Beatenberg in der Presse 2020


Beatenberg | 3. April 2020

30’000 Franken für den Biketrail

Für den neuen «Heartbeat Trail» zwischen Beatenberg und der Beatenbucht will die Gemeinde einen einmaligen Beitrag von 30'000 Franken zahlen.Für den neuen «Heartbeat Trail» zwischen Beatenberg und der Beatenbucht will die Gemeinde einen einmaligen Beitrag von 30’000 Franken zahlen.Foto: Bruno Stüdle

Beatenberg Tourismus und der Verein Bikepark Thunersee haben sich mit einer Bitte um finanzielle Unterstützung an die Gemeinde gewandt. Als Trägerschaft des Projekts «Heartbeat Biketrail», welches eine Mountainbikestrecke zwischen Beatenberg und der Beatenbucht vorsieht, erhofften sich die beiden Organisationen einen Zustupf seitens Einwohnergemeinde. Diesen werden sie nun erhalten. «Der Gemeinderat hat beschlossen, einen einmaligen Beitrag von 30’000 Franken für das Projekt zu gewähren», schreibt der Beatenberger Gemeinderat in einer Mitteilung. Der Betrag werde aber erst nach Abschluss der Arbeiten und nach Vorliegen der Bauabrechnung ausgezahlt, betont die Gemeinde.

Der Gemeinderat verweist ausserdem auf seine Webseite, um über die Massnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus laufend informiert zu werden. Die Beatenberger Gemeindeverwaltung bleibt bis auf Weiteres geschlossen und ist zu den bisherigen Öffnungszeiten per Mail oder Telefon erreichbar.

Beatenberg | 27. März 2020 aus der Jungfrauzeitung

Asylsuchende ziehen kurzfristig ins Schulhaus Schmocken

Im Asylantenwohnheim Stockbrunnen werden ab dem 1. April Asylsuchende untergebracht. Dies, weil der Kanton für die Einhaltung der Vorgaben rund um das Corona-Virus schnell zusätzlichen Platz benötigt. Der prompte Entscheid kommt für Bevölkerung und Gemeinderat überraschend.

Das ehemalige Schulhaus sollte als strategische Reserve für Asylsuchende dienen. Jetzt wird es bis auf Weiteres aktiviert.

Das ehemalige Schulhaus sollte als strategische Reserve für Asylsuchende dienen. Jetzt wird es bis auf Weiteres aktiviert.Foto: Frederike Scholten

Bis Ende Jahr 2019 war das ehemalige Schulhaus Schmocken mit Areal an die Zentrum Bäregg GmbH aus Bern für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden vermietet. Seit Anfang Jahr 2020 ist die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Kanton Bern in Sachen Vermietung des ehemaligen Schulhauses Schmocken als strategische Reserve für Asylsuchende. Das schreibt die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung. Das Amt für Integration und Soziales bildet gemeinsam mit dem Migrationsdienst des Kantons Bern diese strategischen Reserven, um bei plötzlich steigenden Zuweisungen von asylsuchenden Personen deren Unterbringung zu gewährleisten.

Ich werde darauf schauen, dass wir die Fragen, die entstehen, beantworten könnenRoland NoirjeanGemeindepräsident Beatenberg

Per sofort aktiviert

Der Kanton sei nun in einer Notsituation und habe momentan aufgrund des Corona-Virus knappe Platzressourcen. Deshalb müsse er kurzfristige Lösungen suchen, weshalb das ehemalige Schulhaus Schmocken als Unterkunft für Asylsuchende per sofort und bis auf Weiteres aktiviert werden muss, heisst es weiter. Der Mietvertrag zwischen dem Kanton und der Gemeinde wird zu den gleichen Bedingungen wie mit dem Zentrum Bäregg abgeschlossen. Es werden maximal 50 Personen (Familien mit Kindern und Einzelpersonen ab 18 Jahren) in Beatenberg platziert, und es werden keine Personen transferiert, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus besteht, so die Mitteilung.

Die Bevölkerung wurde kurzfristig über die neue Nutzung informiert.

