Beatenberg in der Presse 2020


Beatenberg | 1. Februar 2020 aus der Jungfrauzeitung vom 1.2.2020

Neue Personalverordnung und Strassenbezeichnungen

Der Gemeinderat hat die teilrevidierte Personalverordnung genehmigt. Ausserdem werden nächstes Jahr neue Strassenbezeichnungen eingeführt und die Bewilligung für ein Tagesfestival erteilt.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.

Das Dorf wird bald neue Strassenbezeichnungen erhalten.Foto: Archiv

Der Gemeinderat hat die fünfte Teilrevision der Personalverordnung genehmigt. Sie tritt rückwirkend per 1. Januar in Kraft. Darin wurde unter anderem die Zulage für Nacht- und Wochenendarbeit gemäss kantonalem Personalrecht erhöht und der Stellenplan im Anhang III geändert.

Die Teilrevision kann auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg eingesehen werden oder gegen eine Gebühr bezogen werden. Zusätzlich ist die Teilrevision auf www.beatenberg.ch (Gemeinde, Aktuell) aufgeschaltet, teit die Gemeinde mit. Gegen den Erlass der Teilrevision kann innert 30 Tagen seit der amtlichen Publikation (Frist bis 24. Februar) beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Beschwerde eingereicht werden.

Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse in Sundlauenen

An der Gemeindeversammlung vom 5. April 2013 wurde beschlossen, dass 50 Prozent der Kosten des Strassenprojekts «Anschluss Lentiweg an Kantonsstrasse» in Sundlauenen von den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern übernommen werden, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Das Strassenprojekt wurde am 31. Mai 2018 abgenommen. Unterdessen wurde der Beitragsplan der Grundeigentümerbeiträge durch die kantonale Planungsgruppe Bern ausgearbeitet und vom Gemeinderat genehmigt. Der Kostenverteilplan liegt ab 30. Januar zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Die betroffenen Grundeigentümer wurden mit separater Verfügung auf die öffentliche Auflage aufmerksam gemacht, informiert die Gemeinde.

Die Unterlagen liegen bis am 2. März bei der Gemeindeverwaltung Beatenberg während der Schalteröffnungszeiten öffentlich auf.

Einführung der Strassenbezeichnungen

Die Gemeindeversammlung hat am 1. Dezember 2017 konsultativ beschlossen, neue Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg einzuführen. Am 23. April 2019 hat der Gemeinderat die definitiven Strassenbezeichnungen genehmigt. Gegen den Beschluss wurden fristgerecht zwei Beschwerden beim Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli eingereicht, so die Mitteilung. Das Regierungsstatthalteramt hat die Beschwerden am 6. Dezember 2019 abgewiesen. Die Umsetzungsarbeiten können nach Ablauf der Beschwerdefrist in Angriff genommen werden. Die Einführung der neuen Strassenbezeichnungen im Gemeindegebiet Beatenberg erfolgt per 1. Januar 2021. Zuvor werden etliche Umsetzungsarbeiten an die Hand genommen, lässt die Gemeinde verlauten.

Open-Air-Einzelbewilligung

Björn Keckeis aus Interlaken stellt ein Gesuch um gastgewerbliche Einzelbewilligung für das Open Air (Tagesanlass) vom 6. Juni im Wang/Bromättli. Der Gemeinderat hat das Gesuch mit der Empfehlung zur Erteilung der gastgewerblichen Einzelbewilligung mit Bedingungen und Auflagen an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli weitergeleitet, lässt er verlauten. Die Nachbarn werden über den Anlass durch den Gesuchsteller direkt informiert. Das Open Air soll von 9.00 bis 22.00 Uhr dauern.

Trinkwasserqualität

Alle chemischen und mikrobiologischen Trinkwasserproben im Jahr 2019 lagen, soweit untersucht, innerhalb der gesetzlichen Vorschriften, lässt die Gemeinde verlauten. Das Beatenberger Wasser stammt zu 91 Prozent aus eigenem Quellwasser und neun Prozent sind Fremdbezug bei den Industriellen Betrieben Interlaken. Das Quellwasser wird durch Flockung, Sandfiltration und Aktivkohle gefiltert und mit UV-Strahlen entkeimt, erklärt die Mitteilung. Die Gemeinde ruft dazu auf, Quell- und Grundwasser vor Umweltgefahren zu schützen: «Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebens- und Genussmittel».

Lehrstelle als Kaufmännische Angestellte

Ab 1. August wird auf der Gemeindeverwaltung Beatenberg die dreijährige Lehrstelle als Kauffrau/Kaufmann frei. Bisher konnte die Lehrstelle nicht besetzt werden, schreibt die Gemeinde.

