name des Kindes auf der Online-Bestellplattform der Stiftung Transfair eingegeben werden dürfen, damit der Rauchmelder direkt zugestellt werden kann. Die Adressdaten werden nach der Beendigung der Aktion durch die Stiftung Transfair wieder gelöscht.

Defibrillator entwendet

Unbekannte haben den gemeindeeigenen Defibrillator beim Pavillon Parkplatz Waldegg entwendet. Die Gemeinde bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 033 841 81 21 oder unter gemeindeverwaltung@beatenberg.ch.

UNTERSEEN 16. MÄRZ 2017 aus der jungfrauzeitung vom 16.3.2017

Grosser Aufwand für den Wechsel eines kleinen Ortsteils

Sundlauenen möchte von Beatenberg zu Unterseen wechseln. Eine Arbeitsgruppe hat die dafür notwendigen Schritte rechtlich abgeklärt. Nun liegt der Bericht zur öffentlichen Mitwirkung auf.
von Beat Kohler

Das am Thunersee gelegene Sundlauenen will nicht mehr zu Beatenberg, sondern zu Unterseen gehören. Einer der Knackpunkte dabei ist die Finanzierung der aktuell laufenden Verbauung des Sundgrabens.

Das am Thunersee gelegene Sundlauenen will nicht mehr zu Beatenberg, sondern zu Unterseen gehören. Einer der Knackpunkte dabei ist die Finanzierung der aktuell laufenden Verbauung des Sundgrabens.Fotos: Beat Kohler

Ab sofort kann die Bevölkerung der Gemeinden Unterseen und Beatenberg die von der Arbeitsgruppe Sundlauenen erarbeiteten Grundlagen für den Gemeindewechsel dieses Ortsteils einsehen. «Bis Ende Mai können Mitwirkungseingaben eingereicht werden», erklärte der Präsident der Arbeitsgruppe Sundlauenen, Alt-Regierungsstatthalter Walter Dietrich, an der Informationsveranstaltung am Mittwochabend in der Aula des Steindlerschulhauses. Danach wird die Vernehmlassung ausgewertet, und bis im September werden die beiden Gemeinderäte entsprechende Anträge an ihre Stimmbevölkerung formulieren.

«Für einen solchen Ortsteilwechsel gibt es keine Erfahrungswerte», erklärte der Präsident der Arbeitsgruppe Sundlauenen, Alt-Regierungsstatthalter Walter Dietrich.

«Für einen solchen Ortsteilwechsel gibt es keine Erfahrungswerte», erklärte der Präsident der Arbeitsgruppe Sundlauenen, Alt-Regierungsstatthalter Walter Dietrich.
Alle müssen Ja sagen

«Nur wenn sowohl der Ortsteil Sundlauenen als auch die ganze Gemeinde Beatenberg und die Gemeinde Unterseen dem Wechsel zustimmen, kann er auch vollzogen werden», erklärte Rechtsanwalt Daniel Arn, Verband Bernischer Gemeinden, der der Arbeitsgruppe beratend zur Seite gestanden war. «Der Gemeinderat Unterseen beabsichtigte zu keinem Zeitpunkt, Beatenberg Gelände oder Einwohner abspenstig zu machen», machte der Unterseener Gemeindepräsident Jürgen Ritschard gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. Die Verhandlungen seien auf Anfrage der Gemeinde Beatenberg zustande gekommen. Dabei hat man die geplante neue Grenze aufgrund einer Umfrage unter den Bewohnern von Sundlauenen festgelegt, wie der Beatenberger Gemeindepräsident Christian Grossniklaus ausführte. Insgesamt würden 88 Bewohner und eine Fläche von 48 Hektaren die Gemeinde wechseln. Unterseen werde nur einen Beschluss für einen Ortsteilwechsel fällen, wenn Beatenberg diesem schon zugestimmt habe, so Ritschard. In Beatenberg wird man am 26. November an der Urne über die Vorlage abstimmen. Dass dies zwingend an der Urne geschehen wird, hat Beatenberg bereits letztes Jahr an der Gemeindeversammlung beschlossen. «So ist es einfacher möglich, geteilte Mehrheiten für Sundlauenen und die ganze Gemeinde zu ermitteln», erklärte Dietrich einen Grund dafür. Nur wenn ein doppeltes Ja resultiert, stimmt Unterseen an der Gemeindeversammlung am 4. Dezember ab.

