Beatenberg in der Presse 2016

Der Skilift mit der scharfen Linkskurve aus BZ v. 7.11.2016

BeatenbergDer Skilift Hohwald feiert sein 50-jähriges Bestehen. Wegen seiner scharfen Kurve war er bei seiner Eröffnung sogar Thema der «Tagesschau» im Schweizer Fernsehen.

Ein mittelgrosser Voralpen- Bügel­skilift, Bergstation auf 1610 Metern, 1487 Meter Länge, Transportkapazität 600 Personen pro Stunde, Fahrzeit acht Minuten. Dass es der Skilift Hohwald AG in Beatenberg vor 50 Jahren zum Winterauftakt sogar in die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens geschafft hat, verdankt er einem Unikum: Er war der erste Skilift, der eine richtige Kurve machte.

Kein Kürvchen, sondern eine 120-Grad-Linkskurve, für den ein Ingenieur namens Lustenberger der Firma Bühler AG sich etwas hatte ein­fallen lassen: eine Umlenkstation mit drei Stützen und einer auf drei Ebenen gestaffelten Seilführung. So kamen sich Skifahrer und die talfahrenden Bügel nicht ins Gehege.

Der Grund für die Kurve war, dass das Forstamt eine für die ­gerade Streckenführung nötige Schneise im Wald verboten hatte. In den ersten Jahren lief es an der Kurve nicht immer rund, wie Initiator Kurt Schmocker sich vor 25 Jahren erinnert hat.

Schnelle Entscheide

Verwaltungsrat Marc Briner stellte an der Jubiläumsversammlung 2016 (siehe Kasten) die Hohwald-Geschichte vor. 1963 wurde im Skiclub Beatenberg über einen grösseren Skilift in der Waldegg diskutiert. Seit 1957 gab es den kleinen Tellerlilift auf Amisbühl. Die Realisierung stockte, weil in Beatenberg noch andere Sachen gewünscht wurden: Turnhalle, Kunsteisbahn, Gemmenalpbahn, Hallenbad.

Man liess sich tourismuswissenschaftlich beraten. Bei einer Begehung hat dann Professor Jost Krippendorf, Vordenker des sozial- und umweltverträglichen Tourismus, gesagt: «Was wollt ihr noch lange studieren? Ein solch schöner Hang in Dorfesnähe.» Ein familienfreundlicher Skilift würde die Weiterentwicklung des Wintergeschäfts in Beatenberg nicht behindern.

Im März 1966 war man sich mit der Bäuert Waldegg, der Land­besitzerin, einig. Am 31. August wurde die Skilift Hohwald AG gegründet und Kurt Schmocker zum Präsident gewählt. 2 Tage später fuhren die Baumaschinen auf, und am 19. Dezember wurde gefeiert: Kurt Schmocker zerschnitt das Band der 350’000 Franken teuren Anlage, und fernsehtauglich liessen sich zwei junge Sportlerinnen, Christine Rubin und Änn Stähli, in die Höhe ziehen. Es war ein Erfolg: an 96 Tagen gab es 123’000 Fahrten.

Goldene 80er-Jahre

Die Kurven, welche die Entwicklung der Betriebstage und der erzielten Fahrten in den letzten 50 Jahren auf eine Reihe bringen, weisen grosse Ausschläge auf. In der Saison 1974/1975 war der Lift an 121 Tagen in Betrieb, in der Saison 1989/1990 nur an 2 Tagen.

Grund für alle Hochs und Tiefs war und ist der Schnee. Die gol­dene Zeit des Skilifts war in den 80er-Jahren: Pro Betriebstag gabs im Durchschnitt gut 2500 Fahrten, heute sind es nur noch halb so viel. Sommerideen scheiterten: Weder Rodelbahn noch Downhillstrecke waren zu realisieren.

Ein Geschenk für Kinder

Pompös feiern kann die Skilift Hohwald AG nicht. Am 18. Dezember, am 5. Januar und am 7. Februar führt sie Aktionstage durch: Kinder unter 16 Jahren fahren gratis. Öffnen möchte sie bereits am 3. Dezember; am Chlousmärit verkauft sie Abis und bringt ihre Goodwill schaffenden Gönnerpäckli unter die Leute. (Berner Oberländer)

BEATENBERG 24. OKTOBER 2016 aus der Jungfrauzeitung

Gemeinde übernimmt Winterdienst auf dem Hubelweg

Der Gemeinderat hat beschlossen, zukünftig auf dem Hubelweg in Schmocken den Winterdienst durch die Gemeinde auszuführen, wie dies auf dem Gibelweg bereits heute erfolgt. Die neue Schneeräumung auf diesem Wanderweg erachtet der Gemeinderat als wichtig für die einheimische Bevölkerung und die touristischen Gäste. Dies schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung.

BEATENBERG 24. OKTOBER 2016 aus der Jungfrauzeitung

Leitungskataster Wasser und Abwasser werden öffentlich

In den Jahren 2007/2008 wurden die Katasterpläne Wasser und Abwasser der Einwohnergemeinde Beatenberg im RegioGIS Berner Oberland aufgeschaltet. Die Katasterpläne sind ein wichtiges Arbeitsinstrument bei Planungs-, Reparatur- und Unterhaltsarbeiten an den Leitungsnetzen. Der Zugriff auf die Kataster wurde damals nur wenigen Gemeindeangestellten und Behördemitgliedern via Passwort gewährt. Da die Leitungsverläufe häufig von Baufirmen angefragt werden, wird der Zugriff auf die Wasser- und Abwasserkataster nun via Internet öffentlich gemacht, teilt die Gemeinde mit. Sie seien zukünftig unter http://map.regiogis-beo.ch/ einsehbar.

BEATENBERG 22. OKTOBER 2016 aus der Jungfrauzeitung

Übernahme des Schulhausareals Schmocken wird konkreter

An der Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2016 wurde im Namen des Vereins Schulhausareal Schmocken (VSS) der Antrag gestellt, dass an der nächsten Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2016 die Übernahme des ehemaligen Schulhausareals Schmocken durch den VSS zu traktandieren ist. Der Antrag wurde als erheblich erklärt. Für die Fachberatung und die Erstellung von Verträgen zum Projekt hat der Gemeinderat ein Verpflichtungskredit von 50’000 Franken gesprochen. Dies teilt der Gemeinderat in einer Mitteilung mit. Zurzeit sei er im Gespräch mit dem Vorstand des VSS, um der nächsten Gemeindeversammlung einen entsprechenden Antrag zu stellen. Der Vorstand des VSS wird am 28. Oktober einen Informationsanlass organisieren.

BEATENBERG 6. SEPTEMBER 2016 aus Jungfrauzeitung vom 6.9.2016

Gemeinsamer Ausflug bei sonnigem Wetter

Der Gemeinderat Beatenberg, die Verwaltung, der Vorstand von Beatenberg Tourismus und das Büro-Team machten einen gemeinsamen Ausflug ins Freilichtmuseum Ballenberg.

Der Gemeinderat Beatenberg, die Verwaltung, der Vorstand von Beatenberg Tourismus und das Büro-Team machten einen gemeinsamen Ausflug ins Freilichtmuseum Ballenberg.Foto: zvg

Vergangene Woche unternahmen der Gemeinderat Beatenberg, die Verwaltung, der Vorstand von Beatenberg Tourismus und das Büro-Team einen gemeinsamen Ausflug. Bei wunderbarem Wetter durften die rund zwanzig Teilnehmer eine Führung im Freilichtmuseum Ballenberg geniessen. Der Ausflug führte anschliessend auf die Axalp. Entlang des Schnitzlerweges konnten unzählige Skulpturen bewundert werden. Nach der einstündigen Wanderung stand am Hinterburgseeli der Familie Bürki ein leckeres Apéro bereit. Zum Abschluss des Ausfluges erwartete die Gruppe ein genussvolles Abendessen im Hotel/Restaurant Beatus in Sundlauenen.

BEATENBERG11. SEPTEMBER 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 11.9.2016

45 Jahre Treue

Mit einer Bank bedankte sich die Tourismusorganisation bei einem ihrer langjährigsten Gäste.

Renate Hausmann (sitzend, mit Verena Moser, Präsidentin Beatenberg Tourismus) aus Deutschland besucht Beatenberg seit 45 Jahren. Jetzt wurde ihr eine Bank gewidmet.

Renate Hausmann (sitzend, mit Verena Moser, Präsidentin Beatenberg Tourismus) aus Deutschland besucht Beatenberg seit 45 Jahren. Jetzt wurde ihr eine Bank gewidmet.Foto: zvg

Zum neunten Mal durfte Beatenberg Tourismus ein «Ruhebänkli» für 45 Jahre Treue zu Beatenberg einweihen. Stammgästen, welche 45 Jahre und mehr regelmässig in Beatenberg ihre Ferien verbringen, wird eine Sitzbank auf ihren Namen gewidmet. Erstellt wird die Bank von dem Werkhofteam Beatenberg. Renate Hausmann aus Deutschland besucht Beatenberg schon über 45 Jahre und durfte am Freitag das «Bänkli» in Empfang nehmen. Die Schüler der neunten Klasse haben beim Aufstellen der Sitzbank geholfen und wurden zur Einweihung, beziehungsweise der Gästeehrung, eingeladen.

CHÄSTEILET JUSTISTAL 201616. SEPTEMBER 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 16.9.2016 

Der letzte Käse macht das Licht aus

Am Freitagmorgen gab es das berühmte Käseverteilen zwischen Sigriswil und Beatenberg. Unser Redaktor Yves Brechbühler war live dabei. In der Chronik bekommen Sie einen Einblick in den Event – vom Speicher bis zu den Säumen.
von Nils Sager/Yves Brechbühler

Die Landwirte und Besucher machen sich auf den Rückweg vom Justistal nach Hause.

Die Landwirte und Besucher machen sich auf den Rückweg vom Justistal nach Hause.Fotos: Yves Brechbühler

12.15 Uhr: Die letzten Käsestapel sind abgeräumt. Die Bretter sind leer. Die Käsespeicher auf der Alp auch. Sie können nun im nächsten Jahr wieder mit Tonnen von Käse gefüllt werden. Die Besucher machen sich auf den Heimweg und auch unser Redaktor Yves Brechbühler. Damit endet dieser Ticker. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie bald in dieser Zeitung.

Nach einer rasanten Verlosung sind die Käsestapel abgeräumt.

Nach einer rasanten Verlosung sind die Käsestapel abgeräumt.
00:00 / 00:20
Die Laiber werden verteiltDie Käsestapel gehen an ihre rechtmässigen Besitzer.