Die Bevölkerung wurde kurzfristig über die neue Nutzung informiert.Foto: Patrick Gasser

Mir ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung mitträgtRoland NoirjeanGemeindepräsident Beatenberg

Anwohner direkt angeschrieben

Die Gemeinde hätte nach Vertragsentwurf 30 Tage Vorlauf gehabt, um die Öffentlichkeit über die Aktivierung zu informieren. Ursprünglich wäre geplant gewesen, eine öffentliche Informationsveranstaltung abzuhalten, sobald das Asylantenwohnheim Stockbrunnen aktiviert würde. Da das Asylantenwohnheim nun kurzfristig eröffnet wird und weil aufgrund des durch den Bundesrat angeordneten Veranstaltungsverbots in Zusammenhang mit dem Corona-Virus keine Veranstaltung durchgeführt werden darf, wurden die Anwohnerinnen und Anwohner persönlich angeschrieben.

Nachgefragt bei Roland Noirjean
Roland Noirjean, Gemeindepräsident von Beatenberg.

Roland Noirjean, Gemeindepräsident von Beatenberg.Foto: Yves Brechbühler

Per 1. April werden Asylsuchende im ehemaligen Schulhaus Schmocken platziert. Die Bevölkerung wurde relativ kurzfristig darüber informiert. Woran liegt das?

Roland Noirjean: Das Schulhaus wäre vom Kanton aus als strategische Reserve vorgesehen gewesen. Ein entsprechender Vertrag war in Arbeit. Nun ist alles anders. Gerne hätten wir eine Infoveranstaltung durchgeführt und viel früher informiert. Aufgrund der Lage ging das schlichtweg nicht mehr.

Seit wann weiss die Gemeinde davon?

Wir haben am 20. März erfahren, dass Asyl Berner Oberland eine Begehung des Gebäudes machen will. Einen Tag später erfuhren wir von der Aktivierung.

Weshalb benötigt der Kanton diese zusätzliche Kapazität?

Die Unterkünfte im Kanton sind im Moment ausgelastet. Da die Vorgaben des Kantonsarztamtes eingehalten werden müssen, braucht es mehr Platz (zum Beispiel ein Isolier-/Quarantänezimmer in jedem Haus).

Kann man aus heutiger Sicht sagen, wie lange die Menschen dort leben werden?

Darüber haben wir noch keine Angaben.

Wie gehen Sie aus Sicht der Gemeinde mit der Situation um?

Mir ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung mitträgt. Und damit sie das tut, werde ich darauf schauen, dass wir die Fragen, die entstehen, beantworten können. Dafür werden wir in ständigem Austausch mit Asyl Berner Oberland sein. (reh)

Warnung | 7. März 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 7.3.2020

Telefonbetrug in Beatenberg

Gleich zweimal konnten Telefonbetrüger letzte Woche Geld erbeuten. Einmal geschah dies in Beatenberg. Nun wurde eine Frau angehalten. Die Polizei warnt jedoch weiterhin vor den Betrügern.

Am letzten Montag ging bei der Kantonspolizei Bern die Meldung ein, dass eine Seniorin eben verdächtige Anrufe erhalten habe. Der Mann am Telefon habe sich als Polizist ausgegeben, von polizeilichen Ermittlungen zu Einbruchdiebstählen berichtet und zur Sicherheit die Übergabe von 15’000 Franken gefordert. Dies schreibt die Kantonspolizei in einer aktuellen Mitteilung. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Massnahmen sei es der Kantonspolizei Bern gleichentags gelungen, eine Frau anzuhalten, als diese das vermeintliche Geld abholen wollte. Die 39-jährige mutmassliche Betrügerin befindet sich jetzt in Untersuchungshaft.

Betrug in Beatenberg

Letzte Woche wurden der Kantonspolizei Bern zwei ähnliche Tatvorgehen gemeldet. Dabei erbeutete eine unbekannte Täterschaft Ende Februar 12’000 Franken. So hatten sich die Anrufer als Staatsanwälte ausgegeben und eine Frau aus Sundlauenen im Verlauf mehrerer Telefonate aufgefordert, grosse Summen Bargeld abzuheben und diese schliesslich in den Milchkasten bei ihrem Wohnort zu legen. Die Frau kam dieser Aufforderung nach.

Ein weiterer Fall wurde aus Zollikofen gemeldet, wobei ebenfalls eine Frau von einem Anrufer, welcher sich als Sicherheitsbeauftragter ausgab, aufgefordert worden war, Geld in ihrem Milchkasten zu deponieren. In beiden Fällen wurde das Geld anschliessend abgeholt. Die Täterschaft beider Fälle konnte bislang nicht identifiziert werden.