Kein Streit

Dass Sundlauenen lieber zu Unterseen gehören möchte als zu Beatenberg, ist keine neue Entwicklung. «Der Grund dafür ist nicht Streit», sagte der Präsident des Ortsvereins Sundlauenen, Walter Bärtschi. Es sei eher mangelndes gegenseitiges Interesse. Seit langem hätten die Sundlauener ihr Leben nach Unterseen ausgerichtet. Ein Blick auf die bisherigen Verhandlungen unterstreicht diese Aussagen. Bereits 1999 lancierten einige Sundlauener eine Initiative für einen Ortswechsel – gegen den Willen des Gemeinderates Beatenberg. Daraus resultierte schliesslich ein Vertrag, dass die Schulkinder aus Sundlauenen künftig nach Unterseen zu Schule gehen. 2013 lancierte der Ortsverein erneut den Ortswechsel. In einer Umfrage 2014 sprachen sich mehr als drei Viertel der Sundlauener für einen Wechsel aus. Daraufhin begannen die Gespräche zwischen den beiden Gemeinderäten, welche die Arbeitsgruppe einsetzten. Zumindest unter den 76 Anwesenden an der Infoveranstaltung in Unterseen war man mit den Ergebnissen deren Arbeit sehr zufrieden, was mehrere Votanten zum Ausdruck brachten.

Schwieriger Wasserbau

Die einzig kritische Anmerkung kam vom Präsidenten der Schwellenkorporation Unterseen Hans Peter Feuz. Bei einem Ortswechsel müsste die Schwellengemeinde automatisch die Verantwortung für die Gewässerverbauungen in Sundlauenen und damit auch die Restkosten für das laufende Projekt am Sundgraben von rund zwei Millionen Franken übernehmen. Es brauche noch Abklärungen zu diesen Kosten, führte Feuz aus: «Wir stehen finanziell vor einer Herausforderung.» Er äusserte auch gewisse Zweifel, dass im Oberlauf des Sundgrabens, der weiterhin bei der Schwellenkorporation Beatenberg bleiben würde, genügend Verbauungsmassnahmen getroffen würden. Dafür werde die Oberbehörde sorgen, versprach Strasseninspektor Bruno Burkhard.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben viel Zeit investiert (vlnr): Peter Beuggert, Gemeindeschreiber Unterseen, Heinz Moor, Sekretär, Präsident Walter Dietrich, Rechtsberater Daniel Arn, Christian Grossniklaus, Gemeindepräsident Beatenberg, und Jürgen Ritschard, Gemeindepräsident Unterseen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben viel Zeit investiert (vlnr): Peter Beuggert, Gemeindeschreiber Unterseen, Heinz Moor, Sekretär, Präsident Walter Dietrich, Rechtsberater Daniel Arn, Christian Grossniklaus, Gemeindepräsident Beatenberg, und Jürgen Ritschard, Gemeindepräsident Unterseen.
Viel Arbeit

Tatsächlich waren die ganzen Arbeiten für den Wechsel schlussendlich umfangreicher, als am Anfang gedacht. «Für einen solchen Fall gibt es keine Erfahrungswerte wie bei einer Gemeindefusion», erklärte Dietrich. Viele rechtliche Fragen mussten geklärt werden. So müssten bei einem Gemeindewechsel sämtliche Verträge zwischen Beatenberg und Dritten einzeln auf Unterseen übertragen werden. Vorerst keine Änderung gäbe es für die Sundlauener bei der baurechtlichen Grundordnung, da ein entsprechendes Teilbaureglement direkt von Unterseen übernommen werden könnte. Dieses müsste bei der nächsten Ortsplanungsrevision allerdings angepasst werden. Innert fünf Jahren nach dem Ortswechsel müsste Unterseen auch den Schutzzonenplan für Sundlauenen anpassen. Für die Sundlauener würde sich ein Gemeindewechsel auch auf die amtliche Bewertung ihrer Liegenschaften und die Mietwerte auswirken.

«Bei einem Nein wären wir nach diesem grossen Aufwand nicht in fünf Jahren für eine weitere Abstimmung bereit. Für uns wäre der Ortswechsel dann definitiv vom Tisch», machte Jürgen Ritschard klar.