So gehts: Jeder Bauer kann pro Bergrecht, das er besitzt, eine Kuh auf eine der neun Alpen im Justistal geben. Je nach Anzahl Liter, die eine Kuh Milch gegeben hat, erhält der Bauer sogenannte Säume – pro 200 Kilogramm jeweils einen. Hat ein Bauer vier Säume, kann er diese zu einem Los umtauschen. Mit dem Los kann der Bauer seinen Anspruch auf den Käse einfordern. Ein Los entspricht etwa sieben Käselaiben à zehn Kilogramm. Dementsprechend werden die Käse an der Teilet gestapelt.

So gehts: Jeder Bauer kann pro Bergrecht, das er besitzt, eine Kuh auf eine der neun Alpen im Justistal geben. Je nach Anzahl Liter, die eine Kuh Milch gegeben hat, erhält der Bauer sogenannte Säume – pro 200 Kilogramm jeweils einen. Hat ein Bauer vier Säume, kann er diese zu einem Los umtauschen. Mit dem Los kann der Bauer seinen Anspruch auf den Käse einfordern. Ein Los entspricht etwa sieben Käselaiben à zehn Kilogramm. Dementsprechend werden die Käse an der Teilet gestapelt.

12.00 Uhr: Der Käse wird verteilt. Ein Los entspricht zirka 160 Pfund Käse.

So schnell wie der Käse auf die Bretter gehievt wurde, so schnell wandert er in die Wagen der Landwirte.

So schnell wie der Käse auf die Bretter gehievt wurde, so schnell wandert er in die Wagen der Landwirte.Fotos: Yves Brechbühler

00:00 / 00:25
Die Laibe wandernDie Alpfreunde leeren den Speicher.

11.30 Uhr: Zusenner Wilfried Rumpf und seine Kollegen leeren die Käsespeicher. Der Vorgang wird bis kurz vor 12.00 Uhr dauern. In einem Speicher lagern rund drei Tonnen Käse. Wenn alle draussen sind, wird der Käse verteilt.

Der Käse kommt an die frische Luft.

Der Käse kommt an die frische Luft.Fotos: Yves Brechbühler

Die Leute verteilen sich um den Platz und begutachten die Laibe.

Die Leute verteilen sich um den Platz und begutachten die Laibe.

11.00 Uhr: Der Käse ist da. Aus den diversen Speichern werden die Käsestapel auf jeweils sechs Latten verteilt. Sind alle Käse auf den Stapeln, geht es ans Verteilen per Los.

Der Käse bleibt derzeit trotz des unsicheren Wetters trocken.

Der Käse bleibt derzeit trotz des unsicheren Wetters trocken.

Alles wartet auf den Käse: Gleich ist es soweit und er wird auf die Bretter gelegt.

Alles wartet auf den Käse: Gleich ist es soweit und er wird auf die Bretter gelegt.

10.50 Uhr: Die Holzplanken sind bereit für ihren Käse. Jeden Moment kommt er aus dem Lager.

Bernhard und Alexander Kämpf warten auf ihren Käse.

Bernhard und Alexander Kämpf warten auf ihren Käse.

10.15 Uhr: Die Sigriswiler Schwinger Bernhard und Alexander Kämpf sind aufgetaucht. Sie sind jedes Jahr am Chästeilet, und auch ihre Familie wartet auf Käse. «Eine ordentliche Menge», gibt es laut Bernhard Kämpf. Sie sind mit dem eigenen Aebi hochgefahren und haben in unmittelbarer Nähe zum Speicher parkiert. Nun geniessen die Kämpfbrüder den Morgen bei ein, zwei Gläsern Weisswein. Das Areal ist mittlerweile voll. Bald kann der Käse verteilt werden.

Das Areal ist nun gut gefüllt. Weisswein, Züpfe und Schüblig laufen gut. Bald kann der Käse verteilt werden.

Das Areal ist nun gut gefüllt. Weisswein, Züpfe und Schüblig laufen gut. Bald kann der Käse verteilt werden.

Noch sind die Käsegestelle leer.

Noch sind die Käsegestelle leer.

9.40 Uhr: Dutzende von Wagen transportieren immer mehr Besucher das Justistal hinauf. Mittlerweile sind schon gut 200 Personen anwesend. Unser Redaktor Yves Brechbühler liefert die Eindrücke:

Die Besucher haben die improvisierten Bars entdeckt. Dort werden fleissig Kaffee Lutz und Tee ausgeschenkt.

Die Besucher haben die improvisierten Bars entdeckt. Dort werden fleissig Kaffee Lutz und Tee ausgeschenkt.
00:00 / 00:53
Hier lagert der KäseEin Einblick in die dunklen Regale voller runder Laibe.

9.00 Uhr: Immer mehr Menschen strömen auf das Gelände. Viele landwirtschaftliche Wagen und Karren gruppieren sich um die Käselager. Die Besucher sind am Essen und Trinken. Die Stimmung ist trotz nebliger Witterung gut.

00:00 / 01:11
«Ich reibe den Käse ein»Wilfried Rumpf ist Zusenner auf der Alp Oberer Mittelberg. Im Interview erklärt er seine Aufgaben.

Die Besucher sind am Essen und Trinken.

Die Besucher sind am Essen und Trinken.

Bei Spycherberg sind die Tische und Zelte schon aufgebaut. Bald findet hier der Chästeilet statt.

Bei Spycherberg sind die Tische und Zelte schon aufgebaut. Bald findet hier der Chästeilet statt.

8.15 Uhr: Noch ist es ruhig im beschaulichen Justistal bei Spycherberg, wo sich der grosse Teilet abspielen wird. Doch bereits seit 7.30 Uhr sind viele Leute unterwegs zwischen Sigriswil und dem Justistal.

Nebel hängt im Justistal.

Nebel hängt im Justistal.

Die ersten Besucher sind schon unterwegs. Viele kommen von Sigriswil ins Tal.

Die ersten Besucher sind schon unterwegs. Viele kommen von Sigriswil ins Tal.

«Weder blauäugig noch negativ»

BeatenbergKontrovers und sachbezogen diskutierten Beatenberger Einwohner und Feriengäste mit Betreuern, Behörden- und Polizeivertretern über das geplante Heim für minderjährige Asylsuchende im ehemaligen Schulhaus Schmocken.

Im Schulhaus Schmocken ziehen im September 50 unbegleitete minderjährige Asylsuchende ein.

Im Schulhaus Schmocken ziehen im September 50 unbegleitete minderjährige Asylsuchende ein. Bild: Sibylle Hunziker

Feedback

Tragen Sie mitHinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie unsFehler.

Fast bis auf den letzten Platz war der Kongresssaal am Freitag besetzt. Das Interesse am Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMAs), das Anfang September im ehemaligen Schulhaus Schmocken seinen Betrieb aufnimmt, war gross. Meinungen dazu reichten von Ablehnung bis zur Überzeugung, dass die Begegnung mit den 14- bis 18-jährigen Asylsuchenden auch positive Erfahrungen ermögliche.

Ökonomische Lösung

Für die nächsten drei Jahre vermietet die Gemeinde Beatenberg ihr ehemaliges Schulhaus Schmocken dem kantonalen Migrationsamt. «Bis die Finanzierung einer neuen Nutzung steht, braucht es eine wirtschaftliche Zwischennutzung», sagte Gemeindepräsident Christian Grossniklaus, und er stellte klar: «Beim Entscheid des Gemeinderates handelt es sich nicht um eine Willkommensaktion, sondern um eine ökonomisch sinnvolle Lösung und eine Unterstützung für den Kanton.»

In der Diskussion, die Regierungsstatthalter Martin Künzi freundlich, aber bestimmt nicht in eine allgemeine Debatte über Asylpolitik ausufern liess, holten sich zunächst einige Bürger die Bestätigung, dass mit dem Heim keine zusätzlichen Kosten auf die Gemeinde zukommen – weder für die Einrichtung, noch für die Betreuung und allfällige Polizeieinsätze.

Weitere Fragen betrafen die rechtlichen Grundlagen, den Verteilschlüssel für Asylsuchende auf die Gemeinden, die psychologische und spirituelle Betreuung der traumatisierten UMAs, Aufträge für Beatenberger Geschäfte, vor allem aber die Organisation des Alltags.

Eng betreut

Angela Müller und der künftige Co-Heimleiter Valerio Albisetti von der Zentrum Bäregg GmbH hatten einleitend erklärt, dass ab Anfang September – noch während des Umbaus – etappenweise 40 bis maximal 50 Jugendliche ins Beatenberger Wohnheim einziehen. Betreut werden sie von einem Team aus Sozialpädagogen und Sozialarbeitern sowie Übersetzern aus ihren jeweiligen Kulturkreisen.

Co-Heimleiter Valerio Albisetti erklärte, die Jugendlichen würden von Sozialpädagogen, Sozialarbeitern und Übersetzern betreut. Bild: Sibylle Hunziker

Die Heimbewohner gehen intern zur Schule oder besuchen Integrationsklassen in der Region, essen gemeinsamen und können ein Freizeitangebot nutzen. Konsum und Mobilität sind mit durchschnittlich 3.50 Franken Sackgeld pro Tag Grenzen gesetzt.

Polizei arbeitet präventiv

Dass nachts nur eine Nachtwache und einen weiteren Betreuer, der im Haus schläft, vor Ort sind, beschäftigte vor allem langjährige Gäste. Befürchtungen, leer stehende Ferienhäuser könnten die Jugendlichen zu Einbrüchen verleiten, hielt Kapo-Bezirkschef Thomas Graf entgegen, dass es keine entsprechenden Erfahrungen in Grindelwald gebe, wo nicht weniger Ferienhäuser stehen.

Graf stellte auch klar, dass die regelmässige Polizeipräsenz in Heimen dem Austausch mit Betreuern und der Schulung von Asylsuchenden diene. «In deren Herkunftsländern sind Polizisten oft Schergen korrupter Herrscher; dass es hier anders ist, müssen sie erst lernen.»

Einführung ins Grüssen

Wichtig war etlichen Einwohnern die Zusicherung, dass die Heimbewohner Spiel- und Sportplätze und insbesondere das Hallenbad nur in Begleitung besuchen, bis sie die örtlichen Hygiene- und Anstandsregeln kennen – und bis sie schwimmen können.