25 Meldungen seit Anfang Jahr

Die Kantonspolizei Bern verzeichnet immer wieder Meldungen zu Telefonbetrug in verschiedenen Formen – seit Anfang Jahr gingen über 25 Meldungen ein. Sei es durch falsche Polizisten, aber auch falsche Staatsanwälte oder angebliche Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen. Allen Fällen gemeinsam ist, dass sich eine oder mehrere unbekannte Personen telefonisch melden, dabei eine angebliche Gefahr suggerieren und mit Nachdruck die Herausgabe von Bargeld und/oder Wertsachen fordern – angeblich, um die Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen.

Dieses Vorgehen empfiehlt die Kantonspolizei aktuell:
  •  Seien Sie misstrauisch, wenn Sie Unbekannte dazu bringen wollen, Bargeld abzuheben, zu zahlen und Geld oder Wertsachen zu übergeben oder zu hinterlegen.
  •  Beenden Sie ein solches Telefonat, legen Sie auf und melden Sie den verdächtigen Anruf der Polizei.
  •  Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten, Passwörter oder Angaben zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  •  Sprechen Sie mit älteren Personen in Ihrem Umfeld darüber und geben Sie die Warnung weiter.

Beatenberg | 20. Februar 2020 aus der Jungfrauzeitung v. 20.2.2020

Erfolgreiches Jodler-Jahr

Das Vereinsjahr brachte zahlreiche Highlights und viele erinnerungswürdige Auftritte mit sich.

Der Jodlerklub freut sich auf ein weiteres abwechslungsreiches Jahr.

Der Jodlerklub freut sich auf ein weiteres abwechslungsreiches Jahr.Foto: zvg

An der Generalversammlung konnte der Präsident des Jodlerklubs Beatenberg, Daniel Jaun, auf ein erlebnisreiches Jahr zurückblicken. So konnte am Bernisch Kantonalen Jodlerfest in Brienz mit dem «Bränderli Jutz» aus der Feder von Adolf Stähli – zur Freude aller – die Klasse 1 erreicht werden. Das Fest am oberen Ufer des Brienzersees war ein ausserordentlich gelungenes und hervorragend organisiertes Fest, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Im August konnte die Bodechilbi bereits zum fünfzigsten Mal durchgeführt werden. Mit viel Eifer und Detailtreue wurde die Bodealp in einen wunderschönen Festplatz verwandelt. Die Jodlernacht am Freitag mit vielen bekannten Formationen aus dem Bernbiet und weiteren Kantonen wurde von über 400 Zuhörerinnen und Zuhörern besucht und die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Der Sonntag mit Bergpredigt und dem Gastklub aus St. Stephan rundete die Jubiläumsausgabe des Traditionsanlasses gebührend ab.

Dirigent Daniel Zobrist hatte ebenfalls Erfreuliches zu berichten. So hatten die Jodler insgesamt 70 Zusammenkünfte, wovon 40 Proben abgehalten wurden. Melanie Schmocker und Kari Sigrist waren diejenigen Aktiven, welche an sämtlichen Proben anwesend waren. Ihnen wurde als Dank ein kleines Präsent übergeben.

Jodlertreffen zu Gast

Im Jodlerjahr 2020 warten weitere spannende Aufgaben; so wird am 9. Mai nach 1995 und 2007 zum dritten Mal das Jodlertreffen der Jungfrauregion auf dem Beatenberg durchgeführt. Die insgesamt 19 Formationen werden ihre Vorträge im Kongresssaal zum Besten geben, und bei der Beatenberg Arena wird ein Festzelt aufgebaut, um den Anlass mit Speis, Trank und Unterhaltung abzurunden. Selbstverständlich gehört für die Hartgesottenen auch eine Jodlerbar zur Infrastruktur. Die Bodechilbi startet am 7. August mit der Stallbar. Ausserdem konnte der Jodlerklub Oberhofen als Gastformation engagiert werden. Abschliessend dankte der Präsident allen Aktiven und sämtlichen Helferinnen und Helfern der erwähnten Anlässe in der Hoffnung auf ein weiteres erfolgreiches Jahr der Beatenberger Jodler.