«Bei einem Nein wären wir nach diesem grossen Aufwand nicht in fünf Jahren für eine weitere Abstimmung bereit. Für uns wäre der Ortswechsel dann definitiv vom Tisch», machte Jürgen Ritschard klar.
Abgeltung geregelt

Natürlich würde Beatenberg seinen Besitz in Sundlauenen nicht gratis abtreten. Unterseen würde für die Bootsplätze, Liegenschaften, Strassen sowie Wasser- und Abwasserinfrastruktur ohne die Trinkwasserversorgung 450’000 Franken an Beatenberg bezahlen. Weiter übernähme Unterseen Kosten für das Trinkwassernetz und Mehrkosten der IBI, wenn sie die Trinkwasserversorgung in Sundlauenen übernehmen muss, in der Höhe von 388’000 Franken. Insgesamt würde Unterseen inklusive der Projektkosten total 994’000 Franken in den Gemeindewechsel des Ortsteils Sundlauenen investieren. Schon bisher hat sich Unterseen finanziell im Projekt stark engagiert. «Wir hätten das nicht stemmen können», bedankte sich Grossniklaus, der in der finanziellen Vereinbarung eher Vorteile für seine Gemeinde sieht. Doch auch Unterseen würde etwas gewinnen. Einerseits jährliche Steuererträge von 223’000 Franken und die Einnahmen der Bootsplätze von rund 22’000 Franken. Zudem könnten bei einem Ortswechsel in Sundlauenen künftig wieder Zweitwohungen gebaut werden, da Unterseen im Gegensatz zu Beatenberg die 20-Prozent-Hürde bei den Zweitwohnungen noch längst nicht überschritten hat. Trotzdem betonte Ritschard: «Diesen Aufwand betreiben wir nur einmal.» Sollte das Geschäft vom Stimmvolk in einem der drei befragten Gebiete abgelehnt werden, ist es für Unterseen definitiv vom Tisch.

Beatenberg 30. Januar 2017 aus der Jungfrauzeitung vom 31.1.2017

Eisfeld wird verkauft

Die Betreiber der Schlittschuhbahn «Beatenberg on Glice» wollen diese kaufen. Der Gemeinderat hat dem zugestimmt. Weiter zählt die Gemeinde sieben Einwohner weniger, während die Qualität des Trinkwassers gut ist.

Weniger Einwohner in Beatenberg: Im vergangenen Jahr sind vier Kinder zur Welt gekommen, während elf Gemeindemitglieder verstarben.

Weniger Einwohner in Beatenberg: Im vergangenen Jahr sind vier Kinder zur Welt gekommen, während elf Gemeindemitglieder verstarben.Foto: Irene Thali

Die Gemeinde Beatenberg verzeichnete im vergangenen Jahr einen Einwohnerrückgang von sieben Personen: Während vier Kinder zur Welt kamen, verstarben elf Einwohner. Der aktuelle Einwohnerstand beträgt 1297 Personen, Wochenaufenthalter und Wochenaufenthalterinnen seien miteingezählt. Zudem feiert Doris Schmocker als Angestellte Mehrzweckgebäude ein Dienstjubiläum, wie die Gemeinde mitteilt. Mit ihrer Tätigkeit seit Februar 2014 sowie von April 1991 bis März 2003 ist sie insgesamt 15 Jahre bei der Einwohnergemeinde angestellt. Der Gemeinderat danke ihr für den langjährigen Einsatz und wünsche Doris Schmocker weiterhin viel Befriedigung beim Ausüben ihrer Tätigkeit, wie es weiter heisst. Die Tageskarte der Gemeinde wurde im Jahr 2016 mit einer mittleren Auslastung von 83,70 Prozent rege genutzt. Dies sind über zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Vorstand des Gemeindeverbandes Altersheim Beatenberg und Habkern machte dem Gemeinderat Beatenberg und Habkern folgende Wahlvorschläge: Neu soll Samuel Sterchi aus Habkern als Ersatz für Lilian Zybach-Isenschmid aus Habkern in den Vorstand kommen. Weiter sollen die übrigen Vorstandsmitglieder für eine weitere Amtsdauer 2017 bis 2020 bestätigt werden. Der Gemeinderat hat dem Wahlvorschlag zugestimmt. Bernard Paas aus Beatenberg, der die Zahnarztpraxis des verstorbenen Hans Peter Ingold übernommen hat, wird auch sein Nachfolger als Schulzahnarzt. Ein entsprechender Auftrag sei abgeschlossen worden, wie es in der Mitteilung des Gemeinderates heisst. Weiter hat der Gemeinderat den definitiven Kaufvertrag der Arztpraxis Hälteli 400 C von Urs Dimmler genehmigt und unterzeichnet.