Applaus erntete ein Bürger, der sich schon im Juni mehr Informationen gewünscht hätte – aber auch ein anderer, der froh war, dass der gewählte Gemeinderat seine Aufgaben ordentlich erfüllt. Und für Heiterkeit sorgte der Wunsch nach einer UMA-Einführung in die schöne Sitte des Grüssens – samt Auffrischungskurs für Einheimische.

Freiwillige Helfer

Die Versammlung brachte viele Anregungen und Hilfsangebote, die vom Staatskundeunterricht für UMAs bis zur Vorbereitung der einheimischen Jugend auf die Neuankömmlinge reichten.

«Wir sollten den UMAs weder blauäugig noch negativ begegnen», meinte ein Bürger zusammenfassend. Gemeindepräsident Grossniklaus lud alle Einwohner, die Ideen und Anliegen einbringen möchten, an den Runden Tisch der Verantwortlichen ein.

Und jedermann solle die 24-Stunden-Telefonhotline nutzen. «Lasst Euch keinen Kropf wachsen, sondern meldet sofort, was Euch beschäftigt.» (Berner Oberländer)

(Erstellt: 13.08.2016, 14:14 Uhr)

BEATENBERG 22. JULI 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 23.7.2016

Vorrücken auf Start, nächste Runde

Fast 50 Jahre nach seinem Erstlingswerk «Erinnerungen an die Zukunft» schreibt Erich von Däniken an dessen Nachfolger. Ende Jahr soll das Buch erscheinen.
von Markus Kestenholz

Statt in das Buch der Hopi steckt Erich von Däniken momentan seine Nase ganz tief in die Fortsetzung seines Erstlings.

Statt in das Buch der Hopi steckt Erich von Däniken momentan seine Nase ganz tief in die Fortsetzung seines Erstlings.Foto: Archiv

Der unermüdliche Ufo-Forscher ist eng vertraut mit tausenden von Büchern. Zum Fundus, aus dem er, der 81-jährige Beatenberger im blauen Jackett, seit Jahrzehnten den Beweis bringen will, dass die Götter frühhistorischer Völker eigentlich ausserirdische Astronauten waren, trägt er nun, wie der Sonntagsblick berichtete, ein weiteres Mal selbst bei. Fast 50 Jahre nach seinem Erstlingswerk «Erinnerungen an die Zukunft» ist von Däniken daran, dessen Narrativ weiterzuspinnen. Die Erwartungen sind hoch. Schliesslich war der Vorgänger des Buches, das Ende Jahr erscheinen soll, ein Millionenbestseller. Wenn von Däniken, der in der Zwischenzeit unter anderem 36 weitere Sachbücher geschrieben, gesamthaft über 67 Millionen Bücher verkauft und unzählige Vorträge rund um den Globus gehalten hat, am Buch weiterschreibt, das seinen Ruhm unter Prä-Astronautikern begründet hat, sind die Erwartungen hoch. Auf die Frage, ob er im neuen Buch endlich den Beweis für die Existenz der Aliens bringe, antwortete er Sonntagsblick nur «Lassen sie sich überraschen.» Es wäre ein grosser Wurf zum zehnjährigen Jubiläum des Mystery-Park-Niedergangs, dessen Initiator Erich von Däniken war.

BEATENBERG 10. JULI 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 11.Juli 2016

Auf den Spuren einer goldenen Ära

In den glorreichen 1920er-Jahren gingen Adlige und Wohlbetuchte im Hotel Regina ein und aus. Als die Luxusherberge 1934 abbrannte, verlor Hans Hürner ein Stück Heimat. Deshalb suchte er sein Glück in Afrika, wo er Jahrzehnte später seine Erinnerungen an die glamourösen Zeiten niederschrieb. Diese erscheinen nun in einem Buch.
von Stian Sartori

Das Hotel Regina war ausschliesslich eine Adresse für die vornehme Gesellschaft – bis es 1934 abbrannte.

Das Hotel Regina war ausschliesslich eine Adresse für die vornehme Gesellschaft – bis es 1934 abbrannte.Foto: zvg

Es ist das einzige Vermächtnis seines Vaters: 19 Geschichten. Die Erzählungen handeln mehrheitlich von den adligen Touristen, die in den 1920er-Jahren in der Luxusherberge Regina ein und aus gingen. Deren Kinder waren die Spielgefährten von Hans Hürner. Sein Sohn, Eric Hürner, entdeckte den Ordner mit den Erzählungen seines Vaters erst nach dessen Tod. «Es ist ein Teil der lokalen Kulturgeschichte», meinte Eric Hürner beim Vortrag in der Bibliothek. Deshalb beschloss er, daraus ein Buch zu machen. In seiner bebilderten Präsentation gewährte er einen ersten Vorgeschmack darauf.

Eine Ära löst sich in Rauch auf

Eric Hürners Grosseltern, betrieben direkt neben dem Hotel Regina das Hotel National Beatenberg, wo sich vor allem die Bediensteten der wohl betuchten Gäste unterkamen. Somit hing das Einkommen der Familie Hürner direkt vom wirtschaftlichen Erfolg des benachbarten Luxushotels ab. Als das Hotel Regina 1934 Feuer fing und zu weiten Teilen abbrannte, blieben auch in der Unterkunft der Familie Hürner die Gäste aus. Sie gingen Bankrott. «Mit dem Ende der Ära Hotel Regina verlor mein Vater ein Stück Heimat», so Eric Hürner. Die Kinder der Touristen seien seine besten Spielkameraden gewesen. In der lokalen Bevölkerung war Hans Hürner dagegen kaum verankert gewesen. Ihn verband nach dem Vorfall kaum noch etwas mit Beatenberg. Deshalb begab er sich nach Lausanne, wo er die Hotelfachschule zu absolvierte.

Frustriert verliess Hans Hürner 1946 die vom Krieg gebeutelte Schweiz. Er hatte bei allen möglichen Konsulaten ein Visum beantragt, weil für ihn die Situation in Europa unerträglich war. Schliesslich war es Belgisch-Kongo, das ihm als erstes Land ein Visum gewährte. Ohne lange zu zögern, nahm er diese Gelegenheit war. So kam es, dass Eric Hürner in Kongo geboren wurde und schliesslich insgesamt 40 Jahre in Südafrika lebte. Er selber hat deshalb eigentlich kaum einen Bezug zum Geburtsort seines Vaters, da er über 40 Jahre seines Lebens in Südafrika verbrachte.

Eric Hürners Grosseltern, Moritz und Hulda Hürner, betrieben das Hotel National.

Eric Hürners Grosseltern, Moritz und Hulda Hürner, betrieben das Hotel National.Foto: zvg

Die Bleibe für die Bediensteten der reichen Gäste befand sich in unmittelbarer Nähe des Luxushotels.

Die Bleibe für die Bediensteten der reichen Gäste befand sich in unmittelbarer Nähe des Luxushotels.Foto: zvg
Neues Leben auf dem schwarzen Kontinent

Nachdem Hans Hürner in Belgisch-Kongo angekommen war, stand er zuerst im Dienste der Kolonialmacht. Seine Haupttätigkeit war, Berichte über das Leben der belgischen Offiziere zu verfassen, die in einer belgischen Zeitschrift publiziert wurden. Als der gebürtige Beatenberger bereits ein wenig mit den Verhältnissen in Afrika vertraut war, folgte ihm seine Frau Janine. Kurz darauf kamen Eric Hürner und sein Bruder zu Welt. Eine Lohnkürzung führte anschliessend dazu, dass Hans Hürner kurzerhand die Zelte in Belgisch-Kongo abbrach und mit seiner Familie nach Südafrika reiste. In Johannesburg eröffnete der gelernte Hotelier das erste Restaurant mit kontinentaler Küche. Die westeuropäischen Gerichte erfreuten sich insbesondere bei den wohl betuchten Kolonialherren und Minenbesitzer einer grossen Beliebtheit.

Eric Hürners Vater, Hans, suchte sein Glück nach dem zweiten Weltkrieg in Afrika. Dort gründete er schliesslich auch die Familie.

Eric Hürners Vater, Hans, suchte sein Glück nach dem zweiten Weltkrieg in Afrika. Dort gründete er schliesslich auch die Familie.Foto: zvg

Hans und Janine Hürner am Tag der Eröffnung ihres Restaurants in Johannisburg.

Hans und Janine Hürner am Tag der Eröffnung ihres Restaurants in Johannisburg.Foto: zvg
Kindheitserlebnisse niedergeschrieben

Erst viele Jahre später begann Hans Hürner die Erlebnisse seiner Kindheit auf dem Beatenberg auf Blatt zu bringen. «Seine Spielkameraden waren mehrheitlich die Kinder von wohlbetuchten Touristen, so Eric Hürner über seinen Vater. Dies ergab sich aus der Nähe zum Hotel Regina. Eric Hürner zeigte bei seinem Vortrag vergilbte Fotos von dieser Zeit. Die Bilder des Eisgalgens, ein Relikt aus der Zeit vor der Einführung künstlicher Kühlsysteme brachte das Publikum ins Staunen. Auch die Aufnahmen der Schneeschaufelrennen, verblüffte die Zuschauer. Manche Unklarheiten zu den Fotos wurde von der Besuchern rege diskutiert. Die Veranstaltung in der Beatenberg Bibliothek kam der Rekonstruktion einer scheinbar fast vergessenen Ära von Beatenberg gleich.

Die Besucher des Vortrags tauschten sich rege über die Vergangenheit von Beatenberg aus.

Die Besucher des Vortrags tauschten sich rege über die Vergangenheit von Beatenberg aus.Foto: Stian Sartori

Der Eisgalgen diente der Gewinnung von Eisstangen, die zur Kühlung von Lebensmitteln gebraucht wurde.

Der Eisgalgen diente der Gewinnung von Eisstangen, die zur Kühlung von Lebensmitteln gebraucht wurde.Foto: zvg

Früher fanden in der Nähe des Hotel Regina sogenannte Eisschaufel-Rennen statt.

Früher fanden in der Nähe des Hotel Regina sogenannte Eisschaufel-Rennen statt.Foto: zvg

Das heutige Alphotel Eiger in Beatenberg war das Geburtshaus von Hans Hürner.

Das heutige Alphotel Eiger in Beatenberg war das Geburtshaus von Hans Hürner.Foto: zvg
Das Buch mit den Geschichten von Hans Hürner

Eric Hürner lieferte bei seinem Vortrag einen Vorgeschmack zu den Geschichten seines Vaters. Das Buch mit den Erzählungen wird in den kommenden Wochen gedruckt. Am 5. August um 20 Uhr findet in der Aula des Instituts Beatenberg die Buchvernissage statt.