Beatenberg | 1. Februar 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 1.2.2020

Neue Personalverordnung und Strassenbezeichnungen

Der Gemeinderat hat die teilrevidierte Personalverordnung genehmigt. Ausserdem werden nächstes Jahr neue Strassenbezeichnungen eingeführt und die Bewilligung für ein Tagesfestival erteilt.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.Foto: Archiv

Der Gemeinderat hat die fünfte Teilrevision der Personalverordnung genehmigt. Sie tritt rückwirkend per 1. Januar in Kraft. Darin wurde unter anderem die Zulage für Nacht- und Wochenendarbeit gemäss kantonalem Personalrecht erhöht und der Stellenplan im Anhang III geändert.

Die Teilrevision kann auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg eingesehen werden oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich ist die Teilrevision auf www.beatenberg.ch (Gemeinde, Aktuell) aufgeschaltet, teit die Gemeinde mit. Gegen den Erlass der Teilrevision kann innert 30 Tagen seit der amtlichen Publikation (Frist bis 24. Februar) beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.

Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse in Sundlauenen

An der Gemeindeversammlung vom 5. April 2013 wurde beschlossen, dass 50 Prozent der Kosten des Strassenprojekts «Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse» in Sundlauenen von den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern übernommen werden, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Das Strassenprojekt wurde am 31. Mai 2018 abgenommen. Unterdessen wurde der Beitragsplan der Grundeigentümerbeiträge durch die kantonale Planungsgruppe Bern ausgearbeitet und vom Gemeinderat genehmigt. Der Kostenverteilplan liegt ab 30. Januar zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Die betroffenen Grundeigentümer wurden mit separater Verfügung auf die öffentliche Auflage aufmerksam gemacht, informiert die Gemeinde.

Die Unterlagen liegen bis am 2. März bei der Gemeindeverwaltung Beatenberg während der Schalteröffnungszeiten öffentlich auf.

Einführung der Strassenbezeichnungen

Die Gemeindeversammlung hat am 1. Dezember 2017 konsultativ beschlossen, neue Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg einzuführen. Am 23. April 2019 hat der Gemeinderat die definitiven Strassenbezeichnungen genehmigt. Gegen den Beschluss wurden fristgerecht zwei Beschwerden beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli eingereicht, so die Mitteilung. Das Regierungsstatthalteramt hat die Beschwerden am 6. Dezember 2019 abgewiesen. Die Umsetzungsarbeiten können nach Ablauf der Beschwerdefrist in Angriff genommen werden. Die Einführung der neuen Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg erfolgt per 1. Januar 2021. Zuvor werden etliche Umsetzungsarbeiten an die Hand genommen, lässt die Gemeinde verlauten.

Open-Air-Einzelbewilligung

Björn Keckeis aus Interlaken stellt ein Gesuch um gastgewerbliche Einzelbewilligung für das Open Air (Tagesanlass) vom 6. Juni im Wang/Bromättli. Der Gemeinderat hat das Gesuch mit der Empfehlung zur Erteilung der gastgewerblichen Einzelbewilligung mit Bedingungen und Auflagen an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet, lässt er verlauten. Die Nachbarn werden über den Anlass durch den Gesuchsteller direkt informiert. Das Open Air soll von 9.00 bis 22.00 Uhr dauern.

Trinkwasserqualität

Alle chemischen und mikrobiologischen Trinkwasserproben im Jahr 2019 lagen, soweit untersucht, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften, lässt die Gemeinde verlauten. Das Beatenberger Wasser stammt zu 91 Prozent aus eigenem Quellwasser und neun Prozent sind Fremdbezug bei den Industriellen Betrieben Interlaken. Das Quellwasser wird durch Flockung, Sandfiltration und Aktivkohle gefiltert und mit UV-Strahlen entkeimt, erklärt die Mitteilung. Die Gemeinde ruft dazu auf, Quell- und Grundwasser vor Umweltgefahren zu schützen: «Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebens- und Genussmittel».

Lehrstelle als Kaufmännische Angestellte

Ab 1. August wird auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg die dreijährige Lehrstelle als Kauffrau/Kaufmann frei. Bisher konnte die Lehrstelle nicht besetzt werden, schreibt die Gemeinde.