Bevölkerungsstatistik Beatenberg

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Gemeinde einen Einwohnerzuwachs von vier Personen. Fünf junge Persönchen erblickten das Licht der Welt und von 16 Personen musste die Gemeinde Abschied nehmen. Einwohnerstand (inklusive Wochenaufenthalt) per 31. Dezember 2019: 1293 Personen.

aus der Drachebergzytig Januar 2020

Beatenberg: Foto Gyger schliesst nach 60 Jahren

Nach etwas mehr als 60 Jahren wird das FotoKiosk- und Souvenirgeschäft, das von der Familie Gyger in zweiter Generation geführt wird, im Januar 2020 geschlossen. Damit verliert unser Dorf ein weiteres Geschäft mit einer grossen Tradition. Nachfolgend ein kleiner Einblick in die Geschichte bis zur Gegenwart: Emanuel Gyger übernahm 1958 das Fotogeschäft des Beatenberger Künstlers Paul Schmidt im Schweizerhaus. Er ist der Bruder des Fotographen Adolf Gyger aus Adelboden und eröffnete das Geschäft als eine Zweigstelle des damals bekannten Postkartenverlags aus Adelboden, der von deren Onkel nach dem 1. Weltkrieg gegründet wurde. Im Jahre 1962 fand sich eine geeignete Parzelle an der Dorfstrasse zum Bau des heutigen Geschäftshauses. Nach dem Umzug ins neue Lokal gründeten Marianne und Emanuel Gyger darauf hin ihren eigenen Postkartenverlag und die Familie schlug Wurzeln im Dorf. Der drittälteste Sohn Kurt absolvierte 1971 Adrian Deuschle erst eine Lehre als Feinmechaniker, um anschliessend in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. 1976 liess er sich zum Fotografen ausbilden und arbeitete von 1983 bis 1998 zusammen mit den Eltern im Geschäft. Während dieser Zeit entstanden viele Reportagen-, Landschaftsund Panoramabilder. Auch an manchen Hochzeitsfeiern waren sie anzutreffen, um die freudigen Momente festzuhalten. Die Bilder, damals noch analog auf Bildrolle aufgenommen, entwickelten sie im hauseigenen Fotolabor. Im Jahre 1998 übernahmen Kurt und seine Ehefrau Lotti das Geschäft und führten es erfolgreich weiter. Zusammen mit Kurts Bruder Marcus Gyger, der als freier Fotograf und Bildredaktor arbeitet, gründeten sie die Swiss Card Verlag AG, die Postkarten mit Sujets aus und im ganzen Berner Oberland vertreibt. Diese werden noch heute von Touristen wie Einheimischen in die ganze Welt verschickt. Darüber hinaus bestand eine enge Zusammenarbeit mit der damaligen Firma „Adventure World“ in Interlaken, die viele Aufträge generierte. Kurt entwickelte die Aufnahmen der abenteuerfreudigen Touristen, welche beim Canyoning, Bungee Jumping oder River Rafting fotografiert wurden. Das Sortiment im Geschäftslokal an der Dorfstrasse änderte sich über die Jahre und passte sich den Bedürfnissen der Zeit an. Von Fotokameras über Feldstecher, Zeitschriften, Spielwaren, Taschenmesser, Souvenirs bis hin zur Uhrenbatterie gab es einiges zu kaufen. Am 1. August wurde jeweils ein eigener Stand mit Feuerwerksartikeln vor dem Geschäft aufgebaut, hinter dem die dritte Generation der Familie tatkräftig mithalf. Mit dem Einzug des digitalen Zeitalters, dem veränderten Einkaufsverhalten, der Schliessung einiger Hotels und den damit fehlenden Gästen, wurde es zunehmend schwieriger, als Betrieb weiter zu bestehen. Eine kleine Anekdote hat mir Kurt bei meinem Besuch im Geschäft erzählt. So kam vor einiger Zeit eine Kundin ins Geschäft. Sie brachte eine Schachtel gefüllt mit etwa 1000 und wünschte von Kurt, dass er von diesen Negativen Bilder entwickeln solle. Beim Verlassen des Geschäftes erwähnte sie beiläufig, dass es ihr nicht eile – sie könne erst am nächsten Tag vorbeikommen, um die Bilder abzuholen! Sicher gäbe es noch viele Geschichten aus vergangener Zeit zu erzählen. Zurück bleibt ein grosses Archiv mit vielen Erinnerungen. Nun schliesst das Geschäft am 11. Januar 2020 und die Dorfgeschichte von Beatenberg ist um einige Seiten länger geworden. Ich danke Lotti und Kurt für das interessante Gespräch und wünsche ihnen für die Zukunft alles Gute.