Zur Person

Eric Hürner, Herausgeber

Eric Hürner, HerausgeberFoto: Stian Sartori

Eric Hürner wurde im Mai 1952 in der kongolesischen Ortschaft Elisabethville (heute Lubumbashi) geboren. Er wuchs später in Südafrika auf. Mitte zwanzig absolvierte er ein Waldorfpädagogik-Studium in Witten, Deutschland. Danach arbeitete er als Lehrer an der Waldorfschule in Johannesburg und als Dozent an der Baobab Community College in Alexandra , einem Township in Johannesburg. 2001 kam er nach Dornach, wo er an der Höheren Fachschule für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialpädagogik und Sozialtherapie arbeitete.

BEATENBERG 4. JULI 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 4. Juli 2016

Lernen mit der Feuerwehr

In umfangreichen Übungen und altersgerechten Themenblöcken zeigte die Feuerwehr den Schülern den Umgang mit Feuer, Rauch und Wasser. Das Highlight: Ein Friteusebrand.

Erst die Rohre richtig anschliessen und dann heisst es: Wasser marsch!

Erst die Rohre richtig anschliessen und dann heisst es: Wasser marsch!Fotos: zvg

Die Schülerinnen und Schüler der Schule Beatenberg hatten am Dienstagmorgen ein aussergewöhnliches Programm: Anstatt Deutsch und Math kam die Feuerwehr Beatenberg zu Besuch und zeigte den Kindern und Jugendlichen ihre Arbeit, ihre Ausrüstung und ihre Fahrzeuge. Besonders interessant wurde es, als die Schülerinnen und Schüler selber mit anpacken durften.

Rauchentwicklung stoppen

Erste Übung: Dichter Rauch im Schulzimmer, alle Schülerinnen und Schüler evakuieren, Alarm auslösen – und schon nach wenigen Minuten ist die Feuerwehr vor Ort. Weil alles nur eine Übung ist, dürfen die Schülerinnen und Schüler den Feuerwehrleuten bei der Arbeit zuschauen: Zwei Personen, ausgerüstet mit Atemschutzgeräten, verschwinden im dichten Rauch. Funksprüche sind zu hören, kurze Zeit später ist der Rauchvorhang an der Türe montiert und der Rauch entweicht aus den geöffneten Fenstern.

Es ist gar nicht so einfach, den Wasserschlauch festzuhalten.

Es ist gar nicht so einfach, den Wasserschlauch festzuhalten.

Werbung

Die Schüler packen mit an

Nach dieser ersten eindrücklichen Demonstration wird das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Beatenberg begutachtet. Der Fahrer erklärt die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, die Ausrüstung und beantwortet viele Fragen der Schüler.

Ortwechsel zum Feuerwehrmagazin. Hier dürfen auch die Schülerinnen und Schüler mit anpacken. Ein Hydrant wird für den Anschluss der Leitungsrohre vorbereitet. Als die Rohre angeschlossen sind, heisst es: Wasser spritzen. Das ist gar nicht so einfach, es braucht einige Kraft, um das Rohr zu halten und den Wasserstrahl gezielt einzusetzen.

Wasser, überall Wasser

Dass exakt gearbeitet werden muss, zeigte sich bei der Wasserwand. Weil ein Rohr nicht gut angeschraubt war, gabe es eine Dusche für die Umstehenden. Nass wurden aber sowieso alle, da es fast den ganzen Vormittag regnete. Auf die gute Stimmung habe das jedoch in keiner Weise gewirkt, schreibt die Schule Beatenberg in einer Medienmitteilung.

Die älteren Schüler durften den simulierten Friteusebrand mit einer Löschdecke bekämpfen.

Die älteren Schüler durften den simulierten Friteusebrand mit einer Löschdecke bekämpfen.
Und dann brennt es plötzlich

Nach dem Znüni von der Feuerwehr ging es in Gruppen weiter zu den anderen Posten. Im Feuerwehrmagazin wurde das neue Fahrzeug mit der Ausrüstung des Atemschutzes vorgeführt. Mit diesem Fahrzeug ist die Feuerwehr noch schneller im Einsatz. Denn das Fahrzeug fährt auf den Schadenplatz, die Feuerwehrleute kommen direkt dorthin und müssen nicht erst einzeln im Magazin ihre Ausrüstung abholen.

Das Spannendste war wohl der Posten Feuer. Ein Friteusenbrand wurde simuliert. Das Öl brennt, die Flammen lodern. Was ist zu tun? Ganz sicher nicht mit Wasser löschen! Bei der Demonstration dieses Vorgangs gab es eine riesige Stichflamme, wohl 10 Meter hoch. Nicht auszudenken, wenn das in einer Küche passieren würde. Also besser mit einer Löschdecke die Flammen ersticken. Das durften die älteren Schülerinnen und Schüler dann selber auch üben. Mit Feuerwehrjacke und Handschuhen ausgerüstet, gelang es ihnen bald, den Friteusenbrand zu ersticken.

Wissenvermittlung

Neben den praktischen Aufgaben und Übungen wurden in kurzen Blöcken altersgerecht Information vermittelt. Unter welchen Bedingungen entsteht Feuer? Warum ist der Rauch so gefährlich? Was ist bei Feuer als erstes zu tun? Wie alarmieren? Und immer wieder der Hinweis: die eigene Sicherheit geht vor.

BEATENBERG2. JUNI 2016 aus der Junfrauzeitung vom 2.6.2016

Kurtaxenreglement steht zur Debatte

Am Freitag wird die Bevölkerung von Beatenberg über die Genehmigung der Neufassung des Reglements abstimmen. Noch weitere Traktanden werden besprochen.
von Urs Häfliger

Die Einwohner des Dorfes werden über fünf Traktanden abstimmen dürfen.

Die Einwohner des Dorfes werden über fünf Traktanden abstimmen dürfen.Foto: Wikipedia, Manoillon

Die fakultative Gemeindesteuer zur Finanzierung von touristischen Einrichtungen und Veranstaltungen existiert in der letzten Fassung seit Dezember 2005. Bereits im Jahr 2015 wurde eine Neufassung des Kurtaxenreglements von der Gemeindeversammlung zurückgewiesen, eine Arbeitsgruppe sollte das Reglement nochmals erarbeiten.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe, genauer Vertreter von der Gemeinde, von Beatenberg Tourismus sowie dem Kurverein Sundlauenen und Hoteliers, sassen in mehreren Gruppen zusammen, um eine neue Version zu erfassen. Der Gemeinderat hat sie bereits verabschiedet.

Genehmigungen

Die Neufassung wurde grösstenteils nach dem Muster des beco, Berner Wirtschaft, erstellt. Anschliessend wurde das Kurtaxenreglement dem beco zur freiwilligen Vorprüfung zugestellt, welches die Fassung begrüsste. Zwei Unterschiede gegenüber der fertigen Fassung der Berner Wirtschaft existieren: Artikel 4 bezüglich der Ansätze wurde von der Version aus dem Jahr 2005 übernommen und hat bisher keine Probleme verursacht sowie auch die Zahl von 42 Übernachtungen in Artikel 5, was sich mit den vielseitigen Sommer- und Wintersaisonangeboten der Gemeinde begründen lässt.

Das neue Reglement, sofern die Gemeindeversammlung zustimmt, würde ab dem 1. Januar 2017 in Kraft treten. Weitere Traktanden, die um 20.00 Uhr im Kongress-Saal zur Diskussion stehen, sind etwa die Genehmigung der Nachkredite und der Jahresrechnung sowie der Teilrevisionen des Organsationsreglements und des Wahlreglements als auch die Genehmigungen zur Aufhebung der ARA Wang.

BEATENBERG 1. JUNI 2016 aus der Junfrauzeitung vom 1.6.2016

Abwasser nach Interlaken – für 2,215 Millionen

Das Amt für Wasser und Abfall verlangt, die gemeindeeigene Abwasserreinigungsanlage (ARA) Wang aufzuheben, da diese den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr genügen kann. Von einer sehr kostenintensiven Sanierung wurde abgeraten. Deshalb wurde im Herbst 2013 die Ingenieurgemeinschaft Sterchi und Zimmermann beauftragt, ein Projekt für die Aufhebung der ARA Wang auszuarbeiten und Varianten für die Ableitung an eine regionale ARA aufzuzeigen. Es wurde im 2014 durch den Gemeinderat entschieden, das Schmutzabwasser via Pumpwerk Bätterich in Sundlauenen durch die Gemeinde Unterseen der ARA Region Interlaken zuzuführen. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 2,215 Millionen Franken. Das Geschäft wurde durch den Gemeinderat zu Handen der Gemeindeversammlung vom 3. Juni verabschiedet.

BEATENBERG 30. MAI 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 31.05.2016 

Schlechterstellung von 12’844.94 Franken

Der Gemeinderat hat die Rechnung für 2015 geschlossen. Diese weisst einen Ertragsüberschuss von 27’155.06 Franken aus.

Die Rechnung der Gemeinde Beatenberg schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 27’155.06 Franken. Dies geht aus einer Medienmitteilung des Gemeinderates hevor. In der Rechnung enthalten sind bereits zusätzliche «übrige Abschreibungen» von 288’710.95 Franken in Kompetenz der Gemeindeversammlung. Ebenfalls darin enthalten ist die Aufwertung des ehemaligen Schulhausareals Schmocken von 200’000 Franken.

Im Voranschlag 2015 wurde mit einem Ertragsüberschuss von 40’000 Franken gerechnet. Dies ergibt eine Schlechterstellung gegenüber dem Voranschlag von 12’844.94 Franken. Das Eigenkapital nach Verbuchung des Ertragsüberschusses beträgt per 31. Dezember 2015 917’536.97 Franken. Dies entspricht 8.4 Steuerzehnteln.

Insgesamt wurden Nachkredite in Höhe von 1’022’180.90 Franken bewilligt. Davon sind 472’828.95 Franken gebunden und 260’641.60 Franken lagen in der Kompetenz des Gemeinderates und 288’710.95 Franken in derer der Gemeindeversammlung.

BEATENBERG 16. MAI 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 16.5.2016

Feuerwehr-Grossaufgebot bei Fahrzeugbrand

Am Sonntag waren zwei Personen in einem Kleinbus von Interlaken in Richtung Beatenberg unterwegs. Plötzlich kam Rauch aus dem Motorraum – bald stand der Wagen in Flammen.
von Urs Häfliger

Die Flammen des Wagens hätte noch auf die Scheune übergreifen können – dank eines Grossaufgebots der Feuerwehr geschah dies jedoch nicht.