Bevölkerungsstatistik Beatenberg

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Gemeinde einen Einwohnerzuwachs von vier Personen. Fünf junge Persönchen erblickten das Licht der Welt und von 16 Personen musste die Gemeinde Abschied nehmen. Einwohnerstand (inklusive Wochenaufenthalt) per 31. Dezember 2019: 1293 Personen.

aus der Drachebergzytig Januar 2020

Beatenberg: Foto Gyger schliesst nach 60 Jahren

Nach etwas mehr als 60 Jahren wird das FotoKiosk- und Souvenirgeschäft, das von der Familie Gyger in zweiter Generation geführt wird, im Januar 2020 geschlossen. Damit verliert unser Dorf ein weiteres Geschäft mit einer grossen Tradition. Nachfolgend ein kleiner Einblick in die Geschichte bis zur Gegenwart: Emanuel Gyger übernahm 1958 das Fotogeschäft des Beatenberger Künstlers Paul Schmidt im Schweizerhaus. Er ist der Bruder des Fotographen Adolf Gyger aus Adelboden und eröffnete das Geschäft als eine Zweigstelle des damals bekannten Postkartenverlags aus Adelboden, der von deren Onkel nach dem 1. Weltkrieg gegründet wurde. Im Jahre 1962 fand sich eine geeignete Parzelle an der Dorfstrasse zum Bau des heutigen Geschäftshauses. Nach dem Umzug ins neue Lokal gründeten Marianne und Emanuel Gyger darauf hin ihren eigenen Postkartenverlag und die Familie schlug Wurzeln im Dorf. Der drittälteste Sohn Kurt absolvierte 1971 Adrian Deuschle erst eine Lehre als Feinmechaniker, um anschliessend in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. 1976 liess er sich zum Fotografen ausbilden und arbeitete von 1983 bis 1998 zusammen mit den Eltern im Geschäft. Während dieser Zeit entstanden viele Reportagen-, Landschaftsund Panoramabilder. Auch an manchen Hochzeitsfeiern waren sie anzutreffen, um die freudigen Momente festzuhalten. Die Bilder, damals noch analog auf Bildrolle aufgenommen, entwickelten sie im hauseigenen Fotolabor. Im Jahre 1998 übernahmen Kurt und seine Ehefrau Lotti das Geschäft und führten es erfolgreich weiter. Zusammen mit Kurts Bruder Marcus Gyger, der als freier Fotograf und Bildredaktor arbeitet, gründeten sie die Swiss Card Verlag AG, die Postkarten mit Sujets aus und im ganzen Berner Oberland vertreibt. Diese werden noch heute von Touristen wie Einheimischen in die ganze Welt verschickt. Darüber hinaus bestand eine enge Zusammenarbeit mit der damaligen Firma „Adventure World“ in Interlaken, die viele Aufträge generierte. Kurt entwickelte die Aufnahmen der abenteuerfreudigen Touristen, welche beim Canyoning, Bungee Jumping oder River Rafting fotografiert wurden. Das Sortiment im Geschäftslokal an der Dorfstrasse änderte sich über die Jahre und passte sich den Bedürfnissen der Zeit an. Von Fotokameras über Feldstecher, Zeitschriften, Spielwaren, Taschenmesser, Souvenirs bis hin zur Uhrenbatterie gab es einiges zu kaufen. Am 1. August wurde jeweils ein eigener Stand mit Feuerwerksartikeln vor dem Geschäft aufgebaut, hinter dem die dritte Generation der Familie tatkräftig mithalf. Mit dem Einzug des digitalen Zeitalters, dem veränderten Einkaufsverhalten, der Schliessung einiger Hotels und den damit fehlenden Gästen, wurde es zunehmend schwieriger, als Betrieb weiter zu bestehen. Eine kleine Anekdote hat mir Kurt bei meinem Besuch im Geschäft erzählt. So kam vor einiger Zeit eine Kundin ins Geschäft. Sie brachte eine Schachtel gefüllt mit etwa 1000 und wünschte von Kurt, dass er von diesen Negativen Bilder entwickeln solle. Beim Verlassen des Geschäftes erwähnte sie beiläufig, dass es ihr nicht eile – sie könne erst am nächsten Tag vorbeikommen, um die Bilder abzuholen! Sicher gäbe es noch viele Geschichten aus vergangener Zeit zu erzählen. Zurück bleibt ein grosses Archiv mit vielen Erinnerungen. Nun schliesst das Geschäft am 11. Januar 2020 und die Dorfgeschichte von Beatenberg ist um einige Seiten länger geworden. Ich danke Lotti und Kurt für das interessante Gespräch und wünsche ihnen für die Zukunft alles Gute.