Auf private Initiative ist seit 30. Dezember 2016 hinter dem Tourismusbüro die synthetische Schlittschuhbahn «Beatenberg on Glice» in Betrieb. Die Betreiber von «Beatenberg on Glice» haben das synthetische Eisfeld gemietet. Der Gemeinderat hat beschlossen, einen Beitrag als Nachkredit von 3000 Franken an die Miete zu gewähren, so die Mitteilung. Die Betreiber würden beabsichtigen, die synthetische Schlittschuhbahn zu kaufen. Aus diesem Grund sei die Gemeinde für ein zinsloses Darlehen von 60’000 Franken angefragt worden. Der Gemeinderat hat den nötigen Kredit von 60’000 Franken mit dem Vorbehalt gesprochen, dass Beatenberg Tourismus die Hälfte des Kredits übernimmt und während zehn Jahren jährlich 3000 Franken an die Gemeinde zurückzahlt. Die Gemeinde selbst würde die andere Hälfte des Darlehens mit jährlich 3000 Franken während zehn Jahren abzahlen, wie es weiter heisst. Der Gemeinderat dankt in der Mitteilung zudem den privaten Personen für ihr Engagement, ein neues Angebot in Beatenberg zu realisieren.

Die Trinkwasserqualität der Gemeinde sei in Ordnung, so die Meldung: Alle chemischen und mikrobiologischen Trinkwasserproben im vergangenen Jahr lagen, soweit untersucht, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften. Eine Informationsveranstaltung wegen der Gemeindeurnenabstimmung betreffend Ortsteilwechsel Sundlauenen von der Gemeinde Beatenberg zur Einwohnergemeinde Unterseen findet am 10. März statt. Nähere Angaben dazu würden folgen, wie der Gemeinderat mitteilt.

Beatenberg 28. Januar 2017 / aus derJungfrauzeitung vom 29.1.2017

Ausnahmebewilligungen benötigt

Für den Anschluss an die zentrale Abwasserreinigungsanlage werden Ausnahmebewilligungen vom Kanton benötigt.

Für den Anschluss an die zentrale Abwasserreinigungsanlage werden Ausnahmebewilligungen vom Kanton benötigt.Foto: Irene Thali

Im vergangenen Jahr entschied die Gemeinde Beatenberg die Aufhebung der ARA Wang und den Anschluss an die zentrale Abwasserreinigungsanlage (ARA) des Gemeindeverbandes Region Interlaken (diese Zeitung berichtete). Das Schmutzabwasser gelange via neuen und bestehenden Kanalisationen nach Sundlauenen, Unterseen und danach an die ARA Interlaken zur Reinigung, wie der Gemeinderat Beatenberg im Anzeiger Interlaken mitteilt. Aufgrund neuer Erkenntnisse seitens Naturschutz seien entsprechende Ausnahmebewilligungen nötig. Diese bedürfe es namentlich für Eingriffe in die Ufervegetation, für Eingriffe in Trockenstandorte von regionler Bedeutung sowie für Eingriffe in Hecken und Feldgehölze. Weiter werden Ausnahmebewilligungen für technische Eingriffe in Lebensräume geschützer Pflanzen sowie für technische Eingriffe in Lebensräume geschützer Tiere benötigt. Das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern stelle diese Ausnahmebewilligungen in Aussicht, da das Verlegen der Abwasserleitung standortgebunden ist und die Eingriffe so minimal wie möglich gehalten würden, wie es weiter heisst.

Beatenberg 4. Januar 2017 / aus der Jungfrauzeitung vom 4.1.2017

Gesuch für Festival gestellt

In Beatenbeg soll im September ein Trance-Festival auf dem Camping Wang stattfinden.

In Beatenbeg soll im September ein Trance-Festival auf dem Camping Wang stattfinden.Foto: Irene Thali

In Beatenberg wurde ein Gesuch um eine gastgewerbliche Einzelbewilligung für das Festival Drachen-Schwanz-Stampf Mitte September auf dem Camping Wang gestellt, wie die Gemeinde mitteilt. Dabei handle es sich um ein Trance-Festival. Der Gemeinderat habe das Gesuch mit der Empfehlung zur Erteilung der gastgewerblichen Einzelbewilligung unter Bedingungen an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet, so die Mitteilung.