Die Flammen des Wagens hätte noch auf die Scheune übergreifen können – dank eines Grossaufgebots der Feuerwehr geschah dies jedoch nicht.Fotos: zvg

Um 19.00 Uhr war die Kantonspolizei Bern beim brennenden Fahrzeug. Die Feuerwehr war zur selben Zeit zugegen, um den Brand zu löschen. Die Fahrzeuginsassen parkierten das Fahrzeug neben einer Scheune: «Deshalb war die Feuerwehr Beatenberg und Bödeli mit insgesamt 45 Mann vor Ort», sagt Jolanda Egger, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern auf Anfrage. Der Brand hätte sonst noch vielleicht auf die Scheune übergreifen können.

Der beiden Insassen blieben unverletzt. Auch sonst gab es keinen Schaden – bis auf den komplett ausgebrannten Kleinbus. Die Feuerwehr konnte bereits eine halbe Stunde nach dem Eintreffen wieder damit beginnen, schrittweise abzuziehen. Sachschaden entstand nur am Fahrzeug, alle anderen Güter rundherum blieben heil. Beziffert werden kann der Wert des Schadens jedoch noch nicht.

45 Feuerwehrmänner waren vor Ort, um das Feuer zu löschen.

45 Feuerwehrmänner waren vor Ort, um das Feuer zu löschen.

Der Wagen ist komplett ausgebrannt. Wie hoch der Sachschaden ist, ist noch unklar.

Der Wagen ist komplett ausgebrannt. Wie hoch der Sachschaden ist, ist noch unklar.
BEATENBERG 3. MAI 2016 aus der JUNGFRAUZEITUNG  vom 4.5.2016

Steigende Logiernächte und Kauf

Die Hauptversammlung von Beatenberg Tourismus bot Anlass für viele Diskussionen. Neben den Mitgliedern kamen auch Gäste und hörten, was der Vorstand zu berichten hatte. Primär ging es um das Grundstück Halten.

Andrea Oppliger ist neu in den Vorstand von Beatenberg Tourismus gewählt worden.

Andrea Oppliger ist neu in den Vorstand von Beatenberg Tourismus gewählt worden.Foto: zvg

Am Freitag begrüssen Vereinspräsidentin Verena Moser 48 Vereinsmitglieder zur Hauptversammlung von Beatenberg Tourismus im Hotel Dorin. Nebst den Mitgliedern waren auch 14 Gäste anwesend. Nach einem kurzen Jahresbericht von Verena Moser präsentierte Geschäftsführer Thomas Tschopp einen Jahresrückblick mit Informationen über Veranstaltungen, Erneuerungen an Kurortseinrichtungen und Logiernächtezahlen. Mit einem Plus von 10,49 Prozent oder 16’782 Logiernächten darf Beatenberg auf ein gutes Tourismusjahr zurückblicken. Die Hotellerie hat 14’321 Logiernächte mehr gebracht. Zu verdanken ist dies primär dem Hotel Schönegg, das im Mai 2015 wieder die Türen öffnete. Auch das Wetter hat dazu beigetragen, dass die Gäste nach Beatenberg kamen.

Die Ferienwohnungen und die Gruppenunterkünfte durften mit einem Anstieg abschliessen. Einzig der Campingplatz hat einen Rückgang verzeichnen müssen. Schuld daran ist wohl der teure Schweizer Franken, da die Gäste auf dem Camping primär Europäer sind, so Tschopp. Auch die Jahresrechnung hat in Beatenberg positiv abgeschlossen. Mit einem Aufwand von 890’436,33 Franken und einem Ertrag von 891084,04 Franken schliesst das Jahr mit einem Gewinn von 647,60 Franken ab.

Wechsel im Vorstand

Auf Grund der Amtszeitbeschränkung hat nach acht Jahren Vorstandsarbeit Bernhard Oehrli sein Amt niedergelegt. Er betreute das Ressort Hotellerie. Auch demissioniert als Vorstandsmitglied hat Oliver König. Neu gewählt wurde Andrea Oppliger. Sie hat selber eine Ferienwohnung und interessiert sich für das touristische Geschehen in Beatenberg. Neu wird das Präsidium wieder als Co-Präsidium belegt. Nicole Lüthi wurde zusätzlich zur bisherigen Präsidentin Verena Moser in dieses Amt gewählt.

Diskutiert wurde hauptsächlich im Traktandum sieben: Kauf des Grundstücks Halten. Nach ausgiebigen und teilweise emotionalen Diskussionen, hat die Versammlung beschlossen, das Grundstück Halten zu kaufen. Jedes Jahr wird in Beatenberg ein Innovationspreis verliehen. Für das Jahr 2015 erhielt die Gruppe Beatenberg Erleben den Innovationspreis 2015. Beatenberg Erleben hat das Beatenberger Familienfest organisiert und mit Erfolg Einheimische und Gäste begeistern können. Nach der Hauptversammlung wurde ein grosszügiges Apéro serviert und noch rege über diskutiert.

BEATENBERG 18. APRIL 2016 Aus der Jungfrauzeitung vom 19.4.2016

Madeleine Wüthrich hört auf

Die Betreiberin des Lebensmittelladens im Zeit und Traum Hotel verlässt das Geschäft nach zehn Jahren. Mit unermüdlichem Fleiss und Einsatz hat sie den Ort bereichert. Das freut auch die Geschäftsleitung des Hotels.
von Dennis Rhiel

Über zehn Jahre lang hat Madeleine Wühtrich den Lebensmitelladen im Zeit und Traum Hotel Beatenberg geführt. Während dieser Zeit hat die gebürtige Emmentalerin mit viel Einsatz und Fleiss sowie der Unterstützung ihrer ganzen Familie dafür gesorgt, dass die Beatenbergerinnen und Beatenberger ein reichhaltiges Sortiment an Lebensmitteln zur Verfügung haben. «Wenn es mal einen ausgefallenen Wunsch gab, hat Madeleine Wüthrich diesen direkt mit in das Standard-Sortiment aufgenommen», weiss Jean-Claude Frei, Geschäftsführer des Hotels.

Durch das heutige «moderne» Einkaufsverhalten und nicht zuletzt ihrer Gesundheit zuliebe ist Madeleine Wüthrich gezwungen, das Geschäft aufzugeben. Dementsprechend war es Jean-Claude Frei, der ihr heute stellvertretend für die gesamte Hotellbelegschaft und die Kundschaft einen Blumenstrauss zum Abschied übergab.

Madeleine Wühtrich zieht sich nach zehn Jahren aus dem Lebensmittelladen im Zeit und Traum Hotel in Beatenberg zurück. Hotel-Geschäftsführer Jean-Claude Frei zeigt sich im Namen der gesamten Belegschaft mit einem Blumenstrauss erkenntlich.

Madeleine Wühtrich zieht sich nach zehn Jahren aus dem Lebensmittelladen im Zeit und Traum Hotel in Beatenberg zurück. Hotel-Geschäftsführer Jean-Claude Frei zeigt sich im Namen der gesamten Belegschaft mit einem Blumenstrauss erkenntlich.Foto: zvg

Jungfrauzeitung vom 11.April 2016

Drei Frauen eröffneten ein neues Bistro

BeatenbergAm Freitagabend eröffneten Sonya Streit, Ines Zimmermann und Sonja Zumstein in der ehemaligen Drogerie im Chalet Burgfeld in Beatenberg ihr neues Bistro.

Sonya Streit, Ines Zimmermann und Sonja Zumstein (v.l.).

Sonya Streit, Ines Zimmermann und Sonja Zumstein (v.l.).

Das Zusammensein stehe im Mittelpunkt. Zudem werden spezielle Themenveranstaltungen organisiert, und das Lokal kann auch für einen Anlass gemietet werden. Angeboten werden hausgemachtes Gebäck, Snacks und Getränke. In der Ladenecke, integriert im Bistro, werden einheimische Produkte wie Käse, Wurst und Fleisch sowie Teemischungen und Pflegeprodukte verkauft.

Geöffnet ist das Bistro Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 11 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. (klw)

 

Berner Oberländer Zeitung vom 24.3.2016

Hotelprojekt sendet neue Signale

BeatenbergFast zwei Jahre nach der Vorstellung des Projekts «Jungfraublick» melden sich die Promotoren wieder zu Wort. Ein Investor soll in Aussicht sein.

Das überarbeitete Model des Projekts «all in one Beatenberg»: Bei der Gesamtansicht von Südwesten sind insbesondere zu sehen das Parkhotel, die Meerwasser-Therme, die Arena mit der neuen Dorfwiese über dem Parkhaus West und die Einkaufsmeile.

Das überarbeitete Model des Projekts «all in one Beatenberg»: Bei der Gesamtansicht von Südwesten sind insbesondere zu sehen das Parkhotel, die Meerwasser-Therme, die Arena mit der neuen Dorfwiese über dem Parkhaus West und die Einkaufsmeile. Bild: zvg

Nach Einsicht in die Vertragsunterlagen nahm der Unternehmer jedoch Abstand von seinem Vorhaben, da die Konditionen auf die ursprünglichen Vertragspartner der Gemeinde und deren Projektidee zugeschnitten seien, wie es heisst.

«Abwartend zuversichtlich»

Und nun? Wars das mit der Vision von einem neuen Dorfzentrum in Beatenberg, von einer Wellnesszone und einem renovierten Hallenbad, von einem erneuerten Kongresssaal und etlichen wiedererlangten Hotelzimmern?

Im Dorf wächst die Zahl derjenigen, die meinen, die Antwort auf diese Frage sicher beantworten zu können. Und auch Gemeindepräsident Christian Grossniklaus gibt sich vorsichtig: «Am Anfang war ich optimistisch zuversichtlich», sagt er. Heute sei er «abwartend zuversichtlich».

Anders fällt die Bewertung naturgemäss bei Günter Müller aus. Müller ist Koordinator des Projekts «Jungfraublick», wie der ursprüngliche Name war, und dadurch so etwas wie der Sprecher der Promotorengruppe, die das Projekt im Juli 2014 vorgestellt hat.

Heute, im März 2016, heisst das Projekt «All in one Beatenberg», aber am Grundgerüst hat sich nichts geändert (siehe Kasten). Und so auch am Glauben der Promotoren an ihre Idee. «Eine Garantie gibt es nie, aber wir glauben daran», sagt Müller.

Und um die Entschlossenheit und Zuversicht der fünfköpfigen Promotorengruppe zu unterstreichen, fügt er hinzu: «Was wir angefangen haben, machen wir auch fertig.» Die ablaufende Baubewilligung sei kein Problem, da man ohnehin anders plane als beim Vorgängerprojekt.

Dass die Gruppe einen solch langen Atem demonstriert, hat ganz profane Gründe. Müller: «Wir haben als Eigenleistung bereits circa zwei Millionen Franken in das Projekt gesteckt.» Dementsprechend gross sei deswegen das Interesse, dass dieses Geld auch wieder reinkomme.

Kreditverträge ausgehandelt

Diesem Ziel sind die Ideengeber nach eigenen Angaben mittlerweile deutlich näher gekommen. Müller spricht von fortgeschrittenen Gesprächen mit einer Investorengruppe aus dem Ausland. Die ausgehandelten Kreditverträge lägen vor. Näher will er darauf jedoch nicht eingehen, solange nichts unterschrieben sei, und lässt auch die Identität der potenziellen Geldgeber offen. Nur so viel: Diese hegten die Absicht, das gesamte Projekt zu realisieren und zu finanzieren.

Das sei nicht mit jedem Investor machbar, weshalb sich die Suche nach dem richtigen Finanzpartner auch so lange hinziehe. Schliesslich geht es um ein auch finanziell anspruchsvolles Projekt. Laut Müller betragen die Anlagekosten inklusive Baukreditzinsen, Inventar, Werbung und Eröffnungskosten 167 Millionen Franken und damit 40 Millionen mehr als ursprünglich vorgesehen.

Von der Idee, den Bau von Hotel und Bad durch den vorhergehenden Verkauf der geplanten Residenzen querzufinanzieren, sei man inzwischen wieder abgerückt. Auch wenn es einfacher gewesen wäre, Investoren für ein Wohnungsbauprojekt zu rekrutieren. Laut Müller seien andere Projekte in der Schweiz kaum zu finanzieren, da inländische Geldgeber auf den Wohnungsbau ­fixiert seien.

75 bis 80 Prozent Auslastung

Dass seit der ersten Projektidee mittlerweile zweieinhalb Jahre vergangen sind, liegt aber auch daran, dass die Promotoren ihr Projekt mehrmals überarbeitet und neuen Erkenntnissen angepasst haben.

«Die Dimension und die Vielschichtigkeit des Vorhabens haben uns überrascht», gibt Günter Müller zu. So habe die Planung sehr viel mehr Zeit erfordert als gedacht. Aber: «Eine seriöse Machbarkeitsgrundlage mit allen Planungen, Kalkulationen und Marktabklärungen war uns sehr wichtig.» Nun lägen alle Berechnungen vor.

Müller: «Uns genügt eine Auslastung von 55 Prozent dafür, die Gewinnschwelle zu erreichen. Allerdings sind wir überzeugt, in vier Jahren ab Eröffnung eine Auslastung von 75 bis 80 Prozent zu erreichen.»

Möglich sei dies durch den avisierten Ganzjahresbetrieb. Als Indiz dafür ziehen sie auch den Umstand heran, dass bereits Betreiber für den Hotelbetrieb einerseits und das Gesundheitszentrum andererseits gefunden worden seien. Dabei soll es sich um Unternehmen mit Erfahrung auf dem jeweiligen Gebiet, allerdings nicht um grosse Ketten handeln.

Als Signal des Aufbruchs sollen zudem die etwa 20 Grundeigentümer, deren Grundstücke von einer Realisierung des Projekts «All in one Beatenberg» betroffen wären, in den nächsten Tagen Post von den Promotoren erhalten. Es gehe um eine Vereinbarung, um planerische Abklärungen für das ganze Gebiet treffen zu können. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 24.03.2016, 07:53 Uhr)

BEATENBERG 7. MÄRZ 2016 aus Jungfrauzeitung vom 8.3.2016

Neues aus der Gemeindeverwaltung

Die Gemeinde eine neue Arbeitsgruppe gebildet, der Circus Olympia wird nach Beatenberg kommen und man möchte das ÖV-Angebot verbessern.

Steuererklärung 2015

Die Steuerverwaltung (STV) des Kantons Bern verzichtet seit 2012 aus ökologischen und ökonomischen Gründen auf die automatische Zustellung der Wegleitung. Die STV hat zudem beschlossen, ab Steuerjahr 2014 auch keine Steuererklärungsformulare in Papierform an die Steuerpflichtigen zuzustellen. Die Frist zur Abgabe der Steuererklärung finden Sie auf dem zugestellten Brief der STV. In der Regel 15. März. Fristverlängerungen bis zum 15. September können Sie online gebührenfrei einreichen. Für Fristverlängerungen auf dem Postweg an die STV, Region Oberland, wird eine Bearbeitungsgebühr von 20 Franken berechnet. Reichen Sie zusammen mit der Steuererklärung nur die ausdrücklich verlangten Belege ein. Die Steuererklärung kann elektronisch mit TaxMe-Online oder TaxMe-Offline (ohne Internetverbindung) am PC oder Mac ausgefüllt werden. Selbstverständlich ist es weiterhin erlaubt, die Steuererklärung handschriftlich in Papierform auszufüllen.

Einsetzung Arbeitsgruppe «Spezialfinanzierungsreglemente»

Das Geschäft Spezialfinanzierungsreglemente (Abfall, Abwasserentsorgung und Wasserversorgung) wurde vor der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember 2015 zurückgezogen und nicht behandelt. Der Gemeinderat hatte die Anregungen aus der vorgängigen Informationsveranstaltung vom 18. November 2015 der Bevölkerung ernst genommen und geprüft. Im «Anzeiger Interlaken» sowie in der «Drachebärg Zytig» wurde ein Aufruf publiziert, damit sich interessierte Bürgerinnen und Bürger melden können, um in der Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Spezialfinanzierungsreglemente mitzuarbeiten. Auf das Inserat meldeten sich verschiedene Personen und weitere Personen wurden persönlich angefragt. Der Gemeinderat hat nun, um die Spezialfinanzierungsreglemente und –verordnungen für Abfall, Abwasserentsorgung und Wasserversorgung zu erarbeiten beziehungsweise die Reglemente und Verordnungen vom 4. Dezember 2015 zu überarbeiten, die Arbeitsgruppe «Spezialfinanzierungsreglemente» eingesetzt. Die Arbeitsgruppe besteht aus neun Mitgliedern. Anfangs September ist eine nochmalige öffentliche Informationsveranstaltung geplant.

Neufassung Verordnungen

Der Gemeinderat hat die Neufassungen Verordnung über die Internet-Bekanntgabe von öffentlichen Informationen und Verordnung über die Berechtigungsregelung GERES (Gemeinde Register System) genehmigt. Sie traten per 1. März in Kraft.

Die Verordnungen können auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg eingesehen werden oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich sind die Verordnungen auf der Internetseite der Gemeinde aufgeschaltet.

Gegen die Erlasse kann innert 30 Tagen seit der amtlichen Publikation (Frist bis 29. März) beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.

Circus Olympia GO, Gelterkinden

Der Circus Olympia GO fragt um eine Gastspielbewilligung vom 11. bis 17. Juli auf dem Parkplatz Waldegg in Beatenberg an. Der Gemeinderat steht dem Gesuch positiv gegenüber und erteilte die Bewilligung.

Regionales Angebotskonzept 2018 – 2021

Um das Angebot des öffentlichen Verkehrs für die Fahrplanperioden 2018 – 2021 zu planen, wurde die Regionalkonferenz Oberland-Ost vom Kanton Bern beauftragt, das regionale Angebotskonzept 2018 – 2021 zu erarbeiten. Der Kanton Bern stellt Zielvorgaben respektive Minimalanforderungen bezüglich Kostendeckungsgraden und Nutzung des ÖV-Angebotes auf. Im Sinne einer Erfolgskontrolle werden die einzelnen Linien beurteilt. Bei Nicht-Erreichen der Minimalvorgaben sind geeignete Massnahmen zu prüfen, bei Nicht-Erreichen der Zielanforderungen sind von den Transportunternehmungen Vorschläge zur Verbesserung einzureichen.

Der Gemeinderat hat beschlossen, der Regionalkonferenz Oberland-Ost zu beantragen, dass in den kantonalen Angebotsbeschluss in der ersten Priorität, anstatt zweiter Priorität, (Interlaken – Beatenberg), die Verdichtung saisonal zum Halbstundentakt aufzunehmen ist. Ebenfalls soll eine Nachtverbindung um 23.02 Uhr zwischen Interlaken West und Beatenberg, Station für die gesamte Woche (nicht nur Freitag und Samstag) eingegeben werden, wie dies auch für Ringgenberg und Bönigen angeboten wird.

Ersatz Salzstreuer für Werkhof

Ein neuer Salzstreuer soll für den Werkhof angeschafft werden. Dafür wurde im Investitionsprogramm 30‘000 Franken eingesetzt. Dieser Salzstreuer soll auf das neue Fahrzeug Isuzu montiert werden. Der Gemeinderat hat den Kredit von 30‘000 Franken freigegeben.

Baugesuche

Der Gemeinderat hat folgende Baubewilligung erteilt:

  • Gafner Stefan, Beatenberg; Steinacker, Parz.Nr. 2362, Geb.Nr. 675; Neubau Speicherofen mit Abgasanlage

Der Gemeinderat hat folgendes Baugesuch mit positivem Amtsbericht an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet:

  • Bergschaft Traubach, Habkern; Grünenbergpass-Seefeld, Parz.Nrn. 248 und 303; Sanierung und Ausbau des bestehenden Zügelwegs Grünenbergpass – Seefeld und Verlegung des Wanderweges

Niederhorn: Rasant mit «Trotti» über die Skipisten

Beatenberg: Die Niederhornbahn AG bietet ihren Besuchern neuerdings ein ganz neues Fahrgefühl – mit dem Schneescooter. (aus Berner Oberländer v.20.2.2016)

Der neue Schneespass: Schneescooter auf dem Niederhorn.

Der neue Schneespass: Schneescooter auf dem Niederhorn. Bild: Bruno Petroni

Jede zusätzliche Person 50 Franken. Firmen und Vereine können das neue Erlebnis mit einem Abendessen im Bergrestaurant Niederhorn kombinieren. Zu Beginn fährt ein Guide der Niederhornbahn als Instruktor mit. Reservationen sollten sieben Tage zum Voraus getätigt werden.

«Erste Fahrversuche werden von unseren ‹Fahrlehrern› begleitet. Sie geben der Kundschaft wichtige Instruktionen im Umgang mit den Scootern», sagt Betriebsleiter Bernhard Tschopp. Erste Übungen in flachem Gelände geben die nötige Sicherheit, um bald schon auf einfachen Skipisten talwärts zu gleiten. «Und rasch einmal werden sich die Benützer auch in steileres Gelände wagen», so Tschopp. «Ideal zu befahren sind die roten Pisten Slalom, Alpstall und Racing, aber auch auf der blauen Piste und abseits der präparierten Pisten macht das Kurven mit dem Schneescooter Spass.»

Wem die kühne Abfahrt mit dem Schneescooter etwas gar zu abenteuerlich erscheint, der kann auf Mietschlitten zurückgreifen und auf dem präparierten Weg vom Niederhorn zur Zwischenstation Vorsass hinunterschlitteln. Neu bietet die Niederhornbahn auch geführte zweistündige Schneeschuhtouren ab dem Bergrestaurant Vorsass an.

Die Niederhornbahn fährt bis zum 13. März im Winterbetrieb. Momentan liegt viel Schnee, und alle Pisten, der Schlittelweg sowie die Wanderwege sind geöffnet.
Infos: www.niederhorn.ch(Berner Oberländer)

(Erstellt: 20.02.2016, 13:44 Uhr)

AUSGRABUNGEN 16. FEBRUAR 2016 aus jungfrauzeitung vom 16.2.2016

Beatenberger filmt im Tal der Könige

Der 33-jährige Gery Gafner ist selbstständiger Kameramann und als solcher gerade im Auftrag des SRF in Ägypten. Dort darf er die ersten Filmaufnahmen in einer noch unerforschten Kammer in der Grabanlage von Tutanchamun machen.
von Anne Welkener

In seinem Atelier in Interlaken bereitet Gery Gafner (33) die Kamera für den Einsatz im Tal der Könige vor. Mit dem Stab soll sie durch das Loch in der Wand geführt werden und dann Einblicke in die noch unerforschte Kammer bieten.

In seinem Atelier in Interlaken bereitet Gery Gafner (33) die Kamera für den Einsatz im Tal der Könige vor. Mit dem Stab soll sie durch das Loch in der Wand geführt werden und dann Einblicke in die noch unerforschte Kammer bieten.Fotos: Anne Welkener

Als Gery Gafner Ende letzter Woche seine Taschen für eine Ägyptenreise packte, war jedes Gepäckstück ins Detail durchdacht. Dabei kam es wie bei jedem anderen Reisenden zwar auf das zulässige Gewicht pro Koffer an, aber auch darauf, möglichst praktisch zu packen und am Ende unauffällig zu wirken. Im Gepäck hatte er nämlich nicht Flipflops und Badesachen, sondern viele Kilo Kameraequipment und Kletterausrüstungen. Der 33-jährige Kameramann ist im Moment für die SRF-Sendung «Einstein» im Tal der Könige nahe Luxor. Dort soll er eine noch unerforschte Kammer im Grab des Tutanchamuns filmen – was zuvor wahrscheinlich noch kein Kamerateam tat.

Gery Gafner bei den aktuellen Dreharbeiten in Ägypten. Zehn Tage wird der selbstständige Kameramann aus Beatenberg vor Ort sein.

Gery Gafner bei den aktuellen Dreharbeiten in Ägypten. Zehn Tage wird der selbstständige Kameramann aus Beatenberg vor Ort sein.Foto: Eingesandt
Wo ist Nofretetes Mumie?

Forscher fanden heraus, dass die unterirdische Grabanlage des ägyptischen Königs grösser ist, als bisher angenommen wurde. Hinter der dortigen Nordwand könnte sich – so die Vermutung einiger Wissenschaftler – das Grab der Nofretete befinden, deren Mumie bis heute nicht gefunden wurde. Diesem Thema widmet sich nun das Team von «Einstein» und sendet einen Redaktor, Moderator Tobias Müller und Gery Gafner als Kameramann nach Ägypten.

Was genau dort auf ihn zukommt, wusste der Beatenberger im Vorhinein nicht. Lediglich ein Foto von einem relativ kleinem Loch in der Wand half ihm grob einzuordnen, welches Equipment er benötigen würde. Er bastelte einige Tage an Kamera und Befestigung und hofft nun, dass die Konstruktion funktionieren wird: An einer Stange soll die kleine Kamera durch das Loch in die Kammer geführt werden. Die Kamera ist per Smartphone fernsteuerbar und lässt sich in alle Richtungen bewegen. Damit es in dem Raum auch hell genug zum Filmen ist, hat Gafner verschiedene Lichtquellen im Gepäck und schaut dann spontan vor Ort, welche Lösung die beste ist.

«Es gibt immer eine Geschichte»

Bei den Dreharbeiten wird sich dann hoffentlich klären, ob es sich um Nofretetes Grab handelt, um das eines anderen Mitglieds der Königsfamilie oder ob gar kein Fund auf die Schweizer wartet. So oder so: Gery Gafner wird genug zu filmen haben. «Es gibt immer eine Geschichte», sagt er optimistisch. Neben den Dreharbeiten in der Kammer ist auch geplant, zu filmen, wie die gefundenen Skelette zwischengelagert und dann an Museen weitertransportiert werden. Ansprechpartnerin für das Team ist vor Ort die Ägyptologin Susanne Bickel. Im Departement für Altertumswissenschaften der Uni Basel ist sie die Leiterin des Fachbereichs Ägyptologie und momentan für Ausgrabungen im Tal der Könige.

Aber auch schon bevor Gafner überhaupt in die Nähe der Ausgrabungsstätte gekommen ist, gibt es einige Hürden zu nehmen. Aus Erfahrungen weiss der Kameramann: «In Ägypten ist es nicht all zu lustig, eine Drehbewilligung zu bekommen. Das ist jedes Mal eine Riesengeschichte.» Und seine Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Geplant war der Dreh in der Kammer für den gestrigen Montag, mittlerweile ist das Team schon einen Tag im Verzug und hofft darauf, heute die Genehmigung zu erhalten, damit es losgehen kann. «Wenn das mit der Drehbewilligung nicht klappt, sind wir schnell zurück.»

Nicht mit grosser Kamera auffallen

Damit es nicht mehr Schwierigkeiten gibt als nötig, hat Gafner sein Equipment mit Bedacht gewählt. «Ich nehme extra eine Consumer-Cam mit, der man nicht unbedingt ansieht, was sie kann. Die ist unauffälliger als eine Schulterkamera.» Auch alles andere – Licht, Stative, weiteres Zubehör – hat er in möglichst kleiner Ausführung dabei, verpackt in kleine Boxen und Etuis die exakt beschriftet sind. Um mit dem Moderator in die Gruft hinabklettern zu können, durften auch Helme, Gurte und Seile nicht fehlen. Zehn Tage wird er mit den Kollegen vom SRF in Ägypten sein, aber bereits die Vorbereitungen haben mehrere Tage in Anspruch genommen. «Die meiste Zeit verbringe ich mit packen – weil wir eben nicht BBC sind und zehn Mann runterschicken können», so Gafner. Er erinnert sich an einen Dreh in Uganda, für den er und ein Kollege zehn Tage vor Ort waren – die BBC rückte für drei Wochen mit zwölf Leuten an. Während die BBC ihre Dokumentationen weltweit verkauft, handelt es sich bei Gafners aktuellem Auftrag um eine Produktion ausschliesslich für «Einstein». Aber auch beim SRF werden deutliche Unterschiede gemacht: «Für Auslandseinsätze gibt es immer weniger Geld. Wenn es um Fussball oder Skisport geht, spielt Geld weniger eine Rolle.»

Mit meinen Vorlieben und Hobbys ist das hier der perfekte Platz für mich. Ich bin hier verwurzelt. Das Berner Oberland ist der schönste Ort der Welt. Das begreift man aber erst, wenn man weg war und wiederkommt

Gery GafnerKameramannBeatenberg

Auslandseinsätze hat Gafner, der seit 2008 selbstständig ist, mehrere im Jahr. 158 Nächte verbrachte er im vergangenen Jahr in Hotels. «Wenn man so arbeitet wie wir, dann ist man nicht zu Hause.» Stattdessen ist er bei 40 Grad in der Wüste, wartet stundenlang im Dschungel darauf, Affen filmen zu können, dreht bei minus 36 Grad auf 4000 Metern Höhe, taucht mit der Kamera neben Delfinen, macht aber auch Aufnahmen in Kriegsgebieten. Er habe schon häufig Glück gehabt, sagt er, und erzählt davon, wie vor seinen Augen ein Kameramann des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera exekutiert wurde. Trotz alledem ist der 33-Jährige davon überzeugt, seinen Traumberuf gefunden zu haben. Die Risiken seiner Arbeit sind ihm deutlich bewusst: «Ich weiss, was ich kann und mir zutrauen kann. Wenn das Risiko abschätzbar ist, kann man’s machen. Da ist mein Horizont aber ein anderer.»

Für eine SRF-Reportage über den Arabischen Frühling drehte Gafner im Februar 2011 die Revolution in Libyen.

Für eine SRF-Reportage über den Arabischen Frühling drehte Gafner im Februar 2011 die Revolution in Libyen.Foto: SRF
Der perfekte Platz

Nach Dreharbeiten in Marokko, Südafrika, Uganda, Ägypten, Libyen, Kuba und Russland – um nur einige zu nennen – steht der Favorit des Beatenbergers aber fest: «Mit meinen Vorlieben und Hobbys ist das hier der perfekte Platz für mich. Ich bin hier verwurzelt. Das Berner Oberland ist der schönste Ort der Welt. Das begreift man aber erst, wenn man weg war und wiederkommt.»

Ausstrahlung im TV

Die geplante Einstein-Sendung wird etwa zur Hälfte aus Gafners Aufnahmen in Ägypten bestehen. Sie wird nach aktueller Planung am 10. März ab 21.00 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt.

Ab Mitte April wird gebaut aus Jungfrauzeitung v. 11.2.2016

Beatenberg Der Bhenden­kehr der Kantonsstrasse Unterseen–Beatenberg wird ­ausgebaut, die Fahrbahn verbreitert. Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion hat das Projekt genehmigt. Von Mitte April bis Mitte Juli wird gebaut.

Ein talwärts fahrendes Postauto im Bhendenkehr. Viel Platz mit andern Fahrzeugen zu kreuzen bleibt da nicht. Das wird sich ändern.

Ein talwärts fahrendes Postauto im Bhendenkehr. Viel Platz mit anderen Fahrzeugen zu kreuzen bleibt da nicht. Das wird sich ändern. Bild: Ueli Flück

Nun soll der «Chehr» ausgebaut werden. Vom 10. August bis zum 8. September 2015 lagen entsprechende Pläne öffentlich auf. Am vergangenen 21. Januar hat nun die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion den Strassenplan gemäss Artikel 32 SG erlassen.«Jetzt werden die Baumeisterarbeiten ausgeschrieben und im März die Rodungsarbeiten in Angriff genommen», ist von Bruno Burkhard, Strasseninspektor Oberland-Ost, zu erfahren.

Der eigentliche Baustart soll Mitte April erfolgen, Mitte Juli sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Während dieser Zeit wird die Strasse nur einspurig be­fahrbar sein. 2017 muss dann noch der Feinbelag aufgebracht werden.

Was wird wie ausgebaut?

Die Gerade unterhalb der eigentlichen Kurve (totale Länge 81 m) soll von heute 5,20 auf 6 Meter verbreitert werden. Dies unter Nutzung der bestehenden Ausweichstelle sowie talseitiger ­Aufschüttung und Bau einer Blocksteinmauer. Für den Bhenden­kehr inklusive Übergangsbereiche (gesamte Länge 65 m) ist eine Verbreiterung von heute maximal 7,50 auf maximal 11,20 Meter vorgesehen.

Die Aufschüttung erfolgt kurvenseitig. Für den Abschnitt oberhalb der Kurve ist eine Verbreiterung der Fahrbahn von bisher 5,10 auf 6 Meter geplant. Erreicht werden soll dies mit einem bergseitigen Felsabtrag (ca. 30 m Länge) und einer talseitigen Aufschüttung (ca. 40 m Länge).

Die Waldrodungsfläche beträgt 345 Quadratmeter mit Ersatzaufforstung auf einer andern Parzelle, 910 werden temporär gerodet und vor Ort wieder aufgeforstet. Der 82 Quadratmeter grosse Bauinstallationsplatz soll nicht zurückgebaut werden, sondern künftig forstwirtschaftlichen Zwecken dienen. Das Projekt Ausbau Bhendenkehr stammt vom Beatenberger Ingenieur­büro Urs Zimmermann.

Erst kommen die Hunde, dann der Sport,  aus Berner Oberländer Zeitung vom 2.2.2016

Beatenberg Iris und Wolfgang Labus aus Beatenberg sind leidenschaftliche Musher. Und mit Schweizer-Meister-Titel und WM-Diplom auch überaus erfolgreich. Doch warum haben sie sich dem aufwendigen Schlittenhundesport verschrieben?

Im Urlaub auf der Lenzerheide hatten sie erstmals ein Schlittenhunderennen besucht. «Wir haben uns nicht in den Sport verliebt, sondern in den Alaskan Malamute», erinnert sich Iris. Bald kauften sie sich ihren ersten Malamute.

Beiden war klar, Einzelhaltung ist für so ein Tier nicht gut. Also folgte bald ein zweiter.Beide Hunde hätten regelmässig bewegt werden müssen, erklärt Wolfgang und erzählt, wie sie kurz darauf zwei weitere Malamuten und den ersten Grönlandhund kauften. «Das waren schon zwei Gespanne!», lacht Wolfgang.

Die Hunde sowie der Sport entwickelten sich zu ihrem Lebensinhalt. Iris: «Das ist kein Sport, das ist eine Leidenschaft.» Nach dem Tod der Malamuten kauften Labus’ für ihr zweites Rudel Grönlandhunde. Iris erklärt, warum: «Unsere Malamuten waren ein wunderbares Rudel.

Wären wir bei dieser Rasse geblieben, hätten wir die zweiten immer mit den ersten verglichen – das wollten wir nicht.» Ein Rudel mit vier Hunden sei ideal, bekräftigt Wolfgang. Mit je zwei Hunden könnten sie wandern, spazieren und neben dem Sport ganz «normale» Sachen machen, was mit zehn oder mehr Hunden nicht möglich wäre.

Futter ist nicht das Teuerste

Das Lebensumfeld für Hunde und Musher sei finanziell der grösste Posten, hält Wolfgang fest. Ab einer gewissen Anzahl Hunde brauche es ein Haus mit Umschwung. Idealerweise nicht mitten im Dorf. Schlittenhunde bellen zwar nicht, aber sie heulen, mitunter ziemlich laut.

Und es braucht entsprechende, wintertaugliche Fahrzeuge, die Platz bieten für genügend Hundeboxen und einen Wohnwagen. «Unseren Wohnwagen haben wir so umgebaut, dass die Hunde darin schlafen können», merkt Wolfgang an und unterstreicht damit, dass ihre Hunde vollwertige Familienmitglieder sind.

«Wenn die Hunde älter werden, erhöhen sich die Tierarztkosten», fügt Iris hinzu. «Das kann teuer werden.» Gegen all diese Ausgaben sei das Futter ein eher kleiner Posten. Labus’ füttern ihre Hunde zweimal am Tag. Sportfutter macht dabei etwa 60% aus, der Rest ist Fleisch und Innereien.

Überholen will gelernt sein

Iris und Wolfgang fahren mit ihren Hunden Fjell, Tarneq, Finja und Itigiaq in der Kategorie 4.2 Sprintrennen über 8 bis 12 Kilometer. Diese werden in zwei Läufen ausgetragen, an Weltmeisterschaften sind es drei.

Je nach Gelände werden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 30 km/h erreicht. Alle Läufe müssen von denselben Hunden absolviert werden, auswechseln darf man nicht. Bei Bedarf kann das Gespann um ein Tier reduziert werden. Mit ihren Grönlandhunden wurde Iris 2015 Schweizer-Meisterin im Sprint mit vier Hunden über 8 km und Wolfgang Sechster bei den Weltmeisterschaften.

Die Musher sind untereinander während der Rennen hilfsbereit. Schwierigkeiten gäbe es allenfalls beim Überholen, erklärt Wolfgang. Es gäbe klare Regeln, aber die kennen wohl nicht alle.

Denn das Schlittenziehen mit Hunden bringt man sich selber bei, Schulen dafür gibt es nicht. «Sobald der von hinten anfahrende Musher ‹Trail› ruft und etwa auf gleicher Höhe ist, sollte der vordere anhalten und je nach Grösse des Gespanns eine gewisse Zeit lang stehen bleiben, damit das schnellere Gespann überholen kann», erklärt Wolfgang. Der überholte Schlitten dürfe in den folgenden mindestens 500 Metern nicht zurücküberholen, es sei denn, beide Musher wären damit einverstanden.

Nicht mehr wie früher

Der Schlittenhundesport hat sich in den letzten 25 Jahren stark verändert. Damals habe eine «Trappermentalität» geherrscht. Man sei im Alaska-Abenteurer-Look mit Pelzmützen und Fellstiefeln angetreten. Heute hätten viele Rennanzüge an und seien körperlich durchtrainiert. Die Schlitten seien nicht mehr aus Holz, sondern aus Leichtmetall und wiegen mit 10 bis 12 Kilo nur noch knapp die Hälfte.

In Sachen Tierschutz habe sich viel getan, sagt Iris. Heute sei an jedem Rennen ein Tierarzt, der die Büchlein aller Hunde kontrolliere und durch Stichproben die Gesundheit der Tiere prüfe. Auch die Platzverhältnisse der Hunde neben der Rennstrecke seien reglementiert worden.

Start noch ungewiss

Ob die beiden an einem der bevorstehenden Rennen im Oberland starten, ist noch nicht sicher. Das hänge von den herrschenden Verhältnissen ab. Bei tieferen Temperaturen und mehr Schnee wäre ein Start denkbar. Die Hunde seien fit, erklärt Iris. Bei zu hohen Temperaturen mache es für die Tiere nicht viel Sinn. Die Gesundheit ihrer Grönlandhunde ist wichtiger als die Titelverteidigung an der Schweizer-Meisterschaft.

()

TOURISMUS 5. JANUAR 2016 aus der Jungfrauzeitung vom 5.1.2016

Oberländer Hotels auf den vorderen Rängen

Im aktuellen Ranking der beliebtesten Hotels der Schweiz des Reiseportals Holidaycheck befinden sich auch zwei Häuser aus dem Berner Oberland. Trotz der Platzierung bleibt man bodenständig.
von Dennis Rhiel

Die Besucherinnen und Besucher des Internet-Ferienanbieters Holidaycheck haben über Hotels in verschiedenen Ländern abgestimmt. Diese Bewertungen bilden die Grundlage für die aktuellen Holiday Awards 2016. Auch zwei Hotels in der Region wurden ausgezeichnet: Das Zeit und Traum Hotel Beatenberg und das Romantik Hotel Hornberg.

Im Hotel in Beatenberg zeigt man sich erfreut über die gute Platzierung. Auch über die unterschiedliche Auslegung der Ränge. «Je nachdem, wo ich schaue, sind wir auf Platz sechs, sieben oder sogar eins», sagt Jean-Claude Frei, Geschäftsführer des Hotels, und lacht. Die unterschiedlichen Platzierungen resultieren durch die auf der Internetseite anwendbaren Suchkriterien nach Land und Region. «Aber am wichtigsten ist, dass diese gute Platzierung nur durch die Gemeinschaftsleistung aller Beteiligten zustande gekommen ist.» Damit meint Frei nicht nur seine Mitarbeiter oder Inhaber Andreas Kuchen, sondern zum Beispiel die Lieferanten des Hotels. Alle würden zum Erfolg beitragen. Mit der Platzierung seien deshalb keine Höhenflüge verbunden. Man müsse allerdings immer mit Herz bei der Sache bleiben und den Kontakt zu den Gästen suchen.

Am Hornberg in Saanenmöser bei Gstaad sieht man die Situation ähnlich. Auch dort sei die Platzierung das Resultat einer gelungenen Gemeinschaftsleistung von Geschäftsführern und Mitarbeitern. Christian Hoefliger-von Siebenthal, der das Romantik Hotel Hornberg gemeinsam mit seiner Frau Brigitte in dritter Generation führt, freut sich vor allem für seine Mitarbeiter und Gäste über die Anerkennung. «Viele Stammgäste haben schon angerufen und uns auf die Platzierung hingewiesen», sagt er. Aber ein übersteigertes Selbstbewusstsein gibt es auch hier nicht. «Man muss immer schön auf dem Boden bleiben. Schliesslich ist ein gutes Produkt das beste Marketing.»